afmgrave9Kanada 2010 / DCP / 92 MIN / ENGLISCHE Ov

REGIE THE VICIOUS BROTHERS
DARSTELLER Sean Rogerson / Juan Riedinger / Ashleigh Gryzko / Merwin Mondesir / Mackenzie Gray

Story: Das Team der „Grave Encounters“-Reality-Show beginnt mit Dreharbeiten in der verlassenen Collingwood-Irrenanstalt, in der es Geister geben soll. Obwohl sie selbst davon ausgehen, dass alles Fake ist (und einige Vorkommnisse für ihre Show hinbiegen), häufen sich die tatsächlichen seltsamen Ereignisse. Und am Ende werden nur 72  Stunden Filmmaterial bleiben, aus denen rekonstruiert werden kann, was mit dem Moderator und seiner Crew danach geschehen ist…

Kritik:

Abteilung „You can check out any time you like, but you can never leave…“

Schnarch. Ist diese ganze „found footage“-Nummer nicht endgültig durch? Klar werden die Macher von „Grave Encounters“ argumentieren, sie hätten einen neuen Ansatz gefunden: Hier geht es um eine der vielen getürkten Reality-Shows à la „Ghost Hunters“, der bei der zynischen Inszenierung tatsächliche paranormale Ereignisse dazwischen kommen. Ist quasi meta. So war das bei „Blair Witch Project“ ja nicht. Oder bei „Paranormal Activity„. Aber dann eben doch schon bei „The St. Francisville Experiment“, einem BWP-Abklatsch aus der Schmalhans-Küche von Charles Band. Vor 12 Jahren.

Kurzum: Es ist nichts neu, alles sehr billig, und mit einem so leidenschaftslosen Blick auf die Vermarktbarkeit produziert, dass keine wirkliche Freude (oder gar Spannung) aufkommen kann. Es beißt sich ja auch die Katze in den Schwanz: Ein Film, der die Verlogenheit „paranormaler“ TV-Shows als Aufhänger nimmt, aber selber nur den Abklatsch eines Abklatsches daraus wringt? Da passt es auch wieder ganz gut, dass sich die Regisseure albernerweise „The Vicious Brothers“ nennen.

Das Hauptproblem solcher Filme ist allgemein, dass sie außer dem direkten aber unerklärlichen „scare“ kaum Fleisch bieten können. Durch die Augen der Protagonisten können wir keinen autarken Blick auf die Geschehnisse werfen, keine Zusammenhänge erkennen, keinen Schritt von der Szenerie weg machen. Was am Anfang noch Intimität und Paranoia erzeugt, läuft dann schnell leer, wenn die Attacken aggressiver werden, ohne dass der Plot weiter entwickelt wird. Bis zu ersten konkreten Konfrontation vergeht eine dröge Stunde, die letzten 30 Minuten werden mit Gekreische, Geheule und Wackelkamera rum gebracht. Klappe zu, Affe tot.

Ist aber nicht so, dass „Grave Encounters“ ALLES falsch macht: Die Darsteller sind ordentlich, die Mechanismen der Ghosthunter-Shows werden gut reproduziert, und die Idee, dass Gänge endlos werden und Türen immer wieder in die gleichen Räume führen, sorgt für eine wohlige Schauerstimmung. Es addiert sich nur dann leider zu nichts.

Fazit: Pseudo-authentischer Doku-Grusel für Horror-Anfänger und Freundinnen, denen es in Geisterbahnen schaudert. Darüber hinaus: ca. 100 mal gesehen, davon ca. 99 mal besser. Ein Film, der nervt.

gizmos2



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Marcus
Marcus

Das heißt, ich darf mein Vorurteil beibehalten?

Film: „Und sie verschwanden spurlos. Hier nun die Filmaufnahmen, die von ihnen gefunden wurden…“

Ich: „Nein.“ *Fernseher ausmach*

Einzige Ausnahme: die „Ghostfacers!“-Episode von „Supernatural“. Ihr Geheimnis: die ist LUSTIG.

Karsten
Karsten

Was mir nur auffällt, dass das Bild, dass Youtube hier als Start einbindet, bevor man auf „Play“ drückt, ausgerechnet das (zumindest für mich als nicht-so-gern-horror-gucker) erschreckendste im ganzen Trailer ist ^^

Ansonsten bin ich von solchen Filmen echt nicht angetan.. ich gehör aber auch zur Sorte „kann danach tagelang nicht schlafen“.. keine Ahnung wieso. Paranormal activity war genau so ein Ding.. muss ich nicht mehr sehen.

reptile
reptile

Kann man „found footage“ eigentlich schon als Subgenre des Horrorfilms bezeichnen?

Peroy
Peroy

„Paranormal activity war genau so ein Ding.. muss ich nicht mehr sehen.“

Ich auch nicht… nie wieder… so eine dumme, furzlangweilige Scheisse…

„Eine Tür knarzt – Der Film“

Snyder

@Karsten:
Das Vorschaubild wirkt aber um einiges besser als die entsprechende Szene im Trailer … vorallem weil das 1:1 aus diesem Youtubetrend „Demon Face“ stammt und nichtmal gut gefxt ist

DMJ

@reptile:
Würde sagen, ja. Und obwohl es seit „Cannibal Holocaust“ ja Jahre brach lag („Mann beisst Hund“ als einziger Streckenposten, wenn man den zählen will), ist es jetzt schon schlimmer ausgereizt und ausgeleiert als Slasher und Zombies. 🙁

Obwohl…ich möchte die bei Youtube unter „Marble Hornets“ zu findende Slender Man-Reihe lobend erwähnen. Die ist trotz ähnlichen Konzepts großartig.

Marko

Das Standbild da oben ist tatsächlich ziemlich cool, aber bewegt wirkt’s schon gleich gar nicht mehr, weil es wie ein Computereffekt aussieht (klar, ist einer, sollte halt nur nicht wie einer aussehen …).

Ansonsten ist das Thema wirklich durch. „Noroi, the Curse“ gucken, gruseln, fertig. Kabutaba!

Peroy
Peroy

„@ DMJ: Für mich ist der “Erfinder” des Genres Reiner Erler – “Die Delegation” gucken und staunen…“

Nö.

Marcus
Marcus

@Torsten: hieß der nicht *Rainer* Erler?

Peroy
Peroy

Nee, Whatev Erler heißt der ned…

Marcus
Marcus

So hieß er nicht. 🙂

Marcus
Marcus

Peroy, du Pointendieb!

Peroy
Peroy

Jaja, fuck you. Meins !

Achim
Achim

Aber Rainer ist doch normal, Reiner ist bescheuert und daher selten, z. B. beim Calli.

BTW sollte man Calli mal einen Tag lang bei jedem Kauf eine überflüssge, teure Versicherung andrehen, wenn er nicht aufpasst und NEIN sagt, genau wie seine Jungs von fluege.de.

Peroy
Peroy

Reiner ist wie Torsten ohne H…

Howie Munson
Howie Munson

OT @Achim: sidn die sockenpuppen von swoodo auch klickfallensteller?
und ich bin relativ sicher das Calli nicht weiß, was „seine Jungs“ so machen….
(oder hat der Geldsorgen?)

Aber hast recht man sollte ihm (und jeden anderen der sowas bewirbt) schon mit dem Holzhammer im RL vor Augen führen.

Karsten
Karsten

@snyder: Es gibt einene Youtubetrend „Demon Faces“?? Ich glaube, ich bin da zu selten. Schaue doch sonst immer nur lol-cats-videos *ironie rulez* 😀

Ich bin überrascht, mit Peroy einer Meinung zu sein.. wenn auch aus verschiedenen Beweggründen. Das Resultat zählt 😀

DMJ

Ach stimmt, „Die Delegation“ kenne ich auch, das ist wirklich gut.

Aber auch wenn es im gleichen Subgenre ist, geht es noch einen etwas anderen Kurs, da es ja mehr die Arbeit seines Protagonisten zusammenfasst, aber nicht „bis zuletzt“ dabei ist, mit anderen Worten, der vielleicht einzige Vertreter, der nicht mit dem Herunterfallen der Kamera endet. 😉

Achim
Achim

@Peroy, Torsten ist dann doch besser als Thorsten.
OT@Howie, bei den Sockenpuppen kannst du nix direkt kaufen, die finden nur und sagen dir, wo. Was glaubst du, warum solche Seiten wirklich empfohlen werden.
WV, der Exkurs war jetzt lange genug, ich höre mit dem OT auf!

G

Ich habe mir mal erlaubt, in diesem Artikel auf dein Review zu verlinken: http://trugbilder.blogspot.co.at/2013/07/episode-50-von-joe-und-tess-smalley.html

G
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