FRANKREICH 2011 / 35 MM / 102 MIN / FRANZÖSISCHE OMEU

REGIE Eric Valette
DARSTELLER Albert Dupontel / Alice Taglioni / Stéphane Debac / Sergi López / Natacha Régnier / Serge Hazanavicius / Zinedine Soualem

Story (offizielle Synopsis): Sechs Monate muss der Bankräuber Franck noch hinter Gittern verbringen. Jahrelang hat er, der als einziger um das Versteck der Beute weiß, sein Geheimnis eisern verteidigt. Nun wird ihm ausgerechnet sein unscheinbarer Zellengenosse zum Verhängnis. Der wegen Kindesmissbrauch verurteilte Jean-Louis kommt überraschend frei und bietet sich zum Dank für Francks handfesten Beistand als Nachrichtenüberbringer an. Kurze Zeit später erfährt der Häftling von der wahren Natur seines Boten und weiß nun, dass ein hemmungsloser Psychopath es auf seine Familie abgesehen hat. Franck hat keine Wahl: Er muss aus dem Gefängnis ausbrechen und den perversen Killer stoppen …

Kritik: Zweiter Polizeithriller aus Frankreich auf dem FFF, zweiter Volltreffer. „Prey“ hat zwar nicht den sympathischen Normalo zum Helden, sondern einen beinharten Verbrecher, punktet aber mit einer ausgefuchsten Story, die immer neue Wendungen nimmt, und ein paar intensiven, präzise inszenierten und sehr handfesten Actionsequenzen.

Der Plot ist wirklich fies: Franck wird nicht nur von der gesamten Polizei Frankreichs gejagt, weil er (brutal, aber effektiv) aus dem Knast ausgebrochen ist, sondern auch weil der Psychopath ihm seine eigenen Morde angehängt hat. Für alle Welt ist Franck demnach ein gewissenloses Dreckschwein, während er doch bloß seine Tochter retten will…

Ich wiederhole mich da gerne: Warum kann sowas nicht in Deutschland produziert werden? Ein Thriller, der neben dem hohen Tempo und der exzellenten Qualität auch noch inhaltlich auftrumpfen kann? Ist das zuviel verlangt? Anscheinend schon.

„Prey“ lebt auch von seinen ungewöhnlich intensiven Darstellern: Dupontel („Chrysalis„) ist so eine Art Götz George mit permanent latentem Wahnsinn im Blick, Alice Taglioni ist tough-sexy als Superpolizstin, die den Fall zuerst unter ihrer Würde findet, und Stéphane Debac gibt den sympathischsten Psychopathen seit Christoph Waltz in „Inglorious Basters“ – a man we love to hate.

Dazu ein treibender Score, sorgsame Action-Choreographie und ein paar höllisch spannende „close calls“ – so bedient man dieses Genre richtig.

Fazit: Exzellentes Beispiel für einen durch und durch gelungenen Actionthriller im „Auf der Flucht“-Stil. Für FFF-Besucher, die nicht IMMER phantastische Elemente brauchen.



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Thies
Thies

Der hat mir auch sehr gut gefallen. Vielleicht auch, weil ich kurz davor „Kill List“ gesehen hatte und ich mich deshalb auf eine etwas überkonstruierte, aber trotzdem nachvollziehbare Handlung nur allzugerne einließ. Schnörkelloses Actionthriller-Kino scheinen die Franzosen inzwischen besser draufzuhaben als ihre Kollegen aus Hollywood.

OnkelFilmi

Für mich der beste Film des gestrigen Tages, und nur ein weiterer Beweis dafür, daß europäische Regisseure in vielen Fällen doch besser zuhause bleiben sollten.

2002 lieferte Eric Valette noch den großartigen, von Lovecraft inspirierten „Maléfique“ ab, nur um dann dem Ruf des Geldes zu folgen, und in den Staaten zwei absolute Stinker zu machen: das „One Missed Call“-Remake und „Hybrid 3D“. Aber siehe da – kaum ist der Mann wieder zurück im Land der Baguettes und unrasierten Achseln, et voilá ist sein Talent zurück!

Stefan
Stefan

Das sieht geil aus. Und warum so was nicht in Deutschland produziert wird: weil hier so ziemlich alle Produzenten ihre Eier abgegeben haben, sofern sie überhaupt mal welchen hatten.

Peroy
Peroy

„2002 lieferte Eric Valette noch den großartigen, von Lovecraft inspirierten “Maléfique” ab“

Großartig war der nicht…

Peroy
Peroy

„Das sieht geil aus. Und warum so was nicht in Deutschland produziert wird: weil hier so ziemlich alle Produzenten ihre Eier abgegeben haben, sofern sie überhaupt mal welchen hatten.“

Deutsche Actionfilme floppen aus Prinzip, da geht keiner rein. Die Mentalität des französischen Kinogängers ist auch eine andere, eher nationalverbunden. In Frankreich lief selbst ein „Fortress 2“ noch im Kino, weil Christopher Lambert mitgespielt hat…

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