19
Dez 2012

Movie Mania 2012 (53): Kino-Kritik "Django unchained"

Themen: Film, TV & Presse, Movie-Mania 2012, Neues |

django-unchained-fan-poster-foxx-waltzUSA 2012. Regie: Quentin Tarantino. Darsteller: Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson, Jonah Hill, Don Johnson, James Remar, Zoe Bell u.a.

Story: Der ehemalige Zahnarzt Dr. "King" Schultz befreit den Sklaven Django, um mit seiner Hilfe drei Banditen zu finden, auf die ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Die beiden ungleichen Männer werden erst Freunde, dann Partner. Schultz erklärt sich bereit, Django bei der Suche nach seiner Frau zu helfen, die an den skrupellosen Plantagenbesitzer Candie verkauft wurde und ein unwürdiges Leben im "Candyland" führt.

Kritik: Es ist eine sehr straighte, dem Genre durchaus angemessen straffe Geschichte, die Tarantino in seinem neusten Film erzählt, darum darf man durchaus fragen, warum er wieder mal fast drei Stunden dafür braucht. Die Antwort: weil er Quentin Tarantino ist. Der kann nicht anders – und niemand findet sich bereit, ihn aufzuhalten.

Es hat vor drei Jahren hier für Wirbel gesorgt, als ich mich weigerte, die globale Begeisterung für den lustigen Nazimassaker-Streifen "Inglorious Basterds" zu teilen. Für mich war es ein menschenverachtendes, dummes, eitles und von sich selbst besoffenes Stück Brutalokino. Ich bin allerdings auch der Typ, dem seit "Pulp Fiction" kein Tarantino-Film mehr gefallen hat.

Ein Debakel wie IB ist "Django unchained" nicht. Tarantino geht hier deutlich fokussierter ans Werk, müht sich stärker um visuelle und narrative Stringenz. Er hat sich entschlossen, einen Western zu drehen und bleibt auch dabei. Darsteller, Kamera, Schnitt und Musik unterstützen diesen Ansatz, brechen nicht schmerzhaft aus den Konventionen aus, zwinkern nicht penetrant und permanent in Richtung Publikum oder Vorbilder.

Tarantino hat auch nicht vor, das Genre zu brechen oder zu kommentieren, wie Eastwood, Peckinpah und Costner es getan haben. Es ist ihm genug, den Italo-Western zu zitieren, ein wenig zu variieren, mit den bekannten Elementen zu spielen (Zooms, schnelle Schnitte, Montagen). Wie bei seinen Wühlkisten zum Thema Blaxploitation, Grindhouse und Hongkong will QT eigentlich nur sagen: guckt mal, was ich alles kenne! Was ich alles kapiert habe! Was ich alles nachmachen kann! Ob sich die Karriere eines Regisseurs primär auf Zweitverwertungen beschränken sollte, sei dahin gestellt.

Evil DiCaprio is evil!
Evil DiCaprio is evil!

Der einzige geniale Kniff, den ich Tarantino zugestehe (und den ich im Vorfeld eigentlich verflucht habe), ist die Transformation der Figur Django vom weißen Loner zum befreiten Sklaven. Damit wird unser Protagonist augenblicklich zum Außenseiter, zum Abschaum, zur lebenden Provokation für die arroganten Weißen. Er kann in keine Stadt kommen, ohne Konflikte zu schüren – denn er IST der Konflikt. Dieser Django ist durch die Hölle gegangen, schuldet niemandem irgend etwas und hat genug Anrecht auf Rache für zehn Lebenzeiten. Er ist die personifizierte "white guilt".

Massiv aufgewertet wird "Django unchained" außerdem durch Jamie Foxx, den ich bislang noch nicht wirklich auf dem Schirm hatte (seinen Durchbruch "Ray" habe ich nie gesehen). Er hat nicht nur das (nur begrenzt notwendige) schauspielerische Talent für die Rolle, sondern vor allem auch das Charisma, die Leinwandpräsenz. Sein Django hat genügend Ausstrahlung, um im Saloon das Klavier zum Schweigen zu bringen. Das ist gerade bei einer solchen Figur unverzichtbar und Tarantino hat eine gute Nase bei der Wahl besessen.

So überrascht es nicht, dass "Django unchained" über weite Strecken sehr unterhaltsam ist und durch den erzählerischen Fokus deutlich mehr Tempo entwickelt als IB. Die ersten ein, zwei Stunden sind ein erwartungsgemäß hyperbrutales, so launiges wie bildstarkes "best of" der Erzählstile von Leone und vor allem Corbucci. Wer Interesse und die notwendige Expertise hat, kann in fast jeder Komparsenrolle irgendeinen obskuren Kultstar entdecken.

Django braucht keine Monatskarte!
Django zahlt heute nicht – Django hat eine Monatskarte!

Leider bremst sich Tarantino im letzten Drittel selber aus, weil sein Hang zu ständigen "cleveren" Dialogen (die in diesem Fall bestenfalls unterhaltsam sind) endgültig die Oberhand gewinnt. Viel zu lange sehen wir Schultz und Django zu, wie sie mit Candie schachern, der ihnen intellektuell viel zu weit unterlegen ist, um ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Die Narrative steigt massiv auf die Bremse und gerade weil wir schon über zwei Stunden dabei sind, regt sich dieser "Nun macht aber mal hin!"-Unwillen lange bevor es zum furiosen, aber doch sehr erwartbaren Showdown kommt.

Abgesehen von den Tempoproblemen, die fast schon ein Markenzeichen von Tarantino-Filmen sind und die primär daher rühren, dass der "Meister" nicht bereit ist, seine Werke mit der Hilfe von Profis auf (v)erträgliche zwei Stunden herunter schneiden zu lassen, gibt es auch noch viele andere "Markenzeichen" zu besichtigen, die QT-Nerds das Höschen feucht machen, andere Filmfans wie mich aber kalt lassen. Klar, die Gewalt ist eiskalt und brutal, der rote Saft spritzt wie aus Fontänen. Sterben ist grausam. Muss man das so gafferfreundlich aufarbeiten? Ich glaube kaum. Rückblenden? Logo. Aber keine einzige davon ist dramaturgisch notwendig. Gastauftritt von Original-"Django" Franco Nero? Ehrensache. Ein Hiphop-Song auf dem Soundtrack, nur um zu beweisen, dass sogar sowas in einem Western funktioniert? Sorry, ich fand Jim Croces "I got a name" mutiger. Flotte Sprüche, feiste Oneliner? Waren wohl im Schlussverkauf billiger.

Vor allem aber, um damit kommen wir zu meinem primären "beef" mit "Django unchained": es ist KEIN Django-Film, so wie "Inglorious Basterds" KEIN Remake von Castellaris Actionfilm war. Kein wortkarger Antiheld, kein Sarg, kein Maschinengewehr, keine Mexikaner, keine Armee. Django ist schwarz, hat eine Ehefrau, einen besten Freund, der den Film über Strecken fast zum Buddy-Movie mutieren lässt – und am Schluss hat er auf ganzer Linie gewonnen. Der Nihilismus des Originals, seine Hoffnungslosigkeit, seine Anklage – Tarantino hat vielleicht die Mechanismen verstanden, aber nicht die Message von "Django". Oder sie schert ihn einfach nicht. Sein Film ist ein Etikettenschwindel.

So bleibe ich zerrissen und unzufrieden zurück: ja, über weite Strecken ist "Django unchained" eine unterhaltsame Hommage an den Italo-Western im typischen QT-Stil. Aber es ist auch immer offensichtlich, dass der Film OHNE den typischen QT-Stil deutlich besser wäre. Tarantinos Markenzeichen entpuppen sich hier einmal mehr als Makel, die dem Film die Präzision und die Atmosphäre rauben. In "Django unchained" steckt an keiner Stelle die große Verbeugung vor dem Italo-Western, die Tarantino vielleicht angestrebt hat – aber er ist auch nur zwei Wochen mit einem ordentlich Cutter im Schneideraum von einer großartigen Variante desselben entfernt.

Fazit: Ein launiges, aber überlanges Pastiche des Italo-Westerns und des Mandingo-Melodrams, das zwar eine gewisse erzählerische Reife zeigt, ansonsten aber alle typischen Tarantino-Defizite mitbringt. QT-Fans seien ermutigt, QT-Kritiker gewarnt.

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P.S.: Nach nochmaliger Lektüre rate ich dringend, die Kommentare zur Basterds-Kritik erneut zu goutieren. Highlights über Highlights.



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Georg
Georg
19. Dezember, 2012 13:47

"Es hat vor drei Jahren hier für Wirbel gesorgt, als ich mich weigerte, die globale Begeisterung für den lustigen Nazimassaker-Streifen “Inglorious Basterds” zu teilen. Für mich war es in menschenverachtendes, dummes, eitles und von sich selbst besoffenes Stück Brutalokino. Ich bin allerdings auch der Typ, dem seit “Pulp Fiction” kein Tarantino-Film mehr gefallen hat."

Hey, noch einer der in diesem Fall so denkt wie ich. Dachte immer, ich wäre in diesem Punkt der einzige. Die Begeisterung in meinem Freundeskreis für “Inglorious Basterds” fand ich schon immer nicht nachvollziehbar, der Film ist einfach nur zum Kotzen!

gerrit
gerrit
19. Dezember, 2012 13:57

Jamie Foxx war brauchbar in "Dreamgirls" und das Beste an "Operation Kingdom". Danke fürs Schauen, so kann ich mir den sparen.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 14:19

@ gerrit: Stimmt, stimmt stimmt! In "Operation Kingdom" hatte ich ihn gesehen und fand ihn da auch ziemlich gut.

Exverlobter
Exverlobter
19. Dezember, 2012 14:21

"außerdem durch Jamie Foxx, den ich bislang noch nicht wirklich auf dem Schirm hatte"

Du musst unbedingt mal "Stealth" sehen. Eine ganz große Perle (hüstel) des Sci-Fi-Kinos!

Karsten
19. Dezember, 2012 14:22

Wooot….wie diese überaus launige Kritik mit ebenso launiger Diskussion zu “Inglorious Basterds” voll an mir vorbeigegangen ist. Gleich mal nachgeholt 🙂

Icke freu mir auf Django unchained – ich mag QTs Verspieltheit, die ausufernden auf cool getrimmten Dialoge, die ganzen nerdigen Stilmittel. Ich mochte die Nazi-Jagd genauso gern wie die Kill Bill-Orgie. Über Pulp Fiction und Reservoir Dogs müssen wir nicht reden. 4 Rooms war lange Zeit unser Abschlussfilm an langen DvD-Nächten (bis Kung Pow kam "hust"). Selbst Jackie Brown habe ich schon einige Male sehr gerne gesehen. Und die meisten der Filme, bei denen er außerdem seine Finger im Spiel hatte, mag ich ebenso. Einzig Deathproof nervt so richtig und stinkt gerade in der Grindhouse-Koop ordentlich gegen Planet Terror ab.

PS: Wie immer sehr schön geschrieben und nachvollziehbar argumentiert.

Exverlobter
Exverlobter
19. Dezember, 2012 14:27

"Einzig Deathproof nervt so richtig und stinkt gerade in der Grindhouse-Koop ordentlich gegen Planet Terror ab. "

Bei mir ist es umgekehrt. Ich fand Deathproof Ok aber Planet Terror war IMO der letzte Rotz.

Reini
19. Dezember, 2012 14:53

Also Freunde, überlasst das Retro-Feld nicht mehr Tarantino, sondern spendet Peroy und mir das Geld für unseren 2013er-Giallo "Profondo Rosso – Die Farbe des Todes leuchtet wieder". 8)

DMJ
19. Dezember, 2012 14:57

Klingt bedauerlich einleuchtend!
Ich gehe davon aus, dass mir der Film an sich besser gefallen wird (auch IB mochte ich dann, trotz anfänglich starker Vorbehalte und dem Problem, dass viele Leute ihn nicht verstehen und aus den falschen Gründen mögen), aber was hier rein an Fakten aufgezählt wird, zeigt halt schon, dass es kein echter "Django"-Film ist. – Und das ist wahrlich kein sehr enges Label.
Schade. Ich sah den Trailer vor "Skyfall" und dachte ganz altmodisch bei mir "Ein neuer Bond, ein neuer Django… eine schöne Zeit für Männerfilme!" – aber letzteres wird es dann ja wohl nicht wirklich.

Karsten
19. Dezember, 2012 15:21

"aber was hier rein an Fakten aufgezählt wird, zeigt halt schon, dass es kein echter “Django”-Film ist"

Wie hoch wird man eigentlich am Baum aufgeknüpft, wenn man zugibt, dass man das Original noch nie gesehen hat? "Spiel mir das Lied vom Tod", "Zwei glorreiche Halunken", "Für eine Handvoll Dollar", usw. usf. -alle gesehen und auch meist immer wieder gerne gesehen. Aber Django ist in noch jüngeren Jahren stets an mir vorbeigegangen, lange Zeit verband ich mit dem Titel die eher schlechten Namensklau-Auskopplungen, die reihenweise Nachts auf Kabel1 und Co. liefen.

Aber wenn der Original-Django wirklich so gut ist, sollte man QT vielleicht alleine dafür danken, dass er den einen oder anderen auf die Vorlage aufmerksam macht. Ich werde den Film auf jeden Fall nachholen, bevor ich ins Kino gehe.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 15:30

@ Karsten: Zu den "must see"-Filmen zähle ich neben "Django" noch "Keoma" und "Djangos Rückkehr", auch wenn letzterer eher eine Kuriosität ist.

heino
heino
19. Dezember, 2012 15:34

Also alles wie gehabt. Da der Trailer michs chon kalt ließ, werde ich mir den Streifen sparen und freue mich auf Foxx als Electro im nächsten Spider-Man.

DMJ
19. Dezember, 2012 16:06

So ist es, "Django" und "Keoma" müssen sein!
– Letzterer ist, wie ich aus vertraulicher Quelle weiß, ja der beste Film der Welt und Missfallen desselben wird durch Extraktion der Ovarien geahndet, was hart, aber gerecht ist.

Karsten
19. Dezember, 2012 16:13

Da hab ich ja einen netten Filmabend vor mir 😉 Ovarien musste ich erst angsterfüllt nachschlagen, nur um dann beruhigt und weiterhin lebensfroh in meinem Chef-Sessel zusammenzusacken.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
19. Dezember, 2012 16:22

Vielleicht hat Tarantino mit dem Verzicht auf Sarg, Minigun & Co. einfach nur das Thema "Django" auf die Spitze getrieben, da zu dessen Hochzeiten jeder x-beliebige Western irgendein "Django" im Namen trug?!
Oder waren das nur die cleveren dt. Verleiher und im Rest Europa sah es anders aus?

DMJ
19. Dezember, 2012 16:44

@Rudi Ratlos:
Das ist durchaus eine Theorie! Ich mein, selbst wenn das in Deutschland schlimmer war, als sonstwo, war "Django" ja wohl auch sonst recht früh eine recht großzügig verteilte Marke.

Oh, und ich habe gerade mal den IB-Thread gelesen. GUTE GÜTE!
Anscheinend bin ich da (mangels damaliger Filmkenntnis) ausgestiegen, bevor es richtig lustig wurde und die Oscar-Jury zur Stimme Gottes erklärt und Rücksicht auf die zarten Gefühle der rechten Szene gefordert würde (weil ja in Thailand alles besser ist)! O_°

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 17:36

"Es hat vor drei Jahren hier für Wirbel gesorgt, als ich mich weigerte, die globale Begeisterung für den lustigen Nazimassaker-Streifen “Inglorious Basterds” zu teilen. Für mich war es ein menschenverachtendes, dummes, eitles und von sich selbst besoffenes Stück Brutalokino."

Womit du damals so falsch gelegen hast wie heute. Gräm' dich nicht, wir vergeben dir… irgendwann…

By the way: "menschenverachtendes, dummes, eitles und von sich selbst besoffenes Stück Brutalokino."

Die perfekte Umschreibung für so gut wie jeden Sack Schneider-Streifen…

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 17:46

"Ich gehe davon aus, dass mir der Film an sich besser gefallen wird (auch IB mochte ich dann, trotz anfänglich starker Vorbehalte und dem Problem, dass viele Leute ihn nicht verstehen und aus den falschen Gründen mögen),"

Nein, Mumbabwe, es sind schon die richtigen Gründe… in diesem Fall bist du der Vollhonk.

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 17:55

"Es hat vor drei Jahren hier für Wirbel gesorgt, als ich mich weigerte, die globale Begeisterung für den lustigen Nazimassaker-Streifen “Inglorious Basterds” zu teilen. Für mich war es ein menschenverachtendes, dummes, eitles und von sich selbst besoffenes Stück Brutalokino. Ich bin allerdings auch der Typ, dem seit “Pulp Fiction” kein Tarantino-Film mehr gefallen hat."

Erstens kannst du "Inglourious Basterds" immer noch nicht richtig schreiben.

"Vor allem aber, um damit kommen wir zu meinem primären “beef” mit “Django unchained”: es ist KEIN Django-Film, so wie “Inglorious Basterds” KEIN Remake von Castellaris Actionfilm war."

Zweitens lautet damals wie heute (damals allerdings eindrücklicher) die korrekte Antwort darauf: Na und?
Mir scheint, das wird wieder eines dieser Vogel-Reviews, bei denen der Film eigentlich nichts wirklich schlecht macht, sondern nur anders, als du es gerne gehabt hättest. Und jetzt versuchst du, uns einzureden, warum das keine Frage des Geschmacks, sondern "falsch" ist.

Drittens zeigt schon der obige Abschnitt, dass wir in Sachen QT soweit voneinander entfernt sind, dass wir uns dreißig hitzige Kommentare sparen können, indem wir uns gleich jetzt auf "agree to disagree" einigen.

Ich werde ihn sehen. Und ich werde ihn lieben. Deal with it. 😉

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 17:55

"Bei mir ist es umgekehrt. Ich fand Deathproof Ok aber Planet Terror war IMO der letzte Rotz."

Noch mehr Gründe, ihn zu ignorieren… ich werde wohl nie wieder mit ihm SPrechen können. Schade.

Und ja, gebt mir euer Geld !

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 18:03

@ Marcus: Darauf können wir uns gerne einigen – wenn du den Unfug zurück nimmst, ich würde meine eigenen Erwartungen auf den Film projizieren. Das ist ein dummes Totschlagargument ohne jede Substanz und dir nicht würdig.

Ich habe IB genau so geschrieben, wie ich es für richtig erachte.

Mr. Fox
Mr. Fox
19. Dezember, 2012 18:07

Tarantino ist ein Filmnerd, der uns immer wieder beweisen muss, was er alles für tolle, schräge und abseitige Filme, Soundtracks und Figuren kennt und verstanden hat. Und JA – das nervt auf die Dauer ein bisschen – war aber in bisher allen Fällen insgesamt um Lichtjahre besser als der Mist, der uns sonst aus der US-Ecke in die Kinos geprügelt wird. Tarantino macht selten ALLES richtig und liegt auch mal daneben – aber in jedem seiner Filme spürt man, dass er das Medium Kino liebt. Und diese Liebe ist ehrlich und kompromisslos – eine Eigenschaft die heute KEIN US-Filmemacher in der Preisklasse behalten und so durchsetzen kann. Und er macht in Sachen Drehbuch und Regie einfach so ziemlich alles besser als 95% seiner Kollegen. Und niemals wird jemand wie Zack Snyder auch nur eine handvoll von dem verstehen, wovon der Quentin ein ganzes Footballstadium voll Ahnung von hat.

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 18:16

"Darauf können wir uns gerne einigen – wenn du den Unfug zurück nimmst, ich würde meine eigenen Erwartungen auf den Film projizieren."

Sorry, den Eindruck habe ich ab und an mal.

Nicht bei IB – da glaube ich dir, dass du den genuin nicht magst, auch wenn ich das Problem nicht sehe, dass er kein Castellari-Remake ist. Nix gegen den Italiener-"Bastards", aber ernsthaft, findest du den so unübertrefflich großartig, dass jede Abweichung Verrat / eine Verschlechterung ist?

Aber z.B. bei dem okayen "Green Hornet", wo ich damals das Gefühl nicht loswurde, dass du zu hart zu ihm warst, weil du einfach nicht verzeihen konntest, dass Comedy geliefert wurde, obwohl du eine ernsthafte Verfilmung bevorzugt hättest. Das ist als persönliuches Geschmacksurteil legitim, ist aber eben KEINE Schwäche, die man dem Film zurechnen kann, so "Da funktioniert der Film nicht….".

Bei Django? Keine Ahnung, hab ihn ja noch nicht gesehen.

Aber von mir aus – es sei nicht zurückgenommen, aber doch zumindest als "sehr subjektiver Eindruck" markiert.

Mencken
Mencken
19. Dezember, 2012 18:17

Fand die letzten zwei Tarantino Filme grottenschlecht und der Django Trailer taugt auch nicht, denke, auf den Film werde ich dankend verzichten.

@Mr. Fox: Halte ich für Quatsch, mir fallen da diverse Leute in der Preisklasse (oder deutlich darüber) ein, die das Medium Kino offensichtlich ebenso lieben. Bei denen beschränkt sich die Liebe aber nicht auf größtenteils möglichst unbekannte B-Filme und der Drang, diese permanent zur Schau stellen zu müssen, ist auch nicht vorhanden.

PabloD
PabloD
19. Dezember, 2012 18:20

…wobei Football natürlich die absolut größmögliche Ami-Sport-Sch**** ist, die man sich vorstellen kann. Ja, noch vor Baseball.

Von daher eher kein Argument PRO Tarantino 🙂

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 18:23

@Mr Fox: gut zusammengefasst.

Zu viele Filmzitate bei Tarantino zu kritisieren ist wie sich auf einem Metallica-Konzert über die Lautstärke zu beschweren. Wer das macht, ist einfach falsch hier oder hat das Prinzip nicht verstanden.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 18:41

@ Mr. Fox: Das ist für GAR kein Argument. Tarantino mag Filme – oder nur jemand sein, der nichts anderes tut, als über seine Liebe zum Film reden und die Filme anderer Leute für sich auszuschlachten. Ich selber maße mir nicht an zu beurteilen, ob im stillen Kämmerlein nicht viele A-Regisseure deutliche mehr Liebe und Expertise haben. Und Liebe zum Film zwingt auch nicht zur permanenten Zweitverwertung.

@ Marcus: "Green Hornet" finde ich retrospektiv noch beschissener als in meinem Review, das ja noch vergleichsweise milde war. Ich halte jedes gebrachte Argument weiterhin für valide – ob man den Film für sich anderes bewertet, bleibt jedem überlassen. Ich verbitte mir nur diese Non-Argumente wie "Du sagst das nur, weil du…" – ich sage bei deiner Replik ja auch nicht seufzend "War ja wieder klar, dass DU das so siehst". Ich bin für jede Diskussion zu haben, nicht aber für ad hominem-Attacken.

Übrigens habe ich IB mit dem Castellari-Film verglichen, ihn aber nicht am Castellari-Film gemessen. Meine Kritik an Tarantinos Film bezog sich ganz klar auf die Schwächen in Story, Dramaturgie und Darstellung.

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 18:57

"Ich bin für jede Diskussion zu haben, nicht aber für ad hominem-Attacken."

Attacke? Jessas, kleiner hast du es nicht? Ich schrieb nicht umsonst EINDRUCK. Der ja an deinen eigenen Worten zu belegen ist – siehe meine Kommentare damals. Aber lass uns die Diskussion zu "Green Hornet" nicht wiederholen. Führte damals schon zu nichts außer schlechter Laune.

"Übrigens habe ich IB mit dem Castellari-Film verglichen, ihn aber nicht am Castellari-Film gemessen."

Habe ich nicht anders behauptet. Ich finde aber damals wie heute nicht, wieso es eine Schwäche von "Django Unchained" oder IB ist, kein Remake zu sein.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 19:02

@ Marcus: Warum heißt IB dann nicht "Freedom Fighters" und DU nicht "Nigga unchained"? Und "Showgirls Exposed" nicht "Cheap Tits", btw? Es ist Tarantino, der wie gaskrank darauf pocht, den alten Heroen seine Aufwartung zu machen, letztlich aber nur ihre Leichen fleddert. Und darum kommt auch kein homogenes Produkt dabei raus.

Der Vergleich von Tarantino und Metallica hinkt. Warum sollte man Defizite eines Regisseurs (und von denen rede ich) nicht aufzählen dürfen, nur weil sie bekannt sind? Nicht verwechseln: ich rede von seinen Defiziten, nicht seinem Stil. Über den zu reden wäre in der Tat überflüssig. Tarantino ist Tarantino ist Tarantino. Aber dass er auch straffer, billiger, temporeicher und letztlich befriedigender erzählen kann, hat er bewiesen (RD, PF).

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 19:19

"Warum heißt […] DU nicht “Nigga unchained”?"

Wer, ich? 😆

"Nicht verwechseln: ich rede von seinen Defiziten, nicht seinem Stil. Über den zu reden wäre in der Tat überflüssig."

Pastiche aus anderen Filmstilen, Insiderzitate, Dialoglastigkeit, unerwartete Gewaltausbrüche. Du nennst es Defizite, ich nenne es Teil seines Stils.

Wie schon gesagt: wir werden es wohl beide nicht schaffen, den anderen zu überzeugen oder ihm unseren Standpunkt wenigstens nahezubringen. Und "Django Unchained" hab ich ja noch nicht gesehen. Also nix für ungut, lassen wir es zumindest so lange ruhen.

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 19:21

"@ Marcus: “Green Hornet” finde ich retrospektiv noch beschissener als in meinem Review, das ja noch vergleichsweise milde war."

Das wäre einer meiner herausragenden Filme der letzten Dekade gewesen… vermutlich ist das wirklich der beste Superhelden-Film, den es gibt.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 19:22

@ Marcus: Klar können wir die Diskussion lassen, aber ich finde, wir sind gerade an keinem sehr neuralgischen Punkt. Die von dir aufgezählten Elemente können funktionieren – und funktionieren in einigen QT-Filmen besser als hier. Aber wenn du das Review liest: mein Hauptproblem ist die Tarantino-notorische Überlänge, die überzogene Geschwätzigkeit der Dialoge, die SINNLOSIGKEIT der unerwarteten Gewaltausbrüche, die jedes Drama torpedieren Witzchen – das wiederum sind Defizite, die alles, was an seinem Stil Spaß macht, torpedieren.

Aber wir reden wirklich besser weiter, wenn du den Film gesehen hast.

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 19:23

@ Peroy: Und du bist vermutlich gerade ans Bett gefesselt und tippst mit der Nase.

DMJ
19. Dezember, 2012 19:23

@Peroddl:
Nein, nein – die Doofmütze in Sachen IB trägst weiterhin du. 8)

@Marcus:
Wie gesagt, ich rechne auch damit, den Film zu mögen, aber der Wortvogel hat es doch eigentlich gut getrennt: Guter Film (wenn auch etwas zerquatscht, aber nicht bis zur Unerträglichkeit) aber eben nicht der "Django" als der er sich ausgibt. Das ist kein Schlechtmachen, sondern nur das Hinweisen auf eine Verwirrung (böse könnte man sagen, einen Etikettenschwindel), welche die vom Film und Marketing erzeugte Erwartungshaltung verursachen kann.

Oh, und der Eingangssatz von #28 zeigt, dass die Abkürzung des Filmtitels zu wunderschönen Missverständnissen führen kann und hoffentlich auch wird… oder warum heisst denn Marcus verdammt nochmal nicht Nigga Unchained? 😉

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 19:25

@ DMJ: Stimmt eigentlich – künftig nenne ich Marcus nur noch Nigga Unchained.

DMJ
19. Dezember, 2012 19:28

Ich sehe gerade, dass während meines Schreibens Marcus schon selbst den Gag brachte, mit dem ich meinen Beitrag gewitzt abzurunden glaubte… 🙁

Mr. Fox
Mr. Fox
19. Dezember, 2012 19:31

@ Wortvogel
Genau das ist der Irrtum – es gibt bei Tarantino keinen Unterschied zwischen dem Freak der begeistert über Filme redet und dem Regisseur der die Filme ausschlachtet. Seine Filme sind nichts anderes als Konversationen über die Sachen die ihn faszinieren. Er reflektiert das Kino, das ihn fasziniert durch seine Arbeit als Autor und Filmemacher und strickt sich daraus eben seine ganz eigenen Pastiche-Patchworks. Wenn du das tendenziell sehr subjektiv, einseitig und auf die Dauer kindisch findest würde ich dir gar nicht widersprechen. ABER – das Ergebnis ist oft eben doch besser als die Arbeiten seiner Kollegen in dem Budgetbereich. Es ist IMMER eine Verbeugung vor dem Kino als Medium, nur manchmal halt in bunten Bermudashorts und Sandalen. Man kann und soll Tarantino kritisieren – aber es ist Kritik an Kino auf hohem filmischen Niveau in Bezug auf Regie, Schauspiel, Drehbuch und Bildgestaltung.

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 19:33

"@Peroddl:
Nein, nein – die Doofmütze in Sachen IB trägst weiterhin du. 8)"

Neinneinnein… du bist der Klassen-Arsch und Nazi-Sympathiesant. 🙂

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 19:37

"@ Peroy: Und du bist vermutlich gerade ans Bett gefesselt und tippst mit der Nase."

Och, nicht doch…

DMJ
19. Dezember, 2012 19:40

Allein der Nazi-Sympathiesant beweist schon allen skeptischen Geistern, dass Peroy schon wieder seinen Stammplatz im Schaukelstuhl auf der Veranda der La-la-Farm eingenommen hat. 😀

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 19:42

"Allein der Nazi-Sympathiesant beweist schon allen skeptischen Geistern, dass Peroy schon wieder seinen Stammplatz im Schaukelstuhl auf der Veranda der La-la-Farm eingenommen hat. :D"

Dann leg' doch mal ausführlich dar, warum der Rest der Menschheit IB aus den falschen Gründen mag und du der einzige bist, der ihn tatsächlich richtig kapiert hat… 😛

African-American Unchained
African-American Unchained
19. Dezember, 2012 19:47

"Stimmt eigentlich – künftig nenne ich Marcus nur noch Nigga Unchained."

Pöh. Nicht sehr PC… 😆

DMJ
19. Dezember, 2012 19:48

Oh, nicht der Rest der Menschheit! Gibt so einige Leute, die erkannt haben, dass es kein simpler Gut-gegen-Böse-Film ist, aber manche eben nicht und gerade die schlagen vorsichtshalber gleich mit der Nazi-Sympathisantenkeule zu, wenn jemand zwischen Nazis und Wehrdienstleistenden in der Armee der Nazis unterscheidet.

Marcus
Marcus
19. Dezember, 2012 19:49

S. #41:

Kaum gebrauchter Nickname umständerhalber billig abzugeben.

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 19:54

"Oh, nicht der Rest der Menschheit! Gibt so einige Leute, die erkannt haben, dass es kein simpler Gut-gegen-Böse-Film ist, aber manche eben nicht und gerade die schlagen vorsichtshalber gleich mit der Nazi-Sympathisantenkeule zu, wenn jemand zwischen Nazis und Wehrdienstleistenden in der Armee der Nazis unterscheidet."

Deswegen heißt er ja auch "Inglourious Basterds" und nicht "Inglourious Good Guys", gelle…

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 19:54

@ Mr. Fox: Bevor ich zu gehaltvollerer Abendunterhaltung übergehe, gönne ich mir den hier noch….

"Genau das ist der Irrtum" – nein. Es ist das, was du fälschlicherweise für einen Irrtum hältst.

"es gibt bei Tarantino keinen Unterschied zwischen dem Freak der begeistert über Filme redet und dem Regisseur der die Filme ausschlachtet." – genau. Und das ist mittlerweile sowohl vorhersehbar als auch eintönig.

"Seine Filme sind nichts anderes als Konversationen über die Sachen die ihn faszinieren." – Konversationen mit WEM?

"Er reflektiert das Kino, das ihn fasziniert durch seine Arbeit als Autor und Filmemacher und strickt sich daraus eben seine ganz eigenen Pastiche-Patchworks." – was eine tolle Sache wäre, wenn die funktionieren würden. Seine beiden besten Filme (die ersten) haben das nicht getan. Sie waren zwar klaren Genres verbunden, haben aber nicht versucht, diese nachzuäffen. So there.

"Wenn du das tendenziell sehr subjektiv, einseitig und auf die Dauer kindisch findest würde ich dir gar nicht widersprechen." – genau das tust du.

"ABER – das Ergebnis ist oft eben doch besser als die Arbeiten seiner Kollegen in dem Budgetbereich." – nein.

"Es ist IMMER eine Verbeugung vor dem Kino als Medium, nur manchmal halt in bunten Bermudashorts und Sandalen." – die hehre Absicht macht keinen guten Film.

"Man kann und soll Tarantino kritisieren" – oh danke! Das klingt so gar nicht nach "Man kann und soll den Papst kritisieren, ABER…"

Und hier ist das aber:

"aber es ist Kritik an Kino auf hohem filmischen Niveau in Bezug auf Regie, Schauspiel, Drehbuch und Bildgestaltung." – auch hier: nein. DU ist zu lang, zu unfokussiert, hat zu viele geschwätzige Dialoge und ist schauspielerisch allenfalls in Ordnung.

Es tut mir leid, ich respektiere dich wirklich, aber das ist Nerdgefasel. Tarantino ist nicht per se und automatisch hochwertig, jeder Film muss sich neu beweisen und seit langem beweist er nicht mehr viel. Bei schwachen Filmen die Behauptung in den Raum zu stellen, der verehrte Regisseur sei halt GENERELL von phänomenösem Talent, ist einfallslos und unredlich.

Ich verteidige auch geliebte Regisseure nicht, wenn sie schlechte Filme drehen: Gondry mit "Green Hornet", Zack Snyder mit "Sucker Punch", Alex Proyas mit "Knowing". Und ich lobe auch verhasste Regisseure, wenn sie (halbwegs) gute Filme drehen: Boll mit "Postal", Bay mit "Transformers 3". Wenn man als Fanboy jemanden vergolden, ins Regal stellen und anbeten will – bitte. Aber mir das als generellen Konsens zu verkaufen wird nicht gelingen.

Guten Abend.

Dr. Acula
19. Dezember, 2012 20:04

Ob DU gut ist? Keine Ahnung. Werd ich auf DVD/BR rausfinden.
Dass der vogel IB nicht bzw. falsch verstanden hat? Jupp. IB war nach Death Proof der Film, der mir bewiesen hat, dass Tarantino sein Pulver noch nicht verschossen hat (und eigentlich schon mit der allerersten Einblendung verrät, wie man ihn handhaben soll… "Once upon a time…").

Peroy
Peroy
19. Dezember, 2012 20:06

"“Er reflektiert das Kino, das ihn fasziniert durch seine Arbeit als Autor und Filmemacher und strickt sich daraus eben seine ganz eigenen Pastiche-Patchworks.” – was eine tolle Sache wäre, wenn die funktionieren würden. Seine beiden besten Filme (die ersten) haben das nicht getan. Sie waren zwar klaren Genres verbunden, haben aber nicht versucht, diese nachzuäffen. So there."

Das waren nicht seine besten Filme. Sein bester Film ist (oh Wunder) IB.

Marko
19. Dezember, 2012 20:25

Also, ich fand "Sucker Punch" sehr ansehnlich. 😎

Will Tippin
Will Tippin
19. Dezember, 2012 21:07

@Wortvogel: Was ist eigentlich aus dem Artikel "Top 5 der Wortvogel-Trolle" geworden, den du in den Kommentaren zu IB angekündigt hast?

Wortvogel
Wortvogel
19. Dezember, 2012 21:33

@ Will: Das ein Scherz angesichts des Spackens, der da rumgetrollt hat.

Ich könnte so eine Liste natürlich machen, aber das wäre blanke Provokation. Teilweise überschneidet sich das allerdings mit einer geplanten "Die größten WV-Battles"-Liste.

Exverlobter
Exverlobter
19. Dezember, 2012 21:38

"Bay mit “Transformers 3″

Ist zwar alles Geschmacksache, aber ich dachte Bay hätte mit Pearl Harbor schon nicht tiefer sinken können. IMO hat er mit Transformers 3 aber nun definitiv den Bodensatz erreicht.

Exverlobter
Exverlobter
19. Dezember, 2012 21:41

“Die größten WV-Battles”

Oh ja, die Züchtigung der McDonals-Pöbler ist da wohl definitiv drin.

Dietmar
Dietmar
20. Dezember, 2012 01:41

“Ich bin für jede Diskussion zu haben, nicht aber für ad hominem-Attacken.”

Attacke? Jessas, kleiner hast du es nicht?

Die Dinger heißen nun einmal so…

Ja, weiter habe ich noch nicht gelesen und gehe jetzt in´s Bett. Werde ich diesen Film sehen? Wohl nicht im örtlichen Kino, da liefen die Basterds auch nicht (oder so kurz, dass ich sie verpasst habe) und ebenso nicht Watchmen oder John Rambo. Solange es Ice Age 1 bis drölfzig gibt, geht das eben auch ohne Nerd-Publikum. 🙂

Dietmar
Dietmar
20. Dezember, 2012 01:45

Doch weitergelesen. Mein Lacher des Tages:

@ Peroy: Und du bist vermutlich gerade ans Bett gefesselt und tippst mit der Nase.

bloopers
bloopers
20. Dezember, 2012 03:57

Auch wenn der Moment vorbei ist, da man Filme aufzählt, aus denen Jamie Foxx einem Filmotasten ein Begriff sein muss, wollte ich mal dringend "der Solist" nachwerfen.
Der neue QT wird geschaut und das liefern, was ich erwarte.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 09:38

@ Bloopers: Missversteht mich nicht – natürlich KENNE ich Jamie Foxx. Ich habe diverse Filme mit ihm gesehen und auch die Folge von "Saturday Night Live" letzte Woche. Aber ich hatte ihn nie als Star auf dem Radar.

MrFox
MrFox
20. Dezember, 2012 09:54

@ Wortvogel

Seine beiden ersten Filme haben genauso Filme, Figuren und Themen gemixt wie seine letzten. Nur waren RD und PF extrem geprägt von QTs amerikanischer Vorstellung eines europäischen Kinos, das es so nie gegeben hat und weniger von Genrefilmen. Sein Stil war damals noch etwas neues, er war ein Niemand und musste etwas beweisen.

Ich habe Django natürlich noch nicht gesehen, kann also dazu nichts sagen. Aber mein Eindruck ist (auch bei IB) der, dass die Schwächen der Filme vor allem eine Folge davon sind, dass er fast ohne äußere Zwänge, Testvorführungen, Marktforschung und ängstliche Produzenten Filme machen kann. Und da QT neben Paul Thomas Anderson und den Coens so ziemlich der einzige US-Autorenfilmer ist, der in den USA ernsthaft stattfindet und der erfolgreichste noch dazu, hat er auch wenige kritische Kräfte, die dort eingreifen, wo es nötig wäre.
Und trotzdem – ich bleibe dabei – es gibt (bisher) keinen einzigen schwachen Tarantino-Film. Das liegt an seiner "Genialität" sondern einfach daran, dass er unterm Strich immer noch genug richtig macht, damit die Filme rocken.

Patrick
Patrick
20. Dezember, 2012 10:29

@Wortvogel: Wieso gibst du dich hier manchen Diskussionen hin? Erspare dir die nerven 🙂

Ich empfand IB als einen verdammt großartigen Film und das wird mit Django wohl nicht anders werden. Ja, ich glaube du gehst mit QT deutlich zu hart um und legst bei ihm die Messlatte um einige Kilometer höher als du es zB bei Peter Jackson machen würdest.

Aber hey, wir reden hier über Filme. Kunst. Geschmack. Du hast hier schon den ein oder anderen Film gepusht, bei dem ich mich nach dem schauen gefragt hatte, ob du ein paar Gläser Bier zuviel intus hattest um kurz darauf mich in eine deiner Rezensionen zu verlieben, weil du mir eine neue Filmperle gezeigt hast die ich wohl sonst nie gesehen hätte.

Die Quote dir zuzustimmen liegt so bei 80 zu 20. Dafür bin ich dir sehr dankbar und jeder Text zu einem Film, ist für mich zumindest lesetechnisch ein Highlight. Danke dafür <3

noyse
noyse
20. Dezember, 2012 10:37

Für mich gibt es nur drei QT die man sich angucken kann: RD,PF und JB – IB war quälend langweilig wahrscheinlich hat CW deswegen den Oscar bekommen da seine Präsenz und die Dialoge wirklich toll waren.

ich gebe WV besonders in einem Punkt recht: Wenn sich ein Film Django irgendwas schimpft erwarte ich auch einen django mit sarg und gatling oder wenigstens Franco Nero. Deshalb hab ich auch Problem mit den aktuellen Bonds, die für sich vielleicht gute Actionfilme sind, aber in meinen Augen nicht in den Bond kanon passen. Aber vielleicht ist auch das Publikum mittlerweile zu jung, um die eigentliche reminiszenz zu verstehen und aus den fehlenden Zutaten keine Abwertung für sich sieht.
Egal ich schau mit DU jedenfalls nicht im Kino an, dafür ist mir die Möglichkeit gut unterhalten zu werden zu vage. Bin ja schon wieder mal beim Hobbit drauf reingefallen…

Mr. Fox
Mr. Fox
20. Dezember, 2012 10:43

@ noyse

So ein Quark. Die ofdb findet 78 Filme mit Django im Namen, die imdb sogar 156. Will man den Italowestern angemessen würdigen, macht man eben gerade kein eindeutiges "Django-Nero"-Remake.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 10:47

@ Mr. Fox: Verstehe ich das richtig – weil Verleiher und Trittbrettfahrer die Marke "Django" in den Dreck gezogen haben, ist die einzig akzeptable Würdigung der Marke "Django", sie in den Dreck zu ziehen?

@ Patrick: Danke. Ich tue mich auch manchmal schwer damit zu verstehen, warum manche Leute glauben, meine Reviews müssten sich entweder mit ihrer Meinung decken oder falsch sein.

noyse
noyse
20. Dezember, 2012 11:03

@mr. fox
stimmt. ja wenn ich es genau überlege – wenn man ein angemessenes Dirty Harry Remake drehen würde, müsste man Harry Callahan mit danny devito als schreibtischcop mit schusswaffenaversion besetzen.

Mr. Fox
Mr. Fox
20. Dezember, 2012 11:20

@ noyse
Jaja, klar. Nur gibt es eben keine Massen an Filmen, die DIRTY HARRY heißen und warum deine Script-Idee "angemessen" sein soll, weiß ich nicht so genau.

@ Wortvogel
Nein, die Marke "Django" steht längst für eine prototypische Form von Rächerfigur und Geschichte und nicht mehr nur für den ursprünglichen Corbucci/Nero-Film. Und deswegen darf man in einer Django-Hommage beides reflektieren. Verstehste? 🙂

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 11:36

@ Mr. Fox: Nein. Gerade wenn man das Original verehrt, sollte es Sinn und Zweck der Übung sein, dem zur Ehre zu gereichen und vom Schmutz der miesen Kopien zu befreien. Wenn man James Bond zu neuen Ehren bringen will, kopiert man auch nicht "Agent 3S3" und "077 gegen Ypotron".

Dietmar
Dietmar
20. Dezember, 2012 11:43

Schwieriges Thema, wie weit man gehen kann, ohne eine Figur aus dem eigenen Universum purzeln zu lassen. Dass irgendwo irgendwelche Filmer sich an bestimmten Gestalten vergreifen, bedeutet ja nicht, dass sie dieses Figuren fortschreiben. Wenn ein sozusagen gesetzter Filmemacher sich daran begibt, erwarte ich schon, dass er etwas zu der Gestalt beiträgt und nicht einfach nur den Namen benutzt, um etwas ganz Anderes zu verfilmen.

Dietmar
Dietmar
20. Dezember, 2012 11:45

Edit lief nicht:

Wenn ein sozusagen gesetzter Filmemacher sich daran begibt, erwarte ich demgegenüber schon…

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 12:01

@ Dietmar: Eben. Ich stelle die Frage: wer oder was ist Django? Alle Antworten, die Corbucci und die Epigonen geben, finden keinen Eingang in Tarantinos Werk. Django ist kein Loner, kein Zyniker, kein Weißer, hat keinen Sarg und kein Maschinengewehr. Was, bittesehr, ist daran dann Django? Und das Argument "Macht doch nix, solange der Film rockt" greift für mich auch nicht. Wenn JJ Abrams den neuen "Star Trek" in einem Uboot im Zweiten Weltkrieg auf der Erde hätte spielen lassen, mit deutschen Offizieren in den Hauptrollen und keinerlei SF-Elementen – wäre das okay gewesen, so lange der Film gut ist? Wer von sich behauptet, eine filmhistorische Figur zu verehren (man suche sich aus, ob ich damit Corbucci oder Django meine), in der Umsetzung der Verehrung aber komplett ignoriere, dann entspricht das genau dem selbstbesoffenen Pseudo-Geekdom, das Tarantino immer für sich beansprucht.

Und es ist eben nicht okay, in einem Genre, das primär von seiner Stille und seinem Schweigen lebt, ellenlange Dialoge einzubauen, weil der Regisseur das für seine Stärke hält.

Um ein Beispiel aus einem anderen Genre zu verwenden: "Amer" war eine perfekte Hommage und eine Quintessenz nicht nur eines Giallos, sondern gleich mehrere Stilrichtungen des Giallos. In sich stimmig, wunderschön gefilmt, aber nie blanke Kopie oder Parodie. Er brauchte sich auch an keinen Namen zu hängen oder an eine Franchise. Diese Größe und Fertigkeit sehe ich bei Tarantino nicht.

Mencken
Mencken
20. Dezember, 2012 12:38

@Mr.Fox: Selbst wenn Django für "eine prototypische Form von Rächerfigur und Geschichte" stehen würde, geht Tarantinos Version vollkommen an dem vorbei, was die Figur prototypisch gemacht hat.

noyse
noyse
20. Dezember, 2012 12:46

@WV amer ist ein schönes Beispiel … ich würde noch Masks einbringen. der hatte auch alle stärken udn schwächen eines typischen 70er Giallo. Der hatte sogar irgendwie die Optik. und er hat handys un dlaptops integriert, also die moderne mit reingebracht ohne einen wirklichen bruch zu initiieren. toll.

Und auch wenn viele der ofdb Filme nur dem marketing geschuldet irgendwas mit Django heissen, der hauptprotagonist wird in grundzügen dem djangobild schon gerecht werden. (ja ich weiss es nicht nehme es aber an)

Aber es ist ja egal so lange man noch jünger hat kann man eh machen was man will 😉

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 12:57

@ Mencken: Danke – auf den Aspekt war ich auch gekommen, hatte ihn aber dann in meinem Kommentar vergessen.

DMJ
20. Dezember, 2012 13:58

@"Django-Reinhaltung":
Wie gesagt, es kann ein guter Film sein, aber der Name bleibt wohl irreführend. Schwarz kann ein Django ruhig sein – wie schon im Review gesagt, macht ihn das ja nur noch mehr zum Außenseiter – aber so gut wie alle Millionen von Trägern des Namens waren halt düster, einsam und zweifelhaft. Ein Mann, der mit einem Kumpel zusammen das vollkommen berechtigte Ziel verfolgt, seine Frau aus der Sklaverei zu retten, ist da einfach etwas vollkommen anderes.

Zu #56: "Aber ich hatte ihn nie als Star auf dem Radar."
Na kein Wunder, schließlich war Foxx ja auch in…

"Stealth – Unter dem Radar"

Brüller! O_°

Exverlobter
Exverlobter
20. Dezember, 2012 14:32

@ DMJ
Matthew Buck von ThatGuywiththeGlasses hat vor kurzem auch eine Review zu rausgebracht

http://thatguywiththeglasses.com/videolinks/teamt/fbv/bmbe/37700-bad-movie-beatdown-stealth

D.
D.
20. Dezember, 2012 18:52

"Wenn JJ Abrams den neuen “Star Trek” in einem Uboot im Zweiten Weltkrieg auf der Erde hätte spielen lassen, mit deutschen Offizieren in den Hauptrollen und keinerlei SF-Elementen – wäre das okay gewesen, so lange der Film gut ist?"

Ähm, nein, wäre es nicht. Aber die Idee hat was.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 18:56

@ D: Ja – eine gewisse Ähnlichkeit mit "Das Boot".

Marcus
Marcus
20. Dezember, 2012 19:10

Vielleicht sollte ich "Masks" doch mal eine Chance geben…

Marcus
Marcus
20. Dezember, 2012 19:15

Damit man mich nicht für ein rettungloses QT-Groupie hält, kritischer Kommentar zum Meister in 3, 2, 1…

http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=4661

Jetzt fängt der auch noch mit dem Extended Cut-Blödsinn an…

Marcus
Marcus
20. Dezember, 2012 19:21

"Ich stelle die Frage: wer oder was ist Django? Alle Antworten, die Corbucci und die Epigonen geben, finden keinen Eingang in Tarantinos Werk. Django ist kein Loner, kein Zyniker, kein Weißer, hat keinen Sarg und kein Maschinengewehr. Was, bittesehr, ist daran dann Django?"

Nach allem, was man so gesehen hat, ohne den Film schon zu kennen – er ist hier immer noch ein Rächer, ein Gunfighter, ein Fremder in einem Wildwest-setting. Dazu zumindest im Trailer ziemlich wortkarg und cool. Close enough for me.
Deshalb ist dein "Star Trek"-Beispiel auch schlicht albern – weil die Schnittmenge bei DU zu den alten Django-Filmen eben nicht null ist.

Ansonsten, wie gestern schon gesagt – to be continued, sobald ich den Film gesehen habe.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 19:32

@ Marcus: "er ist hier immer noch ein Rächer, ein Gunfighter, ein Fremder in einem Wildwest-setting" – daran stimmt so ziemlich nix. Django will keine Rache, er will nur seine Frau zurück haben. Candie ist nicht der Mann, der ihn misshandelt hat, der seine Frau verkauft hat, etc. Darum ist er als Antagonist auch vergleichsweise impotent – er ist ja nicht mal gut an der Waffe oder besonders schlau. Er ist auch kein Fremder, sondern nur ein Außenseiter. Ja, ein Gunfighter wird er im Laufe des Films (albern einfach, was mit einem banalen "Naturtalent" erklärt wird). Und wie ich erläutert habe, er ist nicht wortkarg – und cool meistens auch nicht (die peinliche blaue Uniform sucht er sich selber aus).

Davon abgesehen: Cooler Revolverheld = Django? Nö. Cooler Revolverheld = so ziemlich jeder Protagonist in jedem Western von 1904 bis 1962. Die Knarre in der Hand macht ihn nicht zu Django.

Peroy
Peroy
20. Dezember, 2012 19:45

@Wortvogel: Ich mach’s mal ganz kurz…

"Django"-Film ohne "Django": Okay.

"Alien"-Prequel ohne "Alien": Nicht okay.

Periode.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 19:48

@ Peroy: Noch kürzer – falsch.

Peroy
Peroy
20. Dezember, 2012 19:49

Nein.

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 19:51

@ Peroy: Nö

Peroy
Peroy
20. Dezember, 2012 19:52

"Vielleicht sollte ich “Masks” doch mal eine Chance geben…"

Der ist fucking awesome.

Peroy
Peroy
20. Dezember, 2012 19:53

"@ Peroy: Nö"

Doch, doch…

Howie Munson
Howie Munson
20. Dezember, 2012 20:38

@Mr.Fox(63): ich zitier mal die IMDB:

Displaying 88 results for "dirty harry"

also pick doch bitte die Django Filme raus, deren Hauptfigur wirklich von Anfang an so heißen sollte und nicht nur umbenannt wurde, um Zuschauer in die irre zu führen…

@Marcus(77):

"ein Rächer, ein Gunfighter, ein Fremder in einem Wildwest-setting"

"Spiel mir ein Lied von Morricone für paar Dollar mehr"? und mit Buddy und humorvollen Text ist es halt die "Linke und die Rechte Hand des Teufels"… *duck*

@Wortvogel(67): Startrek nicht im U-boot… aber mit Wookies, es werden Outer Rim Territories erforscht und die Zylonen machen andauernd Ärger auf der Raumstation Babylon 5…. *weg*

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 20:44

@ Howie: Genau. Kann man gut finden – wäre aber nicht Star Trek.

noyse
noyse
20. Dezember, 2012 22:18

OT: apropos masks – is der hier schon mal besprochen worden? die suche findet jedenfalls nix.

ich bin jetzt etwas in zwiepalt zwecks meiner django argumentation. An der eigentlichen Aussage will ich nix ändern das ist meine meinung, aber wie stehe ich nun da wenn ich die dujardin-oss 117 Filme gut finde. die haben ja bis auf den titel eigentlich auch nix gemein mit dem originären superspion…. 🙁 also eigentlich auch eine mogelpackung a la QT oder nicht?

Wortvogel
Wortvogel
20. Dezember, 2012 22:31

@ noyse: Masks habe ich weder gesehen noch besprochen.

OSS117 ist eine PARODIE auf die OSS117-Filme und also solche sehr treffsicher. Im Gegensatz zu "Django unchained" halten sie sich exakt an die Regeln des zu parodierenden Genres, überziehen sie aber ins Groteske – wie es jede gute Parodie tut (auch "Austin Powers", wenngleich der nicht eine spezielle Figur parodiert). "Django" ist keine Parodie.

Begriffe wie Hommage, Pastiche, Parodie oder Remake kann man nicht beliebig vertauschen.

Peroy
Peroy
20. Dezember, 2012 23:07

"@ noyse: Masks habe ich weder gesehen noch besprochen."

Das lässt du auch besser bleiben…

Exverlobter
Exverlobter
5. Januar, 2013 19:43

Ok, jetzt hat Tarantino einen Western gemacht. Aber ich warte weiterhin auf einen Science-Fiction-Film von ihm. Da gäbe es doch tolle Vorlagen an denen sich er abarbeiten könnte.
Eine Big-Budget Variante von Battle beyond the Stars oder gar StarCrash? Das wäre ein Trash-Fest.

Marcus
Marcus
27. Januar, 2013 20:09

So, jetzt habe ich ihn gesehen.

Mein Review des Wortvogel-Reviews: nein, nein und nein. 😉

Nein, es ist nicht so, dass Tarantinos Stil den Film schlechter macht. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass DU der am wenigsten tarantinoeske Film ist, den QT je abgeliefert hat. Klar, die Dialoge, das Pacing, die Referenzen etc. sind alle noch da, aber DEUTLICH in den Hintergrund getreten. Weniger Gerede als in IB, weniger inszenatorisches "Bling" und obskure Filmzitate als in KB, weniger langgezogen als JB. Der Film hat von allen QT-Filmen die größte Chance, Gnade vor QT-Hassern zu finden (auch wenn der QT-Stil nicht soweit zurückgefahren wird, dass man QT-Hasser bekehren könnte, das nun nicht.)

Nein, es gibt keine "Witzchen, die jedes Drama topedieren". Es gibt ein paar wirklich lustige Szenen, aber meistens ist das angemessen hart. Es gibt auch keine "sinnlosen" Gewaltausbrüche, jedenfalls nicht mehr als in jedem klassischen Spaghettiwestern auch. Wann immer es blutig wird, gibt es einen Grund dafür. (Okay, fast – bin mir nicht ganz schlüssig, warum der Doktor Candie abknallt. Klar, der ist ein Widerling, aber mein Gott, was treibt ihn auf einmal zu so einer Kamikazeaktion?)

Und nein, es stört mich nicht, dass der Film viele der klassischen Django-Elemente weglässt. Ich verstehe nachwievor nicht, wieso das den Film in den Augen des Vogels FÜR SICH BETRACHTET schlechter macht. Außerdem ist der Geist der Italowestern, die Kaltschnäuzigkeit, der Zynismus, die "life is cheap"-Attitüde auch bei den "Guten" absolut vorhanden, wenn auch nicht ganz so apokalyptisch-hoffnungslos wie bei Corbucci.

Fazit: ja, der Film rockt die Hütte. 9/10.

P.S.: FSK 16? SERIOUSLY?!

P.P.S.: Disclaimer – ja, ich bin und bleibe Die hard-Fan von QT. Deal with it. 🙂

DMJ
27. Januar, 2013 20:36

Nun bin auch ich im Bilde!
Gibt einiges daran auszusetzen, doch im ganzen hat er mir sehr gut gefallen. Details hier:

http://www.weirdfiction.de/article_database/%E2%80%9Edjango-unchained-oder-die-abenteuer-von-doc-schultz-und-seinem-freund-django/

"Witzchen, die jedes Drama topedieren" gibt es aber durchaus. Die Kapuzendiskussion etwa war eine urkomische Szene, aber eben eine reine Comedy-Szene, die hier nicht reinpasste. Das man am Ende Jamie Foxx einfach mal seine Reitkünste zeigen lassen wollte, hat zudem für mich die letzte Szene für mich arg verwässert.
Aber einig sind wir uns wohl tatsächlich alle, dass die FSK hier mal wieder gaaanz fest die Augen zugedrückt hat.

Wortvogel
Wortvogel
27. Januar, 2013 20:36

@ Marcus: "Die hard-Fan von QT. Deal with it." – ich nicht. Deal du doch.

Dietmar
Dietmar
27. Januar, 2013 21:23

@DMJ: Tolle Kritik von Dir. Sehr lesenswert!

DMJ
28. Januar, 2013 15:59

Danke, danke! ^^

Marcus
Marcus
29. Januar, 2013 18:49

@Torsten: "ich nicht. Deal du doch."

Ich akzeptiere deine Kapitulation. 😀

MrFox
MrFox
23. Februar, 2013 12:06

Gestern endlich gesehen – shit – Wortvogel hat mit fast allem recht. Der Film ist eigentlich KEIN Western sondern ein Südstaatendrama und hat mit allem, was den Italowestern so großartig macht eigentlich NIX zu tun. Weder filmsprachlich noch inhaltlich. Noch dazu nervt das übertriebene Gesplatter (das ich das mal sagen würde!) und die vielen kindischen Tarantino-mäßigen Späße stören manchmal das sehr gelungene weil ernsthaft schockierende Sklaverei-Porträt. Noch dazu ist der Film tatsächlich zu lang. Kein schlechter Film aber kein guter DJANGO. Das ist wie wenn man sich heißhungig Gummibärchen kauft und dann plötzlich nur Schokolade in der Tüte ist.

Karsten
22. März, 2013 02:31

Endlich auch gesehen:

Bomben Cast (bis auf Tarantino "kicher"), Tempo-Probleme, kein Django, mehr Buddy-Movie – Check. Hatte Spaß, sehr viel sogar.