27
Mai 2012

Unsortierte Gedanken zum Grand Prix 2012

Themen: Film, TV & Presse |

Ich hatte eigentlich dieses Jahr vor, den Grand Prix "live zu bloggen", wie man so schön sagt. Da wußte ich allerdings noch nicht, dass ich auf Ibiza sein würde – ohne direkten Internetanschluss. Na ja, vielleicht 2013. Gesehen habe ich den Event natürlich und ich kann nicht umhin, ein paar Sachen anzumerken. Wer leicht erregbar ist, sollte eventuell von der Lektüre absehen – ich nehme mal wieder kein Blatt vor den Mund…

Das Drumherum

Anke Engelke FTW: Die deutsche Stimme in Baku wagt es als Einzige, bei der Punktevergabe wenig verklausulierte Kritik anklingen zu lassen. Respekt. Judith Rakers hätte das allein wegen ihres Jobs bei der Tagesschau nicht machen können.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wenn ich bei der deutschen Partymeile in Hamburg auf der Bühne ein ganzes Dutzend etablierter und aktueller Popstars sehe, dann frage ich mich unwillkürlich: warum geht eigentlich keiner von denen zum Grand Prix? Muffensausen?

Der Vorteil einer Diktatur (oder zumindest einer artverwandten Alleinherrschaft) ist die totale Kontrolle aller Produktionsmittel – in Aserbaidschan konnte man auf die Kacke hauen, ohne Bauvorschriften oder Bürgerinitiativen fürchten zu müssen (das bisschen Opposition ließ sich ja leicht wegsperren). Ergebnis: eine spektakuläre Show im beeindruckenden Ambiente, die beweist, dass der Grand Prix endgültig aus dem Muff der 80er und 90er raus ist. Die Tatsache, dass Ralph Siegel nicht mehr dabei ist, spricht für sich. Das kann man sich mittlerweile anschauen, ohne die Begeisterung als Ironie verkaufen zu müssen.

So atemberaubend schön die Zwischenspots auch waren – man wird das Gefühl nicht los, dass Aserbaidschan exakt acht historische Bauten übers Land verteilt hat, die es zu besuchen lohnt.

Ich möchte auch mal so auftreten wie in Baku. Ich komme auf die Bühne – Feuerwerk, Flammen, Lichtgewitter, halbnackte Tänzerinnen, großes Orchester. In meinem Kopf passiert das schon, selbst wenn ich nur die S-Bahn betrete.

Die Songs

Soweit ich mich ohne Gedächtnisstütze an sie erinnern kann…

England. Sorry, Peter Urban – Engelbert ging gar nicht. Die Stimme müde, der Song tranig, der Text von der Beliebigkeit eines Kinderliedes. Wenn schon Urgestein, dann doch lieber Tom Jones für England.

Albanien. Wäre es ein Voice Contest und kein Song Contest, hätte diese Dame vermutlich "12 points from everybody" bekommen. Aber wie so oft: dieses überblasene Drama (wahrscheinlich ging’s wieder um tote Kinder) lässt mich gerade in einem so knallbunten und futuristischen Umfeld eher kalt.

Italien. Wow, eine echte Hammer-Nummer. Wäre in meiner persönlichen Rangfolge unter den Top 5 gewesen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Russland. Da haben erschreckend viele Zuschauer den Witz nicht verstanden. Sowas kann man drollig finden, eine gelungene Abwechslung im Grand Prix-Einerlei – aber für sowas voted man nicht.

Frankreich. Ehrlich jetzt? DAS ist die erfolgreichste französischsprachige Sängerin DER WELT? Na ja, passt zu Carla Bruni – ästhetisch anzuschauen, aber eiskalt.

Aserbaidschan. Gerade nach dem schönen Sieger-Beitrag von 2011 hätte ich mehr erwartet als die umpfzigste Power-Ballade einer hinoperierten Melodramatikerin.

Griechenland/Zypern/Rumänien. Die Songs in den Ballermann, die Mädels in den Playboy. Alles wird gut.

Litauen. War das diese 1 Mann-Boyband mit der Augenbinde und dem Gary Barlow-Groove? Hat mir gefallen. Erschießt mich meinetwegen, hat mit aber trotzdem gefallen.

http://www.youtube.com/watch?v=Pnl0PoAfRxA

Irland. Jedward mit einem deutlich schwächeren Lied als 2011. Angemessen schlechte Platzierung.

Deutschland. Eine nette Popnummer, radiotauglich und BRAVO-kompatibel. Hat aber einfach nicht genug Charakter für den Grand Prix – und Roman sollte nicht immer so zwanghaft lächeln, wenn er vom Unglück der Liebe singt. Die Hipster-Mütze gab einen Wortvogel-Punkt Abzug.

Dänemark. Eine dröge Straßenmusikantin singt dröge Straßenmusik. Und wech.

Spanien. Stimmlich stark, aber was sollte der Bettlaken-Aufzug? Fand da irgendwo eine Toga-Party statt?

Türkei. Mit so einem Laientheater aufzutreten, das erfordert Mut und Verblendung. Respekt.

Island. DAS hätte ich sehr viel höher gewertet. Drama, Geige, Blondine – großes Theater. Aber was verstehe ich schon davon?

Estland. Die schönste Ballade des Abends, erstaunlicherweise von einem Mann gesungen. Hätte ich auch locker in die Top5 gewählt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Moldawien: Noch so ein Scherz. Kein guter, aber ein Scherz.

Serbien. Schöne Stimme, angemessenes Understatement, aber dem Song fehlte total der Hook, was den zweiten Platz für mich unerklärlich macht.

Schweden. Der Song hatte alles, was einen Grand Prix-Erfolg ausmacht: ein bisschen exzentrisch, memorable Performance, eingängig, universell. Und es wurde auch mal Zeit, dass aktuellere Club-Sounds Einzug beim Grand Prix halten. Diese ewigen Wiederbelebungsversuche der 80er-Disko sind ja nicht mehr zum aushalten. Verdienter Gewinner.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das Voting

Und nun der Teil, für den es Ärger geben wird: Ich gehöre zu denen, die sich massiv über die Punktevergabe aufregen. Die ehemaligen Sowjet-Republiken und die Überreste von Jugoslawien werten in einem Maße parteiisch und völlig unabhängig von der Musik, dass das Endergebnis nichts mehr mit einem Contest zu tun hat. Das sind zwei Außenseiter-Cliquen, die sich gegenseitig in der Rangliste nach oben werten. Es war schon immer peinlich, dass Zypern und die Griechenland sich ebenso beschenken wie Spanien und Portugal – aber was Mini-Staaten wie Moldawien und Mazedonien abziehen, ist offene Missachtung des Grand Prix-Gedankens.

Ich würde mir gerne mal die Rangliste ausrechnen lassen, die EINE Stimme für Ex-Jugoslawien und EINE für die Ex-Sowjetrepubliken zur Grundlage hat. Ich unterstelle mal ein gänzlich anderes Ergebnis.

Natürlich weiß ich, dass man sich um die Tatsache, dass Kroatien & Co. mittlerweile eigenständige (using the term loosely) Länder sind, nicht drum herum pfuschen kann. Es ist, wie es ist, bedankt euch dafür bei den 90ern. Aber kann man Albanien, Ukraine, Serbien und Konsortien nicht mal die Spielregeln erklären? Dass es nicht drauf ankommt, wie viel Punkte die Region erhält, sondern wer den besten Song liefert? Wir voten doch auch nicht für Frankreich, nur weil die gleich nebenan hocken.

Klar kann Peter Urban beschwichtigend einwenden, dass diese Länder musikalisch natürlich ähnliche Ausrichtungen haben. Aber schon die vorgetragenen Lieder widerlegen das. Bestes Beispiel gestern Abend: Zypern und Griechenland. Kann jemand allen Ernstes behaupten "La La Love" und "Aphrodisiac" hätten wechselseitige 12 Punkte verdient, weil sie irgendeiner mediterranen Musiktradition verbunden sind? Kappes, das war beides gesichtsloser Europop-Schmand mit englischen Texten. Ausschließlich Gefälligkeitswertungen.

Wer jetzt sagt, es sei doch okay, wenn Nachbarn für Nachbarn stimmen, der muss sich fragen lassen, wie okay es wäre, wenn alle 16 deutschen Bundesländer einzeln antreten und sich gegenseitig nach oben voten würden? Schön für Deutschland, schlecht für die Fairness.

Das Problem scheint mir auch die generelle Ausuferung des Contest-Gebietes zu sein. 27 Länder sind in der EU – aber 42 nehmen am Contest teil? Was genau haben Russland und Israel mit Europa zu tun? Im Multikulti-Verbrüderungs-Wahn hat man irgendwann vergessen, was der Contest eigentlich mal sein sollte.

Nicht akzeptieren kann ich an dieser Stelle allerdings das Argument "Genau, und deshalb haben wir heute auch so fragwürdige Regime wie das von Aserbaidschan dabei". Spanien war bis weit in die 70er noch Franco-Diktatur, da haben wir auch beide Augen zugedrückt. Und mit "Dschingis Khan" haben wir der interkulturellen Verständigung auch keinen Dienst erwiesen. Demokratie ist kein gleichmäßig verteiltes Gut in Europa. War es nie.

Klar scheint mir: Diesen Geist kriegen wir nicht mehr in die Flasche zurück, weil man die ganzen nur peripher europäischen Länder nicht wieder rauskomplimentieren kann. Letzten Endes muss man sich wohl damit abfinden, dass der Song Contest keine wirklich Abstimmung der Länder über den besten Song mehr ist, sondern eine Frage regionaler Loyalitäten.

Es freut mich, dass mit Schweden einer der besten Songs gewonnen hat – auch wenn ich über den Rest der Top 10 nur den Kopf schütteln kann.

Zum Schluss noch mal eine Idee – ein "Super Contest", bei dem jedes Land den Beitrag noch mal ins Rennen schickt, den es in den letzten 20 Jahren für den besten hielt…



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
78 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Fifi
Fifi
27. Mai, 2012 13:35

Ich dachte, Israel wäre dabei, weil die bei sich drüben nirgendwo dabei sein dürfen?

Peroy
Peroy
27. Mai, 2012 13:40

"Island. DAS hätte ich sehr viel höher gewertet. Drama, Geige, Blondine – großes Theater. Aber was verstehe ich schon davon?"

Gar nichts, wie dein unglaublich schlechter Geschmack wieder mal beweist…

Ich habe gestern angerufen für Norwegen, Rumänien, Dänemark, Mazedonien (auch wenn die den Song mit dem Einsetzen der E-Gitarre kapuutgerockt haben) und ironisch für Russland (datt war schon irgendwie geil, ne)…

Der Rest war ziemliche Scheisse…

Marcus
Marcus
27. Mai, 2012 13:59

Mein Gott, Peroy guckt den ESC. Jetzt wundert mich nichts mehr… 😯

Zu der Veranstaltungkann ich in diesem Jahr immerhin sagen: ich finde es ätzend, dass man Diktaturen so eine Bühne gibt, ich finde es passend, dass die ganzen Grand Prix-Pfeifen dazu keine Meinung haben und sich auf "unpolitisches Entertainment" rausreden, und ich finde es schade, dass ich den Kram noch nicht mal boykottieren kann, weil ich davon ausgehe, dass "ich guck das sowieso nie" nicht als Boykott zählt.

Peroy
Peroy
27. Mai, 2012 14:02

"Mein Gott, Peroy guckt den ESC. Jetzt wundert mich nichts mehr… :shock:"

Und live kommentiert von einer Expertenrunde wurde er auch…

http://trashtalk.badmovies.de/index.php?topic=7884.0

"Zu der Veranstaltungkann ich in diesem Jahr immerhin sagen: ich finde es ätzend, dass man Diktaturen so eine Bühne gibt, ich finde es passend, dass die ganzen Grand Prix-Pfeifen dazu keine Meinung haben und sich auf “unpolitisches Entertainment” rausreden, und ich finde es schade, dass ich den Kram noch nicht mal boykottieren kann, weil ich davon ausgehe, dass “ich guck das sowieso nie” nicht als Boykott zählt."

Och, das einzige, was einen daran stören könnte, ist doch im Grunde nur, dass ein paar der Acts, die es verdient hätten, nicht direkt nach ihrem Auftritt hinter den Kulissen per Genickschuss entsorgt wurden… 8)

Ansonsten darfst du dich gerne nochmal zu Wort melden, nachdem du die Fussball EM ignoriert hast…

Marcus
Marcus
27. Mai, 2012 14:05

Die Tatsache, dass Ralph Siegel nicht mehr dabei ist, spricht für sich.

Oh-oh, lass dich bloß nicht erwischen… so über den einzigen (!) deutschen Grand Prix-Gewinner herzuziehen… 😈

Marcus
Marcus
27. Mai, 2012 14:12

Ansonsten darfst du dich gerne nochmal zu Wort melden, nachdem du die Fussball EM ignoriert hast…

Daraus wird nichts. Normalerweise ist mir Fußball komplett latte, aber zu solchen Ereignissen klugscheißer ich auch gerne mal mit. Auch wenn ich 2010 als vermutlich Einziger das erste deutsche Gruppenspiel gegen Australien verpasst habe (haushoch gewonnen), und das zweite gegen Serbien beim Public Viewing in der Firma gesehen habe (in Unterzahl verloren) – und mich meine Kollegen danach bestechen wollten, dass ich mir die folgenden Spiele nicht ansehe… 🙁

schnuffel
schnuffel
27. Mai, 2012 14:31

@Torseten: EBU != Europa

sergej
sergej
27. Mai, 2012 14:39

"27 Länder sind in der EU – aber 42 nehmen am Contest teil? Was genau haben Russland und Israel mit Europa zu tun?"
Der ESC wird von der EBU veranstaltet, nicht von der EU. Und Russland gehört geographisch (teilweise) auch zu Europa.
Und wenn dich das schon aufregt, dann schau bitte nicht nach, wer sonst noch zur EBU gehört (Sender aus 56 Ländern, tlw. aus Nordafrika), da können noch viele teilnehmen.

sergej
sergej
27. Mai, 2012 14:50

"etablierter und aktueller Popstars sehe, dann frage ich mich unwillkürlich: warum geht eigentlich keiner von denen zum Grand Prix? Muffensausen?"
Wie die No Angels 2008? Oder Roger Cicero 2007

Jan Feddersen sagt beim Raab 2010 auch etwas zu diesem Thema:
http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/videos/player/?contentId=61513&initialTab=related

Manuel
27. Mai, 2012 14:54

Also. Wegen Litauen muss ich Dich glaube ich wirklich erschiessen.

Aber was Dein Statement zum Voting angeht, das zeugt leider nicht von viel Ahnung. Die Mär vom Ostblock-Voting ist schon lange widerlegt und Schweden… ähm… ist kein Ostblock-Land.

Wer beim ESC Fairnes im Voting sucht hat das Prinzip komplett nicht verstanden. Immerhin darf San Marino mit seinen 32.000 Einwohnern auch den Westländern Punkte "zuschachern".

Es hat noch nie ein Lied gewonnen, dass nicht der größte gemeinsame Nenner ganz Europas war, egal woher das Lied kam.

Und "Eurovision", "EU", "EBU" und "Europa" zu verwechseln hätte ich Dir gar nicht zugetraut 😀

Hier mein müden Fachsimpeleien:
http://www.uiuiuiuiuiuiui.de/wie-kann-ein-norweger-so-schief-singen-guten-morgen-ui-folge-4

Dr. Acula
27. Mai, 2012 14:55

Marokko war auch schon mal dabei… wie schon angedeutet, die EBU hat erst mal nix mit "Europa" in einem geographischen Sinne zu tun.

Zu Aserbaidschan: Es ist so – wenn man die Länder mitmachen lässt, darf man sich nicht wundern, wenn die mal zufällig gewinnen und sich dann empören. In Russland ist die Menschenrechtslage auch, sagen wir mal, grenzwertig (sei mal schwul in St. Petersburg oder kritisiere öffentlich Putin), da stört sich auch keiner dran. Dass außer Anke niemand auch nur wenigstens verklausuliert Kritik geübt hat (wobei Loreen offensichtlich zumindest beim 'Song for Democracy'-Gegenfestival vorbeigeschaut hat), ist schade, denn was der Alijev-Klan abgezogen hat, um das Festival zu stemmen, ist bedenklich (und noch bedenklicher, wie begeistert da vor allem Deutschland wieder geholfen hat – die ganze Technik war ja teutonisch). Auf der dritten Seite ist Aserbaidschan eins der wenigen muslimischen Länder, besonders in der geographischen Region, das explizit nach Westen drängt und einen Gegenpol zum islamischen Fundamentalismus setzt und deswegen auch wieder aus Prinzip unterstützt werden sollte. Auf der vierten Seite fand ich es allerdings enorm peinlich, dass die ARD noch das staatliche Tourismusbüro des Landes als Sponsor präsentiert…

Musikalisch… der Vogel hat von Musik keine Ahnung, abgesehen davon, dass ich mit Schweden durchaus leben kann. War nicht mein Favorit (das wäre Spanien gewesen, mit Sympathien für Island, Moldawien und Irland…), aber es ist modern und war interessant performed. Was allerdings alle an dieser albanischen Tante finden, ist mir schleierhaft – nur weil man Glas zersingen kann, heißt das noch lange nicht, das man das soll und das war wirklich nur noch hoch-und-laut-ins-Mikro-Kreischen. Dass für ’ne Spaß-Nummer wie Russland immer Platz sein muss, wird der Vogel auch nie kapieren…

Dr. Acula
27. Mai, 2012 14:57

@Manuel
Danke für den – von mir grad vergessenen – Hinweis zu den angeblichen Voting-Schummeleien. Selbst Peter Urban – der die Mär oft genug befeuert hat – hat gestern zugeben müssen, dass Balkan- oder Russki-Connection nicht reicht, um zu gewinnen. Man muss (wenn man nicht gerade einen derart klaren Sieger wie Schweden hat) die mittleren Punkte von Ost und West abgreifen, dann klappt’s auch mit dem Siegen… (außerdem: Sieger der letzten vier Jahre: Norwegen, Deutschland, Aserbaidschan; Schweden. Sieht nach klarem Sieg für Westen aus…)

Snyder
Snyder
27. Mai, 2012 15:08

Dieses Geweine über die ach so unfaire Blockbildung bei der Punktevergabe ist langsam echt alt. Und selbst wenn es stimmt, dann soll der edle Westeuropäer doch bitte endlich so gut und überlegen sein wie er sich gibt und über diesem kleinlichen Spiesser-BS stehen.

Armin
Armin
27. Mai, 2012 15:11

Ralph Siegel war doch dabei, bloß ist sein Lied schon im Halbfinale ausgeschieden. War glaub ich für San Marino.

Stefan
Stefan
27. Mai, 2012 15:24

[zitat] …ebenso beschenken wie Spanien und Portugal [/zitat]
Ja, weil man ja weiss dass die sich so unglaublich gut leiden mögen. Ähnlich gut wie die Niederlande und Deutschland wenn es um Fußball geht. Best friends 4ever sozusagen! -.-

G
G
27. Mai, 2012 15:53

Es sind übrigens auch nicht Zypern und die Türkei, sondern Zypern und Griechenland, die sich immer gegenseitig die zwölf Punkte geben.

JustJesting
JustJesting
27. Mai, 2012 16:03

Dein letzter Teil des Artikels erinnert mich an einen alten Bildblog-Beitrag, der sich tatsächlich mal die Mühe gemacht hat, auszurechnen, was ohne die Punkte aus den Ostblockstaaten das Ergebnis gewesen wäre:
http://www.bildblog.de/2258/warum-mag-uns-eigentlich-keiner/

Lustigerweise kaum eine Änderung. Die Geschichte mit dem Punkte zuschanzen ist eh etwas medienverzerrt… Wenn’s letztendlich wenig Auswirkung hat, warum sich drüber aufregen? Weil sie die Punkte ja dem eigenen Beitrag hätten geben können?

Nam
Nam
27. Mai, 2012 16:06

Hallo Torsten,

Stefan Niggemeier beschäftigt sich mit dem Thema Punktevergabe recht ausführlich und hat einige Beiträge dazu geschrieben. Wenn man ihm glauben darf haben die von dir hart kritisierten "Cliquenwirtschaft" auf das Endergebnis nahezu keinen Einfluss.

Siehe dazu:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/der-mittelgrose-gemeinsame-nenner/

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-maer-vom-ostblock-beim-grand-prix-4/

Viel Spaß im Urlaub!

UPDATE: Mein Vorposter war schneller… 🙂 Egal…

Eule
Eule
27. Mai, 2012 16:12

Der Niggemeier hat sich auch mehrfach mit dem Thema Punktevergabe und Ostblock beschäftigt:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/search/ostblock/

Eule
Eule
27. Mai, 2012 16:15

Ach, hätte ich doch besser erst reloaden sollen… @Nam: tröste dich, du warst immerhin nicht der Langsamste. 😉

Jeff Kelly
Jeff Kelly
27. Mai, 2012 17:27

Das es keine Voting-Connection geben kann zeigt schon mal alleine, dass selbst Deutschland gewinnt wenn der Appeal stimmt, dabei kann uns mittlerweile doch eh keiner mehr leiden. Lenas Sieg ist jetzt gerade mal 2 Jahre her und so.

Das Schweden so ein Favorit hätte sein sollen hab ich nicht verstanden. Das ist eine absolut austauschbare und nichtssagende Euro-Dance Nummer wie man sie im Sommer dutzendfach vorgeworfen kriegt.

Vermutlich läuft sowas auch auf Ibiza grade im rauf und runter.

Romans Lied hab ich ich die letzten Wochen im Radio gehört ohne zu merken das es der deutsche ESC Beitrag ist, das ist ein verfluchtes Kompliment an den Song, der im Vergleich zur lahmen Schwedennummer absolut kontemporär produziert und arrangiert ist, wie übrigens auch Platz 3 der halt im Vergleich nicht gar so leblos durchproduziert war.

Das es dafür Platz 8 gab zeigt das der Song gut war.

Silbermond hätten allerdings mit dem Song mit dem sie nach dem ESC aufgetreten waren ECHTE Chancen.

Die Frage nach den Eiern darf man ruhig allen westlichen Ländern stellen. Bei den Ostblock- und Balkan-Ländern hiess es immer "großer Star im eigenen Land" oder "über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich" und wir kommen mit abgehafterten Stars (Engelbert? Das kann auf der Insel doch keiner ernst meinen) oder Casting-Show Kandidaten an.

Es ist außerdem beschämend das wir die alle so überhaupt nicht kennen, insbesondere wenn sie so großartig sind wie Platz 3. (Russland ist Platz 2 wenn ich mich recht erinnere)

Wer die russischen Omas nicht mag, der hat wohl die letzten 20 Jahre nicht genau genug hingesehen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Stefan Raab durch ähnliche Witznummern den Wettberb erst wieder neu belebt hat und das nicht nur für Deutschland.

Der war aber auch monatelang überall in Europa klinkenputzen mit Lena, es hilft halt wenn einen die Zuschauer schon vor dem ESC mal gesehen haben.

Jedenfalls gehört wohl das Baltikum und Schweden zum Balkan, wenn die so hoch gewertet wurden und seit 2010 wohl auch Deutschland.

Manuel
27. Mai, 2012 18:15

Es ist korrekt, Ralph Siegel ist für San Marino angetreten und im Halbfinale ausgeschieden. Davor hat er sich persölich mit mir eine Auseinandersetzung auf Facebook geliefert:

http://www.youtube.com/watch?v=4C5C-e5nsQE

Zwenti
Zwenti
27. Mai, 2012 19:12

Das ganze Brimborium ist nur mit dem Kommentar von Dirk Stermann und Christoph Grissemann zu ertragen. Österreicher wissen was ich meine! 😉 Alle anderen ziehen Google zur Hilfe.

Dort wird die Show in ihrer absoluten Verlogenheit präsentiert und man kann sich auch noch köstlich amüsieren. Gut dass die beiden nach 10 Jahren wieder mitmischen.

Zum Contest: Absurde Schlagerparade (warum hat sonst fast jedes Lied eine dämliche Bass-Drum im Gepäck egal ob es passt oder nicht, anstatt ein Schlagzeug, welches man oft sah aber nicht hörte, zu bemühen?) mit schlecht kopierten, gesungenen oder choreographierten Musikstücken.

Baumi
Baumi
27. Mai, 2012 19:38

Meine private Theorie ist ja, dass der Absturz der einstigen Favoriten England und Irland daher kommt, dass inzwischen – anders als von 1977 bis 1999 nicht mehr in der Landessprache gesungen werden muss. Damals hatten englischsprachige Länder in einer primär anglophonen Pop-Welt hält einen Wettbewerbsvorteil, der jetzt weggefallen ist. Bis auf eine Ausnahme waren alle Siegertitel seit 1999 auf Englisch.

Anderseits gab’s auch vor 1999 andere Sieger, also ist der Gedanke vielleicht auch nur Kappes.

Karsten
Karsten
27. Mai, 2012 20:08

Ich fand Dänemark toll.. dafür Schweden scheisse. Meine Frau fand Schweden super.. keine Ahnung warum.

Russland hab ich nur im Schnelldurchlauf gesehen und fand es ziemlich verrückt, die Türkei war für mich "gayest moment of the evening".. dagegen wirkte Tarkan total männlich. *G* Generell war ich von den meisten Liedern nicht angetan, auch wenn die Mädels oft sexy waren. Wie Torsten schon schrieb: Mädels in den Playboy.. läuft. 🙂

Howie Munson
Howie Munson
27. Mai, 2012 22:17

Ralph Siegel ist daran schuld, dass die Facebook Aktie im Sturzflug ist *duck*
http://www.youtube.com/watch?v=KBrvAw8TCio&feature=related

und das die "Cliquen-Bildung" so deutlich ist leigt auch ein wenig daran das man keine feste Vergabereihenfolge hat sondern eine "möglichst spannenende" wählt und dann kommen eben als erstes die Länder, die entgegen der meisten ihren Nachbarn die 8-12 Punkte geben…

und vielleicht sollten die "Big five" sich wirklich überlegen ob sie nicht doch regionalisieren und dafür dann ihre "sind gesetzt" Status aufgeben. (Endlich mal Schottten&Basken&Bayern beim Grand Prix *g*)

Zumindestens wären dann die Halbfinale wichtiger. Aber wirklcih gerechter wird es dadurch auch nicht, bleiben trotzdem große und kleine Teilnehmergebiete…

radio_gott
radio_gott
27. Mai, 2012 22:27

Ich kann den Schwedensieg auch nicht so recht nachvollziehen und gebe dem Wortvogel recht, was Island betrifft. Spanien war auch gut.
Lustigerweise war in den "Postkarten"-Einspielern wirklich immer die gleichen Gebäude zu sehen, da hab ich irgendwann auch nur noch die Augen verdreht.Was den Voting-Teil betrifft, bringst Du in der Tat uralte Argumente, die längst widerlegt sind.
Was mich seit Jahren schon extrem wundert ist die Wertung für Griechenland. Die stellen jedes Jahr einen Mist auf die Bühne und landen immer im vorderen Drittel. Die könnten vermutlich auch einen Pappaufsteller auf die Bühne setzen und immer noch Punkte kassieren. Ist mir völlig unbegreiflich.
Ansonsten dieses Jahr viel zu viel Plastepop unterster Schublade.
Im nächsten Jahr sollten wir endlich mal Rammstein nach Schweden schicken, da haben wir den Pott so gut wie sicher

Im übrigen bin ich der Meinung, dass man 2004 Mia. statt Max Mutzke zum Grand Prix hätte schicken sollen.

Peroy
Peroy
27. Mai, 2012 22:42

"Im nächsten Jahr sollten wir endlich mal Rammstein nach Schweden schicken, da haben wir den Pott so gut wie sicher"

Oder Scooter… 8)

Dr. Acula
27. Mai, 2012 22:48

Ich sag immer noch, dass wir damals, als Scooter gegen Raab den Vorentscheid verloren haben, ’nen lockeren Sieg verschenkt haben. Kirmestechno war im Osten da ganz ganz groß…

Manuel
27. Mai, 2012 22:57

Und wieso hat dann noch kein Kirmestechno-Song jemals gewonnen?

Thomas
Thomas
27. Mai, 2012 22:58

Unsortiert: kann man wohl sagen.
Bei den (scheinbaren) Blöcken spielt auch immer eine Rolle, was jemand (du, ich, …) als zusammenhängend wahrnimmt. Estland, die Ukraine und Armenien sind sich eben nur scheinbar nah.

Über Zypern-Türkei hab ich noch drüber gelesen, aber als die EU als das Einzig Wahre Europa ins Spiel kam und (anscheinend) Albanien als Teil eines YU-Blocks … Ich find die meisten Beiträge hier wirklich gut, aber gerade Geographie, Geschichte usw. kann man leicht mal checken vor dem Publizieren.

Peroy
Peroy
27. Mai, 2012 23:02

"Und wieso hat dann noch kein Kirmestechno-Song jemals gewonnen?"

Weil Scooter noch nie mitgemacht haben…

Manuel
27. Mai, 2012 23:18

d’oh!

McCluskey
McCluskey
27. Mai, 2012 23:24

Bis zum für mich auch völlig überraschenen Lena-Sieg vor zwei Jahren hab ich mich auch permanent über das Votingverhalten aufgeregt, in etwa in der Art von "Erst murksen sie sich jahrelang in Kriegen ab und dann…". Ich seh das zwar mittlerweile etwas entspannter, dennoch bleiben ein paar Kritikpunkte bestehen. Richtig ist: Mit den zugeschusterten Wertungen allein gewinnt man den ESC nicht. Aber man schafft sich schon mal ohne Anstrengung eine satte Punktebasis, die andere Länder eben nicht haben. Ich vergleich das dann immer mit einem Leichtathletik-Laufwettbewerb, in dem einige Starter mit ordentlichem Vorsprung ins Rennen gehen. Dass das mit dem Fairnessgedanken des neutralen Zuschauers kollidiert, dürfte klar sein. Griechenland könnte den Athener Busfahrplan vortragen, die 12 Punkte aus Zypern würden ebenso bombensicher geliefert wie anderenfalls bei Aserbaidschan und Türkei, Rumänien und Moldawien usw.

Desweiteren lässt sich doch ein Einfluss der Migrationsströme in Europa nicht leugnen. Da gilt es als patriotische Pflicht, für das Land des eigenen Ursprungs zu stimmen, völlig wurscht, was die da gerade abliefern.

Punkteschubserei also ein Resultat von Diaspora bzw. gemeinsamer Ethnie/Sprache. Wie gesagt nicht entscheidend, aber beeinflussend/verzerrend.

Zum gestrigen Event: Schweden war so gar nicht meins, ebensowenig Russland. Meine fünf Favoriten ohne wertende Reihenfolge bestanden aus Estland, Deutschland, Spanien, Serbien und den leider untergegangenen Ungarn, bei denen ich einen abstrafenden Orban-Effekt nicht ausschließen mag. Aber laut EBU ist der ESC ja völlig unpolitisch..

Schweden wird sich kostentechnisch bedanken. Eishockey-WM und ESC innerhalb von 2 Wochen… 😀

Dr. Acula
27. Mai, 2012 23:35

@Manuel
Wie peroy schon sagte – fehlende Star-Power. Scooter kennt jenseits der Oder jeder…

@McCluskey
Ich hoffe, die ESC-Organisatoren promoten besser als die der Eishockey-WM. Laut Freunden, die in Stockholm waren, war 100 m entfernt vom Globen von WM nix zu hören oder sehen…

McCluskey
McCluskey
27. Mai, 2012 23:38

Der Siegertitel mal anders:

http://youtu.be/4_yhPw-SS3g

Gefällt mir gleich viel besser! 😀

McCluskey
McCluskey
27. Mai, 2012 23:40

@Dr. Acula:

Ist doch nächstes Jahr…

Dr. Acula
27. Mai, 2012 23:48

War aber dieses Jahr auch schon dort 🙂

Will Tippin
Will Tippin
27. Mai, 2012 23:49

Wundert mich, dass man sich über den Schweden-Sieg wundert. Könnte problemlos auch ein Song vom nächsten Rihanna-Album sein, der dann wie üblich in den Top Ten landet. War mir vollkommen klar, dass der Titel gewinnt. Griechenland war auf meiner Liste auf Platz 21 gelandet, aber beim Schnelldurchlauf hatte ich so einen "oha, ich glaub das landet deutlich weiter vorne" Moment. Island und Dänemark hatten dafür mehr verdient, das Albanien-Gejaule fand ich am schlimmsten.

Manuel
27. Mai, 2012 23:58

Leute.

Das ist kaum auszuhalten. Die Stimmen beim Grand Prix sind Votings der Anrufer (gut mittlerweile wieder 50% Jury aber egal). Da beleidigt von wegen nicht objektiv und so zu reden ist kompletter Müll, weil es

a) nicht möglich ist, gerecht zu machen
b) noch nie um objektivität und fairness ging.

Entschuldigung mal, es ist Musik, da gibt es eben unterschiedliche Geschmäcker. Welche beurteilungskriterien soll man denn ansetzen, um es für Euch "gerecht" zu machen? Man kann nicht entscheiden, was objektiv der "beste" Song ist, bzw. der beste Sänger, weil so etwas nicht festgelegt ist.

Und selbst wenn es so wäre, würde dieser Beitrag nicht gewinnen, denn ann hätte Lena nie gewonnen.

Kriegt Euch wieder ein, das ist so dummdeutsch den ESC so ernst zu nehmen, da ist so richtig oberhammer lächerlich.

Und @Dr. Acula:

Starpower hat auch noch nie den Song-Contest gewonnen.

OnkelFilmi
OnkelFilmi
28. Mai, 2012 00:03

@Merkwürden:

"…und noch bedenklicher, wie begeistert da vor allem Deutschland wieder geholfen hat – die ganze Technik war ja teutonisch."

Nicht nur das. Eine Freundin von mir gehörte zum Team, das alle Sound- und Lichtanlagen da aufgebaut hat. Selbst das können die Aserbaidschaner also nicht alleine…

@radio_gott & Peroy:

" “Im nächsten Jahr sollten wir endlich mal Rammstein nach Schweden schicken, da haben wir den Pott so gut wie sicher”

Oder Scooter… 8)"

Warum nicht gleich die hier? 😛

http://www.youtube.com/watch?v=_HCnX5dBEiE

Howie Munson
Howie Munson
28. Mai, 2012 00:30

und den leider untergegangenen Ungarn, bei denen ich einen abstrafenden Orban-Effekt nicht ausschließen mag

endlich mal einer der auch ungarn besser als die meisten fand…*gg* kann aber wirklcih sein das es da einen "die haben auch komische medienreglen"-Malus gab, dnan könnte ich das sogar verstehen. (NICHT verstehn tu ich dann das abschneiden der PUTzIgeN Omis…)

Starpower hat auch noch nie den Song-Contest gewonnen.

Naja 1987 war Johnny Logan aber durchaus bekannt….

und Lordi hatte schon vor ihrer ESC-Teilnahme einen Platz 70 in den deutschen Album charts…

aber gut sidn wohl größere stars auch badne gegangen

Manuel
28. Mai, 2012 00:41

Nein, die wenigen Stimmen für Ungarn haben mit der politischen Lage in Ungarn absolut überhaupt nichts zu tun. Sonst wäre Aserbaidschan nicht so weit oben gelandet. Und über die politische Lage wissen die meisten mehr Bescheid als über Ungarn – die meisten der ESC-Zuschauer jedenfalls.

Diese ganzen Theorien, die hier gesponnen werden und als Fakt vorgetragen werden, die sind so lächerlich wie Homöopathen, Astrologenund Sektenführer, die auch Schwachsinn erzählen, als ob es Fakt wäre.

Das Lied von Ungarn war halt nix besonderes.

Und was die Star-Power angeht, Johnny Logans Ruhm basierte ja nur daher, dass er schon mal den ESC gewonnen hatte. Das ist was ganz anderes. Das ist ESC-intern. Und klappt auch meistens nicht, wie man ja mit Israel letztes Jahr gesehen hat – wo Dana International schon im Halbfinale ausschied.

Und Lordi hatte vor der ESC-Teilnahme einen Platz in den Charts, aber mit dem ESC-Lied! Soll heißen erst die Nachricht ihrer Teilnahme am ESC hat sie berühmt gemacht. Und jetzt ist ihr Ruhm nicht mehr als "sie haben mal den ESC gewonnen"

Das ist nicht zu vergleichen mit den von Euch als Argument angeführten Scooter oder Rammstein. Man man man.

sergej
sergej
28. Mai, 2012 00:48

Rammstein feat. Scooter 🙂

McCluskey
McCluskey
28. Mai, 2012 00:51

"Hyperrrr, Hyperrr"…

Fynn
28. Mai, 2012 08:51

———-

HAB
28. Mai, 2012 10:56

@Zwenti:
S&G passen besser zum neuen WV-Beitrag, wie man sich altes tlw. schöner denkt. Vor 10 Jahren habe ich sie mit Begeisterung beim ESC gehört und mir diesmal gedacht wird sicher wieder gut.
Schon "Willkommen Baku" war sehr schwach, aber dann die Moderation am Samstag war gar nichts mehr.
Dauernd wurde in die Lieder gequatscht, die Witze tlw. auf untersten Niveau und man merkte das die 2 mit der Zeit wirklich besoffen waren. Von der Punktevergabe haben sie ja fast nichts mehr mitbekommen.
Ein paar Sachen waren gut (Roman Loob, Litauen,…) und ich konnte lachen.
Wieso sie den "Wortchef" vom FM4 als "Experten" im Studio hatten, aber fast nichts mit ihm geredet haben, keine Ahnung.
Ein kleiner Lichtblick war dann Kati Belowitsch, die nach der Punktevergabe in Studio kam und ein paar interessante Sachen erzählte.
Bezeichnend waren ja am nächsten Tag die Kommentare im Standard. Sinngemäß waren die meisten:
"Den ESC ertrage ich nur mit viel Alkohol und war am Schluss total besoffen. Am Anfang waren S&G nicht so gut, aber dann immer besser."
Ähm ja, anscheinend war das Publikum und die Mods. am Schluss alle dicht.

S&G sind in meinen Augen leider sehr schwach (außer sie haben ein gutes Script, z. B. die Humbugwerbungen,…) und leben von ihrem Mythos, den sie vor 10-15 Jahren sich aufgebaut haben. Sie sind halt die 68er der 90er.

Howie Munson
Howie Munson
28. Mai, 2012 11:35

öhmm Manuel, kannst du auch einfach mal Relativierungen zur Kenntnis nehmen? Ich glaub nicht das Ungarn (nur) deswegen durchgefallen ist (deswegen auch der Hinweis auf Russland), ich hätte mir das anrufen für Ungarn aus dem Grund vielleicht auch überlegt, WENN ich denn überhaupt anrufen würde…
(was ich aber sowieso nicht tu)

Und ich glaube auch nicht das Starpower ein Selbstläufer ist. Sind ja große Namen auch schon sanglos untergegangen.(erwähnte ich oben auch schon, es ging lediglich um das kleine Wörtchen "NIE", dass jemand als Fakt präsentierte…)

Und Lordis Pre-ESC-Album hatte am 14.06.2004 den Ersteinstig in den deutschne Albencharts, zwei Jahre vorm ESC, aber zugegebener Maßen nicht sonderlich weit oben sondern nur Platz 70 und auch nur zwei Wochen. http://www.musicline.de/de/chartverfolgung_summary/artist/Lordi?sort=exit&type=longplay

Und Schwedens Lied ist an sich auch nix "besonderes", es hat nur einfach mehr Leuten gefallen. Besonders war zugegebenerweise die Bühnenshow
und für "live gesungen" war da auch relativ viel elektronischer Hall dabei…
http://www.youtube.com/watch?v=GcreG5F2Bho

Und von mir aus geht der Sieg auch in Ordnung, gab schon schlimmere Siegertitel.

radio_gott
radio_gott
28. Mai, 2012 12:08

@mcCluskey:
Oder eine richtig schöne Marschkappelle, richtig. Man sollte mal so was richtig klischeehaftes hinschicken: Schuplattlende Madeln, Männer in Lederhosen und dazu a zünftige Marschmusik, auf die Wertung bin ich gespannt… 🙂

Aber was mich bei dem verlinkten Video am meisten irritiert: Braucht die Schwedische Palastwache wirklich einen Leipwächter? Der Typ mit dem Anzug wirkt so Security-like

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. Mai, 2012 12:47

Hall ist bei jedem Live-Auftritt als Effekt beigemischt. Ansonsten klingt die Stimme, durch die Verstärkeranlage geschleift, sehr trocken und platt.

Howie Munson
Howie Munson
28. Mai, 2012 13:03

@Jeff: mag sein, dass bei allen Hall zugemischt wird, ich fand es bei dem Lied halt subjektiv* auffälliger als bei manchen anderen.

*=für eine objektive Laufzeiten- und Hüllkurvenanalyse hab ich weder Lust, noch Zeit, noch technisches Equipment, noch vernüftiges Ausgangsmaterial, komprimierte Youtube-Streams haben ja noch ihre ganz eigenen Verzerrungen drin. *g*

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. Mai, 2012 13:48

Ich mein ja nur 😉 Hall wird halt eigentlich immer als Gesangseffekt verwendet weil der Gesang über die PA ohne immer furchtbar klingt.

Manche drehen die Regler halt auf 11.

Beziehst du dich auf die TV Übertragung? Die meisten Youtube Mitschnitte wurden bei den Proben aufgenommen und zwar direkt in der Halle und nicht über den Mix und das hallt wie Sau.

G
G
28. Mai, 2012 13:56

"Und Lordi hatte vor der ESC-Teilnahme einen Platz in den Charts, aber mit dem ESC-Lied! Soll heißen erst die Nachricht ihrer Teilnahme am ESC hat sie berühmt gemacht. Und jetzt ist ihr Ruhm nicht mehr als “sie haben mal den ESC gewonnen”"

Die waren aber vorher zumindest Metal-Fans ein Begriff. Bei den meisten Teilnehmern kann man ja nicht sagen, dass die vorher außerhalb ihres Landes bekannt waren.

G
G
28. Mai, 2012 13:58

Ausgenommen vielleicht Leute wie Udo Jürgens, bei dem hab ich keine Ahnung, ob er vorher schon bekannt war.

Howie Munson
Howie Munson
28. Mai, 2012 14:56

@Jeff: Ist ja richtig sowas anzumerken, war mir ja auch nicht so bewußt. 😉
Das von mir verlinkte YT-Video ist von der TV-Übertragung, gibt es jedenfalls identisch auch mit ARD-Logo, allerdings meiner Meinung nach noch "vermatschter" was den Ton betrifft…
Ich hatte die TV-Übertragung am Samstag nebenher laufen, da dachte ich mir das auch schon. Was aber die Juryleute am Vortag zu hören bekomen hatten wissen wir ja alle nicht. (Das ist auch so eine Eigenheit bei dieser Veranstaltung…)

Aber egal, ich will das Lied ja gar nicht schlecht reden, gibt da wirklich schlechteres und die anderen hätten sich ja auch so in Szene setzen können.

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. Mai, 2012 16:54

Effekte sind halt gerade für Sänger so ein Ego-Ding. Hall klingt halt ab ner gewissen Einstellung nach Drama und Konzerthaus und manche stehen da drauf. (Ich darf das sagen ich bin selber Sänger)

Prinzipiell sollte man Musiker eh nicht an den Mix lassen das geht nur schief 🙂

Im grossen und ganzen war der Mix und die Soundreproduktion abgesehen von Kleinigkeiten richtig gut. Da sollten sich DSDS und Popstars ne ascheibe abschneiden

Wortvogel
Wortvogel
29. Mai, 2012 14:27

Okay, ich habe heute nicht die Zeit, um alle Kommentaren durchzulesen, darum kurz:

Ich habe EBU und EU nicht verwechselt (letztere verwechsele ich auch nicht mit dem Europäischen Gerichtshof) – ich wollte nur deutlich machen, dass es offensichtlich sehr weiche Definitionen von Europa gibt. Und beim Grand Prix finde ich die mittlerweile grenzwertig (nochmal: Israel?).

Ich kenne Niggemeiers Berechnungen zum Grand Prix natürlich. Und ich habe auch an keiner Stelle behauptet, die Ostblock-Restländer könnten sich den Sieg zuschanzen. Aber das heißt eben nicht, dass die regionale Loyalität keinen Einfluss auf die Platzierung hat. Und genau DAS kritisiere ich.

Was die Kompatibilität angeht: Ich glaube durchaus, dass der Grand Prix mal sowas wie einen Konsens darstellte. Zumindest erinnere ich mich nicht, dass ABBA und Johnny Logan durch Kungeleien an die Spitze gekommen sind. Auch hierzu schrieb ich oben: gewisse kulturelle Verwandtschaften sind normal und gewünscht, ich denke nur, dass es überhand nimmt.

Manuel
29. Mai, 2012 14:35

Kungeleien beim Telefonvoting? Das musst Du mir mal erklären. Was soll man machen, in jeden Haushalt gehen und sagen: "wehe ihr wählt euren Nachbarn?"

Und es heißt "Eurovision Song Contest", nicht "European Song Contest" als was um Himmels Willen für ein Problem hast Du, dass Israel dabei ist?

Manuel
29. Mai, 2012 14:36

Ich finde, es wird sogar Zeit, dass Australien teilnimmt, denn in kaum einem Land wird der Eurovision Song Contest so frenetisch geschaut. Hier in D ist er ja – sind wir mal ehrlich – nur ein Nischenprodukt.

Dr. Acula
29. Mai, 2012 14:37

Zu ABBA-Zeiten nahmen auch so ungefähr 12-13 Länder teil und die Wertungen wurden auf unnachvollziehbare Weise von Jurys, deren Zusammensetzung, Wertungsgrundlage etc. nie wirklich erläutert wurden, ausgekungelt. Ich sag mal – das kann man nicht vergleichen.

(Ja, ich weiß, dass es mittlerweile wieder Jury-Wertungen gibt).

Karsten
Karsten
29. Mai, 2012 14:40

"Und es heißt “Eurovision Song Contest”, nicht “European Song Contest” als was um Himmels Willen für ein Problem hast Du, dass Israel dabei ist?"

Für mich gehört Israel zum nahen Osten.. und hat demnach nichts mit Europa zu tun. Steht ja im Namen: "EUROvision". Ich dachte immer, EURO hört bei Griechenland auf.. aber das darf natürlich jeder selbst für sich definieren. ^^

Ich finds merkwürdiger, dass Österreich nicht mal übers Halbfinale hinauskommt, aber so ein paar russische Omis dabei sind.

Dr. Acula
29. Mai, 2012 14:54

@Karsten
"Ich finds merkwürdiger, dass Österreich nicht mal übers Halbfinale hinauskommt, aber so ein paar russische Omis dabei sind."

Könnte dran liegen, dass die russischen Omis lustig sind, die Ösis seit Alf Poier selig aber nur ziemlichen Scheissdreck zum Contest schicken…

Manuel
29. Mai, 2012 14:56

So kleingeistig kann man nur in Deutschland sein. In Aserbaidschan den ESC austragen – das ist okay, aber Israel nicht dabei haben wollen, weil die "Eurovision" "Eurovision" heißt. Wenn es Dir so wichtig ist, dann soll man halt den Contest umbenennen anstatt Ländern zu verbieten, teilzunehmen.

Wortvogel
Wortvogel
29. Mai, 2012 15:00

@ Manuel: Mal ganz langsam, bevor wieder die hässliche Antisemiten-Keule rausgeholt wird.

"In Aserbaidschan den ESC austragen – das ist okay, aber Israel nicht dabei haben wollen" – hat keiner gesagt oder gemeint. Die Frage, was Israel in einem europäischen Song Contest zu tun hat, muss aber gestellt werden dürfen. Und ja: die gleiche Frage gilt auch für Aserbaidschan, Ukraine, Russland, etc. Dividiere das bitte nicht auseinander, um dann müde Ressentiments zu unterstellen…

Manuel
29. Mai, 2012 15:11

Hä? Wieso denn Antisemitenkeule? Ich bezog mich auf Kartsen und der hat nunmal Israel gesagt. Wenn der Marokko oder Türkei oder was weiß ich welches Land gesagt hätte, hätte ich das Land genannt.

Tatsache ist: Es ist bescheuert, irgeneinem Land das teilnehmen möchte, die Teilnahme abzusprechen. Und wenn es der Vatikan ist.

Peter Krause
Peter Krause
29. Mai, 2012 16:50

Wieso war Moldawiens Scherz kein guter?
Hast Du denn seine Trompete gesehen?

Dietmar
Dietmar
29. Mai, 2012 17:13

und der hat nunmal Israel gesagt.

"Er hat ´Jehova` gesagt!"

*duckundwiederwech*

Und wenn es der Vatikan ist.

😀 DAS wäre ja mal lustig!

Karsten
Karsten
29. Mai, 2012 19:58

Ach hier war der Beitrag, wo ich heute morgen was geschrieben hatte ^^

Ich hatte Israel wirklich nur als (extremstes) Beispiel genannt.. keine Ahnung, wofür Ukraine, Weissrussland, Moldawien, Aserbaidschan und was weiß ich noch alles dabei sind.. besser? 😛 Sonst könnte man ja auch "Eurasiovision" sagen..

Ich kannte den österreichischen Beitrag nicht.. nur den russischen und den fand ich jetzt etwas "grenzwertig".. aber über Geschmack lässt sich ja streiten. 😉 Der Vatikan hätte bestimmt diese gregorianischen Mönche geschickt. 😀

Wortvogel
Wortvogel
29. Mai, 2012 20:01

Generell hätte ich gar ken Problem damit, wenn man den Song Contest zu einem globalen Event macht und auf eine Woche verlängert – aktuell soll es aber ein Wettbewerb der europäischen Nationen sein und das sehe ich in zunehmendem Maße verwässert.

dermax
dermax
29. Mai, 2012 21:09

@WV: Und wer genau definiert, wo Europa anfängt und aufhört? Der Song Contest weicht da in keinster Weise davon ab, was sich zum Beispiel im Sport tut, Aserbaidschan/Russland/Kasachstan/Israel/… spielen ja beispielsweise schon seit immer (oder fast…) bei der Fussball-EM mit, sind also Mitglied der UEFA.

Und das mit den regionalen Stimmvergaben wirst Du nie rauskriegen, Du kannst doch nicht die Ex-Sowjetrepubliken ernsthaft mit unseren 16 Bundesländern vergleichen…

Peroy
Peroy
29. Mai, 2012 21:28

"Generell hätte ich gar ken Problem damit, wenn man den Song Contest zu einem globalen Event macht und auf eine Woche verlängert"

Und ich hätte generell kein Problem damit, wenn alle geilen Weiber mit dicken Hupen mir spontan einen blasen würden… aber das ist ja nicht maßgebend.

Howie Munson
Howie Munson
29. Mai, 2012 22:28

@Karsten

Ich kannte den österreichischen Beitrag nicht..

Der passt zu Peroys Posting 72 *g*

http://www.youtube.com/watch?v=zbSMm93QCyM

Manuel
30. Mai, 2012 01:12

"Generell hätte ich gar ken Problem damit, wenn man den Song Contest zu einem globalen Event macht und auf eine Woche verlängert – aktuell soll es aber ein Wettbewerb der europäischen Nationen sein und das sehe ich in zunehmendem Maße verwässert."

Wer um Himmels Willen sagt denn, was es sein soll?

Dietmar
Dietmar
30. Mai, 2012 08:17

@Manuel:

Wer um Himmels Willen sagt denn, was es sein soll?

Ich verstehe dich schon, aber der Begriff Eurovision deutet zart an, dass es um einen europäischen Wettbewerb gehen könnte; wenn man seine Geschichte betrachtet, könnte man auch auf diesen Gedanken verfallen.

Dass gewisse Länder sich gegenseitig Höchstpunkte geben bzw. bestimmte Länder anderen nie Punkte geben, ist genauso klar wie die Tatsache, dass das keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis hat. Also muss man sich darüber nicht mehr ärgern.

noyse
noyse
30. Mai, 2012 14:34

die ebu umfasste bei der Gründung die europäischen Staaten plus Staaten im Mittelmeerraum (Israel usw). danach ist die EBU mit dem osteuropäischen Pendant funsioniert zu dem u.a.die Sowjetunion noch zählte. schon in der Gründung also waren es nicht nur europäische Staaten in der EBU 🙂
Eurovision ist sozusagen nur die Poolinggesellschaft in der Beiträge aus der EBU ausgetauscht werden bzw zusammen ausgestrahlt werden. Die Eurovision is so europäisch wie die EBU *g*

Im Übrigen schachern sich auch die westlichen Länder gegenseitig die punkte zu was solls … wenn aus den alt-esc Ländern nur so ne krähenden Schnulzballadisten kommen muss man sich nicht wundern wenn das abgestraft wird 🙂

Dietmar
Dietmar
30. Mai, 2012 15:48

Eurovision ist sozusagen nur die Poolinggesellschaft in der Beiträge aus der EBU ausgetauscht werden bzw zusammen ausgestrahlt werden.

Etikettenschwindel also! IHR SCHWEINE! *faustschüttel*

Bluescreen
4. Juni, 2012 20:41

"Und es heißt “Eurovision Song Contest”, nicht “European Song Contest” als was um Himmels Willen für ein Problem hast Du, dass Israel dabei ist?"

Ja, Israel gehört zum Eurovision-Netzwerk dazu wie auch x andere Sender und Länder.
Will man es um Gottes Willen an dem Namen festmachen dann gehören die Israelis dazu. Und Andere auch.

Der Punkt ist doch eher der, dass seit einigen Jahren ständig die Regeln umgeworfen werden wer mitmachen darf und wer nicht.

DAS ist doch was. Nächstes Jahr kommen Inuit und Somalier hinzu und singen und tanzen (möglicherweise nicht schlecht)? Dann ist der "ESC" definitiv umzubenennen in "Worldvision Song Contest".

Oder den Krempel gleich begraben.