Zum besseren Verständnis der besprochenen Themen bitte diesen Beitrag lesen!

ich_xWortvogel: Was GENAU ist die Funktion von Geoff Schaaf? Produzent? Hat er Geld besorgt/gegeben?

Geoff hat mein Projekt von der ersten Sekunde unterstützt, konkret heisst das, dass er mich im Januar 2009 anrief, nachdem ich ihm per Mail meine Absichten über ein Showgirls-Sequel vorgstellt habe, inklusiv erster Testaufnahmen (die mittlerweile auch bis in den fertigen Film gekommen sind…)

Ich kannte ihn vorher nicht persönlich, war einfach ein Fan seiner Arbeit, bin auf ihn durch „Seaquest“ und die Filme „Determination Of Death“ und „Shelter Island“ aufmerksam geworden, er ist mein Lieblings-Director und DP.

Wir redeten eine Nacht am Telefon und waren uns einig, dass es ein Himmelfahrts-Kommando wäre zum „schechtsten Hollywoodfilm aller Zeiten“ ein Sequel zu drehen…, er liebte die Idee und meinen überdrehten Stil zu Filmen, er bot mir an, den Film auch selbst zu drehen, aber ihn auch zu produzieren, falls ich die Kamera und Regie mache.

Geoff Schaaf ist der Mentor meiner Arbeit, er produziert und präsentiert seither alles was ich mache, auch meine aktuellen Musikproduktionen inklusive Musikvideos (Fernando Abrantes [Ex-Kraftwerk] Album „Robot Emotions“).

Wie genau die Finanzierungsstruktur von Showgirls: Exposed war, darf ich schon aus vertraglichen Gründen nicht veröffentlichen.

Aber dass der Film keine konkreten 25 Millionen gekostet hat, dürft jedem klar sein, aber einige Millionen sind schon verbraucht worden…

Geoff Schaafs Meinung zum fertigen Film darf ich aber veröffentlichen: „It’s really great!“, er ist sehr zufrieden mit dem Ergbnis…

Wortvogel: Was genau heisst das „Titeldesign von Mark Lester“?

Nach erscheinen des zweiten Trailers rief mich David Carson (Regie „Star Trek: Generations“) zu Hause an, sagte mir, dass er mein Projekt total abgefahren findet und dass er mit Mark L. Lester (Regie „Phantom Kommando“) in dessen Firma arbeitet und sie Interesse haben meinen Film für American World Pictures zu kaufen…

Eine Stunde später rief Lester selbst an, sagte mir, dass er die Bilder der Trailer „stunning“ findet und mich für total verrückt hält, aber davon überzeugt ist, das ich mit meinem Stil meinen Weg machen werde.

Lester wollte die Rechte international verwerten und die US-Rechte an MGM weiterveräussern, die mittlerweile Interesse hatten… Lester wollte mich 14 Tage später nach Cannes einfliegen lassen, und den Film der Branche präsentieren und Deals zur Weiterverwertung einfädeln…, es waren Summen von roundabout 5 Millionen Dollar für den ersten Deal die Rede.

Buchstäblich am Vorabend von Cannes sickerte durch, dass MGM bankrott ist und alle Aktivitäten gecancelt sind – damit war der Deal mit AWP und die Überraschungs-Präsentation im Rahmen von Cannes geplatzt. Mark Lester hatte den Film für Cannes aber schon umbenannt, weil ihm die Arbeitstitel alle nicht gefielen… Seither heisst der Film „Showgirls: Exposed“ und Lester hat den offiziell anerkannten IMDB-Credit „Title Creator“.

Wortvogel: Geben Sie mittlerweile zu, dass „Showgirls Exposed“ eben KEINE Fortsetzung von „Showgirls“ ist?

Natürlich ist es eine Fortsetzung, wenn auch ein sehr freie und völlig eigenständige.

Wortvogel: Wann erscheint der Film auf DVD? Wo? Bei welchem Verleih?

Er erscheint zunächst mal als DVD und als Pay-Download noch vor Weihnachten bei Amazon.com für den US-Markt als Unrated-DVD.

Die weltweiten Distributions-Rechte hat die Ayfer Arslan Company.

Wortvogel: Bei welchen Produktionen haben Sie ihr Handwerk gelernt? Da sind ihre bisherigen Aussagen leider sehr vage.

Ich habe ein Jahr als Assistent für einen türkischen Regisseur und Produzenten gearbeitet, der in Deutschland lebt (uncredited).

Danach habe ich den Kurzfilm „The Waiting Chamber“ gedreht.

Wortvogel: Was an „Showgirls: Exposed“ macht den Film zu einer Hollywood-Produktion?

Zu einer Hollywoodproduktion macht ihn die Vermarktungsabsicht, Hollywood ist eine Marke, nichts sonst.

Da Geoff Schaaf ein unbestreitbar etablierter Mann in Hollywood ist, Rena Riffel ebenfalls, die ich wärend der Produktion feuerte und der Soundtrack u. a. vom Produzenten von Laura Branigan stammt, habe ich jedes Recht, mir diese Marke anzuheften.

Wortvogel: Was macht die junge Dame von der Messe im neuen Trailer?

Ein damals 17jähriges Model, sie soll eine ganz junge Nomy darstellen bei einem Promo-Job in einem Backflash.

Wortvogel: Was soll der Komet?

Der Komet steigt über einem amerikanischen Friedhof auf und symbolisiert Nomy’s aufsteigende Seele über ihrem Grab.

Wortvogel: Wurde offiziell in Las Vegas gedreht, also mit Genehmigung des entsprechenden Filmbureaus vor Ort?

Nein, gedreht und weg, alles andere war mir zu kompliziert…, vielleicht aber auch eine Dummheit, denn ich habe auch schon mit drei Schauspielern eine Nacht im Gefängnis verbracht…, allerdings war das in Frankfurt. Drehgenehmigungen hole ich immer nur für Locations, nicht für Aussendrehs ein…, eine Marotte meiner Kurzfilmer-Phase.

Wortvogel: Ist Ihre Aussage „und was als Medienkampagne beabsichtigt war…“ so zu verstehen, dass die Defizite des Trailers Absicht waren, um eine Reaktion zu provozieren, der Film aber besser ist?

Wie promoted man ein Sequel zu Showgirls?? Praktisch unmöglich ohne durch den Dreck gezogen zu werden. Optimal für mich und meinen fast non-narrativen Stil der pure Negation des bekannten Kinos ist.

„Defizit“ ist in meinem Stil Programm, ich reduziere alles ausser den Farben, die überziehe ich. Handlung, Schnitt, Sprache, Geschwindigkeit, Bildschärfe, Bekleidung der Mädchen… alles nutzlose „Mangelware“. Ein „Stuck in the 80s-Style“-Surrealismus, ist das, was ich mache und es gfällt mir so!

Ich habe exakt die heftigen Reaktionen bei Bloggern und Fans vorhergesagt und auch, dass die Boulevard- und Hollywood-Presse meinen Film promoten wird.

Wenn ich als Filmfan im Netz unterwegs wäre, würde ich genauso draufdreschen, denn das ist Teil der Showgirls-Party.

Ich kann übrigens auch gut über mich selbst lachen und ohne ein überdrehtes Ego kommt niemand da hin, so ein Ding zu realisieren, das haben in der Branche alle gemeinsam.

Angst würde mir schlechte Kritik aus der Branche machen…, aber die Reaktionen dort sind ohne jede Ausnahme respektvoll und positiv, was mich stolz macht.

Viele Leute sind der Meinung mein Film ist Schund ohne ihn gesehen zu haben, in Hollywood hält man ihn für einen kommenden Kult-Film. Mir ist beides recht, denn dem Mainstream zu entsprechen, ist wirklich das Letzte, das ich je vorhatte…



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