archive2Angesichts meines letzten Beitrages (und einiger davor) dürftet ihr schon gemerkt haben, dass der Wortvogel ein Zeitschriften-Junkie ist, der gerne in uralten Ausgaben wühlt und sich über das Aktuelle von Vorgestern amüsiert.

Wer nur ab und an einen dreckigen Lacher braucht, findet den bei VonGestern. Wem es primär um legendäre Videospiele geht, der ist bei Kultboy richtig.

Wer aber so richtig einsteigen will in das Thema „alte Magazine“, der musste sich bisher entweder die Finger blutig suchen oder auf halb- bis komplett nicht legale Angebote zurück greifen. Dass ich das albern finde und für eine legale Scan-Bibliothek plädiere, habe ich 2008 schon geschrieben.

Mittlerweile hat sich die Situation aber schon ein wenig gebessert – und zwar stickum und an mir vorbei. Bei Archive.org gibt es eine Sektion namens „Magazine Rack„, in der man Zeitschriften vollständig runterladen kann, die von den originalen Rechtebesitzern freigegeben wurden. Und mir ist nicht aufgefallen, was für Schätze sich dort mittlerweile verstecken. So kann man praktisch alle Ausgaben des kultigen Science Fiction-Filmmagazins Starlog auf die Platte holen – die Bibel meiner Nerdjugend!

Nun müsst man jede Ausgabe einzeln laden – das ermüdet. Ein Leser war so nett, mir eine kleine Liste mit allen direkten Adressen zu generieren. Einfach in einen Download-Manager pasten und schon bekommt ihr alle 224 Ausgaben als PDF auf die Platte.

archive1Es gibt auch Einzelhefte und Publikationen, denen nur ein sehr kurzes Leben beschieden war – so ist dieses Sonderheft zum Thema Superhelden von Warren Publishing fast 50 Jahre alt!

Ihr wollt 103 Ausgaben des „Galaxy“-Magazins, in dem von 1950 bis 1980 großartige SF-Belletristik zu lesen war? 87 Hefte mit pubertierendem Schweinkram aus den Tuschekästen der „Heavy Metal“-Zeichner? „Popular Mechanics“? „Omni“? Das „Smegazine“ zur britischen SF-Comedyserie „Red Dwarf“? Oder lacht ihr lieber schäbig über die Jugendkultur der 80er und 90er mit „Seventeen“? Da sieht man viele Stars, die jung waren und das Geld brauchten.

archive4Es geht aber durchaus noch weiter zurück und bekommt teilweise schon literaturhistorischen Wert. So stehen auch viele, viele Ausgaben des „The Strand“-Magazins aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auf den Servern. Darin enthalten: Die Erstveröffentlichungen der „Sherlock Holmes“-Geschichten. Heute fast vergessene Hollywood-Anekdoten zuhauf liefert „Photoplay“, so eine Art „Total Film“ der Stummfilmära. Ein Highlight ist sicher auch „Scientific American“, wenn ihr euch für die neusten technologischen Entwicklungen des Jahres 1845 interessiert.

Kurzum: Das „Magazine Rack“ ist eine wunderbare Sache für Schmökernasen und Sammler wie mich, reizt zum Kauf eines 15er-Tablets und bietet sinnlose aber spaßige Zeitverschwendung.

Es sei an dieser Stelle außerdem auf das unverzichtbare „Video Watchdog“ verwiesen – Tim Lucas hat begonnen, sein legendäres und selbst gebraucht eigentlich immer zu teures Magazin komplett zu digitalisieren. Für Geld zwar, aber das ist es wert.

An dieser Stelle moniere ich schnell und erwartbar noch mal, dass es so etwas nicht in Deutschland gibt. Ich will Komplett-Archive der „Bravo“, der „Quick“, von „Cinema“ und „Vampir“! Make it so!

Load and enjoy.



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