fff10

17. August bis 25. August 2010.

Es ist mal wieder soweit: Fantasy Film Fest. Ich bin zum siebzehnten Mal dabei, zum vierten Mal für dieses Blog, und zum ersten Mal in Berlin! Das bedeutet: First! Diesmal kommen meine Reviews rechtzeitig, damit ihr euch (wenn ihr wollt und mir vertraut) in anderen Städten daran orientieren könnt. Der Aktualität willen fahre ich quer durch die Republik und buche mich für eine Woche in ein Hotel in der Nähe des Potsdamer Platz ein. Es ist ein knallharter Job, aber einer muss ihn ja machen.

Wenn man Hardcore-Nerd ist wie ich, dann ist schon die jährliche Filmauswahl beim FFF eine Wissenschaft: Oft genug überschneiden sich zwei Streifen, die man unbedingt sehen will. Nur einen Film um 13.00 Uhr und einen um 23.30 Uhr anzuschauen ist uneffizient. Zwischendrin sollte aber auch Zeit sein, Reviews zu schreiben. Asiatische Kriegsepen? Nicht meins. Torture Porn? Auch heuer ohne mich. Banale Crime-Dramen oder das Zeug, das von den Veranstaltern immer als „black comedy“ verbrämt wird? Wird ausgelassen. Einige Filme kommen sowieso groß ins Kino, da muss ich nicht die knappe FFF-Zeit dran verschwenden. Ebenso Zeug wie „Centipede“ und „Harry Brown“ – die DVD kostet in England soviel wie die Eintrittskarte beim FFF.

Vier Stunden Gehudel mit dem Tagesplan, den Online-Beschreibungen. Trailer anschauen, Kritiken lesen. Klar, Asia-Kram mag ich nicht – aber „Redline“ sieht rasant aus. Und „Clash“, ein vietnamesischer Action-Kampfsportfilm? Scheiße, „Vampires“ und „Enter the Void“ schließen sich gegenseitig aus. Da fällt mir ein, dass ich ja ein paar Nachzügler in München mitnehmen kann. Cool. Erschreckend viele Schema-F-Heuler à la „Teenies verfahren sich / haben Unfall / wollen in die Wildnis – aber dort wartet ein grausames Schicksal…“. Und viel Klaustrophobisches. Die Welt ist pervers, düster, und zynisch. Ich nicht. Ein paar „Wildcards“ müssen sein – Filme, die ich quasi „blind“ auswähle, in der Hoffnung auf eine Überraschung.

Hier nun meine Gesamtliste (DVD-Reviews inbegriffen), und die Gründe, warum ich gerade diese Filme erwählt habe:

Hidden: Norwegischer Horror, der ganz nach klassischem Grusel klingt. Gibt es selten genug.

The Last Days of Emma Blank: Das klingt nach fieser Familiensatire, und seit „Ex Drummer“ haben Belgier bei mir einen Stein im Brett.

The Ape: Eine typische „Wildcard“. Die Beschreibung ist seltsam vage, und ich hoffe auf ein kontemplatives Erlebnis.

Harpoon – Whale Watching Massacre: „Texas Chainsaw Massacre“ als Fischkutter-Horror? Und sei es nur die Neugier, die mich rein treibt…

Symbol: Das klingt ultra-strange, und „Nothing“ fand ich ja auch schon toll. Könnte der existentialistische Knaller des Festivals werden.

Harry Brown: Michael Caine in der britischen Variante von „Gran Torino“. Das muss reichen.

Ghost Machine: Ein bisschen Science Fiction à la „Gamer“ tut zwischen all dem Horror vielleicht mal ganz gut.

The Reeds: Ich habe gerade eine Geschichte über Reet-Dächer für die LandIdee gemacht, und die Inhaltsangabe verspricht mehr als nur einen spinnerten Killer auf der Jagd nach Ausflüglern.

Metropia: Das sieht visuell einfach großartig aus, und gute Animation jenseits von Hollywood-CGI sieht man viel zu selten.

The Human Centipede: Ich weiß – der ist wahrscheinlich nur eklig. Und scheiße. Aber ich habe die DVD geschenkt bekommen.

Timer: Zur Abwechslung mal eine harmlose SciFi-Comedy. Durchatmen.

Monsters: Alien-Invasionen sind meins. Da kann mich selbst „Alien Apocalypse“ nicht vom Gegenteil überzeugen.

Suck: Altrocker und die EXTREM leckere Jessica Paré – da nehme ich sogar die scheiß Indie-Mucke in Kauf!

Clash: Heißes Babe, Kampfsport, Action – okay, einer geht noch…

Frozen: „Open Water“ im Skigebiet. Sähe der Trailer nicht so gut aus, es tät mich nicht scheren.

Centurion: Ahhh, Historien-Drama mit viel Dreck und alten Rüstungen. Meins! Außerdem ist die Legende der verschwundenen 9. Legion seit den 70ern eins einer Steckenpferde.

Gallants: Hommage und Reminiszenz an den Handkanten-Film der 70er. Dafür bin ich gerade alt genug.

Four Lions: Doofe Terroristen. Konnte ich schon in „Postal“ drüber lachen.

Enter the Void: Sieht einfach nur „trippy“ aus, und da ich sonst keine Drogen nehme….

Tucker & Dale vs. Evil: Backwood-Slasher mal aus der Sicht der Hinterwäldler. Trailer sieht lustig aus.

The Wild Hunt: Thriller-Drama im Kontext eines Live-Rollenspiels. Das könnte interessant werden, und heuer habe ich es eh nicht zu den „Kaltenberger Ritterspielen“ geschafft.

Black Death: Pestilenz und Sean Bean – zwei gute Gründe.

Corridor: Ich hoffe auf einen leisen „slow burner“. Die sind gut fürs Karma.

Kaboom: Bunt, sexy, sinnlos, und hoffentlich typisch Araki.

Devil’s Playground: Zombies, Endzeit, Action – ein „28 Days“ pro Jahr ist ausreichend.

Hybrid 3D: Diese Neuauflage würde mich NULL interessieren, wenn das Skript nicht von Band-Hausschreiber „Benjamin Carr“ wäre…

The Disappearance of Alice Creed: Die Inhaltsangabe sagt „…schleppen sie ins frisch gezimmerte Gefängnis und ketten sie nackt ans Gitterbett“. Gemma Arterton. GEMMA ARTERRTON! Nuff said.

Red Hill: Moderner Western. Schöne Bilder. Tolle Musik. Ich bin sooo leicht zu ködern.

Chatroom: Der ist eine Wildcard, weil er dem Trailer nach extrem pfiffig oder extrem scheiße werden könnte. Wir werden sehen.

Vampires (Vampire als Reality-TV), Redline (hyperaktiver Rennfahrer-Zeichentrick), Amer (Giallo-Hommage) und Silent House („The Strangers“-Variante, die in einem Take gedreht wurde) schaffe ich in Berlin auf Grund von Terminüberschneidungen nicht, die sind dann in München dran.

Alles Weitere (Trailer, Beschreibungen, Bilder) auf der offiziellen Webseite.



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Lari

Ich mach meinen Plan am Wochenende. Was auffällig ist: Nicht nur, dass es in Berlin dieses Jahr nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Säle gibt – der weggefallene Saal ist nicht etwa der ungünstig abegelegene des CineStars, sondern das Cinemaxx 6, zudem gibt es am ersten Mittwoch keinerlei Parallelfilme, was ich in bald zehn Jahren und vier Städten noch nicht erlebt habe. Sieht für mich nach einem kapitalen Planungsfehler aus.

Peroy
Peroy

„Diesmal kommen meine Reviews rechtzeitig, damit ihr euch (wenn ihr wollt und mir vertraut) in anderen Städten danach richten könnt.“

Nö. 8)

Peroy
Peroy

Außerdem ist das Programm dieses Jahr irgendwie eh extrem uninteressant… außer „Harry Brown“ juckt mich keiner der laufenden Filme…

Muriel

Was du an Gemma Arterton findest, hab ich schon beim Perser nicht verstanden.

charlotte sometimes

Four Lions ist großartig, kann ich jedem ans Herz legen.

Syrus
Syrus

Hach super, endlich bin ich mal in Reichweite. Auch wenn man arbeiten muss – ick tu mir freuen…

Marcus
Marcus

Viele schöne Sachen. Die sollen endlich mal den Tagesplaner für Köln online stellen. 🙁

Und warum sieht der Typ mit der Schrotflinte wie ein „Star Trek“-Alien aus?

Dietmar
Dietmar

Wow, ist das viel. Ich bin noch nicht durch, aber ,,Harry Brown“ finde ich auch interessant. Nun hat Caine ja auch viel Schrott nur für das Geld gedreht, aber das wird er ja wohl nicht mehr nötig haben. Und seine Performance ist immer sehenswert. (,,Gran Torino“ finde ich übrigens großartig.)

Rico
Rico

Harry Brown auf engl. Blu-Ray. gesehen. Kann was. Michael Caine ist cool as shit, gute Bilder, gute Atmo. Am Ende zerfällt das Ganze storymäßig leider etwas, aber der Streifen lohnt sich auf jeden Fall.

heino
heino

Ich hab mir das Programm noch nicht angesehen, aber der Urlaub dafür ist schon gebucht. Deine Kritiken werden aber für mich keine Entscheidungshilfen sein können, da Köln direkt nach München dran ist und ich mich vorher festlegen werde. Ausserdem gehen unsere Interessen dafür zu weit auseinander, ich stehe z.B. sehr auf den Asien-Kram, dafür geben mir skandinavische Filme selten was.

Dietmar
Dietmar

Ach ja, ,,Alien Apocalypse“! Das Waldschrat-Bild! BRUHAHAH!

Who knows?
Who knows?

@Wortvogel:
Wird’s denn wieder pantomimische Urteile geben? 🙂

Peroy
Peroy

Braille ?

charlotte sometimes

wortvogel tanzt uns seine reaktion auf den film vor?

Howie Munson
Howie Munson

Gesang? Essensvergleiche? *g*

Wolkenfels
Wolkenfels

Wenn man keinen Horror mag, sieht das echt übel aus.

heino
heino

„Wenn man keinen Horror mag, sieht das echt übel aus.“

Würde ich so nicht sagen. Obwohl im Vergleich zum letzten Jahr keine offensichtlichen Favoriten dabei sind, habe ich doch wieder für mich interessante 17 Filme gefunden, von denen auch nur 2 zur gleichen Zeit laufen. Als da wären:

Chatroom
Black death
Four lions
Harry Brown
22 Bullets
The last days of Emma Blank
Kaboom
Monsters
The Experiment
Solomon Kane
Symbol
Ghost machine
The killer inside me
Rubber
Caged

da wird mit Sicherheit noch der eine oder andere von rausgeschmissen, aber das sind die vorläufigen Kandidaten. Interessanterweise läuft davon keiner in den ersten beiden Tagen

Thies
Thies

Mein Programm (in Hamburg) ist auch dieses Jahr wieder stark vom Schichtplan abhängig, aber dank zwei freier Tage komme ich trotzdem auf 17 Filme die ich mir auf jeden Fall ansehen werde (plus der Option auf 2-3 weitere je nach Tagesform):

The Pack (das erste Mal seit „American Psycho“, dass ich den Eröffnungsfilm sehen werde)
Red Hill
Monsters
Metropia
Black Death
Solomon Kane
22 Bullets
Preview (hoffentlich Piranha 3-D – wird schliesslich auch im Programmheft groß beworben)
Frozen
Amer
Ip Man 2 (nach dem vorzüglichen ersten Teil ein Muss)
Centurion
The Reef (klingt zwar nach Open Water 3, aber ein Versuch isses wert)
Gallants (der paralel laufende Hybrid 3D sah dann doch zu billig aus)
Harry Brown
The wild hunt
Whe are what we are (ein Kannibalen-Film aus Mexico der im Programmheft mit „Let the right one in“ verglichen wurde, wirkt auf mich reizvoller als der paralel laufende Blair-Witch-Verschnitt „The Last Exorcism“)

Je nach Tagesform hab ich noch „Symbol“, „Stranded“ und „Evil – In the time of heroes“ im Visir.

Geärgert hat mich, dass bei den an exponierter Stelle gleichzeitig stattfindenden Vorstellungen zu „Solomon Kane“ und „Outrage“ (der erste Genre-Film von Takeshi Kitano seit fast 10 Jahren), sowie bei „Centurion“ und „The Killer inside me“ keine Ersatztermine angeboten werden. Okay, für „Solomon Kane“ gibt es einen Ersatztermin – Montag um 23:30 Uhr – vielen Dank!

Und so gerne ich mir auch den neuen Film von Gaspar Noe im Kino ansehen würde: nach vier Vorstellungen am Sonntag werde ich kaum noch in der Verfassung sein, um mich auf einen 2-1/2 Stunden langen jede Filmregel sprengenden Trip einzulassen.

Thies
Thies

P.S.:

Wundern tu ich mich wie letztes Jahr darüber, dass das sogenannte Center Piece vom „besten Sendeplatz“ am Sonntag Abend im CinemaxX 1 auf den Freitag Abend in einem sehr viel kleineren Saal gewechselt ist. Hat nicht mehr viel von einem Vorzeigefilm, wenn man ihn unter „Ferner liefen“ platziert.

Marcus
Marcus

So, und damit steht auch das Programm für mein erstes Mal (beim FFF, ähempt).

The Pack
Stranded
Detour
Hidden
Tucker & Dale vs. Evil
The Reef
Bedevilled
Black Death
Hatchet 2
Amer
The Loved Ones
Sphinx
The Wild Hunt
Monsters
Frozen

Bei „Centurion“, „Harry Brown“ und „Suck“ wart ich auf die kurz bevorstehenden DVD-VÖs.

Bonus-Programm: eine Horde Tussis, die heute mittag „Inception“ gucken wollten, und eine Horde Kinder mit jetzt schon genervt aussehendem Aufsichtspersonal auf dem Weg in „Toy Story 3“, die lautstark am Mosern und Randalieren waren, nur weil vor ihnen 3-4 FFF-Kartenkäufer (unter ihnen yours truly) ihre Einkaufslisten abarbeiteten. Hey, was kann ich dafür, wenn es für den Vorverkauf keinen eigenen Schalter gibt? 😀

heino
heino

@Marcus:“Hey, was kann ich dafür, wenn es für den Vorverkauf keinen eigenen Schalter gibt? “

Das regt mich auch schon auf, seit das FFF in den hiesigen Cinedom gewechselt hat. 14 Kassen, von denen immer höchtens 3 besetzt sind, und von denen ist natürlich keine für`s Festival-Publikum reserviert, so dass wir unbeabsichtigt die Schlangenbildung fördern *grrrrrrrrrrr*