Fanboys

USA 2009. Regie: Kyle Newman. Darsteller: Jay Baruchel, Sam Huntington, Christopher Marquette, Dan Fogler, Kristen Bell

fanboys_poster_preview2 Inhalt: 1998: Vier Jungs, die ihr Leben lang von einem neuen “Star Wars”-Film geträumt haben. Nur noch 200 Tage bis “Phantom Menace”. Da stellt sich heraus, dass einer von ihnen an Krebs erkrankt ist. Sie machen sich auf, in die Skywalker Ranch bei San Francisco einzubrechen, um vor seinem Tod den Rohschnitt anzuschauen. Ein Road Trip mit Tücken…

Kritik: Ich kann die Prämisse des Films gut nachvollziehen, wirklich. Wie extrem fleißige und mit gutem Gedächtnis ausgestattete Leser wissen, flog ich 1999 mit einem Kumpel nach New York, um mir den neuen “Star Wars”-Film anzusehen. Keiner von uns beiden war allerdings krebskrank.

“Fanboys” ist einer dieser Filme, die im Web unglaublich gehyped wurden, besonders bei AICN. Kein Wunder – Harry Knowles kommt als Figur selbst drin vor (gespielt von Ethan Suplee aus “My Name is Earl”). Und eitel war der dicke Rotschopf ja schon immer.

fanboys_kristen_bell

Umso erfreulicher, dass das Ergebnis, wenn auch ein wenig zu arg poliert und kommerzialisiert, durchaus überzeugen kann: Der Film ist witzig, frech, vollgestopft mit Cameos, und überzeugend “geeky”, ohne dabei aufdringlich zu werden. Außerdem geht es zur Abwechslung mal (fast) nicht um Körperausscheidungen und Sex, was “Fanboys” charmant harmlos macht.

Kristen Bell beweist wieder, dass sie jeden Funken “nerd love” wert ist, den wir für sie aufbringen. Who needs Sarah Michelle Gellar?

Es erstaunt auch, wie schnell man nostalgisch wird, und wie weit 1998 schon weg ist: Super Mario Kart, Palm Pilot, Rush, Buffy, Toughbook, Tubthumping?

Geärgert hat mich, dass der melodramatische Teil, die Krebserkrankung von Linus, bis fast zur Unkenntlichkeit herunter gefahren wurde. Es geht das Gerücht, dass diese Szenen dem erwünschten (aber nicht eingetretenen) Box Office-Erfolg zum Opfer fielen. Das nimmt dem Film ein wenig den Druck. Auch der Subplot mit dem übermächtigen Vater verliert sich irgendwann. Da kann man wohl nur auf einen Director’s Cut hoffen.

Fazit: Flotte und detailverliebte Nerd Comedy für Fans, die jeden umhauen würden, der behauptet, Han Solo sei eine Bitch. Und vom heutigen Standpunkt aus betrachtet ist der letzte Satz des Films allein schon den Preis für die Leih-DVD wert…



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Peroy
Peroy

Cancer is funny…

Howie Munson
Howie Munson

naja unlustiger als du geht ja auch schlecht, von daher hast du von deinen Standpuntk aus gesehen völlig recht…

Julian

Ich hab mich prächtig amüsiert, aber die Krebs-Story ist wirklich unnötig. Versaut einem irgendwie seine normale Nerdness…

Matt
Matt

Kristen Bell als Brünette. Any questions?

Mr. D
Mr. D

Schon sehr interessant dass das review jetzt auftaucht.
Ich hab an Sylvester den Film mit ein paar Freunden geguckt, mit denen ich auch früher Star Wars geschaut habe 🙂
Tja 1998, da waren wir alle noch jung und hübsch, man freute sich auf eine neue Ausgabe des SF TV Guides und man glaubte noch der neue Star Wars Filme würde gut.
Da war die Welt noch in Ordnung…
Toller Film, riesen fun.
Und als Trek-Fan finde ich die Typen in den „bunten Uniformen“ einfach zum schreien, auch wenn sie ein paar Fehler machen die ein Trek-Fan wohl nicht machen würde 😉

Peroy
Peroy

Das muss man sich mal vorstellen… zuerst Krebs, und dann noch „Episode 1“ hinterher…

Bist du sicher, dass das ’ne Komödie ist… ? 😕

Lari
Lari

„Fanboys“ war viel besser als befürchtet – ohne den Krebs-Plot wäre der Film nur halb so gut. Unheimlich war mir nur, wie viele der Anspielungen ich verstanden habe, ohne erklärter Krieg-der-Sterne-Fan zu sein.

Mr. D
Mr. D

@Peroy

Ep1 wird nicht gezeigt, es geht, sozusagen, „um die Reise“.
Also du kannst dir den Film ganz ohne Furcht anschauen.

Peroy
Peroy

„@Peroy

Ep1 wird nicht gezeigt, es geht, sozusagen, “um die Reise”.
Also du kannst dir den Film ganz ohne Furcht anschauen.“

Äh, nein, es geht hier ums Prinzip. Das Ganze kann nur furchtbar enden. Entweder der Krebskranke sieht den Film, erkennt, was für ein furchtbarer Scheissdreck das war und stirbt als gebrocher Mann, oder er sieht den Film, findet ihn toll und die Chose entlarvt sich selbst als heuchlerische Scheisse, oder er schafft es nicht mehr den Film zu sehen, weil er vorher stirbt…

Egal wie es ausgeht, ich bin gefickt…

dLTexid
dLTexid

Also ich hab mich königlich amüsiert 🙂 obschon ich damals doch eher ein“fast-beinahe-aber-auch-nur-wegen-Data“-TNG-Trekkie war und mit Star Wars, man möge mir verzeihen, nicht wirklich etwas anfangen konnte.

Zum Glück bin ich nun älter, erfahrener und weisser als damals. (Ja, doppeltes S, habe es vor kurzem mit Erschrecken bei einem Spiegelblick auf meinen Bart feststellen müssen…) Mittlerweile mag ich auch die Star Wars Saga.

Wirklich netter, amüsanter, und, mich einfaches Gemüt, auch leicht bewegender Film. Das mit dem Krebs war nicht unnötig, ich schliesse mich dem Vogel an, es kam irgendwie zu kurz.

Grüsse, dLTexid

Howie Munson
Howie Munson

@Peroy hättest du das nicht gleich ausformulieren können? Da hab ich dir mit Kommentar 2 ja doch unrecht getan…

Dietmar
Dietmar

@Howie: *kicher*

Radio-Gott
Radio-Gott

Der letzte Satz war wirklich herrlich.
Der restliche Film war so..naja. Die Idee mit dem Krebs war mutig aber nicht konsequent genug durchgezogen. Mir war noch zuviel Klischeegags mit Drogentrips u.ä. drin.
Kurz: das Original ist besser. Es gibt nämlich einen Neuseeländischen Kurzfilm namens „Fanboys“. Und den gibts sogar legal im Netz. Ich hab leider nur die Quicktime-Version gefunden:
http://www.nzshortfilm.com/film,287.sm
Irgendwo gibts das auch noch in besserer Qualität

Exverlobter
Exverlobter

Der Film war ok, aber irgendwie zu seicht. Und der Road-Trip-Part verlief eher nach Schema F.
Es zeigt mal wieder, dass eine bissige Satire von Fans wie Mr. Plinkett (Redlettermedia) immer noch tausendmal besser ist als das, was tatsächlich im Kino zu sehen ist.
Von den Nerd-Parodien gefällt mir „Free Enterprise“ immer noch am besten. Vielleicht kann der Wortvogel ja den mal durchkauen.