15
Sep 2009

FFF 2009: Black Dynamite

Themen: Fantasy Filmf. 09, Film, TV & Presse, Movie-Mania 2009, Neues |

dynamiteposterUSA 2009. Regie: Scott Sanders. Darsteller: Michael Jay White, Arsenio Hall, Tommy Davidson, Kevin Chapman, Richard Edson

Story: Irgendwo in Amerika, irgendwann in den frühen 70ern – ein Schwarzer wird erschossen. Sein Bruder: Black Dynamite, Enforcer und ehemaliger CIA-Agent. Er geht auf einen Rachefeldzug durch die Ghetto-Kultur der Epoche, mit pimpin' outfits, badass ho’s, und motherfuckin' rides, untermalt von groovy tunes. Wie es aussieht, wollen die Bösewichte den Schwarzen Mann durch eine neue Droge "down" halten, und nur Black Dynamite kann sie stoppen.

Kritik: Ich geb’s zu – der Film ist komisch. Michael Jay White ist so ziemlich die perfekte Verkörperung des schwarzen Über-Egos, und würde auch in einem "echten" Blaxploitation-Film keine schlechte Figur machen. Viele absichtliche Fehler, Defizite, und Sprünge sind Absicht, schielen auf die krude Machart der Originale. Da wird (unpassende) Footage einfach wiederholt, da wechselt ein Schauspieler mitten in der Szene, und immer wieder sind die Übergänge gewollt sperrig.

Dazu ein Soundtrack, der clever genug ist, eben nicht die Klassiker zu recyceln (wie Tarantino das für "Jackie Brown" gemacht hat), sondern deren Stil perfekt emuliert – mit Texten, die albern genau zum jeweiligen Geschehen auf der Leinwand passen.

Aber ich stelle mich da gerne gegen die Majorität der Kritiken – der große Brüller ist "Black Dynamite" leider nicht. Die meisten Kracher sind im Trailer erheblich effizienter geschnitten als im Film, wo sich doch hin und wieder Längen einschleichen. Es hätte geholfen, die Gagdichte etwas zu erhöhen. Es muss ja nicht gleich ZAZ-Style sein.

dynamite

Außerdem merkt man, dass Michael Jay White von vorne bis hinten seine Hand im Spiel hatte – ausgerechnet die Hauptfigur, die er selber spielt, darf nicht veralbert werden, bleibt über die ganze Laufzeit bierernst. Dabei funktionieren Parodien gerade dann am Besten, wenn sie ihre Protagonisten an der inhärenten Absurdität ihrer Situation scheitern lassen. Leider nimmt White seinen Charakter so ernst, wie das sonst nur Steven Seagal tut.

Außerdem leidet "Black Dynamite" ein wenig daran, dass er die Vorbilder so genau kopiert, dass auch deren Schwächen wieder nerven: keine wirklich überzeugenden Action-Szenen, doofe Dialoge, und einen Hang zum Klischee, der hier durchaus ein wenig mehr Überspitzung verdient hätte. Die wenigsten Exploitation-Filme sind so gut wie ihre Titel, ihre Trailer, ihre Poster – und auf "Black Dynamite" trifft das auch zu. Nicht so sehr wie auf "House of the Devil", allerdings.

Aber ich will gar nicht so sehr in die Details gehen, weil der Gesamteindruck meiner Kritik sonst verwässert wird: "Black Dynamite" ist sehr lustig, und den Kino-Besuch/DVD-Ausleih allemal wert. Ich hatte halt nur ein wenig mehr erwartet, weil ich den Trailer so toll fand.

Besser als "I’m gonna git you sucka", aber nicht viel.

Die Warnung sei außerdem angebracht: Zuschauer, die gar keine Ahnung haben, was es mit Blaxploitation auf sich hat, dürften ob der gebotenen Albereien kräftig den Kopf kratzen.

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Wortvogels pantomimisches Urteil:

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Wen solche Details interessieren: Geschrieben habe ich diese Kritik beim Sender EgoFM, während Doc Acula im Tonstudio ein Interview zum Thema "Trash-Filme" gab. Der lügt, wenn er den Mund aufmacht…



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Dietmar
Dietmar
15. September, 2009 23:19

,,Geschrieben habe ich diese Kritik beim Sender EgoFM, während Doc Acula im Tonstudio ein Interview zum Thema “Trash-Filme” gab. Der lügt, wenn er den Mund aufmacht…"

Ihr habt Euch ja so richtig lieb … 🙂

Dr. Acula
16. September, 2009 10:21

Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ihm mit’m Mikro eins übergebraten (und dieses Blog gedisst…)

Heino
Heino
16. September, 2009 18:18

Den Film habe ich trotz Onkel Filmis Empfehlung verpasst. Werde ich aber nachholen, falls er auf DVD erscheint.
Hat Michael Jay White nicht die Hauptrolle in Spawn gespielt? Da fand ich ihn schon langweilig, aber das könnte am Film gelegen haben.

OnkelFilmi
16. September, 2009 20:10

Tscha, das hat man davon, wenn man nicht auf mich hört! 😛

Reinifilm
17. September, 2009 00:45

…eigentlich müsste ich ja den Doc verteidigen, aber Torsten will mich ja noch mit den Clockwork-Murders bestechen 😉

Dr. Acula
17. September, 2009 09:38

Grrr… sind denn eigentlich alle (inkl. mir) bestechlich? *seufz*

OnkelFilmi
17. September, 2009 12:13

Ich nicht.

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[…] abgesehen davon, dass der Protagonist ein Schwarzer ist. Und White wiederholt hier den Fehler von “Black Dynamite” – er geriert sich als schwarzer Übermensch, als unbesiegbarer Superfighter. Das nimmt den […]

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[…] ♦ Black Dynamite ♦ Bronson ♥ Carriers ♥ Case 39 ♥ District 9 ♥ Doghouse ♦ Final Destination 3D ♣ Giallo ♣ I sell the Dead ♣ In the Electric Mist ♥ Infestation ♥ Moon ♥ Pontypool ♣ Sky Crawlers ♦ Tell Tale ♦ The Children ♣ The House of the Devil ♦ The Killing Room ♦ The Thaw ♥ The Tournament ♥ Thirst ♦ Trick’r’Treat […]

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[…] Das große Festival habe ich zuletzt vor acht Jahren in München durchgezogen, da liefen Filme wie „Black Dynamite“ mit Michael Jai White, „Thirst“ von Chan-wook Park, und „District 9“. Auch […]