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Jun 2009

The Starbucks Coffee Comedy War: Daily Show vs. Morning Joe (+ Bonus)

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Wieder einmal verschwimmen die Grenzen zwischen News und Comedy – und wieder einmal ist es Jon Stewart, der seinen Kollegen von der "seriösen Presse" zeigt, wo der moralische Hammer hängt.

Alles fing letzte Woche damit an (ab 1:15):

The Daily Show With Jon StewartMon – Thurs 11p / 10c
Corporate SynerJoe
thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorEconomic Crisis

Das wollten die Kollegen von MSNBC und "Morning Joe" natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Gestern musste Jon Stewart Kreide fressen… sollte man denken:

The Daily Show With Jon StewartMon – Thurs 11p / 10c
Morning Joe’s Sarcastic Starbucks Sponsorship
thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorEconomic Crisis

Joe Scarborough wäre gut beraten, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen – ich hoffe aber, dass er dafür zu eitel ist…

Und wenn man gerade schon mal dabei ist – FOX News kriegt auch noch eine solide Portion Senf ab:

The Daily Show With Jon StewartMon – Thurs 11p / 10c
Fox & Friends' Lingerie Football Romp
thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorEconomic Crisis


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Nathan
Nathan
9. Juni, 2009 12:56

Perfektion, messerscharf und einzigartig performt. Spannend ist nur, wie lang der Mann seinen Klimax noch ausdehnen kann — irgendwann muss auch bei ihm die Erosion einsetzen.

Wortvogel
Wortvogel
9. Juni, 2009 13:02

@ Nathan: Stewart macht das schon mehr als 10 Jahre – der ist der Energizer Bunny der Comedy-Moderatoren 🙂

Nathan
Nathan
9. Juni, 2009 13:11

Gut dem Dinge. Seine in der Konstanz und Bandbreite wirklich einzigartige Persona ist zum veritablen Perpetuum Mobile geworden, dauerbefeuert vom Schwachsinnsspektrum der Welt.

Dem Irrsinn ins Gesicht lachen. Darauf einen Starbucks.

trackback
9. Juni, 2009 13:23

Starsucks…

In Deutschland verkauft der SPIEGEL seine “Hausmitteilung” und es gibt ein riesen Bohei. In den USA geht sowas viel… äh… “besser”. Oder ekliger. Wie man es sieht. Ich würde sagen “ekliger”, Kern…

Mahwa
Mahwa
9. Juni, 2009 13:58

Und was ist das deutsche Äquivalent zu Jon Steward? Steffan "so-ich-weiß-nicht-ob-sie-das-schon-gesehen-haben-meine-sehr-veehrten-Damen-und-Herren" Raab? Oder Harald Schmidt, der schon keinen Bock mehr hatte bevor sie seiner Show einen Grinsezwergen verpasst haben? Frag ich mich jedes mal wenn ich einen Clip aus der Daily Show sehe….

Dietmar
Dietmar
9. Juni, 2009 14:00

@Mahwa: Es gibt keines.

Wortvogel
Wortvogel
9. Juni, 2009 14:12

@ Dietmar: Mit Oliver Welke in der "Heute Show" haben wir aber zumindest erstmals die theoretische Möglichkeit, dass da irgendwann eine "Daily Show" draus wird. Erstaunlich genug, dass ausgerechnet der alte Onkel ZDF da voran schreitet, während RTL, ProSieben, SAT.1 etc. das komplett verpennt haben.

Mahwa
Mahwa
9. Juni, 2009 14:39

Oliver Welke… ne lass mal…

Wortvogel
Wortvogel
9. Juni, 2009 14:43

@ Mahwa: Und das ist die komplett falsche Einstellung: die Amerikaner hätten vor zehn Jahren auch sagen können "Jon Stewart? Der schnöselige MTV-Talker, der immer über sich selber lacht? Ne… lass mal."

Wenn man den Leuten keine Möglichkeit zugesteht, sich weiterzuentwickeln, nimmt man dem deutschen Fernsehen jede Chance. Genau daran scheitert es hierzulande sehr oft.

Mahwa
Mahwa
9. Juni, 2009 14:47

Welke wäre mir als letztes eingefallen, er passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zu dem Konzept einer solchen Show, man lässt Oliver Pocher ja auch nicht die Tagesschau moderieren.

Nathan
Nathan
9. Juni, 2009 15:53

@Mahwa: Da tust du dem Mann Unrecht – ich denke, er ist tatsächlich einer der Wenigen, die es bei uns könnten. Das Problem ist, dass Welke nicht selektiert. Offenkundig existiert das Wort "Nein" nicht in seinem Wortschatz – Spielsucht, Nutten, gefräßige Kinder, keine Ahnung, wieso. Schade, denn so geriert er sich in zu vielen Panel-Fremdschämshows, marginalisiert sich, wie Butter, verstrichen über zu viel Brot.

Hirnschmalz wäre bei ihm vorhanden. Ich glaube sogar, dass hinter seiner Dauer-Süffisanz ein paar sinnvolle Überzeugungen stecken könnten, die – wie bei Stewart – alles Scherzen erst rechtschaffen würzen. Nur: Wie zerrt man sie ans Tageslicht? Und wie schafft er es, sich auf ein solches Projekt zu konzentrieren?

Richtig. Nicht. Schade. Wie gesagt.

Wortvogel
Wortvogel
9. Juni, 2009 15:56

@ Nathan: Die Frage ist auch – inwieweit darf Welke eine erkennbare politische Einstellung haben? Es regiert das PoGl – ich erinnere gerne:
http://bit.ly/1xMa9J

Nathan
Nathan
9. Juni, 2009 16:08

@Wortvogel: Gemach – diese Frage würde sich erst auf Stufe, oh, sagen wir 5 dieses Gedankenkonstrukts stellen, und die Stufen 1-4 wären unmöglich genug. Zudem wären die Öffentlich-Rechtlichen gewiss auch nicht das natale Umfeld. D.O.A.

Die Phantasie aber fasziniert mich.

Boltens Neugestaltung abwarten und mal sehen, ob da in ein paar Jahren nicht eine neue Senderkultur erwachsen ist. Wenn der Gigant groß genug ist, könnte er auch beherzt auf jene Corporate Clusterfucks draufpissen, die Stewart so wunderbar zerkaut.

Welke … vielleicht erwächst bis dahin ein Anderer, der ein paar nötige Primäreigenschaften besitzt und "fresher" ist. Pocher hätte es sein können, mit etwas mehr Wille nach Wissen. Aber Jungvolk wie etwa ein Klaas Heufer-Umlauf lässt mich hoffen … noch ist nicht aller Tage Abend.

Bernhard
Bernhard
10. Juni, 2009 00:25

Wo kann man eigentlich die "Daily Show" in Deutschland in voller Gänze schauen?

Wortvogel
Wortvogel
10. Juni, 2009 00:26

@ Bernhard: auf der Webseite von Comedy Central. Einfach den Button "full episode" benutzen. Natürlich nur auf englisch.

Dietmar
Dietmar
10. Juni, 2009 00:32

@Nathan: Vielleicht bin ich ja unfair, aber Pocher überzeugt mich nicht. Welke traue ich soetwas eher zu. Kalkofe könnte das vielleicht auch.

Es ist aber vielleicht auch zu sehr die Gefahr da, dass sich solch ein Format in unserer Fernsehlandschaft totläuft oder nicht die Klasse der Daily Schow erreicht.

Wortvogel
Wortvogel
10. Juni, 2009 00:35

@ Dietmar: Ich glaube auch, dass Pocher die Autorität mangelt, die man für so einen Job (oder den des Late Show-Moderators) braucht. Kalkofe und Welke sind halt immer so krampfhaft unpolitisch. Es bliebe abzuwarten, welcher Moderator in so einem Biotop plötzlich Eier entwickelt…

qapla
qapla
10. Juni, 2009 01:13

Mir fallen da noch Stefan Jürgens und Esther Schweins ein. Die haben den Ton in ihrer "News Show" schon ganz gut getroffen. Mit den richtigen Autoren würde das vielleicht funktionieren. Ob die politisch genug sind? Keine Ahnung.

Dietmar
Dietmar
10. Juni, 2009 01:18

Und dann wäre da noch das Problem, gutes Material für solch eine Show zusammenzubekommen. Das ist hier wohl schwieriger als in den USA. Außerdem gibt das riesige Land einfach mehr an Ereignissen und Prominenz her.

Nathan
Nathan
10. Juni, 2009 01:30

Für ein wöchentliches Format sollte es auch bei uns langen.

Nathan
Nathan
10. Juni, 2009 01:36

@Dietmar: Ich scheine mich unklar ausgedrückt zu haben – Pocher ist für mich mangels Bildung keine Alternative. Welke oder der notwendigerweise im gleichen Atemzug erwähnte Kalkofe wären wohl zu verbraucht, wenn überhaupt geeignet.

Ein Herbst würde mir gefallen. Stefan Jürgens ging damals schon teils in die richtige Richtung. Eine schöne Smarte wie Schweins – wieso nicht? Oder man baut einen der jüngeren Szene-Sprösslinge auf. Es gibt da ein, zwei Talentierte, die in ein paar Jahren, so um die 30, interessant werden dürften.

Dietmar
Dietmar
10. Juni, 2009 01:36

War Raab da nicht wenigstens ein bisschen dran, als TV Total nur wöchentlich kam?

Dietmar
Dietmar
10. Juni, 2009 01:43

@Nathan: Ich finde Pochers Witz einfach nicht so treffend, scharf und intelligent. Er ist mir auch als Typ nicht sonderlich sympathisch. Und tatsächlich traue ich ihm auch nicht zu, ähnlich schlagfertig und demaskierend zu talken, wie es beispielsweise Stewart tut; er würde wohl eher untergehen. Aber da bin ich, wie gesagt, vielleicht unfair, weil er es ja noch nicht beweisen konnte.

Lustig zu sein allein, reicht da nicht, finde ich. Dazu müssten auch ein gewisses intellektuelles Gewicht und eine glaubwürdige Haltung kommen.

Ich hab´s: Elton!

MUAHAHAHAHA!

Marco
Marco
10. Juni, 2009 16:07

Mir persönlich ist Stewart zu politisch, auch wenn er sicherlich einiges auf dem Kasten hat. Den Late-Night-Maßstab setzt für mich Conan O`Brien (früher mal Letterman).

G
G
1. Juli, 2009 16:11

Scarborough hat natürlich wieder darauf reagiert (der weiß auch nicht, was gut für ihn ist). Das Video befindet sich auf meinem Blog. 😉