Cloud-Atlas1Ich habe vor drei Wochen das ZEIT-Dossier „Aufnahme läuft!“ gelesen, in dem minutiös protokolliert wird, wie anstrengend der Wettlauf eines Film-Releases gegen die Raubkopien mittlerweile ist. Jetzt steht der endlich auch online zur Verfügung und ich rate dringend zur Lektüre, bevor wir hier weiter machen.

Alles klar soweit? Schön.

Bereits der Anreißer gibt die Marschrichtung vor:

Der Produzent Stefan Arndt hat mit „Cloud Atlas“ den teuersten deutschen Film aller Zeiten herausgebracht. Er braucht Zuschauer, die Kinokarten und DVDs kaufen. Das Geschäft funktioniert – bis Piraten illegale Kopien des Films ins Internet stellen.

Die Kausalkette ist klar: „Cloud Atlas“ ist auf dem Weg, ein Erfolg zu werden, bis ihm die bösen Raubkopierer dazwischen kommen. Und das ist schon grundfalsch, wie wir gleich sehen werden.

Zuerst einmal wird das Klischee von der Kamera in der Popcorn-Tüte bedient: „Er drückt auf »Record«, und die Kamera läuft, bis der Abspann erscheint. So wird er Stefan Arndt seinen Film wegnehmen.“

Ich halte die These, dass schwammig und wackelig abgefilmte Raubkopien einen Film ernsthaft schädigen können, für abwegig, Und die Autorin des Beitrags, so penibel sie auch alles andere recherchiert, lässt ihre Behauptung einfach mal so stehen. Aber es erscheint nicht einmal im Ansatz logisch: lieber auf dem PC-Monitor die Wackelversion schauen, als mit der Freundin ins Kino gehen? Die DVD bei Saturn stehen lassen, weil auf der Festplatte noch eine matschige Raubkopie liegt? Bei RTL oder Pro7 nicht einschalten, weil man den Film ja schon mal in einer Drecksqualität gestreamt hat?

Nach meiner Erfahrung sind sogenannte „Cam-Rips“ nur was für beinharte „Ich zuerst!“-Freaks, die kein Leben haben und die mir als Filmfans außerordentlich suspekt sind.

Aber weiter im Text. Es wird sehr schön die Verwertungskette von Filmen beschrieben, die Mühen, die hinter der Finanzierung von „Cloud Atlas“ stecken.

Dann wieder: „Heute kann es passieren, dass die Zuschauer Cloud Atlas lieben oder mit der Zeit lieben lernen und Arndt trotzdem umsonst arbeitet. Weil irgendjemand den Film heimlich kopiert und ins Internet stellt. Er wird womöglich tausendfach heruntergeladen, millionenfach angesehen.

Wieder: die Behauptung, irgendein mieser Cam-Rip könne dem Film wirtschaftlich schaden. Unbelegt. Wenigstens findet sich mal das Wort „womöglich“.

CLOUD ATLAS

Ich wiederhole mich vielleicht, aber: ich kenne NIEMANDEN, der sich einen Film wie „Cloud Atlas“ nicht auf DVD oder im Kino anschauen würde, selbst wenn es einen Cam-Rip im Netz gibt. Voraussetzung: es muss ein tatsächliches Interesse am Film bestehen. Aber dazu kommen wir noch.

„Es kann dann passieren, dass kaum jemand noch die DVD kauft, dass kein Fernsehsender noch viel Geld dafür bezahlt, dass er den Film zeigen kann.“ – nein. Die Existenz von DVDs wird mittlerweile massiv von Online-Anbietern wie Netflix bedroht, nicht von Raubkopien. Und nach dem Kinoflop von „Cloud Atlas“ ist eher ein robustes DVD-Geschäft zu erwarten. Vor allem aber: die TV-Sender haben „Cloud Atlas“ längst gekauft, waren teilweise an seiner Produktion beteiligt. Ich kann mir nicht mal ein theoretisches Szenario ausmalen, in dem ein Einkäufer sagt: „Tja, den hätten wir schon gerne im Programm, aber nachdem es überall Raubkopien gibt…“. Auf den Punkt gebracht: Bullshit.

Es folgt eine großartige, wieder sehr detailverliebte Beschreibung, wie hoch die Sicherheitsvorkehrungen bei Screenings sind. Dann geht der Autorin allerdings die Paranoia durch: „Eine Sondervorstellung für 20 Mitarbeiter der Mitteldeutschen Medienförderung. Ein Risiko. Jemand könnte den Film kopieren, ein Zuschauer, ein Angestellter des Kinos.

Echt jetzt? 20 Mitarbeiter der Mitteldeutschen Medienförderung, von denen einer womöglich das Handy zückt, um „Cloud Atlas“ auf seinem iPhone mitzuschneiden? Man sollte das Interesse der Welt an dem Film und die kriminelle Energie von Mitarbeitern der Mitteldeutschen Medienförderung vielleicht nicht überbewerten.

Und dann verstolpert sich Kerstin Kohlenberg ganz böse: „Alles schon vorgekommen. Vor drei Jahren verbreitete sich eine Raubkopie des amerikanischen Actionfilms X-Men Origins: Wolverine im Internet, einen Monat vor der Premiere. Der Film wurde vier Millionen Mal heruntergeladen. Branchenexperten beziffern den dadurch entstandenen Verlust auf zwölf Millionen Dollar.“

In der Tat: „Wolverine“ ist ein gutes Beispiel. Nämlich dafür, dass eine blitzsaubere Raubkopie, die lange vor dem Kinostart überall im Netz verfügbar ist, KEINEN nennenswerten Einfluss auf den Release hat. Zuerst einmal war es kein Raubkopie aus dem Kino, niemand saß mit Kamera im Saal. Es war wohl ein Mitarbeiter einer an der Produktion betrauten Firma, der eine Arbeitsversion auf DVD kopierte. Trotz miserabler Kritiken spielte „Wolverine“ dennoch weltweit 373 Millionen Dollar ein – und das nur im Kino! Selbst wenn die ungenannt bleibenden „Branchenexperten“ Recht hätten, wären 12 Millionen gerade mal drei Prozent des Kino-Umsatzes. Daran die ruinösen Praktiken der Raubkopierer aufzeigen zu wollen, zeigt die Dürftigkeit der Beweisführung.

Cloud-Atlas-Old-Georgie

Die Leute von der Medienförderung sollen Cloud Atlas am nächsten Morgen um zehn Uhr im Leipziger CineStar sehen. Ursprünglich hatte Arndt ein anderes Kino gebucht, aber das informierte die Presse über die geheime Vorführung. Arndt tobte. Je mehr Leute davon wissen, desto eher wird das Ding abgefilmt, sagte er.

Dieses Absatz verstehe ich nicht ganz. Das Kino informiert die Presse darüber, dass ein Screening für die Mitteldeutsche Medienförderung ansteht? Unwahrscheinlich. Und selbst wenn die Presse informiert würde – damit käme immer noch niemand in das Screening, der nicht vorne auf der Gästeliste steht, die vom Produzenten kontrolliert wird. Das klingt alles SEHR fischig.

Seit mehr als zehn Jahren werden relevante Screenings von Security überwacht, die Handys einsammelt, Taschen durchwühlt, Journalisten abgetastet und mit Nachtsichtgeräten während des Screenings im Saal Wache hält. Ich halte es für ausgeschlossen, dass hier eine Raubkopie erstellt werden kann. Panikmache, die nichts mit der Realität zu tun hat.

Die nächsten paar Absätze sind wieder lobenswert: es geht um weltweite Starttermine und die Probleme, die entstehen können, wenn ein Film in einem Land noch nicht läuft, während woanders schon Kopien kursieren. Ein spannender Einblick, bei dem mir nur zwei Aussagen als drollig aufstoßen:

Cloud Atlas ist ein komplizierter Film, über den man tagelang nachdenken kann.“ – das würde ich nach meiner Kritik heftig bestreiten.

Das Drehbuch hat 200 Seiten, doppelt so viel wie bei einem gewöhnlichen Film.“ – nun ja, das hat wohl eher damit zu tun, dass „Cloud Atlas“ auch doppelt so lang ist wie ein „gewöhnlicher Film“.

Nun kommen wir von der Theorie zur Praxis. „Cloud Atlas“ startet sehr verhalten in den USA, wie auch die Autorin des Artikels zugeben muss: „In den USA spielt Cloud Atlas am ersten Wochenende knapp zehn Millionen Dollar ein. Arndt hatte sich mehr erhofft. Der Film wird noch mehr Zeit als erwartet brauchen, um das Geld hereinzuholen.

Cloud-Atlas-1930s

Ihrer Meinung nach geht es jetzt also nur noch darum, den Wettlauf gegen die Raubkopierer zu gewinnen, um den Film in die Profitzone zu bringen. Ich sage es nur sehr ungern, aber: das ist kompletter Blödsinn. Am 26.10.2012 ist „Cloud Atlas“ in Amerika GEFLOPPT und bei einem Gesamtbudget von 200 Millionen Dollar waren damit die Chancen, das Geld einzuspielen, praktisch verspielt. Weil der Flop in den USA auch die anderen Märkte erschlaffen lässt. Das Vertrauen der Zuschauer, einen guten Film präsentiert zu bekommen, sinkt ebenso wie die Bereitschaft der Kinobetreiber, dem Film breiten Raum zu geben. Auch wenn mittlerweile der größte Teil der Einnahmen von den internationalen Märkten kommt: Die USA sind der Taktgeber – sie bestimmen, was ein Hit und was ein Flop ist.

Wir halten außerdem fest: Der schwache Start von „Cloud Atlas“ kann nichts mit Raubkopien zu tun gehabt haben, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine gab. Aber genau dieser Aspekt wird interessanterweise komplett ausgeblendet. Weil er nicht zur Narrative dieses Artikels passt, die lautet: Raubkopien haben „Cloud Atlas“ kaputt gemacht.

Danach wird es wieder spannend, teilweise sogar faszinierend: wir folgen (fiktionalisiert, aber sicher nah an der Wahrheit) einem Raubkopierer in ein russisches Kino, wo die erste illegale Kopie von „Cloud Atlas“ abgefilmt wird.

Laut Aussage von Kerstin Kohlenberg steht am 7. November die erste Raubkopie von „Cloud Atlas“ im Netz. Meine eigenen Recherchen listen den 16. November, aber vielleicht bin ich auch nur nicht ganz so gut im Thema.

Wirklich baff machen mich die nächsten Absätze, die so beginnen: „Er ahnte schon, dass die Piraten seinen Film erbeuten würden. Deshalb hat er Helfer engagiert, Piratenjäger, in allen wichtigen Ländern. In Russland ist es Olia Valigourskaia. 10.000 Euro zahlt er ihr im Monat.“

Der Produzent von „Cloud Atlas“ zahlt einer russischen Piratenjägerin unglaubliche 10.000 Euro im Monat? Und er ist nur einer ihrer Auftraggeber? Die muss MILLIONEN verdienen – mehr, als die Raubkopien an Schaden verursachen. Wo kann ich mich für DEN Job bewerben?!

Besonders deshalb, weil es letztlich ein wirkloses Wuseln ist:  „Schon 5.500 Mal hat Olia Valigourskaia per E-Mail die Aufforderung verschickt, den Link zu löschen und die Kopie vom Netz zu nehmen. (…) Manche Website-Betreiber ignorieren die Aufforderung. Manche halten sich daran und löschen den Link zum Film, oft aber taucht er kurz danach wieder auf.“

CLOUD ATLAS

Indiskutabel dann der folgende Rundumschlag gegen den russischen Markt: „Die russische Justiz lässt sie meist in Ruhe. Die Leidtragenden sind ja Amerikaner, Deutsche, Engländer. In Russland gibt es längst keine nennenswerte Filmindustrie mehr.“

WTF?

Nun schwenkt der Artikel zum Deutschlandstart von „Cloud Atlas“. Man achte mal drauf: angeblich gab es die erste Raubkopie 7.November. Ich habe 16. November recherchiert. Deutschlandstart? 15. November. Ich will keine bewusste Täuschung um der Narrative willen unterstellen, aber auffällig ist es schon, dass es Kerstin Kohlenberg sehr gut in den Kram passt, dass eine russische Raubkopie VOR dem Deutschlandstart erhältlich war. Ich habe schon ausgeführt, dass das kaum eine Auswirkung auf die Besucherzahlen gehabt haben kann, aber zumindest hat die Unterstellung so Bestand.

Wir kommen zu totalem Nonsens angesichts der mauen Kritiken: „Arndt weiß aus Erfahrung, was das bedeutet: Der Film wird in Deutschland ein gutes Ergebnis einfahren, aber er wird kein Kassenschlager werden. Zeit wird immer wichtiger für den Film. Je weniger Geld er durch Kinokarten einspielt, desto länger dauert es, bis die Kosten über DVD-Verkäufe oder legale Onlineplattformen wie iTunes wieder hereingekommen sind. Aber jeden Tag steigt das Risiko, dass sich die Raubkopien im Internet weiterverbreiten.

Das klingt gut, ergibt aber tatsächlich keinen Sinn. Ein Cam-Rip aus einem russischen Kino hat keine Auswirkungen auf DVD-Verkäufe, Onlineplattformen oder Streaming-Dienste. Eine wirkliche Gefahr geht erst von blitzsauberen DVD- und BlueRay-Rips aus, die für den User die gleiche Bild- und Tonqualität wie kommerzielle Angebote liefern.

Als der erste DVD-Rip erscheint, am 16. Dezember, ist „Cloud Atlas“ längst in allen relevanten weltweiten Märkten gestartet. Und gefloppt. Der Film scheitert nicht an den Raubkopien, er scheitert am Desinteresse der Zuschauer. Die Hoffnung, er werde all das auf DVD und im TV wieder rein holen, ist bemitleidenswert. Die Behauptung, Raubkopien würden das verhindern, ist durchschaubar.

Zeit, mal die Spuren der Raubkopierer zu verfolgen. Ein eher Mitleid erweckender „Cyber-Cop“ kommt zu Wort, ein paar Handlanger wollen offensichtlich nicht in die Zeitung. Briefkastenfirmen, internationale Serverparks, Decknamen – ich hatte mir das Metier wirklich kleinbürgerlicher vorgestellt.

Nun kommt die Autorin des Artikels vom Hundertsten ins Tausendste und wirft in einem Absatz gleich einen ganzen Batzen unbelegter Behauptungen raus: „Seit die illegalen Kopien weltweit im Internet kursieren, ist der DVD-Verkauf der Filmindustrie um ein Viertel eingebrochen. Große Produktionsunternehmen wie Time Warner, Picturehouse, Universal haben inzwischen ihre Kunstfilm-Abteilungen geschlossen oder verkauft. Sie konzentrieren sich jetzt noch mehr auf einfach gestrickte Filme für das Massenpublikum, die innerhalb weniger Wochen ihre Kosten einspielen. Bevor der Mitschnitt im Netz kursiert.“

Jeder Satz falsch. Bemerkenswert. Raubkopien gab es immer, auch vor der DVD. Die Verkäufe der DVD brechen wegen BlueRays und Streaming-Diensten ein, das Format nähert sich dem Ende seiner Lebenszeit. Produktionsfirmen bringen immer neue Labels auf den Markt, auch für Klassiker, Serien und Spartenproduktionen – aber eben nicht mehr exklusiv auf DVD. Es gibt nicht mehr oder weniger „einfach gestrickte“ Filme als vor zehn oder zwanzig Jahren – eine kausalen Zusammenhang mit Raubkopien herstellen zu wollen, ist absurd.

Die nächsten Absätze bestätigen die Klischees: Politiker haben keine Ahnung, worum es geht, und den Firmen ist egal, ob sie auf Webseiten werben, die ihren Traffic mit Raubkopien generieren. Das ärgert mich auch – vor allem, weil es wahrlich nicht wie ein unlösbares Problem erscheint.

Cloud Atlas

Die Tatsache, dass heute im Bundestag über das Leistungsschutzgesetz debattiert wird, macht es umso bezeichnender, dass Frau Kohlenberg die Aussage einer Professorin, das Urheberrecht sei gar nicht so relevant, mit dem fiesest möglichen Rückschluss torpediert:

Man kann es überraschend finden, dass die Wissenschaftlerin Hofmann sich so eindeutig auf die Seite derer stellt, die mit illegalen Filmkopien Geld verdienen. Allerdings nur für einen Moment. Bis man feststellt, dass Hofmann und die 26 weiteren Forscher des im vergangenen März gegründeten Instituts nicht von der Humboldt-Universität bezahlt werden, obwohl sie ihre Büros in deren juristischer Fakultät bezogen haben. Sondern von einem großen internationalen Unternehmen. Von Google. Der Konzern ist derzeit der alleinige Geldgeber des Instituts, 4,5 Millionen Euro hat er investiert, für die ersten drei Jahre. Man kann sagen, ein Teil des Geldes, das Google mit den Raubkopien erwirtschaftet, fließt in wissenschaftliche Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass Raubkopien keine schlechte Sache sind.

Das ist „gotcha!“-Journalismus der ganz ekelhaften Sorte.

Kommen wir zum wenig ruhmreichen Abschluss. In den USA gefloppt, in Russland gefloppt – wie lief „Cloud Atlas“ eigentlich bei uns, noch bevor eine Raubkopie auf den Markt kam?

„Zwar konnte Cloud Atlas in Deutschland mehr als eine Million Zuschauer ins Kino locken. Das ist ganz ordentlich.“

Ich würde gerne mal Frau Kohlenbergs Definition von „ganz ordentlich“ hören. „Cloud Atlas“ schaffte es nie auf Platz 1 der Charts, kam nicht mal unter die Jahres-Top 20.

Aber trotzdem hat er erst 85 der 200 Millionen Dollar eingespielt, die er gekostet hat. Der große Rest muss jetzt über DVDs, Fernsehrechte und andere Verwertungen hereinkommen. Es sieht also nicht gut aus für Stefan Arndt.

Alles nur wegen der bösen Raubkopien – die es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab.

Zeit für den pathetischen Schluss des Dramas: „Tom Tykwer und die Geschwister Wachowski werden dann in dunklen Anzügen über einen roten Teppich laufen und lächelnd den Fotografen zuwinken. Stefan Arndt wird den Journalisten erzählen, wie es kam, dass er diesen Film gemacht hat. Und wie er ihm wieder genommen wurde.

Unglaublich. Dem Produzenten wurde der Film „genommen“. Per Wackelkamera und Filesharing. Sonst wäre „Cloud Atlas“ selbstverständlich ein Welterfolg geworden, ach was – ein moderner Klassiker! Schändlich, diese Russen, diese Raubkopierer, vor allem aber diese russischen Raubkopierer! Da hat man einfach keine Chance gegen.

So, wie ich das sehe, bastelt Produzent Stefan Arndt an seiner eigenen Legende, um das Versagen von „Cloud Atlas“ zu rechtfertigen – und eine Journalistin hat sich für den intimen Einblick in die Szene genau diese Narrative füttern lassen, ohne sie je zu hinterfragen. Handwerklich sauber geschrieben, exzellent recherchiert, aber absolut unseriös und fragwürdig in den Schlussfolgerungen.

Es wird nicht einmal die Frage gestellt, ob der Film einfach sein Publikum verfehlt hat, ob das Markting falsch war, ob nicht alle Beteiligten zu besoffen von ihrer eigenen Brillanz waren. Nein, es waren die Raubkopien. Die sind schuld. Clever, den Leser mit derart vielen Details zu zu schütten, dass gar nicht auffällt, wie unbelegt die These bleibt. Viele Zahlen, aber keine konkrete, um die Kernthese des Artikels zu stützen.

Ich weiß nicht, ob ich das für schlechten oder angesichts der perfekten Ablenkung von den eigentlichen Problemen schon wieder für guten Journalismus halten soll.

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Dr. Acula
Dr. Acula

Immer wieder erstaunlich, dass die Schlussfolgerung „den Film wollte einfach keiner SEHEN“ so verleugnet wird. Machten die Produzenten von „Ishtar“ sicher auch so…

VolkerK
VolkerK

„…bastelt Produzent Stefan Arndt an seiner eigenen Legende, um das Versagen von “Cloud Office” zu rechtfertigen…“
So ist es.
Und die Journalistin geht ihm so wunderbar auf den Leim, dass man sich ihren Namen merken müsste, falls man man selber sein Ego polieren muss.

Dr. Acula
Dr. Acula

Darf man sich ein Interview mit Arndt wünschen? 🙂

Thomas
Thomas

Immerhin waren ausnahmsweise mal nicht die Ballerspiele schuld …

Baumi
Baumi

Zu den Google-Unterstellungen gegen den Professor: Seit der Leistungsschutzrecht-Kampagne ist in der deutschen Presse Google doch eh das Böse. (Obwohl es jetzt wohl wieder von den Öffentlich-Rechtlichen abgelöst wird – schließlich hat das ZDF gerade die „heute“-App rausgebracht.)

Sarah
Sarah

Also ich kenne leider einige Leute, die sagen: „Wieso ins Kino gehen, auf Kino.to (oder wie auch immer das gerade heißt) gibt’s doch eh alles.“ Cloud Atlas mag dafür jetzt kein besonders gutes Beispiel sein und womöglich würden diese Leute auch ohne die Cam-Rips nicht ins Kino gehen, aber die schlechte Qualität scheint vergleichsweise wenige zu stören. Allerdings gibt’s ja auch immer mehr Leute, die beim „Film gucken“ immer mal wieder alt+tab zu Facebook machen, ihr Handy und Mails checken etc…

headwires
headwires

Dennoch befremdlich, wenn ein Filmfreak wie du nicht mal Blu-ray richtig schreiben kann.

jojoschi
jojoschi

Ich habe auch eher die Erfahrung gemacht, dass die Qualität den meisten Leuten total schnurz ist. Wenn sie einen Film kostenlos kriegen, dann nehmen sie ihn. Wenn die Qualität dann auch noch gut ist: super, aber sonst auch egal, war ja schließlich umsonst.
Abgesehen davon dachte ich immer dass das meiste Geld im „Film-Business“ heutzutage eh mit den Zweitverwertungen gemacht wird. Daher ist der Satz „der Rest muss jetzt über weitere Verwertungswege reinkommen“ doch auch ein bisschen vorbei an der Realität. Das ist doch anscheinend immer der Fall, dass man nicht mehr den Hauptteil des Geldes im Kino verdient.
Außerdem: wenn man soviel Geld mit der Werbung auf den „Raubkopier“-Seiten verdienen kann, warum bietet die Filmindustrie dann nicht selbst etwas in der Art in bestimmten Märkten (Russland?) an?

Wortvogel
Wortvogel

@ headwires: Ich habe kein „Blu-ray“, nutze kein „Blu-ray“ – und es ist mir massiv schnuppe weil ich irgendwie nicht das Gefühl habe, dass meine Eignung als Filmfreak an der Schreibweise von „Blu-ray“ hängt.

Uli
Uli

Ich habe nach dem ersten Drittel aufgehört den Artikel zu lesen, weil es so albern wurde. Der russische Markt ist dann „tot“ , ja ne is klar.

Fun Fact: Ich habe mal Matrix 2 als Cam-Rip gesehen (einmal und nie wieder) und bin danach tatsächlich nicht mehr in’s Kino gegangen, weil er so grottig war.

comicfreak
comicfreak

..die Frage ist nicht, ob Leute etwas kostenloses konsumieren, sondern ob dieselben Leute bereit wären, für eben diesen Konsum Geld aus zu geben?

Ich kenne auch Leute, die jeden noch so grieseligen Rotz gucken; wenn aber der Rechner kaputt ist, sitzen sie 14 Tage mit ein und derselben Bildzeitung auf dem Balkon.

Da wird der Branche kein Geld entzogen.

Wortvogel
Wortvogel

@ Sarah: Diese Leute sind aber keine kritische Masse, wie „Wolverine“ beweist.

@ Jojoschi: Du irrst in einigen Annahmen. Zweitverwertungen machen nicht den Löwenanteil aus. Bei DVDs wird 80 Prozent des Umsatzes mit Filmen gemacht, die im Kino mindestens in den Top20 waren. Ein Misserfolg im Kino macht einen DVD-Erfolg unwahrscheinlicher. Ausnahmen sind nur Filme, die als Blockbuster gedacht waren, aber gefloppt sind. Viele Leute denken dann „Ach, den hatte ich ja im Kino verpasst“. Darum prophezeie ich „Cloud Atlas“ ein solides Leben auf Silberscheibe. Aber er wird sich damit nicht in die schwarzen Zahlen retten.

Natürlich gibt es in Russland legale Angebote. Die nutzt nur kaum einer.

@ Uli: Der einzige Cam-Rip, den ich je gesehen habe: „Spider-Man“. Weil wir wegen der Überfüllung nicht ins Presse-Screening kamen. Da war ich stinkig. Habe den Film später dann noch mal „richtig“ im Kino gesehen.

heino
heino

Für mich war der hiesige Flop schon absehbar, als der erste Teaser in den Kinos auftauchte (zu einem zeitpunkt, als schon ein grandioser 6 min-Trailer im Internet kursierte), der absolut gar nichts über den Film aussagte, aber darauf herumritt, dass hier ja ein großes Kunstwerk zu erwarten sei. Damals konnte man im Kino nur irritiertes Kichern hören. Hätte man stattdessen den richtigen Trailer genommen, der alle optischen Stärken des Films betonte, wären vielleicht mehr Leute an dem Film interessiert gewesen

noyse
noyse

Tom Hanks spielt mit – in mehreren Rollen. Für mich ein NoGo fürs Kino -eventuell mal was zu leihen.

Ansonsten wundert mich dieser Artikel keineswegs. Es gibt auch bisher keine Studie die sich ernsthaft mit den angeblichen Verlusten oder eben den angeblich nichtverlusten durch filesharing beschäftigt. Dann muss man nämlich auch berücksichtigen welche Auswirkungen es hat wenn zum Beispiel hannes ins kino geht und all seinen Kumpels sagt wie käsig der film ist. die gehen dann nicht ins kino und ein paar saugen das teil und ein paar erzählen dann den anderen wie mies das teil ist usw. das ist zwar auch nichts anderes als vorher nur der Zeitraum zwischen Hannes Meinungsäusserung udn deren Auswirkung ist halt in der heutigen Zeit viel kleiner geworden. früher konnte man nur entweder trotzdem ins kino gehen oder auf die dvd/video in der videothek warten und dann losätzen.

Wortvogel
Wortvogel

@ noyse: Wer ist dieser Hannes? 🙂

DMJ
DMJ

Eine Leistung des Textes muss man anerkennen: Er schafft es, das Leben eines Filmrproduzenten wie das eines armen Tagelöhners klingen zu lassen, der täglich von der Gnade der grausamen Welt abhängig ist. Und zudem natürlich als sensible Seele, der einst ein Film „gehörte“, den ihm nun böse Piraten weggenommen haben, weshalb er jetzt Angst vor allen Kinobesuchern haben muss. Da unterstütze ich ihn doch gern, wenn ich weiß, dass er mich als potentiellen Verbrecher betrachtet.

Das Beispiel „Cloud Atlas“ ist dann noch dazu schön gewählt, weil der Film, völlig zurecht gefloppt ist. Aber so können wir die Schuld schön wieder auf die Piraten schieben, statt an die eigene Nase zu fassen. Und die lächerliche Behauptung, der Film biete soviel Nachdenklichkeitspotential, deutet eher für mich auf die Ahnungslosigkeit oder Geistlosigkeit des Verfassers hin.

Die dramatische Schilderung des Pirateneinsatzes war aber irgendwie süß. Erinnerte mich an die Rekonstruktionen von Terroranschlägen oder Schulmassakern, in deren Schrecklichkeitsgrad man das Mitfilmen hier wohl auch sieht.
Ist ja schließlich auch ein böser Russe und denen, weiß die ZEIT, muss man alles zutrauen.

Der Mythos, das kleine und künstlerische Filme die ersten Opfer der Piraten wären, obwohl diese es doch bekanntlich vor allem auf Blockbuster abgesehen haben, bedarf wohl keiner weiteren Kommentierung.

Zum Schluss dann natürlich nocht der Klassiker, dass Leute mit einer anderen Meinung diese natürlich nur haben können, weil sie gekauft sind (wie Baumi schon sagt, noch dazu vom Google-Satan persönlich) und eine weitere Runde Mitleid für das tiefe persönliche Elend, welches die Macher dadurch erleben, dass ihnen der Film geraubtmordet wurde.

DMJ
DMJ

@Wortvogel, #15: „Wer ist dieser Hannes?“

Der Kumpel von Dingo:

http://online.buddelfisch.de/2012/11/23/hannes-und-dingo-und-der-limonadenstand/

perseus
perseus

„um das Versagen von “Cloud Office” zu rechtfertigen“

Absichtliches Wortspiel oder schöner Gedankenmischmaschflüchtigkeitsfehler?

Wortvogel
Wortvogel

@ Perseus: Gedankenmischmaschflüchtigkeitsfehler – schöner Begriff übrigens!

Fake
Fake

Bei dem Thema heisst mein Lieblings“totschlagsargument“ immer: Seht auf die Pornoindustrie! Die haben, zum Teil weil als sittenwiedrig eingestuft, einen viel schwächeren juristischen Schutz; eine viel stärkere Konkurenzsituation aber sie lebt trotzdem. Die haben halt schneller kapiert und akzeptiert das technische Spielereien (3D, HD) nur was bringen wenn man _Inhalt_ hat, der das nutzt.
Vorallem wissen die das die Kopierer keine Kunden sind, auch keine potenziellen, sondern die die trotzdem zahlen und die muss man mit guten Angeboten beglücken, zB Flatrates, Abos, statt sie wie zukünftige Kopierer zu behandeln.

… hab ich irgendwo gelesen … 😉

jimmy1138
jimmy1138

Warum drehen Leute Filme in wundertollstem 3D, wenn sich die Leute das doch so gerne in 2D anschauen, halb abgeschnitten, schief und alle 2 Sekunden out of focus?

Dazu wundert mich die ganze Strategie: auf „word of mouth“ und „legs“ hoffen? Also da hätte ich so oder so meine Zweifel daran gehabt. Wie im Artikel zurecht steht: das ist eine Taktik vergangender Tage. Heutzutage macht ein Film beinahe 50% innerhalb der ersten Woche, 75% innerhalb der ersten zwei Wochen. Außer Dezember, Jänner, wenn die Studios ihre Oscarkandidaten rausschicken und die Feiertage sind. Aber da war Cloud Atlas mMn ein wenig zu früh dran, noch dazu kam zwei Wochen später Skyfall, der alles wegplaniert hat.

Hinsichtlich der angedachten Strategie ist mMn daher relativ unerheblich, ob der Cam-Rip ein paar Tage früher oder später rauskommt (daß er rauskommt ist unerheblich). Aber warum startet man Cloud Atlas z.B. so spät in Großbritannien? Da wurden schon längst die Screener-DVDs an die Oscar-Juroren verschickt und sobald das geschieht ist in Sachen Raubkopien praktisch Game Over. Ein anderer Aspekt: wenn man schon auf „word of mouth“ setzt – könnten da nicht sogar Leute, die sich das auf einem Rip ansehen (und sich das sonst nie angesehen hätten), einen positiven Effekt hervorrufen. Game of Thrones Regiesseur Petrarca hat ja vor wenigen Tagen nix anderes behauptet – mußte dann aber (?auf Druck des Studios?) zurückrudern.

PS: bei der letzten größeren Diskussion um Cloud Atlas, habe ich einen Vergleich mit „Life of Pi“ versucht. Da kann man schon zumindest eine Zwischenbilanz ziehen: Oscar-Gewinner, etwas unter 600 Mio $ weltweit eingenommen. Die haben wohl irgendwas besser gemacht…

Jens
Jens

Es ist eben immer einfacher, Jemand anderen für das eigene Versagen die Schuld zu geben, als sich selbst zu hinterfragen. Dass die bösen Filmkopierer die Schuld an allem haben, was mit Urheberrecht zu tun hat ist ja nun nichts Neues, die Musikindustrie hat das ja fabelhaft vorgemacht. Mittlerweile ist es mir ehrlich gesagt auch egal, ob die grossen Konzerne irgendwann mal verstehen, dass sie Falsch handeln oder nicht. Wer meint, mich beschimpfen zu müssen (Raubkopiererspots) oder mich sonst nerven zu müssen (z.B. nicht überspringbare Trailer auf einer DVD), der kriegt dann eben kein Geld mehr von mir. In den letzten 5 Jahren war ich glaube ich nur einmal im Kino, und das hat sich für Iron Sky auch gelohnt.

Bjoern
Bjoern

Unglaublich…
Zitat 1:
„Eine 33-jährige, zierliche Frau, Gründerin der kleinen Firma WebKontrol, die im Auftrag von Arndt und seinem russischen Co-Produzenten versucht, die Verbreitung der Raubkopien im Netz zu verhindern. Minütlich durchsucht ihre Software das russische Internet nach Links zu illegalen Kopien von Cloud Atlas . Ständig findet sie neue, oder eigentlich immer dieselbe: Die Kopie des Piraten aus Chimki hat sich im Internet wie ein Virus verbreitet.
Schon 5.500 Mal hat Olia Valigourskaia per E-Mail die Aufforderung verschickt, den Link zu löschen und die Kopie vom Netz zu nehmen. Cloud Atlas sei kein kostenloses Allgemeingut, schreibt sie in den E-Mails. »Alle Rechte an diesem Film sind geschützt.« Er gehört Stefan Arndt.“

Zitat 2:
„Auf der Piratenwebsite steht dann nur ein Link, der zu dem Mitschnitt von Cloud Atlas führt. Links sind nicht illegal. Fast alle Piratengruppen arbeiten nach diesem Prinzip, egal ob Epidemz, Matine oder NTG. Illegal wird es erst, wenn man ihnen nachweisen kann, dass sie zusammenarbeiten – die Piratenseiten und die Online-Datenspeicher, wie es bei dem Leipziger Ex-Fußbodenleger ausnahmsweise gelang.“

Ich will auch 10.000 € im Monat für Spam, was anderes ist es bei dem Vergleich beider Zitate ja scheinbar nicht.

Der ganze Artikel zeigt die klassische ewig gestrige Denke des Produzenten, besonders ironisch dass der Film die Zeiten überbrücken will.

Es ist mir nach wie vor schleierhaft dass noch niemand in der Filmindustrie auf die Idee gekommen ist zeitgleich einen Film weltweit im Kino, per Netflix Stream, per iTunes Kauf und auf DVD (andere Verteilwege/Unternehmen nach eigenem Gusto hier dazu denken) raus zu bringen.

Die Musikindustrie ist 10 Jahre den steinigen Weg gegangen „Raubkopien“ im Netz nachzujagen bis sie dann gemerkt haben dass es einfacher ist komfortable legale Angebote zu machen, die dann auch von den Verbrauchern angenommen werden.
Das hätte man sich einfach ansehen können und aus den Fehlern anderer lernen.

Ich glaube dass viele Leute auf Rips zurück greifen weil es kein adäquates legales Angebot gibt.
Ich kann da nur von meinem Bekanntenkreis reden, daher ist das sicher nicht Statistik tauglich, aber was hier so rumläuft sind Filme oder Serien die hier noch nicht angelaufen sind. Django unchained war so ein Fall, Homeland auch zB.
Ich bin auch unmotiviert 12-24 Monate zu warten bis House of Cards endlich hier erhältlich ist weil sich im Zweifel vielleicht Arte erbarmt, finde aber dass man für Dinge die man mag bezahlen sollte, weil es sonst über kurz oder lang solche Sachen sonst nicht mehr geben wird.
Da hole ich mir die Serie per Proxy vom amerikanischen Netflix Account. Klarer Fall von selber schuld finde ich, geb ich halt denen das Geld die auch die Serie produziert haben und nicht den deutschen Verwertern (so es denn einer inzwischen gekauft hat).

Und dann gibts den Rest der eh für nix bezahlt, die kann man sowieso nicht abholen. Die schauen sich dann eine englische Version mit russischen Untertiteln in mieser Bild- und Tonqualität bei den üblichen Verdächtigen an.

Pogopuschel
Pogopuschel

„Es ist mir nach wie vor schleierhaft dass noch niemand in der Filmindustrie auf die Idee gekommen ist zeitgleich einen Film weltweit im Kino, per Netflix Stream, per iTunes Kauf und auf DVD (andere Verteilwege/Unternehmen nach eigenem Gusto hier dazu denken) raus zu bringen.“

Ich glaube, Steven Soderberg hat das mal gemacht.

Pogopuschel
Pogopuschel

Ich hatte gestern schon einen Kommentar zu dem Artikel im Forum bei SF-Netzwerk.de geschrieben: http://www.scifinet.org/scifinetboard/topic/15521-film-mitschneider-in-kinos-verhelfen-letzteren-zu-fruherem-tod/unread/

„Die deutschen Kinos haben 2012 die höchsten Einnahmen ihrer Geschichte erzielt und erstmals Eintrittskarten für über eine Milliarde Euro verkauft“

Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/kultur/ziemlich-erfolgreichste-freunde-2502020.html

Irgendwie passt das nicht zu der Untergangsstimmung, die von der Filmindustrie gerne verbreitet wird.

Avengers hat weltweit: 1.511.800.000 $ eingespielt. Skyfall 1.108.100.000 $ und The Dark Knight Rises 1.081.000.000 $ Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Filmjahr_2012#Weltweit
Das alles trotz Raubkopien, die es ja schon seit über zehn Jahren über das Internet gibt.

Ich bezweifel stark, dass Cloud Atlas ein Flop wurde, weil es Raubkopien davon gab, sondern weil er einfach zu sperrig und kompliziert für ein großes Publikum war. Aber soviel wie ein Blockbuster gekostet hat.
Jeder, der das Buch gelesen hat, konnte doch ahnen, dass das niemals ein Film für die großen Massen wird.

Das die Studios fast nur noch große, mainstreamige Blockbuster produzieren, liegt eher an der Gier der Studios, weil sie eben weltweit Geld einnehmen wollen und dafür Filme brauchen, die in vielen Ländern und Kulturen funktionieren.
Auf Arte lief mal eine gute Doku darüber, warum die ganzen kreativen Autoren zum Fernsehen abwandern und in Hollywood nur noch massentaugliches, weichgespültes Zeug produziert wird. Mir fällt nur gerade der Titel nicht ein.
Dazu kommt, dass in den großen Studios eben nicht mehr einzelne Bosse wie Darryl F. Zanuck haben, sondern zu großen, multinationalen Konzernen gehören, die Wert auf ihre Quartalsergebnisse legen und nur noch kurzfristig denken.

Auch die Verleihe und Kinos haben keine Geduld mehr, Filme sich über mehrere Wochen entwickeln zu lassen. Ausnahmen wie Ziemlich beste Freunde zeigen, dass eine Film auch über ein halbes Jahr ein gutes Ergebnis einspielen kann, aber die meisten Filme erhalten keine Chance mehr dazu.
Dazu kommt auch noch die beschleunigte Mund-zu-Mund-Propaganda. Kritiken zu den Filmen verbreiten sich während des ersten Startwochenendes rasend schnell und es wird schnell deutlich, welcher Film eine Gurke ist. Früher mussten die Zuschauer mehrere Tage auf Kritiken in den Zeitungen warten, oder bis sie ihre Freunde getroffen haben. Heute geht es per Smartphone und Tablet schon während des Abspanns los.

Außerdem haben sich die Sehgewohnheiten der jüngeren Generationen drastisch geändert. Inzwischen gibt es unzählige Alternativen zu den angestaubten Medien TV und Kino. Jugendliche schauen sich heute Filme über Tablet und Smartphones an. Wenn man sich die DVD-Verkaufscharts anschaut, sieht man, dass Serien den Filmen inzwischen den Rang ablaufen.

Der Zeitartikel liest sich für mich eher, als würde Stefan Arndt die Schuld für den Flop lieber den Raubkopierern zuschieben, als seiner eigenen Fehlkalkulation.

Dass es inzwischen eine ganze Industrie gibt, die sich mit Raubkopien eine goldene Nase verdient, finde ich aber auch sehr ärgerlich.

Ich wünsche mir ja auch mehr gute Filme fürs Kino,

Wortvogel
Wortvogel

@ Pogopuschel: Da stimme ich soweit zu. Mit tut Arndt aber auch sehr leid, weil ich die Kalkulation durchaus verstehe: internationaler Bestseller, mehrere große Hollywood-Stars, viele Action-Elemente, die Regisseure von „Matrix“ UND „Lola rennt“ – hätte man mir dieses Projekt als Package vorgeschlagen, ich hätte es auch abgenickt.

Gnimli
Gnimli

Ich habe mir das Buch angetan, als ich das erste mal von dem Film gehört habe. Hochgelobt muss das ja für mich als SF Fan was sein. Naja hab schon besseres gelesen, ich habe die Lektüre nur beendet, weil ich das Buch ja gekauft habe. Der Film war damit für mich gestorben, aus der Vorlage konnte nichts gutes wachsen. Selbst für eine kostenlose Raubkopie in höchster Qualität ist mir meine Zeit zu wichtig.

Marcus
Marcus

Sehr schön auseinandergeommen, Torsten.

Nur den irgendwie süßen Sendung mit der Maus-Tonfall des Artikels hast du nicht gebührend gewürdigt:

„Und jetzt kann sich jeder, der will, Cloud Atlas ansehen. Ohne zu bezahlen.“

„Je mehr Kinofilme man im Internet kostenlos ansehen kann, desto mehr Geld verdienen die Raubkopierer. “

Klingt komisch, ist aber so. 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Marcus: Ich hab’s da mehr mit Jean Pütz: „Ja, heute brennen wir uns eine CD. Ich hab‘ da schon mal was vorbereitet…“

Pogopuschel
Pogopuschel

Ich hätte dem Film ja auch einen großen Erfolg gegönnt. Die Buchvorlage finde ich großartig und es verdient auch Respekt, was dort für ein ambitioniertes Filmprojekt gestemmt wurde. Schade.

Krigge
Krigge

Als ich damals die Titelseite der Zeit gesehen habe, war mir schon klar, wo die Reise hingeht. Schade, es gibt dort auch immer noch sehr gute Titelgeschichten. Ich habe nach der Lektüre darüber nachgedacht, einen Leserbrief zu schreiben. (@Torsten: Schick doch einen Link zum Blogeintrag, vielleicht antwortet jemand. Bei Niggemeiers Blog hat sogar der Chefredakteur mal was kommentiert.) Aber was bringt’s? Alle, die eine abweichende Meinung haben, sind doch gekauft oder anderweitig befangen, wie es schon in dem Artikel selbst heißt. Ergebnisoffen recherchiert hat da niemand. Niggemeier und einige andere dokumentieren in Sachen Leistungsschutzrecht, wie voreingenommen Journalisten bzw. ihre Vorgesetzten bei manchen Themen sind. Man darf sich also eigentlich nicht mehr wundern. Ich finde zunehmend Gefallen an der taz, die zwar nicht auf meiner Linie ist und manchmal recht quengelig im Ton, in der ich aber durchaus Meinungen und Recherchen finde, die anderswo nicht vorkommen. Wurden zu dem Artikel Leserbriefe in der Zeit veröffentlicht, die „unsere“ Sichtweise vertreten?

Krigge
Krigge

Ich kann mir meine Frage selbst beantworten: Die Zeit 9/2013, S. 87.

Howie Munson
Howie Munson

Wenn „guter Journalismus“ mittlerweile nur noch über die wirtschaftlichen Interessen des Verlages definiert werden, dann war es wohl solcher, von nun an leistungsgeschützter Qualitätsinhalt.

Für mich sind aber einige Fragen offen:
1. wieso wurde nicht erwähnt das der Film schon Wochen vor der US-Premiere auf dem Toronto International Film Festival lief?

2. wieso ist die russische Strafverfolgung schuld das man einen holländischen Server nicht dichtmachen kann?

3. Wieso besteht ein _russischer_ Geldgeber darauf das „im toten russischen Markt“ der Film als zweites anläuft? Dem kann doch egal sein WO die Kohle eingespielt wird.

4. Das mit der Berlinale versteh ich komplett nicht, wieso zum Geier ist dann der US-Start so früh, wenn man doch angeblich vorher schon Angst vor Raubkopien hat?

5. Wieso glaubte man überhaupt, dass es besser sei, nicht in Deutschland mit dem „teuersten deutschen Film“ die Weltpremiere zu machen? HIER konnt man ja einige mit den 100 Mio. beeindrucken…. Oder wenigsten gleichzeitig mit den Amerikanern??

Das mit der Filmanpreisung in Wetten Dass und dem Filmstart dann Wochen später, hatte ich ja eh nicht verstanden. Und das es gegen 007 schwer wird, hätte man sich ja auch ausrechnen können.

Christian H.
Christian H.

Ich stehe zwischen den Fronten.
Am Beispiel „Cloud Atlas“: Ich wusste bis zur Sekundärquelle („Spiegel.de“ über „Wetten, dass?!“) nicht, dass es den Film gibt. Klang dann interessant. Ich habe ihn mir Anfang Dezember heruntergeladen auf mein Note 2, um ihn im Zug zu schauen. Qualität von Video und Ton war okay für das Handy. Auf jeden Fall keine „Cam“. War inhaltlich bereits nach 10 Min so sehr gelangweilt, dass ich die Alternative „aus dem leeren Fenster schauen“ bevorzugt habe.
Ich bin aber kein genereller „Umsonst-Schauer“. Filme wie „Fucking Amal“ habe ich erst durch „Raub“kopien kennengelernt. Und mir danach die DVD gekauft. Ich halte es auch für eine generelle Fehlannahme, dass Raubkopierer Filme nicht im Kino schauen.
Ich gehe nicht oft ins Kino. Für „The Dark Knight Returns“, „Prometheus“ und „An Unexpected Journey“ habe ich aktiv Raubkopien vermieden (obwohl es die vor Kinostart gab) und bin mit DailyDeal-Gutschein ins Kino gegangen.
Die Gutscheine habe ich vor 2 Jahren gekauft und habe noch zwei über. Weil ich nicht fand, dass es einen Film gab den ich im Kino sehen möchte. „Star Trek“ wäre wieder der Fall. Ohne vorher die Kritiken gelesen zu haben. Kino ist zu teuer.
Es gibt tatsächlich Filme, die ich als Rip gesehen habe, ohne ins Kino zu gehen. Aber die hätte ich sowieso nicht im Kino gesehen. Ich weiß nicht mal mehr welche. Wenn ich „heiß“ bin, sehe ich den Film (mit Freunden) im Kino, weil die Atmosphäre eine andere ist. Nicht nur Ton und Bild, sondern auch das Erlebnis das Publikum um sich zu haben.
Kurzum: Aus meiner Sicht finde ich das Problem der Raubkopien ebenfalls stark übertrieben.

Magineer
Magineer

@Bjoern:
Gerade „House of Cards“ ist allerdings so ziemlich das schlechteste Beispiel – die Serie erschien/erscheint in Deutschland und den USA zeitgleich.

Ansonsten:
Der ZEIT-Artikel ist tatsächlich weniger nüchtern-objektive Tatsachenbetrachtung als vielmehr emotional gefärbtes Feuilleton – das ist vor allem ärgerlich, weil sachliche Fehler gerade im Umfeld dieses Themas oft zum genüsslichen Auseinandernehmen einladen. Man kann sich bei der Diskussion oftmals nicht des Eindrucks von Häme erwehren; polemische Argumentationsketten gibt es auf beiden Seiten, weil der Streit nun mal sehr klischeehaft auf Schwarz-Weiß-Basis geführt wird: Die Produzenten und Verleiher haben wenig Ahnung vom klassischen Endnutzer (oder zumindest andere Vorstellungen von der Zielgruppe), während die andere Seite oftmals genauso wenig subtil vorgeht und die gesamte Filmindustrie zum dämonischen Kapitalistenschwein hochstilisiert – jede Bewegung braucht nun mal ihr Feindbild. Von peinlichen Ausrutschern wie der Piratenpartei mal abgesehen, haben sicherlich auch beide Seiten ihre Berechtigung, allerdings wird die Debatte bereits so emotional geführt, dass ich eine zeitnahe Einigung eher bezweifle.

Die Stefan-Arndt-Nummer ist in ihrem jammernden Tonfall allerdings wirklich ärgerlich, zumal „Cloud Atlas“ wohl sicher auch nicht der Film ist, anhand dessen man eine solche Debatte führen sollte – zumal Arndts Rolle als EINER der Produzenten auch ein wenig aufgebauscht wird. Und Camrips sind nicht das Ende der westlichen Zivilisation.

Frodo19
Frodo19

Ich habe mir Cloud Atlas im Kino angetan. Optisch ganz nett, die Story hat aber weder mich noch meine Freunde zu großen Diskussionen angeregt, entsprecht sah meine Funktion als Multiplikator in meiner Umgebung aus. Völlig anders sah es bei Argo aus, ein Film der mich gefesselt hat und entsprechend habe ich in meinem Bekanntenkreis Werbung gemacht.
Die Wachowski Brüder haben einen Hammerfilm gemacht und zwar Matrix, alles andere was ich von ihnen gesehen habe war bestenfalls mittelprächtig.
Das Raubkopien die Produzenten Geld kosten ist unbestritten, das sie aber die Filmindustrie daran hindern die Kosten wieder einzuspielen wird ja ständig im Kino wiederlegt, durch Filme die den Geschmack des Publikums treffen.
Kinoflops gab es ja auch schon zu analogen Zeiten, damals musste man sich nur andere Erklärungen suchen um das Versagen schönzureden. Das ist heute natürlich mit den bösen Raubkopien einfacher und man hat auch noch das Verständnis der Leute die keinen Computer besitzen und eh nicht ins Kino gehen.

Peroy
Peroy

„Die Wachowski Brüder haben einen Hammerfilm gemacht und zwar Matrix“

… … … … nee, heute nich’…

Dietmar
Dietmar

Der war toll, bis Du ihn mir kaputt geredet hast! Mit Argumenten! Ich glaub´, es hackt …

Äh … zum Thema: Großartige Text-Analyse!

Trantor
Trantor

@frodo19: Geschwister. Nicht Brüder 🙂

@peroy: du bist so knuffig, erinnerst mich immer an die Uli Stein Maus mit dem ‚dagegen‘ Schild in der Hand.

turtle of doom
turtle of doom

Ein sehr schönes Beispiel für einen manipulierenden Propaganda-Artikel. Er zielt genau auf jene Leute, die über kein Hintergrundwissen über Filmproduktion und -vermarktung verfügen. „Ahh, soviele Details“ – und schon glaubt man der Journalistin.

Das Problem mit den Raubkopien besteht bloss darin, dass eine gewaltige Nachfrage nach Filmen besteht, und die Filmproduzenten sind bislang dabei gescheitert, diese zu befriedigen. Dabei ersparen „Raubkopierer“ ihnen sogar den Vertrieb von DVDs, und niemand muss eine BluRay in ein Regal räumen und niemand muss an einer Kasse sitzen.

Während Blockbuster ziemlich schnell verheizt und verbrannt werden, sind ältere Liebhaberfilme (z.B. „The Day of the Jackal“) nur schwer erhältlich. 14 € für eine DVD mit einem Film, der 1973 ins Kino kam? Nein danke, das ist nicht angemessen, wenn im Regal daneben für 8 € eine „Twilight“-Folge verramscht wird.

Wenn die Herstellung und der Versand der DVD wegfallen, könnten besonders ältere Spielfilme für 2-3 € zum Download angeboten werden. 3 € und das Gefühl, als Konsument fair behandelt zu werden dürften für die Produzenten doch mehr wert ein als wenn der „Raubkopierer“ für 0 € die Piratenbucht aufsucht.

Peroy
Peroy

„@frodo19: Geschwister. Nicht Brüder 🙂 “

Ein Bruder und ein amorphes, undefinierbares Etwas, ein Affront gegen Gott, die Natur und alles was gut und recht ist auf dieser Welt…

„@peroy: du bist so knuffig, erinnerst mich immer an die Uli Stein Maus mit dem ‘dagegen’ Schild in der Hand.“

Mich ekelt vor mir selbst, dass ich weiß, wer Uli Stein ist… aber das Kompliment geb‘ ich zurück.

Trantor
Trantor

„…und ein amorphes, undefinierbares Etwas, ein Affront gegen Gott, die Natur und alles was gut und recht ist auf dieser Welt…“

Heute mit dem falschen Fuß und Lech Walesa aufgestanden, oder was?!

Peroy
Peroy

„Heute mit dem falschen Fuß und Lech Walesa aufgestanden, oder was?!“

Warte, das muss ich erst googeln…

Peroy
Peroy

Kapier‘ ich nich‘.

Trantor
Trantor

Google News. Fast deckungsgleiche Stammtischparolen. Uh, warte, jetzt willst Du bestimmt sagen, Dein „ist ein Affront gegen Gott, Natur und Recht“ war ironisch gemeint, oder

Peroy
Peroy

„Google News. Fast deckungsgleiche Stammtischparolen. Uh, warte, jetzt willst Du bestimmt sagen, Dein “ist ein Affront gegen Gott, Natur und Recht” war ironisch gemeint, oder“

Nein. Ich hab‘ Fotos gesehen. Burn it with fire.

Trantor
Trantor

Not funny. Und außerdem enttäuschst Du mich, mensch, Junge: Bist doch sonst immer hundertprozentig gegen die Meinung der Masse und verteidigst dafür jeden Minderheitenschrott. Und jetzt was Geschlechtsumwandlung angeht vertrittst Du eine Meinung, mit der Du in jedem Schützenverein und bayrischen Bierzelt gleich hunderte Brüder im Geiste hast. Im Herzen also doch ein Spießer.

Peroy
Peroy

„Not funny. Und außerdem enttäuschst Du mich, mensch, Junge: Bist doch sonst immer hundertprozentig gegen die Meinung der Masse und verteidigst dafür jeden Minderheitenschrott. Und jetzt was Geschlechtsumwandlung angeht vertrittst Du eine Meinung, mit der Du in jedem Schützenverein und bayrischen Bierzelt gleich hunderte Brüder im Geiste hast. Im Herzen also doch ein Spießer.“

http://www.tagesspiegel.de/images/8422006/6940556/2-format1.jpg

Wortvogel
Wortvogel

@ Christian H.: Beim nächsten Hinweis auf regelmäßige Raubkopierei muss ich deine Beiträge löschen. Ich befürworte Raubkopien nicht und kann aus nachvollziehbaren Gründen hier keine Diskussionen darüber dulden.

@ Peroy: Mir gehen die Entschuldigungen für dich aus. Das war einfach nur „ass“. Auch für dich gilt: letzte Warnung vor mindestens einmonatiger Sperre.

DMJ
DMJ

Obwohl man jetzt Peroys Exkurs eigentlich nicht weiterführen sollte (und, obwohl ich damit wieder Gerüchte über mich bestärke ;)): Lana Wachowski sehe ich gerade als einen sehr guten Fall dafür, dass Geschlechtsumwandlung möglich ist. Sie ist jetzt keine sonderlich hübsche Frau, aber meines Erachtens eindeutig weiblich. Nicht nur nach der „Genitalsituation“, sondern auch optisch; gibt viele gebürtige Frauen, die maskuliner wirken.
Gerade darum ist es ja so tragikomisch, dass ihr Film eher die natürlichen Unterschiede betont, obwohl er das gerade nicht sollte (ich komme weder über Ghetto-Nigga-Tom-Hanks, noch die bizarre Transenmonstrosität Hugo Weavings hinweg). Da ist die Realität der Kunst tatsächlich mal überlegen.

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