21
Okt 2011

Albert Pyun – unpleasantly in(s)ane

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Er ist anders als viele Trashfilm-Regisseure, die alles filmen, was sich irgendwie refinanzieren lässt. Albert Pyun ist "a man on a mission". Seine Filme sind fast immer im besten Fall kryptisch, im schlimmsten Fall verworren. Sie handeln gerne von Cyborgs und der Suche nach der eigenen Erlösung, als versuche Pyun seit 30 Jahren, der dramaturgischen Struktur von "Blade Runner" auf die Spur zu kommen. Hat er mal ordentlich Geld, bringt er B-Kracher wie "Talon – Im Kampf gegen das Imperium" oder "Nemesis" zustande. Hat er keins, bescheißt er die Regierung von Guam oder foltert den Zuschauer mit Non-Narrativen wie "Infection".

Was immer Pyun auch macht – es ist unvorhersehbar, wirr, mitunter wahnwitzig. Z.B. die Idee, den Cyborg-Klopperfilm "Nemesis" mit neuen Effekten aufzumöbeln:

http://vimeo.com/9940175

Die Finanzierung dafür bekam er nie zusammen.

Jetzt ist er wieder da und offeriert ein Doppelpack, das Kopfschütteln macht. Ich hatte "Talon" oben ja bereits erwähnt. Ein "Conan"-Plagiat, das immer noch Maßstäbe setzt:

http://www.youtube.com/watch?v=M7OekQOkeN0

Man sich den kompletten Film auch online anschauen.

Nun hat Pyun tatsächlich ein Sequel gedreht – ohne Geld, mit Greenscreen, und ungefähr so "offiziell" wie "Showgirls 2":

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Wie skupel- und bodenlos dieser Film auf das Original scheißt, ist kaum beschreibbar. Kasperltheater im Homevideo-Look. Man bleibt fassungslos zurück.

Nun ist es eine Sache, wenn Pyun das letzte bisschen guten Ruf, das er sich irgendwann man erarbeitet hat, durch ungefragte und unerwünschte Sequels in den Orkus pinkelt. "Talon" war sein Film – soll er ihn halt durch diese cineastische Fehlgeburt beschmutzen. Schert mich nicht.

Aber mit Sequel Nr. 2 geht er zu weit. Massiv zu weit.

Das hier ist ist einer der besten Filme aller Zeiten:

YouTube

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Das hier jedoch – das ist nur noch widerlich:

http://vimeo.com/30825464

Walter Hill und Jim Steinman müssen auf Pyun ein Kopfgeld aussetzen. Und das Plakat muss deutlich sichtbar verkünden: Dead or alive. Preferably dead. Wenn ich den erwische…

P.S.: Deborah van Valkenburgh ist schlechter gealtert als Michael Paré.



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Peroy
Peroy
21. Oktober, 2011 16:02

"Das hier ist ist einer der besten Filme aller Zeiten"

Oh, bitte… pfff…

Marko
21. Oktober, 2011 16:14

"Streets of Fire"? Einer der besten Filme aller Zeiten? o_O

Ich hab mal eben auf den Kalender geschaut … nee, erster April ist heute nicht. 😯

xanos
xanos
21. Oktober, 2011 16:15

"Ein “Conan”-Plagiat, das immer noch Maßstäbe setzt:"

In welcher Hinsicht?

Peroy
Peroy
21. Oktober, 2011 16:17

"“Ein “Conan”-Plagiat, das immer noch Maßstäbe setzt:”

In welcher Hinsicht?"

Der einzige Film, in dem ein Druckluft-Schwert mit DREI Klingen vorkommt…

XXX
21. Oktober, 2011 16:24

"“Ein “Conan”-Plagiat, das immer noch Maßstäbe setzt:”

In welcher Hinsicht?

Na in Hinsicht auf Conan-Plagiate!

Dumm für Pyun, dass Diane Lanes Karriere nicht auch kaputt ist, sonst hätte er die auch noch in den Film einbauen können.

Peroy
Peroy
21. Oktober, 2011 16:25

http://www.youtube.com/watch?v=vDvuBY97cD4

Man beachte, wie damals der Schnitt versemmelt wurde… 😛

Wortvogel
Wortvogel
21. Oktober, 2011 18:05

Euch muss man aber echt alles erklären:

– "Streets of Fire" ist DER Design/RocknRoll/Fantasy-Film der 80er. Nuff said.

– "Talon" macht Spass, denn im Gegensatz zu Cormans Billig-Fantasyschinken und den italienischen Ripoffs geht es hier richtig zur Sache.

Das Dreiklingenschwert ist FAST so cool wie das Fünfklingen-Schwert aus "Krull".

Marko
21. Oktober, 2011 18:22

"“Streets of Fire” ist DER Design/RocknRoll/Fantasy-Film der 80er. Nuff said."

DAS ist eine GANZ andere Aussage als "einer der besten Filme aller Zeiten", Herr Wortvogel!

(Und Rock ’n Roll ist eh für Luschen …) 😛

Wortvogel
Wortvogel
21. Oktober, 2011 18:27

@ Marko: Ich wollte meine Aussage nicht negieren, nur ergänzen. "Streets of Fire" regelt. It’s da truthz.

Peroy
Peroy
21. Oktober, 2011 18:37

"Streets of Fire” ist DER Design/RocknRoll/Fantasy-Film der 80er."

Kunststück, ist auch der einzige…

Marcus
Marcus
21. Oktober, 2011 18:46

@Torsten:

"“Streets of Fire” ist DER Design/RocknRoll/Fantasy-Film der 80er. Nuff said."

Naja. "Hexen bis aufs Blut gequält" ist DER Hexenfolterfilm der 70er.

Talk about faint praise…. 😈

Aber auch wenn ich deinen Jim Steinman-Fetisch nicht teile – ich kann verstehen, dass dieser Pyun-Trailer in dir den Wunsch erweckt, den Scheiterhaufen aufzuschichten. Manche Dinge tut man einfach nicht – und den Helden eines Kultfilms zum Serienkiller umzudeuten gehört dazu.

Außerdem: Clare Kramer, was ist nur aus dir geworden? Der drittbeste "Buffy"-Schurke gewesen zu sein war doch kein so schlechter Start…. 🙁

Sebastian
21. Oktober, 2011 20:52

Auf Tele 5 läuft heute Nacht übrigens Pyuns toller Mean Guns.

reptile
reptile
21. Oktober, 2011 21:14

Oha. Also man kann Filme durchaus nur mit Greenscreen drehen, so dass es auch gut aussieht(Sin City, 300).

Aber hier ist wohl alles schief gegangen. Nicht ein Shot wirkt irgendwie halbwegs glaubhaft. Man sieht in JEDEM Bild, das es Greenscreen ist. Das ist ja eigentlich nicht der Zweck.

Da stimmt kein Hintergrund, das Lich ist falsch, das Grading verkorkst.
ohohoho.

OnkelFilmi
21. Oktober, 2011 21:22

@Marcus: An Deiner Stelle würde ich mir mal nen neuen Mail-Anbieter suchen… :p

G
G
21. Oktober, 2011 22:45

Oh Mann, der Streets of Fire Fortsetzung merkt man so schmerzhaft an, dass sie einfach kein Herz und keine Seele hat und "tales of the Ancient Empire" tut auch weh.

Thies
Thies
21. Oktober, 2011 23:37

Ich hoffe Jim Steinman bekommt den "Road to hell"-Trailer zu sehen und verklagt Pyun bis in die nächste Steinzeit. Denn ich würde nicht mal 2 Cents darauf setzen, dass er die Rechte für beiden Songs aus "Streets of fire" wirklich gekauft hat, anstatt sie dreist zu klauen. Es sieht ja nicht mal danach aus, als ob das Geld für eine gescheite Wallpaper als Hintergrund für die Darsteller gereicht hätte.

MrFox
MrFox
22. Oktober, 2011 10:02

Also bitte, der Schnarcher STREETS OF FIRE stinkt im 80er-Jahre Rock’n-Roll Genrefilm-Wettstreit gewaltig ab gegen den ultracoolen INTERCEPTOR (The Wraith).

Michael Paré sieht immernoch richtig schön Badass aus. Mit dem würde ich gern mal drehen.

Wortvogel
Wortvogel
22. Oktober, 2011 10:08

@ MrFox: My ass!

firejoe
firejoe
22. Oktober, 2011 12:36

ein Georg Lucas für Arme…mit digitalen Effekten die bei diversen Kindersendungen schon besser aussehen.

XXX
22. Oktober, 2011 20:35

"die bei diversen Kindersendungen "

die werden halt ein höheres Budget haben.

Man sollte auch mal die Kirche im Dorf lassen und bedenken, dass der Pyun-Schrott fürn Appel und ’n Ei gedreht wird.

Wortvogel
Wortvogel
22. Oktober, 2011 20:47

@ XXX: In der Tat – Kika dürfte seine Sendungen üppiger finanzieren können als Band, DeCoteau, Pyun und Konsorten.

Allerdings rechtfertigt das nicht, unerträglichen Rotz zu drehen. Soweit ich weiß, kostet ein gutes Drehbuch ungefähr so viel wie ein schlechtes.

Marcus
Marcus
23. Oktober, 2011 00:44

"Soweit ich weiß, kostet ein gutes Drehbuch ungefähr so viel wie ein schlechtes."

Najaaa… nach allem, was man so hört, war das "Showgirls"-Drehbuch ziemlich teuer. Also das zu dem Hollywood-Rotz, nicht das zu dem unterschätzten Arthouse-"Goldstück"…. 😉

XXX
23. Oktober, 2011 03:28

"Allerdings rechtfertigt das nicht, unerträglichen Rotz zu drehen. Soweit ich weiß, kostet ein gutes Drehbuch ungefähr so viel wie ein schlechtes."

Das Drehbuch wohl schon, aber die Umsetzung des guten Drehbuchs könnte einen Tick zu teuer für Pyun und Konsorten sein 😉

Wortvogel
Wortvogel
23. Oktober, 2011 09:47

@ XXX: Cynthia Curnan schreibt keine guten Drehbücher – nicht mal zufällig. Ich wüsste sowieso gerne, was da der Deal ist. Entweder hat die kompromittierende Fotos von Pyun oder sie bringt Geld mit.

@ Marcus: Was ein Drehbuch kostet, ist eine Sache – was jemand dafür bezahlt, eine andere…

XXX
23. Oktober, 2011 11:59

Vielleicht sind Pyun und Curnan ein Paar?

Wortvogel
Wortvogel
23. Oktober, 2011 16:10

@ XXX: Halte ich eher für unwahrscheinlich – meiner Erfahrung nach ruiniert sich kein Regisseur eine halbwegs etablierte B-Karriere, um seine Ische zu promoten.

Peroy
Peroy
23. Oktober, 2011 16:47

Lasst doch den armen Albert mal in Ruhe. Der ist nie einer von den ganz Schlimmen gewesen und jeder dritte bis vierte Film von ihm ist wenigstens okay, wenn nicht sogar gut (der erste "Nemesis" ist ein Kracher, auf den ich nichts kommen lasse!). Klar, die Ambitionen sind bei dem meistens größer gewesen als die Möglichkeiten, die auch richtig umzusetzen… aber er hatte wenigstens immer welche. 🙁

Thies
Thies
23. Oktober, 2011 21:15

@Wortvogel "meiner Erfahrung nach ruiniert sich kein Regisseur eine halbwegs etablierte B-Karriere, um seine Ische zu promoten."

Als Ausnahme dieser Regel wären Renny Harlin und Geena Davis ein Paradebeispiel. Sie arbeitete sich mit Nebenrollen langsam in den Mainstream vor und er sich vom Videotheken-B-Film zum Hollywood-Blockbuster. Zusammen drehten sie mit "Cutthroat Island" und "The long kiss goodnight" zwei der teuersten Flops der 90er. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine süße Charakterdarstellerin wie Geena Davis jemals eine Action-Hauptrolle gespielt hätte, wenn da nicht diese Liason gewesen wäre.

Peroy
Peroy
23. Oktober, 2011 21:22

"Als Ausnahme dieser Regel wären Renny Harlin und Geena Davis ein Paradebeispiel. Sie arbeitete sich mit Nebenrollen langsam in den Mainstream vor und er sich vom Videotheken-B-Film zum Hollywood-Blockbuster. Zusammen drehten sie mit “Cutthroat Island” und “The long kiss goodnight” zwei der teuersten Flops der 90er. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine süße Charakterdarstellerin wie Geena Davis jemals eine Action-Hauptrolle gespielt hätte, wenn da nicht diese Liason gewesen wäre."

Geena Davis ist keine schlechte Schauspielerin und weder "Cutthroat Island" noch "The Long Kiss Goodnight" sind schlechte Filme… FAIL.

Wortvogel
Wortvogel
23. Oktober, 2011 21:27

@ Thies: Das passt so nicht. In dieser Zeit waren BEIDE, Harlin und Davis, echte Stars. Und "Cutthroat Island" sollte eigentlich dank Michael Douglas am Boxoffice ziehen, der dann aber kurzfristig absprang und durch den wenig Blockbuster-tauglichen Matthew Modine ersetzt wurde.

Zumal Davis Schauspielerin und nicht Autorin ist.

Thies
Thies
23. Oktober, 2011 22:07

@Peroy – das es schlechte Filme waren, habe ich garnicht behauptet, aber offenbar gelang es beiden nicht genügend Zuschauer anzuziehen um die Kosten einzuspielen.

@Wortvogel: klar waren beide bereits etabliert, aber von alleine ziehende Namen wie Spielberg oder Harrison Ford waren sie bestimmt nicht. Ich würde "Cutthroat Island" ja auch als (leider missglückten) Versuch Davis als Action-Darstellerin zu etablieren gelten lassen, wenn nicht gleich darauf der zweite Film gefolgt wäre.

Und das mit der Umbesetzung mit war mir bekannt, aber ob Michael Douglas wirklich allein als Publikums-Magnet den Film kommerziell hätte retten können? Ich denke, es war eher der falsche Film zur falschen Zeit.

xanos
xanos
24. Oktober, 2011 00:21

"The long kiss goodnight" ist vom Skriptgott geschrieben, also unangreifbar!

Dietmar
Dietmar
24. Oktober, 2011 01:19

Sowohl "Die Piratenbraut" als auch "Tödliche Weihnachten" finde ich wirkliche sehr unterhaltsam und Geena Davis in ihren Rollen spitze. Gehören beide für mich zu der Sorte Film, bei denen ich nicht verstehe, warum die nicht groß wurden.

Peroy
Peroy
24. Oktober, 2011 01:38

"Das ist ’ne Gans und kein Schwanz !" 8)

Dietmar
Dietmar
24. Oktober, 2011 01:47

Das ist natürlich richtig.

Denke ich.

Sicherheitshalber.

Lukas
24. Oktober, 2011 09:53

Das mit Renny Harlin passt eh nicht. Der hat erst Werbung gemacht, dann nur zwei Low-Budget-Dinger gerissen und ist dann mit Nightmare 4 durchgestartet. Das hat gerade mal zwei Jahre gedauert – sich langsam in den Mainstream vorarbeiten sieht anders aus. *nitpick*

Marcus
Marcus
24. Oktober, 2011 18:02

"Geena Davis ist keine schlechte Schauspielerin und weder “Cutthroat Island” noch “The Long Kiss Goodnight” sind schlechte Filme… FAIL."

So isses.

Marcus
Marcus
24. Oktober, 2011 18:17

"“The long kiss goodnight” ist vom Skriptgott geschrieben, also unangreifbar!"

Naja, dein Skriptgott hat aber auch "Last Action Hero" verbrochen.

heino
heino
24. Oktober, 2011 18:34

Was haste denn gegen Last Action Heroe? Den find eich weit besser als z.B. Eraser oder True Lies, um mal beim Governator zu bleiben

Marcus
Marcus
24. Oktober, 2011 19:20

"Was haste denn gegen Last Action Heroe?"

Der ist doof…

"Den find eich weit besser als z.B. Eraser oder True Lies, um mal beim Governator zu bleiben"

Falsch.

/Peroy-mode off

Im Ernst: LAH ist blah. Der Film kapiert nicht, was er parodiert (wieviele 80er-Buddy Movie-Actioner haben Cartoonfiguren und Nackte-Kanone-Background jokes), das nervige Balg, er parodiert nicht gut ("Klischee nachspielen und nerviges Balg darauf erklären lassen, dass es ein Klischee ist" ist KEIN abendfüllendes Comedy-Konzept), das nervige Balg, der falsche Hauptdarsteller (nix wirkt noch over the top, wenn Arnie es macht), die lahmen Actionszenen, das nervige Balg, die Plotholes, der hässliche look, das nervige Balg,…. neeneee, als Actionfilm zu lahm, als Satire zu plump und als Klamotte zu unlustig.

"Eraser" ist okay für das, was er ist – just another Arnie-Klopper.

"True Lies" frisst "LAH" in Sachen Action UND Humor zum Frühstück. Sieh dir nur die Hauptfigur an.
Humor:
– ein over the top Actionstar spielt einen over the top Actionstar.
– ein over the top Actionstar spielt einen kreuzbiederen Familienvater, der in Wahrheit Geheimagent ist.
Sag selbst: welches Konzept klingt eher, als könnte es eine gute Ausgangssituation für eine Actionkomödie sein?
Action:
– Cameron. Nuff said.
– McTiernan. Hätte klappen können, wenn man ihm nur eine taugliche Actionszene gegönnt hätte.

xanos
xanos
24. Oktober, 2011 19:22

Man muss nicht jeden Film mögen, um anzuerkennen, dass er einfach genial geschrieben ist (und umgekehrt: es gibt Filme die ich mag, die scheiße geschrieben sind). Last Action Hero ist die filmgewordene ironische Betrachtung der zu der Zeit gängigen Action/Buddy Flicks, der alle Klischees auf die Schippe nimmt. Und das von demjenigen geschrieben, der für genau diese Art von Film berühmt war (es gibt für eine bestimmte Form etwas im Screenplay zu beschreiben sogar den Begriff Blackism) und der es zu diesem Zeitpunkt schon Leid war.
Bei LAH muss man allerdings sagen, dass er nur das Screenplay geschrieben hat, also existierte schon etwas Konzeptionelles, auf das er aufgebaut hat oder das er einfach umgeschrieben hat.

Wortvogel
Wortvogel
24. Oktober, 2011 20:07

Sorry, aber ich halte LAH auch für eine sehr lauwarme Angelegenheit, weil er das Genre zwar parodieren will, sich aber nie traut, es deswegen auch zu brechen. Er setzt dem Augenzwinkern der Vorlagen lediglich noch ein Augenzwinkern oben drauf und schmeißt ein nerviges Balg in den Mix. Es funktioniert nicht.

Hier wird das schön zusammen gefasst:
http://thatguywiththeglasses.com/videolinks/thatguywiththeglasses/nostalgia-critic/9999-lah

Howie Munson
Howie Munson
24. Oktober, 2011 21:52

ach quatsch ihr seid alle auf dem Holzweg Last Action Hero ist eine Parodie auf die Unendliche Geschichte: Kind rettet fiktive Figur vor dem sicheren Untergang *duck*

Marcus
Marcus
24. Oktober, 2011 22:10

@xanos: auch wenn ich persönlich sie nicht mag – ich erkenne durchaus an, dass Lethal Weapon und Last Boy Scout gut geschrieben sind.

Aber "Skriptgott" ist nun wirklich durch nichts gedeckt. Er hat DREI wirklich gute Drehbücher geschrieben (Lethal Weapon, Last Boy Scout, Kiss Kiss Bang Bang), einen eher schwaches (Tödliche Weihnachten), ein schlechtes (LAH) und die Story zu einem weiteren ganz guten (LW2). Von all diesen waren nur die beiden Weapons kommerziell wirkliche Hits. Ohne seine Erfolge kleinreden zu wollen – ich finde einfach nicht, dass Shane Black was geleistet hat, das so außergewöhnlich und einmalig ist, dass es den Ausnahmestatus rechtfertigt, den ihm viele zumessen.

@Torsten: schön, dass ich wohl nicht der einzige bin, der seinerzeit dem LAH-Gör die Pest an den Hals gewünscht hat.

Marcus
Marcus
24. Oktober, 2011 22:15

Ach ja: hattet Ihr schon mitbekommen, dass Shane Black angeblich "Iron Man 3" inszenieren soll? Mal sehen, wie er sich außerhalb seiner Buddy Movie-Comfort Zone schlägt. Hätte ich nicht den tollen "Kiss Kiss Bang Bang" gesehen, ich würde schwarz sehen…

Peroy
Peroy
24. Oktober, 2011 22:37

Bevor der Dewi kommt: Ja, "Kiss Kiss Bang Bang" ist wirklich toll.

Wortvogel
Wortvogel
24. Oktober, 2011 22:44

@ Peroy: Nein. "Toll" wäre der gewesen, wenn nicht alle Beteiligten so gewaltsam drauf geschielt hätten, einen lässigen Kultfilm zu drehen, wenn nicht alle Darsteller vor der Kamera so verdammt augenscheinlich von sich überzeugt gewesen wären – und wenn die Fanmeute nicht den ganzen Köder vorab und hündisch ergeben geschluckt hätte.

TomHorn
TomHorn
24. Oktober, 2011 23:15

KKBB war bei mir ein Zufalls-€3,99-Kauf in der Videothek, hatte vorher davon gelesen, aber nicht weiter Eindruck geschunden. Inzwischen zählt er zu meinen Lieblingsfilmen. Der einzige Film, den ich direkt zweimal hintereinander geglotzt hab, ohne dass ich mich eine Sekunde lang gelangweilt hätte…
LAH fand ich aber auch recht lustig, nur dass er eindeutig zu lang & tatsächlich zu zahm war. Der "Hamlet"-Trailer am Anfang rult allerdings. Wie Hölle, denn da funktioniert das angedachte Konzept vorzüglich…

hilti
hilti
24. Oktober, 2011 23:38

Dracula-Woche bei 3Sat: BissFest

Bis auf "Tanz der Vampire" kenn ich keinen der Filme. Kennt einer von euch die schon und kann sagen welcher sich lohnt und welcher eher nciht?

Peroy
Peroy
24. Oktober, 2011 23:41

"@ Peroy: Nein. “Toll” wäre der gewesen, wenn nicht alle Beteiligten so gewaltsam drauf geschielt hätten, einen lässigen Kultfilm zu drehen, wenn nicht alle Darsteller vor der Kamera so verdammt augenscheinlich von sich überzeugt gewesen wären – und wenn die Fanmeute nicht den ganzen Köder vorab und hündisch ergeben geschluckt hätte."

Toller Film. Jeder Gag sitzt. Ich habe viel gelacht. 8)

Aber wenn wir jetzt schon bei hündisch ergebenen Fanmeuten sind, sollten wir vielleicht über "Watchmen" reden… oder irgendso’n Scheiss…

Peroy
Peroy
24. Oktober, 2011 23:46

"Dracula-Woche bei 3Sat: BissFest

Bis auf “Tanz der Vampire” kenn ich keinen der Filme. Kennt einer von euch die schon und kann sagen welcher sich lohnt und welcher eher nciht?"

Du willst hier die Scheisse zum kochen bringen, was… ? Na gut…

"Tanz der Vampire" und "Blut an den Lippen" sind toll. "Shadow of the Vampire" ist sowas wie "Scary Movie" für die Arthouse-Fraktion und nicht völlig überzeugend, aber Willem Dafoe ist in dem Film super. "Durst" ist ein ganz seltsamer Schwurbel, den ich seit einem Jahr auf DVD habe und noch nie zuende geschafft hab'. "Nadja" ist ein einziger Haufen Kunstfilm-Scheisse. Vom Rest hab' ich noch nie was gehört…

Marko
24. Oktober, 2011 23:50

"Durst" ist super! Einer der wenigen Filme, der es schafft, "Vampire" nicht lächerlich darzustellen. 😕

Peroy
Peroy
24. Oktober, 2011 23:53

"“Durst” ist super! Einer der wenigen Filme, der es schafft, “Vampire” nicht lächerlich darzustellen. :-?"

Whatever…

xanos
xanos
24. Oktober, 2011 23:59

@ Marcus
Ich bin hinsichtlich Iron Man 3 (vor allem nach dem elend lahmen 2. Teil) deswegen auch in freudigerer Erwartung als auf Avengers. Wohl bewusst, dass hohe Erwartungen idR enttäuscht werden.

KKBB war eine der ganz seltenen Perlen, bei der ich (damals) bis auf eine Szene (mit dem Revolver) nicht jederzeit wusste, was gleich als nächstes passiert. Quasi der Anti-Avatar. Ob das heute noch so wäre – dahingestellt mit einigen hundert Filmen mehr im Kopf und einem Schrank voller How-to Literatur. Aber dieses Erlebnis beim Sehen des Films, das möchte ich gerne noch einmal vor meinem Tod wiederholen. Vor allem angesichts dem ganzen elenden stereotypen Hollywood Drecks, der seine hirnlosen Zombieanhänger findet (wo war der Avatar Fan?) Außer Chris Nolan scheint gerade ja keiner Eier zu haben.

Wortvogel
Wortvogel
25. Oktober, 2011 08:45

Das "Biss Fest"-Programm ist beeindruckend in seiner Bandbreite und Kompromisslosigkeit. Es fehlt eigentlich nur ein Dracula-Porno und … tja, einer der RICHTIGEN Dracula-Filme (Lugosi, Lee, oder Langella). "Durst" habe ich auf dieser Webseite schon besprochen, den kann man sich also ergoogeln.

Che
Che
25. Oktober, 2011 15:00

Cannibal Holocaust ist der Tiertötungsporno der 70er.

heino
heino
25. Oktober, 2011 18:03

@Marcus:"Im Ernst: LAH ist blah. Der Film kapiert nicht, was er parodiert (wieviele 80er-Buddy Movie-Actioner haben Cartoonfiguren und Nackte-Kanone-Background jokes), das nervige Balg, er parodiert nicht gut (“Klischee nachspielen und nerviges Balg darauf erklären lassen, dass es ein Klischee ist” ist KEIN abendfüllendes Comedy-Konzept), das nervige Balg, der falsche Hauptdarsteller (nix wirkt noch over the top, wenn Arnie es macht), die lahmen Actionszenen, das nervige Balg, die Plotholes, der hässliche look, das nervige Balg,…. neeneee, als Actionfilm zu lahm, als Satire zu plump und als Klamotte zu unlustig."

Ich denke, hier bist du zu streng mit dem Film. Natürlich kommen in einem Buddy-Movie üblicherweise keine Cartoon-Figuren vor (dafür aber durchaus schon Geister, wie in dem schrecklichen Streifen mit Bob Hoskins und Denzel Washington). LAH will gar keine Satire sein, sondern in meinen Augen eher eine leicht ironische Verbeugung vor Filmen wie Lethal Weapon. Muss man nicht mögen, aber ich finde ihn unterhaltsam-

"“Eraser” ist okay für das, was er ist – just another Arnie-Klopper."

Stimmt. Nur leider kein guter, dafür ist er zu bierernst. Und die Action ist keinesfalls besser als bei LAH.

“True Lies” frisst “LAH” in Sachen Action UND Humor zum Frühstück. Sieh dir nur die Hauptfigur an.
Humor:
– ein over the top Actionstar spielt einen over the top Actionstar.
– ein over the top Actionstar spielt einen kreuzbiederen Familienvater, der in Wahrheit Geheimagent ist.
Sag selbst: welches Konzept klingt eher, als könnte es eine gute Ausgangssituation für eine Actionkomödie sein?"

Das Konzept mag ja besser sein, aber Witzigkeit war nie die Stärke von Cameron. Und spätestens bei der zu sehr gewollten"Hommage" an Dr. Seltsam legt sich der Streifen voll auf die Fresse.

"Action:
– Cameron. Nuff said.
– McTiernan. Hätte klappen können, wenn man ihm nur eine taugliche Actionszene gegönnt hätte."

Auch hier gebe ich dir recht, allerdings hat z.B. der erste Terminator nun auch keine Action-Szenen, die besonders herausragend gewesen wären, sondern gewinnt durch den gekonnten Umgang mit einer einzigen langen Verfolgungsjagd.
Und wie gesagt, LAH mag keine innovativen Actionsequenzen haben, aber schlecht sind die deswegen noch lange nicht. Auch das Blag hat mich nicht gestört, denn wenn wir ehrlich sind, waren wir im seinem Alter doch ganz genauso. Und LAH hat immer noch einen geilen Soundtrack.

heino
heino
25. Oktober, 2011 18:06

"Bevor der Dewi kommt: Ja, “Kiss Kiss Bang Bang” ist wirklich toll."

Ohne das viel zu geschwätzige und arg in die eigene vorgegebene Tiefgründigkeit verliebte Off-Kommentar-Geschwätz von Downey wäre der super gewesen. So wollte der Streifen schlauer sein, als er ist, was zumindest mir doch etwas den Spass verdorben hat.

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 18:30

"Ohne das viel zu geschwätzige und arg in die eigene vorgegebene Tiefgründigkeit verliebte Off-Kommentar-Geschwätz von Downey wäre der super gewesen. So wollte der Streifen schlauer sein, als er ist, was zumindest mir doch etwas den Spass verdorben hat."

Dir bleibt ja zum Glück immer noch "Last Action Hero"…

Marcus
Marcus
25. Oktober, 2011 18:35

@Torsten: "“Toll” wäre der gewesen, wenn nicht alle Beteiligten so gewaltsam drauf geschielt hätten, einen lässigen Kultfilm zu drehen,"

Das sehe ich nicht. Der Film ist absolut stilsicher inszeniert, die Gimmicks nie Selbstzweck. Der hat einfach Spaß an sich selber. Wenn du einen krampfhaft auf Kult getrimmten Streifen sehen willst, guck dir "Sin City" an. *duck und wech*

"wenn nicht alle Darsteller vor der Kamera so verdammt augenscheinlich von sich überzeugt gewesen wären"

Kryptischster Kritikpunkt ever.
1. Wenn Robert Downey Jr. in "Iron Man" Robert Downey Jr. ist, findest du das gut, aber hier stört es dich?
2. Meinst du nicht, dass die ihre Rollen einfach so spielen, wie Shane Black sie geschrieben hat?

"– und wenn die Fanmeute nicht den ganzen Köder vorab und hündisch ergeben geschluckt hätte."

Wenn ich mir den limited release und das maue Einspielergebnis ansehe, scheinen die Fanmeuten, die den ganzen Köder vorab schlucken konnten, eher überschaubar gewesen zu sein.

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 18:39

Ich werfe mal kurz ein: Welche "Fanmeute" bitteschön ?

Wortvogel
Wortvogel
25. Oktober, 2011 19:02

Bei AICN und vergleichbaren Websites wurden Black präventiv die Stiefel geleckt, bevor der sie überhaupt anziehen konnte. Das war schon nicht mehr feierlich.

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 19:09

"Bei AICN und vergleichbaren Websites wurden Black präventiv die Stiefel geleckt, bevor der sie überhaupt anziehen konnte. Das war schon nicht mehr feierlich."

Dann war ja klar dass der floppen musste…

Marcus
Marcus
25. Oktober, 2011 20:23

"Bei AICN und vergleichbaren Websites wurden Black präventiv die Stiefel geleckt, bevor der sie überhaupt anziehen konnte."

Und das hat auf die Qualität des Films jetzt genau welchen Einfluss?

Wir werfen ja auch Peroy vor, dass er "Ghost Rider" abfeiert, und nicht "Ghost Rider", dass er von Peroy abgefeiert wird. 😉

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 20:26

Ich feier den nicht ab, ich finde den unterhaltsam… DU EUMEL !

Wortvogel
Wortvogel
25. Oktober, 2011 20:38

@ Marcus: Das habe ich auch nicht behauptet. Aber es hat zu meinem Missvergnügen beigetragen. Ich fand den Film prätentios und albern.

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 20:52

"@ Marcus: Das habe ich auch nicht behauptet. Aber es hat zu meinem Missvergnügen beigetragen. Ich fand den Film prätentios und albern."

It’s awesome… 8)

Marcus
Marcus
25. Oktober, 2011 22:34

@Peroy: "Ich feier den nicht ab, ich finde den unterhaltsam… DU EUMEL !"

Bei dem Schnarchzapfen zählt "unterhaltsam finden" schon als "abfeiern"… DU HONK! 😉

@Wortvogel: oder mit anderen Worten – KKBB ist mal wieder so ein Fall wie "Green Hornet" – du kannst keine konkreten Schwächen des Films benennen, sondern die Machart / der Tonfall an sich gefällt dir einfach nicht. Ist ja auch okay.

So ähnlich geht es mir lustigerweise mit "Lethal Weapon"; ich gebe zu, dass der wahrscheinlich besser ist als ich ihn finde, aber ich mag ihn einfach nicht, auch wenn ich nicht sagen kann, wieso. Buddy Movies an sich sind in der Regel nicht so meins, vielleicht liegt’s daran.

Peroy
Peroy
25. Oktober, 2011 22:43

"So ähnlich geht es mir lustigerweise mit “Lethal Weapon”; ich gebe zu, dass der wahrscheinlich besser ist als ich ihn finde, aber ich mag ihn einfach nicht, auch wenn ich nicht sagen kann, wieso. Buddy Movies an sich sind in der Regel nicht so meins, vielleicht liegt’s daran."

Und so einer rülpst mich doof von der Seite an… fahr' doch gegen eine Wand.

Marcus
Marcus
25. Oktober, 2011 22:55

"fahr’ doch gegen eine Wand"

Geht nicht, da stehst du schon vor und schaust ganz verzückt der Farbe beim Trocknen zu. Wer "Ghost Rider" unterhaltsam findet, dessen Ansprüche an gute Unterhaltung sind halt so niedrig.

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