Es ist nicht wichtig, nicht spannend, witzig ist es auch nicht – aber weil ich in den letzten Monaten über die Probleme mit dem Mobiltelefon, dem Macbook und dem Motorroller berichtet habe, wollte ich euch mal kurz auf den neusten Stand bringen.

Fangen wir mit dem Motorroller an. Der rockt. Ich habe jetzt ziemlich exakt 500 Kilometer auf dem Tacho, die Digitaluhr ist endlich richtig eingestellt und die Behauptung, dass sich die (immer gleichen) Motoren dieser China-Kracher sehr leicht für den Straßenverkehr „optimieren“ lassen, hat sich bestätigt. Mein Lintex schnurrt wie unsere Katze, hat keinerlei technische Aussetzer (vor denen wird in Foren immer gewarnt) und ist dank seiner Größe auch für meine 1,88/104 geeignet. Dank der geringeren Lenkerbreite im Vergleich zu meinem Aprilia gleite ich smooth durch den Münchner Verkehr, dass es eine Freude ist.

Merkt man, dass es sich nicht um eine dreimal so teure Vespa LX 50 handelt? Klar. Das Plastik ist dünner und billiger, der Lintex sieht nicht mal aus drei Metern Entfernung nach Metall aus. Details sind augenscheinlich schlampiger – wenn ich will, kann ich den Zündschlüssel abziehen, ohne dass der Motor ausgeht. Es ist nur nichts, was mich stört oder neidvoll auf die LX 50 schielen lässt (die für mich schon wieder zu klein wäre).

Bisher gab es zwei kleinere Probleme mit dem Roller, die beide dem billigen Plastik und dem Kopfsteinpflaster unserer Straße geschuldet waren:

Die Schraube unter dem Sitz war kein Problem: große Unterlegscheibe drunter und die Hälften der Plastikverschalung zusätzlich mit schwarzem Gewebeband verklebt. Sieht kein Mensch.

Der Ersatz der abgefallenen Schraube an der Unterseite des Rollers WÄRE kein Problem gewesen – wenn man dafür nicht auf eine Hebebühne gemusst hätte und der Vespa-Shop IM NEBENHAUS sich nicht zuerst geweigert hätte, meinen Lintex anzunehmen. Der Besitzer übte sich in der herablassenden „Nee, so einen Billigschrott fassen wir gar nicht an, haben wir auch keine Teile für“ -Nummer. Ich fragte (laut, vor Kunden), ob er SICHER sei, an einem Motorroller eine Standardschraube nicht auswechseln zu können, nur weil ihm die Marke nicht passe? Konnte er dann plötzlich doch. Acht Euro.

Hätte er abgelehnt, würde mein Roller heute vermutlich jeden Abend direkt vor seinem Schaufenster mit den 4000 Euro teuren Vespas parken mit einem Zettel am Lenker: „Dieser Roller hat 850 Euro gekostet“…

Ansonsten: Ein Traum. Ein billiger zwar, aber das macht den Traum nicht schlechter, im Gegenteil.

Noch ein paar generelle Wort zu den China-Krachern: So wie ich das sehe, werden bei den Retro-Modellen hauptsächlich die Vespa LX 50 und der Aprilia Mojito Custom nachgebaut. Variationen gibt es bei der Größe, den Farben und den Ausstattungsdetails. Die Auswahl ist deutlich größer als bei den Markenrollern, die Preisspanne auch – vierstellig sollte man für keines dieser Zweiräder zahlen (im Container zu 13 bzw. 26 Stück bekommt man sie aus China für 400-500 Dollar). Als Motor verwenden eigentlich alle den qmb139 – das vereinfacht Wartung, Reparatur und Tuning ungemein. Im Internet finden sich auch ausreichend Schrauber, die mit Rat und Tat zur Seite stehen – in konkreten Fällen kann ich hier in München auch zu einem Händler, der auf diese Importe spezialisiert ist und Service bietet.

Will ich sagen, dass die China-Kracher grundsätzlich toll und ihr Geld wert sind? Nein. Meiner ist es. Man kann auch eine Montagsproduktion erwischen und nur Ärger haben. Die Wahrscheinlichkeit ist höher als bei den Markenrollern. Und wie mein Lintex in fünf Jahren aussieht, bleibt auch abzuwarten…

Weiter zum Macbook: Das stürzte ja regelmäßig und für die Jungs der Genius Bar unerklärlich immer wieder ab. Als sie sich dann endlich bereit erklärten, das Motherboard doch auf Kulanz zu tauschen, gab ich hier schon Entwarnung.

Zu früh gefreut.

Nach einer Woche meldete sich der Apple Store: das Gerät könne nicht auf Kulanz repariert werden, weil der kaputte Hauptspeicher die Ursache der Probleme sei – und der sei von einem Drittanbieter. Leser mit einem guten Gedächtnis werden sich erinnern: Den Hauptspeicher hatte ich ausgetauscht, weil der von Apple fehlerhaft gewesen was (binnen 20 Min. waren die 2 GB ausgelastet und dann hängte sich das Macbook auf).

Ich also WIEDER zum Apple Store. Es wurde unangenehm. Es wurde laut. Man rief die Security, um mich aus dem Laden zu entfernen. Die Security brachte den Manager mit, dem ich noch einmal mein Problem… nennen wir es „schilderte“. Er zeigte mir die Messprotokolle aus der Werkstatt – in der Tat war auch der NEUE Hauptspeicher (4GB), den ich gekauft hatte, defekt.

What are the odds?

Nun hielten sich die Apple-Jungs für ganz schlau. Ist doch alles nicht ihre Schuld, wenn ich billigen Speicher vom Fremdanbieter in das Gerät stecke. Dass der Original-Speicher von Apple defekt sei, könnte ich ja nicht belegen. Ich widersprach: Selbst WENN das alles stimme, so hatten sie mich doch ein halbes und sehr nervendes Jahr mit FALSCHEN Diagnosen (zu wenig Speicher, Little Snitch, Fehler im Grafikprozessor) hingehalten, statt das Gerät EINMAL und ORDENTLICH zu testen. In der Tat, da musste der Manager „Versäumnisse“ einräumen. Er schlug vor, dass ich zu Hause wieder den Original-Speicher einsetzen solle. Wenn der nachweislich defekt sei, würde man ihn auf Kulanz tauschen.

Tatsächlich fand ich den Speicher daheim noch in der Rumpelkiste, tatsächlich war damit ein normales Arbeiten mit dem Macbook unmöglich – allein, es nutzte nichts. Die 2GB konnte ich nun im Apple Store austauschen lassen. Ich brauchte aber 4 GB. Ich biss die Zähne bis auf die Kieferknochen zusammen und bestellte erneut 4 GB Speicher von einem Drittanbieter. Glücklicherweise sind die Riegel mittlerweile deutlich preiswerter.

Seit sechs Monaten habe ich keinen Absturz mehr gehabt. Das Macbook läuft wie ein schweizer Uhrwerk.

Das war eine sehr lange und leidige Geschichte, die sich komplett hätte vermeiden lassen, wenn man sich bei der Fehlerdiagnose im Apple Store nicht auf bloße Vermutungen, sondern auf konkrete Tests verlassen hätte. Macht mir den Laden nicht sympathischer.

Diese Woche nun trug es sich zu, dass die Tastenfunktion meines Trackpads über einen Tag hinweg nachließ und am Ende ganz den Geist aufgab. Um Buttons zu klicken (geht auch alternativ per Touchpad-Tap) oder Texte zu markieren, musste ich eine Maus anschließen. Das passt mir nicht. Ich vermute stark. dass es lediglich um Dreck oder Staub geht, der sich unter dem Trackpad angesammelt hat. Also habe ich das Macbook aufgeschraubt. Das Trackpad liegt unter (bzw. über) dem Akku. Der muss also ausgebaut werden. Sollte kein Problem sein, ist ja nicht absurderweise verklebt wie beim neuen Macbook Pro.

Denkste. Drei der sechs Schrauben, die den Akku halten, benötigen einen speziellen Triwing-Schraubenzieher, den Apple nicht verkauft und den weder Conrad noch Obi vorrätig haben. Musste ich also extra bestellen. Nochmal danke, Apple! Hoffen wir wenigstens, dass mit der Reinigung des Trackpads endlich wieder Ruhe einkehrt.

Trotzdem sei gesagt, dass ich mein Macbook immer noch liebe wie am ersten Tag. Es ist das beste Notebook, das ich je hatte. Mit Abstand. Und seit dem Update auf Mountain Lion ist ein fieser Memory Leak, der mich von Tag 1 an geärgert hat, auch verschwunden. Sogar die Bildbearbeitungsfunktionen von QuickView wurden soweit aufgebohrt, dass es FAST schon zur täglichen Kleinarbeit reicht…

Ärgerliches P.S.: Zum zweiten Mal ribbelt sich das Gummi vom an sich hervorragend gestalteten Netzteil ab. Das ist Scheiße. Vom Design her ist das Netzteil nämlich eins der Highlights beim Macbook, gerade im Vergleich zu den Briketts, die PC-Notebooks beiliegen und ganze Stadtteile beheizen können. Hier werde ich der Einfachheit halber zum bewährten Gewebeband greifen.

Bleiben wir bei den Computern. Ich hatte neulich ja mein Smartphone per CyanogenMod 9 auf Android 4 gebracht und war rechtschaffen begeistert. So sehr ich damit ein Klischee bediene: es ist, als hätte ich ein neues Handy. Schneller, schicker, besser. Die Samsung-eigene Oberfläche kann mir echt gestohlen bleiben.

Nun habe ich das Handy in der „neuen“ Version seit drei Wochen im Praxistest. Es stellte sich eigentlich nur ein Problem ein: immer wieder nölte das Samsung Galaxy, ihm gehe der interne Speicher aus – was laut Systemeinstellungen definitiv nicht der Fall war. Es half nichts, den Cache zu löschen oder Apps auszulagern (mein Handy ist eh nicht arg zugemüllt). Irgendwann googelte ich das Thema mal deutlich intensiver und zweisprachig, bis ich darauf stieß, dass die Verwaltung des internen Speichers manchmal etwas durcheinander gerät. Ich liebe es, auf Probleme zu stoßen, an deren Ende eine Datei namens „datafix.zip“ steht…

Seitdem auch dieses kleine Problem gelöst ist, macht mein i9000 mir nur noch Freude. Sogar der Batterieverbrauch ist erkennbar zurück gegangen. Ich bin derart zufrieden mit dem Gerät, dass ich ihm nun erstmals Zubehör gönne: Eine KFZ-Halterung samt Kabel für den Zigarettenanzünder macht mein Galaxy S endgültig zum vollwertigen Navi-Ersatz und eine Antirutschmatte auf dem Armaturenbrett verhindert, dass es umher schlittert, wenn ich es nur mal ablege. Ist alles spottbillig.

Auf dem Weg nach Berlin zum FFF 2012 habe ich das Handy erstmals als vollwertigen Reisebegleiter eingesetzt. Extrem tauglich, selbst auf dem Fahrrad – schade nur, dass man Apps wie Blitzer.de, die einen zuverlässig vor Ihr-wisst-schon-was warnen, nicht einfach so benutzen darf. Die sind praktisch…

In London ist das Galaxy nächste Woche auch wieder dabei. Ich versuche diesmal, ohne Auslandsgebühren davon zu profitieren – mit Offline-Maps und Reiseführern für die Hauptstadt des Königreichs. Gibt es genug von.

Ich weiß: never touch a running system. Aber mir kribbeln schon die Finger, wenn ich an CynogenMod 10 denke. Damit soll das Galaxy S noch mal schnittiger und funktionsmächtiger werden. Ich werde es heraus finden!

Bis auf winzige Details, über die ich allemal hinweg sehen kann, ist mein Hardware-Bestand derzeit also in Bestform. Und das, obwohl ich drauf geachtet habe, nicht Neues und nichts Teures zu kaufen. Ich bin ein ganz kleines bisschen stolz auf mich selbst.

Wenn ich jetzt bloß wüsste, was ich mit dem Teil hier soll, das ich vor ein paar Monaten in einem Anfall von Hightech-Shoppingrausch gekauft habe…



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