mm2013 Klein

Justice_League_-_The_Flashpoint_ParadoxUSA 2013. Sprecher: Justin Chambers, Nathan Fillion, Ron Perlman, Cary Elwes, Kevin McKidd, C. Thomas Howell, Kevin Conroy, Vanessa Marshall u.a.

Story: Barry Allen lebt immer noch sein Trauma – dass er nicht daheim war, als seine Mutter starb. Umso erfreuter ist er, als er plötzlich aufwacht und Nora Allen quicklebendig ist. Doch die Sache hat einen Haken: Barry befindet sich in einem Alternativ-Universum, das am Rande der Apokalypse steht – die Amazonen unter der Führung von Königin Diana führen einen Vernichtungskrieg gegen die Meeresbewohner unter Aquaman. Superman ist in dieser Welt unbekannt, hinter der Maske von Batman steckt nicht Bruce Wayne und Testpilot Hal Jordan soll einem Angriff auf die USA durch einen Atomwaffen-Einsatz zuvor kommen, den er mit einem Raumschiff durchführt, das von einem Ring tragenden Alien stammt. Barry ahnt, dass irgendein Ereignis in der Vergangenheit verändert wurde, um die Welt an den Abgrund zu treiben. Aber kann er die zerstrittenen „Helden“ dieses Universums dazu bringen, alles wieder rückgängig zu machen?

Kritik: Kurz zum Hintergrund: „The Flashpoint Paradox“ basiert auf Geoff Johns viel gerühmter Comic-Miniserie, die wiederum in den DC-Reboot „The new 52“ mündete. Man hat den Plot allerdings um haufenweise Ballast und tonnenweise Querverweise erleichtert, um den DVD-Film auch für Nicht-Experten verständlich zu machen.

Ladies and Gentlemen, there is a new Sheriff in town! „Flashpoint Paradox“ ist der „beste Superheldenfilm des Jahres“, von dem ich bereits sprach. Waren meine Favoriten im Bereich der DVD-Trickfilme bisher „Batman vs. Dracula“, „The Dark Knight Returns Part 2“ und „Public Enemies“, hebt „Flashpoint Paradox“ das gesamte Genre der D2DVD-DC-Adaptionen auf ein ganz neues Level.

Erinnert ihr euch noch an den Trailer des Online-Spiels „DC Universe“, der mich vor einem Jahr so begeisterte?

Diese Atmosphäre, dieses Gefühl der totalen Hoffnungslosigkeit schafft „Flashpoint Paradox“ auch. Und das mit dem Roten Blitz als Hauptfigur – einem Helden, dem man es so wenig zugetraut hat wie seinerzeit „Iron Man“ seine Kinokarriere.

Für Fans von Elseworlds (also Alternativwelt-Szenarien) ist „Flashpoint Paradox“ eine absolute Fundgrube, die mitunter überraschende, aber nichtsdestotrotz plausible neue Versionen bekannter Origin Stories präsentiert. Das erinnert mehr als einmal an den großartigen Band „Batman: Holy Terror„. Batman ist hier ein brutaler Schläger, der den Tod seiner Familie mit der Flasche zu vergessen versucht. Kal-El verbringt sein Leben in einer abgeschotteten Zelle eines Regierungslabors. Und es ist durchaus nachvollziehbar, dass Aquaman und Wonder Woman die Welt ins Unglück stürzen: ihre Völker haben mit der normalen Zivilisation nichts zu tun, beide sind eitle Regenten voll falschem Stolz, die ihre Macht aus ihrer Herkunft ableiten und jede Kränkung mit Krieg ahnden.

Es ist wirklich wunderbar, wie prall und fettfrei der Film in gerade mal 80 Minuten nicht nur seinen großen Hauptcast führt, sondern auch Dutzende kleinerer Figuren wie Deathstroke, Etrigan, Lois Lane, Steve Trevor, Black Manta, etc. Jeder bekommt seine Gelegenheit, Format zu zeigen, ein paar gute Dialogzeilen, eine prägnante Szene.

Justice League The Flashpoint Paradox Lineup

Was „Flashpoint Paradox“ aber weit über das Niveau der bisherigen DC-Animationen und sogar von Superheldenfilmen wie „Wolverine“ hinaus hebt, ist der Mut zum Massaker. Die Apokalypse wird hier nicht nur angedeutet, der Tod essentieller DC-Charaktere wird nicht schamvoll übergangen. Hier geht es brutal zur Sache, gnadenlos, eiskalt: Wonder Woman erwürgt Steve Trevor mit ihrem Lasso und schlitzt Billy Batson auf. Wohlgemerkt – nicht Captain Marvel. Billy Batson. Superman säbelt Aquaman per Hitzeblick den Arm ab. Es lässt den echten DC-Fan fassungslos zurück. Von Hal Jordans Schicksal und dem „neuen“ Batman mal ganz abgesehen.

Die Actionszenen sind groß, schockierend und hervorragend inszeniert. Das Wettrennen zwischen Flash und Reverse Flash gehört zum Besten, was ich in diesem Genre bisher gesehen habe – und könnte absolut als Vorlage für einen Realfilm dienen. Wenn ich gewaltsam ein Haar in der Suppe finden müsste – es wären die manchmal etwas deformiert wirkenden Köpfe und klobigen Körper einiger Figuren. Das Chara-Design z.B. bei „Emerald Knights“ und „Public Enemies“ war etwas überzeugender.

Egal: „Flashpoint Paradox“ ist voll von Knallerszenen, die schon für sich genommen rocken – gemeinsam aber einen neuen Maßstab setzen.

Fazit: Ein beinhartes, vielschichtes und in der Action herausragendes Elseworld-Abenteuer, das trotz kleinerer Schwächen beim Chara-Design alle DC-Fans begeistern dürfte. Geht doch!

Der Trailer wird dem Film nicht gerecht:



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Trantor
Trantor

(Ist das nicht eigentlich Teil 29 der Movie Mania?)

Dietmar
Dietmar

Sollte das der erste Superhelden-Trickfilm sein, den ich mir dann wirklich mal ansehe? Bisher bin ich das immer umgangen.

Vineyard
Vineyard

Was soll man sagen?

DIE DCU ANIMATED LEUTE KÖNNEN ES EINFACH:)

Hinter den DC Universe Animated Original Movies stecken immerhin viele der Leute, welche auch schon vor 20 Jahren an der brillianten Batman: The Animated Series“ gearbeitet haben und den anderen Serien bis JLU.

Diese Leute haben die DC Helden weitaus mehr geprägt als die Realfilme.

Gwildor
Gwildor

Anscheinend wird weder Lex Luthor noch Doomsday der Bösewicht im nächsten Superman Film sondern Batman: http://io9.com/theyre-doing-a-superman-batman-movie-but-thats-not-851711013

Marcus
Marcus

Tja, da haben wir nur leider nix von. Eine VÖ in Deutschland ist bisher nicht auszumachen, wie schon bei den letzten paar DCAU-Filmen.

Tja, was tun? Dann können wir die leider nicht gucken, nicht wahr? 😉

Andy
Andy

Das gilt nicht! 🙂
Ich dachte Wir sprechen hier nur von Deutschen Veröffentlichungen!
Hört sich aber gut an werde ich einmal auf meine Liste setzen.
Gruß

DMJ

Ich fühle mich natürlich etwas hereingelegt, dass es nicht um einen Realfilm geht, aber mein Interesse ist trotzdem geweckt.
Habe, obwohl ich keine Superheldenserie verfolge, immer versucht, bei den Großereignissen etwas im Bilde zu bleiben, „Flashpoint“ ist aber an mir vorbei gegangen. Keine schlechte Sache, es so vielleicht nachholen zu können.

Mic
Mic

Ich glaube, ich werde dem Film schon deswegen nach Möglichkeit eine Chance geben, weil es ausnahmsweise (endlich!) mal so aussieht, als ob der Rote Blitz nicht nur als Witzfigur vom Dienst benutzt wird. Das hat mich bei den Animationsfilmen, die ich bis jetzt gesehen habe, immer unheimlich gestört!

Erinnert sich noch jemand an den Superman-Superband, in dem der Stählerne und der Blitz stellvertretend für zwei außerirdische Völker um das Schicksal der Welt ein Rennen liefen? Das habe ich als Knirps vergöttert (und immer dem Blitz die Daumen gedrückt, weil ich Superman irgendwie immer schon langweilig fand).

DMJ

„Ich habe nirgendwo behauptet, es ginge um einen Realfilm. Ich habe sogar die Bezeichnung Kinofilm sorgfältig vermieden.“

Ich weiß, ich weiß… du Schurke hast wasserdicht formuliert, so dass du nun deinen langen, dünnen Schnurrbart zwirbeln kannst. 😉

heino
heino

„Public Enemies“ fand ich grottig und Johns halte ich für überbewertet, aber falls mir das Teil mal irgendwann in die Hände fallen sollte, gebe ich ihm eine Chance. Bis dahin hoffe ich auf „Kick-Ass 2“ als bestem Superhelden-Film dieses Jahres

Nam
Nam

Und der halbe männliche Cast von Greys Anatomy ist dabei… 🙂 das dürfte den Women Acceptance Factor massiv steigern!

Der Karsten
Der Karsten

Das ist mir auch schon aufgefallen.. aber eigentlich sind es ja nur 2.. 😛 Der männliche Cast bei Grey’s Anatomy ist größer als man meinen könnte. 😀 Allerdings wird Superman diesmal nicht von Tim Daly gesprochen (der halb zu Grey’s Anatomy zählen würde).

Dietmar
Dietmar

Ich weiß, ich weiß… du Schurke hast wasserdicht formuliert, so dass du nun deinen langen, dünnen Schnurrbart zwirbeln kannst.

Schönes Bild! 🙂

Chabneruk
Chabneruk

Habe mir den Film gerade angesehen und… wow. Ich bin kein DC-Experte und konnte daher nicht jeden Mini-Auftritt würdigen, aber was allein mit den mir bekannten Figuren geboten wurde – krass. Ein wirklich, wirklich guter Animationsfilm. Und ich kann das mit dem Mut zur Apokalypse 100% unterschreiben.

Marcus
Marcus

Wie gesagt, der Film ist ja in D nicht zu bekommen, daher kann man ihn hierzulande leider nicht gucken. Was schade ist, denn wenn ich ihn gesehen hätte, dann hätte ich ihn total super gefunden und dem Vogel im Großen und Ganzen zugestimmt. 😉

Kyrsch
Kyrsch

Auch ich finde, daß es ein großartiger Film ist. Dir ist nur ein kleiner Fehler bei der Beschreibung unterlaufen. Nicht Wonder Woman reißt Aquaman den Arm ab, sondern der dürre Superman erledigt das mit seinem Hitzeblick. Sonst stimme ich dir voll zu.

Milan8888
Milan8888

Hat eigentlich schon jemand von euch mit Beware the Batman angefangen?