USA 2012. Regie: Rian Johnson. Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt, Bruce Willis, Piper Perabo, Jeff Daniels u.a.

Story: Joe lebt im Jahr 2044 und ist ein Looper – für Gangsterbosse aus der Zukunft (in der Zeitreisen möglich sind) entsorgt er unliebsame Personen. Bezahlt wird er mit Silberbarren, die den Opfern auf den Rücken geschnallt sind. Einziger Haken bei dem bequemen Traumjob: irgendwann muss der „loop“ geschlossen werden – dann ist das Opfer die 30 Jahre ältere Variante des Loopers selbst. Als Joe tatsächlich sein älteres Ich vor der Flinte hat, ist er entschlossen, trotzdem abzudrücken. Doch der „alte“ Joe ist schlau – und auf einer Mission…

Kritik: Rian Johnsons neustes Werk wird schon seit den ersten veröffentlichten Bildern als potentieller Indie-SF-Knaller gehandelt, dabei verankert ihn das 60 Millionen Dollar-Budget und die Anwesenheit von Bruce Willis fest im Mainstream. Zu verdanken hat der Film die Vorschusslorbeeren seinen kreativen Vätern – Johnson hat mit „Brick“ und „Brothers Bloom“ bisher kantige Filme mit ganz eigener Handschrift abgeliefert und Hauptdarsteller (sowie Produzent) Joseph Gordon-Levitt hat sich nicht nur in „Brick“, sondern auch in „The Lookout„, „Inception“ und „The Dark Knight Rises“ zum neuen Hollywood-Darling hochgespielt. Gerechtfertigt, wie ich finde.

Kann „Looper“ dem Hype gerecht werden und dem ausklingenden Blockbuster-Sommer noch eine Kirsche auf das Sahnehäubchen setzen? Aber sicher. Denn das ist er – der Rocker des Jahres 2012. Smarte SF mit mehr Twists als alle „Lost“-Staffeln zusammen genommen und ein paar richtig krachenden Action-Sequenzen. Hier trifft „Terminator“ auf „Inception“ und „12 Monkeys“, hier paaren sich gelungene Spezialeffekte mit straffer Regie und sorgsamer Zwiebeldramaturgie, die uns immer wieder die Loyalitäten in Frage stellen und wechseln lässt. Bauch und Hirn werden so gleichberechtigt bedient, wie es zuletzt bei „Rise of the Planet of the Apes“ der Fall war. Oder „District 9“. Oder eben „Inception“.

Auch wenn der Film deutlich teurer aussieht als sein für Hollywood-Verhältnisse bestenfalls solides Budget und aus Bruce Willis eine exzellente Alters-Performance kitzelt, ist es ganz gegen die Regel das Drehbuch, das mich am meisten begeistert. Hier werden dem Zeitreise-Paradox ganz neue Facetten abgerungen, die unsere Figuren immer wieder in neuem Licht erscheinen lassen. Identitäten, Motivationen, Moral – alles oszilliert, weil jede Figur letztlich nur die Integrität der eigenen Zeitlinie im Auge hat und dafür Preise fordert, die andere nicht zu zahlen bereit sind. Johnson packt derart viele Aspekte und Ansätze in die straffe, nie selbstverliebte Narrative, dass man hinterher noch stundenlang beim Bier drüber diskutieren kann.

Wer im falschen Moment pinkeln geht, hat verloren (Laufzeit 118 Min., btw)

Es ist gerade die Tatsache, dass es keine ultimative Wahrheit gibt und damit keinen klaren Antagonisten, die „Looper“ weit über das Niveau der üblichen Identitätskrisen-SF hebt. Beide Joes haben für sich genommen Recht – und damit die Legitimation, ihre jeweilige Gegenwart erhalten zu wollen. Darüber hinaus pulen beide sträflich in den Wunden der Zeitreise-Anomalien, was niemals gut ausgehen kann. Und ist das, was sowieso geschehen ist, nicht zwangsläufig?

„Looper“ punktet auch mit einem klaren Thema, das alle Figuren spiegeln und verschieden brechen: es sind die Frauen, die uns definieren, die uns Halt geben und unseren Weg prägen. Ehefrauen sind die notwendigen Nachfolger der Mütter und ihre Aufgabe ist es, den verlorenen Mann zu retten. Ödipaler und feministischer war bisher wohl kein SF-Film, der trotzdem nicht auf fette Verfolgungsjagden und futuristische Schrotflinten verzichtet.

Das Universum von „Looper“ ist so klar wie präzise definiert, wenige Voice Over bringen uns auf den aktuellen Stand, High-Tech existiert nur dort, wo wir sie sehen müssen. Wie in „Dredd 3D“ und „District 9“ ist die Utopie kein Design-Selbstzweck für den billigen Wow-Effekt, sondern unserer Gegenwart nahe genug, um leicht andocken zu können. Es ist sicher kein Zufall, dass das einzige effektheischende Vehikel (ein fliegendes Motorrad) nie wirklich funktioniert…

Ich grabe jetzt mal ganz tief nach den paar Niggeligkeiten, die mir aufgefallen sind, ohne mich aber nennenswert zu stören. Die subtilen Änderungen von Gordon-Levitts Gesicht (Augen, Brauen, Nase), die ihn visuell deutlicher zu Bruce Willis‘ jüngerem Ich machen, überzeugen nur teilweise – es gibt Szenen (besonders bei den Exekutionen am Kornfeld), in denen der Darsteller bizarr überschminkt wirkt. Mit Emily Blunt kann ich auch nach „Looper“ nichts anfangen – aber das ist nicht ihre Schuld und sollte euch nicht abhalten. Und natürlich hat auch „Looper“ zwar viele smarte, aber letztlich nicht alle Antworten zum Thema Zeitreise. Woher auch?

Davon abgesehen ist Rian Johnsons Film die ganz volle Packung, eine Wundertüte für Filmfans: Science Fiction, Action, Drama und Mystery ohne Bruchstellen und wie „Inception“ der Beweis, dass unserem Lieblingsgenre noch lange nicht die Luft ausgeht.

„Total Film“ meint: „The best sci-fi movie since Moon. The best time-travel yarn since 12 Monkeys. And one of the best films of 2012″. Das kann man so stehen lassen.

Fazit: „Looper“ ist super.

Keine Sorge, der Trailer verrät nicht zuviel:



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Ben

Auf den freu ich mich auch schon wie Bolle. Und jetzt irgendwie noch mehr. 🙂

„Ehefrauen sind die notwendigen Nachfolger der Mütter und ihre Aufgabe ist es, den verlorenen Mann zu retten.“

Das klingt jetzt aber nach einem ziemlich heteronormativen (und damit halt doch wieder konservativen) Weltbild seitens des Films. 😉

heino
heino

Klingt vielversprechend, aber nach den für mich enttäuschenden „Moon“ und „Source Code“ bleibe ich erstmal verhalten optimistisch.

Hook
Hook

Bester Zeitreisefilm seit 12 Monkeys? Dazu muss Looper aber erst einmal den phänomenalen Independent-Kracher „Time Crimes“ überbieten. Das wird schwierig.

Im Übrigen sieht das Makeup von Levitt lächerlilch aus. Hätte man nicht machen müssen.

Peroy
Peroy

„Bester Zeitreisefilm seit 12 Monkeys? Dazu muss Looper aber erst einmal den phänomenalen Independent-Kracher “Time Crimes” überbieten. Das wird schwierig.“

Nein, das is‘ leicht, der ist nämlich beschissen schlecht.

Will Tippin
Will Tippin

Ohne den Grammar Nazi spielen zu wollen…
http://www.duden.de/rechtschreibung/Nickeligkeit

Dietmar
Dietmar

Sind in Hollywood die Maskenbildner im Streik? Erst der alte Mann in Prometheus jetzt Levitt …

Strabo
Strabo

@Will Tippin: to niggle – nörgeln. Was man von Neudeutsch hält ist natürlich eine andere Frage.

Reini

Keine Ahnung welchen Streifen Roy Pee meint, „Timecrimes“ war jedenfalls gut… und gab es da nicht noch so einen Time-Crime-Streifen… „Massage 69“ oder so ähnlich?

reptile
reptile

Uh, jetzt wird der Film doch noch interessant.
Den wollte ich eigentlich gar nicht sehen. Der Trailer hatm ich nicht umgehauen und allein der Name „Looper“ weckte bei mit einen Abwehrreflex. Das klingt erst Mal nach billigster Hollywood Sommerkost ala“Jumper“. Aber jetzt bin ich neugierig.

Comicfreak
Comicfreak

..ich kenne das Wort „Niggelichkeiten“ nur aus dem Blog von Stefan Niggemeier und dachte, es sei eine Anspielung auf die Haarspaltereien und Detailversessenheit des hausherrn ^^

DMJ

Zeitreisen und Paradoxien? Yay! Da bin ich immer für!

Muss gestehen, von dem Film noch überhaupt nichts gehört zu haben, aber dann bin ich doch mal gespannt (auch, inwieweit ich über den anscheinenden Sexismus hinwegsehen kann),

Peroy
Peroy

„Keine Ahnung welchen Streifen Roy Pee meint, “Timecrimes” war jedenfalls gut…“

Nein. 8)

„und gab es da nicht noch so einen Time-Crime-Streifen… “Massage 69″ oder so ähnlich?“

Ja, da klingelt was… der soll ja auch sehr gut sein, habbisch gehört…

noyse
noyse

na ja timecrimes war jedenfalls nicht ganz doof 😉

Kann mal jemand rauskriegen wie dieser andere film heisst von dem peroy gehört hat das er eventuell gut sein soll? habs mit der massage 69 probiert und drei stunden später (musste die suchergebnisse durchgehen) dann mal message 69 aber nix gefunden.

Peroy
Peroy

„na ja timecrimes war jedenfalls nicht ganz doof“

Der war mal komplett doof…

Ben

Gerade gesehen. Was für ein Film! Alleine diese grandiose Mischung aus Komik, Ernst und Tragik. Und wie konsequent der Film stellenweise ist. Ich hatte wirklich nicht gerade niedrige Erwartungen, aber selbst die übertrümpft der Film mühelos.

Georg
Georg

Die Frau des Zeitreisenden (2009) fand ich ganz gut… aber der war für die Nerds unter euch (also für euch) wohl zu romantisch.

Georg
Georg

Gerd ist mein Alias wenn ich mich auf Zeitreisen befinde. Hier kannst du gerne Georg zu mir sagen 🙂

Georg
Georg

…oder Waltraud wenn dir das besser gefällt.

Peroy
Peroy
DMJ

„Die Frau des Zeitreisenden“? Du meinst den Film mit der an sich tollen Grundidee, in der der Held ewig klagt, dass er die Vergangenheit nicht verändern, entsprechend seiner Mutter auch nicht das Leben retten könne, ehe er seiner Schnalle das gewinnende Lotto-Los in die Hand drückt, weil der Verbleib von Millionen Dollars ja keine solche Veränderung ist?

Peroy
Peroy

http://thatguywiththeglasses.com/videolinks/teamt/fbv/projector/36656-projector-looper

Boah, sieht Gordon-Levitt beschissen aus… leckdiepeck…

Thies
Thies

Komme gerade aus dem Kino und bin ebenfalls schwer begeistert. Ich frage mich allerdings ob es klug war im Trailer nur die SF-Action zu betonen. Im Kino saßen einige die mit dem eher ruhigen zweiten Drittel offenbar weniger anfangen konnten.

Aber der Clou des Films war nunmal nicht die gut dosierte Action sondern das perfekt konstruierte Drehbuch. Ich hoffe das Rian Johnston nun auch mal von den Fleischtöpfen kosten darf, die bisher Christopher Nolan für sich beansprucht.

Ach ja, und auch ich will noch mal eine Empfehlung für „Timecrimes“ aussprechen, der wirklich clever geschrieben ist, auch wenn Peroy darauf wieder antworten wird: „Nein, ist er nicht.“ 😉

Poldi
Poldi

Hmmm – ich gehe oft und gern konform mit Wortvogels Kritiken, und der Film ansich war auch ganz nett, aber in diesem Falle müssen wir unterschiedliche Filme gesehen haben.

„Krachende Actionsequenzen“ – wo waren die? Es gab zwei, drei knapp gehaltende, auf den Punkt gebrachte Actionsequenzen. Kurz und realistisch aber nicht das, was ich mir unter „krachend“ vorstelle. Ansonsten hatte der Film mit Action nicht viel am Hut.

„Neue Facetten des Zeitreise-Paradox“ – welche denn? Ich habe nicht eine Facette gefunden, die nicht auch in „Zurück in die Zukunft“ schon abgehandelt wurde.

„Wer im falschen Moment pinkeln geht“ – solche Momente bietet fast jeder Film. Andererseits gab es in Looper jede Menge Momente, in denen man hätte pinkeln gehen können, ohne daß man von der Story etwas verpaßt hätte.

„Das Universum von “Looper” ist so klar wie präzise definiert, wenige Voice Over bringen uns auf den aktuellen Stand“ – yeah, wäre nur schön gewesen, wenn sich der Film an seine eigenen präzisen Vorgaben selbst gehalten hätte. In der Zukunft werden keine Morde mehr durchgeführt, weil die Kriminaltechnik soweit ist, daß man jeden Mord zurückverfolgen kann – darum gibts Looper. Schöne Idee, schlecht verkauft. Warum holen die Gangster in der Zukunft Joe mit vorgehaltener Waffe aus seinem Haus und warum erschießen sie seine Frau? Per Definitionem hätten sie beide mit dem schönen Entfernungselektroschocker ausschalten und dann zurückschicken müssen.
Außerdem wurde die Zukunft derart abgewrackt und gewalttätig dargestellt, daß sich mir der Sinn für Loopers erst gar nicht erschließt.

Nächste Frage: Warum müssen die Loops geschlossen werden? Du hast zwar oben geschrieben, daß es keine Antworten auf alle Fragen gibt, aber diese Frage ist für den Film eigentlich essentiell. Ein Zeitreisefilm muß sicher nicht auf alle paradoxen Zeitreisephänomene eine Antwort haben, aber er sollte zumindest sein Hauptthema, das nicht einmal paradox ist, erklären können.

Und ein aus meiner Sicht großer Schwachpunkt: Telekinese! Warum die Einführung dieses abstrusen parapsychologischen Schnickschnacks. Da wird die Filmhandlung in die nahe Zukunft unserer realen Welt verlegt – ohne Außerirdische, ohne Magier, ohne durch einen Atomkrieg verursachte plötzlich mutierte Elfen, Orks und Zwerge. Warum also diese sinnfreie Telekinese als Erklärung für den Rainmaker? Weil sie wenigstens ein, zwei geile Special-Effect Szenen im Film einbauen wollten?

Dieser Film ist nett anzuschauen, von einem SF-Zeitreise Kracher wie 12 Monkeys was Action, Logik, Witz und Handlung angeht aber meilenweit entfernt.

dermax
dermax

Seh das Ganze nicht ganz so kritisch wie Poldi, „Looper“ ist auch meines Erachtens mal wieder ne schoene Abwechslung des Einheitsbreis, wie schon der Hausherr meinte. Kann vieles unterschreiben, was WV als Pluspunkte nannte, aber ich fang vielleicht auch mal mit den negativen an:
– ein bisserl „Terminator“? Das gesamte Storykonstrukt ist mehr oder weniger eine Variation derselben Grundidee, ohne zuviel spoilern zu wollen. Sogar das Ende ist schon sehr nahe an T2 dran…
– hab auch ein massives Problem mit der Action und den Effekten, vor allem die Sequenzen mit dem fliegenden Motorrad sehen schmerzhaft nach Greenscreen aus, und die richtig krachenden Actionsequenzen hab ich auch vermisst
– Twists? Welche denn? Willis hat genau einen Plan, den er durchzieht und das wars, Blunt genauso, Gordon-Levitt lernt halt mit der Zeit die Zusammenhaenge, aber das wars
– das mit dem feministisch seh ich auch als sehr seltsame Interpretation
– und ganz dick wie schon von anderen angemerkt: die Ausgangssituation krankt extrem an der Frage, warum man zum Geier das Risiko eingeht und die Opfer lebend zurueckschickt, anstatt halt nur die Leichen zum Entsorgen, spaetestens als der erste es nicht schafft, sein altes Ich zu erledigen, machts nullkommanull Sinn, das erneut zu machen
– auch ich seh keinen substanziellen Beitrag zum Zeitreisethema, vielmehr macht man sichs sehr einfach, Aenderungen der Zeitlinie haben genau soviel Einfluss, wie es gerade in die Story reinpasst( der junge Seth wird also verstuemmelt, um an den alten ranzukommen, wird der zerschnippelte Torso jetzt 30 Jahre am Leben gehalten, oder wie, was passiert, wenn er stirbt, sehen wir ja im Finale?)

Sind jetzt wieder ein Haufen Kritikpunkte, aber die positiven Seiten hat ja WV schon ausgiebig beschrieben und ich kann mich nur anschliessen, der Film ist super, regt Diskussionen beim Bier an, aber wegweisend oder Film des Jahres wuerde ich ned als Urteil vergeben.

heino
heino

Also, ich kann mich nur vollumfänglich Poldi anschließen. Der Film war vor allem mal sehr langweilig, die Zukunft ist in meinen Augen nicht sehr realistisch geschildert (z.B. überall Super-Hightechmonitore, aber kein einziges Handy), die Tricks sind in der Qualität doch sehr unterschiedlich und der überschminkte Gordon-Levitt sieht eigentlich mehr nach einem jungen und sehr schwuchteligen Robert Patrick denn nach Bruce Willis aus. Das mit der Telekinese hat mich jetzt nicht wirklich gestört, wenn es auch extrem konstruiert ist. Aber das sind Zietmaschinen auch, da spielt das dann keine wesentliche Rolle mehr. Insgesamt sehr enttäuschend.

DMJ

Habe ihn jetzt auch gesehen und ordne mich irgendwo in der Mitte ein. Poldi hat in vielen Punkten recht, vieles stimmt oder klappt im Film nicht so ganz und den Feminismus-Punkt sehe ich (zum Glück 😉 ) auch nicht ein, aber es war ein schicker, unterhaltsamer Film, der auf jeden Fall mal wieder „Denk-SF“ war, was ihn automatisch für mich aufwertet.
Ausführlicher hier:

http://www.weirdfiction.de/article_database/%E2%80%9Elooper-2012-oder-endlich-wieder-%E2%80%9Erichtige-science-fiction/

Karsten

Gerade eben endlich nachgeholt. Gute Science Fiction gibt es im Kino/auf DvD eh viel zu selten, dementsprechend bin ich dankbar für den Film und kann die positive Resonanz vom Wortvogel in großen Teilen nachvollziehen. Gleichzeitig ist die positive Kritik von hier mit daran Schuld, dass ich gleichzeitig ein wenig enttäuscht bin. Die Action ist nicht so fett wie erhofft, dem Film fehlten die versprochenen Twists und ein paar Logiklücken (oder Ungereimtheiten) wollen sich auch mit viel Wohlwollen einfach nicht füllen – wie DMJ in seiner Kritik schon schreibt, kleine Schönheitsfehler eben.

PS: Ich fand den kleinen Jungen sehr großartig.

Peroy
Peroy

Pooper…

Peroy
Peroy

Jetzt auch geguckt. Mochte den nicht wirklich…

Wieso lässt man die jeweiligen Loops von den Loopern selbst schließen ? Das ist für mich das größte Geknödel an dem Film. Die Gangsterbosse in der Zukunft müssten die Leute einfach nur zu einem anderen Looper schicken und schon wären alle Probleme gelöst (bzw. gar nicht erst entstanden). Es macht für mich auch keinen Sinn, dass man sich vertraglich verpflichtet, sich irgendwann selbst umbringen zu müssen… wer würde sich in der Realität schon auf sowas einlassen ? Das kauf‘ ich dem Film nicht ab…

Wieso ist es unmöglich, in der Zukunft noch Morde zu begehen ? Und wieso ballern die Gangster, wenn es unmöglich ist, in der Zukunft noch Morde zu begehen, als erstes Bruce Willis‘ Frau über den Haufen ?

Die Szene, in der der junge Joe den alten Joe abgeknallt hat, hat aus meinem Hirn eine Zeitreise-Brezel gemacht… da geh‘ ich kaputt drüber…

Woher weiß Emily Blunt was ein Looper ist, wenn Zeitreisen im Jahr 2044 doch noch gar nicht erfunden sind ?

Dieser reingedrückte Telekinesese-Scheiss war ja furchtbar. Und wieso wird der Film ab der Hälfte auf einmal zu „Carrie“… ?

Na ja… war trotzdem besser als „Time Crimes“. Prädikat „Geht so“…

noyse
noyse

>>Na ja… war trotzdem besser als “Time Crimes”<<
War er nicht.

ansonsten stimm ich voll mit deiner kritik überein.

Peroy
Peroy

„>>Na ja… war trotzdem besser als “Time Crimes”<<
War er nicht."

Doch, war er. Alles ist besser als "Time Crimes", der saublöde Scheissfilm. 8)

perseus
perseus

„Wieso ist es unmöglich, in der Zukunft noch Morde zu begehen?“
Durch Körpererkennungszeug kann man die Leichen irgendwie immer finden, an diese Aussage erinnere ich mich noch.

„Und wieso ballern die Gangster, wenn es unmöglich ist, in der Zukunft noch Morde zu begehen, als erstes Bruce Willis’ Frau über den Haufen?“

Der Regenmacher ist offenbar schlicht so mächtig, dass ihm niemand dafür was kann. Jaaa, der Film ist von Plot nicht sehr überzeugend.

Dietmar
Dietmar

Vor ein paar Tagen habe ich den auch gesehen. Die Telekinese war die Erklärung, warum niemand an den Regenmacher heran kommt. Als die sich dann offenbarte, war das für mich überraschend, aber in der Rückschau nicht unangekündigt.

Aber irgendwie habe ich hier mehr Probleme mit der „Zeitreise-Logik“ als beispielsweise im „Terminator“ oder „Star Trek: Der erste Kontakt“. Wie beispielsweise der Kumpel von Joe zerfällt, ist gruselig und bleibt mir in Erinnerung, aber einleuchten will mir das nicht, denn hätte er diese ganzen Behinderungen, wäre er nicht so weit gekommen und in dem Augenblick wieder weg.

Die Auflösung fand ich dann wieder richtig gut.

Am meisten hat mich Levitts Aussehen gestört. Diese Augenbrauen … komisch … (und er hätte sich mehr Bruce-Willis-Auftreten abgucken können)

Peroy
Peroy

„Die Auflösung fand ich dann wieder richtig gut.“

Macht halt null Sinn… aber wie wir schonmal gesagt haben „Sobald man irgendwas mit Zeitreisen macht, is‘ man völlig am Arsch“…

Dietmar
Dietmar

Ja.

Wie gesagt, das Zeitreise-Problem war in diesem Film für mich wirklich eines.