18
Mai 2013

Entenhausen: Enten hausen in Schwabing

Themen: Neues |

Ich habe kürzlich mal auf Facebook von unserem netten Vermieter erzählt, der sich für eine Toplage in Schwabing streng an den Mietspiegel hält, zwei WGs erlaubt und einer 104jährigen Dame (eingezogen Heiligabend 1945!) seit den 80ern die Miete nicht mehr erhöht hat. Bei Problemen in der Wohnung ist er eigentlich immer binnen von 20 Minuten mit seinem Werkzeug vor Ort. Ein Mann nach meinem Geschmack.

Nun gab es Nachricht von ihm – wie immer auf Geschäftspapier am Schwarzen Brett hier im Hausflur. Inhalt: Der verwilderte Hinterhof des Hauses ist vorläufig gesperrt, die Mülltonnen stehen übergangsweise im Hausflur. Beschwerden zwecklos.

Warum?

Eine Entendame hat sich entschlossen, ihren Nachwuchs statt im Englischen Garten (500 Meter entfernt) lieber in unserem City-Dschungel aufzuziehen. Sie hockt entspannt aber wachsam auf der kleinen Rasenfläche, unter sich fünf Küken, die immer mal wieder neugierig ihre Köpfchen raus strecken:
ente
Der Vermieter hat Prioritäten gesetzt: bis die Küken groß genug sind, um mitsamt der Mama human umgesiedelt zu werden, haben sie bei uns Asyl. Er hat außerdem eruiert, dass man die Kleinen noch nicht mit Brot füttern darf, weil sie das nicht vertragen. Auch dazu gibt es einen Aushang.

Von uns Mietern protestiert keiner – nicht mal die WGs, die um ihre sommerlichen Grillpartys gebracht werden. Die jungen Mädchen aus dem dritten Stock stehen mehrfach am Tag begeistert an der Tür zum Hof, um die Enten durch die Scheibe zu beobachten und dafür zu sorgen, dass wenigstens die Mama gut versorgt ist.

Ich wohne gerne hier.

BONUSBILD: Gerade vom Balkon aus gesehen – zum Abend hin dürfen die Kleinen noch mal plantschen gehen, während Mama aufpasst:
ente2



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Damien Crowley
18. Mai, 2013 16:37

So herzallerzuckerig die Story ist, für das Wortspiel im Titel gehörst du geteert und gefedert. XD

pa
18. Mai, 2013 19:05

Kriegt man ja allein vom Zusehen schon Diabetes.

Spandauer
Spandauer
18. Mai, 2013 19:57

Glückwunsch zu solch einen Vermieter!
Netter Bilder.

Shah
Shah
19. Mai, 2013 01:16

Passend dazu: http://web.de/magazine/lifestyle/leben/17400896-ruhe-kueken-schlafen.html#.A1000102
Aber sonst: Solche Vermieter kann man sich nur wünschen

Dietmar
Dietmar
19. Mai, 2013 01:28

Kriegt man ja allein vom Zusehen schon Diabetes.

Eher unwahrscheinlich, würde ich sagen …

Moss
19. Mai, 2013 09:33

Was für eine humane Gegend! Bei uns hier werden Hausbesetzer-Enten polizeilich geräumt

alltagbeiderbahn
19. Mai, 2013 12:30

In Wien sperrt die Polizei in den Morgenstunden die Ringstraße, damit die Entenfamilien ungestört die Straße überqueren können:
http://videos.arte.tv/de/videos/stadtpark–3903092.html
Nur bei uns im Ort (an einem großen Salzkammergutsee) sind die Enten schon ein massives Problem weil sie überfüttert werden und sich ausbreiten. So nett sie sind, in Massen sind sie unangenehm.