6119238_700bEs war keine gute Woche. Eine schwere Erkältung / Grippe / Whatever hat mich darnieder geschlagen. An Sport war nicht zu denken, der ernsthafte Beginn des C25K-Programms musste deshalb auf die Feiertage verlegt werden. Nicht ideal, wenn man gerade den Antrieb gefunden hat und dann vom eigenen Körper so ausgebremst wird.

Positiv ist anzumerken, dass ich erheblich schneller und mit weniger Medikamenten durch die schlimmste Phase gekommen bin, als das in den letzten Jahren der Fall war. Ich will es nicht vorlaut beschreien, zumal durchaus ein Rückfall drohen kann, aber vielleicht hat die Diät und die gesunde Ernährung meinen Stoffwechsel unterstützt.

Full disclosure: Im Frust um die Rotzerei und Husterei habe ich auch erstmals meinen Diätplan gebrochen und mir an einem Dienstag zwei kleine Stücke Shortbread gegönnt. Ich brauchte das einfach, weil alles andere scheiße war. Ach ja: ein Glas Glühwein bei der „Django unchained“-Vorstellung gab’s auch noch.

Da die Diät ansonsten reibungslos verläuft, lassen sich auch die äußeren Merkmale des Gewichtsverlusts nicht bestreiten: ich habe keinen Arsch mehr in der Hose. Was ich an Beinbekleidung in diesem Jahr gekauft habe, sieht mitleidig danach aus, als hätte ich es von meinem großen Bruder gespendet bekommen. Es ist der Einstieg des Wortvogels in den Hiphop: ich kann erstmals eine Jeans ausziehen, ohne sie aufmachen zu müssen.

Natürlich wird zu Weihnachten „normal“ gegessen, der erste Weihnachtstag übernimmt den „cheat day“ dieser Woche. Wir haben eine halbe Pute im Tiefkühlfach, Edel-Hirschgulasch – und es wäre doch gelacht, wenn sich nicht noch ein paar eiskalte Schweinereien zum Dessert fänden. Das darf dann auch mal sein.

Mittlerweile macht mir die Menüzusammenstellung oder die Beschränkung der verfügbaren Lebensmittel keine Probleme mehr. Es pendelt sich alles ein. Der Körper gewöhnt sich. Es gibt allerdings Tage, da muss ich ein wenig aufpassen, wenn ich den Nachmittag über meinen Hunger pflege – kommt unerwartete körperliche Anstrengung ins Spiel (Weihnachtsbaum von 2,20m kaufen und in die Wohnung schleppen), dann sackt der Pegel ganz schnell weg und es kommt zu einem Hungerflash.

Es hat sich heraus gestellt, dass die Juicerei kein elementarer Bestandteil meiner Diät ist oder bleiben wird. Ich trinke weiter täglich drei große Gläser Gemüsesaft, aber immer mehr davon kommt aus der Packung. Das ist einfacher, verursacht weniger Abwasch und ist auch geschmacklich gut abgestimmt. Ich denke, im Januar werde ich den Juicer wieder verkaufen. Er hat mir gute Dienste geleistet, mich toll motiviert – aber der Saft aus dem Regal lässt sich erheblich leichter mit meinem Lifestyle vereinbaren.

shirataki-pkgSeit einer Woche habe ich zudem zwei Packungen Shirataki-Nudeln aus dem Asia-Markt im Kühlschrank liegen. Die sind unter Profi-Diätern ein Geheimtipp, weil sie null Kohlenhydrate und fast keine Kalorien mitbringen, aber trotzdem satt machen. Eigengeschmack ist angesichts dieser Daten nicht zu erwarten, darum muss man die gläsernen, leicht glitschigen Nudeln immer in einer Soße machen, deren Geschmack sie annehmen können. Wenn ich echte Nudeln essen will, esse ich echte Nudeln, deshalb sind die Shirataki eher eine launige Abwechslung für mich. Ich vermelde die Ergebnisse beizeiten.

Eine Weile lang habe ich mit dem Gedanken gespielt, die letzten Kilos mit einer radikalen Kartoffeldiät loszuwerden. Vier bis fünf Tage lang nichts als Kartoffeln. Die Idee dahinter: weil Kartoffeln vergleichsweise wenig Kalorien haben, kann man sich an ihnen hemmungslos satt futtern, ohne das Tagespensum zu überschreiten. Das geht übrigens auch mit der Putenbrust, die ich mir aufs Brot lege: selbst wenn ich davon am Tag zwei Kilo in mich rein stopfen würde, hätte ich die 2000 Kalorien-Grenze noch nicht überschritten.

Aber ich stehe nicht auf System-Diäten und will meinem Körper auch keine albernen Experimente zumuten. Es klappt ja genau so, wie ich es mache.

Und das war es dann auch schon für heute.

22.12.2012: 92,4 Kilo.



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Georg
Georg

Keine Gewichtsangabe heute?

Stony
Stony

gibt es mit dem zieleinlauf dann eigentlich auch ein neues bild links oben auf der seite, oder nimmst du nur unterhalb der halskrause ab? 😛

Georg
Georg

Shirataki-Nudeln, die gesunde Kraft der Natur, gewonnen aus den saftig-grünen Anbaugebieten Fukushimas, versehen mit der Heilkraft der Konjakwurzel und dem gewissen Kick des Plutoniums, sorgen für ein sanftes Wohlbefinden, reduzieren das Körpergewicht und verursachen in seltenen Fällen hulkartiges Monsterwachstum.
Nächste Woche lesen wir dann an dieser Stelle vielleicht:
29.12.2012: 375,9 Kilo.

Andy

Welche festigen Gemüsesäfte kannst Du denn empfehlen? Würde den Versuch auch gerne mal wagen, scheue mich aber vor den ganzen Sauereien mit unserem Entsafter.

Georg
Georg

Die Sauereien mit dem Entsafter waren früher bei mir auch schlimm, jetzt hab ich zum Glück ’ne Freundin.

Georg
Georg

Oder man kann als „Anfänger“ auch mal die Schnauze halten.

Georg
Georg

Oh nein. Bitte bitte nicht. Dann wär mir ja das ganze Weihnachtsfest versaut. Hab doch noch einmal Erbarmen. Bitte. Lass noch einmal Gnade walten!

Georg
Georg

Macht ja nichts. Dann bin ich halt jetzt geperrt.

Achim
Achim

Asia-Märkte gibts ja fast überall, sie sind billig. Soeben habe ich mit Google auch in Merzig einen Asia-Shop gefunden, ob es in Losheim am See noch einen gibt, weiß ich gerade nicht, aber auch da kann mir Google helfen. Hmm, irgendwie fahre ich da immer vorbei, den alten kannte ich ja.

Die Shirataki-Nudeln sehe ich als willkommenen Tip, auch mal ohne „Diät“ weniger Kalorien zu essen. Meine rechte Achillessehne sehnt sich nach weniger Gewicht, sie muss heilen, bevor ich ins Fitti gehen kann, was ich bald tun werde.

(Diät ist eigentlich alles das, was man isst, ob man davon abnimmt, zunimmt oder auch nur das Gewicht hält)

Brandenburgerin
Brandenburgerin

verrueckte welt: ich nehme in den letzten 2-3 monaten konsequent 2-3 kilo ab, ohne dass ich das wollte… nach den feiertagen darf ich zum arzt mit verdacht auf schilddruesenueberfunktion.
@torsten: tauschen bitte

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[…] zweite Schüssel Haferbrei habe ich durch Spaghetti Bolognese ersetzt – und die Nudeln durch Shirataki, einen Gelee-artigen Nudelersatz aus Japan, auf den Diätisten schwören, weil er praktisch nichts […]