02
Apr 2011

Kino Kritik: Source Code

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Source Code Movie PosterUSA 2011. Regie: Duncan Jones. Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga.

Story: Colter Stevens ist kurz eingenickt, wacht in einem Pendlerzug nach Chicago auf, wo Kollegin Christina fröhlich auf ihn einredet. Das Problem: Colter ist Hubschrauberpilot in Afghanistan und müsste eigentlich im Einsatz sein. Schlimmer noch: Er ist nicht mehr Colter, sondern befindet sich im Körper eines gewissen Sean Fentress, der sich mit Christina auf dem Weg zur Arbeit befindet. Und obendrauf endet der kurze Trip nach acht Minuten mit der Explosion des gesamten Zuges…

Kritik: Die Inhaltsangabe reflektiert nur die ersten zehn Minuten des Films. Mehr möchte ich nicht verraten, denn "Source Code" zieht die Suspense sehr stark aus der Unvorhersehbarkeit der Ereignisse, aus den Twists und Plotwendungen. Soviel sei noch verraten: Es ist ein Parallelwelt-Thriller mit Anleihen an "Und täglich grüßt das Murmeltier" (mehr noch dem zeitgleichen "12:01") und vor allem "Butterfly Effect". Ihr wisst schon: Filme, die Ereignisse wieder und wieder zeigen, um mögliche oder unmögliche Veränderungen zu dokumentieren.

Zuerst einmal ein paar Dinge, die mir gegen den Strich gehen: Das Poster macht auf "Inception", Jake Gyllenhaal wird als Actionheld dargestellt (er ist im Film nie so angezogen und rennt auch nicht mit einer Knarre umher), und der Titel ist sowieso Kappes. Nichts am Konstrukt des Films oder des Dilemmas von Colter hat irgendwas mit "Source Code" zu tun. Es ist ein willkürliches "buzz word", das mich fast vom Kino fern gehalten hätte, weil ich dachte, es ginge wieder um so eine "Social Network"-Kiste. Alles an diesem Streifen ist demnach "false advertising", vergleichbar mit "Sucker Punch".

Das ändert aber nichts daran, dass der tatsächliche Film ein kleiner, feiner Sci Fi-Thriller in "Twilight Zone"-Manier ist, der eine beträchtliche Spannung aufbaut und diese auch bis ins Finale hält. Das liegt vor allem daran, dass nicht nur Colters Versuche, die Vorgänge in der Endlosschleife zu beeinflussen, nie wirklich durchschaubar sind – auch der erzählerische Rahmen (also die Umstände, die Colter in dieses Szenario bringen) ist desorientierend und wird erst im Verlauf der weiteren Handlung aufgedröselt. Damit hat "Source Code" zwei Erzählebenen, die mit ihren eigenen Rätseln, Problemen und Irrtümern aufwarten. Das sorgt für doppeltes Tempo und eine hohe Dichte an Überraschungsmomenten.

Entgegen meiner üblichen Gewohnheiten stört es mich hier auch nicht, dass das gesamte wissenschaftliche Konstrukt hinter dem "Source Code" nur vage angerissen wird und bestenfalls oberflächlich betrachtet Sinn ergibt. Diese "What if…?"-Szenarien leben nicht von der Plausibilität der wissenschaftlichen Grundlage, sondern von der Auswertung. Ähnlich wie bei Zeitreisefilmen verstrickt man sich bei Parallelwelten gerne in Widersprüche – und "Source Code" umgeht das durch Beschränkung auf das Nötigste.
source-code
Die Tatsache, dass "Source Code" budgetmäßig augenscheinlich im niedrigen bis mittleren Bereich angesiedelt ist, fällt eigentlich nur bei der großen Explosion auf, die eher praktikabel als spektakulär umgesetzt wurde und auch in einem TV-Streifen nicht aus dem Rahmen fiele. Gyllenhaal gibt einen überzeugend zerrissenen Helden, Farmiga und Monaghan sind attraktives Beiwerk.

"Source Code" ist kein "vom Hocker reißer". Er ist ein sympathisch bescheidener Film, wenn man einem Film ein solches Attribut überhaupt geben kann. Er verfolgt eine clevere Grundidee konsequent, macht dabei nicht mehr Spektakel als nötig, und kommt am Ende zu einem befriedigenden, wenn auch nicht welterschütternden Abschluss. Sehr storygebunden, sehr emotional, dialoglastig – da kann man auch prima die Freundin mitnehmen, die sonst gar nichts für "so Science Fiction-Kram" übrig hat. Es würde mich nicht wundern, wenn ab nächstes Jahr preiswerte DVD-Sequel wie bei "Butterfly Effect" folgen. Das Konzept ist beliebig weiterdenkbar.

"Source Code" ist so ziemlich das Gegenteil von "Sucker Punch" und damit auch das perfekte Mittel, sich die Synapsen wieder etwas sauber zu spülen. Film als Film, nicht als Jahrmarktschreierei.

Gut, vom Regisseur von "Moon" hatte ich ein wenig mehr erwartet, auch wenn "Source Code" durchaus eine geschickte Weiterentwicklung von "Moon"-Themen ist. Vom Autor von "Species III" und "Species IV" hätte ich hingegen weniger erwartet. Karmische Balance, so sieht sie aus.

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Muriel
2. April, 2011 13:21

Einfach nur, weil man es gar nicht oft genug sagen kann: Nach deiner Kritik hätte ich mir den Film gewiss angesehen.
Nachdem ich jetzt weiß, dass er vom selben Regisseur ist wie Moon (Ist er doch, oder?), bin ich mir gar nicht mehr sicher.
Der war sooooo doof und langweilig.

Stefan
Stefan
2. April, 2011 13:59

Ist der deutsche Release Tag schon bekannt?

Peroy
Peroy
2. April, 2011 15:33

"Einfach nur, weil man es gar nicht oft genug sagen kann: Nach deiner Kritik hätte ich mir den Film gewiss angesehen.
Nachdem ich jetzt weiß, dass er vom selben Regisseur ist wie Moon (Ist er doch, oder?), bin ich mir gar nicht mehr sicher.
Der war sooooo doof und langweilig."
Ich geb ihm eine Chance. "Moon" war zwar echt ein Lamer von der Sorte "Da hätte man auch 90 Minuten lang eine Backsteinmauer abfilmen können", aber "Source Code" klingt nach pfiffigem High Concept.
Nicht, dass man solche Zeitschleifen-Thriller nicht auch problemlos an die Wand fahren könnte, wie "Butterfly Effect" und "The Jacket" gezeigt haben…

Torsten Dewi
2. April, 2011 15:54

Quatsch, der erste BE war klasse! Und Moon sowieso!

Stormking
Stormking
2. April, 2011 16:15

@Wortvogel: Wieso tummeln sich in Deinem Blog eigentlich soviele Leute, die von guten Filmen keine Ahnung haben? "Moon" war letztes Jahr das Gegengift für dieses unsäglich bunte, laute und todlangweilige "Avatar" und Source Code könnte – wie Du schon sagtest – dasselbe für "Sucker Punch" sein.
Mal schauen, welche Big-Budget-Enttäuschung Jones nächsten Sommer ausgleichen darf. Wenn "Souce Code" an der Kinokasse gut läuf, sollte ja der Weg frei sein für seinen zweiten Film im Moon-Universum, "Mute".

Muriel
2. April, 2011 16:35

@Stormking: Wahrscheinlich fühlen die sich in deiner Gesellschaft einfach zuhause.
Im Ernst: Ich finde Peroys Vergleich ganz treffend.
Eine Backsteinmauer täte eine Zeitlang vielleicht wirklich gut nach einem so schauderhaften Film wie Avatar, und sie hätte gegenüber Moon den Vorteil, dass man nach 90Minuten entspannt aufstehen und weggehen kann, ohne sich dreist verschaukelt vorzukommen und sich sein Geld zurück zu wünschen.
Und ganz im Ernst: Ich gönne jedem seinen Spaß an Moon, auch wenn ich nur mittelbar welchen hatte, und werde mir Source Code sicher bei Gelegenheit ansehen.

Thomas Thiemeyer
2. April, 2011 17:50

"Moon" gehört für mich zusammen mit "District 9" zu den besten SF-Filmen 2009. Ich rede von richtiger SF, nicht von Star Wars oder irgendwelchem Superheldengedödel, das mit einem Haufen Technik und Eye-Candy darüber hinwegtäuschen will, dass es nur aufgemotzte Fantasy ist.
Klar, Moon kann nicht mit hochhackigen Silikon-Schnitten, harten Macho-Sprüchen und großkalibrigen Wummen aufwarten, aber er punktet mit einer intelligenten Story, einem fabelhaften Hauptdarsteller und sparsamen aber trotzdem überzeugenden Dekors. Wer, wie ich "Silent Running" und "2001" mag, für den ist Moon der richtige Film.

Peroy
Peroy
2. April, 2011 18:42

"Quatsch, der erste BE war klasse! Und Moon sowieso!"
Gegen so viele Argumente komme ich nicht an.

Baumi
Baumi
2. April, 2011 21:48

Hat einer von euch eigentlich mal "Rogue Moon" gelesen? (Dt. "Projekt Luna") Wirkt so wie das, was heraus käme, wenn man "Moon" und "Source Code" kreuzt, einen Hauch von "Portal" und eine Prise "Cube" hinzu gibt. (Ist aber schon ca. 40 Jahre alt.)

Dr. Acula
3. April, 2011 04:03

Also, wer bei "Moon" nicht erkennt, dass das wirklich ein verdammt guter Film ist (und für meine Begriffe auch deutlich besser, weil cleverer, als "District 9"), dem würde ich, wäre ich ein böser Mensch, jegliche Kompetenz für Filmbewertung absprechen. Bin aber nicht böse 😉 "Source Code" will ich jedenfalls sehen. Der Bowie jr. kann schon was…

Peroy
Peroy
3. April, 2011 06:49

Was an dem saft- und kraftlosen Nichts von Film "Moon" clever sein soll, muss da aber erstmal dezidiert auseinandergefriemelt werden…

Thomas Thiemeyer
3. April, 2011 08:08

Er setzt sich mit den Themen Einsamkeit, Isolation und Selbstbestimmung auseinander. Er lädt ein, über die Frage nachzudenken, in wie weit wir alle Herr über unser eigenes Schicksal sind und ob wir nicht von "höheren Mächten" (in diesem Fall einem übermächtigen Wirtschaftskonzern) instrumentalisiert werden. Vor dem Hintergrund dieser menschenleeren Welt wird die Frage nach scheinbarer Selbstbestimmung spürbar intensiviert.
Recht anspruchsvoller Stoff für ein Ein-Personen Stück, wie ich finde. Abgesehen davon, dass ich ihn spannend und mysteriös fand und zu KEINEM Zeitpunkt wusste, wie die Sache ausgehen wird.
Und ja, er ist cleverer als District 9 – der dafür aber mit grandioser Optik und einem nicht zu überbietenden schwarzen Humor punkten kann.

Dietmar
Dietmar
3. April, 2011 08:21

Ich schließe mich voll umfänglich (hübsch, gell?) dem Pro-Moon-Bündnis an.
Und muss sagen, dass ich Peroys Reviews, soweit gelesen, intelligent, treffend und unterhaltsam finde, weswegen mich dieses Statement wunder nimmt (eine viel zu selten benutzte Formulierung …).

Muriel
3. April, 2011 09:42

@Thomas Thiemeyer: Ich weiß natürlich nicht, wie Peroy das sieht, aber dass der Film sich mit wichtigen Themen auseinandersetzt und an sich selbst hohe Ansprüche stellt, ist von meiner Seite unbestritten. Könnte man über Avatar aber auch sagen.
Mir geht es darum, dass Moon ein phänomenal langweiliger Film ist, weil nichts passiert und weil diese Frage, über die nachzudenken er einlädt, meiner Meinung nach auch schon so abgenutzt und klischeehaft geworden ist, dass man es ihm kaum noch vorwerfen kann, dass er ihr nichts Interessantes abgewinnen kann.
Sicher war ein großer Teil des Problems für mich auch, dass ich den einen Charakter des Films flach, unsympathisch und in seinem Verhalten so unverständlich fand, dass jede Form von Identifikation zuverlässig unterbunden wurde.
Und zu guter Letzt: Das Ende habe ich auch nicht kommen sehen, weil ich mir trotz allem bis zum Schluss nicht vorstellen konnte, dass es so lahm wird.
Aber ich denke, da haben wir wohl einfach eine unüberwindliche geschmackliche Differenz. Ach ja, eins noch:

"“Moon” gehört für mich zusammen mit “District 9″ zu den besten SF-Filmen 2009."

Das Entsetzliche ist, dass du da durchaus Recht haben könntest.

Thomas Thiemeyer
3. April, 2011 10:36

Für mich speist sich die Spannung aus dem Nicht-wissen, was geschieht und der Frage, wie alles aufgelöst wird. Zugegeben, die Antwort ist recht prosaisch, aber sie ist logisch und konsequent. Und das schätze ich weitaus höher als ein pseudo-intellektuelles, an den Haaren herbeigezogenes Esoterik-Ende. Deswegen sagte ich auch, es ist RICHTIGE SF. Realistisch und sozialkritisch.
Ein anderer Film, der in dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben sollte, ist Gattaca. Die beiden haben für mich einen ähnlichen Stellenwert.

Muriel
3. April, 2011 11:10

Nichtwissen ist für Spannung wohl eine erforderliche, aber eben nicht ausreichende Bedingung.
Gattaca habe ich zwar nicht gesehen, bestätigt nach allem, was ich darüber weiß, aber meine Vermutung, dass wir geschmacklich nicht zusammen kommen.
Ich bin mehr der Alastair-Reynolds-Typ, wenns um SF geht. Diese düster brütenden Alles-ist-Mist-Zukunft-Geschichten gehen mir so maßlos auf den Geist.

umbra
umbra
3. April, 2011 11:35

"“Source Code” ist so ziemlich das Gegenteil von “Sucker Punch” und damit auch das perfekte Mittel, sich die Synapsen wieder etwas sauber zu spülen. Film als Film, nicht als Jahrmarktschreierei."
Besser ’nen Jahrmarkt im Fernseher, als ’ne Schlaftablette….

DMJ
3. April, 2011 16:10

Oha, sollte hier etwa ein Krieg unterschiedlicher SF-Fraktionen ausbrechen?
Wenn ja, erkläre ich mich gleich zur neutralen Schweiz (*schauder*) – ich mag SF zum Denken, mag es aber auch, wenn ein Zukunftssetting einfach nur als Grund für fettere Waffen genutzt wird, mag düstere wie helle Zukunftswelten, und laute wie leise Filme.
Vorm noch ungesehenen "Moon" habe ich aber irgendwie Angst…ich will ihn eigentlich mögen, fürchte aber, mich zu langweilen.

heino
heino
3. April, 2011 16:58

"Moon" hat mich ziemlich zwiespältig zurückgelassen. Einerseits mag ich Sam Rockwell und fand den Film auhc ganz gut gemacht (wenn auch äußerst unspektakulär), aber andererseits hat er bei mir bisher noch nicht den Reiz ausgelöst, ihn nochmal sehen zu wollen, weil er eben nicht sonderlich unterhaltsam war. "Source Code" werde ich mir ansehen, wenn es die Zeit und die recht merkwürdigen Spielpläne der Kölner Kinos irgendwie ermöglichen, zumal ich diese Art von Filmen wirklich mag. Aber ich schraube mal meine Erwartungen etwas runter.
Und dass "Moon" zu den besten SF-Filmen von 2009 gehört, ist kaum eine Auszeichnung, da sonst in dem Jahr (wenn man wie Thomas sämzliche Superhelden- und SWartigen Filme ausschliesst) fast nur Müll im SF-Sektor erschien.

Action Jackson
Action Jackson
3. April, 2011 18:33

Wo kann man denn Peroys Reviews lesen?
MfG

Wortvogel
Wortvogel
3. April, 2011 19:42

Ich halte die Diskussion über Moon für hinfällig, weil lediglich subjektiv "gut/schlecht" diskutiert wird. Da gehen die Meinungen augenscheinlich auseinander. Das ist auch okay so. Meine eigene habe ich ja im oben verlinkten Review geäußert.
Aber auch hier gilt (wie bei Sucker Punch): Schade, wenn jemand aus einem schlechten Film den Entschluss zieht, sich den nächsten Film des Regisseurs gar nicht mehr anzusehen. Dann würde ich nicht mehr ins Kino gehen oder die DVD einlegen, wenn Boll oder Bay drauf steht. Aber als Kinofan ist man ein Kind der Hoffnung.
Source Code ist gut – in meinen Augen hängt das nicht von der Frage ab, wie man Moon findet.

Peroy
Peroy
3. April, 2011 21:11

"Aber auch hier gilt (wie bei Sucker Punch): Schade, wenn jemand aus einem schlechten Film den Entschluss zieht, sich den nächsten Film des Regisseurs gar nicht mehr anzusehen. Dann würde ich nicht mehr ins Kino gehen oder die DVD einlegen, wenn Boll oder Bay drauf steht. Aber als Kinofan ist man ein Kind der Hoffnung.
Source Code ist gut – in meinen Augen hängt das nicht von der Frage ab, wie man Moon findet."
Na ja, es ist schon ein Unterschied, ob einer wie Jones jetzt einen Film wie "Moon" macht (mit dem objektiv betrachtet nicht viel verkehrt ist, den ich aber einfach als quälend langweilig empfunden habe, weil halt nichts von Belang passiert), oder ob in Hansel wie Snyder ein ärgerliches Machwerk nach dem anderen raushaut, die inhaltlich und ideologisch halt voll deneben liegen… da kann man nach drei, vier Filmen schon davon ausgehen, dass der nächste wohl auch nicht den persönlichen Geschmack treffen wird…
Und "Source Code" hat anscheinend ja schon mal eine Explosion (die geloopt werden wird, nehme ich mal an), von daher ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung… also kann ich davon ausgehen, dass in dem Film wenigstens "etwas" passiert… 😀

Peroy
Peroy
3. April, 2011 21:19

"Wo kann man denn Peroys Reviews lesen?"
Schamlose Werbung in eigener Sache:
http://trashtalk.badmovies.de/phpBB2/viewtopic.php?f=54&t=6578

heino
heino
3. April, 2011 21:28

Da bin ich auf der Seite von Peroy. Wenn ein Regisseur mehr als einen Film macht, mit dem ich aus welchem Grund auch immer nicht viel anfangen kann, habe ich schnell keine Lust mehr, meine Zeit mit seiner Arbeit zu vergeuden. Und Snyder steht kurz davor. Jones ist noch weit davon entfernt, weil Moon objektiv nicht schlecht war und ich mir von Source Code noch einiges verspreche.

Andy
Andy
3. April, 2011 22:19

Ich erhoffe mir von Duncan Jones noch mehr gutes
Kino und hoffe das er im Strudel der Studiosysteme nicht untergeht.
Denn der Mann hat meiner Meinung nach viel Potential!
Sein letzter geplanter Film Mute wird ja leider nicht produziert weil
"Wie Wortvogel ja schon einmal in einem anderen Zusammenhang erklärt hatte"
Die Story laut den Produzenten auch in einer anderen (billigeren) Umgebung als in der Zukunft funktionieren würde!
Bin auf jeden Fall gespannt was von Duncan Jones noch so kommt.

Dietmar
Dietmar
4. April, 2011 09:48

"Ich halte die Diskussion über Moon für hinfällig, weil lediglich subjektiv “gut/schlecht” diskutiert wird."
Gut, aber eine letzte Bemerkung erlaube ich mir: Wie stellt man wohl die Eintönigkeit des Lebens allein auf einer Mondstation dar? Ist es zu erwarten, dass integere Hochglanz-Helden solche Jobs übernehmen, die unter solchen Bedingungen "sauber" bleiben? Langweilig ist anders.

Muriel
4. April, 2011 11:47

@Dietmar:

Wie stellt man wohl die Eintönigkeit des Lebens allein auf einer Mondstation dar?

Wenn das das einzige Ziel des Films war, ist er in der Tat als grandioser Erfolg zu bewerten.

Dietmar
Dietmar
4. April, 2011 11:54

@Muriel: Glaube ich nicht, dass das das einzige Ziel war 🙂

Muriel
4. April, 2011 12:02

@Dietmar: In dem Fall… Nicht so grandios.
Schon gut, ich hör schon auf, ich bin schon still.

Dietmar
Dietmar
4. April, 2011 12:23

@Muriel: Ich fand den wirklich spannend und interessant.
Gestern habe ich "The American" gesehen: Auch da entwickelt sich alles langsam, man bleibt viel bei einem Darsteller, sieht ihm minutenlang beim Schrauben und albträumen zu. Soweit ich weiß, ist der Film eher gefloppt. Was soll ich sagen, ich finde ihn großartig.
Vielleicht ist es einfach so, wie Torsten schrieb, nämlich eine Frage des Geschmacks (wobei meiner selbstredend vorzüglich ist 😉 ).

Muriel
4. April, 2011 12:35

@Dietmar: Ob das für dich nun eine Enttäuschung ist, oder eher Anlass zur Freude: Ich fand The American auch großartig. Das lag zum Beispiel daran, dass die Handlung für mich einen Sinn ergibt, dass ich die Motivation der Charaktere verstehe, und dass ich sie sogar einigermaßen sympathisch finde und mich deshalb interessiert, was mit ihnen geschieht.

Dietmar
Dietmar
4. April, 2011 13:32

@Muriel: Wahrscheinlich ist meine Empathie-Fähigkeit stärker ausgeprägt …
*duck-und-weg*

heino
heino
4. April, 2011 18:53

@Dietmar:ich würde eher sagen, deine Toleranzschwelle in Sachen Langweile liegt einfach höher *hehe*

Julian
4. April, 2011 20:58

Ich hatte es so verstanden, dass die beiden keine Kollegen sind, die gemeinsam zur Arbeit fahren, sondern sich nur vom gemeinsamen Zugfahren her kennen und daher eine gewisse Vertrautheit haben, sich aber eigentlich sonst gar nicht kennen. Das löst für mich die Szene mit dem Kaffee besser auf.
Zu der "großen Explosion" möchte ich anmerken, dass mich im Kino geärgert hat, dass da eine Art Atompilz aufstieg. Eine schmutzige Bombe und eine Atombombe haben so gar nichts gemeinsam. Normale Explosionen machen einfach nur "Wumm", dann zieht eine Wolke / ein Feuerball nach oben ab. Nur bei echt heftigen Explosionen reißt der Sog des aufsteigenden Feuerballs Staub und Dreck auch weiterhin mit nach oben (weil diese Rauchringströmung entsteht), was den "Stamm" des "Pilzes" erklärt. Naja, archivieren wir das mal unter künstlerischer Freiheit.
Amüsiert habe ich mich allemal, und er war wesentlich besser als erwartet, fand ich. Ich würde 5-6 von 10 Punkten geben, erwartet hatte ich 3.

Dietmar
Dietmar
5. April, 2011 09:12

@heino: Jetzt habe ich ein einziges Mal (!) Muriel mal elegant und eloquent ausgekontert, da grätscht Du mir in die Parade!
Das ist nicht nett.
Nicht nett …
*flenn*

Dietmar
Dietmar
5. April, 2011 09:16

@Julian: Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber in der Ausbildungs-Kompanie, in der ich diente, hatten wir einen Sprengmeister, der uns mit einer recht geringen Menge eines bestimmten Sprengstoffes einen "Atompilz" in klein vorführte. Und das war keine Kernspaltung.
Hoffe ich jedenfalls sehr …

heino
heino
14. Juni, 2011 22:46

Meine Herren, war das ein Langweiler. Nach der ersten halben Stunde sackt der dermassen ab und kriegt auch die Kurve nicht mehr, und das Ende ist mal wieder typischer Hollywood-Kitsch. "Moon" war zwar auch nicht spannend, fährt seine Grundidee aber auch nicht ansatzweise so krass gegen die Wand. Das war echt mal Geld- und Zeitvergeudung:-((

Peroy
Peroy
14. Juni, 2011 22:52

Aber… aber… … … Explosionen… ? 🙁

heino
heino
15. Juni, 2011 10:55

Nein, nur eine Explosion, die uns mehrfach um die Ohrne gehauen wird. Zugegeben, die sieht gut aus, aber das war dann auch schon alles:-(

Peroy
Peroy
15. Juni, 2011 11:06

Ich hab' übrigens am Wochenende "Monsters" gesehen weil der Wortvogel meinte, der wär' gut… ich lern’s auch nicht mehr… 😛

Muriel
15. Juni, 2011 11:30

@Peroy: Mein Mitgefühl ist dir sicher.
Wenn du Hilfe brauchst, bin ich ansonsten auch für dich da. Wir Wortvogelopfer müssen zusammen halten.

Peroy
Peroy
15. Juni, 2011 11:52

Man müsste mal ’ne Liste machen…
Monsters
Moon
Ferryman
Fall 39
The Descent
Starship Troopers 3
Source Code (?)
😛

Peroy
Peroy
31. Oktober, 2011 21:42

Was war das denn für ein Haufen Dreck ? 😕
SPOILER
Was ist eigentlich mit dem Typ, in den Gyllenhaal aus der Paralleldimension geschlüpft ist? Ist der komplett aus der Existenz gelöscht worden? Na, dann muss er sich ja wenigstens nicht darüber krämen, dass seine Ische von einem Toten weiterversorgt wird…

Dietmar
Dietmar
31. Oktober, 2011 23:38

@Peroy: Ich habe den auch vor ein paar Tagen gesehen. Deine Kritik ist der einzige Punkt, der mich auch irritiert hat. Weil es aber darum nicht geht, er sowieso gestorben wäre (oder ist), fällt das nicht so in´s Gewicht. Ich finde den Film gut.
Oder so gesagt: "Ähnlich wie bei Zeitreisefilmen verstrickt man sich bei Parallelwelten gerne in Widersprüche"
Ist halt so.

Peroy
Peroy
1. November, 2011 00:11

Ja, ich kann auch ’nen Turm kacken und dann sagen ich wär' Architekt…
"Ich habe den auch vor ein paar Tagen gesehen. Deine Kritik ist der einzige Punkt, der mich auch irritiert hat. Weil es aber darum nicht geht, er sowieso gestorben wäre (oder ist), fällt das nicht so in´s Gewicht. Ich finde den Film gut."
Ich glaube nicht, dass du den Film verstanden hast.

Dietmar
Dietmar
1. November, 2011 00:58

Ja, das wird´s sein. Meine intellektuelle Reichweite ist nicht groß genug.

Peroy
Peroy
1. November, 2011 01:59

Dem stimme ich zu.

Dietmar
Dietmar
1. November, 2011 02:05

Und das ist mir egal.

Marcus
Marcus
1. November, 2011 02:30

@Dietmar: sag ihm, er soll "Ghost Rider" gucken gehen.

Dietmar
Dietmar
1. November, 2011 03:00

@Marcus: 🙂

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[…] of tomorrow” im Gegensatz zu “Und immer grüßt das Murmeltier” und “Source Code” entschlossen ist, BEIDE Zielgruppen zu bedienen – die Popcornfresser und die Nerds. Er […]

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[…] “Source Code” hat vieles von dem, was “The Anomaly” versucht, besser gemacht. Trotzdem ein Film, der gut zum Fantasy Filmfest passen würde, auf dem wir auch schon mit Noel Clarke Bekanntschaft gemacht haben. […]