Einer der großen, bisher zu wenig gewürdigten Vorteile des Cheat Day ist die Sensibilisierung für „gutes“ Essen. Wenn man nur einmal die Woche futtern darf, was man will, verschwendet man die Gelegenheit nicht an Fischstäbchen und Gummibärchen. Man gönnt sich was.

Ich bin ja, wie mittlerweile zu eruieren war, dieses Wochenende im schönen Speyer. Der Aussage unseres Stadtführers zufolge der Ort mit der höchsten Gastronomie-Dichte nach West-Berlin. Das glaube ich sofort: hier reiht sich Restaurant an Weinstube, Bistro an Café. Und zum samstäglichen Cheat Day habe ich mir gestern was ganz Besonderes gegönnt:

burger1

Wieder nur ein Burger? Mitnichten:

burger2

Süßkartoffel-Pommes hatte ich zuletzt im „Schimmel’s“ in Mississippi. Die sind brutal lecker. Und wie ein „Slow Food Burger“ schmeckt, wollte ich doch unbedingt mal wissen.

Fazit: Hammer. Perfekt, zart, würzig, fest, auf den Punkt. Das Brot kann vom Aroma mit dem Fleisch mithalten. Natürlich alles zu teuer und zu groß (vor dem letzten Viertel habe ich um meiner Linie willen kapituliert), aber das steigert nur den Event-Charakter.

Dazu Wostok-Limonade mit Tannenaroma.



24 “ Der zunehmend abnehmende Wortvogel (16): Cheat Day Deluxe ”

  1. 2
    Proesterchen

    Also ich bestelle keine Burger mehr, weil die selbst in normalen Restaurants scheinbar für ausgehungerte Adipöse portiniert werden und man als Normalo entweder freiwillig kapituliert, oder dazu gezwungen wird, weil der immer noch erkleckliche Rest auf dem Teller schlicht nicht ewig warm bleibt.

    PS: Den Burger hätte ich allein schon wegen der „interessanten Dips“ zur Beilage nicht genommen. Kartenschreiberwortschatzfail.

  2. 3

    „Interessante“ Dips? In der Tat unglückliche Wortwahl, damit könnte man auch Motoröl, Babykacke und Jauche umschreiben… 🙂

    Und muss das Brötchen so dunkel sein oder ist das angebrannt?

  3. 8

    BTW: Folgten wir einer Einladung zu einem „Event-Essen“, das von Gastronomie-Azubis ausgerichtet wurde, bei dem die zeigen wollten/sollten, was sie können. Da gab es so etwas wie „Pochierten Seewolf in Safran-Gelee auf Aioli-Creme“. ó.Ò Ja: Genauso hat es geschmeckt …

    Alle essen das, da wird dann ehrerbietig und kulturschwanger der Bedienung „Einen besonderen Gruß an die Küche!“ zugewispert. Und das Grauen nahm kein Ende. Wurde auch nicht dadurch verbessert, dass der beiläufig pianierende „Barpianist“ ein Pullover-bekleideter und beturnschuhter Abiturient war, der meinte, eine Stunde Programm würde wohl reichen. Reichte nicht. Fünf Mal „Skyfall“ is´n bisschen Nerven strapazierend. Besonders wenn es so schmeckt, dass ich, hätte ich das gekocht, meinen würde, das kann man niemandem vorsetzen.

    Da hält man Diät, ohne sie halten zu wollen, und weiß nicht, wie man die Stunde Wartezeit vor jedem (!) Gang mit Small-Talk überbrücken soll. Folter! Und danach etwas zu essen geht nicht, weil einem der Appetit komplett vergangen ist. Dieses Seewolf-Geschlabber … *schüttel*

  4. 10

    Meinen Respekt für deinen Diäterfolg. Nicht immer alles aufzuessen (gerade wenn es sehr gut ist!) musste ich auch erst lernen, ist meiner Meinung nach aber ein guter Indikator für eine tatsächlich veränderte Lebensführung 🙂

  5. 13

    „Meinen Respekt für deinen Diäterfolg. Nicht immer alles aufzuessen (gerade wenn es sehr gut ist!) musste ich auch erst lernen, ist meiner Meinung nach aber ein guter Indikator für eine tatsächlich veränderte Lebensführung“

    Und in Afrika verhungern die Kinder…

  6. 15

    @Peroy: Die haben auch nichts davon, wenn hier die Leute Übergewicht haben. Außerdem kann man sich Reste ja auch mitgeben lassen bzw. einfach mal in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag essen.

  7. 16

    „@Peroy: Die haben auch nichts davon, wenn hier die Leute Übergewicht haben. Außerdem kann man sich Reste ja auch mitgeben lassen bzw. einfach mal in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag essen.“

    Oder man putzt die Platte leer wie ein MANN.

  8. 19

    @Marcus #11: Die Fischstücke waren quasi roh und vorher in irgendeinem Alkohol-Kram eingelegt. Martini vielleicht? Ekelhaft. Ist Seewolf-Fleisch eher fettig und nicht fest? Man könnte es vermuten.

    @Peroy: Schmeckt also, wie er aussieht, der Fisch. Jedenfalls so zubereitet.

  9. 21
    Holgerwailb

    Eine gute Idee so ein Cheat Day, vor allem wenn man sich für seine Mühen dann so belohnt 😉 Für deinen nächsten hätte ich einen geilen Vorschlag: die
    Schnitzelei in Charlottenburg, da kommen Hammer-Schnitzel auf den Tisch.

  10. 24
    Vineyard

    *Ja, ich weiß das ist ein Necropush*

    @Burger:

    Der sieht ein wenig aus wie der „Spotted Pigs“ Burger aus einem New Yorker Lokal, von dem ich mal in einem Blog gelesen habe.

    Der Blogger (ein richtiger Küchen Sherlock) hat den Burger später perfekt rekontruiert und selber nachgekocht (sogar das Brot hat er selbstgemacht) und das Rezept gepostet.

    http://www.seriouseats.com/recipes/2010/04/the-spotted-pigs-chargrilled-burger-at-home-recipe.html

    IRGENDWANN koch ich das Teil nach. (Vielleicht wenn ich nochmal 10 Kilo runter habe.)



Antworten

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>