GROSSBRITANNIEN 2011 / DCP / 98 MIN / ENGLISCHE OV

REGIE JULIAN GILBEY
DARSTELLER MELISSA GEORGE / ED SPEELERS / EAMONN WALKER / SEAN HARRIS / ALEC NEWMAN / KAREL RODEN / KATE MAGOWAN

Story (offizielle Synopsis): Eigentlich sollte es ein sportlicher Kletterausflug in die schottischen Highlands werden. Doch für Alison und ihre Freunde nimmt der Tag eine überraschende Wende, als die fünf Bergsteiger in den gottverlassenen Wäldern einem Hilferuf folgen und auf ein halb vergrabenes Luftrohr stoßen. Was sie am anderen Ende erwartet, ist so schockierend, dass sie sich panisch auf den Weg zurück in die Zivilisation machen – aber jemand hat etwas dagegen, dass die Gruppe ihr Ziel erreicht. Meilenweit von jeder menschlichen Ansiedlung entfernt, wird die schweigende Bergwelt zum Zeugen eines verzweifelten Kampfes auf Leben und Tod …

Kritik: Schau an, schau an – wieder so ein Film, von dem ich mir nach dem Trailer nicht allzuviel erwartet hat. Hauptgrund für mich, ihn trotzdem anzusehen, war das Wiedersehen mit Alec Newman, den ich seinerzeit bei den Dreharbeiten zu „DUNE“ kennen gelernt habe. Wir waren einen Abend lang in Prag unterwegs und er hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ein durch und durch patenter Kerl, der eine größere Karriere verdient hätte.

Tatsächlich beginnt „A lonely place to die“ so, wie es der Trailer suggeriert: Eine gemischte Gruppe geht im schottischen Hochland „’nauf in die Wand!“. Das wird glaubwürdig und mit einigem Körpereinsatz der beteiligten Darsteller vermittelt. Dann finden die Abenteurer das Kind in der Kiste und sich selbst bald im Fadenkreuz von zwei professionellen Entführern mit großkalibrigen Sniper-Gewehren. Das reduziert den Cast schnell und nachhaltig. Es wird viel gerannt, im Geröll herum gerutscht, und dann und wann plumpst mal einer wo rein oder wo runter.

Erfreulicherweise gibt sich „A lonely place to die“ allerdings nicht damit zufrieden, die Plotbeats von „Cliffhanger“ und „Deliverance“ durchzukauen. Nach einer Weile schaffen es die Überlebenden nämlich in eine schottische Ortschaft, in der gerade ein Folk-Fest gefeiert wird, samt Parade und Feuerwerk, in dem sich prima weiter ballern und jagen lässt. Es wird auch ein neuer Satz Charaktere eingeführt – die Spezialisten, die eigentlich nur zur Übergabe des Lösegelds angereist sind. Damit gewinnt „A lonely place to die“ genau an der Stelle deutlich Tempo, an der andere Filme ähnlichen Zuschnitts langsam abzubauen beginnen. Man darf allerdings durchaus kritisch anmerken, dass den Machern ein wenig der Gaul durchgeht: Die Rettung des kleinen Mädchens ist kaum als Erfolg zu werten, wenn am Ende dafür ca. ein Dutzend Unbeteiligte blutigst ihr Leben lassen mussten.

Beeindruckende Bilder, solide Suspense, gute Darsteller und eine rechtzeitige Drehung von „Cliffhanger“ hin zu „Man on Fire“-Territorium addieren sich am Ende zu einem kommerziell absolut tauglichen Thriller, der vielleicht kein Rad neu erfindet, aber seine Werkzeuge gut einzusetzen weiß.

Einen Punkt Abzug gibt es allerdings für die schottischen Heulbojen-Songs, die den Film einstarten und rausbringen. Folklore hin oder her: Die machen wirklich Ohrenkrebs.

Fazit: Ein abwechslungsreicher, straffer und harter Kidnapping-Thriller vor beeindruckender Kulisse, der es bei den Kollateralschäden aber bis zur Karikatur überzieht.

http://www.youtube.com/watch?v=gLfjAPdtt88



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DMJ

„Die Rettung des kleinen Mädchens ist kaum als Erfolg zu werten, wenn am Ende dafür ca. ein Dutzend Unbeteiligte blutigst ihr Leben lassen mussten.“

Höhö, solche Fälle gibt es öfters. Zeigt immer wunderbar, wie selektiv und subjektiv die Darstellung in Spielfilmen ist. Ein Terrorist, der eigentlich hundert Leute töten wollte, tötet nur fünfzig, bis er erschossen wird? – In der Realität ein schlimmes Massaker, im Film eine Geschichte mit Happy End.

viewer
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Boah, ich halte ja noch nicht einmal den Trailer länger als 20 Sekunden aus, bei diesen „schottischen Heulbojen-Songs“ 🙂

Marcus
Marcus

Guter, toll gefilmter und gespielter kleiner Reißer. Nicht weltbewegend, macht aber für das, was er sein will, auch nichts falsch. 8/10

Peroy
Peroy

Der hätte mal besser im „Cliffhanger“-Terrain bleiben sollen, dann wär‘ er vielleicht ansehbar geworden… ab der Hälfte ist hier Schicht im Schacht.

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[…] A lonely place to die – Beinhartes Verfolgungsdrama in den schottischen Bergen, das von seinen exzellent inszenierten Actionszenen ebenso lebt wie von seinem pittoresken Hintergrund. […]

Peroy
Peroy
Peroy
Peroy

„@ Peroy: Für Das Manifest eine ziemlich hanebüchene, selbstverliebte und daher behauptete Kritik.“

Nun ja, zumindest kann ich jetzt behaupten, dass es wohl auch andere Leute gibt, die der Meinung sind, dass hier ab der Hälfte Schicht im Schacht gewesen ist…

heino
heino

Doch, der hat Spaß gemacht. 8/10

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[…] of May ♥ A horrible way to die ♥ A lonely place to die ♥ Attack the Block ♥ Cat Run ♥ Chillerama ♣ Cowboys & Aliens ♦ Deadheads […]