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Mrz 2011

Wenn "Big Bang Theory" scheiße wäre…

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

… sähe es vermutlich aus wie die Werbekampagne von Asus, die sich daran anzuhängen versucht:

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All hail, Chuck Lorre! All hail, Jim Parsons! All hail, Kaley Cuoco!



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Achim
Achim
25. März, 2011 23:27

Och nööö!
Das muss ich nichtmal bis zum Ende schauen.
Wie kann man eine Chuck-Lorre-Kreation so schlecht nachmachen?

Baumi
Baumi
26. März, 2011 00:08

Ich gehör ja zu den Leuten, die "Big Bang Theory" nix abgewinnen können, aber diesen unlustigen Abklatsch hat es nun wirklich nicht verdient.

kingalekz
kingalekz
26. März, 2011 00:18

Zum Glück gab es die Lacher aus der Konserve. So musste ich es nicht selbst tun. Denn es gab nichts zu lachen hier.

Peter Krause
26. März, 2011 05:02

Wenn man die Captions einschaltet, isses lustig.
"Cats, sec this space. Basis visits latest except friday triad. Write about my blog." – "Pop chinese fee deletions." – "Just below the cc." – "Planned his silence on a penny."

xanos
xanos
26. März, 2011 06:08

Der Unterschied zwischen Wollen und Können.

Dietmar
Dietmar
26. März, 2011 10:57

"Ja, es tut weh. Nicht so als würde man auf ein Fahrrad springen, dass keinen Sattel hat, aber es schmerzt."

comicfreak
comicfreak
26. März, 2011 11:48

..man hat das Gefühl, als würden sich sogar die Zehennägel der Lachkonserve krümmen..

Arnonym
Arnonym
26. März, 2011 16:10

Selbst die "Schauspieler" mussten drüber lachen. siehe 1:42…

heino
heino
27. März, 2011 12:59

@Baumi:geht mir auch so, mag aber daran liegen, dass ich nur die deutsche Fassung kenne

blork
blork
27. März, 2011 19:54

erinnert mich n bisschen an die sitcom die auf "das vierte" kam(komme grad nich auf den titel*grübel*)

blork
blork
27. März, 2011 19:58

habs gefunden! edit ging leider nich mehr 🙁
http://www.youtube.com/watch?v=FlJJTZ332a8&feature=relmfu
ps: das ist wirklich noch schlechter als "lotta in love" *duck*

Magineer
Magineer
28. März, 2011 11:34

@Heino:
Nein, ist in der Originalversion auch nicht besser. Die ersten drei oder vier Folgen BBT haben noch einen gewissen Schmunzeleffekt und gar nicht mal so unsympathische Charaktere (auf die Brettköpfe wie Lorre normalerweise abonniert sind), aber irgendwann ist der Witz verbraucht. Chuck Lorre ist Meister darin, eine einzige Pointe zu nehmen und die dann über x Staffeln hinweg in allen Variationen auszuwalzen. Dabei sind die Nerd-Klischees in BBT übrigens bei weitem den unsäglichen Macho-Attitüden von "Two and a half men" vorzuziehen, aber das heißt ja nichts. 😉 Erfolg hat der Mann damit natürlich jede Menge, aber das spricht eher gegen das Publikum als für sein Werk. Sein letztes Opus, den wandelnden Fettenwitz "Mike and Molly", hab ich nach drei Folgen, die ich unbedingt durchhalten wollte, entnervt aufgegeben, aber auch das Ding ist ja leider in den Staaten für erstaunliche Quoten gut. Damn! 🙂

Snyder
Snyder
28. März, 2011 13:05

@Magineer: Thank! You!

Wortvogel
Wortvogel
28. März, 2011 13:15

@ Magineer: Nope. Die Jungs in BBT sind keine Normal-Nerds, sondern überhöhte Supernerds, die ja auch als Physiker und Ingenieure arbeiten. Es ist der Serie GERADE anzurechnen, dass sie nicht permanent im Keller ihrer Mama abhängen und Penny eine blonde Schlampe ist. DAS wären die Klischees. Und es ist durchaus interessant anzusehen, wie Leonard immer wieder versucht, sich aus dem Nerd-Kontext zu lösen, während Sheldon rettungslos verloren ist – und seinen Platz im Universum kurzerhand als das Zentrum umdefiniert.
Auch TAHM ist nicht so simpel, wie es dargestellt wird: Im Grunde genommen ist eine durchdachte Neuauflage von "Ein verrücktes Paar", dessen Verhaltensmuster für das neue Jahrtausend aufgepäppelt wurden: Libido gegen Ratio, Kreativität gegen Spießigkeit, Familie gegen Freiheit, Kopf gegen Schwanz. Und es ist nie sicher, welche Seite "richtig" liegt…
Außerdem sind beide Serien schweinelustig.

Peroy
Peroy
28. März, 2011 13:37

"Dabei sind die Nerd-Klischees in BBT übrigens bei weitem den unsäglichen Macho-Attitüden von “Two and a half men” vorzuziehen,"
Wiiieeesooooo, Onkel… ? 😕

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. März, 2011 14:08

Die Debatte hatten wir schon oft. Was mich an Lorres Arbeit stört ist, das seine Protagonisten kaum liebenswerte Eigenschaften haben, es entsteht geradezu der Eindruck er mag sie nicht besonders.
Lorres Scripts sorgen dafür, dass man über die Personen lacht nicht mit ihnen.
TAAHM mit Odd Couple vergleichen zu wollen ist gewagt. Tony Randall und Jack Klugman werden als verschroben und mit Macken dargestellt aber als grundsätzlich sympathisch.
Genau das fehlt mir aber an gerade TAAHM und BBT. Die Figuren dort sind sympathisch vor allem wegen der Qualität der Schauspieler (ja auch Sheen). Ohne Parsons wäre Sheldon Cooper ein gefühlloser Sozialkrapfen und ohne Helberg wäre Wolowitz ein merkwürdiger sexuell gehemmter Stalker auf halben Weg zur "Sex Offender’s Registry"
Man merkt das auch bei Figuren die nicht von guten Schauspielern getragen werden, wie das "half" bei two and a half men, weshalb Angus T Young mit knapp 250.000 Dollar pro Folge der wohl am besten bezahlte Bit-Actor – neben dem Cast von Glee – sein dürfte.
Außerdem sind die Klischees die BBT über "Nerds" propagiert zutiefst verletzend und vor allem wahnsinnig oberflächlich, zwar nicht "40 jährige Jungfrau die im Keller der Eltern wohnt" beleidigend aber auch nicht viel weniger.
Komischerweise entwickelt sich das bei Lorres Sitcoms auch immer erst, wenn der die Charaktereigenschaften im Laufe der Seasons auf 11 dreht, BBT war in Staffel 1 noch ganz OK

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. März, 2011 14:09

BBT koppelt an eine populäre Vorstellung des "Nerds" an die spätestens seit Zeiten des Internets überholt sein sollte.

Peroy
Peroy
28. März, 2011 14:20

"BBT koppelt an eine populäre Vorstellung des “Nerds” an die spätestens seit Zeiten des Internets überholt sein sollte."
Mimimimi… :*(

Wortvogel
Wortvogel
28. März, 2011 14:45

@ Jeff: Da kommen wir nicht zusammen, einfach weil es Geschmackssache ist. Schau mal her:
> Die Debatte hatten wir schon oft. Was mich an Lorres Arbeit stört ist, das seine Protagonisten kaum liebenswerte Eigenschaften haben, es entsteht geradezu der Eindruck er mag sie nicht besonders.
Das sehe ich nicht so. Er hat ein Herz für Extreme.
> Lorres Scripts sorgen dafür, dass man über die Personen lacht nicht mit ihnen.
Das sehe ich nicht so – mal abgesehen von Alan Harper und Wolowitz sind die meisten Figuren seiner Serien autonom und in ihrer schrägen Art würdevoll.
> TAAHM mit Odd Couple vergleichen zu wollen ist gewagt. Tony Randall und Jack Klugman werden als verschroben und mit Macken dargestellt aber als grundsätzlich sympathisch.
Genau so sehe ich BBT und TAHM auch.
> Genau das fehlt mir aber an gerade TAAHM und BBT. Die Figuren dort sind sympathisch vor allem wegen der Qualität der Schauspieler (ja auch Sheen).
Das könnte man unbesehen von Odd Couple auch behaupten – mit anderen Darstellern wäre die Serie vielleicht schlechter gewesen. Ist aber Kaffeesatzleserei.
> Ohne Parsons wäre Sheldon Cooper ein gefühlloser Sozialkrapfen und ohne Helberg wäre Wolowitz ein merkwürdiger sexuell gehemmter Stalker auf halben Weg zur “Sex Offender’s Registry”.
Wie man in der Werbung oben schön sieht.
> Man merkt das auch bei Figuren die nicht von guten Schauspielern getragen werden, wie das “half” bei two and a half men, weshalb Angus T Young mit knapp 250.000 Dollar pro Folge der wohl am besten bezahlte Bit-Actor – neben dem Cast von Glee – sein dürfte.
Das ist ja nun eine Tatsache, aber kein Argument.
> Außerdem sind die Klischees die BBT über “Nerds” propagiert zutiefst verletzend und vor allem wahnsinnig oberflächlich, zwar nicht “40 jährige Jungfrau die im Keller der Eltern wohnt” beleidigend aber auch nicht viel weniger.
Ich fühlte mich in meiner Nerd-Ehre noch nie von BBT beleidigt, und bei aller Liebe: Besuch mal eine Con. Im Vergleich dazu sind die Jungs von BBT harmlos. Ich kenne auch keinen Nerd, der sich davon auf den Schlipps getreten fühllt.
> Komischerweise entwickelt sich das bei Lorres Sitcoms auch immer erst, wenn der die Charaktereigenschaften im Laufe der Seasons auf 11 dreht, BBT war in Staffel 1 noch ganz OK.
Natürlich. Man testet an, welche Charaktereigenschaften und Running Gags funktionieren, und baut diese dann aus. Damit spitzt man die Grundkonflikte der Serie zu. Das hat man bei Frasier, Cheers, MASH und Just Shoot Me auch nicht anders gemacht.
Du siehst: Ich widerspreche nicht den Fakten, nur deiner Meinung. Der einzige Punkt, in dem ich zustimmen würde, ist das Frauenbild in TAHM. Das ist unterirdisch: Entweder Frischfleisch oder Bitches. Andererseits: Als man mit Chelsey eine ernsthafte Partnerin für Charlie jenseits aller Klischees eingeführt hat, war das schnell langweilig. Was willste machen?

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. März, 2011 15:12

Ich bin regelmässig auf Cons. Ich bin eigentlich genau das passende "Opfer" solcher Klischees als studierter Informatiker, der sein halbes Leben an ingenieurswissenschaftlichen Fakultäten zugebracht hat. Genau deshalb stört es mich ja so.
Die positiven Akteure der "Nerd-Culture" (berühmte Geeks und Nerds z.B. Wil Wheaton, Chris Hardwick, die Penny-Arcade Jungs) versuchen ja gerade zu zeigen, dass an den Klischees nicht viel dran ist und hinter den meisten merkwürdig kostümierten Menschen "ganz normale Leute" stecken.
Natürlich ist das letztendlich meine Meinung, weswegen ich auch z.B. Felicia Day’s Webprojekt "The Guild", oder Serien wie "The IT Crowd" oder "Community" bevorzuge, sie sind einfach "näher" an der echten Welt (Richard Ayoade als Moss ist ein ähnlicher Charakter wie Sheldon Cooper) als es für mich BBT ist.
Selbst die drei männlichen Charaktere in How I met your mother haben für mich mehr von echten Nerds.
In jeder der o.g. Serien finde ich Leute wieder, die mir so schon auf Cons begegnet sind, bei BBT geht mir das zwar auch so, aber die sind extrem viel seltener und lange nicht so positiv wie in der Serie.
Vielleicht ist das ja gerade mein Problem damit.
Der Asus-Spot ist allerdings das Ergebnis, wenn Leute überhaupt keine Empathie mit den Objekten der Geschichte haben.

Magineer
Magineer
28. März, 2011 15:20

Ich weiß gar nicht, ob es nun ein Argument für oder gegen Lorre ist, dass er eigentlich hemmungslos altmodisches 80er-Jahre-Fernsehen macht – das mag im Zweifelsfall an CBS und deren konservativer Zielgruppe liegen, da setzt man eher auf Altbewährtes und überlässt Innovation den anderen. Vielleicht ist es auch ein Grundsatzproblem, dass Lorres Serien so polarisieren, zumindest was die zweieinhalb Männer angeht. Ich gebe zu, mich stößt TAAHM wirklich ab, mit seinem Frauenbild, den ewig gleichen Konstellationen und sich selbst feiernden Egomanen – das wirkt so dumpf, dass BBT dagegen eigentlich nur gewinnen kann. Deswegen schalte ich bei BBT auch nicht ganz so schnell ab, wenn ichs beim Zappen erwische 😉 … aber auch die Nerd-Saga leidet unter ihrem Aufhänger, der bei Lorre ja halt irgendwie immer Klischee ist. Ob das nun realistisch ist oder nicht (ich bin kein Con-Gänger, kenne aber durchaus Freaks jedweder Coleur), sei dahingestellt, aber Lorre nutzt bewusst die landläufigen Klischees, inklusive Nerdspeek, Blondinen und Weltentrücktheit – ohne sie im entsprechenden Kontext für eine dezidiertere Sichtweise zu nutzen. Das sorgt je nach Situation für Lacher (ja, Sitcom, ich weiß) und ist innerhalb einer Episode bestimmt auch angebracht – für eine ganze Staffel oder noch mehrere ist mir das zu wenig.
Es ist bezeichnend, dass dieses (zugegeben leicht konsumierbare) Muster bei M&M, dem so gesehen neuesten Lorre-Output, nicht mal mehr ansatzweise verschleiert wird.
Aber wie gesagt, jeder hat einen anderen Anspruch an das, was TV leisten soll. Der phänomenale Erfolg gibt Lorre – und unserem Wortvogel – ja recht. 😉

Wortvogel
Wortvogel
28. März, 2011 15:28

@ Jeff Kelly: Ein paar Nerds, die sich erfolgreich an ihrem eigenen Nerdtum zu Celebritys hochstilisiert haben (auch Olivia Munn wäre da zu nennen), sind doch wohl eher die Ausnahme von der Regel. Die leben genau von der Tatsache, dass Nerds sie als idealisiertes Selbstbild sehen. Was selten stimmt. Auf den Cons trifft man die breite Masse der Fans, und wir können da gerne "agreen to disagreen", aber ich schäme mich für die Jungs aus BBT deutlich weniger fremd als für so manchen Fake-Klingonen.
Ich verstehe auch nicht ganz, warum die Überspitzung von Klischees gerade im Rahmen einer Sitcom ein Problem darstellen soll. Auch Just Shoot Me zeigt keine reale Redaktion – trotzdem empöre ich mich als Journalist nicht darüber. Das ist par for the course.
Wer’s nicht mag, soll’s halt nicht gucken.

Dr. Acula
28. März, 2011 15:41

Ohne TBBT jetzt übertrieben lustig zu finden (komisch, aber ich finde zu der Serie keinen rechten Zugang, über TAAHM dagegen kann ich mich schon schieflachen, auch wenn ich HIMYM für die insgesamt beste aktuelle Sitcom halte) – ich pflichte dem Vogel dahingehend bei, dass es etwas abstrus ist, sich über die schlicht notwendige Übersteigerung von Klischees und Stereotypen in Sitcoms zu mokieren. Schließlich sind auch nicht alle Damenschuhverkäufer wie Al Bundy…
(Und Tony Randalls Odd-Couple-Charakter ist so "sympathisch", dass der als mein WG-Partner keine lange Lebenserwartung hätte…)

Peroy
Peroy
28. März, 2011 16:13

HIMYM… Hmmhmmhmm… spießiger Müll. Dann lieber den verkoksten und verhurten Charlie Sheen…

Magineer
Magineer
28. März, 2011 17:09

Ich würde gar nicht soweit gehen, die Nutzung von Klischees bzw. deren Übersteigerung als notwendigen Aufhänger einer Sitcom zu brandmarken – die meisten Serien leben nun einmal von einer festgelegten Ausgangssituation, die entsprechend variiert wird. Bei Lorre entfernen sich diese Variationen aber nie weit genug von ihrem eigentlichen Aufhänger, um mal einen anderen Blick darauf zu erlauben – da wird der selbe Running Gag Episode für Episode durchgehechelt, nichts wird ironisch gebrochen oder wenigstens mal aus anderer Perspektive gezeigt.
Selbst der oben zitierte Schuhverkäufer Al Bundy hatte in seinen Sternstunden mehr drauf als sich ständig nur unter "Hö hö hö" auf der Fernsehcouch den Schritt zu kraulen – und selbst wenn, seit damals sind über 20 Jahre ins Land gezogen. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, hat spätestens mit "Friends" (oder mit dem ziemlich zeitgleich entstandenen MAY) eine andere (meinetwegen zusätzliche) Comedy-Farbe im Sitcom-Bereich Einzug gehalten. Das kann man jetzt als spießige Yuppie-Scheiße deklarieren (HIMYM ist nichts anderes als der legitime Nachfolger genau jener "Friends"), aber da liegt es wohl wieder im Ermessen (und am Geschmack) jedes Einzelnen, ob man die Rustikalität des Brachialen großstadtneurotischer Tragikomik vorzieht oder eben andersrum. Ihren Reiz haben sicherlich beide Strömungen. Bedingt durch die Natur ihres strukturellen Unterbaus dürfen letztere allerdings öfter mit den Konventionen des Mediums brechen und bieten so möglicherweise einen zusätzlichen Anreiz, den man bei den klassischen Vertretern ihres Fachs manchmal vergeblich sucht, egal ob sie Schuhe verkaufen, Frauen aufreißen oder Pakete ausfahren. Nur ein Erklärungsversuch.

Peter Krause
28. März, 2011 17:17

BBT ist für mich zuallererstmal eine Serie FÜR Nerds.
Comedy, in der Physik korrekt zitiert wird – wo gabs denn sowas vorher? Wo jemand, der nach dem Sternzeichen fragt, ordentlich zusammengefaltet wird? Das tut einfach gut.
Ich hielt es für unmöglich, intelligente Gags über die Stringtheorie machen zu können und trotzdem eine dritte Staffel zu kriegen. Irgendetwas muß Lorre wohl richtig machen.

Wortvogel
Wortvogel
28. März, 2011 17:26

@ Magineer: Ich halte deine These für zumindest gewagt. Ich sehe auch bei BBT und TAHM die Nuancen, die Brüche, die Ebenen. Allein die Tatsache, dass Charlie Harper Alan trotz aller Schmarotzigkeiten immer wieder Unterschlupf gewährt, dass er bei aller Häme für seinen Neffen da ist, etc. Oder dass Sheldon so etwas wie eine Beziehung mit Amy versucht. Trotzdem gilt wie bei allen anderen Sitcoms (mit Ausnahme der "story driven sitcoms", in denen Handlungsstränge weiter entwickeln dürfen): Am Ende alles auf Anfang. Eine Veränderung zu den 80ern sehe ich allenfalls in der Gag-Frequenz, den Themen, und einer verstärkten Urbanität in Serien wie Frasier, Seinfeld und Friends.
Die Produktionsmethoden haben sich allerdings geändert, die Multi-Kamera-Sitcom ist deutlich seltener geworden. Das finde ich persönlich schade, denn bei aller Liebe zu "Office" und "My name is Earl" – ich bin ein Fan der klassischen Sitcom mit dem Wohnzimmer und Couch, Lachspur inklusive. Habe ich auch vor über drei Jahren geschrieben:
https://wortvogel.de/2007/11/das-beste-tv-jahr-aller-zeiten/
Damals fand ich BBT noch eher mau.
Und nun kann man noch die Improv-Sitcom anführen, die in den letzten Jahren immer stärker wird (Man bites dog, 10 items or less, Party down).

Jeff Kelly
Jeff Kelly
28. März, 2011 21:17

Also ich wollte jetzt ehrlich keine Ausufernde Diskussion anzetteln. Sollte mich wohl mit dem posten zurückhalten. Entschuldigung

Wortvogel
Wortvogel
28. März, 2011 21:21

@ Jeff: Ach was! Diskussionen sind erwünscht, und ausgeufert ist das beileibe nicht – da haben wir hier ja schon ganz andere Sachen durch. Du hast plausibel und kenntnisreich argumentatiert – ich bin halt nur anderer Meinung als du.

Magineer
Magineer
29. März, 2011 01:23

Hoppla, ich wollte ebenfalls nicht besserwisserisch rüberkommen, sorry. Momentan würde ich sogar eine Chuck-Lorre-Nacht aushalten, schätze ich … bin erst vor zwei Stunden aus der PV von "Sucker Punch" gekommen und von all dem Krachbumm so desensibilisiert, dass ich mir sogar Charlie Sheens Pointen anhören könnte, ohne Ohrenbluten zu kriegen. 😉
@Wortvogel: Ich versteh deine Liebe zu den Multicam-Sitcoms, aber bei aller Nostalgie ist deren Zeit nun mal vorbei. Aus dem Wohnzimmer-Setting lässt sich kaum noch was Originelles rausholen, und Chuck Lorre dürfte ohnehin der Einzige sein, der das heutzutage noch mehrfach hintereinander bringen darf (weil er auch entsprechend Erfolg damit hat). Die Improv-Variationen finde ich ganz interessant (sieht man mal von "Office"-Abklatschen wie "Parks & Recreations" ab), aber nur, wenn ich darunter auch "Modern Family" zählen darf. Mit den vordergründig eher strukturlosen Varianten wie "It’s always sunny…" oder, höchst merkwürdig, "Portlandia" versuche ich mich noch anzufreunden. Anscheinend bevorzuge ich den klassischen Mittelweg, aber damit lässt sich’s leben… 😉

Jeff Kelly
Jeff Kelly
29. März, 2011 02:26

Was ich Chuck Lorre hoch anrechne: Er castet Leute die normal aussehen, nicht Hochglanzmodels, die so tun als wären sie Geeks oder Polizisten oder…
Was amerikanische Zeitungen dazu veranlasst hat ein Feature aufzusetzen wo vom "return of the ugly" gesprochen wurde, was extrem peinlich ist.
Da wird dann der Cast von BBT (inclusive Caley Cuoco) als mutig dargestellt, weil er "hässlicher" ist als die sonstigen Schauspieler.

Wortvogel
Wortvogel
29. März, 2011 09:53

@ Magineer: Nun entschuldigt euch doch nicht dauern, ist doch eine prima Diskussion!
Wir saßen wohl beide im Saal bei "Sucker Punch" – den Review mache ich heute noch irgendwann.
"Ich versteh deine Liebe zu den Multicam-Sitcoms, aber bei aller Nostalgie ist deren Zeit nun mal vorbei." – das halte ich für kompletten Unsinn. Die Multicam-Sitcom wurde schon oft für tot erklärt und war z.B. Ende der 70er und Ende der 80er in deutlich schlechterem Zustand. Das ist so, als würde man die Talkshow oder die Tagesschau für tot erklären. Das Format wird allein deswegen überleben, weil es immer wieder neue Generationen von Zuschauern gibt, die es entdecken.

Jeff Kelly
Jeff Kelly
29. März, 2011 11:15

Warum macht man eigentlich den Unterschied an single vs. multi-camera fest?
Ich habe es eigentlich eher so verstanden, das der eine Stil halt "Theater-ähnlicher" ist, mit echtem Publikum im Studio und halt reduziert was Sets und On-Location Arbeit angeht, während der andere Stil halt eher wie eine Filmproduktion aufgezogen ist.
Aber mehrere Kameras sind doch bei beiden Arten vor Ort, oder nicht?

milan8888
milan8888
29. März, 2011 11:19

Bei multicam hast du ne gleichmäßige Ausleuchtung (alles hell) so das du mit mehreren Kameras gleichzeitig filmen kannst weil für alle das Licht gleich (unspektakulär) ist.
Bei singlecam wird speziell für die eine Kamera ausgeleuchtet. Beim Gegenschuss z.B. wird neu ausgeleuchtet was die Arbeit halt nunmal etwas zeitintensiver macht aber halt dann auch die spannenderen Bilder liefert.

woody
woody
29. März, 2011 11:25

ich finde die eingedeutschte version von bbt einfach nur grausam. wie immer gehen viele wortspiele verloren, und sheldons stimme ist ja auch irgendwie "urig".
was mich stört ist allerdings das ewige konserven lachen. wen das noch stört, sollte sich mal an "traffic light" versuchen.
überhaupt finde ich traffic light grandios und weiss noch nicht mal warum…..
edit:
ist bestimmt wegen dem engländer 🙂

Magineer
Magineer
29. März, 2011 11:52

@Wortvogel: Wenn wir bei "Sucker Punch" im selben Saal waren, warst doch nicht etwa du derjenige, der in den ruhigen Szenen immer Kotzgeräusche imitiert hat, oder? 😉
Zur Multicam-Sitcom: Hm. Mag sein, dass ich das anders sehe, weil ich wenige Multicams schaue, aber welche relevanten Shows außer den drei aktuellen Chuck-Lorre-Nummern gibt es denn noch bzw. haben die Pilotseason überlebt? HIMYM & Co. lasse ich als Hybriden mal ausdrücklich außen vor …

Baumi
Baumi
29. März, 2011 11:56

Single- oder Multicam ist mir gar nicht so wild (obwohl ich auch Freund des Multicam-Formats bin, schon allein aus Nostalgie).
Das blöde ist nur: Ich find die meisten Sitcoms der letzten sechs oder sieben Jahre schlicht nicht lustig. Die sind mir entweder zu krampfig innovativ "anders" oder umgekehrt der komplett uninspirierte Abklatsch vom Abklatsch.
Ich fürchte allerdings, dass das mehr an mir liegt als am Programmangebot. (Man wird halt älter…)
Disclaimer: Ich hab' keinen der Sitcom-Neustarts der letzten 2 Jahre mehr gesehen. Irgendwann hab ich das Genre für mich aufgegeben. Lohnt es sich, ihm noch eine Chance zu geben?

Baumi
Baumi
29. März, 2011 12:00

@Magineer: Ist ein anderes Zielpublikum und auch nicht mehr auf Sendung, aber "Hannah Montana" war z.B. komplett klassisches Multicam-Format und mördererfolgreich. (Zumindest der Pilot, mehr hab' ich mir nicht angetan.)
Auch wenn das eine Kinder-Sitcom war, kann sowas doch Sehgewohnheiten prägen, die dann später das Erwachsenen-Programm zu beeinflussen.

Magineer
Magineer
29. März, 2011 12:12

Das kommt letztlich drauf an, worin deine Vorlieben liegen. Das zeigt sich ja hier ganz gut – Nostalgiker fahren auf Lorre durchaus ab. Wenn du also BBT und TAAHM was abgewinnen kannst, wäre "Mike & Molly" sicher was für dich. Ich selbst mag von den neueren Serien "Modern Family" am liebsten, kann aber zwischendurch zur Entspannung auch Quatsch wie "Outsourced" oder (in kleineren Dosen) "Raising Hope" gucken. Wer es schräger mag, tendiert wohl eher zu "Portlandia". Ansonsten halt mal gucken, was man bei den Cables macht – irgendeine Perle findet sich da eigentlich für jeden Geschmack.

Magineer
Magineer
29. März, 2011 12:16

Zum zweiten Kommentar: Deswegen redete ich auch von den noch laufenden Formaten. Sonst würde da natürlich auch noch KoQ reinzählen oder TNAOOC. Derzeit sehe ich da einfach nicht wirklich irgendwas außer den Lorre-Vehikeln.

Wortvogel
Wortvogel
29. März, 2011 12:24

@ Magineer: Entschuldige, wenn ich darauf herum hacke, aber – ich muss kein Nostalgiker sein, um die Lorre-Sitcoms gut und lustig zu finden. Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass sie ohne den nostalgischen Faktor weniger lustig sind. Und das sehe ich absolut nicht.
Sitcoms kommen und gehen in Wellen. Mitte der 80er war ein Boom (Cosby, ALF, Familienbande, Cheers), über die 90er auch (siehe den oben verlinkten Artikel). Auch damals wurde die klassische Sitcom immer wieder für tot erklärt. Bis zum nächsten Boom.
Interessant finde ich, dass sich die Sitcom auch neue Nischen sucht – ein schwarzes Publikum (Tyler Perry, Are we there yet?), Teen-Publikum (Hannah Montana), oder (in dem Fall tatsächlich) nostalgische Baby Boomer (Working Class, Hot in Cleveland, Retired at 35). Die Tatsache, dass sich die Sitcom (wie einige andere Genres auch) aus dem Fokus der Networks zurück zieht, sehe ich nicht Indiz für den Niedergang.

Jeff Kelly
Jeff Kelly
29. März, 2011 12:41

Eher im Gegenteil, da die Cable Networks durchaus experimentierfreudiger sein können.
Problematisch sind da eher die verlängerten Laufzeiten im Vergleich zu den Broadcast Networks. Ein bored to death auf HBO z.B. läuft 30 min da ohne Werbeunterbrechung im Unterschied zu den sonst klassischen 21 Min.
Einige Autoren kommen mit der zusätzlichen Länge (bei 1 Stündigen Shows sogar 60 vs. 42 Min.) manchmal nicht klar.

Peroy
Peroy
29. März, 2011 13:32

"@Wortvogel: Wenn wir bei “Sucker Punch” im selben Saal waren, warst doch nicht etwa du derjenige, der in den ruhigen Szenen immer Kotzgeräusche imitiert hat, oder? ;-)"
Da es sich um einen Sack Schneider-Film handelt, können die Geräusche durchaus echt gewesen sein…

Magineer
Magineer
29. März, 2011 14:19

@Peroy: Verstehe. 😉
@Jeff: Die Einstünder sind in der Regel aber keine Sitcoms. Ich finde sogar, dass es bei den Cables oftmals eher ein gegenteiliges Problem ist: Serien wie "Nurse Jackie" o.ä. würden IMHO enorm davon profitieren, nicht mehr in die knapp 30 Minuten eingezwängt zu sein. Das sind dann aber Dramedies.
@Wortvogel: Entschuldigung akzeptiert. Aber Nostalgiker bist du trotzdem. 😉 Die von dir erwähnten Nischen kann ich aktuell nicht so nachvollziehen, die waren doch alle auch vorher schon besetzt. Schwarze Sitcoms gibts nicht erst seit Tyler Perry, da muss ich noch nicht mal die Cosbys oder den Urkel bemühen, das reicht noch viel weiter zurück. Der Einfluss von BET ist gigantisch. Und auch die Teenies hatten vor Fräulein Montana schon "Saved by the Bell", "That 70s Show" und (noch spezifischer) Montana-Vorgänger wie Sabrina und Raven.
Ich versteh trotzdem, was du meinst. Ich hab auch nichts gegen neue Impulse im Multicam-Genre. Aber genau die liefert Lorre (zumindest im Streitfall TAAHM) eben nicht. Nur alten Wein in neuen Schläuchen. Dass er damit einen Nerv trifft, ist ja unbestritten. Der Heilsbringer, als der er immer dargestellt wird, ist Lorre aber trotzdem nicht.

Peter Krause
29. März, 2011 17:54

Das Kinderprogramm wurde in den letzten Jahren geradezu geflutet mit Multicam-Formaten: Hannah Montana, Drake&Josh, Genie in the House, Zack&Cody, iCarly, True Jackson, Waverly Place, Cory …
Wenn das den Geschmack der Jugend formt, steht uns die nächste Welle bevor.

Jeff Kelly
Jeff Kelly
3. April, 2011 00:26

Da reg ich mich über die Lahmheit von BBT auf und dann kommt eine Folge um die Ecke wie die von Gestern, die wirklich zum brüllen komisch ist und an den Humor der ersten Staffel erinnert.
#ichbininkonsequent

Exverlobter
Exverlobter
9. April, 2011 12:16

Ich find BBT ja ganz lustig, wundere mich doch aber über etwas über die Charaktere . Nein, es stört mich nicht, dass Sie total überzeichnet sind. Es wundert mich aber wie die Nerds als totale MINT-Spezialisten dargestellt werden.
Ich kann es aus eigener Erfahrung bestätigen… Leute die MINT-Fächer studieren(Mathe, Physik usw), sind wie BWL’er und Juristen eher bodenständige Zeitgenossen. Bei uns im ländlichen Raum, haben die konservativeren Elternhäuser dem Nachwuchs auch immer schön eigehämmert: "Studier' ebbes gscheits".
Die Unangepassten, die Lonesome Riders, die Geeks, Naivlinge und Weltverbesserer hingegen finden sich daher IMO meist nicht im Naturwissenschaftlichen Bereich. Zumindest anhand meiner Erfahrung habe ich MINT-Akademiker immer als dröge, spießige, konservative Leute empfunden.
BBT vermischt daher IMO das Klischee vom super-intelligenten Einstein-Physiker, mit real existierenden Film und Comic-Geeks. Die haben eher Träume davon, Drehbücher zu entwickeln, Comic-Zeichner zu werden usw.
Von daher trifft meiner Meinung nach "Back to the Future" die Realität von Nerds immer noch am besten. George McFly verehrt Sci-Fi-Literatur, wäre aber trotzdem höchstwahrscheinlich außer Stande, eine Kurvendiskussion durchzuführen.

Peter Krause
9. April, 2011 14:59

Nur daß George sich kein Batman-Kostüm anziehen würde … 😉