USA 2012. Regie: Simon West. Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Chuck Norris, Randy Couture, Terry Crews, Liam Hemsworth, Jean-Claude Van Damme, Scott Adkins, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Nan Yu

Story: Barney Ross und seine Mannen werden mal wieder vom zwielichtigen Church genötigt, einen Auftrag anzunehmen: der Inhalt eines Safes soll aus einem abgestürzten Flugzeug in Albanien geborgen werden. Doch Bösewicht Vilain und sein Scherge Hector schnappen sich den Lageplan zu einer handelsunüblichen Menge Plutonium aus Sowjet-Restbeständen – wobei einer der Expendables ins Gras beißt. Nun nimmt Barney die Sache persönlich und dezimiert mit seiner Crew – unterstützt von der Asiatin Maggie – das Halunken-Kontingent Osteuropas nachhaltig.

Kritik: Da sind sie also wieder, die „Entbehrlichen“, die trotz ihres unheilschwangeren Namens genauso unkaputtbar sind wie der Hulk oder Thor. Viel wurde im Vorfeld daraus gemacht, dass diesmal – endlich! – einer von ihnen dran glauben muss, um die gefühlte Gefahr für die anderen zu steigern. My ass: es trifft den (minor spoiler) einzigen Neuzugang im Team, der noch dazu zehn Minuten vorher gefühlig verkündet, das Team nach diesem Einsatz verlassen zu wollen. Man hätte an dieser Stelle auch oben in der Ecke der Leinwand einen Countdown starten können…

Ross & Co. sind also weiterhin unzerstörbar, was angesichts der erhöhten Schlagzahl der Actionszenen und Komparsenballereien diesmal noch alberner wirkt. James Bond und John Rambo sind kombiniert nicht so hysterisch aber folgenlos beschossen worden.

Überhaupt droht die Wiedergeburt des bzw. Hommage an den großen sinnlosen Actionfilm der 80er schon bei der zweiten Auflage gefährlich in die Selbstparodie abzurutschen. Ständig hauen sich die Protagonisten ihre eigenen alten Standard-Sprüche um die Ohren, alte Rollen werden ausgiebig zitiert und der viel gescholtene Gastauftritt von Chuck Norris (der im Alleingang den Film auf ein PG13-Rating drücken wollte, indem er auf die Entfernung aller Schimpfwörter im Skript bestand) ist endgültig eine Farce. Der Bösewicht (englisch=villain) heißt allen Ernstes „Vilain“!

Schlimmer noch: Die ständigen Gastauftritte lassen die Welt der Expendables bizarr überbevölkert erscheinen. Das senkt die oben erwähnte „gefühlte Gefahr“ ganz massiv. In den wenigen Momenten, in denen Barney und seine Crew in einer (nie wirklich) aussichtslosen Situation fest stecken, taucht irgendwo her ein Altstar auf, der sie raus haut. Das macht dann endgültig den Deckel drauf: Wir haben in keiner Szene tatsächlich das Gefühl, den Helden könnte irgendwas passieren. Und damit verabschiedet sich auch alle echte Suspense.

Die Story kann den alten Recken auch nicht in den Sattel helfen, denn eine Ladung Plutonium, die an gesichtslose Geldgeber verkauft werden soll – wen lockt das noch hinter dem Ofen hervor? Da gibt es nicht mal ein „ticking clock element“, das Druck macht. Zumal die gesamte „erst schießen, dann nochmal schießen“-Narrative keinen Raum für Twists oder gar gut geplante Angriffe bietet. „Expendables 2“ ist eine Abfolge von Materialschlachten.

Die Action und das Charisma der Altstars muss also retten, was das Drehbuch und das Konzept vergeigen. Und das funktioniert dann wider Erwarten doch ganz gut. Die alten Knacker sind augenscheinlich entspannt bei der Sache, die Fights sind sauber choreographiert und es rummst eigentlich von Anfang bis Ende immer irgendwo. Der hohe Bodycount verstärkt das Gefühl, in einem hohlbirnigen, grenzdebilen, aber ganz dem Dosenbier verpflichteten Cannon-Spektakel der 80er gelandet zu sein. Und das ist Sinn und Zweck der Übung. Regisseur Simon West hatte sich ja schon vor 15 Jahren mit „Con Air“ als der legitime Nachfolger von Mark Lester und James Glickenhaus empfohlen.

Und ja, der lang ersehnte finale Fight zwischen Stallone und van Damme ist klasse, gerade weil beide auf ihre völlig unterschiedlichen Kampfstile setzen: Stallone haut drauf wie ein Rammbock, während der Belgier hubschraubert wie zu besten „Bloodsport“-Zeiten.

Man kann es nicht bestreiten: „Expendables 2“ funktioniert. Wie seine Helden ist er nicht frisch, nicht einfallsreich und nicht besonders zimperlich in der Wahl seiner Mittel. Aber wie seine Helden erfüllt er seinen Auftrag, übersteht das Finale humpelnd trotz massiver Kollateralschäden und verabschiedet sich grinsend bis zum nächsten Mal.

Meine liebste Zeile im Wikipedia-Eintrag zu „Expendables 2“: „The 11 leading men in the sequel have a combined age of 573“.

Die Qualität der Dialoge, der Aufwand und die Attitüde des Films lassen sich perfekt anhand dieses Audioclips bewerten:

Es sei noch vermerkt, dass ich in 25 Jahren, die ich mittlerweile professionell und semi-professionell Filme bespreche, noch keine größere Diskrepanz zwischen den Ratings der Märkte gesehen habe: in den USA ist „Expendables 2“ wie gesagt PG13 rated R – es wird ja nicht geflucht und keine Lady lupft das Oberteil. Dafür werden allerdings Hunderte Lakaien auf das (cgi-)blutigste geschlachtet, Köpfe platzen, Körper fliegen im Dutzend zerfetzt über die Leinwand. Für US-Kids ist das anscheinend okay. Kann man ja auch prima den Nachwuchs in ein Mitternachts-Screening für schleppen. In Deutschland? FSK18. Gerechtfertigt.

Für mehr Infos über die Produktion habe ich euch HIER das umfangreiche Presseheft hinterlegt.

Ich gestehe, dass die beste Zusammenfassung des Films nicht von mir kommen kann – der Kollege von Slant war schneller und punktgenauer: „It plays out like a series wet-dream scenarios, performed by a cast of vintage action figures battered and broken from overuse, bleached and slightly molted from sitting in the sun too long.“

Fazit: Beim zweiten Mal zwar mit mehr Aufwand, aber nicht mehr ganz so frisch und oft gefährlich nah an der Parodiegrenze balancierend, funktioniert „Expendables 2“ gerade noch als erfreulich zynischer Gewaltporno mit kurzem Verfallsdatum.

P.S.: Die 100 Millionen Budget glaube ich keine Sekunde, denn „Expendables 2“ ist sehr offensichtlich für praktisch alle „standing sets“ der Nu Boyana-Studios von Millennium Films entwickelt worden und was hier als Background dient, haben wir auch schon in diversen Seagal- und Lundgren-Kloppern gesehen. Die gerade mal okayen digitalen Effekte hat „Worldwide FX“ vor Ort gezimmert, von denen ich zufällig ein schon zehn Jahre altes, aber immer noch sehenswertes FX Reel parat habe:

http://www.youtube.com/watch?v=ETw1D9IqW4E



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Rex Kramer

Ähnlich urteilt auch Das Manifest.
Aber ich kann mir nicht helfen: ich freue mich trotzdem drauf 🙂

http://www.dasmanifest.com/01/expendables2.php

Sparkiller
Sparkiller

Die US-Fassung müsste aber eigentlich doch R-rated sein:

http://www.digitaltrends.com/movies/the-expendables-2-officially-earns-an-r-rating/

VideoRaider

Jepp, Sparkiller hat recht. Expendables 2 hat ein R-Rating: „Rated R for strong bloody violence throughout“

Exverlobter
Exverlobter

Vom ersten Teil war ich enttäuscht, da der Film eher wie ein Buddy-Film zwischen Stallone/Statham wirkte, die Expendables kamen nur am Anfang und im Finale des Flms zum Einsatz.Das wurde ja vielfach bemängelt. Zudem hatte Stallone ja nicht alle Leute bekommen die er wollte(Van Damme, Seagal, Norris).
In einigen Interviews sagte er, dass dieser Film eher dem näher kommen soll, was er für den ersten schon im Sinn hatte. Ich glaube an den Film.

Exverlobter
Exverlobter

@Wortvogel
„Wir haben in keiner Szene tatsächlich das Gefühl, den Helden könnte irgendwas passieren. Und damit verabschiedet sich auch alle echte Suspens“

Diesen Einwand verstehe ich nicht. Das zeichnet das Action-Kino der 80er doch größteneils aus.
Commando, Death Wish 3, Rambo 2:
zu Hunderten werden die Gegner fast locker aus der Hüfte umgemäht. Das mag zwar nach heutigen Maßstäben wie Parodie wirken (und wurde in Hot Shots 2 schön gespooft) aber gibt IMO die Zeit der 80er akurat wieder.
Beispielhaft ist dieser Clip, Arnold war schon damals „unbesiegbar“ und niemals bestand ein Zweifel, dass er es nicht überstehen würde.

Die in diesem Film versammelten Legenden sind eben keine seriösen Pistoleros der 70er wie Clint Eastwood, bei denen dein Einwand zutreffen würde, wenn sie mitspielen würden.

http://www.youtube.com/watch?v=HmPylZecOQc

Exverlobter
Exverlobter
reptile
reptile

Ich freu mich drauf! Aber: Wieso lese ich überall, der Kampf zwischen Sly und Van Damme wäre lang erwartet? Dass ist mir so nie bewusst gewesen. Warum denn gerade die Beiden? Arnie vs. Sly würde ich verstehen – Terminator gegen Rambo.
Cool wäre ja auch Sly gegen Lundgren als kleine Box Revanche.

Exverlobter
Exverlobter

@Reptile
„Arnie vs. Sly würde ich verstehen“

Da es wohl keinen Kampf zwischen Arnie/Sly geben wird, muss das hier ausreichen
http://www.youtube.com/watch?v=87RjgPdS6Us

Andy
Andy

Ich fand den zweiten Teil besser als der erste (was vielleicht nicht schwer ist?)
Von so einem Film erwarte ich auch keine große Story!
“Wir haben in keiner Szene tatsächlich das Gefühl, den Helden könnte irgendwas passieren“
Das habe ich eigentlich bei Bond und Co auch nie.
Ein großes Manko die digitalen Effekte von “Worldwide FX“ “Die“ sind immer noch auf einem Stand wie vor 10 Jahren.
Wie immer eine tolle Review von Wortvogel.
Danke

sergej
sergej

„…die Fights sind sauber choreographiert und es rummst eigentlich von Anfang bis Ende immer irgendwo.“
Reicht doch (in diesem Fall).

Dietmar
Dietmar

Popcorn, Cola, gut is´.

Stony
Stony

„Ross & Co. sind also weiterhin unzerstörbar, was angesichts der erhöhten Schlagzahl der Actionszenen und Komparsenballereien diesmal noch alberner wirkt. James Bond und John Rambo sind kombiniert nicht so hysterisch aber folgenlos beschossen worden.“

warum nur muß ich bei dieser beschreibung an das gute alte A-Team denken? wobei, bei denen wurde ja, trotz kistenweiser munitionsverballerung, auf beiden seiten nie jemand verletzt.

„Die Expendables gehen einfach mit massivster Firepower irgendwo rein und ballern sich alles zurecht. So funktioniert Dramaturgie nicht.“

das klingt so lahm, das man befürchten darf, sich das ganze nicht mal schönsaufen zu können… 🙁

Howie Munson
Howie Munson

Jetz weiß ich wofür die 3 Minuten Stressedit gedacht sind, du willst nur unsere Fehlererkennung trainieren… 😉

wobei einer [der] Expendables ins Gras beißt.
Und das funktioniert dann wider Erwarten doch ganz gut.

Nikolai
Nikolai

„Die Expendables gehen einfach mit massivster Firepower irgendwo rein und ballern sich alles zurecht. “

Aber genau darauf kann man sich auch freuen. 🙂

Karsten

Liest sich jetzt auf jeden Fall deutlich nüchterner als die Review zum ersten Teil von dir. (Über die bin ich damals hier auf die Seite gekommen.)

Oh man…und dabei muss ich mir immer noch eine Meinung zu Prometheus und Batman Rising machen….viel….zu….wenig….Zeit, viel zu viele Filme, die ich noch schauen mag. Dabei ist jetzt hier in meiner neuen Wohnung in Berlin ein Kino direkt um die Ecke. -.-

sergej
sergej

„warum nur muß ich bei dieser beschreibung an das gute alte A-Team denken? wobei, bei denen wurde ja, trotz kistenweiser munitionsverballerung, auf beiden seiten nie jemand verletzt.“

Nie stimmt nicht, B.A. war mal verletzt und benötigte eine Blutspende von Murdock. Die Folge spielte, wie üblich, in einem kleinen, staubigen Hinterwäldlerkaff. Mein damaliges Bild von Amerika abseits der großen Städte, wurde dadurch geprägt.
Aber genug OT.

milan8888
milan8888

Mein damaliges Bild von Amerika abseits der großen Städte, wurde von den Dukes of Hazard County geprägt.

Teleprompter
Teleprompter

Thema Rating: Den Unterschied zwischen FSK 18 und R sehe ich zwar theoretisch (R= ab 17, oder drunter, dann in Begleitung), aber nicht praktisch; ist halt in beiden Fällen die höchste Freigabe, die ein Studio ernsthaft bekommen will; hierzulande gäbe es noch die theoretische Möglichkeit, den ganz ohne laufen zu lassen, in Amiland das NC-17, was aber für Kommerzfilme undenkbar ist. Btw: In GB ist der ab 15, was bei der BBFC schon erstaunlich ist.

Und zum Budget: Was sind denn heute noch 100 Mios ? Wenn die ganzen Oldies ihre Gage abgeholt haben, bleibt da so viel auch nicht mehr übrig. Man denke nur mal an FdK Teil IV; angeblich 150+ Millionen und auf dem Schirm ist nicht ein Highlight, nicht eine echte Actionszene, nicht ein wirklich teurer Trick zu sehen. Also alles in den Taschen der Macher, oder komplett verdaddelt.

Karsten

@Wortvogel: Ja, war meckern auf angenehmem Niveau. Dafür darf ich ab dem 25.08. 150 bis 200 Stunden Spielzeit in Guild Wars 2 versenken und das in so wenigen Tagen wie möglich. Gut, dass wir diesen Mist gerne machen. 😛 Deswegen werde ich die Kinos auch nur in den ersten drei Tagen frequentieren können. Wenn ich dir über den Weg laufe, werde ich aber auf jeden Fall mal kurz vorbeikommen und hallo sagen.

Comicfreak
Comicfreak

*freu*

..Göttergatte wird gerne daheim bleiben, Junior tobend, wenn ich mit dem esten Freund ins Kino gehe 🙂

S-Man
S-Man

@Wortvogel: Würde mich auch freuen. Muss mal schauen, wie das terminlich hinbekomme. FFF liegt dieses Jahr echt bescheiden… Mal sehen. Hoffe, dass ich wenigstens einen Tag schaffe.

Stony
Stony

@sergej:

mea culpa! wie konnte ich das nur vergessen, hast natürlich recht…

Fake
Fake

Auch zum Thema Rating: Die größte Differenz, die mir bis jetzt aufgefallen ist, habe ich bei der Musicalverfilmung “ Mamma Mia!“ gesehen: Bei uns FSK0 – in den Staaten PG-13! 😉

Fake
Fake

Die Erwähnung von Homosexualität hat bestimmt auch dazu beigetragen … 😉

Balthasar

Zitat: „Auch zum Thema Rating: Die größte Differenz, die mir bis jetzt aufgefallen ist, habe ich bei der Musicalverfilmung ” Mamma Mia!” gesehen: Bei uns FSK0 – in den Staaten PG-13!“

Da setze ich noch einen obendrauf: „Drei Farben Rot“ — bei uns FSK 6, in den USA „Rated R“ (vgl. mein Blogeintrag vom Sonntag mit Ergänzung und Dank an Torsten).

Exverlobter
Exverlobter

Die größte Differenz die ich kenne kam bei Deep Space Nine zustande:
Season 4 Deutschland regulär FSK 12 in Großbritannien
BBFC 18.
Das hatte die ärgerliche Konsequenz, dass die deutschen DVDs(wegen des einheitlichen Europäischen Marktes) extra wegen Großbritannien zensiert werden mussten, obwohl die Episoden im deutschen TV ursprünglich im Nachmittagsprogramm uncut liefen!

http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=1307

Christian Siegel

Vom ersten Expendables-Film war ich damals sehr enttäuscht; in erster Linie, da die Action so unübersichtlich inszeniert war. Zumindest diesbezüglich hoffe ich mal auf Besserung. Und wie sehr mir Landsmann Arnold Schwarzenegger auf der Kinoleinwand gefehlt hat (und nein, sein unspektakulärer Cameo-Auftritt aus dem ersten Teil zählt da nicht), hab ich erst bemerkt, als ich den ersten längeren Trailer zu diesem Film sah. Passt irgendwie auch gut zur nostalgischen Retro-Welle, die im neuen Jahrtausend zunehmend ausgebrochen ist.

Ich stimme mir jenen Kommentaren hier überein, die bei einem solchen Actionkracher keinen Suspense erwarten. Das war noch nie eine Stärke dieser Art von Filme. Was das Budget betrifft: Angesichts der Fülle an Stars in diesem Film erscheint es mir absolut plausibel. Ich bin jedenfalls schon gespannt, ob es ihm imGegensatz zum ersten Ansatzweise gelingen wird, an die „gute alte Zeit“ des 80er Jahre-Actionkinos anzuknüpfen.

rolfoliver
rolfoliver

Moin, ich bin neu hier. 🙂

Zum Thema Altersdifferenz:
Station Agent (guter Film, btw) ist in Deutschland „ab 0“
und hat in den Staaten ein „R“!

http://www.imdb.com/title/tt0340377/

Exverlobter
Exverlobter
Erik
Erik

Ich mag zwar was dazu sagen, bin aber zu faul alles nochmal zu formulieren, also kopiere ich mal mein ausschweifendes Gelaber aus einem Forum:

So, mal einen eigenen Thread für die Jungs eröffnen …
ich komme grade aus dem zweiten Teil von Stallones erfülltem Jugendtraum. Aber irgendwie kann ich grade nicht so begeistert sein wie beim ersten Teil. Damals haben sich meine Erwartungen mehr als erfüllt. Ich kam wohl selten mit einem größeren Grinsen aus einem Kinosaal.

Der zweite Teil war im Gegensatz dazu irgendwie unausgegoren. Zu viel Comedy um ein überdrehter Brutalo-Actionfilm zu sein, zu brutal, um als überdrehte Actioncomedy durchzugehen. Im ersten Teil waren die unvermeidlichen „lustigen“ One-Liner viel passender platziert und haben die großartigen Action- und Kampfszenen ganz gut ergänzt. Diesmal gibt es einen Overkill, jeder der krampfhaft ins Script gepressten Altstars sondert ebenso krampfhaft „seine“ Klassiker ab. Und auch die neu hinzugekommenen Altstars selbst funktionieren imho nicht. Um wieder auf den ersten Teil zu sprechen zu kommen: dort haben Stallone, Lundgren, Li, Statham und auch Mickey Rourke eigentlich nur ihre alten, altbekannten Rollen aus den klassischen Actionfilmen der 80er und 90er weitergespielt, während die Jüngeren (Couture, Austin, Crews) ebenfalls ganz stereotype Actionhelden gaben.

Willis und Schwarzenegger dagegen waren nur als kurze „comic relief“ eingebaut, und so weit funktionierte das auch ganz gut, auch wenn es nicht wirklich nötig gewesen wäre. Diesmal, als mehr oder weniger voll eingebaute Charaktere sind die beiden letztgenannten absolut unglaubwürdig im Kontext des ganzen Ensembles, von Chuck Norris ganz zu schweigen. Vor allem Schwarzenegger und Norris sind eben keine liebevollen Hommagen an ihre alten Figuren, sondern platte Parodien ihrer selbst. Stallone ist unverfälschter „Rambo“, Lundgren ist „Red Scorpion“, „Universal Soldier“ und vor allem unzählige Direct-to-Video-B-Movies, Jet Li ist „Romeo Must Die“, Jason Statham ist natürlich „Crank“ und „Transporter“ mit leicht aufgerüstetem Arsenal. Im Gegensatz dazu ist Schwarzenegger halt nicht „Phantom Commando“, „Predator“ oder auch nur „Eraser“, sondern maximal „Last Action Hero“. Norris ist nicht „Delta Force“, sondern ein wandelnder Chuck-Norris-Witz. Das verdirbt den liebevollen Ansatz, einen klassischen 80er oder 90er-Actionfilm mit den alternden Helden und moderner Technik zu drehen. Da fehlt mir der Respekt vor den Klassikern.

Ausserdem lässt mich eben dieser Klamauk unwohl fühlen gegenüber der natürlich wieder exzessiv dargestellten Gewalt. Im ersten Teil ist sie notwendig als Stilmittel, als typisches Merkmal der schon aufgeführten Klassiker, selbst wenn Stallone natürlich bei der Darstellung nen Tick weiter gegangen ist als jeder dieser Klassiker. Doch der unglaubliche Bodycount, die unglaublich brutale Dezimierung immer neuer Horden von Henchmen ist in einem Klamaukfilm nicht nötig und imho auch nicht akzeptabel. Nur am Rande: ich schien im Kino ziemlich alleine mit dieser Meinung zu sein. Vielleicht hat das johlende Multiplex-Publikum das unbehagliche Gefühl meinerseits auch noch verstärkt. Vielleicht hätte ich das Ganze nach drei Bier und mit ein paar Kumpels auch anders gesehen.

Allerdings muss man dem Film natürlich auch ein paar gute Seiten bescheinigen. Es gibt natürlich wieder ein paar [i]verdammt[/i] awesome Kampf- und Actionszenen, auch wenn man selten an das „I’m gettin‘ my ass kicked“ aus Teil 1 rankommt. Die alte Riege aus Stallone, Statham, Couture, Lundgren und Crews hat auch diesmal verdammt viel physische Substanz, da geht der kleine Jet Li fast ein bissel unter. Gerade Stallone und Lundgren machen so sichtbar gealtert fast noch eine bessere Figur als eingeölt in ihren besten Jahren. Liam Hemsworth und ääääh … „die Frau“ schlagen sich auch ganz wacker, auch wenn sie als „zu Beschützende“ natürlich nicht ganz so knallig dargestellt werden wie die zuvor genannten. Uuuund der unvermeidliche Endkampf zwischen Stallone und Van Damme rockt gewaltig, vor allem weil die beiden so unterschiedlich kämpfen, Stallone fährt seine Wachstumshormon-Physis gegen den immernoch ziemlich beweglichen Van Damme auf. Das knallt ordentlich. Überhaupt sind die meisten Nahkämpfe, vor allem wenn wenig „Martial Arts“ und mehr das klassische Repertoire einer Kneipenschlägerei genutzt wird, ziemlich ansehnlich. Da gibts jede Menge fiesesten Kontakt zwischen Gesichtern und Stiefeln, Körpern und Fußböden. Da kommt die Gewalt sehr real rüber, im Gegensatz zu manchen Schiessereien, die einen „unrealistischen“ Splatterfaktor haben. Das ging beim letzten „Rambo“ besser. Ach ja, noch ein kleines Manko: ein paar wenige CGI-Szenen sind sehr offensichtlich, ich denke da an die Grubenbahn. Und kam mir das nur so vor, oder war Chuck Norris‘ Gesicht digital nachgeglättet?

Fazit: Den ersten Film kann ich jedem Liebhaber des Actiongenres nur empfehlen, werd ich mir sicherlich auch noch für zuhause zulegen. Den zweiten Film kann man sich sparen, das Rad des ironischen Selbstzitats ist dort leider zu sehr überdreht.

Exverlobter
Exverlobter

@Erik
Chuck hat sich mit seinen 72 Jahren auch ohne Gesichts-OP noch gut gehalten, (gell Stallone), da ist auch kein CGI, siehe folgendes Interview

http://www.youtube.com/watch?v=bKcbZQsUX7w

Peroy
Peroy

Nun ja, der erste war besser, aber wie ich vorher zu meinem Kumpel gesagt habe: „Ich erwarte Leichenberge von biblischen Proportionen, dumme Sprüche und dass jeder von den Typen mindestens jeweils zwei Dutzend Leute umbringt“. Und genau das hab‘ ich bekommen, von daher kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Nur, wo Stallones Erstling ein konstant hohes Niveau gehalten hat, gleicht der zweite Teil eher einer Berg- und Talfahrt. Auf Momente purer Awesomeness folgen Szenen, die so schlecht sind, dass man mit den Zähnen knirschen könnte.

Positiva: Alle Szenen zwischen Statham und Stallone funktionieren prima. Van Damme ist ein super Schurke, Adkins ist ein prima Henchman. Das sind übrigens auch die vom Action-Ensemble, die wirklich schauspielen können (Willis könnte es eigentlich auch, aber hier will er es nicht). Guter Score. Der Endkampf (leicht angeschwult, aber passend). Willis und Schwarzenegger im Smart. Chuck Norris, der den zweitbesten Kill kriegt, wenn er jemanden in einen Flughafen-Gepäckscanner ballern darf und man das Röntgenbild sieht. Die Tusse (kann auch schauspielern, fickbar).

Negativa: Billige Tricks und stellenweise mindere Bildqualität bei einigen eingezoomten Nahen. Herr West, bitte überlegen sie sich vorher, wie sie ihre Einstellungen kadrieren. Dolph Lundgren (hatte die beste Rolle im Vorgänger und einen Charakter-Arc, wird hier degradiert zur Comic-Relief-Witzfigur). Chuck Norris, der zweimal Deus-Ex-Machina-mäßig in die… äh… „Handlung“ gedrückt wird. Die… äh… „Handlung“. Ein Nullinger-Plot, der trotzdem nicht nachvollziehbar ist (sind das Terroristen, normale Verbrecher, oder Sekten-Heinis ?) Einige Sprüche sind SO schlecht, dass einem ein Nierenstein abgehen könnte. Jet Li (verabschiedet sich vor den Anfangs-Credits). Hemsworth und die Tusse fressen zuviel Zeit weg, der Ensemble-Cast wirkt weniger ausbalanciert als im Erstling. Die Insider-Gags.

Nun ja, insgesamt bin ich zufrieden, aber das erhoffte orgiastische Film-Erlebnis ist diesmal leider ausgeblieben. Aber immerhin war’s besser als „Prometheus“.

VIEL besser…

Exverlobter
Exverlobter

„der Ensemble-Cast wirkt weniger ausbalanciert als im Erstling“

Denke ich nicht.
Im ersten Teil sieht man die Expendables als Team nur am Anfang. Dann wird es größtenteils ein Buddy-Movie zwischen Stallone und Statham. Für den End-Battle werden die restlichen Expendables erst wieder hervorgekramt.
Diesmal sind sie größtenteils durchgehend dabei (mit Ausnahme von Jet Li, aber das bei so einem gloßen Cast ein paar Leute Abstriche machen müssen, war klar)
Ich denke das Balancing ist hier tatsächlich besser, als Team funktioniert der Cast.
Trotzdem fehlt auch dem zweiten Teil, das gewisse Etwas, es reicht halt nicht so einen tollen Casting-Coup für einen 80er Jahre-Film Reloaded zu verheitzen. Es fehlt etwas, was ein Regisseur vom Schlage eines Tarantino da noch herauskitzeln könnte.
Na ja vielleicht bei Expendables 3.
Und dann hoffentlich mit Michael Biehn, Steven Seagal und Michael Dudikoff.

Exverlobter
Exverlobter

„Chuck Norris, der zweimal Deus-Ex-Machina-mäßig in die… äh… “Handlung” gedrückt wird. “

Chuck Norris wird nicht in die Handlung gedrückt. Die Handlung biegt sich nach Chuck Norris‘ Gusto.

reptile
reptile

Ich bin recht begeistert von dem Film, der Kinosaal hat gefeiert.
Ich finde, EXP 2 löst all das ein, was Teil 1 versprochen hatte.
Der Film nimmt sich nicht ernst, schrammt haarscharf an den Status eine Komödie vorbei. Fette Action – RICHTIG fette Action. Ich dachte nach den ersten 10 Minuten müssten schon 15 Millionen weg sein.

Allein schon Terminator, Rambo und McClane Seite an Seite dabie zuzusehen, wie sie sich gemeinsam den Weg freiballern rechtfertig die Eintrittskarte. Eine Szene, wie ich sie mir vor Jahren immer im Traum vorgestellt hatte.

Nikolkai
Nikolkai

Ich habe ihn gesehen und…bin begeistert.
Sogar meiner Freundin gefällt der Film.
Spricht das für meine Freundin oder gegen den Film?

Exverlobter
Exverlobter

@Wortvogel
„genau das war mein Problem.“

Ursprünglich dachte ich auch so. Schon Expendables 1 fand ich zu cheesy, Da wollte ich eher was ernsthaftes vom Schlage eines McTiernan (Die Hard) haben.
Aber ich habe meine Meinung geändert. Weil ein ernsthafter Action-Film total lächerlich wäre, da von dem Cast wohl nur Randy Couture noch irgendjemanden wirklich vermöbeln könnte.

Sieht man herrlich in der Szene, in der Arnold erst mit bloßer Hand die Tür des Smarts herausreißt (Homage an Commando) dann aber sich peinlich ungelenk schwerfällig in eben diesen hereinsetzt.
Das ganze war einfach nur grotesk, funktionierte aber trotzdem , da sich der Film selbst nicht mehr ernst nahm. Die vierte Wand wurde mehrmals durchbrochen (Lundgren, und sein Chemie-Studium) und es war eigentlich klar, dass wir es hier nicht wirklich mit Filmcharakteren zu tun haben, sondern mit den realen Stars, die auf ihre alten Tage noch augenzwinkernd ins PUblikum blinzeln und sagen:
„Jepp, wir wissen, dass wir es eigentlich nicht mehr drauf haben, und dass das ganze eigentlich total lächerlich ist. Aber wir wollen auf unsere alten Tage nochmal schön rocken und Spass haben, und ihr seid dabei herzlich eingeladen. Nehmt das ganze also nicht allzu ernst.“

Exverlobter
Exverlobter

Aus Wikipedia
„Der Ausbruch aus einer zugemuteten Theaterrolle oder Sozialen Rolle wird als Bruch mit der vierten Wand verstanden“

Beispiel: Barney Ross (Stallone) sieht „Booker“ (Norris) zitiert dann aber die nur in der Realität existierenden Chuck Norris Facts, die es in der Welt von „Booker“ gar nicht geben dürfte. Ist das keine Durchbrechung der vierten Wand?

Und woher kennt Trench(Arnold) Willis‘ Yippi Ki Yeah?

Exverlobter
Exverlobter

Ah ok.
Ich ging davon aus, dass das so ist, weil in dem Zusammenhang man ja öfters mal bei Boston Legal geschrieben hatte, dass die Serie die vierte Wand brechen würde. Denny Crane (Shatner) spielte auf seine Trek-Vergangenheit an („Ich war mal Captain meines eigenen Raumschiffes“ )blieb aber trotzdem immer Denny Crane, und sagte nicht dass er in Wirklichkeit Shatner sei.
Nach deiner Aussage wäre dass dann aber trotzdem kein Durchbrechen der vierten Wand.
Last Action Hero wäre dann wohl eher ein Paradebeispiel dafür

reptile
reptile

@Wortvogel
Ok, ich bin mit einer anderen Erwartung in den Film gegangen, ich wollte einen ironischen Film, bei der die ürlich alte Garde sich selber und die vergangene Ära auf die Schippe nimmt. In der Hinsicht habe ich die volle Ladung bekommen und bin hochzufrieden. EXP2 war gerade noch so ernst, dass die Story halbwegs funktioniert. Letzendlich macht mir der Film aber einfach richtig Spaß ich meine, es wird doch eine Zeit gehuldigt, aus der man viele Filme aus heutiger Sicht nicht ernst nehmen kann. Von daher passt es doch ganz gut oder?

Generell mag ich natürlich auch lieber ernste Actionfilme aber dafür kommt ja jetzt der neue Bourne Film ohne Bourne.

heino
heino

@Exverlobter:bei BL könnte man das durchaus immer an den Stellen so sehen, wo sich Denny und Alan über ihre Zukunft als Serie lustig machen.

Exverlobter
Exverlobter

„bei BL könnte man das durchaus immer an den Stellen so sehen, wo sich Denny und Alan über ihre Zukunft als Serie lustig machen.“

Echt? Die Folge habe ich wohl verpasst. Wenn sie sich bewusst sind, dass das ganze nur eine Serie ist, auch wenn sie nicht ihre Schauspielernamen aussprechen, dann ist es in der Tat ein richtiges Durchbrechen der vierten WAnd.

heino
heino

Das ist in mehreren Folgen der vierten und fünften Staffel der Fall. Damit hat Kelly ganz klar darauf angespielt, dass die Serie wegen schwacher Quoten mehrmals vor dem Aus stand. Und da die Figuren da ganz klar ihren fiktiven Charakter verraten, ist das ein eindeutiger Fall, der mich auch sehr gestört hat.

heino
heino

Ein noch besseres Beispiel ist „Kuffs“ mit Christian Slater, der sich in dem Streifen so dermassen viel direkt beim Publikum auskotzt, dass man den Film kaum ertragen kann.

Peroy
Peroy

„Ein noch besseres Beispiel ist “Kuffs” mit Christian Slater, der sich in dem Streifen so dermassen viel direkt beim Publikum auskotzt, dass man den Film kaum ertragen kann.“

Nein, der war super… 8)

„Ursprünglich dachte ich auch so. Schon Expendables 1 fand ich zu cheesy, Da wollte ich eher was ernsthaftes vom Schlage eines McTiernan (Die Hard) haben.
Aber ich habe meine Meinung geändert. Weil ein ernsthafter Action-Film total lächerlich wäre, da von dem Cast wohl nur Randy Couture noch irgendjemanden wirklich vermöbeln könnte.“

Der „Humor“ in E2 ist über weite Strecken schmerzhaft. Im ersten gab’s auch dumme Sprüche und Oneliner, aber die haben weitestgehend funktioniert. Stallone hat seinen Film eh anders gewichtet als West. Da hat der Hauch von Hintersinn (von wegen „Action-Opas lassen’s nochmal krachen“) gut mit der Krachbumm-Action harmonisiert, im zweiten Teil reißen die schlechten Gags einen immer wieder raus. Wenn es dann doch noch ähnliche Anklänge gibt (z.B. in der Beerdigungs-Szene mit ihrem doppeldeutigen Meta-Monolog von Stallone) wirken diese immerzu aufgesetzt. Na ja… man muss echt nicht in jedem zweiten Satz aufs eigene Alter anspielen.

Was das Ensemble angeht, da hatte der erste natürlich auch die Nase vorne. Da hatte noch jede einzelne Figur ihre persönlichen Momente, wo sie glänzen konnte. Das ist im zweiten Teil nicht der Fall. Li ? Verheizt. Crewes. Tut nix. Couture ? Tut auch nix. Lundgren ? Vorgeführt als Pausenclown.

Exverlobter
Exverlobter

„Da hatte noch jede einzelne Figur ihre persönlichen Momente, wo sie glänzen konnte.Li ? Verheizt. Crewes. Tut nix. Couture ? Tut auch nix. Lundgren ? Vorgeführt als Pausenclown.“

Da Schwarzenegger und Willis eine ausgebaute Screentime bekommen haben, und Hemsworth, Chuck und die Tussi noch in die Handlung eingebaut wurden, mussten halt ein paar Leute zurücktreten. Da war kaum was zu machen. Weil sich ja alle beschwert hatten, dass Arnold und Willis im Vorgänger zu kurz kamen.
Ich gebe aber zu, dass man sich die Rolle der Asiatin hätte schenken können. Hemsworth als Newcomer hat vollkommen ausgereicht.

Peroy
Peroy

„Ich gebe aber zu, dass man sich die Rolle der Asiatin hätte schenken können. Hemsworth als Newcomer hat vollkommen ausgereicht.“

Beide überflüssig…

Exverlobter
Exverlobter

„Beide überflüssig…“

Ich hätte ihn auch nicht gebraucht, kann aber verstehen warum Stallone wohl glaubte ihn engagieren zu müssen. Bei der ganzen Rentner-Veranstaltung braucht es schon etwas junges Gemüse, das auch beim jungen Publikum ankommt, und die Hemsworth-Brothers sind halt derzeit die heißesten Newcomer auf dem Markt.
Aber Yu Nan?? Who the fuck is that? Wenn schon, dann Maggie Q.

Rex Kramer

War ok, aber nicht so gut wie der erste. Bei Pro/Kontra ist eigentlich schon alles gesagt worden. Stallone (den Vergleich mit dem Türsteher einer französischen Schwulenkneipe fand ich sehr treffend), Statham und Van Damme waren gut, der Rest, na ja. Am meisten Leid tat es mir um Lundgren. Der hätte weiß Gott besseres verdient. Und dann diese Asiatin. Muss man die kennen? Ich finde, die hat in den Gesichtsproportionen dermaßen viel Ähnlichkeit mit Jet Li, dass ich bis zum letzten Moment gehofft habe, er würde sich ‚a la Fantomas die Maske runterziehen und noch einen coolen Oneliner absondern.
Nicht passiert. Schade.
Und Liam Hemsworth, oje. Diese Story im Flugzeug mit dem Hund. So langweilig und unfreiwillig komisch, dass sie fast schon wieder gut war. Fast. Man bedenke, die haben vorher Dutzende, nein HUNDERTE von Menschen gemeuchelt. Aber der eine Hund, ach ja, da geht den harten Kerlen das Herz auf …
Eine Sache nehme ich dem Streifen allerdings übel: dass er die beste Szene gleich an den Anfang setzt.

Exverlobter
Exverlobter

“ Und Liam Hemsworth, oje. Diese Story im Flugzeug mit dem Hund. So langweilig und unfreiwillig komisch, dass sie fast schon wieder gut war. Fast. Man bedenke, die haben vorher Dutzende, nein HUNDERTE von Menschen gemeuchelt. Aber der eine Hund, ach ja, da geht den harten Kerlen das Herz auf …“

Passt doch. Dann gibt es wenigstens Kontinuität
In Teil 1 gab es auch schon so ne unfreiwillig komische Geschichte, bei der jeder im Kino gelacht hat. Dieses unsägliche Gesabel von Mickey Rourke, furchtbar!

Lundgren? Fand ich jetzt nicht so schlimm. Hätte sein komischer Chemie-Trick funktioniert, wäre es aber in der Tat besser gewesen, da seine Zeit am MIT sich auch tatsächlich ausgezahlt hätte.

Peroy
Peroy

„In Teil 1 gab es auch schon so ne unfreiwillig komische Geschichte, bei der jeder im Kino gelacht hat. Dieses unsägliche Gesabel von Mickey Rourke, furchtbar!“

Rourke hat seinen Monolog, der dem Film emotionalen Rückhalt gegeben und das Thema gestärkt hat, gespielt. Hemsworth hat sein lulliges Geschichtchen, das die Laufzeit gedehnt hat und sonst nix, unbeteiligt heruntergesagt.

reptile
reptile

Rourkes Szene in Teil 1 fand ich gut gespielt, Hermworth Szene war tatsächlich nicht gut

Rex Kramer

Fand ich jetzt auch nicht vergleichbar.

Peroy
Peroy

Ich hab‘ mein Geschreibsel kurz überflogen und es könnte so rüberkommen, als fände ich „Expendables 2“ scheisse. Deshalb möchte nur zur Sicherheit anmerken, das tue ich natürlich nicht. Ich fand ihn gut. Er ist sehr unterhaltsam und kurzweilig und er hat (größtenteils) viel Spaß gemacht. Dass ich mich vermehrt über die negativen Aspekte auslasse, liegt daran, dass das ein Film ist, den ich nicht nur „gut“ finden, sondern (wie Teil 1) lieben wollte… und das ist leider nicht der Fall gewesen.

Geht trotzdem alle ins Kino, allein die letzten 20 Minuten sind es wert… 8)

reptile
reptile

@peroy
Absolut! Die letzten 20 Minuten sind die auf Leinwand gebannten pubertären Träume einer Generation.

Dietmar
Dietmar

Dieses Wochenende gehe ich endlich rein. Hoffentlich.

(Bin noch da, hab´ nur rasend viel um die Ohren.)

heino
heino

“In Teil 1 gab es auch schon so ne unfreiwillig komische Geschichte, bei der jeder im Kino gelacht hat. Dieses unsägliche Gesabel von Mickey Rourke, furchtbar!”

Rourke hat seinen Monolog, der dem Film emotionalen Rückhalt gegeben und das Thema gestärkt hat, gespielt. Hemsworth hat sein lulliges Geschichtchen, das die Laufzeit gedehnt hat und sonst nix, unbeteiligt heruntergesagt.“

Ich hab Teil 2 nicht gesehen und das auch nicht vor, aber in Sachen Rourke kann ich Exverlobter nur beipflichten, da gab es bei meinem Kinobesuch auch nur kollektives Gestöhne, weil das so unglaublich aufgesetzt rüberkam. Das lag nicht an Rourke, sondern an dem Monolog selbst, der fürchterlich cheesy war und Rourkes Charakter da wie die einzige Pussy wirken ließ. Fand ich schwach und hat mich total aus dem Film gerissen.

Rex Kramer

„Das lag nicht an Rourke, sondern an dem Monolog selbst, der fürchterlich cheesy war“

Wenn du mal den Begriff „cheesy“ nachschlägst, wirst du feststellen, dass es sich um ein rein subjektives Bewertungskriterium handelt.

Im Gegensatz zu dir fand ich diese Szene besonders gut gelungen. Sie zeigte a) eine andere Seite der harten Kerle, verlieh b) den Figuren emotionale Tiefe und kam c) authentisch rüber. Ich habe Rourke dieses Gefühl des Ausgebranntseins abgenommen, und das hat den Film für mich enorm aufgewertet.
Bei uns war das Kino voll und niemand hat gelacht. So unterschiedlich kann Wahrnehmung sein…

Christian Siegel

bin überrascht, wie viele sich hier positiv über den ersten „Expendables“-Film äußern. Ich schwimme ja sonst oft gegen den Strom, hatte aber bei dem Film den Eindruck, dass ich mit meine reher negativen Meinung nicht allein dastehe, sondern ausnahmsweise mal mit der Mehrheit dabei bein ;). Die Action war einfach nur grauenhaft inszeniert beim ersten. Er wollte eine Hommage an das Kino der 80er sein, beugte sich aber den modernen Trends, für die Kritiker „Vern“ den sehr passenden Begriff „post-action“ geprägt hat. Derart herangezoomt und zerschnitten, dass man nichts erkennen konnte. Da hätte man auch gleich irgendwelche C-stars hinstellen können, oder halt ihre Stuntleute. Hätte keinen Unterschied gemacht. Auch die ständigen Sprüche fand ich zumeist lahm; haben bei mir überhaupt nicht funktioniert.

Den zweiten fand ich jedoch klasse. Sehr unterhaltsam, mit deutlich besseren Sprüchen, die Kameraderie kam diesmal IMHO besser rüber, die Action war VIIIIIIEL besser inszeniert, und der Cast beeindruckender (bei allem nötigen Respekt von Statham, Couture, Austin und Crews, mit Stallone, Schwarzenegger und Willis können sie sich einfach nicht messen; eine ganz andere Liga). Ich kann allerdings verstehen, wenn es manchen mit dem ständigen selbstironischen Winke Winke in Richtung Publikum zu viel wurde – nichts ist subjektiver als der Humor, und ich fands einfach nur köstlich :D.

@Rex Kramer: Meines Erachtens sind alle Adjektive subjektive Bewertungskriterien, egal ob nun gut, schlecht oder eben cheesy ;-).

Rex Kramer

„Meines Erachtens sind alle Adjektive subjektive Bewertungskriterien, egal ob nun gut, schlecht oder eben cheesy“

Unfug. Es gibt jede Menge objektiver Bewertungskriterien. Hier z.B. mal die Liste der FBW: Cheesyness wirst du hier nicht finden.

http://www.fbw-filmbewertung.com/bewertungskriterien

Rex Kramer

Das Wort „Grenze“ bedeutet eine Einschränkungen, keine Unmöglichkeit.
Natürlich ist eine objektive Bewertung schwierig, daher auch der Satz: „Künstlerische Qualitäten können nicht an einem abstrakten Modell gemessen werden.“ Aber eine gewisse Form von Übereinstimmung und Konsens ist schon möglich, sonst könnte man sich jegliche Form von Diskussion über kreativen Leistungen ja gleich sparen.

Mir ging es auch nur um den Begriff „cheesy“, über dessen Bedeutung folgendes zu lesen steht: „Cheesiness is subjective …“
http://www.urbandictionary.com/define.php?term=cheesy

Rex Kramer

„Christian und Heino haben nie bestritten, dass “cheesy” subjektiv ist. “

Wenn dem so wäre, müsste da ja stehen „den ich als fürchterlich cheesy empfand“ – was es nicht tut.
Aber ok, ich gebe zu, das sind Haarspaltereien. In diesem Sinne: *Klugscheissmodus aus*. 😉

Christian Siegel

Natürlich gibt es objektive Bewertungskriterien. „cheesy“ wäre aber ohnehin kein Kriterium, sondern eine BEWERTUNG. So wie gut oder schlecht Bewertungen sind, da Adjektive. Nix anderes wollt ich sagen ;).

heino
heino

„Wenn dem so wäre, müsste da ja stehen “den ich als fürchterlich cheesy empfand” – was es nicht tut.“

Nein, muß es nicht. Ich habe meine Meinung geäußert, die ist wie jede Meinung automatisch subjektiv. Und dass die Wahrnehmung bei unterschiedlichem Publikum unterschiedlich ausfällt, ahbe ich auch nicht bestritten. Nur gesagt, dass das Publikum bei meinem Kinobesuch mehrheitlich so reagiert hat wie das, das Exverlobter erlebt hat.

sergej
sergej
Marcus
Marcus

So, jetzt auch gesehen.

Wer Teil 1 mochte, bekommt hier mehr vom Gleichen. Es rummst – handwerklich ordentlich gemacht und mit etwas Humor. 7/10

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[…] erkennt auch die New York-Bauten des Nu Boyana-Studios, in dem u.a. “Ninja” und “Expendables 2” gedreht wurden. Da wird am ganz großen Rad gedreht und an keinem Ende sichtbar gespart. […]