Ich hatte schon berichtet, dass derzeit mehrere größere Ausmist-Aktionen anstehen, um den Hausstand zumindest wieder auf ein organisierbares Maß zu bringen. So kam es, dass ich auch in einem alten Keller (nicht meinem) mal nach dem Rechten (und dem Linken) schaute, um Platz zu schaffen.

Was der Besitzer des Kellers bevorzugt auf dem Schreibtisch und in der Aktentasche hat, war nicht schwer zu erraten (Bilder klickbar):

Mac1

Drei Generationen Apfel-Laptops.

Ich musste mich da selber erstmal orientieren, zumal alle drei Geräte nicht mehr in funktionsfähigem Zustand sind. Was nicht heißt, sie wären kaputt – es kann auch nur eine tote Batterie oder ein fehlendes Netzteil zwischen mir und dem Apple-Betriebssystem stehen.

Schauen wir uns die Teile mal genauer an:

Mac2

Der Senior der Gruppe ist ein Powerbook 100, für ein Notebook schon steinzeitliche 19 Jahre alt. Dafür wirkt es noch erstaunlich modern (wie ein zu dick geratenes Netbook), und die Tastatur ist für einen Vielschreiber wie mich ein Traum. Über die Anordnung einiger Tasten und den Trackball sollte man allerdings nochmal reden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass hochdotierte US-Autoren auf so einem Klassiker manchen Bestseller geschrieben haben. Und ein bisschen DFÜ ging in der Prä-Internet-Ära damit sicher auch…

Mac3

Das hier ist ein Powerbook G3 und sieht zusammen geklappt wie ein Outdoor-Notebook aus, das einen Atomkrieg überleben würde, und James Bond sicher gute Dienste geleistet hat. Es fällt schon eher in die Kategorie „toughbook“, und ist als solches beeindruckend gut verarbeitet, was sich allerdings auch im Gewicht niederschlägt. 1998, als das Teil brandneu war, hätte ich sicher dafür getötet – und mich dann als alter Windows-Hase gewundert, warum es so wenig Programme für Apple-Computer gibt…

Mac4

Zum Abschluss: Ein iBook G4, das dem aktuellen Macbook schon SEHR ähnelt. Es ist etwas dicker, schwerer, und kantiger, aber auf den ersten Blick könnte man die beiden verwechseln. Natürlich ist das G4 noch recht schwach auf der Brust (PowerPC inside), aber Handhabung und Design sind absolut up to date. Und das nach immerhin sechs Jahren. Moderat aufgerüstet ist das Gerät auch heute noch problemlos benutzbar für Internet, Office, Bilder, Musik, etc. Als einziges der hier vorgestellten Notebooks wird es sicher noch einmal aufgepäppelt und dann verkauft.

20 Jahre Apple-Notebooks – es hat sich viel getan. Und eigentlich doch nicht. Im Gegensatz zum Desktop-PC hat sich der Formfaktor seit den 80ern nicht mehr signifikant verändert. Egal, was für Farben, Anschlüsse, Bildschirmgrößen, Maus-Substitute und Betriebssysteme gerade aktuell sind: ein Notebook ist ein Notebook ist ein Notebook. Ich habe meine Zweifel, ob das iPad an dieser Tatsache etwas ändern wird.



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AchimParalytaAndy SimonLariPaddy-o Recent comment authors
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Snyder
Snyder

Eins muss man Apple lassen: Ihr Design ist zeitloser als das der Konkurrenz, meine alten Asus und Dell Laptops sehen da gleich 2 Generationen älter aus als die Apfelkisten mit ähnlichem Alter.

comicfreak
comicfreak

..ich habe das iPad als idealen Rentner-Rechner erkannt.

Mein Vater ist 73, möchte abends in Ruhe was nachlesen oder in einer Onlinefamilienchronik scrollen, evtl. der Cousine in Amerika mailen, und kommt mit Tastatur und Maus überhaupt nicht zurecht.

Für den war das iPad der Glücksfall:
extrem statisch von den Einstellungen her (er kann nix versehentlich ändern, das ist schon willentlich ein Kraftakt), Touchscreen, und hey, mann kann die Schrift größer ziehen!

Da es auch nicht wie ein Laptop wirkt, sondern wie eine dickere Broschüre mit Aufsteller, entfallen die üblichen Oh-Mist-Neumodischer-Technikkram-Hemmungen, so dass sowohl er als auch Oma problemlos und spielfreudig damit umgehen konnten.

Göttergatte nimmt es mit aufs Klo, zum Mails lesen

Paddy-o
Paddy-o

Der Netbook-Vergleich hinkt in der Tat nicht.
Echt erstaunlich wie wenig die Dinger altern… respekt!

Dein Kollege scheint aber auch pfleglich mit seinen Geräten umgegangen zu sein.
Denn die sehen ja noch extrem gut erhalten aus!

Zu deinem Macbook vs Mac Mini Tweet:
IMHO bekommt man für unter 1000 Tacken kein leistungsfähiges, gut ausgestattetes, durchhaltestarkes und schon gar kein entspiegeltes Notebook von Apple.
Nicht dass dies den Mini-Preis verständlicher machen würde ^^

Achim
Achim

Es ging also nicht, ohne dieses Tablet, das aus irgend einem Grund nicht Tablet heißen soll, zu erwähnen, soso.

Und PowerPCs waren zu ihrer Zeit auch nicht soo schwach.

Ich nutze ja auch noch einen PowerPC-Prozessor, nicht im Rechner, da steckt ein X2, dieser PowerPC hat heute unglaubliche 66MHz und tut immer noch seinen Dienst, wenn auch recht lahm.

Lari

Die iPads sind in der Tat ideale Omma-Rechner. Zum surfen und rumspielen durchaus nicht schlecht, für alles Andere ungeeignet. Die Touchpad-Tastatur ist ein Krampf, und das Ding ist viel zu schwer, als dass man es längere Zeit als E-Reader verwenden könnte. Endgültig vorbei ist es dann beim Speicherplatz – Selbst in der dicksten Version passen da grade mal 64Gb drauf.
Die aktuellen Macbooks (um den Rant jetzt mal durchzuziehen) haben keinen Firewire-Anschluss mehr. Wenn man mit so einem Teil zumindest semiprofessionell Videos bearbeiten möchte, kommt man nicht um die Pro-Version herum.
Aber hübsch sind sie allesamt, keine Frage. 8)

Achim
Achim

Ja, hübsch sind sie, aber sie wollen ihre Nutzer unterjochen! Dazu werden sie gebaut!

Andy Simon
Andy Simon

Habe seit vier Wochen einen iPad. Nichts für längere Texte, und die Oberfläche spiegelt zu sehr. Aber die Batterie ist sehr gut (10 Stunden Arbeit non-stop war kein Thema), und die handliche Größe ist gerade beim Fahren und Texteschreiben im Zug ein echter Vorteil. Der wird sich als stylisches Mittelding zwischen NB und Smartphone einnisten, als besserer Kalender/Adressbuch/Kurztexteschreibe/Internetsurfpad, mit dem man übrigens in ausgezeichneter Qualität Vidos gucken kann (gut für Präsentationen am Cafétisch). Diese Standards beherrscht er gut.

Paralyta

Ich kann die positiven Eindrücke zum iPad nur unterstreichen.
Das Teil hat ziemlich viele Macken und Kinderkrankheiten (kein Flashsupport, kein normaler USB-Anschluss, umständlicher Transfer von Dateien, spiegelndes Display, nicht gerade federleicht, zu kleiner interner Speicher, der sich auch nicht per microSD und Co. erweitern lässt, ein geschlossenes System, das den Nutzer regelrecht zum Konsumvieh eines teilweise restriktiven Anbieters degradiert), aber es ist für mich dennoch das Gerät, welches den Nutzer einen Großteil der multimedialen Möglichkeiten (welche neuerdings insbesondere das Internet bietet) nahezu perfekt angepasst, erleben lässt.
Es verbindet zwei Welten:
Die Einfachheit und Mobilität von Handhelds (Smartphone, iPod, Gameboy) mit der Erweiterbarkeit und Leistungsfähigkeit von Computern (PC, Laptop, Netbook).
Natürlich ist das Tablet keine neue Erfindung, aber insbesondere beim Thema Laufzeit, Betriebssystem, Bedienung und Gewicht hat man sich bislang zu sehr an den PCs orientiert anstatt das Produkt gesundzuschrumpfen.
Ein iPad kann Laptops und PCs (noch) nicht komplett ersetzen, aber es zeigt schon heute eindrucksvoll, dass man für viele Aufgaben schon heute keinen PC mehr benötigt.
Ich setze mich zum Lesen von Internetseiten, zum Checken von Mails, zum Schauen von Youtubevideos, etc. sicher nicht mehr an meinen Rechner. Das kann ich bequem vom Sofa aus und spare mir das langwierige Hochfahren meines Laptops.
Ich bin gespannt, wie sich diese neue Tableteuphorie den traditionellen PC-Markt auswirkt. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser mit der Einführung von günstigeren und leistungsfähigeren Konkurrenzprodukten vor einem Umbruch stehen könnte. Der PC wird sicher nicht aussterben, aber er dürfte ziemlich unter Druck geraten, wenn Tablets immer mehr Aufgaben immer besser bewältigen können.
Es könnte aber auch so kommen, dass unsere Kinder in 20 Jahren über aufklappbare Computer wie auf den Fotos ungläubig die Stirn runzeln, weil es so etwas wie Laptops nicht mehr gibt.

Achim
Achim

@Paralyta

Tablet + Funktastatur, wofür brauchste noch nen Läppi?
SSDs werden mittelfristig rotierende Scheiben in der Kapazität über- und im Preis unterbieten, dann wird man auch Chips mit viel Kapazität in ein Tablet stecken können und den Käufer dazu nicht zu einem Bankraub zwingen.