Kurzer Abriss meiner Dental-Historie: Ich hatte immer brüchige und nicht perfekt ineinander greifende Zähne. 1997 machte ein Backenzahn außerordentlich schmerzhaft auf sich aufmerksam, was eine Wurzelbehandlung zur Folge hatte. 2001 entschied ich mich, mein Gebiss kernsanieren zu lassen: In zwei Operationen wurden alle Zähne abgeschliffen und danach mit Vollkeramik-Kronen überzogen. Das Ergebnis macht mich heute noch jedes Mal glücklich, wenn ich mir die Zähne putze. Allerdings sagte der Zahnarzt, der die Operationen durchführte, damals schon: „Den stillgelegten Backenzahn sollten wir besser rausnehmen und durch ein Implantat ersetzen“. Ich wollte mir zu der aufwändigen Schleifarbeit nicht auch noch den Kiefer aufstemmen lassen, also sagte ich: „Dafür ist Zeit, wenn es mal wirklich akut wird.“

Wirklich akut wurde es vor drei Tagen.

Es fing mit einem Puckern im Zahn und einer Druckempfindlichkeit an, die nicht wirklich schmerzhaft ist, aber extrem schlafstörend. Nach 24 Stunden half kein Thomapyrin mehr, die Suche nach Dolomo in der Hausapotheke war erfolglos. Die letzte Nacht saß ich mit Eischips im Mund bis 5 Uhr vor dem Notebook, um mich irgendwie von den Schmerzen abzulenken – damit konnte ich die Hoffnung, die Sache gäbe sich wieder, endgültig ad acta legen.

Ein Röntgenbild beim Zahnarzt später war klar: der muss raus. Also Krone rausbrechen, Zahn in der Mitte durchsägen und dann die Wurzeln einzeln ziehen. Erwähnte ich schon mal, dass ich eine extreme Pussy bin, was Spritzen und Zahnärzte angeht?

Erfreulich, dass mein Onkel Doktor nebenher auch Psychologe mit Verständnis für Angstpatienten ist. Wir entschieden gemeinsam, nicht lange zu fackeln. Die gesamte Prozedur dauerte keine 15 Minuten und war erstaunlich schmerzfrei.

Für die empfindsamen Seelen unter meinen Lesern habe ich das Ergebnis hinter den Break gelegt:

Die nächsten drei Monate habe ich ein Loch im Gebiss. Hurra.

 



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