Zur Vorgeschichte bitte Teil 1 lesen!

Schon um 2007 hat Vjekoslav Katusin anscheinend die Idee für einen Film mit dem vorläufigen Titel „Gangs of Croatia“. Wo eine Idee ist, ist bei ihm immer auch schnell ein Plakat:

Gangs, Babes, Knarren – alles wie gehabt. Und nur acht mal der Name „Vjekoslav Katusin“ auf dem Plakat – bescheiden!

Aber nanu? Das ist doch Bud Spencer auf dem Plakat! Nicht nur im Bild, sondern auch namentlich genannt! Hat sich die Freundschaft von Katusin und Pedersoli in einem Maße gefestigt, dass Letzterer seine Mitarbeit zugesagt hat? Schafft der Ex-Maurer und Amateurfilmer mit einem Mal doch den Sprung in die internationale Liga?

Er selbst erklärt Spencers Beteiligung so: „Im Mai 2008 wollte Er eine Pause und flog nach Kroatien zu seinen Eltern. Dort angekommen baten Ihn viele Leute in Kroatien einen Film zu drehen. Als Er dann in 3 Monaten dass Drehbuch zu einem Mafia-Story fertig hatte sprach er mit Bud Spencer ob Er im Film eine Gastrolle übernehmen könnte und er sagte Ihm zu.“

Mit anderen Darstellern geht Katusin laut der Webseite von „Katusin Film Production“ weniger zimperlich um:

15/09/2008: Die Zwei Hauptdarstellerinnen Maria Re’ka Saković und Marijana Makovec wurden vom Film „Gangs of Croatia“ rausgeworfen. Sie haben mit der Presse und dem Kroatischen Fehrnsehn gesprochen und alles verraten von Bud Spencers Rolle.

Es geht anscheinend schnell voran, wie ein Kommentar von Katusin aus dieser Zeit belegt:

Er dreht also bereits am 27.8.2008. Merken wir uns das.

Irgendwann taucht ein „Rap-Song“ von einer „Künstlerin“ namens „Dragonia“ zu „Gangs of Croatia“ auf – auf genau der Katusin-Youtube-Seite, die angeblich nicht von Katusin ist. Und das ist sicherlich auch die Perle meiner Recherchen:

http://www.youtube.com/watch?v=yPiIHqv5WHw

Meine liebste Zeile ist mit Sicherheit:

„My own flesh and blood
why you my father shot?“

Wer sich der auralen Folter durch Konzentration auf die im Video präsentierten Bilder entzieht, stößt bei 0:51 auf diese Artwork:

Das kenne ich doch irgendwo her?

Eine kurze Recherche und eine Wühltour durch mein käsiges Gedächtnis fördert das nebenstehende Poster zutage. Wußte ich doch, dass mir das bekannt vorkam! Ist ja schließlich von Rat Pack und Constantin, mit denen ich schon gearbeitet habe.

Nun gibt es nicht viele Schlüsse, die man hier ziehen kann – es ist auszuschließen, dass Rat Pack Katusin die Artwork einfach zur Verfügung gestellt hat. Oder dass Bud Spencer sich in exakt der gleichen Pose noch mal hat fotografieren lassen. Oder dass Katusin gar Fotograf des Originalmotivs war.

Es führt kein Weg dran vorbei: Augenscheinlich hat sich Katusin die Artwork einfach unter den Nagel gerissen. Und das nicht nur für einen ersten Entwurf, denn Bud Spencer ziert bald darauf auch groß die Webseite zum Film, der nun den Titel „Mafia – Farewell to the Godfather“ trägt:

Doch auch wenn Spencer hier nur noch ein Schatten seiner selbst ist – es macht die Verwendung der Artwork immer noch nicht legal. Nach ein paar weiteren Wochen verschwindet diese Version, das steinerne Tor ist seitdem verwaist.

Man sieht, dass Katusin Wert darauf legt, sich mit professionellen Webseiten und Animationen zu präsentieren, auch im ersten Teaser-Trailer zu Mafia. Es gibt aber anscheinend Dinge, auf die er weniger Wert legt. Zumindest sieht der Programmierer der Trailer-Animation es so:

In Fankreisen, besonders bei den Bewunderern von Bud Spencer, wird „Mafia“ bald heiß diskutiert. Es fällt auf, dass es außer den Behauptungen von Katusin, sein Idol sei an Bord, keinerlei offizielle Bestätigung gibt. Oder einen Zeitplan. Oder eine Finanzierung. Das Problem: Solange Spencer schweigt, kommt Katusin damit durch.

Und er legt noch nach. Schippe um Schippe.

Bei Ebay werden im August 2008 plötzlich Nebenrollen für den Film „Mafia“ angeboten. In der Beschreibung wird wieder von der Freundschaft Katusin/Spencer gesprochen und ein Einblick in den Plot gegeben:

„Im Film hat auch Bud Spencer eine grosse Gastrolle…. Vjekoslav Katusin und Bud Spencer sind gut befreundet und kamen zusammen auf die Idee 3 Rollen in ebay zu versteigern zu einem guten Zweck.“ 

Der italienisch/kroatische Mafiapate Angelo (Bud Spencer) ist ein Grosszügiger Mensch. Anderes als andere Mafiapaten herrscht er gut und versucht den Menschen zu helfen. Sein Bruder Maximilian (Darko Turšić) ist ein Brutaler Killer. Wenn es nach im gehen würde würde er das Land mit Chaos bedecken. Nach einem plötzlichen Tod von Angelo übernimmt Maximilan die Macht, Nur noch der Sohn von Angelo, Dominik (Vjekoslav Katusin) kann dass alles stopen. Doch um so tiefer der Sohn nach dem Mörder seines Vaters sucht stöst er auf ein grosse Geheimniss……“

Reality-Check: Es steht zu vermuten, dass es sich bei dem „guten Zweck“ um die Finanzierung des Films handelt und die etwaigen Käufer die versprochene Gegenleistung bis heute nicht erhalten haben.

Mittlerweile wirbt Katusin also ganz offiziell mit Bud Spencer. Doch er ist mehr als nur ein Filmproduzent, der die italienische Legende für ein Projekt angeheuert hat – er ist nun auch der Agent von Spencer! Zumindest lässt diese (mittlerweile gelöschte) Seite bei Facebook eigentlich keinen anderen Schluss zu:

Reality-Check: „Katusin Talent Management“? Diese Firma hat es nach meinen Recherchen nie gegeben – und Katusin war auch nie der Manager von Bud Spencer. Vielleicht war die „Firma“ auch deshalb so kurzlebig…

Bevor man „Managment“ ist, sollte man „Management“ schreiben können…

Es lässt sich schlecht sagen, ob Katusin naiv, machtbesoffen oder einfach weltfremd ist. Vielleicht glaubt er wirklich, Spencer an Bord zu haben. Oder all die anderen Altstars, die er nun auf seiner Webseite auflistet: Franco Nero, Pierre Brice, Robert Wagner, Armand Assante. Die Cast-Liste wird fast stündlich erweitert, am Ende sieht sie so aus:

Das alles KANN zu diesem Zeitpunkt schon niemand mehr glauben außer Katusin selbst. Es sind lediglich die B-Promis und Kleindarsteller, die von Katusins Hollywood-Versprechen so eingelullt werden, dass sie kräftig für ihn trommeln:

Auch hier gibt es Parallelen zu MV – die BILD hakt wieder nicht genauer nach:

Den Titel des Films wollte man sich dort augenscheinlich auch nicht so genau merken.

Nicht nur im oben gezeigten „Wochenblatt“-Artikel, auch im „Albmag“ ist von einem Drehstart am 8.5.2010 die Rede:

Nicht weniger enthusiastisch berichtet das Pirol-Magazin:

Reality-Check: Man muss wissen, dass es sich bei Sebastian Baumert a) um den Chef des Pirol-Magazins handelt, b) um den Autor der Katusin-Bio in der Internet Movie Database, c) um den glücklichen „Gewinner“ der „Mafia“-Rolle bei Ebay.

Sogar die ZEIT erwähnt „Mafia“ in einem Jubelartikel zum Veröffentlichung der Biographie des Altstars Spencer – es ist nicht der einzige Fehler in dem erschreckend schlampig zusammen gestellten Text.

Mittlerweile murrt die Fanbasis – nicht nur auf Bud Spencer-Webseiten, auch bei moviepilot.de und moviereporter.net haben einige Leser den Braten gerochen. Wenigstens findet man dort eine etwas genauere Inhaltsangabe zu „Mafia“:

„Nach acht Jahren kommt der mächtige und gutherzige Mafiapate Angelo Aliveri (Bud Spencer) aus dem Gefängnis frei. Es fällt ihm schwer zu laufen. Er geht am Stock. Die Leute bewundern ihn noch immer, da er es geschafft hat, Frieden zwischen allen einflussreichen Mafiafamilien zu schaffen. Doch der Friede kommt nicht allen gelegen. Bruder Maximilian (Darko Tursic ) kommt mit Tränen in den Augen und zitternden Händen und erschießt Angelo Aliveri. Der große Pate ist tot. Maximilian macht sich anschließend auf den Weg zu Angelo Aliveris Villa und entführt dort Dominik, den zehnjährigen Sohn des toten Paten. Er übergibt ihn dem Profikiller Giuseppe Pazzi (Tom Sizemore) mit dem Auftrag auch ihn zu töten, damit seinem Weg, zum Mafiaboss aufzusteigen, nichts mehr im Wege steht. Giuseppe bringt es unterdessen nicht übers Herz den Jungen zu ermorden. Zusammen mit seinem Bruder Rutario (Franco Nero) zieht er den Kleinen von nun an mit dem Namen Toni groß. Er lehrt ihn alle wichtigen Dinge des Lebens und bringt ihm bei mit Waffen umzugehen um so zu überleben. 15 Jahre später erliegt Giuseppe seinem Krebsleiden. Vor seinem Tode übergibt er Dominik (Vjekoslav Katusin) einen Koffer mit Geld, Waffen und einem Brief, in dem Namen von Personen stehen, an die er sich wenden soll und die er um Rat fragen kann, wenn er Hilfe braucht. Von nun an hat Dominik nur noch eines im Kopf: Rache an demjenigen zu nehmen, der für den Tod seines Vaters verantwortlich ist… Die weiblichen Rollen spielen u.a. die Teppichluder Kader Loth und Davorka Tovilo.“

Als Leser die Glaubwürdigkeit des Eintrages in Frage stellen, tauchen nacheinander eine Melanie2010 und eine Martina Martinov auf, um Katusin und sein Projekt mit leidenschaftlichen Worten zu verteidigen. Fangen wir mit Melanie2010 an, die echtes Insiderwissen zu haben scheint, wie sie am 1.1.2011 schreibt:

„Die Dreharbeiten haben schon begonnen. Doch wegen dem Wetter usw. kann man Nur Innenaufnahmen drehen. Ende Ferbuar ist geplannt die Außenaufnahmen zu drehen.“

Und Martina Maranov, die sich immerhin als Katusins Assistentin ausgibt?

„(…) Herr Katusin ist ein Bekannter Mann in Kroatien. Und Herr Katusin war auch derjenige der Herrn Boll geholfen hat das sein neuer Film „Max Schmeling“ weniger Kosten hat für die Dreharbeiten in Kroatien. Und Herr Katusin ist auch der jenige der Herrn Boll für die Fortsetzung von „Schwerter des Königs“ eine runde Million an Geld geben möchte und helfen möchte!

Da sieht man wieder das es Menschen gibt die nichts besseres zu tun haben alls Lügen zu verbreiten. Ich finde es einfach Unsinn und eine totale Freschheit sich über einen Menschen eine Meinung zu bilden den man nicht kennt!

Ich finde Herr Katusin verdient einen Riesen Respekt das überhaupt jemand versucht so ein Riesenprojekt zu produzieren. Erst Recht weil es das erste Kinoprojekt ist was Herr Katusin selbst produziert und die Regie führt. Das soll erst jemand nachmachen und sich dann melden. (…)

Es stehten genug Menschen und Firmen hinter diesem Projekt das dieser Film ein Erfolg wird. Alleine die Stadt Zagreb bezahlt zu 50 % des Budgets weil Herr Katusin ein Riesen Touristmus in Kroatien mit den Stars macht.

Sind wir mal ganz Ehrlich, wer in Europa hat so einen Film mit so einer Starbesetzung gedreht. Und die Namen die in imdb stehen sind bei weitem nicht alle. Aber es ist noch Top Secret welche Film legenden sich da noch zeigen werden. Die Dreharbeiten fangen am 10.10.2010 an und gehen bis ende des Jahre bzw. bis mitte Januar 2011. (…)

Am 10.10.2010 beginnen die Dreharbeiten mit Franco Nero, Pierre Brice und Annette Dytrt.  Gefolgt dann von John Rhys-Davies, Ralf Wolter, Michael Madsen, Bill Duke und dann von Bud Spencer und den restlichen Stars.

Was ich noch Preis geben kann ist das Bud Spencer’s Film Partner Giuliano Gemma sehr interessiert ist mit Bud Spencer eine Szene zusammen zu haben und noch eine Filmlegende die ich aber hier nicht nennen darf. (…)

Mit freundlichen Grüßen

Martina Martinov, Assistant to Mr. Katusin“

Erstaunlich genug, dass diese Assistentin einen Sprachduktus besitzt, der dem von Katusin sehr ähnelt. Oder dass in einer entlarvenden Aussage eine Verteidigungslinie aufgebaut wird, der wir später noch begegnen werden:

„Ja es stimmt es gab in der den letzten 2 Jahren viele Storys und auch falsche web seiten sowie Covers usw. Wer sagt aber das es Herr Katusin gemacht hat???“

Ist ja auch eine berechtigte Frage – wie kann es einen Film NICHT geben, von dem man schon Merchandising kaufen kann?

In einem Bud Spencer-Diskussionsforum, in dem man den Versprechungen Katusins keinen Glauben schenken mag, meldet sich ein „Peter Moeller“. Auch hier fallen mittlerweile vertraute Spracheigenheiten auf:

Ich muss mal hier eingreifen. Das ist eine Absoulte Frechheit was Ihr von EUCH gibt. Schämt Ihr EUCH nicht. Ich schreibe für die Zeitschrift Planet Cinema.  (…)

Ihr schreibt hier sachen rein das ist unter aller SAU. Es tut mir leid aber das stimmt. Ich würde am liebsten mal das ganze hier kopieren und Herrn Katusin schicken damit Er mal zieht wie Er hier beleidigt wird. Sowas gibt es ja nicht. Ich kann Euch verstehen dass am Anfang es unglaubwürdig rüber kommt. Das war es bei mir genau so. 

Herr Katusin hatte muss ich gestehen am Anfang 2 Filme gemacht die nicht gerade der hit waren. Aber dieses Projekt ist alles andere als schlecht. 

Ich finde es einfach scheisse. 

Mit freundlichen Grüßen Peter Moeller, Planet Cinema

Reality-Check: Es gibt keine Zeitschrift „Planet Cinema“ und meinen Recherchen nach auch keinen Peter Moeller, der als Journalist arbeitet. Dafür schreibt Moeller gerne „zieht“ statt „sieht“ – wie Katusin im Kommentar zu seinem Bruce Willis-Treffen…

2010 werden noch einmal Statistenrollen für „Mafia“ bei Ebay angeboten.

Mittlerweile sind zwei Jahre ins Land gegangen – der Cast wird immer größer und illustrer, aber von tatsächlichen Dreharbeiten ist trotz gegenteiliger Behauptungen nirgendwo etwas zu sehen oder zu hören.

Reality-Check: Selbst wenn es gelänge, US-Stars für einen kroatischen Gangsterfilm anzuheuern – das Zeitfenster wird vertraglich genau festgelegt. Ein Cast mit Wagner, Madsen, Nero etc. lässt sich nicht über drei Jahre „mitschleifen“.

Trommeln kann Katusin, das steht außer Frage – kann er aber auch schreiben? Um das zu prüfen, besorge ich mir das „Director’s Cut“-Drehbuch zu „Mafia“. Ich wußte zwar nicht, dass es überhaupt sowas wie „Director’s Cut“-Drehbücher gibt, aber man soll nicht voreilig urteilen.

Das Skript ist vom 16.10.2009, verspricht Bud Spencer und Pierre Brice – und liest sich wie die Parodie auf einen Mafia-Film, die sich ein Zwölfjähriger ausgedacht hat. Alles ist coole Pose, große Sprüche, fette Knarren – mit Charakteren, die direkt aus einem Benny Hill-Sketch gesprungen sein könnten. Letztlich ein „best of“ jedes Mafiafilm-Klischees, allerdings ohne die geringste Ahnung, wie sowas dramaturgisch zusammen hängt, wie man Figuren baut, oder wie ein Spannungsbogen funktioniert.

Schon der Einstieg belegt, dass Katusin keine Ahnung von den Erfordernissen eine Drehbuches hat:

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1. SCENA: DOMINIK ZWISCHEN EINER SCHIESSEREI

Dominik sitzt auf dem Boden. Er blutet. Kugeln fliegen überall durch den Raum. Er ist an der Wand angelehnt. Er ist erschöpft.

Die Kamera filmt ihn von der Seite (Schulter bis Kopf). Die Kamera filmt ihn dann vom Gesicht. Man sieht wie er nachdenkt. Er ist nachdenklich.

FORTSETZUNG BEI DER 111 SZENE

Er ist momentan im Hotel in dem seine Freundin Emanuela entführt wurde. Er erfuhr es, als er den Paten Luca Salvatore ermordet hat.

2. SCENA: DIE KARRIERE VON ANGELO ALIVERI

Man sieht kurze Szenen: (ALTES MATERIAL)

  1. Angelo Aliveri läuft die Strasse entlang
  2. Angelo bekommt Arbeit bei einem Paten
  3. Angelo arbeitet für den Paten und tötet für ihn
  4. Angelo wird Pate
  5. Tony Rivaldi
  6. Angelo wird ein Mord angehängt. Er bekommt 5 Jahre Haft
  7. Angelo im Gefängnis
  8. Angelo wird entlassen
  9. Das Fernsehen spricht über die Freilassung

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Die Notiz „(ALTES MATERIAL)“ erklärt sich meinen Recherchen nach wie folgt: Zu diesem Zeitpunkt plant Katusin noch, nicht nur neues Material mit Bud Spencer zu drehen, sondern auch Szenen aus seinen alten Filmen zu verwenden. Die Frage, wie er an diese Szenen kommen will, wird weder gestellt noch beantwortet. Es ist ja nicht so, dass Spencer selbst darüber verfügen könnte.

Stellvertretend für den Rest dieses „Epos“ präsentiere ich euch noch die beliebte, aber in dieser Form sicher noch nie da gewesene Szene „Der coole Gangster lässt sich vom Bullen, der ihn insgeheim bewundert, nicht einschüchtern“:

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56. SCENA: INSP. DI LAURO UND DOMINIK

Die Kamera filmt das Büro von Martinov von Innen.

Jemand klopft an.

INSPEKTOR DI LAURO
„Ja, wer ist da?“

LUIGIE
(macht die Tür auf) „Chef, wir haben den Mann hier!“

INSPEKTOR DI LAURO
„Super! Bringt ihn rein. Nino Du kannst gehen und Du Luigie bleibst hier.“

Dominik kommt rein. Di Lauro zeigt ihm das er sich setzen soll.

INSPEKTOR DI LAURO
„Na endlich kann ich Dich mal persönlich sehen.“

DOMINIK
„Was wollt ihr von mir?“

INSPEKTOR DI LAURO
„Was ich will? Ich möchte Namen, Nachnamen, Aadresse usw….!“

DOMINIK
„Von Ihm (zeigt mit dem Finger auf Luigie)? Ich kenne Ihn nicht!
Ich sehe ihn zum ersten mal in meinem Leben!“

INSPEKTOR DI LAURO
„Witzbold. Gell Luigie?Wir haben hier einen Witzbold.“

DOMINIK
(lacht) „Oh danke schön, sehr lieb von Ihnen!“

INSPEKTOR DI LAURO
„Genug mit dem Scheissdreck. Ich will alles über Dich wissen.
Wie Du heißt, wo Du her kommst, wo Du schläfst, wann Du sogar auf die Toilette gehst?“

DOMINIK
(lacht) „Gestern habe ich bei meiner Freundin geschlafen, weil ich mit ihr geschlafen habe. Und auf Toilette war ich schon ein Tag nicht mehr, weil…..“

Di Lauro ist sauer. Schlägt auf den Tisch

INSPEKTOR DI LAURO
„Wen willst Du hier ficken, Du Arsch?“

DOMINIK
„Ich ficke Emanuela!“

INSPEKTOR DI LAURO
„Pass gut auf Du Klugscheisser, ich werde Dich im Auge behalten…“

DOMINIK
„Mich? Im Auge? Uuuu, das tut weh…!“

Di Lauro ist gereitzt

INSPEKTOR DI LAURO
„Raus mit Ihm! RAUS. Wenn ich nur einen Hinweis auf Dich finde
Dann werden wir sehen, wer hier wen fickt!“

Dominik steht auf und geht zur Tür und dreht sich um und wirft ein Kaugummi zu Di Lauro

DOMINIK
„Hier für die Nerven…“

Die Kamera filmt, wie Dominik raus geht und Di Lauro nimmt das Kaugummi und wirft es zur Tür.

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Klar, den coolen Dominik spielt Katusin natürlich selber. Und jede Kamera-Anweisung beginnt mit „Die Kamera filmt…“

Kurzum: Das ist alberner Plunder ohne Sinn und Verstand, der nicht gerade dadurch gewinnt, dass er sich in der letzten Szene noch frech an Coppolas „Paten“-Trilogie zu hängen versucht (auch hier: man erinnert sich an MV).

In welcher Sprache gedreht werden soll, erschließt sich mir nicht. Das Skript ist auf deutsch – eine Sprache, die diverse italienische und amerikanische Schauspieler, mit denen Katusin wirbt, nicht sprechen. Er selbst kann augenscheinlich kein englisch und für diverse C-Promis im Cast schließe ich das auch aus. Nur für Spencer und Nero auf italienisch zu drehen, wäre sicher Overkill. Ich weiß es nicht.

Es gibt auch ein paar Details zur Finanzierung: Katusin sucht in einigen Ländern nicht nach Geldgebern, sondern konkret nach Sponsoren. So sollen die Gagen von Schauspielern wie Franco Nero dadurch eingebracht werden, dass diese gut sichtbar bestimmte Biermarken in die Kamera halten. Zu diesem Zeitpunkt rechnet Katusin intern mit einem Budget im mittleren sechsstelligen Bereich – weit unter den sechs Millionen, mit denen er gerne in der Presse um sich wirft.

Eine Weile lang sieht es fast so aus, als käme Katusin mit seiner Masche durch. Als könne er die Existenz von „Mafia“ durch schiere Chuzpe und Behauptung erzwingen. Als gäbe es den Film nur aus dem simplen Grund, dass genügend Leute glauben, dass es ihn gibt.

Vielleicht schafft er ja die Quadratur des Kreises: Genügend Leuten einreden, dass er einen Super-Cast an der Angel hat, um damit Finanziers anzulocken, die genau diesen Super-Cast dann erst möglich machen. Er hätte das „Henne und Ei“-Problem der Filmfinanzierung gelöst.

Am 14.4.2011 platzt dann die Bombe – bei einer Pressekonferenz mit Bud Spencer in Berlin:

Reality-Check: Bud Spencer ist nicht nur in „Mafia“ nicht dabei – er hat von dem Projekt und seinem Macher nie gehört. Die enge Freundschaft mit Katusin? Die gemeinsamen Ebay-Auktionen? Das Management? Alles nur Schall und Rauch, wie es nun scheint.

Das wollen Katusins Claqueure aber nicht so stehen lassen. Prompt wird Fragesteller Martin Hentschel auf YouTube harsch angegangen: „du bist kein journalist von irgendeinem magazin, somit hast du gelogen. 2. hast du gefragt ob er in dem Film Mafia mitspielt und der film heisst nicht so. 3. hast du den namen des katusin falsch ausgesprochen und den vornamen nicht erwähnt, irreführung von Bud. wieviele katusins kann es geben in der welt? soviel zu einem der vielen wichtigtuer in der branche, der sich sehr klug vorkommt.“

Auch auf Hentschels Webseite wird relativ unverhohlen gedroht:

„du machst dich bei den richtigen Filmleut sehr unbeliebt. Aber im C-Moviebereich geht so etwas ev. durch. Da sind die ganzen erfolglosen Pappnasen dicht beieinander. Alles Gute.“

„… ich würde mich an Deiner Stelle eventuell nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnen. Von einigen Aussagen in Deinem Blog die sowohl straf- als auch zivilrechtlich von bedeutung sind. Also vielleicht nicht ganz soweit aus dem Fenster lehnen und immer schön auf dem Teppich bleiben. :)“

Dumm nur, dass Bud Spencer auch in der Folge nicht versucht, Katusin beizuspringen und das behauptete Missverständnis aufzulösen. In den Wochen danach verschwindet „Mafia“ von der IMDB, Bud Spencer aus dem Cast auf der Webseite und Details der Freundschaft Katusin/Spencer in diversen Biographien des „Regisseurs“ lösen sich in Luft auf.

Auch aus dem Umfeld von Pierre Brice gibt es schlechte Nachrichten für Katusin: „Pierre Brice hingegen kennt diesen Film nicht und weiß auch nichts von diesem Projekt“. Auch er verschwindet daraufhin von der Webseite des Films „Mafia“.

Dave Kaufmann gibt zu Protokoll: „Wahnsinn! Der Einzige, der sich lächerlich gemacht hat ist Katusin!“. Keine Nennung mehr auf der „Mafia“-Webseite.

Ein Bekannter von Michael Madsen zitiert den Schauspieler gewohnt deutlich: „Ich spiele definitiv in keiner dieser Produktionen mit, dieser Katusin hat ein echtes Problem!“ Kurioserweise wird mit seinem Namen noch für „Mafia“ geworben.

Es springen diverse C-Promis und Kleindarsteller ab. Einer, der seinen Namen nicht genannt sehen möchte, sagt mir gerade heraus, dass er Katusin für einen Hallodri hält (verwendet aber ein rechtlich eindeutigeres Wort). Er erklärt außerdem, dass er versucht habe, die mysteriöse Assistentin „Martina Martinov“ zu treffen, was immer wieder scheiterte. Seine Vermutung: Es gibt keine Martina Martinov. Sie ist eine Sockenpuppe Katusins wie Melanie2010 und Peter Moeller. Das kann ich allerdings weder be- noch widerlegen.

Es zeigt sich ein Muster: Katusin eignet sich Artwork, Musik und Stars freimütig an und macht nur dann Rückzieher, wenn ihm rechtliche Konsequenzen drohen. Er braucht ja nicht zu fürchten, dass die Agenten von Robert Wagner oder Franco Nero deutsche Diskussionsforen lesen.

Möglichen Beschwerden bezüglich dieser Vorgehensweise sieht Katusin eher entspannt entgegen – aus dem Impressum der „Mafia“-Webseite: „Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt! Sollten hier Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzt werden, so bitten wir um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Wir garantieren, dass die zu Recht beanstandeten Passagen unverzüglich entfernt werden, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. Dennoch von Ihnen ohne vorherige Kontaktaufnahme ausgelöste Kosten werden wir vollumfänglich zurückweisen und gegebenenfalls Gegenklage wegen Verletzung vorgenannter Bestimmungen einreichen.“

Also: Er ist entschlossen, alle zu verklagen, die ihn wegen Urheberrechtsverletzung abmahnen möchten. Wie gesagt: An Chuzpe mangelt es ihm nicht.

Seit dem Bud Spencer-Debakel ist es etwas ruhiger geworden um Katusin und „Mafia“. Die Webseite wird nicht mehr aktualisiert (der Film ist immer noch „coming 2011“). „Katusin Film Production“ ist abgeschaltet. Das YouTube-Konto des Katusins, der nicht Katusin sein soll, liegt seit Oktober 2011 brach. Auf der IMDB taucht „Mafia“ nicht mehr auf, auch bei der Pluspedia wurden diverse Stars stickum aus dem Cast gestrichen.

Tatsächlich kontaktieren kann man Katusin eigentlich nur noch über seine Facebook-Fanclub-Seite. Dort wird gleich ein halbes Dutzend halbgarer Projekte erwähnt, in die Katusin angeblich involviert ist. „Mafia“ findet nur in dem Sinne Erwähnung, dass Katusin für den 10.9.2011 die Bekanntgabe des „offiziellen Cast“ verspricht, dieses aber nach meiner Nachfrage (wieder mal) auf  „Anfang 2012“ verschiebt.

Nichtdestrototz lohnt Katusins Facebook-Seite den Besuch, und sei es nur um der bizarren Details wegen: Da sind die Kalenderblätter mit Katusin und Candy Samira, und herrlich überblasene Einträge wie

„NEWS: Am Donnerstag (07 Juli 2011) geben Vjekoslav Katusin und der deutsche Regisseur Jan Thüring eine Pressekonferenz an die kroatischen Medien wegen zwei neuen Projekte!“

und

„NEWS: Gestern war Vjekoslav Katusin zu Gast in der Cafe Bar „Glembay“ und singte mit den Musikern zusammen ein paar Songs!“

Wie es scheint, will jeder mit Katusin arbeiten, auch wenn den prallen Ankündigungen nie konkrete Fakten folgen. Die Frage, welchen „bekannten amerikanischen Autor“ Katusin mit

NEWS: Vjekoslav Katusin, Dr. Matija Skulac und ein bekannter amerikanischer Autor schreiben das Drehbuch zum Kriegsfilm „Brothers to the End“!

meint, bleibt natürlich unbeantwortet. Wenigstens Matija Skulac konnte ich auftreiben. Der ist augenscheinlich Tierarzt.

Die Facebook-Seite von „Mafia“ verspricht nun alle Details (Cast, Drehstart, etc.) für Februar 2012. Nachdem Katusin schon im August 2008 behauptet hatte, die Dreharbeiten hätten begonnen. Und seine „Assistentin“ selbiges von Dezember 2010 sagte. Ansonsten: Schweigen im Walde.

Es gibt noch andere Bereiche, auf die ich in diesem Zusammenhang nicht eingehen kann, weil es einfach den Rahmen sprengt: Wer ist Katusins angeblicher Partner Hani Taher, dem genauso angeblich die Firma Lepidus gehört? Was haben beide mit dem komplett aus dem Nichts aufgetauchten „Dolphin-Award“ zu tun, bei dem die Hälfte der Besetzung von „Mafia“ zu Gast sein soll – so er denn stattfindet? Was ist mit „Mafia 2“, den Katusin ebenfalls schon angekündigt hat? Was ist Katusins Verhältnis zu „Hollywood-Hakan„?

Wir kommen langsam zum Ende und ihr merkt schon: Dieser Zweiteiler war eine reine Fleißarbeit. Meine Recherchen haben immer mehr bizarre Details ans Tageslicht gebracht, über die nur ein Mann Auskunft geben kann: Katusin selbst. Natürlich habe ich ihn kontaktiert, natürlich habe ich ihm eine Sackladung von Fragen geschickt, um ihn mit meinen Erkenntnissen zu konfrontieren. Er sollte die Möglichkeit haben, seine Sicht der Dinge zu äußern. Sachen gerade zu rücken. Stellung zu nehmen.

Seine knappe Antwort: Zu „Mafia“ könne er aus rechtlichen Gründen (welche immer das auch sein mögen) nichts sagen. Den Rest der Fragen beantwortet er auch nicht. Und er werde mich, wenn ich Lügen über ihn verbreite, über seinen Anwalt verklagen. Er könne z.B. beweisen (wie?), dass der YouTube-Kanal „katusin4ever“ gar nicht von ihm sei. Deswegen behaupte ich das gar nicht. Auch hier Parallelen zu MV: erst drohen, dann wegducken, ganz nach dem Motto „sollen die mir erst mal beweisen, dass ich geflunkert habe“.

Ich finde es schade, dass Katusin sich selbst nicht äußern mag, vielleicht taucht er ja im Rahmen der Diskussion hier auf. Die Fakten, die ich präsentiert habe, sind belegt, die Zitate auch. Alles wasserdicht. Möchte er mir mit dem Anwalt kommen, verweise ich ihn gerne präventiv auf seine eigene Webseite: „Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt! Sollten hier Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzt werden, so bitten wir um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Wir garantieren, dass die zu Recht beanstandeten Passagen unverzüglich entfernt werden, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. Dennoch von Ihnen ohne vorherige Kontaktaufnahme ausgelöste Kosten werden wir vollumfänglich zurückweisen und gegebenenfalls Gegenklage wegen Verletzung vorgenannter Bestimmungen einreichen.“

Gleiches Recht für alle!

Nun kann man legitim fragen, warum ich mich an dem Thema so abarbeite. Ich habe selber drüber nachgedacht. Ich kenne Katusin nicht, er kennt mich nicht. Es gibt keine Antipathien. Aber ich lehne ab, wofür er steht – eine fundamentale Unehrlichkeit, die sich Erfolg einfach behaupten will, statt ihn zu erarbeiten. Die durch ihre schiere Existenz jene  verhöhnt, die tatsächlich versuchen, nicht nur das Konto, sondern auch das Kino zu bereichern. Und besonders: Ich HASSE Leute, die immer von „Ehre“ und „Respekt“ reden, während sie links bescheißen und rechts belügen. Jemand, der Bud Spencer als sein großes Vorbild und seinen Mentor betrachtet, der zieht ihn nicht in ein so schmieriges Spiel. Man benutzt – mißbraucht! – seine Helden nicht auf diese Weise. Es ist schäbig.

Was bleibt? Vielleicht hören wir noch von Katusin. Vielleicht auch nie wieder. Vielleicht dreht er „Mafia“ doch noch – und wenn er es mit der angekündigten Besetzung tut, werde ich Kreide fressen müssen. Wahrscheinlich bleibt aber alles ein Sturm im Wasserglas, den ich hier auf meine bewährte Art mal zusammen gefasst habe. Das muss reichen.

Die Karawane zieht weiter.



104 “ Reality Check: Bud Spencer und der kroatische Amateurfilmer – crazy Katusin pulls the strings! (2) ”

  1. 1

    Das solche Menschen nie Freunde haben die ihnen raten sich mal mit professioneller Unterstützung ihren Problemen zu widmen …. Irgendwie traurig (ich fand so ein Kommentar hat im Spektrum des ersten Beitrags noch gefehlt )

    disclaimer: ja ich habe gelacht, und wie ich gelacht habe

  2. 2

    Schon krass… gegen Katusin stehen Vorlander, Kammermeier & Co auf einmal richtig gut da. Gruseliger Gedanke, dass es irgendwo bestimmt noch niedere Kreaturen als den gibt.

  3. 3

    „Ich HASSE Leute, die immer von “Ehre” und “Respekt” reden, während sie links bescheißen und rechts belügen.“

    Gibt doch genug Leute, die es genau so bis nach ganz oben geschafft haben. In allen gesellschaftlichen Bereichen. Kann halt nicht immer klappen – was ihn wiederum fast sympathisch macht.

    Doch, halt, eigentlich hat er sein Ziel erreicht. Seine Story ist ganz großes Kino. Danke Torsten dafür, sie recherchiert und uns in gewohnter Weise erzählt zu haben.

    PS: In das MV-Epos muss ich mich unbedingt auch noch reinfuchsen.

  4. 5

    Das für eigentlich erschreckende an solchen Geschichten ist, wie bereitwillig sich die Presse – und da eben auch namhafte Blätter – immer wieder für solche Typen vor den Karren spannen lassen und ungeprüft deren willkürliche Behauptungen als Tatsachen in die Welt blasen. Wäre auch schön, wenn diese Leute mal von Justizseite zur Verantwortung gezogen würden, aber das ist wohl zuviel verlangt.

  5. 6
    Who knows?

    Was ich interessant fände: ob die beiden sich kennen und wenn ja, ob sie sich eher gut oder eher nicht so gut verstehen. Wir werden’s wohl nie erfahren…

  6. 14
    Who knows?

    Oh ja, tatsächlich – hatte ich glatt überlesen. Steht nur ein paar wenige Absätze oberhalb des Bildes – findest Du bestimmt auch noch, Fotzenpeter 🙂

  7. 17

    Uiuiuiuiui, sehr interessant, was es nicht alles für zwielichtige Gestalten gibt.

    Übrigens, in meinem neuen Filmprojekt „Der Blender 2“ werden nach eigenen Angaben Robert DeNiro, Al Pacino, Marlon Brando und Marilyn Monroe mitspielen.
    Wer gegenteiliges behauptet wird verklagt!

  8. 19
    Realsatiriker

    Anmerken möchte ich noch, dass mich die beiden Tauben auf dem Spencer-Cover gar verdächtig dolle an jene beiden Vöglein erinnern, die erschreckt wegflattern, nachdem Power-Midget Tom Cruise in „Mission: Impossible 2“ eine Tür wegsprengt.

    Katusin. Ein Name, ein Versprechen.

  9. 22

    „Die Tickets für das gemeine Volk, das den Dolphin Awards beiwohnen will, sind ja supergünstig: VIP TICKET – DOLPHIN PACKAGE- EUR 300“

    Eine großangelegte Abzocke… ?

  10. 23
    Wortvogel

    @ Peroy: Versuch mal herauszufinden, wer genau hinter dem Award steckt. Wofür er verliehen wird. Wer die Jury ist. Wer nicht angekündigt ist, sondern tatsächlich zugesagt hat. Warum der halbe Cast von „Mafia“ vor Ort ist (wenn auch nur die C-Liga). Etc. pp.

  11. 24

    Schöner Artikel, aber mich stört ein bisschen, dass die von Ihnen genannten Zitate von Pierre Brice, Madsen und Kaumann keine Quellangabe haben.

    Haben Sie sie für den Artikel befragt, stammen die Zitate aus dem Inet?

  12. 25
    Wortvogel

    @ Frankie: Nicht aus dem Netz – und ich kann sie belegen. Alle. So dümm wäre ich nicht. Weil das hier aber keine Dissertation und auch kein Wikipedia-Artikel ist, muss ich keine Fussnoten beifügen.

  13. 26

    Ah okay. Aber ein Draht zu dem näheren Umkreis von Madsen hätte ich auch gerne. Mit Madsen himself mal ne Sauftour zu unternehmen muss großartig sein, wenn man Bolls Beschreibungen über den Bloodrayne-Dreh trauen darf xD

  14. 27

    Was ich nie verstehe, ist was hat so jemand davon? Ist das einfach nur eine psychische Störung, so zu tun, als wäre man dicke mit Leuten, denen man zuwinken durfte? Was treibt einen dazu, sich bei Trash-TV in den Zuschauerbereich zu setzen (schlimm genug!) und anschliessend sich darüber nicht in einem Blog auszulassen, sondern in Datenbanken einzutragen als „Zuschauer (uncredited)“?

    Ganz grosses Lob, Torsten, für diese Fleissarbeit

  15. 29
    Wortvogel

    @ gerrit: Wenn du Katusins Bio bei Wer-kennt-wen liest, wird eigentlich schon die Richtung klar: ein kleiner dicker Junge ohne Freunde, der irgendwann meint, mit einem sehr brüchigen Image vom harten Kerl und Erfolgsproduzenten Bewunderung einfordern zu können. Die kleinen Erfolge, wie die Gesellschaft zweifelhafter Damen und drittklassiger Rampensäue, bestätigt ihn, es immer weiter zu treiben.

    Eigentlich ein tragischer Fall.

  16. 34

    Ich habe heute mit einer meiner Schulklassen ein kleines Experiment durchgeführt. Jeder hat einen Zettel genommen, einen Satz darauf geschrieben und dann seinen Zettel weitergereicht. Am Ende sollte pro Zettel eine zusammenhängende Geschichte daraus entstehen. Ich habe diese Geschichten zwar noch nicht gelesen, aber ich gehe jede Wette ein, dass jede einzelne davon besser ist, als Katusins Geschreibsel.

  17. 35

    Super Artikel, und da kommt MV ja wirklich gut bei weg – im Verhältnis.

    Aaaaaaaaber:

    „Doch auch wenn Spencer hier nur noch ein Schatten seiner selbst ist“

    Fünf Mark in die Wortspielkasse 😀

  18. 36

    Unglaublich. Aber trotzdem wahr. Das Skript ist ein Knaller.

    DOMINIK (lacht) „Gestern habe ich bei meiner Freundin geschlafen, weil ich mit ihr geschlafen habe.“

    Sollte das Ding je gedreht werden lege ich mir ein Pseudonym zu.

  19. 37

    Also mir fällt nur der weise Spruch ein: Sachen gibts, die gibts gar ned… Und wär schon schön, rauszufinden, ob wir es hier mit nem Betrüger oder einem Naivling zu tun haben, der an sein Tun tatsächlich glaubt…

    Auf alle Fälle: Grosser Sport, vielen Dank!

  20. 38
    Wortvogel

    @ Dominik: Mein Favorit ist das trotzig-pubertär-stolze „Ich ficke Emanuela!“ – besonders, weil die Ische im Film angeblich seine große sentimentale Liebe ist. Da zeigt sich der Frauenversteher.

  21. 39
    Wortvogel

    @ dermax: Das Eine schließt das Andere nicht aus. Ich glaube, Katusin ist so naiv wie unredlich. Das Wort Betrüger in den Mund nehmen – den Gefallen tue ich ihm nicht.

  22. 41
    Wortvogel

    @ XXX: Laut Facebook und Mafia-Webseite hat er ja sogar einen, der sich im Entertainment-Business auskennt: ein Dr. Christian Seyfert von der Winheller Rechtskanzlei. Ich denke mal, der ist vollzeit beschäftigt, die ganzen Abmahnungen GEGEN Katusin zu bearbeiten. Wenn es denn überhaupt stimmt.

  23. 42

    gerrit #27

    Dann wäre ich ja ein totaler Kumpel von Ed Mundell und Tim Cronin, Bob Pantella und Dings wären sehr enge Bekannnte.

    Und wenn die mich wiedererkennen würden, wäre ich arg überrascht.

    Aber der Herr scheint ja einer zu sein, der beleidigt reagiert, wenn Carlo P ihn nicht kennt, er hat doch ein Foto mit ihm!

  24. 43

    @Wortvogel: „Ich ficke Emanuela.“ war mein zweiter Platz. Eigentlich Comedy-Gold, vor allem mit dem nötigen Ernst vorgetragen. Blöd, dass das Projekt wohl nicht als Parodie geplant ist/war. Könnte dem Auszug nach fast problemlos auf dem Niveau der „Not another…Movie“-Filmchen landen.

  25. 47

    Wunderbar, einfach wunderbar. Der grässliche Rap, die sprachlichen Schwierigkeiten von Kartusin und Co., die abstrusen Besetzungsangaben, der Drehbuchauszug („Man sieht wie er nachdenkt. Er ist nachdenklich“), die leichtgläubige Presse … Ich habe sehr gelacht.
    Am besten: „der deutsche Bruce Willis, Vjekoslav“.

    „So sollen die Gagen von Schauspielern wie Franco Nero dadurch eingebracht werden, dass diese gut sichtbar bestimmte Biermarken in die Kamera halten.“
    Fantastisch!

    Aber hier hat sich wohl ein Wort davongestohlen:
    „Zumindest sieht der Programmierer der Trailer-Animation so“

  26. 48

    Schöne Feierabend-Lektüre, danke dafür.
    Und ich will nicht glauben, dass hier kein Alter Ego Katusins vorbeischauen wird. Das wäre wirklich zu schade… 🙂

  27. 50
    Peter Krause

    Alle lauern sie wie die Geier auf eine neue Kommentarschlacht, hihi …
    Dafür scheint VK der falsche zu sein.
    Und darüber bin ich auch ganz froh.
    Seine WKW-Biographie ist so rührend hilflos, daß Es (sic) mich fast zu Tränen rührt. Er mag aussehen wie ein Mafiosi, scheint aber nur ein Träumer zu sein.
    Wenn ihr jemanden zum Aufregen sucht, guckt lieber nebenan in den Literaturblogs nach John Asht, der dort gerade seine Wellen schlägt (allerdings scheut auch der die direkte Diskussion und kämpft nach dem Flaschenpost-Prinzip).

  28. 52

    Danke. Großartig zusammengefasst…kannte den Herrn Katusin bis zu diesem Bericht nicht…obwohl ich glaube, denn muss man ja auch nicht unbedingt kennen.

    Erinnert mich ein bisserl an den großartigen „Astro Saga“ Bericht im März 2008. Der kommt ja jetzt bald raus laut Amazon.de …auf VHS 😉

  29. 54

    @Peter:ja, die Nummer von „John Asht“ ist auch wieder klasse. Der ist der MV des Literaturbetriebs, das Verhalten ist wirklich exakt gleiche. Vielleicht hat sich MV ja ein neues Tätigkeitsfeld gesucht:-)

  30. 56
    Wortvogel

    @ Peter/Heino: Auch ich hatte die „John Asht“-Kiste noch nicht gehört. Irre, und sei jedem ans Herz gelegt. Mit diesem „Kollegen“ würde ich gerne mal in den Clinch gehen. Was für ein unangenehmer, ekliger Charakter.

  31. 59
    Peter Krause

    Aber sorry, ich wollte nicht ablenken, VK ist schon auch lustig.
    Track 37 zu hören, während man den Satz liest „ich muß nur noch mit Sony reden“ ist eine so geile Ton/Bild-Schere, wie man sie sich nicht zu erfinden trauen würde.
    Die Karikatur einer Parodie auf Ed Wood – „(ALTES MATERIAL) Angelo Aliveri läuft die Strasse entlang“ – Hallo? Bela Lugosi pflückt eine Blume? Knick-knack?

  32. 60

    @WV:ich hatte von dieser Geschichte mit „John Asht“ (oder wie auch immer er sich dann in 10 Minuten nennen wird) auch nur durch`s SF-Fan.de-Forum mitbekommen, aber das ist eigentlich so gut, dass es eien eigene Untersuchung nach Art MV/Katusic verdienen würde. Nur würde man dem Typen damit dann doch zuviel der Ehre erweisen. Es reichts chon völlig, dass er sich mit dieser Aktion selbst ins Knie geschossen hat.

  33. 63
    ilovekatusin:D

    „Lobo
    Erstellt am 27. Januar, 2012 um 13:01 Uhr

    *popcorn mampf*

    Erstklassiger Zweiteiler. Hab mich königlich amüsiert.

    das unterschreibe ich mal.

    ps: die musik von dem …ich musste tatsächlich heulen vor lachen 😀
    mv ist nix dagegen 😀

  34. 64
    McCluskey

    Erst einmal: Herzlichen Dank für die grandiose Unterhaltung und Respekt für die enorme Rechercheleistung! Auch der Querverweis auf den „Fall“ John Asht war bestes Entertainment. Bei der Gelegenheit hab ich mich gleich wieder an den abstrusesten Fall von Internet-Blendertum erinnert, der mir persönlich untergekommen ist. Leider sind die damaligen Ereignisse nicht mehr online zu finden, deshalb muss ich sie aus dem Gedächtnis kramen. Nun denn!

    Ich bin seit vielen Jahren Forumsmitglied eines Boards, das sich mit allen möglichen Aspekten der 80er Jahre beschäftigt. Dort tauchte irgendwann im Jahre 2006 ein neuer User auf. Zuerst die Newbie-typische Querfeldein-Tour durch alle möglichen Threads, dann kam er dorthin, wo er eine das Forum erschütternde Entwicklung lostrat. Ich weiß nicht mehr, ob es ein Thema rund um in den 80ern erlebte Beziehungskisten oder ein „Welchen Promi habt Ihr schon getroffen?“-Thema war, jedenfalls erzählte uns Mr. X folgende Geschichte:

    Er saß seinen Angaben nach anno 1983 direkt vor der Bühne im Studio von Radio Bremen, wo eine Folge des „Musikladens“ aufgezeichnet wurde. Ich glaube mich zu erinnern, dass tatsächlich Teile des Publikums an Bistrotischen sehr nah an den auftretenden Künstlern saßen. Und so wurde er auch Augenzeuge des Auftritts von Tracey Ullman, die ihren Hit „Breakaway“ zum Besten gab:

    http://youtu.be/rDuQ0WwJYs0

    So weit, so gut, aber nun ging es in die Vollen. Völlig fasziniert von der Dame schmiss er also nun aus Versehen seine Cola um, die Reaktion der Sängerin soll im Clip bei 00:45 min zu sehen sein, danach war ihm ihre volle Aufmerksamkeit sicher. Wenn man das für voll nimmt, scheint sie danach tatsächlich ständig jemanden vor sich anzuschauen. Um es abzukürzen: man traf sich „zufällig“ an der Hotelbar und wurde natürlich auch im Laufe der Zeit ein Herz und eine Seele, ein Liebespaar gar. Aber die Entfernung, die Entfernung…aber man blieb eng befreundet bis heute.

    Dann wollte sich Herr von und zu mit Forumshilfe ein Profi-Studio in England zusammenzimmern, präsentierte ständig Fotos der Immobilie, die sich angeblich nahe London befand, schmiedete mit dem einen oder anderen User wilde Pläne, ich glaube allerdings nicht, dass da Gelder geflossen sind.

    Irgendwann schien ihm die Geschichte aber trotzdem über den Kopf zu wachsen, also Rückzug, aber bitte mit Drama! Zum Jahresanfang 2007 meldete sich unter seinem Forumsaccount „ein Freund, der gerade an xxx’s Computer sitzt“ und „seinen Freunden im Forum eine schlimme Nachricht überbringen muss“. Beim Besuch bei Tracey in den Staaten habe er mit seinem Mietwagen einen Verkehrsunfall gehabt, eine Kollision mit einem Tankwagen. Explosion, schwerste Verbrennungen, sieht nicht gut aus. Die Familie sei gerade auf dem Weg in die USA. Ein paar Tage später dann die Todesnachricht. Da nur ein paar Tage zuvor tatsächlich einer der Forumsuser verstorben war, war intern natürlich Einiges los, gerade weil es einen heftigen Streit zwischen den immer lauter werdenden Zweiflern und den „Gläubigen“ gab. Ich kann das jetzt nur unvollständig wiedergeben, aber der Typ wirkte damals absolut echt. Aber irgendwann komplett in die Enge getrieben, gab er alles zu, angeblich ein Ergebnis einer Persönlichkeitsstörung. Mag sein, wer weiß das schon.

    Ergebnis: Rausschmiss und Löschung all seiner und der sich darauf beziehenden Beiträge, was wahrscheinlich dem schlechten Gewissen, einem Hochstapler auf den Leim gegangen zu sein, geschuldet war. Zudem noch der Ärger über den daraus resultierenden internen Streit – daher leider keine Spuren mehr. Aber eine heilsame Erfahrung… 😉

  35. 65
    ilovekatusin:D

    “Lobo
    Erstellt am 27. Januar, 2012 um 13:01 Uhr

    *popcorn mampf*

    Erstklassiger Zweiteiler. Hab mich königlich amüsiert.

    das unterschreibe ich mal.

    ps: die musik von dem …ich musste tatsächlich heulen vor lachen 😀
    mv ist nix dagegen 😀
    nachtrag (sorry edit ging nich mehr 🙁 ) :mal abgesehen vom rumgepöbeln von mv. 😉

  36. 67
    Wortvogel

    @ McCluskey: Großartige Geschichte! Und gar nicht unwahrscheinlich – die Anonymität des Internets scheint diverse Leute dazu zu verführen, sich ihr Leben neu zu dichten, was irgendwann außer Kontrolle gerät. Auch hier gab es schon (durchaus treue) Kommentatoren, bei denen die Schere schmerzhaft sichtbar wurde (ich nenne bewusst keine Namen). Das ist manchmal ärgerlich, manchmal auch sehr tragisch.

    Den Auftritt von Tracy kenne ich natürlich, denn der ist auf der großartigen N3-Compilation „Gib Gas, ich will Spass“ drauf – es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass die Mädels IN HAARBÜRSTEN SINGEN! Vollplayback FTW! Meine Favoritin war aber die Schwarzhaarige.

  37. 68

    Ganz, ganz groß. Vielen Dank für die akribische Recherche und das launige Nacherzählen. Jetzt habe ich nur noch einen Wunsch:

    Lieber Wortvogel, ich wünsche mir ein Wortvogel-Leserwochenende, mit folgendem Ablauf:

    Freitag: Spontandreh des „Director’s Cut“ Drehbuch in verschiedenen Teams
    Samstag: Schnipp, schnapp, Nachbearbeitung (iMovie muss reichen)
    Sonntag: Upload auf Youtube, zeitgleiches Begießen der Premiere mit guten Getränken.

  38. 72

    Der ist doch schon längst abgefrühstückt. Ein Review des „Films“ kann man sich nach dem Badmovies-Text auch sparen. Lustig würde es ja nur, wenn der Maestro selbst hier auftauchen würde, aber der darf ja hier nicht mehr mitspielen.

  39. 75

    @McCluskey: Famoser Bericht. Zumal sie bei 0:45 eindeutig ihre Kollegin anguckt, die etwas zu weit rübertanzt. Ich bewundere jenen Burschen für die Fähigkeit, diese minimale Szene so umzudeuten, dass daraus ein großer Roman wurde. Kennt jemand Hasselhoffs Auftritt anlässlich des Mauerfalls, bei dem er beinahe geköpft worden wäre? Hier: http://www.youtube.com/watch?v=MQ5rIbnD_P4, bei 1:52. Was für ’ne Story der Ullman-Lover daraus wohl gestrickt hätte?

  40. 77
    McCluskey

    @Wortvogel & Realsatiriker

    Das Perfide an der damaligen Geschichte war ja, dass der Typ keineswegs einen auf dicke Hose machte, sondern die „Musikladen“-Geschichte sehr zurückhaltend und irgendwie anrührend-romantisch erzählte, was das Ganze durchaus glaubwürdig erscheinen ließ. Wäre er im MV- oder VK-Modus unterwegs gewesen, hätte es wohl mindestens Madonna sein müssen, die ihm nach einem herablassenden Zuzwinkern aus dem Zuschauerrraum die ganze Nacht in seiner Bunga Bunga-Suite zu Willen gewesen wäre. So aber… Man nehme einen der Alterskohorte vertrauten, aber dennoch keinen Superstarnamen, picke winzige Details aus einem hierzulande recht bekannten TV-Auftritt zur Legitimation der erfundenen Geschichte und erziele erstaunliche Glaubwürdigkeitsergebnisse. Das verhält sich zum im Blogbeitrag Geschilderten wie feinziseliertes Florett zur Ork-Keule… 😀

  41. 78

    Na ja, „Explosion, schwerste Verbrennungen, sieht nicht gut aus.“ würde ich schon bei „dicke Hose, Querstrich: wahnwitzige Phantasien“ verorten;-). Da ist es mit ihm durchgegangen. Aber geschadet hat er wohl niemandem, maximal sich selbst. Immerhin.

  42. 79

    Ein aufschlussreicher Artikel, den ich als Anlass genommen habe, selbst auch in meinem Blog (http://peterbrownbill.com/?m=20120130) zu erwähnen. Ich bin ein kleinwüchsiger Schauspieler und bin VK auf dem Leim gegangen. Das perverse ist, das man als Schauspieler oder jeder der irgendwie in dieser Branche tätig ist, anfällig und empfänglich für solche Rattenfänger ist. Als ich den ersten Teaser von dem Mafiafilm gesehen habe, indem irgendwelche Portrait-Fotos von Stars in einer Galerie aneinadergereiht wurden und mit etwas Musik unterlegt wurden, war mir eigentlich klar, das das nur ein schlechter Witz sein kann. Und trotzdem habe ich mich beworben und Geld für ein Telefongespräch nach Kroatien aus dem Fenster geworfen. Ich meine mit dieser Erwartungshaltung bin ich aber auch heran gegangen, und meine Euphorie war entsprechend klein. Deshalb hält sich meine Enttäuschung sehr in Grenzen. Aber ich möchte nicht wissen, wieviel Leute noch immer glauben und hoffen dabei zu sein, wenn diese Cast-Liste veröffentlicht wird und der erste Drehtag dieses „Epos“ ansteht. Sich nicht trauen diese offensichtlichen Widersprüche anzusprechen um nicht im Abseits zu stehen. Wieviel andere Herren sind ihm im wohl in den Arsch gekrochen? Wieviel Damen haben wohl die Hosen und die Röcke runtergelassen? Wenn ich mir seine FB-Seite anschaue, auf denen sein Kommentar zu diesem Blog von seinen Fans kommentiert wird, wird mir angst und bange.

  43. 83
    Will Tippin

    Fotounterschriften von der Mafia-FB-Seite:

    „NEWS: Film legend Mario Adorf plays the role of Mafia godfather Tony Rivaldi in the film „Mafia – Farewell to the Godfather“. The director give Mr. Adorf the role and threw Sylvester Stallone from the project.“

    „Actor Günther Kaufmann and director Vjekoslav Katusin signed the Contract for the Movie „Mafia – Farewell to the Godfather“. 21.01.2010 in Munich, germany.“

    🙂

  44. 84

    Sieht das nur so aus oder schreibt der Typ Verweise auf sich selber echt immer groß, so nach der Methode: „Du sollst keine anderen Götter neben Ihm haben.“ ?

    MV²!

  45. 86

    Was ich mich frage: Warum grassiert bei Leuten wie Katusin immer eine solche Großmannsucht? Wieso ist es schlicht nicht möglich, den Film ein paar Nummern zu „verkleinern“ und als Independent-Film herauszubringen? Es kann doch nicht so schwer sein, zu begreifen, dass es so nichts wird, oder?

  46. 88

    Ist richtig, aber dafür macht man sich hinterher nicht umso lächerlicher. Und wenn man bei den Amateurfilmen sein Können beweist, wird evtl. doch sowas wie ne Karriere draus (und sei es nur im Amateurbereich). 😉

  47. 90
    Howie Munson

    hmm, vielleicht ist das auf dicke Hose machen auch einfach nur eine Masche um die passende Frau zu finden *gg*
    (also eine, die nicht zuviel selber denkt….)

  48. 91

    Selbst ein Amateurfilm, also in Spielfilmlänge kostet ein paar Taler und so wie es aussieht, hat er Schwierigkeiten überhaupt 5000,- Dollar zusammen zu bekommen. Hinzu kommt, das er ja offensichtlich glaubt alles zu können, weil er ein paar DVD im Schrank hat. Also Drehbuchautor, Produzent, Regiesseur und Hauptdarsteller. Bei einem Amateurfilm bist Du trotzdem auf andere Leute mit entsprechenden „know how“ angewiesen, wenn der Film nicht völlig für den Ar… oder ausschließlich für den Eigenbedarf bzw. um seine Vita aufzumotzten gedacht ist. Da kannst Du dann aber nicht mit so einem lustigen Kinderdrehbuch kommen und die Story vom Paten etwas durcheinderwürfeln. Die Aufgaben eines Produzenten sind sehr umfangreich und es reicht auch nicht, sich mit aufgepumpten Silikon-Damen fotografieren zu lassen. Nur weil er ein paar Komparsen-Rollen bei ebay ersteigert hat, fürchte ich, das seine „Filmerfahrung“ nicht ganz an die von Leuten wie Til Schwaiger heran reicht, um wirklich in einem Regiestuhl platz zu nehmen. Um eine Hauptrolle auszufüllen, gehört auch etwas mehr als sich mit einer Pistole in der Hand fotografieren zu lassen. Meiner Meinung nach wäre auch ein ernsthafter Amateurfilm zum Scheitern verurteilt. Die einzige Chance sehe ich, das das eine richtige coole Comedy-Show zum ablachen wird. Das meine ich durchaus ernst. Wenn ich nicht selber auf den Hochstapler reingefallen wäre, hätte ich wahrscheinlich schon beim Lesen dieser 2 Artikel einige Lachkrämpfe bekommen. Ich jedenfalls hätte nach dieser Einleitung richtig Lust auf diesen Film bekommen. Und auch wenn VK sonst nichts auf der Pfanne hat, muss man zugeben das er ordentlich am Rad drehen, das Leute über ihn reden und er kann dreiste Lügengeschichten erzählen ohne dabei rot zu werden, und das ist im Filmgeschäft oft die halbe Miete…

  49. 93
    Wortvogel

    (k)(l)eine Überraschung: Katusins Facebook-Fanseite ist verschwunden. Auf der Mafia-FB-Seite habe ich mal gefragt (weil doch Februar ist), wie es mit den Startdaten aussieht. Abwarten, wann er das löscht…

  50. 94

    Naja, so langsam fällt wohl das Lügengerüst zusammen und die Luft wird immer dünner. Ich hatte ihn auch in meiner FB-Friendlist und den normalen Account sehe ich seit heute auch nicht mehr. Vielen Dank Torsten Dewi und Martin Hentschel für diese gute Aufklärungsarbeit 🙂

  51. 95

    Das Lügengerüst ist doch schon vor einem Jahr zusammengefallen. Aber Katusins C-Cast scheint kein „google2 zu kennen. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie viele noch den Mafia-Quatsch glauben…

  52. 97

    Danke, Wortvogel, für die unterhaltsame Fleißarbeit über den Herrn Katusin. Man fragt sich schon, was diesem Regisseur/Schauspieler/Drehbuchautor/Held-von-Welt da so durch den Kopf geht, aber ich fürchte, der ist einfach nur falsch verdrahtet.
    Was im übrigen auch für John Asht gilt. Danke, Peter, für den Hinweis. Bei Gelegenheit werde ich auch dem Aufruf „Lasst uns Ashten!“ (http://phantanews.de/wp/2012/01/hilfe-fur-von-buchblogger-rezensionen-frustrierte-autoren-und-verleger/) folgen. 🙂

  53. 99

    Wenn ich es richtig gesehen habe, wurde nun die Frage von Torsten Dewi auf der Mafia-Facebook-Seite (http://www.facebook.com/pages/MAFIA/210129622577) bezüglich Startdaten und Castliste gelöscht. Tja, und zur Strafe darf jetzt nur noch eine Email schreiben, wenn man eine Frage zum Film hat 🙂

    Naja, ich bin jedenfalls froh, das es bis zum Drehstart noch ein bisschen dauert. Dann habe ich noch genug Zeit, um mir zu überlegen wie ich die Umfrage beantworte, ob nun Ray Lioatta oder Billy Zane die Rolle des korrupten FBI-Agenten spielen soll. Hm… ich glaube ich vote doch für Christian Slater 😀

  54. 100

    @ Morgekai: Seine eigene Facebook-Fanseite und den Youtube-Account hat Katusin ja auch schon dicht gemacht. Vielleicht ist ihm aufgefallen, dass er da ein WENIG zu viel Angriffsfläche geboten hat…

  55. 102

    Och nö, das kann doch gar nicht wahr sein, dass ich mir erst mit dem Vorländer-Meisterwerk ungezählte Nächte um die Ohren haue, dann auf diesen großartigen Katusin stoße, um bei beiden festzustellen, dass ich Leute über Ecken kenne, die damit irgendwie zu tun haben. Furchtbarer Gedanke, das.

  56. 103

    Also zu tun haben ist dabei noch stark übertrieben: MVs vermeintliche Werbeagentur, die vor kurzem noch meinte, die Welt habe auf ein „Second-Life“-Magazin gewartet (kein Witz) und deren Chef stets mit mehreren Möpsen durch die Gegend läuft (also, den Hunden jetzt), hatte sich mal angeboten (wir haben abgelehnt). Und zwei leidlich erfolgreiche Schauspieler (wovon einer auch immer mit tausenden Projekten prahlt) aus unserem Umfeld haben bei der Mafia-FB-Seite „gefällt mir“ geklickt.

    Das Grauen ist so nah.



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