23
Aug 2011

Loriot 1923-2011: "Mutter, wir danken dir!"

Themen: Neues |

Eine erwartbare, nichtsdestotrotz erschütternde Nachricht: Vicco von Bülow ist im Alter von 87 Jahren verstorben.

Wie kein Zweiter konnte er den deutschen Kleinbürger in seiner vollständigen Hilflosigkeit, Ignoranz und Liebenswürdigkeit darstellen. Er entlarvte uns nicht – im Gegenteil: Er lehrte uns, dass es in Ordnung ist, in Ordnung sein zu wollen. Das Streben vergoldet auch das unvermeidliche Scheitern.

Das Volk mit der eigenen Spießigkeit zu versöhnen: Loriot hat vielleicht mehr für das Selbstverständnis in diesem Land getan als Grass, Adenauer und Boris Becker zusammen.

Nun ist er wenigstens wieder mit Evelyn zusammen.

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Realsatiriker
Realsatiriker
23. August, 2011 12:39

So erstarb das Lachen.

Dr. Acula
23. August, 2011 12:54

Mit Sicherheit *der* deutsche Humorist des 20. Jahrhunderts. Der erschreckende Gedanke ist, dass *der* deutsche Humorist des 21. Jahrhunderts nach jetzigem Stand Mario Barth wäre… (im Übrigen: 2011 ist ein Arschloch. Es reicht jetzt, bitte.)

DMJ
23. August, 2011 13:09

Er kalkulierte es ja selbst schon recht früh ein (er selbst sagte mal, er hätte den Tod gerne "Erwartbar aber schnell"), weshalb er ja auch keinen dritten Film mehr anging, aus Angst, er könnte ihn nicht mehr selbst vollenden. Da hätte er nach "Papa ante portas" wohl noch mehr als genug Zeit gehabt, aber das konnte er ja nicht wissen.
Wirklich schade um ihn. Auch wenn der quasireligiöse Hype oft zuviel war (gerade bei seinen Fernsehsachen sind auch einige Fehlschläge dabei), war er wirklich eine bedeutsame Ikone und die Widerlegung des Klischees vom humorlosen Deutschen.

Marcus
Marcus
23. August, 2011 13:51

Früher war mehr Lametta….. 🙁

Dietmar
Dietmar
23. August, 2011 14:09

Selbst mein Junge, jetzt schon 9, liebt ihn seit Jahren.
"(im Übrigen: 2011 ist ein Arschloch. Es reicht jetzt, bitte.)"
Kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen.

Achim
Achim
23. August, 2011 14:28

87 Jahre, sanft entschlafen. Langes Leben mit sanftem Ende, was will man denn mehr?
Er kombinierte den gewissenhaften, bedingungslos disziplinierten Deutschen mit Humor, es geht also!
Ich finde es nur schade, dass er seine schwarzhumorige Seite so selten gezeigt hat, sein Weihnachtsgedicht mit der Förstersfrau stellt vieles aus England in den Schatten.
Mein Lieblingssatz aus Pappa ante Portas lautet ja:
Männer sind! – Und Frauen auch …
Im Übrigens war für mich 2010 das größere Arschloch.

Marcus
Marcus
23. August, 2011 18:46

"2011 ist ein Arschloch. Es reicht jetzt, bitte."
Word.
"87 Jahre, sanft entschlafen. Langes Leben mit sanftem Ende, was will man denn mehr?"
Auch wahr.

Achim
Achim
23. August, 2011 20:08

Ich hoffe ja, dass Issur Danielowitsch Demsky frühestens 2017 stirbt, dann wäre er ja 100 Jahre alt geworden.
Mein Geburtstag fällt ja auf seinen, ebenso wie bei John M. oder Hape.
Ich wurde jedoch 1972 als Ratte mit Element Wasser geboren.

Johannes
23. August, 2011 20:10

Seit heute ist Deutschland ein klein wenig unlustiger. Ich sehe das aber als Chance und Aufgabe.

K. Lauer
K. Lauer
23. August, 2011 20:27

Wirklich ein Verlust. Mit seinem Humor zeitlos und doch so deutsch wie kaum jemand vor oder nach ihm. "Wir bauen uns ein Atomkraftwerk"…dann macht es eben Puff. 🙁 Danke für jedes Nasenmännchen und jeden Mops. Und die Ente wird für immer draußen bleiben.

obiwanberlin
23. August, 2011 20:33

Sehr schöner Nachruf! Musste bei "Mutter wir danken Dir" im Feedreader sofort laut loslachen.

Thomas Thiemeyer
24. August, 2011 08:05

"Das Volk mit der eigenen Spießigkeit zu versöhnen: Loriot hat vielleicht mehr für das Selbstverständnis in diesem Land getan als Grass, Adenauer und Boris Becker zusammen."
Schöner Satz. Passt.

Blind Mind
Blind Mind
28. August, 2011 18:12

Jetzt gibt es im Himmel was zu lachen. Heinz Erhardt und Vicco von Bülow vereint. Das werden lustige Zeiten im Humoristenhimmel.
Bath, Mario wird dort nie eingelassen werden. Der wird auf ewig in der Hölle schmoren.