08
Aug 2012

Movie Mania 2012 (3): Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen

Themen: Movie-Mania 2012 |

Deutschland 2004. Regie: Franziska Buch. Darsteller: Sidonie von Krosigk, Marie-Louise Stahl, Katja Riemann, Corinna Harfouch, Ulrich Noethen

Offizielle Synopsis: Bibi Blocksberg hat vor lauter Hexerei den Unterricht sträflich vernachlässigt. Ihre Noten in Mathe sind schlecht, und so kommt es, dass sie ihre Ferien im Büffelinternat Schloss Altenberg verbringen muss. Doch der Schuldirektor entpuppt sich als Sonderling auf der Suche nach dem geheimnisvollen Rätsel von Altenberg, und auch Bibis Zimmergenossin Carina, ein Britney-Spears-Verschnitt, ist die reinste Qual. Zum Glück findet Bibi in der Mitschülerin Elea, die seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, schnell eine Freundin. Und Bibi wäre nicht Bibi, würde sie nicht versuchen, Elea wieder zum Laufen zu verhelfen – obwohl es der Hexenkodex ausdrücklich verbietet, in menschliches Schicksal einzugreifen. Als Bibi von der Sage des wundertätigen Eulenstaubs erfährt, macht sie sich auf den Weg, um in den Altenberg-Höhlen danach zu suchen. Doch auch Bibis Erzfeindin, die Hexe Rabia von Katzenstein, weiß von den magischen Kräften des blauen Pulvers. Sie entkommt in einer dramatischen Flucht aus dem Gruselmoor, wo sie mit ihrem Kater Maribor eine fünfjährige Strafe verbüßt, und nähert sich unbemerkt der verhassten Familie Blocksberg…

Kritik: Warum Bibi Blocksberg? Weil unsere käsehohe Patentochter zu Besuch war. Warum der zweite und nicht der erste Film? Weil die DVD vom ersten Film kaputt war. So.

"Bibi Blocksberg" ist ein Phänomen – 140 Hörspiele, ein Musical, 32 Bücher, zwei Kinofilme, diverse Computerspiele, vier Hörbücher und eine Zeichentrickserie mit 39 Folgen – für vier- bis zehnjährige Mädchen sind die Hexengeschichten ihr Star Trek und machen süchtiger als Crack. Hex hex!

Das Problem: "Bibi Blocksberg" ist ziemlicher Käse, und das nicht nur für Kids jenseits der Zahnspange. Hier werden wirklich die billigsten Kinderbuchklischees zusammen geworfen, lustige Figurennamen treffen auf trottelige Erwachsene, hammerdumme Plots werden immer dann, wenn den Autoren nichts mehr einfällt, mit einem Zauberspruch aufgelöst. Schlimmer noch: Bibi steht für nichts. Keine realen Probleme werden thematisiert, das gesamte Universum befindet sich in einem bonbonbunten Wunderland, in dem Alliterationen und Rüttelreime regieren. An keiner Stelle haben die Geschichten den Charme von "Pumuckl" oder den Eigensinn des "Sams".

Wer meint, "Bibi Blocksberg" sei die deutsche Version von "Pippi Langstrumpf", der hält auch die Diddl-Maus für so genial wie Micky. Dabei liegen Welten dazwischen.

Es ist auch sehr leicht der Finger drauf zu legen, woran es hakt: "Bibi Blocksberg" müht sich, auf das Niveau der Zielgruppe hinab zu steigen, übersieht dabei aber völlig, dass Kinder zwar weniger gebildet, aber eben nicht dümmer sind als ältere Konsumenten. Eine kopfpatschende "Ich erzähl dir jetzt mal eine ganz tolle Geschichte"-Attitüde durchzieht die Storys, die keinen Anschein von Plausibilität oder Komplexität mitbringen. Jeder echte Konflikt wird vermieden, jeder Ansatz, Kinder auch über die letzte Seite hinaus zum Nachdenken anzuregen. Statt pädagogisch wertvoller Vorbereitung auf die Welt bietet "Bibi Blocksberg" faden Erzählkaugummi mit ganz viel künstlichem Aroma.

Nun hatte ich gedacht, die Realfilme würden sich mehr Mühe geben, weil sie ein breiteres Publikum ansprechen wollen und in Zeiten von "Harry Potter" und 20 Jahre nach der "Unendlichen Geschichte" ausreichend Platz und Erfahrung für anspruchsvolles Kinderkino vorhanden ist.

Weit gefehlt. "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen" ist Kommerzkino der schlimmsten Sorte, denn es ist lieblos, wo es nicht lieblos sein müsste – weil man augenscheinlich der Überzeugung war und ist, die Zielgruppe würde schon nicht so genau hinschauen. Ich denke, wir finden darin auch den Grund, warum es keinen "Bibi 3" gab…

An keiner Stelle sieht "Bibi Blocksberg" anspruchsvoller oder aufwändiger aus als eine Nachmittagsserie vom Kinderkanal. Das Drehbuch macht sich gar nicht die Mühe, das abstrus konstruierte BB-Universum auch nur halbwegs plausibel zu erklären. Es wimmelt von Figuren und Subplots, die keinerlei Funktion besitzen, weil die tatsächliche Geschichte komplett an den Haaren herbei gezogen ist. Eine fadestmögliche Regie kann nicht mal einfachsten Slapstick glaubwürdig umsetzen und die erwachsenen Darsteller knallchargieren so unsäglich, dass man sie links und rechts ohrfeigen möchte. Es ist KINDERKINO, nicht KARNEVAL!

Und dann rappen die Gören auch noch:

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Warum es überhaupt eine so selbstverliebte und gleichzeitig desinteressierte Garde an Top-Schauspielern brauchte, wo doch die Kinder die Hauptfiguren sind, darf durchaus gefragt werden. Ich denke mal, primär diente "Bibi Blocksberg" als bequeme Arbeitsbeschaffungsmaßnahme – und wofür das erkleckliche Budget NICHT mehr ausgereicht hat, ist leider peinlich offensichtlich…

Die Effekte. Himmel, diese Effekt! Echt, Constantin? Hat sich da seit "Spaß am Dienstag" und dem Bildschirm-Wurm Zini nichts mehr weiterentwickelt? Ist anständige CGI und nahtloses Compositing immer noch was, dass man "allenfalls in Hollywood" zu sehen bekommt? Oder habt ihr euch gedacht – wenn es dem Drehbuch und der Regie schon wurscht ist, können wir auch mal Fünfe grade sein lassen?

Soll mir keiner erzählen, es ginge nicht besser – "Hui Buh" ist technisch auf hohem Niveau gewesen, "Wickie" war prima Unterhaltung. "Pumuckl" ist ein Klassiker. "Bibi Blocksberg" ist eine Schande auf jeder inhaltlichen und technischen Ebene. Nicht mal als SAT.1-FilmFilm hätte man das durchgehen lassen.

Einzig Sidonie von Krosigk (deren Haarfarbe sich von Szene zu Szene neu entscheidet) rettet mit beachtlichem Charme und schauspielerischem Talent diesen Rohrkrepierer gerade so über die Laufzeit. Das Problem: man wünscht ihr die ganze Zeit einen besseren Film. Den kann man sich leider nicht hexen…

Es musste ja nicht gleich "Harry Potter" sein – aber "Bibi Blocksberg" versucht es auch nicht einmal.

Fazit: Witzloser und vor allem technisch sehr hingeschlampter Anti-Kinderfilm von Leuten, die Kinder weder verstehen noch respektieren.

Der Film hat übrigens NULL von der Spannung und dem Drama, die in diesem pompösen Trailer suggeriert werden:

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Lukas
8. August, 2012 16:13

Die Filme habe ich nicht gesehen, Dein allgemeines Blocksberg-Bashing aber kann ich nicht hunderprozentig unterstützen. Ich hab mir vor Jahren mal ein paar Folgen auf ihr Trash-Potential hin angehört; geschätzt drei Viertel davon waren in der Tat furchtbarer Ausschuss, aber die restlichen waren durchaus gut geschrieben.

Peroy
Peroy
8. August, 2012 16:33

"Ferien im Büffelinternat"

Betreutes Lernen für die Sprößlinge wiederkäuender Paarhufer… ?

Michael
Michael
8. August, 2012 16:34

Mit Verlaub, Zini war ein Wuslon, kein Wurm.

noyse
noyse
8. August, 2012 16:46

es war meiner meinung nach nicht alles schlecht 😉 Corinna harfouch als Rabia fand ich toll.
ansonsten ist bibi und tina eh besser *g*

Mic
Mic
8. August, 2012 16:48

Der erste Absatz der Kritik: Genial! Damit sind dann alle meine Fragen beantwortet ;-).

Das allgemeine Bashing, wie Lukas es genannt hat, finde ich auch ein wenig zu hart. Ich bin ja nun mehr oder weniger die Generation "kommerzielles Hörspiel" und habe da zu meiner Zeit natürlich auch Bibi Blocksberg gehört (auch wenn es als Junge uncool war, also nicht weitersagen). Die Folgen, an die ich mich von damals erinnere, waren zwar nicht "Pippi Langstrumpf" oder auch nur "Die kleine Hexe", aber sie waren solide Kinderunterhaltung, die zumindest nicht offensiv verblödet oder weh getan haben.

Wenn ich allerdings diese ersten Folgen mit den aktuellen vergleiche (ich habe zwei Töchter, ich darf die hören, auch wenn es uncool ist), dann ist das in der Tat ein ganz anderes Kaliber. Ein deutlicher Fall von: Käse reift mit der Zeit, Whiskey wird veredelt, Bibi Blocksberg ist trashiger Megamurks.

Dabei hast du das Schlimmste ja noch nicht einmal erwähnt: "Bibi und Tina". Wie Bibi Blocksberg. Mit Pferden. Grusel…

Wortvogel
Wortvogel
8. August, 2012 17:04

Ich habe durchaus recherchiert, dass die Anfänge von Bibi Blocksberg und wohl auch Benjamin Blümchen besser waren, weil da (wenn ich das richtig verstehe) die Original-Erfinderin noch mit Feuereifer dran war. Aber ich wollte den Review nicht ausarten lassen – es geht ja um den Film.

@ noyse: Corinna Harfouch fand ich blamabel. Von den erwachsenen Darstellern geht allenfalls noch (brace yourself) die Riemann.

G
G
8. August, 2012 17:19

Was das allgemeine Bashing angeht: Wenn es Kinderunterhaltung, steht Bibi Blocksberg immer noch über Schund wie TKKG.

Dachte immer, dass die Filme (ohne sie gesehen zu haben) auf schnelles Geld wegen dem Haryy Potter-Hype aus waren/sind. Kommt das hin?

Dietmar
Dietmar
8. August, 2012 17:31

@G: Ich war vor ein paar Jahren mal familiär gezwungen, genau diesen Film anzusehen: Auf jeden Fall hat sich die Musik Anleihen bei Harry Potter genommen.

Sidonie von Krosigk ist mir als Kinderdarstellerin in Erinnerung geblieben, die tatsächlich spielt. Ich fand damals aber alle Kinder in dem Film besser als die meisten eher chargierenden Erwachsenen; Bleibtreu fand ich sympathisch.

Dietmar
Dietmar
8. August, 2012 17:35

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Turbulente und ereignisreiche Fortsetzung von „Bibi Blocksberg“ (2001/02) als ebenso spannender wie amüsanter Abenteuer- und Fantasy-Kinderfilm, der zwar gelegentlich zu aufdringlich nach kommerziell erfolgreichen Vorbildern schielt, sich aber dank nachdenklicher Momente um den Wert von Freundschaft und Verantwortung als glaubwürdig und durchaus eigenständig erweist.“

Da hast es! 😀

Wortvogel
Wortvogel
8. August, 2012 17:42

@ Dietmar: Die haben einen anderen Film gesehen – oder sind für die Kritik bezahlt worden.

Peroy
Peroy
8. August, 2012 17:58

@Dietmar: Was steht im LdIF zu "Ferryman"… ?

milan8888
milan8888
8. August, 2012 18:01

Schau dir mal »Hexe Lilli – Die Reise nach Mandolan« an. Der hat wenigstens nen exotischen Drehort.

Dietmar
Dietmar
8. August, 2012 18:04

@Peroy: Keine Ahnung. Ich wollte kurz mal sehen, was Krosigk heute macht und bin dadrauf gestoßen. Fand ich wegen des Widerspruchs witzig. Aber warum erklär´ ich das jetzt …?

milan8888
milan8888
8. August, 2012 18:24

»Einzig Sidonie von Krosigk … rettet mit beachtlichem Charme und schauspielerischem Talent diesen Rohrkrepierer gerade so über die Laufzeit. Das Problem: man wünscht ihr die ganze Zeit einen besseren Film.«

Sie hat ja "dann" in Dr. Hope mitgespielt…

Xenaris
Xenaris
8. August, 2012 18:56

Ich muss bei Hui Buh widersprechen – ich hätte damals die Macher ebenfalls ohrfeigen wollen. Aus Hui Buh eine Lachnummer zu machen, die nicht wirklich gruselig ist und aus König Julius dem 111. einen infantilen Idioten, das hat mich schon geärgert. Aber dann noch ein naseweises Kind hineinzuschreiben, weil man Kindern nicht zutraut, ohne ein Kind im Ensemble einen Zugang zum Film zu finden ist irgendwo der Gipfel der Beleidigung. Ich weiß, Du sagtest "auf technischer Ebene". Aber von der Denkweise her ist es fast genau das selbe. Hui Buh WAR gruselig als Hörspiel, auch für Kinder. Und dann glaubten die Macher scheinbar, Kindern Grusel nicht zumuten zu können und darum sah dann das Gespenst aus wie Bully Herbig aus CGI.

Mic
Mic
8. August, 2012 19:06

Das Thema "Verfilmungen von Hörspielserien" ist ja ohnehin ein eher unerquickliches. Sowohl technisch als auch inhaltlich.

Wortvogel
Wortvogel
8. August, 2012 19:27

@ Xenaris: Bitte noch mal genau nachlesen: "Hui Buh” ist technisch auf hohem Niveau gewesen". Ich habe nichts über Inhalt oder Konzept gesagt. Visuell war der Film stimmig und hochwertig – was man von "Bibi Blocksberg" eben an keiner Stelle sagen kann.

OnkelFilmi
OnkelFilmi
8. August, 2012 19:49

@G:

"Was das allgemeine Bashing angeht: Wenn es Kinderunterhaltung, steht Bibi Blocksberg immer noch über Schund wie TKKG."

Na na na!!! Die neuen Folgen sind Schund ("Mit heisser Nadel Jagd auf Kids", "Hilfe!Die Monsters kommen!", "Vermisste Kids und Killerpflanzen" zb), aber die alten sind cool. Du bist da einfach zu jung zu, um die wirklich schätzen zu können 😉

So, und nun ab in die Ecke zum schämen. Und steck auf dem Weg noch fünf Euro ins Glas, als Spende für den göttlichen Erlöser der Sünder! Sonst kommst Du zu Doktor Remplem und seinem Igor in die Klinik! Oder wirst verschleppt ins Tal Diabolo, um Sklave für Wutavia zu werden….

Mic
Mic
8. August, 2012 19:51

@OnkelFilmi:

Und damit ist er noch gut bedient, normalerweise würde Tim/Tarzan ihm einfach eins auf die Nase geben! 😉

(und ja, die alten TKKG sind cool!)

OnkelFilmi
OnkelFilmi
8. August, 2012 19:57

@Mic:

Na, das wäre dann ja schon der "neue" Tim. Tarzan hat die Leute ja nur durch die Gegend geworfen, oder ihnen mit seinen Judokünsten die Arme ausgerenkt. Erst als er dann als Tim um die Ecke vom Lotusgarten anfing Kung Fu zu trainieren, um dann zur Jahrtausendwende auf Kickboxen umzuschwenken, wurde das ein ganz fieser Schläger.

"Hey Du, komm da runter!"
"Aber ich hab keine Leiter!"
"Egal, spring, oder ich zünde den Baum an!"

😉

DMJ
8. August, 2012 20:35

Das Review deckt sich so ungefähr mit meinem Vorurteil.
Habe die BB-Dinger beide nicht gesehen, aber einige der ähnlichen Sachen ("Hexe Lilly" etwa, welcher kleinen Mädchen erklärt, dass sie – besonders bei Erwachsenen – am besten ans Ziel kommen, wenn sie ihren Sex-Appeal ausspielen) und die haben alle das gleiche Problem: Sie nehmen den Zuschauer nicht ernst. Ihre angebliche Kinderfreundlichkeit ist pure Verachtung, keine der, auch bekannten Schauspieler spielt wirklich, sondern kaspert peinlich hampelnd herum und sieht dabei immer mit einem Auge über die Kinder hinweg zum "richtigen" Publikum um ihm mitzuteilen, dass er ja eigentlich viel mehr Theater machen will und das hier nur seiner Kinderfreundlichkeit geschuldet ist.

"Das Sams" ist allerdings wirklich mal eine löbliche Ausnahme. Es mag auch mit an der perfekten Besetzung der beiden Hauptfiguren liegen, aber der (ich kenne nur den ersten) hat jedenfalls echte Anarchie und Spielfreude, bei der sich die Schauspieler zwar auch teils zum Affen machen, aber gewissermaßen erhobenen Hauptes und in der Rolle und eben nicht mit der peinlich-distanzierten Aufgesetztheit so vieler Kinderfilme.

Exverlobter
Exverlobter
8. August, 2012 21:40

"Ich denke, wir finden darin auch den Grund, warum es keinen “Bibi 3″ gab…"

Ich denke es lag wohl eher daran, dass man für einen Bibi 3 wegen des Alters die ROlle hätte neu besetzen müssen.

Die Filme habe ich nicht gesehen, ich kenne nur ein paar Clips, in denen mir das unverschämte John Williams Ripoff in Erinnerung geblieben ist.

milan8888
milan8888
8. August, 2012 21:53

Ich denke ne mehrfache Hauptdarstellerneubesetzung war bei James Bond und den Asterixverfilmungen auch kein Problem…

Marcus
Marcus
8. August, 2012 22:24

@Ex: "Ich denke es lag wohl eher daran, dass man für einen Bibi 3 wegen des Alters die ROlle hätte neu besetzen müssen. "

Ein neuer Tag, eine neue gewagte These? 😉

Ernsthaft, sowas ist doch nun wirklich wurscht. Kinder sind klein, nicht geistig zurückgeblieben – wer alt genug ist, um ins Kino zu gehen, ist auch alt genug, um zu wissen, dass man da Schauspieler sieht und nicht die "echte" Figur.

Und ich wage zu behaupten – an derlei Details legen Kinder vermutlich großzügigere Maßstäbe an als, na, sagen wir mal, Anhänger gewisser SF-Serien… 😈

Exverlobter
Exverlobter
8. August, 2012 22:47

@Marcus
"Ein neuer Tag, eine neue gewagte These? "

Natürlich kann man auch einfach auf Neubesetzungen zurückgreifen. Aber man versucht es ja wenn möglich zu vermeiden. Man denke da auch an die Berichte von ehemaligen Kinderstars, denen extra wachstumshemmende Medikamente verabreicht wurden, damit sie möglichst lange ihre Kinderrollen ausüben konnten.

"Ernsthaft, sowas ist doch nun wirklich wurscht. Kinder sind klein, nicht geistig zurückgeblieben – wer alt genug ist, um ins Kino zu gehen, ist auch alt genug, um zu wissen, dass man da Schauspieler sieht und nicht die “echte” Figur."

Überschätze das infantile Gemüt nicht. Bis zu meinem 6./7. Lebensjahr glaubte ich tatsächlich, dass Arnold Schwarzenegger ein Roboter ist!

Wortvogel
Wortvogel
8. August, 2012 22:53

@ Exverlobter: Deiner These nach hätte man auf den möglichen Profit und den Erfolg von Teil 3 verzichtet, um Rücksicht auf die Erwartungen der Zuschauer zu nehmen? Man hätte also eventuell Millionen in den Wind geschossen, statt einfach zu sagen "Bibi wird halt auch älter" (siehe Indiana Jones, Harry Potter, James Bond, John McLane, Kevin, Captain Kirk, die Wilden Hühner, die Wilden Kerle) oder "Sie hat sich verändert" im Falle eines Recast?

Ich glaube, du stehst wieder mal allein auf weiter Flur.

Exverlobter
Exverlobter
8. August, 2012 22:58

Gegenbeispiel
Ein Pipi Langstrumpf-Revival/Reboot whatsoever gab es ja auch nie. Ich glaube schon, dass es vor allem bei Kindern wichtig ist, dass die Kontinuität gewahrt wird. Erwachsene akzeptieren ein Recast viel einfacher.

Wortvogel
Wortvogel
8. August, 2012 23:06

@ Exverlobter: Falsch. Es gab den aufwändigen amerikanischen Pippi-Film. Den Rest hat schlicht die Lindgren abgelehnt.

Dein erster Fehler: du unterstellst, der Recast wäre notwendig gewesen.
Dein zweiter Fehler: du unterstellst, Kinder bräuchten Kontinuität, obwohl seit Jahren auch und gerade Kinderserien ständig neu gecastet werden und die Figuren altern.

Checkst du eigentlich wenigstens MANCHMAL, ob sich deine Thesen an irgendeiner Stelle mit der Realität decken – oder sind das eher so launige Luftschlösser, die keinem Anspruch außer der von dir verlangten Plausibilität genügen müssen?

Exverlobter
Exverlobter
8. August, 2012 23:27

@Wortvogel
Zu Bibi 3
Meine THese habe ich ja nicht als Fakt verkaufen wollen. Es ist eine Vermutung von mir, eine alternative Vermutung zu deiner These, die ich aber nicht verifizieren kann (anderseits kannst auch du nur vermuten, was passiert ist, da es keine offizielle Stellungnahmen zu einem Bibi 3 gibt).
Nichtsdestotrotz haben wir einen Anhaltspunkt. Bibi hat laut Boxofficemojo in Deutschland circa 6 Millionen umgesetzt. Die Zahl kannst du besser interpretieren. Gut/Solide schlecht?

"Checkst du eigentlich wenigstens MANCHMAL, ob sich deine Thesen an irgendeiner Stelle mit der Realität decken "

Von Kinderserien habe ich nicht soviel AHnung. Da gebe ich mich deinem umfangreichem lexikalischen TV-WIssen geschlagen.
Ich habe mich aber für einige Jahre ehrenamtlich in der Jugendbetreuung engagiert, und auf Basis dieser Erfahrungen, habe ich meine Kontinuitäts-These aufgestellt. (Ist aber ziemlich dünn, ich weiß)

Tyler
Tyler
8. August, 2012 23:33

Und wie hat der Film der Patentochter gefallen?

Dietmar
Dietmar
8. August, 2012 23:37

Es ist eine Vermutung von mir

Eine falsche.

eine alternative Vermutung

Die falsch bleibt.

die ich aber nicht verifizieren kann

Was sagt dir das?

Ich habe mich aber für einige Jahre ehrenamtlich in der Jugendbetreuung engagiert, und auf Basis dieser Erfahrungen, habe ich meine Kontinuitäts-These aufgestellt.

Dann oute ich mich mal: Ich übe einen pädagogischen Beruf aus. Mich nerven Ehrenämtler, die mit ihrer Küchenpsychologie in bester Dunning-Kruger-Schädigung auf die Kinder losgehen.

Exverlobter
Exverlobter
8. August, 2012 23:46

" Es ist eine Vermutung von mir
Eine falsche.
eine alternative Vermutung
Die falsch bleibt"

@Dietmar
Nein, falsch wird meine These erst, wenn sich die Produzenten melden, und eine offizielle Erklärung abgeben, warum es keine Fortsetzung gibt. Bis zu diesem Zeitpunkt, kann weder meine noch die These des Wortvogels verifiziert oder falsifiziert werden. Bis dahin können wir also in der Tat nur vermuten, warum es so ist wie es ist.

"die mit ihrer Küchenpsychologie in bester Dunning-Kruger-Schädigung auf die Kinder losgehen"

wenn, dann bin ich mit meiner "Küchenpsychologie" auf EUCH losgegangen, nicht auf die Kinder, lol.

Dietmar
Dietmar
8. August, 2012 23:55

@Exverlobter: Dass ich einen unsichtbaren roten Drachen in meiner Garage habe, wird auch erst falsch, wenn du mir beweist, dass er nicht da ist.

wenn, dann bin ich mit meiner “Küchenpsychologie” auf EUCH losgegangen, nicht auf die Kinder, lol.

Lol, rofl, lustig lustig, voll krass cool, ey. Du hast deine Tätigkeit im Ehrenamt versucht als Beleg zu nutzen, dass du wüsstest, wie Kinder "ticken". Ich habe versucht, dir klar zu machen, dass ehrenamtliche Tätigkeit mit Kindern nicht hinreicht, um das zu beurteilen und solche Schlussfolgerungen zu ziehen, wie du das tust. Aber ist schon okay. Ich will ja nicht mit dir Korinthenkackerei betreiben. Würde ja auch gar nicht zu deinem Kommentarverhalten passen, nicht wahr …

DMJ
9. August, 2012 00:20

Uuuuund ganz davon abgesehen, wie Kinder ticken mögen, geht es hier ja darum, wie Produzenten ticken, bzw. wie die glauben, dass Kinder ticken.

Die These, eine Filmreihe würde nicht fortgesetzt, weil die nichtprominente (also nicht an sich Zugpferd seiende) Hauptdarstellerin älter würde, ist aber in jedem Fall zuhöchst unplausibel und Beispiele für Reihen, wo beide Lösungswege beschritten wurden, wurden ja auch schon genannt.

Pogopuschel
9. August, 2012 00:54

Konnte denn wenigstens Kartoffelbrei schauspielerisch überzeugen? 🙂

Howie Munson
Howie Munson
9. August, 2012 07:07

“Was das allgemeine Bashing angeht: Wenn es Kinderunterhaltung, steht Bibi Blocksberg immer noch über Schund wie TKKG.”

Na na na!!! Die neuen Folgen sind Schund (“Mit heisser Nadel Jagd auf Kids”, “Hilfe!Die Monsters kommen!”, “Vermisste Kids und Killerpflanzen” zb

Ich sag es nur ungern aber "Kids und Killerpflanzen" ist aus heutiger Sicht auch "alt" weil noch von Stefan Wolf, seit zwei Jahren sind es wohl ganz neue Autoren… (also auch nicht nur Minninger…)
Folge 175 gabs auch schon… also 70 Folgen nach besagter Unlogikhäufung am Atomkraftwerk…

siehe auch: http://www.hoerspielhoelle.de/hsps/TKKG.htm

S-Man
S-Man
9. August, 2012 09:00

1.) Auch ich habe als Kind (und Junge) Bibi Blocksberg-Kassetten gehört (Ja, war uncool, aber irgendwie habens am Ende doch alle gemacht :D). Aus Sicht eines denkenden Erwachsenen sind die Geschichten denkbar einfach gestrickt. Als Kind habe ich jedoch Spaß daran gehabt – nicht an allen, aber zumindest an einigen Folgen. Die Zeichentrick-Umsetzung hab ich dann aber gehasst. Ich denke, zur reinen Betüddelung taugt die kleine Hexe ganz gut. Mit der Zeit wurde aber zuviel "Jugendslang" integriert, sodass die urspüngliche heile Welt nur noch peinlich wurde. Ich habs dann gelassen. Aus heutiger Sicht find ich die alten Folgen, wie auch ein Vorkommentator schrieb, weniger peinlich als vieles, was als "Kinderprogramm" in der Glotze oder dem Computer läuft. Die neuen Folgen sind Schrott.

2.) Ich habe jahrelang auch als Ferienlagerbetreuer gearbeitet. Natürlich haben wir den Kids (5-12 Jahre) auch den einen oder anderen Film vorgesetzt. Und ich muss sagen, dass ich NICHT EINEN von den moderneren Kinder- oder Jugendfilmen (Bibi, Hexe Lilli, Hui Buh, Das Geheimnis der Tempelritter, Kletter-Ida, …) ansatzweise ansprechend fand. Ich glaube, ich kenne sie alle. Aber die Storys sind lahm und vorhersehbar, die Effekte und Musik gruselig. Billigstes Niveau.
ABER: Die Kids haben die meisten Filme geliebt und sich gefreut, sie zu sehen. Anfangs dachte ich, es ist eh egal, was läuft, Hauptsache "Kino". Aber da täuschte ich mich: Bei einigen wenigen Filmen sind die Kinder tatsächlich auch freiwillig gegangen. Wenn es zu "gruselig" oder zu komplex wurde. Das Ding mit der Komplexität ist eine Sache, bei der wir beobachten konnten, dass sie im Laufe der Jahre abnahm. Auch die Grenze, bei der Kinder nicht mehr mitkamen senkte sich dramatisch. Am Ende war Asterix zu komplex, den mochten die Kinder nciht mehr, weil sie nicht 2-3 Handlungssträngen gleichzeitig folgen konnten oder von wechselnden Schauplätzen verwirrt waren. In dem Sinne ist klar, dass Bibi und Co. völliger, an den Haaren herbeigezogener, linearer Stuss sein müssen, damit die Kinder noch ins Kino gehen.

3.) Das Thema mit der Neubesetzung seh ich aus Erfahrung anders: Man kann Kindern ziemlich schnell was neues vorgaukeln: Man sagt einfach: Das IST jetzt Bibi und die Kids sind zufrieden. Da sind sie nicht wählerisch. Ob es nun daran liegt, dass sie es begreifen, oder einfach, weil sie sich gar nicht so genau an das "alte" Gesicht erinnern, weiß ich nicht.

Dietmar
Dietmar
9. August, 2012 09:14

Zum Thema Besetzung: Es kommen laufend neue Kinder dazu, denen es egal ist, wer die vorige Darstellerin war, und es entwachsen laufend Kinder, denen es genau so geht. Allein deshalb schon ist das ein unsinniges Argument.

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 09:25

@ Dietmar
Mit dem bereits geposteten Satz "(Ist aber ziemlich dünn, ich weiß)"
hatte ich ja schon erwähnt, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass die Erfahrungsgrundlage meiner Diskussion ziemlich brüchig ist. Es war alles mal wieder nur eine Vermutung, das kann man akzeptieren oder nicht.
Das Feedback hier ist aber oft so, als ob ich die Zehn Gebote erlassen wollte, und ich deshalb in Grund und Boden gestampft werden müsste. ICh habe keinesfalls einen absoluten Anspruch an meine Thesen gestellt.

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 09:31

Zu den Neubesetzungen:
Das kann ein Abschreckungsgrund sein muss es aber nicht.
Hat man erst jüngst beim TDK wieder gesehen. Ursprünglich wollte CHristopher NOlan in TDKR den Joker wieder auftauchen lassen. Aber dann starb Heath Ledger und der Joker wurde fallengelassen. Man hätte ihn ja einfach auch neubesetzen können.

Andererseits wurde die Rolle der Rachel Dawes neubesetzt. Man sieht, es gibt sowohl Beispiele für und gegen die Neubesetzung eines Charakters. Klar gibt es auch Gegenbeispiele, wenn ich die Vermutung aufstelle, dass es keine Forsetzung gab, weil man eine Neubesetzung vermeiden wollte.
Aber ich halte es potentiell trotzdem für einen berechtigten Grund. Ob dem so war, wissen wir aber in der Tat nicht.

Dietmar
Dietmar
9. August, 2012 09:42

Mit dem bereits geposteten Satz “(Ist aber ziemlich dünn, ich weiß)”
hatte ich ja schon erwähnt, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass die Erfahrungsgrundlage meiner Diskussion ziemlich brüchig ist.

Und trotzdem walzt du das jetzt aus. Mindestens willst du darauf bestehen, dass "wir es in der Tat" nicht wissen. Aber man weiß eben doch, dass man Franchises auch am Leben erhält oder neu startet, wenn Neubesetzungen erforderlich oder gewünscht sind. Da ist es kein Unterschied, ob das Filme für Kinder oder Erwachsene sind. Es mag Spezialfälle geben, die stark an dem Schauspieler gebunden sind ("Die Hard" etwa), aber grundsätzlich ist das kein Problem ("Spiderman"). Ich würde zuallererst darauf gucken, ob die Verkaufszahlen eine Fortführung rechtfertigen würden und hielte dies für das entscheidende Kriterium, ob ein weiterer Film gedreht wird.

Und habe dabei den starken Verdacht, dass das in der Branche exakt so gemacht wird.

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 09:48

Zum Beispiel bei Spiderman gab es ja Anfangs auch einen großen Aufschrei, und Boykott-Aufrufe. Jüngst auch bei Total Recall.
Gut Spiderman war trotzdem erfolgreich, aber umstritten ist diese Entscheidung weiterhin.

Dietmar
Dietmar
9. August, 2012 09:58

Gut Spiderman war trotzdem erfolgreich,

Und das belegt? Nichts, außer dass es nur und alleine darauf ankommt, ob ein Film einer hinreichenden Zahl von Zuschauern gefällt. Punkt.

aber umstritten ist diese Entscheidung weiterhin.

Und das belegt? Nichts, außer dass es Leute gibt, die an Ideen oder Aussagen festhalten, die sogar widerlegt sein können. (Übrigens: Bei wem ist "diese Entscheidung weiterhin umstritten"? Nerds? Bei dir?) Es gibt Leute, die glauben, dass Zuckerkügelchen mit Wasser Heilkräfte haben. Das beweist nicht deren Heilkraft.

Reini
9. August, 2012 10:01

“Bibi Blocksberg” ist ein Phänomen – 140 Hörspiele, ein Musical, 32 Bücher, zwei Kinofilme, diverse Computerspiele, vier Hörbücher und eine Zeichentrickserie mit 39 Folgen – für vier- bis zehnjährige Mädchen sind die Hexengeschichten ihr Star Trek und machen süchtiger als Crack. Hex hex!"
Nicht zu vergessen das Wii-Spiel, für das es sogar Besen zum Draufsitzen zu kaufen gibt. 😉

Reini
9. August, 2012 10:03

Ach ja, einen Bibi-Blocksberg-Orangensaft in Energy-Dosen-Aufmachung gab es auch..

Wortvogel
Wortvogel
9. August, 2012 10:04

@ Exverlobter: Du KANNST es nicht lassen, oder? Du bist schlicht nicht in der Lage, einfach mal hinzunehmen, wenn du dich irrst. Nein, immer wieder neue Nebenschauplätze aufmachen, Missverständnisse behaupten, ablenken.

Spider-Man? TDK? Total Recall? Ich möchte dich nicht enttäuschen, aber alle diese Beispiele geben UNS recht, weil die Filme trotz der Notwendigkeit eines Recast gedreht wurden. Du behauptest ja, Produzenten würden einen potentiell erfolgreichen Film wegen eines notwendigen Recast NICHT drehen (was immer noch totaler Quatsch ist).

Dass man ab und an mal einen Hirnfurz hat ((c) Diether Krebs als "Herle" in "Soko 5113"), ist nicht ungewöhnlich. Passiert uns allen. Dass du trotz der Offensichtlichkeit daran festhältst, dass der Hirnfurz ein Geistesblitz ist – DAS macht jede Diskussion mit dir so unendlich ermüdend.

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 10:12

@Wortvogel
Ok ich nerve mal wieder, dann lassen wir das. (Wie gesagt, ich habe nur eine alternative Möglichkeit beigesteuert, ich habe nicht gesagt, dass es so ist) Bleiben wir also bei den Zahlen
Bibi Blocksberg Teil 2 hat laut Boxoffimojo 6,8 Millionen Euro umgesetzt. Ich kenne mich was den deutschen Markt anbelangt nicht so aus. Wenn du jetzt sagst.
"Ja, 6 Millionen sind für einen deutschen Film enttäuschend" dann haben wir doch eine plausible Erklärung. Wie gesagt, ich habe keine offiziellen Statements gefunden, ob Bibi 2 unter finanziellen Gesichtspunkten als Erfolg oder MIsserfolg anzusehen ist.

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 10:20

@Dietmar
"Übrigens: Bei wem ist “diese Entscheidung weiterhin umstritten”? Nerds? Bei dir?"

Jepp, ein paar Internet-Nerds haben damals lautstark aufgeschrien. Und gestern habe ich mit einem guten Kumpel telefoniert, der AMazing Spiderman als Film zwar gut fand, sich aber daran störte, dass die Schauspieler neubesetzt wurden. Ist wieder mal nur äußerst subjektiv ich weiß, aber du kannst sicher auch keine soziologische Studie vorlegen, die ein objektives Meinungsbild darlegt, oder?

OnkelFilmi
OnkelFilmi
9. August, 2012 10:36

"Ich sag es nur ungern aber “Kids und Killerpflanzen” ist aus heutiger Sicht auch “alt” weil noch von Stefan Wolf, seit zwei Jahren sind es wohl ganz neue Autoren… (also auch nicht nur Minninger…)"

Nein, für uns alte Fans SIND das neue Folgen 😉 Und zwar so in etwa ab "Der Teufel vom Waigasee".

Und btw, die letzten Folgen (seit dem Tod Veronika Neugebauers) sind doch um einiges erträglicher als die meisten anderen Folgen der letzten 20 Jahre…

DMJ
9. August, 2012 10:38

Das Joker-Beispiel greift hier meines Erachtens überhaupt nicht: Heath Ledgers Joker war eine ikonische Figur, die allenorts für Aufsehen sorgte und ihm noch posthum Preise einbrachte. Dieser Joker wird also im (pop)kulturellen Bewusstsein immer und klar mit ihm verknüpft sein und durch seinen Tod wird die Sache noch verschärft.
Wenn die Bibi-Blocksberg-Darstellerin einen ähnlich ikonischen Status haben sollte, ist mir das bislang ziemlich entgangen.

Auch "Amazing Spider-Man" trifft es nicht: Abgesehen davon, dass der Film ja wie gesagt dennoch gedreht wurde, war die Kontroverse vorher weniger, dass Maguire nicht mehr Peter Parker spielt, sondern dass eine noch so aktuelle Reihe gerebooted wird und dass zudem viele Leute spezifisch den neuen Schauspieler nicht mochten.

Dietmar
Dietmar
9. August, 2012 11:09

Jepp, ein paar Internet-Nerds haben damals lautstark aufgeschrien.

Geschenkt. Die Frage bleibt: Und? Belegt das irgendwie auch nur entfernt, dass man vor Neubesetzungen zurückschreckt? Etwa: "Hey, da haben sich Leute über die Nebesetzung des Spiderman beklagt, also machen wir lieber keinen neuen Film!"?

You do not have a case, sir.

milan8888
milan8888
9. August, 2012 11:55

@ 42»Zum Beispiel bei Spiderman gab es ja Anfangs auch einen großen Aufschrei, und Boykott-Aufrufe. Jüngst auch bei Total Recall.«

Bei Total Recall gabs den "Aufschrei" aber nicht weil Sharon Stone und Arnold Schwarzenegger ersetzt wurden…

Cookie
Cookie
9. August, 2012 11:57

Aloha, danke für deinen tollen Blog 🙂

Ich bin ehrlich gesagt über deinen ALDI Artikel zu dir gestoßen und war begeistert!

Aber zurück zu diesem Eintrag. Ich arbeite selber in der VFX Branche und muss leider sagen, dass visuelle Effekte, wie Postproduktion im Allgemeinen, einfach hinten ansteht. "Alle wollen Hollywodd, aber niemand will dafür bezahlen." Trefflicher kann man das nicht formulieren.

Vermutlich hat das Postproduktionshaus nichtmal schlechte Arbeit geleistet, denn je nachdem, wie der Dreh so organisiert ist, wird man erst dazu gerufen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist – also Szenen unabgesprochen gedreht wurden, die man dann ohne extra Geld wieder retten soll.

Meiner Meinung nach ist auch das generelle Problem an deutschen Serien und Filmen viel diffuser gestreut und liegt unter anderem in unserem medialen Fördermodell begründet.. aber das ist ein anderes Thema 😉

Lutz
Lutz
9. August, 2012 12:42

Die damalige Kritik im "Film Dienst" klang sogar ziemlich gut, aber als ich den Film dann aus Langeweile mal im Nachmittagsprogramm sah, war ich doch sehr überrascht, wie mies der Streifen war, besonders diese schrecklichen Gesangseinlagen.

Bibi Blocksberg habe ich als Kind auch gehört und ich fand die früheren Folgen auch – zum Teil – gar nicht so schlecht. Keine große Kunst, aber immerhin netter als und nicht ganz so heile-Welt-lastig wie dieser Hippie-Elefant. Ich finde, dass der Film abgesehen von Namen gar nichts von dem, was ich mit Bibi Blocksberg assoziiere mitträgt. Die Stories der (frühen) Hörspiele sind auch nicht sonderlich tiefgehend, aber sie stellten Bibi vor Probleme, die sie lösen musste und die nicht unbedingt irgendwelche Erzfeinde betrafen. Diese "Rabia"-Figur ist daher meiner Meinung nach der vollkommen falsche Ansatz für eine Verfilmung.

Mich nervt es, dass deutsche Kinderfilme aus großen Studios alle so verdammt gleich sind. Es ist dabei vollkommen egal, welche Neuverfilmung es ist, die Figuren, die auch in den Originalen nur selten wirklich komplex sind, werden auf irgendwelche Klischees runtergestutzt und nur noch über diese eine Charaktereigenschaft definiert, die zusätzlichen Aktualisierungen der Stoffe sind immer gleich und machen die Filme dadurch komplett austauschbar.

Das Argument, "den Kindern hats gefallen" zieht dabei nicht. Ich habe kein Problem damit, wenn es hin und wieder so einen platten Film mit offensichtlicher Message gibt, auch unter Erwachsenenfilmen braucht es öfter mal doofen Ramsch. Aber dass gerade bei deutschen Kinderfilmen diese Formel für wirklich jede größere Produktion genutzt wird, nützt niemandem, auf lange Sicht auch den Kindern nicht.

Ich glaube aber auch, dass ein Problem, das bei Kinderfilmen noch hinzu kommt, das Franchising ist. Um möglichst viele Fortsetzungen raushauen zu können, müssen die Filme in einem kurzen Zeitraum mit sehr kurzer Post-Produktionsphase gedreht werden, damit die kleinen Racker nicht zu schnell zu alt werden. Zwar kann eine Rolle auch neu gecastet werden, innerhalb eines Film-Zyklus wird sowas aber ungern gemacht.

S-Man
S-Man
9. August, 2012 13:01

@Lutz "Den Kindern hats gefallen" ist eine Aussage, die aufgrund von Beobachtungen unsererseits herrührten. Unsere Aufgabe war nicht, die Kinder zu unterrichten oder zu erziehen, sondern sie zu unterhalten. Sie sollten nach ihren Ferien nicht sagen: Hey, das war doof, die Filme waren alle Mist. Das ist Aufgabe der Schule und der Eltern, nicht von Ferienlagern.

Klar, dass sie pädagogisch nicht ansatzweise sinnvoll sind, darüber brauchen wir nicht zu streiten. Mir gings nur darum, zu sagen, dass bei aller Schlechtigkeit das Zielpublikum dennoch zufrieden sein kann 🙂

Lutz
Lutz
9. August, 2012 13:17

@ S-Man
Auch, wenn sich das vielleicht so liest, war der Kommentar nicht explizit als Kritik an dir gedacht. Das man in Ferienlagern abends zur Entspannung oder so nicht unbedingt die anspruchsvollsten Filme rausholt, ist mir schon klar und finde ich auch in Ordnung.

Ich habe deinen Satz nur als Ansatz genommen, um das generell anzusprechen, weil das meiner Meinung nach als Totschlagargument gilt. Kindern gefällt (etwas überspitzt gesagt) eigentlich alles, was man ihnen als Unterhaltung vorsetzt, sofern es irgendwie mit ihrer Erfahrungswelt zu tun hat.

Nicht jeder Film muss ein "Citizen Kane" unter den Kinderfilmen sein und nicht jeder Film muss pädagogisch wertvoll sein. Aber einfach die Tatsache, dass Kinder vieles einfach hinnehmen und sich gut unterhalten fühlen, sollte und dürfte die Macher nicht davon entbinden, immer nur auf dem geringsten Level Filme zu machen. Man kann auch kreativ und abwechslungsreich sein, ohne immer gleich extrem anspruchsvoll zu werden.

Das ist genau wie beim Essen: Nur durch eine gewisse Abwechslung kann man auch einen Geschmack herausbilden. Es muss nicht immer alles gesund sein, aber man braucht, gerade auch als Kind, Abwechslung. Nur so kann man eben auch die gesamte Bandbreite zu schätzen lernen, sich selbst Vorlieben herausbildern und letztendlich auch seine Identität formen.

CrazyEddie
9. August, 2012 14:08

Elea? Echt jetzt? Ein netter Brückenschlag zu einer anderen Hörspielserie ("Elea Eluander"). Ob das den Kindern aufgefallen ist?

@TKKG: Die waren immer schon so übertrieben, dass man sie als eigentliche Jugendkrimiparodie durchgehen lassen kann und ja sie sind Trash, aber in den meisten Folgen einfach nur unterhaltsam. Was mich da am meisten stört (wofür aber keiner was kann), ist die Umbesetzung von Gabi nach dem Tod von Veronika Neugebauer.

OnkelFilmi
OnkelFilmi
9. August, 2012 15:06

@Eddie:

Naja, Brückenschlag…

Elea Eluanda IST ja ein Spin-Off von Bibi Blocksberg (und damit Elfie Donnelly’s dritter Streich, nach Bibi und Benjamin Blümchen). Und die Figur der Elea ist ja nicht das einzige, was aus dem Spin-Off übernommen wurde – Schloss Altenberg? Spielort von Elea Eluanda. Quirin Bartels? Der Bösewicht aus Elea Eluanda. Die blauen Eulen/Tröstereulen/der Eulenstaub – aus Elea Eluanda.

Da wurde irgendwie versucht aus zwei verschiedenen Stoffen (EE ist im Vergleich zu BB doch stark fantasylastig) ein ganzes zu machen, um sich an die Potterfans dranzuhängen. Hat aber, wie der Wortvogel festgestellt hat, nicht funktioniert.

OnkelFilmi
OnkelFilmi
9. August, 2012 15:15

"Was mich da am meisten stört (wofür aber keiner was kann), ist die Umbesetzung von Gabi nach dem Tod von Veronika Neugebauer."

Naja, die Umbesetzung war halt unvermeidbar, wenn Europa die Serie weiterlaufen lassen wollte (und dafür macht TKKG auch einfach noch zuviel Geld). Ich fand’s nur schade, daß man die Rolle an eine neue Sprecherin (die früher bei GZSZ dabei war) gehen liess, statt einfach wieder auf Scarlet Lubowksi (die Schwester von "Klößchen"-Sprecher Manou Lubowski) zurückzugreifen, die ja schon in den 40er/50er Folgen eine zeitlang die Gabi gesprochen hat.

Vielleicht wäre es aber auch einfach am besten gewesen, wenn man einen Schnitt gemacht, und ALLE Sprecher ersetzt hätte. So ähnlich, wie man es damals bei den Fünf Freunden gemacht hat (Und wahrscheinlich auch in ferner Zukunft bei den "Drei Fragezeichen" machen wird. Die Sprecher der "Drei Fragezeichen Kids" würden sich dafür dann anbieten).

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 15:27

Jo, der Tod eines Sprechers ist immer tragisch.
Übel wird es in Deutschland, wenn Norbert Gastell mal den Löffel abgibt.

Lukas
9. August, 2012 15:51

Wieso? Gastell hat in seiner Karriere so viel aufgenommen, dass man wahrscheinlich jede neue Synchro aus alten Versatzstücken zusammenkleistern könnte. Der hat jeden der Menschheit bekannten Satz schon mal in jeder erdenklichen Betonung in ein Mikro gesprochen.

Marcus
Marcus
9. August, 2012 21:12

@Ex:

"Bis zu meinem 6./7. Lebensjahr glaubte ich tatsächlich, dass Arnold Schwarzenegger ein Roboter ist!"

Also so etwa bis letzte Woche?! 😈

(Sorry, diese Steilvorlage musste verwertet werden.)

Exverlobter
Exverlobter
9. August, 2012 23:26

"Also so etwa bis letzte Woche?! 😈
(Sorry, diese Steilvorlage musste verwertet werden.)"

Dafür habe ich aber nie an den Weihnachtsmann geglaubt.