Ich kann nicht genau sagen, wie viele Filme ich für dieses Blog besprochen habe. Es mögen 300 gewesen sein, vermutlich sogar mehr. Filmkritik liegt mir halt. Und eine saftige Besprechung sorgt auch immer wieder für spannende Diskussionen.

Nicht jeder Film, den man bei der Veröffentlichung toll fand, bleibt im Gedächtnis haften. Manche verblassen schnell, einige werden sogar in den Tagen, Wochen und Monaten nach dem Kinobesuch schlechter („Superman returns“ ist ein gutes Beispiel). Darum sind auch die Kritiken, die ich hier sehr zeitnah geschrieben habe, nicht immer deckungsgleich mit dem, was ich heute schreiben würde. Hinterher ist man immer schlauer. Ein bisschen.

Und genau darum präsentiere ich euch heute die Liste der besten von mir besprochenen Filme, wie ich sie jetzt und hier sehe. Große und kleine, teure und billige, zarte und harte. Sozusagen „required viewing“, wenn man mit mir auf einer Wellenlänge schwimmt.

Red State – Kevin Smiths kompromissloser und hässlicher Film über den Standoff zwischen FBI und einer durchgeknallten Killersekte.

The Man from Earth – ein kleiner, preiswerter, fast völlig von den Dialogen getragener SF-Film zum Thema Unsterblichkeit.

Ex Drummer – der vielleicht brutalste und nihilistischste Film, den ich je besprochen habe. Trotzdem und deshalb immer noch sehens- und bedenkenswert.

The Lookout – Joseph Gordon Levitt zeigt als kleiner Gauner mit Gedächtnisdefekten, warum Christopher Nolan so große Stücke auf ihn hält.

An American Crime – die unsagbaren Leiden eines misshandelten Mädchens werden potenziert durch das Wissen, dass die Geschichte sich tatsächlich zugetragen hat.

I’m a Cyborg, but that’s okay – ein weicher, sentimentaler, fast scheuer Film über die Notwendigkeit, eine neue Welt zu erfinden, wenn die eigene unerträglich ist.

Bitch Slap – beinhartes B-Kino mit heißen Weibern, dicken Knarren und wirklich keinem Anspruch jenseits blanken Entertainments. So geht’s.

Rise of the Planet of the Apes – ein Film, von man nichts erwartet hat, der aber alle Erwartungen, die man hätte haben können, locker übertrifft.

Hallam Foe – noch ein kleiner sentimentaler Film über das Erwachsenwerden – diesmal profitieren die männlichen Zuschauer zudem von heißen Sexszenen mit Sophia Myles und  Claire Forlani.

Shoot Em Up – absolut wahnwitzige und hyperbrutale Action-Achterbahn mit Clive Owen, die zusammen mit den beiden „Crank“-Filmen das vermutlich geilste Triple-Feature jenseits von Pornos ergeben dürfte. Adrenalin pur.

Tim & Struppi – erstaunlich gelungene und in ihrer Perfektion erschreckende Übertragung der Hergé-Alben vom Blatt auf den Bildschirm. In 3D, was sich hier tatsächlich lohnt.

Crank 2: High Voltage – siehe „Shoot Em Up“. Hot shit.

The Tournament – B-Action mit Martial Arts, Schießereien und gut gelaunten Stars, die sich gegenseitig in einem Turnier der Superkiller das Licht ausblasen.

The Independent – eine Liebeserklärung an den Schrottfilm und seine Produzenten, die unverständlicherweise kaum Beachtung fand. Pfui!

Oben – Pixar at its best. Perfektes Entertainment für die ganze Familie.

Moon – eine Meditation über die Menschlichkeit und ihren Wert in den Zeiten der körperlichen Reproduzierbarkeit. Das perfekte Gegenbeispiel, wenn mal wieder jemand behauptet, Science Fiction könne nur doofes Remmidemmi.

District 9 – siehe „Moon“. Aufwändiges Einwanderer-Drama, das sein Thema mit Aliens und Roboter-Anzügen aufpeppt. Visuell und dramaturgisch erwachsener, als man es von solchen Filmen gewohnt ist.

Across the Universe – eine Liebesgeschichte in den wilden 60er Jahren, erzählt an nachgesungenen Beatles-Songs. So kitschig wie unwiderstehlich.

Inception – es geht eben DOCH beides: intelligentes Kopfkino und großes Blockbuster-Entertainment. Hier werden Maßstäbe gesetzt.

Four Lions – tumbe Terroristen sprengen eher sich selbst als ihre Gegner und trotz der großartigen Gags bleibt das Lachen gerne mal im Halse stecken.

Enter the Void – Mindfuck, Tripkino, Lightshow und cineastisches Ecstasy. Gaspar Noé erweitert den Geist, in dem er von innen gegen die Schädelplatte tritt.

Monsters – noch so ein SF-Debüt, das sprachlos macht: eine aufwändige Odyssee durch eine von Aliens kontrollierte Welt, die weniger gekostet hat als die Badewanne von Michael Bay.

True Grit – man hätte den John Wayne-Klassiker nicht remaken müssen, aber wenigstens zeigen die Coen-Brüder, wie man es richtig macht.

Julia X – blonde Schlampen treffen einen sadistischen Killer in den schönsten 3D-Tableaus, die ich bis heute gesehen habe – und zur allgemeinen Erheiterung bricht die Hölle los.

http://www.youtube.com/watch?v=C96tDPNYlzc

Cat Run – Action, Comedy und Negerdödel in einer gesund-frechen Mischung, die pubertären Spass am Kino weckt. Do you need a moment?

Avengers – die ganze dicke Nummer und der Beweis, dass Superhelden-Teamfilme eben DOCH funktionieren können. Und jetzt Justice League bitte!

A lonely place to die – Beinhartes Verfolgungsdrama in den schottischen Bergen, das von seinen exzellent inszenierten Actionszenen ebenso lebt wie von seinem pittoresken Hintergrund.

Hideaways – ich weiß nicht mal mehr, worum es in diesem kleinen, leisen Film ging – ich weiß nur noch, dass er mich tief berührt hat.

Real Steel – das gute, kindertaugliche Fantasy-Kino der 80er (Spielberg, Dante, Zemeckis) ist nicht tot – und „Real Steel“ ist der Beweis, der auch Erwachsene mitreißt.

Iron Man – der perfekteste Superhelden-Film aller Zeiten. Hier stimmt wirklich alles und Robert Downey Jr. rockt die Hütte.

BONUS: Hier noch eine Liste von Filmen, die ich auf Nachfrage in ein, zwei Sätzen bewertet habe.



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Peroy
Peroy

Vier, fünf Filme, die gut sind, der Rest ist scheisse.

Howie Munson
Howie Munson

Vier, fünf Filme, die den Geschmack von Peroy treffen, der Rest ist ansehbar… (diese Aussage ist solange wahrscheilich, wie Peroy nicht zwei Sätze zu den jeweiligen Film geschrieben hat…)

Peroy
Peroy

Benutz‘ doch die Such-Funktion, du Eumel…

Howie Munson
Howie Munson

Wozu? Dir ist doch wichtig, dass wir deine Meinung zur Kenntnis nehmen, ansonsten hättest du dir das erste Posting auch gleich sparen können. Oder dich alternativ in einen Stein verwandeln.

Der Karsten
Der Karsten

Kevin Sorbo spielt einen psychopathischen Killer.. unfassbar. Ab jetzt ist alles möglich ^^ Nur Peroy.. der hat immer noch keinen Geschmack. 😀

Peroy
Peroy

„Wozu? Dir ist doch wichtig, dass wir deine Meinung zur Kenntnis nehmen, ansonsten hättest du dir das erste Posting auch gleich sparen können.“

Das is‘ mal’n Argument. Tschausen… 🙂

Leo

Der Link zu den Avengers ist kaputt (doppel „http“)…

trackback

[…] 6 Jahre Wortvogel (2): Die besten Filme | Wortvogel – 100 % Torsten Dewi – from Wortvogel – 100 % Torsten Dewi https://wortvogel.de […]

Reini

Bloß nicht… er könnte es wirklich machen (wobei ich bezüglich „Monsters“ sogar mal mit Peroy einer Meinung bin…)

noyse
noyse

In der Liste sind auch ein paar auf die ich mich echt gefreut hatte, die aber in meinen Augen letztlich totale reinfälle sind:

The Tournament – ich mag robert carlyle wirklich, aber dieser ständig jammernde Pfaffe ging mir so auf den Zunder, dass es mir den film verdorben hat.

Red State – war einfach nur langweilig. schade hatte mir richtig was von erhofft.

Bitch Slap – sorry, da war ja nude nuns with guns unterhaltsamer.

real steel – ähh ja – dann besser robojox

Dafür waren cat run und alptd echt spitze.
Ach ja Tim und Struppi hat zwar schon perfektes digitales wasser, aber bei Pirates! sah es wirklich echt aus.
Sowie so muss man Tim und Struppi mindestens dreimal sehen um überhaupt alles zu erfassen was da passiert.

pa

Hat der Wortvogel eigentlich schon The Cabin In The Woods gesehen? Das wäre eine Kritik, die mich interessieren würde.

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Butter bei die Fische – du listest die fünf Filme, denen du zustimmst (damit wir im Umkehrschluss sehen, was dir von der Liste nicht gefällt) und zählst dann 20 Filme auf, die du in den letzten Jahren reviewt hast, die du immer noch für herausragend hältst. Chicken?“

„The Tournament“: Solides, sinnbefreites B-Film-Action-Gesplatter, guter Cast (Scott Adkins). Nicht weltbewegend, aber nett.

„Oben“: Herziger Computertrick, der mir ein paar männliche Tränen abgerungen hat. Nicht meine Sparte, aber schön. Und die Hauptfigur sieht aus wie Spencer Tracy.

„District 9“: „Alien Nation“ fürs neue Jahrtausend. Hat Camerons „Avatar“ in Sachen Tiefe und Glaubwürdigkeit (auch, was die Alien-Rasse angeht) vernichtend geschlagen. Wird ein Klassiker.

„Inception“: Overhyped, aber trotzdem Nolans bester Film und ein wirklich guter. Leider macht der aus dem Traum-Gimmick nicht wirklich viel, außer die Träume halt in die Tiefe zu stapeln. Wo bleibt die Phantasie ? Wo ist das Surreale eines „Nightmare on Elm Street“ ? Nun ja, was erwartet man auch von einem Mann, der bereits Batman entmystifiziert hat. Aber: Perfekte letzte Einstellung.

„Four Lions“: Ich fand ihn gut, aber nicht herausragend. Problem: Der Streifen macht aus seinen fünf Fanatikern überzeichnete Witzfiguren, von denen sind mindestens zweieinhalb grenzdebil, das dürfte in der Realität (leider) nicht der Fall sein. Aber ab der Hälfte zünden die Gags und bei der gesprengten Apotheke am Ende hab‘ ich SO gelacht. Hätte trotzdem „Five Lions“ heißen müssen.

„True Grit“: Hätte mir als „ernsthafter“ Western ohne die Comedy-Elemente besser gefallen (kaum eine Szene ohne Wortwitze oder Slapstick), aber stellenweise ist der die pure Awesomeness in Tüten und Bridges ist (mal wieder) zum Niederknien. Aber bei „Ich werde langsam alt“ hätte Schluss sien müssen, die letzten dreienhalb Minuten fügen dem Film nichts von Belang hinzu.

„Real Steel“: Entertainment nach Lehrbuch. Nett, aber belanglos.

„Iron Man“: Vermutlich der beste Film, den Marvel in den letzten Jahren als „Avengers“-Vorbereitung rausgehauen hat. Ironischerweise auch der erste. Wäre vermutlich nicht so gut gewesen ohne Downey, aber er hatte ihn ja…

Muss ich die 20 Filme reviewt haben… ?

BS
BS

„Red State – Kevin Smiths kompromissloser und hässlicher Film über den Standoff zwischen FBI und einer durchgeknallten Killersekte.

Ja, der KÖNNTE gut sein.

Peroy
Peroy

„“Red State – Kevin Smiths kompromissloser und hässlicher Film über den Standoff zwischen FBI und einer durchgeknallten Killersekte.

Ja, der KÖNNTE gut sein.“

Leider war er es nicht.

Reini

Jetzt zieht der Peroy den Schwanz ein… „Monsters“ war eine lahme Scheisse, da geht jeder Ti West Streifen noch als „Crank 2“-Konkurrent durch…

Peroy
Peroy

„Jetzt zieht der Peroy den Schwanz ein… “Monsters” war eine lahme Scheisse, da geht jeder Ti West Streifen noch als “Crank 2″-Konkurrent durch…“

Wie man’s macht isses verkehrt…

DMJ

Ich wünschte, ich hätte alle betroffenen Filme (sowohl die des Wortvogels, als auch die kommenden von Peroy) schon gesehen… dann würde das jetzt wahrlich ein FEST werden, so werde ich als Zuschauer nicht ganz folgen können. Aber gespannt bin ich trotzdem. 🙂

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Crank 2 – echt jetzt? Das war nach dem famosen Erstling so eine dumme Kacke (abgesehen von der Godzilla-Sequenz, die war super und der Zwillingsidee, die so doof war, das sie schon wieder gut war). Aber alleine für die nervige Kreisch-Asiatin gehört das Regisseur-Duo gekloppt…

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Ja, die Filme, die du besprochen hast – wir wollen vergleichen können.“

Das sind aber nur Horrorfilme und da komme ich nicht auf 20 Herausragende ab ’93…

Hawks
Hawks

@Wortwogel: Warum fehlt denn deine Watchmen-Kritik in der Liste? Von dem Film warst du doch begeistert oder ist das einer der Filme, die sich mit der Zeit relativiert haben?

heino
heino

@Peroy:dann nimm doch die, die deiner Meinung nach wichtig sind. Es sollten wohl auch 10 reichen:-)

Marcus
Marcus

@heino: ermutige ihn nicht noch.

Wohin mit all unseren gehegten Vorurteilen, falls Peroy eine Liste abliefert, bei der wir alle nur zehnmal zustimmend nicken können? 🙂

OnkelFilmi
OnkelFilmi

@Marcus: Jaja, und morgen ist Weihnachten…

heino
heino

@Marcus:das könnte ich schon alleine deshalb nicht, weil ich den Großteil der Filme nicht kennen werde:-)

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Gut, dann 20 Filme, die du generell auch rückwirkend noch gut findest – inklusive kurzer Erklärungen. Aus den letzten 5 Jahren.“

Also zu „guten“ Filmen kann ich verlinken… da krieg‘ ich auch 50 zusammen. Wie jetz’… 😕

John
John

HIDEAWAYS SPOILER SPOILER!!!

Wäre Hideaways ein X-Men Film, wäre es der schönst-pubertäre von allen: ist man Emo, STERBEN ALLE!! Bekommt man eine Erektion, LEBEN ALLE!! Eine Gabe der Götter, aus der man eine ganze Franchise machen könnte!! Ich hoffe auf ein rasches Hollywood Remake, vielleicht mit Timothy Olyphant.