02
Sep 2010

Liebe Unterhaltungsindustrie…

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

audience… dieser Tage geht die Internationale Funkausstellung los. In Berlin. Habe ich im Radio gehört. Ich selbst werde wieder nicht dabei sein – seit 1994 habe ich die Veranstaltung nicht mehr besucht. Damals fiel mir vor allem auf. dass etliche Besucher augenscheinlich nur darauf aus sind, die größtmögliche Menge an Tüten und Prospekten mit nach Hause zu schleppen. Es ist wahrscheinlicher, dass man mich bei der "Venus 2010" trifft. Da geht es auch um große Tüten.

Egal.

Deutschlandradio hat berichtet, was der Mega-Trend dieses Jahr ist. Zu meiner Überraschung nicht "Kühlschränke mit Internet-Anschluss". Das Thema scheint nach zehn Jahren endlich durch zu sein.

Es ist – tataaa!!! – 3D-Fernsehen! In fünf Jahren sollen schon 20 Prozent aller neuen TV-Geräte 3D-tauglich sein. Wenngleich, wie der befragte Branchen-Guru erklärt, es derzeit leider noch an Programmangeboten in 3D mangelt. Aber man könnte. Wenn man wollte. Und gelassen würde.

Ich habe mir 3D-TV neulich mal im Kaufhof angesehen: "Monsters vs. Aliens" lag im Player, die Brille war schon leicht angegrabbelt. Ergebnis des subjektiven Sehtests: Coole Spielerei. Braucht kein Mensch.

Nun könnte ich sagen: Schauen wir doch mal, wie sich das entwickelt. Ist ja irgendwie gelebte Science Fiction. Obwohl ich immer gedacht hatte, dass 2010 schon holographisches Fernsehen dran sei.

Stattdessen sage ich: LECKT MICH DOCH ALLE AM ARSCH!!!

3D-Fernsehen? Geht’s noch? Schon wieder neue Fernseher, neue Dekoder, neue Sender, neue Abspiel- und Aufzeichnungsgeräte? Für ein paar Spielfilme vom Schlage "Clash of the Titans"? Oder ein paar Ego-Shooter, bei denen mir 2D schon speiübel wird? Bundesliga endlich noch mittendrinner statt nur dabeier? Porno mit (fast) anfassen?

Ihr könnt mich mal gepflegt und kreuzweise. Etabliert erstmal HD flächendeckend und mit verlässlichen Standards, und lasst mich danach 10-15 Jahre in Ruhe. Vorher gibt es von mir keinen müden Cent für neue TV-Hardware oder andere Systeme.

HD. Genau. Das Zeug, mit dem ihr uns seit 10 Jahren ködert, Flachbild-Fernseher samt Receiver neu zu kaufen und Premiere/Sky zu abonnieren. Jenes hochauflösende Bild, dass selten GANZ HD ist, dann wieder gar nicht, dann nur über Satellit, dann nur mit speziellen Kabeln, kopiergeschützt, gerne auch mal runter- oder raufgerechnet. Das Zeug, bei dem keiner vollends durchblickt, und von dem Otto Normalkunde (ich eingeschlossen) bisher hauptsächlich weiß: gibt es. Aber nicht bei mir. Zumindest nicht jetzt. Oder so richtig. Muss ich erst mehr zahlen.

Dass das neue "over the air"-Fernsehen DVB-TV zwar gänzlich digital, aber auch nicht in HD kommt, ist da fast schon eine Randnotiz.

Der Übergang von analog auf digital und von Low Res auf High Definition ist wie kaum ein zweiter von der Unterhaltungsindustrie verbockt worden. Dagegen waren die Formatkriege VHS vs. Betamax, CD vs. MiniDisc und HDDVD vs. Blu-Ray, die allesamt auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen wurden, harmlos. Seit Jahren können wir theoretisch hochauflösend die Kaffeeflecken auf der Krawatte des Nachrichtensprechers analysieren. Praktisch kann das fast niemand. Weil Hard- und Software nicht ineinander greifen, weil Hersteller, Sender und Politik keinen für alle Beteiligten vertretbaren Übergang definieren konnten. Jeder wurschtelt vor sich hin, verspricht viel, und zeigt beleidigt auf den anderen, wenn man ihn fragt, warum das alles nicht richtig funktioniert.

Totales Chaos.

Machen wir uns nichts vor: Der Umstieg auf HD war von der Industrie gewollt, um endlich den Tod des (aus ökonomischer Sicht erheblich zu langlebigen) Röhrenfernsehers zu forcieren. Gebeten hat darum keiner. Genauso wie um das alberne 16:9-Format, das ebenso nur dazu diente, den Kauf neuer TV-Geräte zu rechtfertigen. Von der EU gefördert, dafür ohne erklärbaren Nutzwert. Wer jetzt "aber für Spielfilme ist das doch ideal!" schreit, den erinnere ich gerne daran, dass auch Spielfilme oft nicht in 16:9 gedreht wurden, und nach 60 Jahren die Masse der TV-Produktionen in der Wiederholungsschleife nun mal 4:3 vorliegt.

Früher war das so: Man hatte einen Fernseher zu Hause von der Größe einer Umzugskiste. Der hatte zwei Kabel: Eins für Strom, eins für Programm. Das Bild war gewöhnlich hell und scharf, die Auflösung konstant, und was ausgestrahlt wurde, konnte man auch ohne Schnickschnack oder Einschränkungen anschauen. Bei Spielfilmen war oben und unten ein schwarzer Rand. Der verhieß uns unausgesprochen: Hollywood. Nachts gab es Schnee, und wenn man ausschaltete, gab es noch eine Weile lang einen neckischen Leuchtpunkt in der Mitte des Bildschirms. Technische Expertise war nur einmal von Nöten: wenn die Kiste nach dem Kauf eingestellt werden musste, damit das ZDF auch auf dem zweiten Knopf der Fernbedienung lag.

Heute hat mein Flachbild-Fernseher mehr Anschlüsse als das Control Panel des Space Shuttle, das Low Res-Kabelsignal ist irgendwie matschig, HD-Sender kann ich nicht empfangen, und ich könnte schwören, dass die Fußball-WM auf meiner alten Röhre knackiger ausgesehen hat. Liegt vielleicht auch nur am Alter. Meinem, nicht dem des Gerätes.

Und jetzt also 3D.

3D my ass.

Bevor die Zukunft des Fernsehens kommt, soll erstmal die Gegenwart funktionieren.



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Nardon
Nardon
2. September, 2010 05:52

Ich fühle mit dir. Allerdings "…und ich könnte schwören, dass die Fußball-WM auf meiner alten Röhre knackiger ausgesehen hat"… ist das warscheinlich eher geschönte Gedankennostalgie 🙂
Keine Ahnung ob du jetzt ein Spielekenner bist für PC-Spiele aber ich dachte als Starcraft2 rauskam auch ich tue mir noch mal den ersten Teil an. Wie soll ich sagen, ich hatte das besser um nicht zu sagen, viel besser in Erinnerung.

Lukas
2. September, 2010 06:23

Kritik am HD-Durcheinander ja, aber Steinzeitnostalgie nein. 16:9 ist sicher kein Idealformat, aber (zumindest für meine Augen) deutlich angenehmer als die 4:3-Guckkästen. Flachbildschirme sind mir wesentlich lieber als die tonnenschweren, klobigen Röhrenschränke. HD ist, gerade bei Wimmelbildfilmen (Massenszenen, Ausstattungsapokalypsen, etc.) eine Offenbarung. Dass das Empfangskuddelmuddel nervt, kann ich verstehen, aber dass viele Wiederholungen nun naturgegebenermaßen nicht in HD laufen, nicht einmal in 16:9 – das ist doch nicht wirklich ein Argument, oder? Ich frage mich, ob nach Einführung des Farbfernsehens Leute gezetert haben, weil ihnen bei den vielen s/w-Wiederholungen aufgefallen ist, dass es mal Zeiten mit anderen Technikstandards gab.

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 08:12

@ Nardon: Doch, das SD-Bild auf meinem HD-Fernseher kann definitiv nicht mit dem nativen SD-Bild auf meiner Röhre mithalten.

@ Lukas: Das stimmt so einfach nicht. 4:3 empfinde ich immer noch als das angenehmere Format. HD ist toll (das bestreite ich ja nicht), aber kaum jemand hat es flächendeckend. Die meisten Sender stahlen es nicht nativ aus. Und doch, Wiederholungen sind ein Argument, denn sie bestimmen die Menge an 4:3-Programm vs. 16:9-Programm.

Falls ich das nicht klar genug ausgedrückt habe: Ich finde HD TOLL! Und ich will es haben. Auf jedem Sender, auf jedem Fernseher. Ohne dazu Anleitungen, Fachzeitschriften und Kleingedrucktes studieren zu müssen. Ohne Geld in verschiedenste Geräte (neben dem Fernseher) investieren zu müssen. Ohne mich für eine Kombi entscheiden zu müssen, die dann wieder andere Möglichkeiten ausschließt.

Snyder
Snyder
2. September, 2010 08:23

3D ist im Kino schon wieder auf dem absteigendem Ast und wird es gar nicht erst in den Fernsehapparat schaffen, meine Prognose.
Es bietet keinen echten Mehrwert, macht alles teurer und hat unbehebbare technische Schwächen.

Zum Thema 16:9: Ich vermisse die schwarzen Balken, wie erwähnt, die bedeuten einfach "Hollywood", man hat sofort die Assoziation "Aha, hier läuft Kino!". Ich wär dafür dass das Display von 16:9 Fernsehern einfach mit 2 schwarzen Flächen ergänzt werden damit diese Balken permament vorhanden sind.

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner
2. September, 2010 08:25

Zu 4:3 vs 16:9 – aktuelle Produktionen sind praktisch durchgehend in 16:9, die meisten Wiederholungen, die mich interessieren, sind Filme, die wiederum zum Großteil in 16:9 oder noch breiter vorliegen, US-Serien sind schon seit Jahren in 16:9. Von mir gesehene 4:3-Sendungen sind somit fast nur noch deutlich ältere Serien (Friends, MASH & Co). Und für die meisten Sendungen ist 16:9 die bessere Wahl – bei Filmen sowieso, bei Sport dito und bei Wetten dass & Co hat die Umstellung auf 16:9 auch keinen erkennbaren Schaden angerichtet. Von HD halte ich aus denselben Gründen wie du auch noch nichts. Sollte ich mal einen BlueRay-Player holen und der Aufpreis zur DVD keine Rolle mehr spielen, werde ich auch mal HD sehen, aber das hat noch Zeit.

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 09:36

@ Thomas: Damit zäumst du das Pferd von hinten auf: Heute wird fast alles in 16:9 produziert, weil die Industrie das so durchgesetzt hat, um die Hardware attraktiv zu machen. Niemand hatte drum gebeten. Das wäre genau so, wenn das ZDF und RTL ab morgen alles in 3D produzieren. Plötzlich greift das Argument "Klar ist ein 3D-Fernseher praktisch – wird doch fast alles in 3D ausgestrahlt". Ob das jemand so wollte, steht aber auf einem anderen Blatt.

In meinen Augen müsste ein komplett paralleles Sendenetz aufgebaut werden, das alle nennenswerten Sender über Verteiler wie Kabel und Satellit (auch DVB-HD, wenn möglich) an HD-Geräte liefert. Minimal eine kleine HD-Box/Karte sollte zusätzlich nötig, um Pay-Inhalte freizuschalten. Dabei ist HD einheitlich HD (z.B. 1080p), und kann frei aufgenommen werden. Zu finanzieren wäre das locker, wenn man auf ein paar spinnerte Außenseiter-Technologien und Spartenkanäle aus Gebühren verzichten würde.

Lars
Lars
2. September, 2010 09:36

Verstehe das Problem irgendwie nicht, allerdings hab ich schon seit ein paar Jahren HD (erst in Form der HD-DVD, und dann Blu-Ray) und möchte es auch nicht mehr missen. Bei den digitalen Wiedergabemedien ist der Umstieg ja schon passiert und DVD ist nur noch das Nebenbeigeschäft, welches zwar noch die Masse anspricht, aber bei den Filmstudios eher untere Priorität genießt. Zum Beispiel gab es bei The Dark Knight das vom Regisseur gewollte Bildformat nur auf Blu-Ray (die DVD ist konstant bei 2,39:1, während die Blu-Ray, in den IMAX Szenen auf 16:9 öffnete). Auch bei Tropic Thunder gab es den Director’s Cut nur auf Blu-Ray.
Was das Fernsehen angeht: Hier ist wirklich ein Chaos angerichtet worden und die Entscheidung der Privaten, HD als PayTV zu vermarkten, ist mehr als unglücklich. Das wird deswegen von mir auch boykottiert und HD-Fernsehen wird nur bei den Öffentlich Rechtlichen stattfinden (bin gerade dabei, mir einen HD-fähigen HTPC zuzulegen).

Was 4:3 und 16:9 angeht: Ich finde hier 16:9 ebenfalls sehr viel harmonischer, was aber auch daran liegen könnte, dass ich in den letzten 10 Jahren überwiegend nur 16:9 Material geguckt habe (erst noch auf einer 4:3 Röhre und dann auf einem 16:9 LCD Fernseher).

Bernd
Bernd
2. September, 2010 09:45

Aus den Hickhack der deutschen Sender um HD hab ich mich vor knapp 2 Jahren komplett zurückgezogen. Ich habe damals mein Entertaimentsystem modernisiert und alle Decoderboxen, DVD- und Videoplayer durch einen PC ersetzt. Der holt sich seinen Content in HD aus bekannten Quellen im Netz. Das einzige was ich noch im normalen TV schaue ist die Tagesschau und die kann von mir gerne weiter in PAL gesendet werden.
Wenn die Sender kein vernünftiges Angebot machen muss man sich eben selber helfen.

Damien Crowley
2. September, 2010 09:51

Schöner Schnickschnack-Rant. Dafür erst mal nen Daumen nach oben.

HD-Glotzen sind wohl doch eher was für Konsoleros oder Leute, die jetzt schon auf den Blu-Ray-Zug aufgesprungen sind (trifft bei mir beides zu), bzw. wer seine Filme/Serien schon immer lieber auf Scheibchen anstatt in der TV-Ausstrahlung geschaut hat, kann mit aktuelleren Playern und HD-Flachi auch aus alten DVDs noch einiges hochskalieren.
Und was die Formate angeht, habe ich, obwohl ich früher die doofen Balken immer hasste, im letzten Jahr gelernt/erkannt, dass man sich doch freuen kann, wenn auf dem Bildschirm das gesamte Bild zu sehen ist und nirgendwo irgendwer irgendwas wegschnippelt. Ob die Balken nun beim 16:9-Film oben und unten oder bei der 4:3-Serie links und rechts sind, ist im Grunde doch ziemlich egal.

Teleprompter
Teleprompter
2. September, 2010 09:58

Dass die Röhrenfernseher der Industrie zu langlebig waren, ist eine nette Verschwörungstheorie, aber bei mir hatten die das schon auf andere Weise erledigt (jeder neue Röhren-TV, den ich mir neu gekauft hatte hielt fast exakt halb so lang wie sein Vorgänger, bis zum absoluten Minimum von 2 Jahren + ein paar Tagen, wg. der Garantie, klar). Aber sicher ist natürlich auch, dass die Industrie gegen die "neuer TV nur, wenn der alte kaputt ist"-Mentalität was machen musste. HD ist da für mich ein Angebot, mit dem ich leben kann. kostet ja – gemessen an früher – auch nicht die Welt, und The Pacific sieht nun mal einfach gut aus in HD; was 3D angeht, full ack.

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 10:29

@ Bernd: Ich sprach nicht von Inhalten, die aus der Konserve kommen. Klar geht das mit Blu-Ray und DVD prima (auch wenn wir da gerne die Diskussion über Kopierschutz anfangen können, oder bewusste Kastrierungen der Systeme bei bestimmten Hardware-Kombinationen).

@ Bernd: Ganz genau.

@ Teleprompter: Röhrenfernseher legten Farbsystem, Auflösung, Analogaufbau, etc. fest – seit 50 Jahren. Ein "neues Fernsehen" war mit denen nicht zu machen. Und daher hat die Industrie ohne Not Fakten geschaffen, die den meisten Nutzern ein neues Gerät förmlich aufrängen. Ich mag Flachbild-Fernseher auch, aber beim klassischen Analog-Bild in SD ist die Röhre besser.

Jan
Jan
2. September, 2010 10:38

@Nardon

Starcraft 1, Wie geil, habe ich auch vor ein paar Monaten gemacht. Dann habe ich mich ernsthaft gefragt, wie ich damit so viel Zeit verbringen konnte.

Versuchs mal mit Dune2, da fällst Du um 😉 Ich glaube die Rocket Trooper bestehen aus 6 Pixeln.

The Riddler
The Riddler
2. September, 2010 10:42

Sehr schöner Artikel, der mir aus der Seele spricht. Und zum Thema 3D sage ich immer wieder: So lange man sich dafür extra eine Brille aufsetzen muss und das Bild nicht direkt dreidimensional auf dem Bildschirm/Leinwand erscheint, wird sich das nicht durchsetzen.

Teo
2. September, 2010 10:46

Ich weiss schon nicht, wozu man 3D im Kino braucht. Jetzt soll ich auch noch mit einer 3kg-Brille auf der Couch sitzen? Bei uns im Wohnzimmer steht ein Röhrenfernseher und da wird er auch erstmal bleiben.

Montana
Montana
2. September, 2010 10:51

Zumindest für 3D-Fernsehen bräuchte man weder neue Dekoder, noch Abspiel- oder Aufzeichnungsgeräte. Und sofern man Unmut bei 2D-Guckern in Kauf nimmt, nicht mal neue Sender, denn diese scheuen zusätzliche Bandbreite und damit Kosten. Rein übertragungs-technisch gibt es nämlich keinen Unterschied, es werden einfach die Bilder für das rechte und linke Auge nebeneinander gesetzt und als ein Bild gesendet. ("Side-by-side") Der Fernseher muss das nur wieder auseinanderfriemeln. Mit Kreuz- oder Parallelblick könnte man das vielleicht sogar ohne Brille nutzen, ähnlich dem "magischen Auge". Naja, fixe Idee von mir… Falsches Seitenverhältnis und so.

Womit ich beim eigentlichen Problem von 3D wäre: Solange man Brillen braucht, ist das alles Spielerei.

Der Umstieg von analoger zu digitaler Übertragung ist ein Henne-Ei-Problem. Viele Zuschauer steigen nicht um, weil ihnen das Angebot genügt; die Sender schalten nicht ab, weil sie diese Zuschauer nicht verlieren wollen. Da hätte man in der Tat eine klare Frist setzen müssen. Bei der Terrestrik ist der Übergang immerhin geschafft und beim Satelliten in Sichtweite, nur beim Kabel ist kein Ende abzusehen. Aber das haben sich die Netzbetreiber selbst zuzuschreiben. Die digitale Verschlüsselung der Free(!!!)-TV-Sender bei vielen (und darunter den wichtigsten) Kabelanbietern ist vollkommener Humbug. Kein Wunder, dass viele Kunden ihren neuen HD-Flachmann analog versorgen.

Astra kann da natürlich in Sachen Kunden-ins-Gesicht-Schlagen nicht nachstehen und hat seine HD+-Plattform gestartet. Die HD-Ableger der zwei großen privaten Sender-Familien (sowie demnächst SPORT1) gibt es nur verschlüsselt und gegen Kohle. ("Infrastrukturabgabe" – muhahaha). Dazu kommen die technisch möglichen Gängelungen, die viele Vorteile der digitalen Übertragung verhindern und damit ad absurdum führen.

Mehr hier:
http://www.youtube.com/watch?v=_jPhVNkJgmI

Hoffentlich scheitert das so kläglich wie entavio. Kennt auch keiner mehr. Gut so!

HD an sich sehe ich nicht kritisch. Je größer das Bild desto mehr Details werden für einen guten Bildeindruck benötigt. Sicher, nicht jede (und jeder) Sendung nutzt diese Möglichkeit, grundsätzlich sinnvoll ist es indes schon. Röhren lassen sich nicht beliebig groß herstellen, die sonstigen Vor- und Nachteile gegenüber (und zwischen den) heutigen Display-Technologien hin oder her. Größer ist in diesem Fall einfach besser.

Die ganze Kopierschutz-Grütze hätte man sich allerdings wirklich sparen können. Beispiel HDCP: Wer käme ernsthaft auf die Idee, für private Kopien in relevanten Größenordnungen das HDMI-Signal abzugreifen?!? Internet-Piraterie verhindert man damit sowieso nicht.

Ansonsten ist es schon vernünftig, digitale Displays auch digital zu versorgen. Ohne Internet würde ich allerdings bei den vielen HDMI-Versionen nicht mehr durchblicken.

Übrigens genau wie bei den Blu-ray-Profilen. Auch so ein Format, das erst beim Kunden reift (reifen musste – die böse HD-DVD saß im Nacken).

16:9 ist doch ein guter Kompromiss zwischen altem 4:3-Material und 1:2,35-Cinemascope. Letzteres war doch auf einer Standard-70cm-Röhre zwischen dem vielen Schwarz kaum zu erkennen.

Marcus
Marcus
2. September, 2010 10:55

Volle Zustimmung auch von mir. 3D-Fernsehen braucht kein Mensch, auf BluRay steige ich erst um, wenn es preislich keinen Unterschied mehr macht und die DVD soweit verdrängt wird, dass ich auf DVD nicht mehr alles bekommen kann, was ich will.
HD-Fernsehen ist mir schnurz, weil ich eh nur sehr, sehr selten fernsehe. Das Programm wird ja eh nicht besser, und für die paar Sendungen, die mich noch interessieren (Nachrichten, heute show, die eine oder andere Doku und Polittalkshow, so mich denn das Thema interessiert), braucht’s kein HD. Außerdem schrecken mich die Horrorstories über Kompatibilätswirrwarr, unterschiedliche Boxen und so weiter ab. Ich hab’s ja schon im Fenster vs. Apfel-Thread gesagt – mit technischen Finessen will ich mich nicht befassen müssen. Es soll einfach nur funktionieren.

@alle hier, die schon HD-Fernseher und DVD/BR-Player haben: wie sind denn eure Erfahrungen, wenn ihr auf euren High-End-Systemen ältere DVDs in nicht ganz so toller Bildqualität abspielt? Wird das Bild besser oder verstärkt die Technik die Schwächen des Bildes noch? Hab ich mich schon öfter gefragt, denn als Liebhaber hat man ja so einige Raritäten, bei denen man schlechte Bildqualität in Kauf nimmt, weil der Film nun mal nicht anders zu haben ist.

@Snyder: nein, ich sehe auch noch nicht, dass 3D als "Zukunft des Kinos" schon beschlossene Sache ist. Zur Zeit ist da viel unsinniger Hype dabei. Viele Filme abseits des aktuellen Blockbuster-Krawalls brauchen das einfach nicht (Oder wartet irgendwer auf "Woody Allen 3D"?), und die üblichen Ramschprofiteure fangen jetzt schon an, den Ruf der neuen Technik mit minderwertigen Angeboten zu ruinieren (man hört ja Unerfreuliches über mangelhafte Bildschärfe und Kontraste bei nachträglich auf 3D gepimpten Filmen wie "Clash of the Titans" oder "The Last Airbender").

co
co
2. September, 2010 10:56

Danke für diesen Blogeintrag.
Ich hab hier auch noch ne Röhre stehn, allein weil nur analog Kabel aus der Wand kommt. Wenn die mal draufgeht, hab ich noch eine. Dann schau ich mal, ob ich mir nen LED Screen hole…aber auch nur mit Digi-Sat.

Marko
2. September, 2010 11:24

Das Chaos ist an mir irgendwie vorbeigegangen. Wir haben uns letztes Jahr einen 42 Zoll Full-HD Plasma von Panasonic gekauft, da war das Thema "HD ready" schon vom Tisch. Als ich mir die PS3 für Blu-Rays gekauft habe, war das Thema HD DVD schon vom Tisch. Ich empfinde 16:9 als okay, aber noch immer zu hoch; meinetwegen könnten alle Fernseher so breit sein wie die Wand. DVB-T nutze ich im Arbeitszimmer, damit ich da kein Kabel hinlegen muss. Funzt super.

3D kommt mir ins Haus, wenn es ohne Brille machbar ist. Bis dahin ist es kein Thema für mich und Chaos drumrum egal.

Ehrlich, ich empfinde die Bewegung der letzten Jahre in der Unterhaltungsbranche als Segen. Jahrzehntelang tat sich nichts auf dem Markt, und endlich blüht er auf. Daß ich heute meinen Sohn in Full-HD filmen kann, das ganze per H.264-Codec auf externen HDs und Blu-Ray-Rohlingen lagern kann, ist für mich als Datenmessie ein Traum — von den Fotos, die ich seit meiner ersten Digiknippse gemacht habe, ganz zu schweigen (aktueller Stand: 33.416 Fotos seit September 2000) …

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 11:33

@ Marko: Klar, für deine Nischenbedürfnisse ist das so alles prima. Ich rede aber vom Konsumenten, der einen HD-Fernseher kauft und dann (korrekterweise) erwartet, dass es auch HD-Sender gibt, für die er keine Schüssel auf den Balkon stellen muss, Receiver braucht, extra Geld berappen muss, etc. Und entscheidet er sich doch dafür, gibt es bei verschiedenen Anbietern verschiedene Pakete in verschiedenen Auflösungen – aber eben nicht alles aus einer Hand.

Nochmal: Niemand beschwert sich über die Vorzüge von HD, die ich selber genieße (Craig Ferguson in HD!). Niemand beschwert sich über DVB-T allgemein. Ich möchte meine Urlaubsbilder auch nicht mehr zur Drogerie tragen müssen, damit ich nach zwei Wochen weiß, dass sie nichts geworden sind.

Ich habe hier ein Problem angesprochen, dass den normalen TV-Konsumenten betrifft, der mit einer FLut von Standards und Geräten zugeschissen wird. Das ist bei Smartphones und deren Datenflatrates übrigens nicht viel anders. Aber das gehört nicht hierher.

Marko
2. September, 2010 11:42

Aber was wäre die Lösung? Man kann das ganze ja schlecht mit Gesetzen gängeln. Auch ein "normaler TV-Konsument" sollte doch schlau genug sein, den Markt Markt sein zu lassen und sich erst dann zu einem Kauf zu entscheiden, wenn die gröbsten Chaoskämpfe vorbei sind. Das hat sogar meine Mutter (!) hinbekommen, und zwar ohne Beratung seitens ihrer Söhne. 😉

Sicherlich nervt das Chaos bei TV, Smartphones & Co., aber es ist ja nun nich so, daß man einen Uniabschluss braucht, um sich was für den eigenen Bedarf herauszupicken.

Thomas
Thomas
2. September, 2010 11:44

95% der Fernsehsendungen sind doch eh Schrott, ob in HD oder nicht. Wobei ich sagen muss die WM in HD sah schon gut aus, obwohl es glaube ich auch nur 720p waren.
Dafür musste ich mir aber extra den HD-Receiver eines Freundes ausleihen, der damit normalerweise das HD Programm aus England empfängt.
Die sind uns, was das (Bezahl-)Fernsehen angeht, meilenweit voraus. Dort haben viele Leute nette HD-Receiver mit Festplatte, können sich durchs riesige, relativ günstige, Bezahl-TV zappen und dabei noch viel in HD schauen.

zu 3D: Ich habe Avatar, Up und Monsters vs. Aliens in 3D gesehen und der einzige Film bei dem ich es als durchweg gut empfand war Avatar.
Ich brauche es trotzdem nicht, vor allem nicht zu Hause. Denn 1. nervt die Brille und 2. wird der 3D-Effekt wunderbar vom Rahmen des Fernsehers gekillt, ausser man sitzt 50cm vor der Glotze.

Marko
2. September, 2010 11:49

@ Thomas: Mit den 3D Filmen ging es mir erschreckender Weise wie Dir — "Avatar" war echt schick, aber bei den anderen, die ich bisher sehen durfte/musste ("Alice im Wunderland", "Piranha 3D", "Toy Story 3"), war der 3D Effekt witzlos bis blöd.

Ich denke, 3D für den Heimbereich wird durch den Nintendo 3DS deutlich mehr Konsumenten ansprechen als durch die ganzen 3D Fernseher. Der 3DS soll ja ohne Brille 3D versprechen, das finde ich schon nett.

Gerrit
Gerrit
2. September, 2010 11:52

Was mir persönlich mehr auf Nerven geht, sind Einstellungsorgien nach Format. "Damals" gab’s halt Helligkeit und Farbe – heutzutage muss ich mit Motion Plus, 100HZ, Soap Effekt, Schwarzpunkt, Weisspunkt, Rauschunterdrückung, Bewegungskompensation… rumspielen, bis ich ein vernünftiges Bild habe für SD DVD-T. Kommt das Signal über HDMI von der BluRay kann ich wieder von vorne anfangen. Gottseidank unterstützt mein TV verschiedene Profile für so was.

Für digitales HD Fernsehen würde ich gerne auch Geld bezahlen. In Full HD, auswählbaren Tonspuren und gerne auch On Demand. Vorher aber nicht…

3D kommt mir aus genannten Gründen ebenfalls nicht ins Haus, den Vorteil des (machen wir uns nichts vor) Wahnsinnsbildes von HD im Vergleich zu vorher erkauf ich mir aber gerne mit Verlusten beim SD Fernsehen, das ohnehin nur noch zum Einschlafen taugt…

Lars
Lars
2. September, 2010 12:44

@Marcus Sagen wir es mal so: Wenn der Inhalt stimmt, merkt man es nicht. Ich gucke gerade wieder ein paar alte Friends-Folgen auf DVD, die schon zu SD-Zeiten eine eher unterdurchschnittliche Bildqualität hatten und man kann es sich angucken. Die ersten fünf Minuten denkt man dann: Was für ein scheiß Bild, aber wenn der Inhalt dann stimmt, nimmt man das nicht mehr so bewusst war. Ich hab aber nicht versucht, was passiert, wenn man vorher ne Referenz-Blu-Ray guckt. Nach Möglichkeit versuche ich auch den Schritt HD -> SD an einem Abend zu vermeiden, da dann die Schwächen von SD doch schon sehr zu Geltung kommen…

Dietmar
Dietmar
2. September, 2010 12:46

HA! Und ich dachte, ich schnall´ das nur nicht: Ich konnte bisher nirgends einen Unterschied bei HD sehen, egal, bei wem ich zu Gast war. Und auch ich habe mich bei der WM über das Bild gewundert; kann ich nicht genau beschreiben, sah irgendwie komisch ,,digital" aus.

Die einzige Neuerung letzter Zeit, die mir etwas brachte und die ich genieße: Mein kostengünstiges aber voll tolles Surround-System. Das macht Spaß! Auch mit Röhre.

Georg
Georg
2. September, 2010 13:07

Bin ganz bei Wortvogel in #19. Habe selbst noch eine alte Röhre, allerdings noch Original Telefunken, von 1994, mit 16:9, 100Hz, und schicken 81cm. Die wird wohl nie kaputt gehen. ^^
Und so lange ich als Kabelkunde nicht das ganz normale Fernsehprogramm ohne Mehraufwand ( teure Digitalabos, Set-Top-Boxen, Receiver, was weiss ich ) vollständig in nativem HD empfangen kann, werde ich den Teufel tun, und einen perfekt funktionierenden Fernseher aus dem Fenster schmeissen.
Nur für ARD/ZDF und Artew HD schaffe ich mir keinen HD-Fernseher für tausende von Euro an.
Klar, fürs Zocken und Videoschauen ist HD großartig, keine Frage. Aber dafür gibts bei meinem Bruder eine Leinwand, einen HD-Beamer, und eine schicke Denon/Teufel Kombi, die einem die Haare vom Kopf fegt…:D

Howie Munson
Howie Munson
2. September, 2010 13:41

Ist auf Blueray eigentlich 1080p oder ist das auch noch interlaced? DAS ist der eigentlich Problem bei ARD und ZDF in 720p, weil denen die echten Vollbilder wichtiger waren… (und bei sport auch einen gewissen Vorteil hat, der vom Rest der Welt nicht erkannt wurde…)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Petition-gegen-720p-HD-bei-ARD-und-ZDF-941806.html

noch lustiger ist allerdings HbbTV, bin gespannt in wievielen inkompatiblen "Standards" sie das dann einführen… http://www.heise.de/newsticker/meldung/ZDF-setzt-auf-Verschmelzung-von-TV-und-Internet-mittels-HbbTV-1069948.html
aber wenn es dann "endlich" kommt, kann man bestimmt das heute journal nachts um halb zwei auf’m Kühlschrank kucken *ggggg*

Lars
Lars
2. September, 2010 13:45

Blu-Ray hat in der Regel 1080p24 (also 24 Vollbilder mit einer Auflösung von 1920×1080 pro Sekunde) und kann deswegen Kinofilme genauso zeigen, wie sie im Kino aufgeführt wurden. Es gibt einige wenige Blu-Rays, bei denen andere Werte verwendet wurden, die sind aber in der Regel eher abseitig des Mainstreams von kleinen Labeln veröffentlicht worden.

milan8888
milan8888
2. September, 2010 14:38

»Mit den 3D Filmen ging es mir erschreckender Weise wie Dir — “Avatar” war echt schick, aber bei den anderen, die ich bisher sehen durfte/musste (“Alice im Wunderland”, “Piranha 3D”, “Toy Story 3″), war der 3D Effekt witzlos bis blöd.«

Ein Freund von mir war bei der Deutschlandpremiere von Toy Story 3 und kurz darauf mit seinen Kindern im selben Kino bei der Vorführung fürs gemeine Volk. Der Qualitätsunterschied soll gigantisch gewesen sein was wie er sagte daran lag das für die Premiere teure Projektoren angemietet und aufgebaut worden sind die nach der Premiere wieder durch günstige Modelle für den täglichen Gebrauch ersetzt wurden.

Sven
Sven
2. September, 2010 14:54

Ich selbst zähle mich leider auch zu den Opfern neuer Technik, wenn ich alleine daran denke auf wievielten Medien Die Hard in meiner Wohnung liegt;)
Aber im Ernst: ich habe mir vor kurzem auch einen 3D-Plasma von Panasonic gegönnt, ausschlaggebend war allerdings die sehr gute 2D Darstellung. Und zu HD-Quellen, ich nutze T-Home und habe so mehrere Sender im HD und habe so auch ein besseres Bild als Röhre, hat man natürlich nur einen" günstigen " flachen Fernseher, ein günstiges HDMI-Kabel und schaut dann ne DVD… ja dann kommt das Bild wirklich nicht an einen alten Fernseher ran. Macht man es aber einmal richtig… man möchte es nicht mehr missen und sogar meiner Freindin fällt das gute Bild auf. Der 3D Modus ist ein nettes Extra, bei echtem 3D Material, wie etwa Cloudy with a chance …. sieht es super aus. Clash of Titans lasse ich nicht gelten, denn der ist ja nun einfach schlecht nachträglich konvertiert. Aber ECHTES Material wie Piranha, weihnachtsgeschichte oder demnächst Resident Evil macht schon Spaß.
Letztendlich ist es aber überflüssig zu meckern, denn kaufen ist freiwillig. Ich verurteile ja auch nicht Zuschauer, welche Avatar nochmal im Kino sehen, zwecks acht neuer Minuten

VideoRaider
VideoRaider
2. September, 2010 15:41

Ich besitze noch immer einen (sehr großen) 4:3 Röhrenfernseher – und bin irgendwie dankbar solange ausgehalten zu haben. Hat mir eine Menge Geld gespart. Eine große Menge Geld. Demnächst kommt eine ordentliche Investition, die aber gut überlegt ist. Denn mein Fernseher, von der Marke Blaupunkt, hält nun schon seit 1991 (von meinen Eltern übernommen) – und das Bild ist brilliant. Ich bevorzuge zwar auch 16:9 etc. – aber habe mich von der Industrie nicht jagen lassen. Erst jetzt wo Blu-ray etabliert ist und es mehr oder weniger einen Konsens gibt, werde ich allmählich umsteigen, obwohl ich schon überlegte noch etwas zu warten. Mal sehen.

Peroy
Peroy
2. September, 2010 15:47

Also doch bald "Blu-Rayder"…

meronem
meronem
2. September, 2010 16:04

ich bin von dem ganzen 3D zeugs auch nicht wirklich begeistert,
dauernd neue hardware kaufen weil die industrie "für uns" aufrüsten müsse.
es wäre toller, besseres erlebnis…
einen spielfilm muss ich nicht in 3D sehen, bei dokumentationen, lehrübungen..usw ist es was anderess, aber nicht für spielfilme, sport, nur für normal-zuschauer auch nicht, wenn ich sport näher erleben möchte, geh ich ein fussballspiel vor ort anschauen.

OM
OM
2. September, 2010 16:46

Die Wut des kleinen Mannes….

Er streckt die Faust in Richtung Abzockindustrie und ruft: " My Ass 3D, und eure 20 MPixel Kamera im Handy könnt ihr auch behalten"

Ich schließe mich an und rufe der Industrie entgegen: " I’ll give you my money when you take it from my cold, dead hands!"

dann setze ich mich vor meine 80cm Röhre (10€ Flohmarkt) und gucke analoges Satellitenfernsehen (0€)

Uli
Uli
2. September, 2010 16:58

"Ihr könnt mich mal gepflegt und kreuzweise. Etabliert erstmal HD flächendeckend und mit verlässlichen Standards, und lasst mich danach 10-15 Jahre in Ruhe. Vorher gibt es von mir keinen müden Cent für neue TV-Hardware oder andere Systeme."
Amen Bruder! Zur WM dieses Jahr wäre ich beinahe verzweifelt was theoretisch nötig wäre um das über Kabel zu empfangen.

Lars
Lars
2. September, 2010 17:24

Ich bin ja wirklich überrascht, wieviele hier noch mit alter Röhre gucken analoges Fernsehen gucken. Dafür das sich hier im Blog ja auch eher Film- und Medienaffine Menschen befinden, hätte ich damit gerechnet, dass es viel mehr gibt, die den Umstieg bereits gemacht haben. Könnte aber auch natürlich sein, dass jetzt einige kommentieren, die sonst eher nicht kommentieren, da sie mal ihre Meinung bestätigt bekommen haben.

Marcus
Marcus
2. September, 2010 17:37

@Lars: müssen wir dir etwa den Unterschied zwischen "Film- und Medienaffinität" und "Technikverliebtheit" erklären?

Thomas
Thomas
2. September, 2010 18:06

@Marcus
Die Begriffe muss man nicht klären aber es ist wohl ein Unterschied ob ich einen Film wie zB. "Dark Knight" auf Röhre mit Stereo oder von BlueRay in Full HD mit 5.1 sehe.
Ich wäre jetzt aber auch davon ausgegangen das hier mehr DVD- als TV-Kucker unterwegs sind, da es hier ja meistens um Kinofilme geht.

Lars
Lars
2. September, 2010 18:10

@Marcus: Die beiden Sachen gehen aber in meinen Augen Hand in Hand: Wer Filme in den eigenen vier Wänden genießen will, sollte dies mit optimaler Technik machen und in meinen Augen gehört ein 15 Jahre alter Röhrenfernseher nicht mehr dazu.

Peroy
Peroy
2. September, 2010 19:00

Ich wäre nicht mal auf DVD umgestiegen, wenn die VHS-Produktion nicht eingestellt worden wäre…

heino
heino
2. September, 2010 19:08

@Lars:ich kann da nur für mich sprechen, aber in meinem Fall war das klar eine Frage der Kosten. Ich habe einen gut funktionierenden Fernseher und sehe keinen Grund, den gegen eine kostpielige Heimkino-Anlage auszutauschen, solange er funktioniert und für meine Bedürfnisse ausreicht. Ich komme auch wunderbar mit DVB-T aus und brauche weder Kabel noch Sky, da beides nur unnötig Geld kostet für ein Angebot, das mich einfach nicht reizt.

Lars
Lars
2. September, 2010 19:26

@heino: Wenn jemand damit leben kann, ist da auch nichts dran auszusetzen, allerdings ist es halt nicht mehr das Optimum, was man heutzutage in den eigenen vier Wänden genießen kann . Und das es am Ende eine Kostenfrage ist, ist auch klar. Ich steige z.B. auch nicht mit meiner ganzen Sammlung auf HD um, sondern nur mit Filmen, die ich besonders schätze.

Marcus
Marcus
2. September, 2010 20:02

@Lars:

"Wer Filme in den eigenen vier Wänden genießen will, sollte dies mit optimaler Technik machen und in meinen Augen gehört ein 15 Jahre alter Röhrenfernseher nicht mehr dazu."

Wieso, wenn der doch noch bestens funktioniert. Inwiefern wird ein Film dadurch besser, dass man ihn statt auf einem Röhren- auf einem Flatscreen-Fernseher guckt?

Ich will dir ja den Spaß an deinem Hightech-Spielzeug nicht vermiesen (und wenn ich mal eine neue Glotze brauche, werde ich bestimmt auch nicht losziehen und suchen, bis ich einen fabrikneuen Vintage-Röhrenfernseher aus den 90ern finde 😉 ), aber zu behaupten, dass man das Neueste und Beste zu Hause stehen haben muss, um ein "richtiger" Filmfan zu sein, finde ich etwas befremdlich – kommt rüber wie die Cineasten-Version der Vorstadtprolls, die mit ihren tiefergelegten, frisierten GTIs angeben, während wir normale Leute nur denken: "Okay, du hast ein Auto – schön für dich, aber muss ich deswegen in Ehrfurcht vor dir auf die Knie fallen?".

Lars
Lars
2. September, 2010 20:18

Filme sind dafür ausgelegt, auf großen Leinwänden geguckt zu werden. Somit ist das Optimum das Kino mit seinen Diagonalen, die wir zu Hause wohl nie rekonstruieren können (es sei denn, man baut das Haus um den Heimkinoraum). Das was am nächsten im Heimkino daran kommt ist ein Beamer, der aber bei vielen sicher nicht in Frage kommt (ist ja doch ein etwas größer Aufwand; bei mir z.B. geht es wegen Dachschräge und Bauform des Raums auch nicht). Moderne Fernseher haben aber in der Regel alle Diagonalen, die schon deutlich besser als alte Röhrenfernseher sind, welche ja aus physikalischen Gründen nicht unendlich groß werden konnten. Dazu kommt dann, das mittels Full-HD das Bild fast genauso gut, meistens sogar besser, wie im Kino ist.
Und in meinen Augen ist es schon ein Unterschied, ob man einen Film wie Titanic, Ben Hur & Co auf einer großen Leinwand, einem großen Flatscreen oder einem Röhrenfernseher sieht.

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 20:24

@ Lars: Ich verstehe deine Meinung, teile sie aber absolut nicht. Natürlich ist es toll, wenn man das Kino-Feeling so exakt wie möglich repliziert – aber mit der Liebe zu Filmen (oder der Kompetenz als Filmliebhaber) hat das nichts zu tun. Bis in die 70er schauten die meisten Deutschen auf kleinen Fernsehern in schwarzweiß. Waren die weniger authentisch als Filmfans? Ich gucke seit Ewigkeiten fast nur noch auf dem Notebook (in der Badewanne, im Hotel, im Bett). Das hat keinen Surround-Sound, und auch keine Diagonale von zwei Metern. Trotzdem habe ich null Probleme, mich auf das Erlebnis Film einzulassen, in der dargestellten Welt völlig zu versinken.

Manchmal habe ich im Gegenteil das Gefühl, dass die ganzen Tech-Freaks deshalb so sklavisch an der Hardware hängen, weil ihnen die Empfindung für die Software (= Film) immer mehr abhanden kommt. Aber das mag Polemik sein.

Thomas
Thomas
2. September, 2010 20:40

"Manchmal habe ich im Gegenteil das Gefühl, dass die ganzen Tech-Freaks deshalb so sklavisch an der Hardware hängen, weil ihnen die Empfindung für die Software (= Film) immer mehr abhanden kommt"

Bei einem Film wie Garden State, Juno oder Little Miss Sunshine oÄ. stimme ich dir voll zu.
Aber Du wirst wohl zustimmen das Action-Filme mehr Spass machen wenn’s ordentlich "surround-effektet".
Inhaltlich macht das wohl keinen Unterschied…

Wortvogel
Wortvogel
2. September, 2010 20:54

@ Thomas: Bei Actionfilmen werden die sensorischen Reize verstärkt. Das mag Fun sein, aber ich habe nicht das Gefühl, da was zu verpassen. Dafür spare ich viel Geld, Platz, und bin mit meiner Filmsammlung mobiler.

heino
heino
2. September, 2010 21:32

@Lars und Thomas:ich gebe euch insofern recht, als dass Filme wie Avatar oder LOTR aufgrund ihrer Bildgewalt natürlich auf einem grossen Bildschirm mehr Spass machen. Spielt für mich aber keine grosse Rolle, da ich mir die aufgrund der Länge eh nicht daheim ansehen würde, das halte ich nur im Kino aus

Thomas
Thomas
2. September, 2010 23:12

"Spielt für mich aber keine grosse Rolle, da ich mir die aufgrund der Länge eh nicht daheim ansehen würde, das halte ich nur im Kino aus"
Also ich lümmel lieber auf der Couch rum, da kann ich auch mal 2 Filme hintereinander gut anschauen. Im Kino fange ich meistens nach 1 Stunde an ständig die Sitzposition zu wechseln weil mir irgendwas wehtut oder einschläft, dabei bin ich weder sehr groß noch kräftig. Oder wie meinst du das mit dem aushalten?
Generell muss ich sagen das ich zuhause auch gerne Kino-Feeling habe und bereit bin, dafür auch Geld auszugeben. Zum Glück habe ich auch die Räumlichkeiten dafür, sowie keine direkt angrenzenden Nachbarn.

Comicfreak
Comicfreak
2. September, 2010 23:17

..ich wehre mich seit drei Jahren erfolgreich dagegen, dass Goettergatte den funktionierenden riesigen Roehrenfernseher gegen einen BloediaMarktBilligflatscreen austauscht.

Sein Argument:
"Der alte ist so tief und so schwer!"

Hallo?
Ich gucke damit Fernsehen, ich Pack den nicht unter den Arm und renne um .den Couchtisch.

Eigentlich will er nur technischen Schnickschnack, hat aber keine Lust, sich vorher zu informieren, und giert nach dem ultimativen Schnaeppchen.

Ich Kaempfe daher weiter fuer die Roehre!

Marko
2. September, 2010 23:48

Meine Güte. Gab es damals auch so viele Farbverächter, als das Schwarzweiß-Fernsehen aus der Mode kam? 😕

steffi
steffi
3. September, 2010 00:45

douglas adams: alles was erfunden wurde, bevor du 5 jahre alt warst, gab es schon immer und ist ganz selbstverständlich.
alles was erfunden wurde, bevor du 35 jahre alt warst, war aufregend, neu und vielleicht sogar eine chance auf eine karriere.
alles was erfunden wurde, nachdem du 35 jahre alt wurdest, ist teufelszeug.

(zitat nur ungefähr aus dem kopf.)

OnkelFilmi
3. September, 2010 00:45

Das gab’s auch, als die Talkies rauskamen! 😛

steffi
steffi
3. September, 2010 00:45

habe das original gefunden:

1) everything that’s already in the world when you’re born is just normal;

2) anything that gets invented between then and before you turn thirty is incredibly exciting and creative and with any luck you can make a career out of it;

3) anything that gets invented after you’re thirty is against the natural order of things and the beginning of the end of civilisation as we know it until it’s been around for about ten years when it gradually turns out to be alright really.

http://www.douglasadams.com/dna/19990901-00-a.html

trackback

[…] Liebe Unterhaltungsindustrie… (@ Wortvogel – 100 % Torsten Dewi) Bevor die Zukunft des Fernsehens kommt, soll erstmal die Gegenwart funktionieren. (tags: twitthis) […]

Dietmar
Dietmar
3. September, 2010 08:50

,,Ich wäre nicht mal auf DVD umgestiegen, wenn die VHS-Produktion nicht eingestellt worden wäre…"

Brüder im Geiste 😯

Georg
Georg
3. September, 2010 13:41

naja, das ist dann doch etwas übertrieben, oder ?

Ich bin auch kein Freund übertriebenen Technik-Wahns, aber zu VHS will nicht mal ich zurück. Speicherkapazität, Handling, Lebensdauer, Betriebsgeräusch, Bild- und Tonqualität, alles besser bei der DVD. Oder will hier ernsthaft noch jemand zurück zu den Zeiten, als man Videos noch zurückspulen musste ? ^^
Da ist mir mein HDD/DVD-Recorder wahrlich lieber…

Dietmar
Dietmar
3. September, 2010 13:51

Ja, ein wenig übetrieben schon. Aber nur ein wenig: Ich habe auf Technik-Basteleien überhaupt gar keine Lust und bin immer glücklich, wenn etwas lange funktioniert.

Marko
3. September, 2010 13:57

Was ist denn lange? Meine Plasma/PS3/THX-Soundsystem-Kombo funzt, seitdem ich sie habe …

Dietmar
Dietmar
3. September, 2010 13:58

Ich denke in Dekaden.

Geschenk des Alters.

Marko
3. September, 2010 14:06

Wenn ich in der nächsten Dekade noch mit meiner aktuellen Technik hantiere, bin ich alt geworden … 😉

Marcus
Marcus
3. September, 2010 14:48

@Filmi:

"Das gab’s auch, als die Talkies rauskamen!"

Du erinnerst dich wieder? 😀

Peroy
Peroy
3. September, 2010 14:49

"Ich bin auch kein Freund übertriebenen Technik-Wahns, aber zu VHS will nicht mal ich zurück. Speicherkapazität, Handling, Lebensdauer, Betriebsgeräusch, Bild- und Tonqualität, alles besser bei der DVD."

Nee, Tapes halten sich länger…

Wortvogel
Wortvogel
3. September, 2010 14:54

Ich sage es gerne nochmal: Es geht nicht um die Ablehnung von neuen Technologien, sondern um den Ärger mit ihrer miserablen Umsetzung.

Hypothetischer Rückblick: Was wäre denn gewesen, wenn Anfang der 70er die nagelneuen Farbfernseher kein schwarzweiß gekonnt hätten? Und spezielle Kabel hätten haben müssen? Wenn man sich zwischen schwarzweiß (90 Prozent des Programms) und Farbe (aktuelle Bundesliga, Spielfilme) hätte entscheiden müssen? Wenn die öffentlich-rechtlichen Sender für Farbe extra Gebühren verlangt hätten, aber eben nicht auf allen Sendern, sondern nur nach einem Guckschema, das der Zuschauer auf einem Formular eintragen muss? Wenn technisch verhindert wäre, dass Farbfernseher auch Stereo empfangen – weil das "vom Konsumenten so nicht gewünscht" wird?

Der Staat hat DVB-T genau so massiv unterstützt wie 16:9 – aber statt eine breite, kompatible und für Normalzuseher verständliche Basis für HD zu schaffen, hat er wieder mal alles vergeigt.

steffi
steffi
3. September, 2010 16:05

"Ich sage es gerne nochmal: Es geht nicht um die Ablehnung von neuen Technologien, sondern um den Ärger mit ihrer miserablen Umsetzung."

ich weiss, das sagst du in den kommentaren. dein artikel klingt aber anders…

Wortvogel
Wortvogel
3. September, 2010 16:31

@ steffi: Dann hast du den Artikel nicht richtig gelesen.

Frau.Meer
Frau.Meer
3. September, 2010 16:54

“Ihr könnt mich mal gepflegt und kreuzweise. Etabliert erstmal HD flächendeckend und mit verlässlichen Standards, und lasst mich danach 10-15 Jahre in Ruhe. Vorher gibt es von mir keinen müden Cent für neue TV-Hardware oder andere Systeme.”

Beide Daumen hoch von mir!

heino
heino
3. September, 2010 17:16

@Thomas:das hat nix mit der Gemütlichkeit der Sitzmöbel zu tun. Ich habe nur nicht mehr die Geduld, mit einen 3 – 4stündigen Film daheim anzusehen. Vor allem nicht, wenn ich den bereits gesehen habe. In der Zeit kann ich 2 andere Filme oder 4 Serienfolgen meiner Wahl sehen, das ist mir einfach lieber.

@Georg:meinen Festplatten-Rekorder will ich auch nicht mehr missen, das ist eine fantastische Erfindung:-)

@Wortvogel:ich stimme dir völlig zu. Wenn es einen einheitlichen Standard gäbe und nicht alles schon nach 2 Jahren wieder überholt würde (glaubt irgendwer ernsthaft, dass die BluRay sich länger als 5 Jahre halten wird, bis das nächste Medium kommt?), dann hätte ich mich auch schon längst zu einer Investition überwunden. Kann doch nicht so schwer sein…

Lars
Lars
3. September, 2010 17:46

@heino Was soll denn das nächste Medium noch bringen? 3D kann die Blu-Ray bereits und Auflösungstechnisch ist mit der Blu-Ray ebenfalls das Maximum erreicht, da die allermeisten Kinofilme und TV-Serien für die Post-Production mit 2k abgescannt werden. Und 2k sind 2000 Pixel in der Breite, wo HD mit 1920 ja schon sehr nahe dran kommt. Meines Wissens gibt es auch nirgendwo auf der Welt reguläre Ausstrahlungen mit mehr als der HD-Auflösung (auch wenn man ja aus Japan immer mal wieder wahnwitzige Auflösungen hört; Regelbetrieb gibt es meines Wissens dort auch nur in "normalem" HD).
Ich glaube daher, dass Blu-Ray wirklich das letzte physikalische Medium sein wird und das dafür der Streaming-Sektor deutlich mehr Wachstum haben wird.

Marko
3. September, 2010 17:49

@ Lars: http://en.wikipedia.org/wiki/Super_Hi-Vision

7680 × 4320 … da geht noch einiges. 😉

Lars
Lars
3. September, 2010 17:55

@Marko Klar kann ich mir Standards ausdenken, die eine größere Auflösung als normales HD haben, allerdings sind die alle bis jetzt noch nicht aus den Startlöchern gekommen. Dazu kommt ja, dass auf jeden Fall Material fehlen würde, da es bei fiktionalen Inhalten nichts gibt, was die Auflösung hat. Der überwiegende Teil der "neueren" Filme liegt nur in 2k vor (Effekte wurden auf dem Niveau erzeugt) und es gibt einige, wenige Filme, die bereits in 4k abgetastet wurden (wird glücklicherweise immer mehr). 8k spielt AFAIK noch überhaupt keine Rolle.

Achim
Achim
4. September, 2010 00:02

Nicht mehr auf der Funkausstellung seit 1994?

Damals war es so, dass die IFA nur alle zwei Jahre stattfand, und zwar in den ungeraden Jahren, 1993 war eine IFA, 1995 auch, 1994 müsste es so gewesen sein, dass keine IFA war.

Gerade bei Wikipedia nachgeschaut, seit 2005 findet die IFA jährlich statt.
1995 war 16:9 der Renner.
Wieso nur bekam man zuletzt nur noch 4:3-Röhrenfernseher?

Howie Munson
Howie Munson
11. September, 2010 20:38

@Lars (69): (micro)SD-Karten oder USB-Sticks sind die Zukunft…. keine beweglichen Teile, kein zerkratzen, weniger alterungsgefährdet, physisch kleiner und demnächst auch speicherplatzmässig größer und billiger…

Problem ist natürlich das die großen Hüllen dann etwas albern aussehen bzw. die komplette Regalwand dann in ’nen Schuhkarton passen würde *g*
(ok ernsthaft, die Bespielung könnte dann aufwändiger sein, als das physischen Pressen von optische Datenträger)

aber deswegen wollte ich hier gar nicht kommentieren, wollte ja nur sichergehen das der neuste Coup hier noch nicht erwähnt wurde: Das sowieso magere Angebot an 3D-BRs wird durch exklusiv Bündellung weiter verknappt…
wer also Film A sehen will muss Fernseher X kaufen, kann dann Film B nur sehen, wenn der Nachbar ihn zusammen mit Fernseher Y kauft… m(
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Immer-mehr-3D-Blu-ray-Filme-nicht-im-freien-Handel-Update-1077534.html

Bin gespannt wann auch das weitergeben von original Datenträger ohne Kopieanfertigung als "raubtauschen" bezeichnet wird…

heino
heino
11. September, 2010 21:16

@Lars:ich denke da gar nicht an verbesserte Bild- und Tonqualität, sondern – wie Howie Munson sehr treffend anmerkte – an andere Datenträger, die einfach kleiner sind. Vor einigen Jahren (welches Jahr, weiss ich nicht mehr) hab ich mal einen Bericht über die Funkausstellung gelesen, in denen diverse Firmenvertreter schon über die Möglichkeit schwadronierten, alles nur auf Mikrochips zu speichern, weil der Kunde der Zukunft ja alles in einem Gerät haben wolle und deshalb letztlich der PC die beste Möglichkeit wäre. Ob das stimmt, sei dahin gestellt, aber es zeigt doch deutlich, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist.

Lars
Lars
12. September, 2010 10:03

Wegen der Speicherkarten oder Chips: Eine Chance werden diese Medien überhaupt erst dann haben, wenn der Produktionspreis pro Chip geringer als der einer Blu-Ray ist (der bewegte sich am Anfang der Blu-Ray IIRC bei ~1,50$ pro Stück und das wird mittlerweile sicher schon massiv gefallen sein) und die Produktion entsprechend einfacher geworden ist (Blu-Ray Produktion ist ja ein bekanntes Verfahren und relativ schnell pro Disc).

Es gibt dann aber noch die Nachteile: Blu-Ray Player können aufgrund ihrer Bauform neben der Blu-Ray auch noch CDs und DVDs abspielen (bei CD gab es AFAIK aber einige Player, die es nicht konnten) und softwareseitig sollten dann auch noch VCDs und die DVD-Audio-Formate beherrschbar sein. Wenn ich also einen Kartenleser verwende, brauche ich auch immer noch einen "Scheiben"-Player, der mir meine alten Scheiben abspielen kann.

Die einzige reelle Gefahr, die ich sehe, ist Videostreaming aus dem Netz, allerdings gibt es noch keinen einheitlichen Standard und die angebotene Qualität ist derzeit noch weit hinter dem, was die DVD ermöglichte (Stichwort: Originalton, Untertitel, Extras) bei Preisen, die fast auf dem Niveau der regelmäßigen 5€ Aktionen vom Media Markt/Saturn/Karstadt/Müller sind (konkret hab ich jetzt Zune auf der XBox im Blick; ist bei anderen Diensten aber AFAIK auch nicht wirklich besser).

Ich gehe davon aus, dass irgendwann auch die Blu-Ray nicht mehr das Non-Plus-Ultra sein wird, allerdings kann ich mir derzeit keinen wirklichen Mehrwert mehr vorstellen.

Howie Munson
Howie Munson
13. September, 2010 05:42

worauf spielst du deine alten VHS (oder gar Laserdiscs) ab… *duck*

Was die die preise der Chips betrifft, ist das nur ne Frage der Zeit vor 5 oder 6 Jahre waren (wiederbeschreibbare) 256MB so teuer wie heute 4 bis 8 GB und ich hatte schon eingeräumt, dass das bespielen das Problem darstellt, das anders als bisher gelöst werden muss… aber ich bin sicher das das nicht so aufwendig und zeitintensiv werden wird, wie MCs zu bespielen und die werden auch nicht teurer als inhaltsgleiche CDs verkauft…

Da SD-karten sowieso schon in Camcorder, videofähigen Kameras und Handys drin sind, wird "Video on SD-card" Nutzung so oder so kommen, es bleibt nur die Frage ob es auch komerziell vermarktet wird. (und dem Festplattenrecorder ist bei passender Firmware auch egal, ob er von interner Platte oder externen Speicherkarte abspielt…)