Vorab: Ich wollte mit dieser Kritik mindestens bis morgen warten, aber da sich nun auch Herr Kleingers bei SPON an dem Film abarbeitet

Blondie Sucker PunchUSA 2011. Regie: Zack Snyder. Darsteller: Emily Browning, Jena Malone, Abbie Cornish, Vanessa Hudgens, Jamie Chung, Scott Glenn, Carla Gugino.

Story:

Babydoll hat versucht, ihre Schwester vor dem lüsternen Stiefvater zu retten – sie aber dabei versehentlich erschossen. Man steckt sie in eine Irrenanstalt, wo sie bald lobotomisiert werden soll. Babydoll flüchtet sich in eine Phantasiewelt, in der sie und ihre Mitpatientinnen als Tänzerinnen/Huren in einem schmierigen Club arbeiten. Ein geplanter Ausbruch wird durch Babydolls weitere Ausflüge in immer bizarrere Fantasywelten mit Drachen und Nazis visualisiert. Doch was ist am Ende real – und was ist Babydolls Bestimmung?

Kritik:

Schaut euch das obenstehende Plakat an, den Trailer, die Poster in der Stadt – das ist ein Film über die Wahnvorstellungen einer gequälten und mißbrauchten jungen Frau, der eine Lobotomie bevorsteht. Zack Snyder meint das ernst. Bierernst.

Ich wäre gerne dabei gewesen, als Zack Snyder den Produzenten von „Sucker Punch“ den Rohschnitt gezeigt hat. Nicht um den Film zu sehen, sondern die Gesichter der Executives. Selten dürften die Hollywood-Bosse mehr bereut haben, einem Regisseur praktisch freie Hand gelassen zu haben – vielleicht war der Effekt bei den „Matrix“-Sequels ähnlich. Oder bei „The Last Airbender“. Oder „Super Mario Bros.“.

Es gibt kaum einen Zweifel: „Sucker Punch“ ist ein Desaster, ein total verkorkstes Vanity-Projekt eines begnadeten Regisseurs, der leider kein begnadeter Autor ist und mangels einer stabilen Vorlage einen persönlichen Exzess auslebt, der sich gewaschen hat. Aber er haut auch kraftvoll auf die Kacke, steht nach jedem dramaturgischen Knockout wieder auf, schägt blind um sich, dabei irre kichernd. Go down fighting, and if you fail – fail in style.

Es ist nicht so, dass im Konzept von „Sucker Punch“ kein interessanter Film steckt. Ein junges Mädchen, dass sich in kriegerischen Allmacht-Phantasien der Hölle ihrer realen Umwelt entzieht? Bon. Klingt gut. Aber Snyder versucht leider, weit darüber hinaus zu gehen. Die reale Welt ist blankes Melodrama mit schmierigen Stiefvätern und verfallenden Irrenhäusern, die Fantasy ist ein orgiastischer CGI-Overkill, der nur aus willkürlichen Zwischensequenzen von Xbox 360-Spielen im Stil von „Crysis“ und „Assassin’s Creed“ zu bestehen scheint. Keine einzige Szene steht auf dem Boden einer Wirklichkeit, an der wir andocken könnten. Die Welt, vor der Babydoll flieht, ist nicht weniger absurd als die Welt, in die sie flieht.

„Sucker Punch“ ist nicht kritikresistent, nur urteilsresistent. Für alles, was der Film falsch macht, macht er was richtig. Jeder blöden Idee setzt er ein schönes Bild gegenüber, jeder schauspielerischen Null-Leistung eine furiose Actionsequenz. Es ist ein Film, der Subtilität glaubt schreien zu können, dessen stille Momente krachdonnern, als hätte Jim Steinman die Dramaturgie übernommen. Zack Snyder versagt beim Versuch, das Actionkino auf ein neues Level zu hieven genau so wie Michael Bay, aber er versagt aus der entgegen gesetzten Richtung: Wo Bay dem Spektakel zuliebe jeden Ansatz von Story, Charakteren und Emotion aufgibt, überdreht Snyder auf 11, will dem Bildersturm eine Bedeutung aufzwingen, an der er letztlich erstickt. „Sucker Punch“ ist der fette Mann in Monty Pythons „Der Sinn des Lebens“ – und man sieht 110 Minuten lang dem letzten Minzplätzchen zu. Kino ohne Sinn, aber mit dem unbedingten Willen, selbst dem albernsten Gefuchtel noch Relevanz abzuringen. Es ist der Blockbuster, den ein depressives 14jähriges Mädchen schreiben würde, dass seine Abende damit verbringt, sich die Unterarme zu ritzen. Ich habe noch nie eine größere Diskrepanz von Spielfreude und totaler Humorlosigkeit erlebt.

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Andererseits kann man sich auch in die Actionsequenzen fallen lassen, kann sich Geschwindigkeit und Rausch ergeben, prächtige Bilder genießen. Der Film hat durch seine Episodenhaftigkeit eine hohe Erzähldichte, die 110 Minuten vergehen wie im Flug. Koppelt man die Rahmengeschichte ab, bleiben drei, vier Action-Vignetten, die das „totale Kino“ Snyders durchaus rechtfertigen. Drachen, Zeppeline, sechs Meter große Samurais, Metropolis, Nazi-Zombies – und mittendrin fünf Babes in Anime/Steampunk-Outfits. Und doch: Die Teile ergeben kein Ganzes. Es lassen sich eben nicht die Stücke verschiedener Puzzles einfach mischen.

Regelrecht erstaunt war ich, als mir nach ungefähr der Hälfte der Laufzeit klar wurde, dass Snyder sich derart auf die Bilder verläßt, um die Geschichte zu erzählen, dass jede Dialogzeile überflüssig ist. „Sucker Punch“ würde ohne die Dialogspur genau so funktionieren. Gesprochen wird eigentlich nur, weil man das als Zuschauer erwarten darf. Keine Person sagt irgendetwas von Relevanz, keine Aussage hat Erinnerungswert. Gespräche sind nur Füllsel, die wiederkauen, was wir eh schon sehen. Aber entgegen der Meinung einiger Apologeten ist Film eben nicht nur bewegtes Bild. Snyder hat einen geschwätzigen Stummfilm erschaffen, falls es sowas gibt.

Man kann mit dem aufblitzenden Genius und der extrem smoothen Inszenierung außerdem vieles rechtfertigen – nicht aber die Besetzung. Fünf junge Darstellerinnen, fünf Totalausfälle. Vanessa Hudgens und Jamie Chung sind sowieso nur erweiterte Komparserie, Jena Malone zeigt wenigstens einen Lebensfunken, während Abbie Cornish offensichtlich nur den Gesichtsausdruck „bitchy/hurt“ mitbringt. Doch es ist Emily Browning, die wie einst Elizabeth Berkley für „Showgirls“ aus der Stadt gejagt gehört – mit dem Casting Director im Schlepptau. Diese Lolita-Mischung aus Japan-Fetisch und Paris Hilton mit toten Augen und monotoner Sprechweise gebiert ein Schauspiel-Vakuum, von dem selbst Scott Glenn und Carla Gugino verschluckt werden. Der Protagonist ist das Zentrum jedes Films – und im Zentrum dieses Films gähnt ein Schwarzes Loch. Browning bringt keinerlei Präsenz mit, weder physisch noch psychisch. Sie ist so katastrophal fehlbesetzt wie seinerzeit Cathy Lee Crosby als Wonder Woman. Ich bin sicher, Synder würde da widersprechen – die Entrücktheit von Babydoll ist Konzept. Das macht sie aber nicht weniger fatal für den Zuschauer, der sich in der Hauptfigur einfach nicht wiederfinden kann.

„Sucker Punch“ heißt übersetzt ungefähr „ein Schlag in die Magengrube“. Und das ist der Film auch tatsächlich.

„Pokemon“ als Psychodrama. „Brazil“ für „Twilight“-Leserinnen. Und wenn ihr euch das nicht vorstellen könnt – Gratulation. Das konnte ich bisher auch nicht. Danke, Zack Snyder.

http://www.youtube.com/watch?v=NbjSfSug9tc



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Jott
Jott

Und Reiner Schöne kann ich langsam auch nicht mehr hören…

Thomas Thiemeyer
Thomas Thiemeyer

Ich fand, das Desaster kündigte sich schon im Trailer an, der mich – wie sonst kaum einer in letzter Zeit – völlig ratlos und unberührt zurückgelassen hat. Blieb die Hoffnung, das ganze sei ironisch zu verstehen, aber genau das scheint ja nicht der Fall zu sein.

Gut, wieder was dazu gelernt. Snyder: Finger weg von eigenen Drehbüchern und sich lieber auf die Verfilmung genialer Comics konzentrieren. Davon gibt es ja zum Glück ein paar. Wie wärs z.B. mit ‚Akira‘?

Fastjack
Fastjack

Hach, genau das was ich erwartet habe. Perfekt ! Ich werde morgen Abend im Cinema meinen Spaß haben….und mich am visuellen Feuerwerk ergötzen. Als männlicher, computer-affiner Endzwanziger passe ich perfekt in die Zielgruppe die nicht immer eine gute Story brauch wenn allein die Grafik „geil“ ist 😉 (Crysis lässt grüßen)
Und hey, wann hat man schonmal Drachen, Luftschiffe und Wehrmachts-Zombies in einem Film ? Allein deshalb würd ich schon reingehen, alles andere ist Bonus

Peroy
Peroy

„Hach, genau das was ich erwartet habe.“

Joa… ’nen Sack Schneider-Scheissfilm halt. Gesetz der Serie und so… quelle surprise…

Stefan
Stefan

Was soll ich denn sagen? Bei mir ist es die bessere Hälfte, die unbedingt mal wieder einen richtig stumpfen Actionfilm schauen will. 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Stefan: Dann geh mit ihr in World Invasion: Battle Los Angeles.

@ Peroy: Das unterscheidet uns – ich kann einen Snyder-Film auch nach meiner Begeisterung für „Dawn of the Dead“ und „Watchmen“ unbeeinflusst ansehen und mir eine entsprechende Meinung bilden. Du bist in deinen Vorurteilen gefangen und würdest einen (auch in deinen Augen) guten Snyder-Film nicht mal erkennen.

Howie Munson
Howie Munson

oh oh, hoffentlcih finden die Spon-„Foristen“ nicht diese Rezension, scheitn da eine ähnlcihe Zielgruppe zu geben wie für Twilight (oder gar Showgirls *duck*)

@Hausherr: du must das ganze nicht als Film sondern als Fotoplay bewerten ist doch ganz was anderes: es soll keinen Sinn haben….

Fastjack
Fastjack

Haha, super….hab grad mit nem Freund gewettet das bestimmt der olle Stinker Peroy als erstes nach mir reingrätschen wird und bin somit ein Bierchen reicher.
Da soll mal einer sagen, das Stinkstiefel zu nix gut seien…vielen Dank lieber Peroy 🙂

das musste kurz raus, jetzt kann es mit Ablehnung und Vorfreude weitergehen

Peroy
Peroy

„Das unterscheidet uns – ich kann einen Snyder-Film auch nach meiner Begeisterung für “Dawn of the Dead” und “Watchmen” unbeeinflusst ansehen und mir eine entsprechende Meinung bilden. Du bist in deinen Vorurteilen gefangen und würdest einen (auch in deinen Augen) guten Snyder-Film nicht mal erkennen.“

Doch, schon… nur, der müsste dann halt auch, nun ja… gut sein…

Unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto…

Stephan
Stephan

Mirdochegal. Halbnackte Frauen und Wehrmachtszombies. Mit genug Bier ist das sicher toll. Mit genug Bier ist alles toll. Wer kommt mit auf den Nockherberg?

Marcus
Marcus

Okay – den MUSS ich dann wohl sehen… 😎

Läscher
Läscher

Ich fand den Film auch noch schreiend unkreativ.
„Ein junges Mädchen, dass sich in kriegerischen Allmacht-Phantasien der Hölle ihrer realen Umwelt entzieht?“, das hatten wir in den letzten Jahren mit „Pans Labyrinth“, „The Fall“ und „Tideland“ sage und schreibe dreimal, und alle unendlich besser. Hab ein „Watchmen“-Poster an der Wand hängen und hatte große Erwartungen. Enttäuschung auf ganzer Linie.

heino
heino

Tja, damit reiht sich Snyder in die Schlange egomanischer Regisseure ein, die nichts mit guten Autoren anzufangen wissen (Lucas, Cameron…). Schade, der Trailer sah zwar strange , aber wenigstens interessant aus. Aber ich werde mir den Streifen wohl wegen der Bilder im Kino ansehen. Wenigstens das hat Snyder drauf.

Achim
Achim

Danke!
Das schont meine Gesundheit. Den Film wollte ich mir eigentlich ansehen, fällt jetzt aus, bin sowieso krank.

Dr. Acula
Dr. Acula

Das klingt aber zumindest nach interessantem Trainwreck 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Acula: So ist das auch. Ich versuche auch nicht, jemanden vom Kinobesuch abzuhalten. Man bekommt was für sein Geld.

Peroy
Peroy

„@ Acula: So ist das auch. Ich versuche auch nicht, jemanden vom Kinobesuch abzuhalten.“

Ja, warum denn nicht ?!? TU’S FÜRS VATERLAND !!!

trackback
In your Face Sucker Punch! « Aydon's Pommesbude

[…] Und der Wortvogel hat natürlich auch seine Sicht der Dinge! […]

gerrit
gerrit

Hausherr: Lern bitte mal den Unterschied zwischen Dass und Das. So könntest du glatt für SpOn schreiben, die bauen auch fast in jeden Artikel einen Fipthehler ein.

Wortvogel
Wortvogel

@ gerrit: Ich bin ausgelernt. Außerdem KENNE ich den Unterschied, ignoriere ihn aber punktuell aus reiner Rebellion!

Thomas
Thomas

„Als männlicher, computer-affiner Endzwanziger passe ich perfekt in die Zielgruppe die nicht immer eine gute Story brauch wenn allein die Grafik “geil” ist“.
Also wenn die actionsequenzen wenigstens irgendwie flüssig in den film integriert wären könnte man das so sehen. Aber dieses pseudodrama muss action haben um kinobesucher zu locken und sei sie auch noch so plump und krude eingefügt. Ausserdem könnte man sich diese 2. Ebene aus puff/stripclub komplett sparen. Die realität ist sie kommt in die klappse und sie träumt sich in nen puff in dem sie sich in die „actionwelt“ träumt, manchmal. Wenn sie tanzt. Hä?
Nach dem trAiler dacht ich das ist ein so übertriebener, sarkastischer film der sich nicht ernstnimmt. Das alles durchaus ernst gemeint ist und die actionsequenzen zeigen was aus dem film hätte werden können, nämlich feinstes augenkino, macht alles schlimmer.
Ich mag 300, ich mag watchmen aber sucker punch ist grosser mist.

Peroy
Peroy

„@ gerrit: Ich bin ausgelernt. Außerdem KENNE ich den Unterschied, ignoriere ihn aber punktuell aus reiner Rebellion!“

Dass ist ja’n starkes Ding, mein lieber Herr Gesangsverein… !

PabloD
PabloD

@WV: So wie Snyder den Unterschied zwischen hirnlosem Eyecandy-Dreck und vernünftigem Storytelling KENNT? 😀

Wortvogel
Wortvogel

@ Pablo: Der macht das im Gegensatz zu mir sicher nicht absichtlich, wenn mal eben 100 Mio auf dem Spiel stehen.

Ich denke, es ist wie mit Schauspielern: Die können auch nur so großartig sein wie das Material, mit dem sie arbeiten. Und im Normalfall erwartet niemand z.B. von Liefers, dass er seine „Tatorte“ auch noch selber schreibt. Warum Snyder (wie leider viele Regisseure und Produzenten) glaubt, das Skript en passent auch noch schreiben zu müssen, ist mir ein Rätsel.

Comicfreak
Comicfreak

..und der Junior hatte nach Sichtung der Poster so gehofft, dass der Film FSK6 hat..

Peroy
Peroy

„..und der Junior hatte nach Sichtung der Poster so gehofft, dass der Film FSK6 hat..“

Die fünf Monate bis zur DVD kann er ja wohl noch warten…

Comicfreak
Comicfreak

@ Peroy

..die Inhaltsangabe klingt aber nicht nach einem Film, den seine Mutter ihm kaufen wird (und auch nicht nach dem, was er sich von dem Film erhofft hat)

DMJ
DMJ

LALALA ICH HÖRE NICHTS!!!!
Fuck, seit dem ersten Trailer ahnte ich schon, dass der Film wohl nicht das sein würde, was man objektiv als „gut“ bezeichnet, beschloss aber, es zu ignorieren und mich wie bescheuert darauf zu freuen.
Und dabei bleibt’s! Vielleicht wird es ja wieder ein Film wie „Ultraviolet“, der ausschließlich für mich gedreht wurde.

MTM
MTM

Hallo zusammen,
ich habe den Film heute morgen um 6 im Wakeup Kino gesehen und muss sagen, ich wurde trefflich unterhalten.
Ich hatte glücklicherweise keine Erwartungen an den Film und wusste auch nicht, was auf mich zukam (Mir war nicht mal bekannt, dass Snyder hierfür verantwortlich zeichnet, bis ich den Abspann sah).
Ich habe allerdings auch die hier erwähnte Ernsthaftigkeit nicht so erlebt, dafür war alles eigentlich viel zu überzeichnet und überdreht. Sowohl meine Frau, als auch ich haben uns prima amüsiert.
Allerdings muss ich 100%ig bei der Kritik an der Hauptdarstellerin zustimmen. 2 Stunden lang den gleichen Gesichtsausdruck in jeder Situation ist ermüdend und nervig. Clint Eastwood hat auch etliche Filme auf diese Art absolviert, aber der hat auch kein Porzellanpuppengesicht mit dauerndem „Hau-mich-nicht“-Blick.
Alles in allem, für mich gelungene 100 Minuten Netzhautreizung, ohne Synapsenreiz 😉

reptile
reptile

“..und der Junior hatte nach Sichtung der Poster so gehofft, dass der Film FSK6 hat..”

@comicfreak
So so der Junior mal wieder, weil die Damen obenrum schon weich sind, stimmts?;-)

Comicfreak
Comicfreak

@ reptile

..UND weil sie ganz tolle Waffen haben, bestimmt gibts in dem Film auch Explosionen!!!

Ab nächste Weihnachten darf er lange genug aufbleiben für die Mythbusters ^^

Peroy
Peroy

„Ab nächste Weihnachten darf er lange genug aufbleiben für die Mythbusters ^^“

Die laufen um 5:15 auf RTL II, oder ?

Umbar
Umbar

Zacker Schneider ist unser Mann, wenn’s einer kann, dann nur der Schneidersmann…

Ach ja, alles falsch…. also das „Review“….

Peroy
Peroy

Umbra ist zu doof seinen Namen zu schreiben… :umbra:

Thies
Thies

Zumindest im ersten Drittel entwickelte der Film für mich einen gewissen Flow der mir half über die bereits angesprochenen Mängel hinweg zu sehen. Hauptgrund war dafür neben den visuellen Effekten auch die musikalische Untermalung. Der Einsatz von sehr melancholischen Versionen von „Sweet Dreams (are made of this)“ oder „Where is my mind“ passte perfekt zu den Bildern und auch die ersten beiden Fantasy-Sequenzen könnte man – einzeln ausgekoppelt – als Action-geladene Video-Clips geniessen. Danach wurde es allerdings schnell redundant und damit je nach Wohlwollen des Zuschauers mehr oder weniger nervig.

Die Glückskeks-Botschaften des Films werden zudem durch den Verlauf der „Handlung“ wieder unterlaufen. Statt „Du kannst es schaffen frei zu leben und Deine Feinde zu besiegen, wenn Du es wirklich willst“ müsste es als Fazit des Films heissen „Du kannst es nur dann schaffen, wenn andere bereit sind sich für dich opfern.“ bzw. „Für jeden der es schafft werden vier auf der Strecke bleiben.“ Klingt schon weniger nach positiver Erbauungsbotschaft, mehr nach blankem Zynismus.

Torsten Dewi
Torsten Dewi

@Thies: Zumal die Mädels selbst in den Fantasy-Sequenzen unter männlichem Kommando stehen…

Jeff Kelly
Jeff Kelly

Die Beziehung zwischen Regisseur, Script und Schauspieler ist ziemlich symbiotisch wird aber oft unterschätzt.

Ein brillianter Regisseur holt aus mittelmässigen Schauspielern noch Bestleistungen raus und schlechter kann selbst Oscarpreisträger zu emotionslosen Robotern degradieren.

Umgekehrt kann ein absolut brillianter Schauspieler selbst schlechte Regie oder fade Storie noch interessant machen.

Da die absolut Brillianten aber auf beiden Seiten selten sind ist es aber meistens eine Qualität die aus der Zusammenarbeit beider Elemente entsteht.

Beide Seiten sind ohne brauchbares Skript (oder den Mut es zur Not zu ignorieren) ziemlich verloren. Selbst das Abweichen und Ad-Libbing funktioniert nur da, wo entweder Regisseur oder Schauspieler Talent zum Erzählen haben.

Der große Makel von Snyder. Er kann bildgewaltig inszenieren ihm fehlt nur der Bezug zur emotionalen Ebene völlig (weshalb z.B. die Liebesszene in Watchmen auch so verkrampft wirkt) und er ist der Qualität der Vorlage ausgeliefert.

Dietmar
Dietmar

„Warum Snyder (wie leider viele Regisseure und Produzenten) glaubt, das Skript en passent auch noch schreiben zu müssen, ist mir ein Rätsel.“

Vielleicht liegt das ja daran, dass Drehbuchautoren irgendwie nicht so richtig anerkannt sind. Ähnlich wie Keyboarder in Bands. Die Mädels fahren immer auf die Gitarristen ab.

Peroy
Peroy

„Der große Makel von Snyder. Er kann bildgewaltig inszenieren ihm fehlt nur der Bezug zur emotionalen Ebene völlig (weshalb z.B. die Liebesszene in Watchmen auch so verkrampft wirkt) und er ist der Qualität der Vorlage ausgeliefert.“

Ich hab‘ eher das Gefühl, dass ihm bei jedem Film, den er bislang gemacht hat, das Verständnis für den Stoff vollkommen abgegangen ist und ich deshalb hinterher den Eindruck hatte, der Typ hat keinen Plan…

Schlimm, dass das, nach allem was man so liest, sogar bei seinen eigenen Drehbüchern der Fall zu sein scheint…

Gwildor
Gwildor

Oha! Anscheinend hat Sucker Punch Snyder den Superman Regiestuhl gekostet: http://www.movie-infos.de/news_detail.php?newsid=28121

Torsten Dewi
Torsten Dewi

Jeff: Danke für die Lektion 😉

Die Sexszene in Watchmen ist so, weil sie genau so sein muss. Lies es nach.

Peroy
Peroy

„Die Sexszene in Watchmen ist so, weil sie genau so sein muss.“

Weil ein beschissener Film auch eine beschissene Sex-Szene haben muss. Jawoll !

Komm‘ mir bei dem Film nicht mit „Da ist alles so, weil es so sein muss“… wenn das stimmen würde, dann wären die „Superhelden“ normale Menschen und keine Superhelden mit Superkräften, die in „stylishen“ Kampf-Szenen durch Wände schlagen können…

DMJ
DMJ

Was haben bloß alle für eine Problem mit der Sexszene bei „Watchmen“?
Ich gebe zu, der Feuerstoß-Orgasmus am Ende war etwas dick aufgetragen und ließ auch mich im Kino grinsen und systematisch passt es nicht ganz, weil es (wie auch die Kampfszenen) viel zu übermenschlich gestaltet war und damit dem Inhalt (=zwei verkorkste Fetischisten können nur mit den richtigen Kostümen) widersprach, aber als Szene an sich fand ich es großartig.

Thies
Thies

@Gwildor Schau mal auf das Datum der Meldung! 😉

Jeff Kelly
Jeff Kelly

@all: Die Sexszene im Comic ist auch verkrampft (wie es das erste Mal mit einem neuen Partner oft ist) allerdings kommt sie mir viel „wärmer“ und emotionaler rüber.

Schließlich ist es für beide Charaktere tatsächlich so, dass sie es ohne Kostüme nicht „bringen“, gleichzeitig aber auch „heilend“.

Das hat mir bei der Filmversion gefehlt, gleichzeitig war die dann noch so kitschig überfrachtet (inklusive dem unsubtilsten Stück Musik für eine solche Gelegenheit – Leonard Cohens Hallelujah in der Version von John Cale)

@Wortvogel: Danke, ich hoffe das war ernst gemeint. Ich kenne nur äußerst wenige Regisseure die Skripts schreiben können und selbst Ausnahmetalente haben Filme in der Biographie wo sie wegen eines schlechten Skripts (entweder selbst verfasst oder von einem Autor) baden gegangen sind.

Ich vergleiche dass gerne mit Musik, es gibt viele großartige und talentierte Musiker und Sänger aber viel weniger die auch tatsächlich großartige Musik schreiben können.

Regisseur als Dirigent und die Schauspieler als Orchester lesen für mich metaphorisch „vom Notenblatt ab“ und haben die Freiheit der Interpretation, dass heißt aber noch nicht, dass sie die Zeiten überdauernde Epen schreiben könnten.

Trotzdem sind großartige Konzerte und Interpretationen ebenso bekannt, wie die ursprünglichen Komponisten. Im Filmgeschäft ist das leider nicht so. Die meisten wissen ja nicht mal wie der regisseur heißt.

Gwildor
Gwildor

@ Thies Hab ich mir dann später auch gedacht. Wie ich den 1. April hasse!!

Peroy
Peroy

Ja schade… man hatte sich schon Hoffnungen gemacht…

heino
heino

@DMJ:Was haben bloß alle für eine Problem mit der Sexszene bei “Watchmen”“

Ich weiss nicht, was die anderen da für ein Problem mit haben. Für mich ist das Problem, dass diese Szene eigentlich ergreifend sein sollte, aber leider nur unfreiwillig komisch wirkt.

heino
heino

Es gibt auch positive Kritiken, wie z.B. diese hier:

http://www.filmcritic.com/reviews/2011/sucker-punch/

Sebastian
Sebastian

„Umgekehrt kann ein absolut brillianter Schauspieler selbst schlechte Regie oder fade Storie noch interessant machen.“

Der so genannte Morgan-Freeman-Effekt.

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