wolfcopKanada 2014. Regie: Lowell Dean. Darsteller: Leo Fafard, Amy Matysio, Jonathan Cherry, Sarah Lind, Aidan Devine

Offizielle Synopsis: Lou Garou ist sicherlich nicht der korrekteste Polizist unter der Sonne: Selbst nach den Maßstäben seines miefigen Heimatnests Woodhaven ist seine Leck-mich-am-Arsch-Attitüde mindestens so gewöhnungsbedürftig wie sein Hang zu hochprozentigen Problemlösern. Als ob das nicht genug wäre, stolpert der verpeilte Gesetzeshüter eines Abends auch noch mitten in ein satanisches Ritual – mit schwerwiegenden Folgen für zukünftige Vollmondnächte: Lou wird zum Werwolf! Gut, dass sein bester Kumpel Willie ihm mit Rat und Tat zur Seite steht, denn ab sofort muss der sonst eher arbeitsunwillige Cop tatsächlich Recht und Gesetz mit Nachdruck in die eigenen haarigen Pfoten nehmen, um Woodhaven vor kriminellem Abschaum und einer okkulten Apokalypse zu bewahren. Wenn nur die obligatorische Transformation nicht immer so verdammt unangenehm wäre…

Kritik: Es ist immer gefährlich, wenn Filme im Vorfeld als „garantierte Crowdpleaser“ gehandelt werden – weil „garantiert“ auch immer „kleinster gemeinsamer Nenner“ und „berechenbar“ bedeutet. Außerdem sind die besten Crowdpleaser die, die überraschend kommen (siehe „Julia X“).

„Wolfcop“ klingt auch einfach zu lecker – ein fauler Cop wird zum Werwolf und räumt unter einem Haufen Satanisten auf.

Dummerweise hat sich die Kreativität der Beteiligten mit dem tollen Poster und der grandiosen Tagline erschöpft – „Wolfcop“ ist letztlich ein „one trick pony“, ein gespielter Witz, dessen Lacher schal und offensichtlich bleiben. Weil über den Gimmick hinaus nichts passiert, was von nennenswertem Interesse wäre.

Lou Garou ist als Figur total langweilig, auch als Werwolf bekommt er nicht nennenswert Charakter. Der Plot um das Shoot & Drink-Festival ist unlogisch und irrelevant, Details wie die Bürgermeisterwahl dienen augenscheinlich nur zum Laufzeit schinden Wie das halt so ist, wenn man eine prima Idee für einen Fake-Trailer einfach nur aufbläst, statt sie auszuarbeiten.

Auch technisch kann „Wolfcop“ keine Miezekatze hinter dem Ofen hervor locken: So sympathisch oldschool das Makeup zuerst auch sein mag, so billig wirkt es auch. Die überschminkten Lippen und die auffällig falschen Zähne lassen den Verdacht aufkommen, dass die Macher wohl bei einer Komödie keine Pflicht zur Sorgfalt sahen.

Vor allem aber: „Wolfcop“ will zu dringend ein Comic-Film sein, ein Crowdpleaser mit Kultstatus. Er ist in seiner Anbiederung an das Fanpublikum peinlich und unehrlich. Vergleicht man ihn mit „An American Werewolf in London“, wird sehr schnell klar, dass hier ein Didi Hallervorden gegen die Monty Pythons des Lykanthropenkinos antritt – und abstinkt.

mitteFazit: Eine mäßig launige, aber sehr substanzfreie Werwolf-Komödie, die als Sketch besser funktioniert hätte und der man wünschen darf, dass sie in der angekündigten Fortsetzung etwas mehr Biss entwickelt (pun intended).



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Peroy
Peroy

“ Außerdem sind die besten Crowdpleaser die, die überraschend kommen (siehe “Julia X”).“

Fuck that movie… fuck it up its ear!

comicfreak

*wegbrech*
..da loup-garou französisch für Werwolf ist, ist schon der Name eine Frechheit..

comicfreak

@ Wortvogel: ..ist er witzig? Die ganze Zeit über? 😉

Peroy
Peroy

Bruce Payne hieß in „Full Eclipse“ auch so…

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[…] the Skin ♥ We gotta get out of this place ♣ Wer ♥ What we do in the Shadows ♦ Wolfcop ♦ Wrong […]

Marcus
Marcus

Was erwartet man? Der Film verspricht doofen Trash, und er liefert. Genau das, was man in der letzten Mitternachtsvorstellung des FFF braucht. Ich hab gelacht. 7/10.