USA 2011 / REAL D / 92 MIN / ENGLISCHE OV

REGIE P.J. Pettiette
DARSTELLER Valerie Azlynn / Kevin Sorbo / Alicia Leigh Willis / Joel Moore / Ving Rhames

Story: Das nennt man wohl ein schlechtes Date – der Traummann, den Julia beim Internet-Dating kennen gelernt hat, entpuppt sich als ein gesuchter Serienkiller, der seine Opfer mit einem Buchstaben brandmarkt. Julia wird als 24. Spielzeug „Julia X“. Doch sie ist zäher, als der eigentlich gut vorbereitete Killer erwartet und dreht nach einer hysterischen Flucht kurzerhand den Spieß um – zusammen mit ihrer Schwester Jessica nimmt sie an ihm blutige Rache stellvertretend für das gesamte verhasste Geschlecht der Männer. Und das ist erst der schmerzhafte Anfang…

Kritik:

Abteilung „Psycho Sisters vs. The Alphabet Killer“ (was ein besserer Titel wäre, machen wir uns nichts vor)

Dies ist die zweite Sorte von Film, die wie für das Fantasy Film Fest gemacht ist: Knallharter und knallbunter Splattertrash, sexy und komisch, ohne jeglichen Anspruch, dafür mit blitzsauberer 3D-Komposition, die weit darüber hinaus geht, immer neue Hieb- und Stichwaffen in die Kamera zu halten. Grindhouse für das neue Jahrtausend und noch dazu ein prima Double Feature mit „Bitch Slap“, das leider unter dem Oberbegriff „Wir zeigen alles – außer Titten“ laufen könnte.

Der Fun, den man bei dieser wüsten Gewaltorgie mit viel Blut und schmatzigen Soundeffekten hat, sollte aber nicht überdecken, dass „Julia X“ vielleicht nicht inhaltlich, aber zumindest technisch auf sehr hohem Niveau spielt. Ich habe bis heute keinen Film gesehen, der seine Totalen so konsequent auf 3D trimmt, dass diverse Locations fast schon wie plastische Dioramen aussehen. Dazu ist das Bild kristallklar und im Gegensatz zu vielen anderen 3D-Produktionen hell und farbintensiv. Die Stunts und die Spezialeffekte sind bis auf kleinere Details handgemacht und verfehlen (auch dank viel Finesse in der Postproduktion) nicht ihre Wirkung. Hier tun die Schläge noch weh, zerplatzt das Glas noch knirschend, spürt man die Knochen knacken und brechen.

Die Darsteller (gerade mal vier, wenn man den Epilog mit Ving Rhames abzieht) stehen der technischen Leistung in nichts nach: Charmeur Kevin Sorbo kann seine jungenhafte, aber langsam verwelkende Attraktivität endlich mal in den Dienst der bösen Sache stellen und Valerie Azlynn mag zwar wie ein naives Häschen aussehen, hat aber ganz schön Pfeffer im schmalen Hintern. Es gibt sicher einen Haufen Darstellerinnen in Hollywood, die für so eine Rolle über Leichen gehen würden.

Klar kann man diskutieren, ob sich „Julia X“ durch kruden Gewaltslapstick gegen Ende des zweiten Akts ein weniger der eigenen Wirkung beraubt, ob man die Story nicht noch dunkler (und damit effektiver) hätte erzählen können. Ob das Ende nicht zu simpel ist. Die Parodie auf Springsteens „Born in the USA“ (und sein Video zu „I’m on fire“) nicht zu versteckt. Joel Moores Charakter nicht verschenkt. Aber in meinen Augen begeht man damit den Fehler, Mainstream-Maßstäbe bei einem Film anzulegen, der nur angetreten ist, um ohne Rücksicht auf Verluste Funsplatter zu bieten, und das in einer bewundernswerten Perfektion auch tut. Stellt euch nicht so an.

Fuck „Final Destination“ – SO will ich meinen 3D-Splatter haben!

Fazit: 3D-Trash mit hohem Tempo, viel Humor und konsequentem Splattervergnügen. Grindhouse ist nicht tot – es versteckt sich bloß auf dem FFF.

Kein Trailer vorhanden – hier ein Setvideo von Kevin Sorbo:



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Peroy
Peroy

„Dies ist die zweite Sorte von Film, die wie für das Fantasy Film Fest gemacht ist: Knallharter und knallbunter Splattertrash, sexy und komisch, ohne jeglichen Anspruch“

Unerträglicher Pansen-Müll wie „Convent“ oder „The Loved Ones“… ?

Dietmar
Dietmar

„tun die Schläge noch weh“

(Da ich für FFF keine Zeit habe, kommt von mir jetzt nicht viel mehr
😉 )

Uli
Uli

OMG das ist ja DER Kevin Sorbo.

S-Man
S-Man

Amen. 🙂

Jaa. Geil! Blut, Blut, Blut und Schlampen-Fights. Soo muss Trash aussehen. Ich hab mich königlich amüsiert. Und ich als eingefleischter 3D-Hasser muss wenigstens mal positiv sagen: Der erste 3D-Film, bei dem ich keine Kopfschmerzen bekommen hab. Woran das liegt, kann ich aber leider nicht sagen. Gut, dennoch hätte ich auf die dumme Brille verzichten können.

Hoffe, dass der irgendwann in meiner DVD-Sammlung landet.

DMJ

Reizt mich nun nicht so wirklich (wohl, weil in der Synopsis wieder das leidliche Geschlechterzeugs angesprochen wird), aber das Cover ist ziemlich großartig, muss ich sagen!

(Aber wo ich sehe, dass Peroy den amüsanten „The Loved Ones“ mit dem Hirnkrampf „The Convent“ in einem Atemzug nennt, verstehe ich seine Verbannung schon eher.)

Marcus
Marcus

@DMJ: Wieso, seine Einschätzung von „The Loved Ones“ war doch richtig?!

DMJ

Mir liegen sichere Ergebnisse vor, dass Leute, die „The Loved Ones“ nicht mögen, inkontinente Kannibalen sind.

Marcus
Marcus

@DMJ: Was? Ich piss Dich an und fress Dich auf, do!!! 😎

Nee, „TLO“ war ganz, ganz großer Mist.

Marcus
Marcus

So, nun auch gesehen. What he said.

Schick gefilmter, spielfreudiger, rabenschwarzhumoriger Splatter-Reißer. 8/10.

Dr. Acula

Jo. Ich fand das 3D an sich allerdings unnötig – technisch war das exzellent, fraglos (der Kameramann ist auch ein absoluter 3D-Spezialist), aber ich glaube, der funktioniert „flat“ auch nicht anders. Bin da vielleicht doch eher einer von der „3D MUSS IN YOUR FACE SEIN“-Schule 😀

trackback

[…] Julia X – blonde Schlampen treffen einen sadistischen Killer in den schönsten 3D-Tableaus, die ich bis heute gesehen habe – und zur allgemeinen Erheiterung bricht die Hölle los. […]

Peroy
Peroy

Ebenso stupider wie billiger Gewaltporno-Dreck für geistig Derangierte, der sich an seinen wenigen Gore-Einlagen aufgeilt und vom Zuschauer erwartet, es ebenso zu tun. Dabei trotz allem Blutvergießen aber trotzdem sterbenslangweilig. Witzig ist der Film übrigens auch nicht und wer hinter den Vorgängen tatsächlich so etwas wie schwarzen Humor vermutet, der hat keine Ahnung, was schwarzer Humor eigentlich ist. Ich empfehle ein Doppel-Programm mit dem ähnlich schlechten „The Loved Ones“, der ja ebenfalls als Komödie angepriesen wurde und bei dem es auch nie was zu lachen gab.

Das war ein gut angelegter Weihnachts-Gutschein…

Peroy
Peroy

Nur was… ?

noyse
noyse

ich hatte mir von julia x auch mehr erwartet, bin jetzt aber nicht ganz so enttäuscht wie peroy. einen vorzug hatte allerdings „the loved ones“ – in dem wurde wenigstens ab und zu genagelt

Peroy
Peroy

„ich hatte mir von julia x auch mehr erwartet, bin jetzt aber nicht ganz so enttäuscht wie peroy. einen vorzug hatte allerdings “the loved ones” – in dem wurde wenigstens ab und zu genagelt“

Hah, 5€ in die Wortspielkasse !

Peroy
Peroy

„Wie ich in meinem Review schon schrieb – “Julia X” ist der perfekte FFF-Film, den muss man im Kino mit Kumpels und in 3D anschauen. Mag sein, dass er daheim etwas verliert, aber ich habe ihn neulich erst wieder gesehen und mag ihn immer noch.“

Wie kann ein Film, der nie was hatte, beim Sprung von der Leinwand auf die heimische Flimmerkiste etwas verlieren… ? Welche Vorzüge hat dieser witzlose Gewaltporno, wenn man ihn mit mehreren Leuten sieht ?

Peroy
Peroy

„@ Peroy: Das ist eine so leere und sinnfreie Frage wie das beliebte “Was war an DEM denn gut????”. Ich kontere mit der (nicht weniger leeren) Phrase “Du hast den halt nicht verstanden”.“

[Spasti]

„Wahs gahb ess dänn dah zuh vastehn… *gni* ?“

[/Spasti]

Howie Munson
Howie Munson

Spastiker sind nicht geistig behindert… Leute mit Tourette auch nicht zwingend.

Peroy
Peroy

„Spastiker sind nicht geistig behindert… Leute mit Tourette auch nicht zwingend.“

Natürlich ist niemand, der sich so toll Karten merken kann, geistig behindert…

trackback

[…] Kritik: Es ist immer gefährlich, wenn Filme im Vorfeld als “garantierte Crowdpleaser” gehandelt werden – weil “garantiert” auch immer “kleinster gemeinsamer Nenner” und “berechenbar” bedeutet. Außerdem sind die besten Crowdpleaser die, die überraschend kommen (siehe “Julia X”). […]

trackback

[…] ♦ F ♣ Grave Encounters ♣ Hair of the Beast ♦ Hell ♥ Hideaways ♦ Innkeepers ♥ Julia X ♣ Kill List ♣ Little Deaths ♣ Norwegian Ninja ♦ On the Ice ♦ Perfect Sense […]