FFF13
So, das Festival ist in „full swing“, teilweise muss ich fünf Filme am Tag stemmen (außerdem war ich eben noch bei einer Anti Chemtrail-„Großdemo“, aber dazu dieser Tage mehr). Ich fürchte, ich komme mit den ordentlichen Reviews nicht nach. Aus diesem Grund verkürze ich das Prozedere und versuche, die schon gesehenen Filme in zwei bis drei Absätzen kompakt zusammen zu fassen. Wer auf den Titel klickt, bekommt weitere Informationen auf der FFF-Webseite.

CongressThe Congress

Ein „Cloud Atlas“ vom Ansatz her nicht unähnlicher Film: große Literatur (Lems „Der futurologische Kongress“) wird mit großen Stars (Harvey Keitel, Robin Wright) verfilmt, gefördert von Dutzenden Töpfen und Stellen (inkl. ARD/Degeto), den Verantwortlichen bauchpinselnd gedreht in Berlin. Bewiesen werden soll/muss die Leistungsfähigkeit und Überlegenheit europäischer Filmkultur.

ampel-gelbIch bin auch nach zwei Tagen noch sehr unsicher, ob ich dieses Verkopfkino, das mit einer starken halben Stunde Realfilm anfängt und dann schlagartig in trippigen Zeichentrick umschlägt, für sperrige, aber erzählerisch wertvolle Avantgarde halten soll oder für selbstverliebtes Klugscheißerkino, bei dem sich alle Beteiligten und Förderer einen von der Palme wedeln und nach dem kommerziellen Desaster natürlich das Publikum beschuldigen werden, lieber Hollywood auf den Leim zu gehen.

Schließlich und endlich: letzteres.

TapeTaped

Ein Ehepaar reist in ein fernes Land, wird Zeuge eines Verbrechens und flüchtet durch eine exotische wie gefährliche Welt. Von der Sorte gibt es pro Jahr ein bis zwei auf dem FFF. „Taped“ wäre nicht besser und nicht schlechter als der Durchschnitt, denn die Darsteller sind gut und die Spannungskurve hängt auch nicht durch. Das Problem: es wird im ersten Drittel versucht, mit Found Footage-Elementen zu arbeiten, was bös daneben geht. Schlimmer noch: die autarke Kamera ist diesmal derart wackelig, dass mir nach zehn Minuten kotzübel wurde – was bis zum Ende des Films anhielt. Somit disqualifiziere ich „Taped“ wegen technischer Mängel.

ampel-rot7Großen Jubel gab es allerdings für den Protagonisten, in dem alle Machos / Chauvis / Sexisten der Welt ihren neuen König finden. Als seine Frau ihn damit konfrontiert, dass sie schon lange von seiner Affäre weiß (eine Situation, in der man als Mann eigentlich immer die Arschkarte gezogen hat), findet er den perfekten Dreh, die Schulfrage umzudrehen: „Du WEISST davon? Wieso hast du denn nie was GESAGT???“

House of last thingsHouse of Last Things

Michael Bartletts Low Budget-Gruselfilm mit wenig beeindruckender Location und einem relativen No Name-Cast spaltete das Publikum. Mir selbst hat er aber trotz der langen Laufzeit und der relativen Ereignislosigkeit sehr gut gefallen. Es ist ein schleichender Film, der nur vorsichtig beobachtet, der dem Zuschauer Raum lässt, die Geschichte eher zu entdecken, als sie sich erzählen zu lassen. Was hier passiert, ist nicht schockierend oder erschütternd, eher beunruhigend und in seiner Unausweichlichkeit verstörend.

ampel-gruenDer frühere Orchester-Musiker Bartlett, der lange in Berlin gelebt hat und anwesend war, findet einen ungewohnt unfilmischen Rhythmus jenseits dreier Akte mit Showdown, den ich sehr ansprechend fand. Daran ändern auch ein paar sichtliche Probleme beim Cast und bei den Effekten nichts.

HaunterHaunter

Der neue Vincenzo Natali ist mal wieder ein ganz eigenes Biest, ein Film mit bekannten Versatzstücken, aber einem völlig neuen Ansatz. Wenn ich sage, dass es der erste Film ist, der eine klassische Haunted House-Geschichte aus der Sicht des Geistes erzählt, dann braucht ihr nicht „Sixth Sense!“ oder „The Others!“ zu schreien. Die erzählen nämlich die Geschichte der Geister selbst.

ampel-gruen

„Haunter“ erzählt die Geschichte der Menschen aus der Sicht des Geistes. Das ist vielleicht schwer verständlich, wenn man den Film nicht gesehen hat – aber es ist auf der Leinwand hypnotisch und zutiefst verstörend. Da überschneiden sich Zeit- und Wahrnehmungsebenen mit großer Souveränität, wird die ewige Zeitschleife des Geisterlebens so perfekt wie artifiziell illustriert.

Ein überdurchschnittlicher Geisterfilm – für Natali, der eigentlich immer innovativ und perfekt arbeitet, allerdings nur Durchschnitt.

In the name of the SonIn the Name of the Son

Eine durch und durch christliche Frau verliert erst den Mann an eine christliche Wehrsportgruppe und dann den Sohn an einen pädophilen Priester. Sie schlägt dem Bischof die Birne zu Brei und macht sich mit einer Pistole und einer Liste von sexuell auffälligen Klerikalen auf den Weg, alttestamentarische Rache zu nehmen. Das ist so unterhaltsam wie schockierend, so blutig wie hysterisch. Sicher einer der ganz großen „crowd pleaser“ des Festivals, dessen kathartische Wirkung unbestreitbar ist.

ampel-gruenDas Problem: es ist auch ein furchtbar einseitiger, von Zynismus und Arroganz getragener Film, der an keiner Stelle versucht, dem Feindbild (die katholische Kirche) auch nur einen Anflug von Menschlichkeit zu lassen. In der Welt von „In the name of the son“ kann es im Talar keine Güte geben, nur Perversion und Selbsthass. Das ist letztlich doch ein wenig dünn und bekommt zwar viel billigen Applaus, aber keinen Diskurs in die Gänge.

RazeRaze

Die Idee, die Mechanismen des Martial Arts-Turnierfilms durch einen Geschlechtertausch auf Frauen anzuwenden, mag so naheliegend wie interessant sein. Das, was die Beteiligten hier als Showcase für Tarantino-Stuntfrau Zoe Bell auf die Beine gestellt haben, ist allerdings eine bodenlose Frechheit, der es gelingt, an Menschenverachtung und kompletter Niedertracht sogar „Morituris“ in den Schatten zu stellen. Es geht hier 90 Minuten lang nur darum, Frauen zu zu sehen, die gezwungen werden, sich gegenseitig auf blutigste und brutalste Weise umzubringen. Es gibt keine moralische Ebene, keine Reflexion, keine Meta-Ebene. Nur ekelhafte Gewalt von Frauen gegen Frauen – die umso mehr erschüttert, da Zoe Bell und Rachel Nichols als Produzentinnen fungierten und nicht nur Befehlsempfängerinnen waren. Ein Film für Leute, die immer mal sehen wollten, wie Rosario Dawson in einem Cameo-Auftritt das Gesicht zu Brei geschlagen wird. Pfui.

ampel-rot7

Ich habe nach „Raze“ gesagt, dass ich niemanden kennen lernen möchte, dem dieser Film gefällt. Und einen Tag später sprach mich genau so einer an: „Sprecht ihr von ‚Raze‘? Fandet ihr den nicht gut? Also ich fand den gut. Ich habe mich nur am Schluss gefragt, wieso…“. Ich habe den Typ unterbrochen: „Ich will nicht mir dir reden. Wenn du ‚Raze‘ – auf was für einer Ebene auch immer – gut fandest, gibt es zwischen uns keine mögliche Ebene der Kommunikation. Du hast menschliche und moralische Defizite, die mich abstoßen. Bitte lass‘ mich in Ruhe.“

MakkhiMakkhi

Ein Bösling töten den armen Jani, als dieser gerade der schönen Bindhu seine Liebe gestanden hat. Jani wird als Fliege reinkarniert und nimmt mit Hilfe von Bindhu (die ihm Miniatur-Ausrüstung bastelt!) Rache. Mit Sicherheit der meiste Spaß, den man dieses Jahr auf dem FFF haben kann. Ein Film „einmal mit alles, bitteschön“: Comedy, Drama, Sci-Fi, Comic, Lovestory, Actionfilm, Horror.

ampel-gruenMit zwei Stunden Laufzeit eigentlich ein Kurzfilm nach Bollywood-Maßstäben, gibt es nur eine halbgare Tanz-Nummer zu sehen, dafür aber mehr CGI als in „G.I. Joe“ und Fliegen-Action, als wären Cronenberg und Michael Bay fusioniert. Man lacht, man weint, man erschrickt sich. Kino total.

Big Ass SpiderBig Ass Spider!

Noch so ein fetter „crowd pleaser“, diesmal vom viel gescholtenen Mike Mendez, der aus dem CGI-Monster-C-Film noch mal Saft rauspresst, als käme er frisch vom Baum. Hier ist alles so wie in den Heulern von UFO und Asylum – eine Geizkragen-Besetzung mit Ray Wise und Greg Gruenberg, teilweise sehr halbgare CGI, bedenklich schlampige Farbkorrektur, viele Schnittfehler, hanebüchene Analphabeten-Story. Alles 100 mal gesehen, seit der Syfy-Channel seine Samstagabend-Unterhaltung selber produziert – aber noch nie so kickass und lustig.

ampel-gruenMendez weiß, was er dreht, und deshalb dreht er alles auf 11. Gags wie bei „Ghostbusters“, stadtweite Panik wie bei „Alligator“, ein Ekelfaktor wie bei „Ticks“. Sämtliche Defizite verschwinden im Hintergrund, machen 80 Minuten fetter Monsteraction Platz, die keinen Anrecht auf eine Kinoauswertung hat – und sie doch verdient hätte. More entertainment than you deserve.

Der und „Makkhi“ – was für ein Double Feature!

AppAPP

Die Holländer schon wieder. Diesmal mit einem Konzept-Thriller, bei dem eine Smartphone-App das Leben einer jungen Studentin zu übernehmen beginnt – während die Zuschauer im Kino eben diese App auf ihrem eigenen Smartphone verfolgen, um zusätzliche Infos zu bekommen und Hinweise per Video-Clips, Fake-Facebook-Einträgen, Chats, etc. Erstaunliche 30 Prozent des Publikums hatten die App tatsächlich geladen (ich habe nach dem Film um Handzeichen gebeten) und warteten geduldig darauf, dass alle paar Minuten das Handy vibrierte und eine neue „second screen“-Sequenz anzeigte. Es sollte nicht funktionieren, es sollte albern und überflüssig sein – aber mitnichten: zumindest in diesem sehr dafür konfektionierten Fall machte es wirklich Spaß, den Film mit einer zusätzlichen Rezeptionsfläche zu erleben.

ampel-gruenDas ist nicht „die Zukunft des Kinos“ und ich erwarte auch nicht, dass das Beispiel Schule macht. Aber es ist ein faszinierendes „proof of concept“ und der darunter liegende Thriller macht auch durchaus Spaß – wenn man die haarsträubenden logischen Fehler mal außer Acht lässt.

Welcome To The JungleWelcome to the
Jungle

Ein paar „corporate dwellers“ werden auf eine einsame Insel geflogen, um „team building“ zu lernen und unter der Anleitung eines Ex-Marines (Jean Claude van Damme!) ihr „inner animal“ zu finden. Weil es eine Komödie ist, geht die Sache augenblicklich schief, die Büroasseln degenerieren zum „Herr der Fliegen“-Stamm und ein junger Nachwuchs-Manager muss zeigen, dass er das Zeug zur Führungskraft hat.

ampel-gelbWährend meine Kumpel sich hervorragend amüsiert haben, war ich ziemlich enttäuscht. Im Cast finden sich diverse LA-Comedians, die man aus TV-Produktionen wie „Children’s Hospital“, „Party Down“ und „The Daily Show“ kennt, wo sie in deutlich weniger Zeit deutlich mehr Gags unterbringen. Teilweise kam mir „Welcome to the Jungle“ mit seinem Low Budget-Look und der lustlosen Kameraarbeit eher wie eine (zu) lang gestreckte Episode von „The Office“ oder „NTSF: SD: SUV“ vor.

Und van Damme? lustig. Er nimmt sich recht entschlossen selbst auf die Schippe. Allerdings hätte es ohne ihn auch wirklich KEINEN Grund gegeben, den Film beim Fantasy Filmfest zu zeigen. Es ist und bleibt eine Klamotte.



avatar
52 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
18 Comment authors
Fantasy Filmfest 2016: Don't kill it - Wortvogel - 100 % Torsten DewiDer futurologische Konkurs: Zur Verteidigung der Science Fiction in “Zärtliche Chaoten 2″ | Wortvogel – 100 % Torsten DewiFantasy Filmfest Masterliste (1) | Wortvogel – 100 % Torsten DewiFantasy Filmfest 2014 (4): Oculus | Wortvogel – 100 % Torsten DewiJürgen Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Dr. Acula

Typisch, die interessanten Sachen handelt er wieder mit Dreizeilern ab. Wofür zahl ich hier eigentlich kein Geld? *nörgel*

DMJ

„Ein Film für Leute, die immer mal sehen wollten, wie Rosario Dawson in einem Cameo-Auftritt das Gesicht zu Brei geschlagen wird.“
– Warten wir darauf, was Peroy dazu sagen wird! 😛

Marcus
Marcus

„teilweise muss ich fünf Filme am Tag stemmen“

Oder anders gesagt: „teilweise kann ich nur einen Film am Tag schwänzen“

Was für ein Weichei. 😉

Peroy
Peroy

“ Ich will nicht mir dir reden. Wenn du … – auf was für einer Ebene auch immer – gut fandest, gibt es zwischen uns keine mögliche Ebene der Kommunikation. Du hast menschliche und moralische Defizite, die mich abstoßen. Bitte lass’ mich in Ruhe.“

Exakt derselbe Gedanke kam mir schon nach vielen Filmen…

Peroy
Peroy

Ach ja, ich habe „Descent“ gesehen und damit ist mein Bedarf an Rosario Dawson-Misshandlungen gedeckt…

Teleprompter
Teleprompter

Wie funktioniert diese „App“ zu „App“ ? Wird die vom Handybesitzer mit Filmstart ebenfalls gestartet und blendet die dann zu festen Zeiten irgendwas ein oder bekommt die tatsächlich ein Steuersignal aus dem Kino (WLAN ?) Wobei – normalerweise unterbinden die Kinos den Handyempfang doch möglichst, ist jedenfalls hier im Cinedom in Köln so.

Generell hoffe ich nicht, dass das die Kinozukunft ist. Allein die Vorstellung, dass da dutzende hell leuchtende Smartphones, Tabs und Co im Kino rumstrahlen, die Leute dauernd da drauf glotzen und möglichst noch ihrer Begleitung zeigen, herumquasseln, wenn sie es nicht verstehen, also ich weiß nicht.

Marcus
Marcus

@Teleprompter:

Sehr gute Zusammenfassung meiner Gründe, wieso ich mir das auf dem FFF nicht antun werde. Dieser Unfug muss im Keim erstickt werden.

G

Ich frage mich gerade, wie „App“ dann auf DVDoder Blu Ray funktionieren soll. Muss ich dann jedes Mal mein Handy eingeschaltet und aufgeladen haben, wenn ich den Film sehen will?

Peroy
Peroy

„Shuttle“ war auch so ein moralisch verkommener Scheissfilm… „Der Nebel“… „Knowing“… „Matrix“…

Ach, wie soll man da jeden ignorieren, der es verdient hat… Dilemma, Dilemma… :*(

heino
heino

Insgesamt entspricht das alles meiner Erwartung nach Lektüre des Programmheftes und Ansicht der Trailer. Jetzt weiß ich aber immer noch nicht, ob ich mir The Congress wirklich ansehen soll. Dafür ist Haunter gebongt.

Goran
Goran

@Teleprompter
Soweit mir bekannt reagiert die APP auf Tonsignale des Films.
Es wurde auch angesagt, dass ein Handyempfang, oder W-Lan, während des Films nicht nötig ist.
App muss man vorher laden.

noyse

ich hatte mich so gefreut dass sich jemand des futorologischen Kongresses von Lem annimmt. dann hab ich den congress trailer gesehen und war sehr enttäuscht. den tu ich mir wirklich nicht an.
so werde ich wohl auf keiner kinoleinwand diesen denkwürdigen poetischen erguss hören: „nur Idioten und Kanaillen halten nichts von Genitalien. Drum macht mit die beste aller Moden tragt offen scheide, glied und hoden.“

Sven
Sven

@wortvogel:
Ich hatte Dich aber vor RAZE gewarnt…;)

Thies
Thies

@Noyse
Ich kann Dir versichern, dass ein solcher Erguss nicht im Film zu hören war. Ich hab das Buch (noch) nicht gelesen, aber es hört sich so an, als würde ein solcher Vers zu den Naturalisten passen, die in einer Szene kurz erwähnt wurden.

Thies
Thies

Ich bereue es wirklich „Makkhi“ in Hamburg verpasst zu haben, aber ich war nach sechs Filmen am Samstag so geschlaucht, dass ich den 13 Uhr-Slot beim besten Willen nicht gepackt hätte. Der Anzeige im FFF-Programmheft nach soll er auch nur als VOD veröffentlicht werden. Shame on you, Rapid Eye Movies!

Jacky
Jacky

Zu Raze:

Braucht so ein Film denn immer eine Metaebene oder einen moralischen Diskurs? Ich meine wo ist der bei Filmen wie „Rambo II“, „Bloodsport“ oder „The Tournament“? Das sind nichtsdestotrotz spaßige Unterhaltungsfilme, von denen man nicht immer erwarten muss, immer eine Message zu haben. Manchmal ist Gewalt „just fun“, um Tarantino zu zitieren.

Hasst du jetzt auch Zoe Bell und hältst sie für eine Gewaltgeile Furie ohne Sinn für Moral nur weil sie den Film produziert und dann mitgespielt hat?

Ein anderes Beispiel:

Ich finde zB das es absolut verwerflich ist, in Kriegsspielen Krieg nachzuspielen. Call of Duty (speziell jene mit starkem Realitätsbezug) anyone? Dennoch möchte und will ich nicht kategorisch jedem der das tut die Möglichkeit absprechen trotzdem ein guter Mensch und potenzieller Gesprächspartner zu sein.

Das geht zu weit denke ich.

Jacky
Jacky

Ich habe Raze nicht gesehen, könnte mir aber vorstellen, dass die Personen, welche die Damen zu den Kämpfen zwingen hassenswert dargestellt werden. Wäre – wenn dem so ist – doch „Moral“ genug.

Oder geht es dir nur um den Punkt, dass das Hauptproblem des Films die Prämisse ist, Damen gegeneinander antreten zu lassen, die dazu gezwungen wurden?

Würde es sich anders Verhalten, wenn die Prämisse des Films dieses „gewzungen werden“ weg lässt?

Ein ähnliches Beispiel wäre dann „Saw“ oder nicht? Dort werden ja pro Film auch diverse Menschen gewzungen an einem Spiel teilzunehmen und die meisten von ihnen kommen auf grausame Arten um.

Die ersten drei Teile dieser Reihe fand ich ziemlich gut und konnte mit der Prämisse gut leben.

Wie stehst du zu Saw? Neutral oder fällt die Reihe auch in die Kategorie „verachtenswert“ a la „Raze“?

Aber das „So doof kann man nicht sein“ hättest du weg lassen können.

Peroy
Peroy

Ein Troll… und dann auch noch ein dummer…

Exverlobter
Exverlobter

„Es geht hier 90 Minuten lang nur darum, Frauen zu zu sehen, die gezwungen werden, sich gegenseitig auf blutigste und brutalste Weise umzubringen.“

Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

http://www.youtube.com/watch?v=snk_gp-HBfM

Peroy
Peroy

Ich werde mir „Raze“ ansehen und ihn mit „Shuttle“ vergleichen… und dann mache ich eventuell ein Fass auf.

Marcus
Marcus

@Torsten: mir stieß dein Donnerwetter gegen „Raze“ auch erst mal sauer auf – denn wenn wir ehrlich sind, sehen sich 90% der Zuschauer auch „Bloodsport“ & Co. (oder auf dem letzten FFF Universal Soldier 4) nur an, um zu sehen, wie sich Leute gegenseitig auf die Fresse hauen. Das muss man nicht gutfinden, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass „Raze“ da so weit drüber hinaus geht, um so verbale Geschütze im Anti-Morituris-Kaliber zu rechtfertigen.

Aber da in Köln eh nichts Gutes dagegen läuft, werde ich mit der ganzen Baggage vermutlich trotzdem reingehen. Also: to be continued, sobald ich mitreden kann…

Reini

@Wortvogel: Bei „Naked Weapon“ werden die Frauen aber auch zum Kampf gezwungen (und durch Vergewaltigung „trainiert“) – ein moralisch mieser und auch ansonsten ziemlicher Scheissfilm…

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Mist, in FFM läuft Makkhi gegen Pawn Shop Chronicles 🙁 Klingen beide interessant!

Goran
Goran

@Rudi
Makkhi, da der sonst nur als VOD kommt. PSC wird sicher ne ganz normale DVD haben.
Ausserdem ist Makkhi eifnach nur der perfekte Entertainmentfilm. Die Kinoatmosphäre sollte da mitgenommen werden.

@Wort
Raze muss Dich ja wirklich übelst erwischt haben.

Reini

@Wortvogel: Sorry – ich wollte keinen Vergleich zu „Raze“ herstellen (sowas mache ich nur, wenn ich den Film selbst gesehen habe), ich wollte nur ganz Peroy-like darauf hinweisen, dass „Naked Weapon“ miese Scheiße ist. 🙂

Dr. Acula

@Reini
Du weißt einen Wong Jing doch gar nicht zu würdigen… *schmoll*

Reini

„Naked Killer“ ist gut, „Naked Weapon“ miese Scheiße. *doppelschmoll*

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

@Goran: Danke 😀 Dann wird es wohl Makkhi!

Squalus
Squalus

Hi Torsten,

gestern eröffnete der Wanderzirkus in Stuttgart mit „The Congress“. Ich kann deine Kritik absolut nachvollziehen. Nach der Vorführung kam mir spontan ein „Nicht gut, nicht schlecht“ über die Lippen. Grundsätzlich habe ich einen visuell sehr schön gemachten Film mit guter Story vor die Augen bekommen. ABER Folman hat sich ein paar sehr grobe Schnitzer geleistet, die mir unter dem Strich den Spaß an dem Streifen genommen haben. Das fängt mit der altklugen Tochter an, die mich mit ihren Moralgeseiere an Lisa Simpson erinnerte. Weiter geht es mit dem Sohn, der mit seinem Roter-Drache-weißes-Flugzeug-schwarze-Wolken-Blablabla zu nerven wusste – Gestelzter Pseudo-Blubb mit gewollten Aaaaaw-Effekt.

Schlimm fand ich auch den Scan-Vorgang, in dem Robin Wright durch Harvey Keitels Erzählung in ein unerträgliches Overacting getrieben wurde. Das sollte wohl ein großer emotionaler Moment werden, war aber letztendlich so plump konstruiert, dass er mir körperliche Qualen bereitete.

Und dann war da noch diese Szene, welche sich aufgrund der Musik („Forever Young“) in Disney-Gefilde begab. Hach ja, was für’s Herz, aber irgendwie völlig unpassend.

Ari Folman hat mit „Waltz With Bashir“, den ich heiß und innig liebe, die Messlatte extrem hoch gesetzt und konnte mich mit seinem unrunden und stellenweise klebrig-kitschigen „The Congress“ leider nur enttäuschen. Und mich beschleicht dass ungute Gefühl, dass daran eher die Produzenten als der Regisseur die Schuld tragen. (5/10)

Rob Zombies „The Lords of Salem“, der im Anschluss lief, rettete mir ein wenig den Abend. „Rosemaries Baby“ mit Hummer und geklautem Shining-Wochenplan. Kein großes Kino, aber unterhaltsam. (7/10)

Schöne Grütze
Olaf

trackback

[…] unten geben? Ich meine damit nicht einmal eine inhaltliche Zensur, so sehr die im Fall von “Raze” und “Morituris” angemessen gewesen wäre. Ich rede von einem technischen […]

heino
heino

Volle Zustimmung zu „Haunter“ und „In the name of the son“. Bei „Haunter“ war für mich nach ca. einer Stunde (als man endlich kapiert, was da eigentlich abgeht) ein wenig die Luft raus, aber Natali rettet das durch die gekonnte Inszenierung. „In the name..“ ist für mich der diesjährige „God bless America“, kriegt aber im Gegensatz zu dem am Ende noch die Kurve und verfällt nicht in blinden Menschenhass. Dafür ist es äußerst unglaubwürdig, dass die Polizei der Frau nicht auf die Schliche kommt.

Marcus
Marcus

Machen wir’s kurz:

The Congress: 7/10.

Big Ass Spider: 9/10.

House of Last Things: 3/10.

Makkhi: 10/10.

Haunter: 8/10.

In the Name of the Son: 8/10.

Marcus
Marcus

Uuuuuund nun zu… RAZE! 😀

Ich bleibe FAST bei meiner ursprünglichen Einschätzung: Torsten, deine „wer das gutfindet, hat menschliche Defizite“-Tirade ist haltlos und Deiner nicht würdig. Einen dummen Film zu mögen rechtfertigt keine solchen pauschalen ad hominem-Attacken. Hör auf, Peroy zu channeln.

Wie Filmi sagte: „Wären es Kerle, würde sich keiner drüber aufregen.“ Exactly.

Nachdem das nun gesagt ist (und gesagt werden musste es), kann man den Film als solchen irgendwie verteidigen? Nein, kann man nicht. Denn ja, ein bisschen deprimiert sein darüber, dass es Leute gibt, denen „Raze“ gefallen wird, ist erlaubt. Plotloser, spannungsfreier, zynischer, gewaltgeiler Billigfilm, der nicht mal sehenswerte Martial Arts zu bieten hat, und nur (vergeblich) über „shock value“ was reißen will. Hässlich, stumpf, viehisch brutal. 1/10.

Peroy
Peroy

Ach daher weht der Wind… dann lehne ich mich zurück und warte, bis der Mumbabwe auftaucht. Solange belasse ich es bei meiner Einschätzung, dass der Dewi ein kleiner Sexiwt ist *Kontroverselos*

DMJ

Tut mir leid, meine Genderkampfbatterien sind noch von der Sarkeesian-Sache erschöpft und mir scheint es, als wenn „Raze“ sich schlecht diesbezüglich ferndiagnostizieren lässt. Da dürfte es sehr auf das „Wie“ und weniger auf das „Was“ ankommen und das kann ich natürlich nur nach Sichtung beurteilen. 😉

Peroy
Peroy

DU BIST EINE PUSSY, MUMBABWE!!! EINE SCHEISS PUSSY!!!

DMJ

Eigentlich sollte ich mich nicht herausfordern lassen, aber bevor Peroy vor Wut platzt (und hier alles mit Peroy bespritzt wird) sage ich doch mal ein paar Worte.

In der Tat ist es interessant zu beobachten, was als „verdammenswert sadistisch“ und was als guter Horror betrachtet wird. Die Vergleiche mit „Blood Sport“ ergeben hier bei „Raze“ tatsächlich keinen Sinn, aber ich erinnere mich an Joe R. Lansdales Geschichte „Die Grube“ (hm… wurde die nicht auch dtv verfilmt?), in der Hinterwäldler Reisende entführen und zu Kämpfen auf Leben und Tod zwingen. Da sind es Männer, hier Frauen – macht das die Stoffe unterschiedlich sadistisch?
Wie gesagt, ich habe „Raze“ nicht gesehen, ich kann ihn nicht beurteilen. Und bei einem solchen Konzept zählt da „Wie“, nicht das „Was“ an sich, welches ja selbst Verwandte in der Oscar-Welt („Gladiator“) hat. Es kann durchaus sein, dass der Film einzig auf den Sadismus des Zuschauers abzielt, es kann aber auch sein, dass er auf den Sado-Masochismus des Horrorgenres zielt (ja, ich habe kürzlich Carol Clover gelesen 😉 ). Die Grenzen sind da schwer abzustecken und eben blind, wie ich es hier noch bin, überhaupt nicht zu beurteilen.

DMJ

Ach ja, die „primären Opfer gesellschaftlicher Gewalt“ versehe ich doch mal mit einem Fragezeichen. Zumindest bleibt unklar, was das „gesellschaftliche“ Element soll – in Saudi-Arabien u.ä. sind in der Tat Frauen der Nigger der Welt, aber bei Gewaltopfern an sich liegen die Männer vorne.

Peroy
Peroy

DU BIST JETZT KEINE PUSSY MEHR, WEIL DU NIGGER GESAGT HAST!!!

DMJ

Gerne, gerne!
– Wie gesagt, ich kann dazu auch nichts wirkliches sagen. Ich musste mich nur irgendwie äußern, um den wütenden Peroy zu besänftigen. 😉

(Ich wusste ja nicht, dass ich das mit einem einfachen „Nigger“ auch hätte erreichen können. 😛 )

Jürgen
Jürgen

So, ich habe „Raze“ jetzt auch gesehen und kann Torsten zu 100% zustimmen. Ich bin wahrlich kein kostverächter wenn es um brutale und hirnlose Action und Splatterfilme geht, aber was hier in 91 minuten über meinen Bildschirm geflimmert ist, spottet jeder beschreibung. Ich kann mich nicht erinnern jemals so einen frauenverachtenden Dreck gesehen zu haben.
Da werden onscreen Augen ausgedrückt, Gesichter zu Brei geschlagen undsoweiterundsofort.
Ab dem 7 März soll das Teil hierzulande in den Läden stehen.
Ich fresse einen Besen, falls die FSK diesen Machwerk eine freigabe erteilt.
Mein tip.
Eine schwere Spio/JK….hält wer dagegen?

trackback

[…] liefern, ohne im Blutmatsch zu baden. Sowas wie “Awakening” oder “Haunter“. “Oculus” schien mir ein guter Kandidat zu sein, denn der Film hatte in den USA […]

trackback

[…] field in England ♦ Aftershock ♥ APP ♥ Big Ass Spider! ♥ Byzantium ♥ Cheap Thrills ♦ Cottage Country ♦ Devil’s Pass […]

trackback

[…] im Rechner nachgebaut werden. Der Film “Der Kongress” hat das erst im letzten Jahr thematisiert. Somit ist es nicht bloß denkbar, sondern fast wahrscheinlich, dass im Jahr 2043 wieder Michael […]

trackback

[…] und plauderte ein wenig über den Spaß am Monstermassaker, über die Grandiosität von „Big Ass Spider!„, aber auch „Lavalantula“ und natürlich „Gravedancers„. Hey, der […]