Suburban gothicUSA 2014. Regie: Richard Bates jr. Darsteller: Matthew Gray Gubler, Kat Dennings, John Waters, Jeffrey Combs, Barbara Niven, Ray Wise, Sally Kirkland

Offizielle Synopsis: Der sympathische Tagträumer Raymond hat zwar gerade das College erfolgreich beendet, aber mit einem Job sieht es mau aus. Also muss der Mittzwanziger notgedrungen die Großstadt hinter sich lassen und wieder ins kleinstädtische Spießeridyll zu den stetig nörgelnden Eltern ziehen. Dort erwarten Raymond nicht nur dieselben alten Loser und Bullies, die seine Schulzeit zur Hölle machten, sondern auch die geisterhaften Schreckensvisionen, die ihn als Kind bereits quälten. Als Bauarbeiter auf dem Grundstück einen alten Sarg ausgraben und bald darauf unerklärliche Ereignisse die kleine Stadt befallen, bleibt ihm keine Wahl: Zusammen mit der reichlich selbstsicheren Barkeeperin Becca stellt sich Raymond einem jahrhundertealten Fluch …

Kritik: Lasst euch von dem punkigen Poster und dem Titel und der Nebenrolle von John Waters nichts vormachen – an „Suburban Gothic“ ist nichts subversiv oder düster. Was Raymond als Hölle begreift, ist kostenfreie Kost & Logis, die mit der Forderung verbunden ist, sich zum Abendessen die Hände zu waschen.

„Suburban Gothic“ ist mit seinem Fokus auf Dialogwitz und überzogenen Figuren strukturell eher der Sitcom verwandt als dem Gruselfilm und in der Tat könnte es sich hierbei auch um die spielfilmlange Halloween-Episode einer Serie wie „My name is Earl“ handeln. Raymond ist ein sympathischer Slacker, der sich nicht an Spießer-Suburbia verkaufen will, mit Becca eine unangemessen scharfe Mistreiterin findet und am Ende das Scooby Doo-Mystery des verschwundenen Amuletts aufklärt. Dazu passt, dass der Epilog weitere Episoden schließen lässt. So gesehen könnte „Suburban Gothic“ sogar von vorne herein als „backdoor pilot“ geplant gewesen sein.

Ist das schon inhaltlich „genre light“, so werden auch bei der Umsetzung keine großen Pinsel geschwungen. Es ist alles schön bunt, es gibt ein paar einfallsreiche Überblendungen, aber wirklich Atmosphäre kommt nicht auf und die CGI-Effekte sind mit „rudimentär“ noch höflich umschrieben. Hippe Hektik ist Ziel, nicht Spannung oder Gänsehaut.

Das klingt jetzt alles relativ negativ, aber so meine ich das gar nicht. Die Darsteller sind durchaus sympathisch, es gibt einige Kult-Cameos, die Gags sitzen. Er hängt sich nicht sklavisch an sattsam bekannte Vorbilder. Das wenige, was „Suburban Gothic“ sich vornimmt, schafft er auch – und ist damit den meisten Festivalkollegen weit voraus.

hochFazit: Eine launige spielfilmlange Sitcom mit gut gelaunten Darstellern in schrägen Rollen, deren Horrorelemente nur Vorwand sind, Anekdoten aus „whacky suburbia“ zu erzählen. Braver, als es sein will – aber auf federleichte Art unterhaltsam, was zur Mitternacht ein klarer Pluspunkt ist.



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Naja, das mit dem Backdoor Piloten scheint schon sehr unwahrscheinlich, immerhin verdient Hauptdarsteller Gubler sich noch immer eine goldene Nase bei Criminal Minds und da ist denke ich mal noch lange nicht Ende. (naja, mal schaun was Püppi Jennifer Love Hewitt macht :p)
Wird wohl einfach nur so sein, dass Regisseur Bates ein paar Stilmittel aus dem Fernsehen übernommen hat, ist ja nur konsequent, jetzt wo Filme immer serieller wird. Außerdem hatte Gabler vor zwei Jahren auch in Bates ersten Film mitgearbeitet.

Marcus
Marcus

Der letzte Kick, der seinerzeit Bates‘ EXCISION zu meinem Lieblingsfilm von 2012 gemacht hat, fehlt hier. Aber trotzdem ist der ganz, ganz große Klasse. 9/10.

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[…] inverted ♦ Redirected ♣ Rufus ♣ Stage Fright ♥ Starred up ♥ Starry eyes ♥ Suburban Gothic ♥ The Babadook ♣ The Canal ♥ The Mule ♦ The Rover ♦ The House at the end of time […]

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[…] keinen Gefallen, weil sie sich dem mangelnden Anspruch unterordnen:Matthew Gray Gubler gibt wie in „Suburban Gothic“ den Clown, AnnaLynne McCord – vor ein paar Jahren noch so herausragend in […]