08
Apr 2009

Grund Nr. 8975, Jon Stewart und die "Daily Show" bedingungslos zu lieben

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

In seinem Segment über die Europareise von Barack Obama haut Stewart beiläufig Verweise auf James Bond, Charles Dickens, das Motto von Fox News, und "Superman IV" raus – nicht ohne anzumerken, dass "Superman IV" natürlich Käse war:

http://www.youtube.com/watch?v=AqptSP7lyQc

Die Menge an Popkultur-Referenzen, die man in der "Daily Show" dem Zuschauer zumutet, geht weit über das hinaus, was man sich in einer deutschen Sendung trauen würde. Hierzulande wäre der Versuch, ein breites Publikum zu erreichen, doch nur mit einem Gedanken verbunden: mach es so simpel wie möglich. Jeder Witz für den kleinsten gemeinsamen Nenner.



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Lutz
Lutz
8. April, 2009 14:49

Wenn ich Sean Hannity nur sehe, muss ich würgen. Wenn der Mann dann auch noch den Mund aufmacht, kann ich nur noch kotzen. Der Mann bildet zusammen mit Ann Coulter und Bill O’Reilly die wahre Achse des Bösen. Zum Glück war er nur kurz im Clip zu sehen.

Ich finde die Dinge die Obama sagt, bislang erfrischend ehrlich. Bei dem Mann habe ich zumindest das Gefühl, dass er hinter den Dingen, die er sagt, steht. Das sat zwar noch wenig über seine Leistung als Präsidennt aus, aber es schafft schon einmal Vertrauen. Und das ist einfach etwas, was seinem Vorgänger und auch vielen deutschen Politikern fehlt.

Sehr bezeichnend fand ich die Analyse, die Karl Rove bei fox News hingelegt hat, in der er meinte, der erste Teil sei zu negativ gegen die Amerikaner und der zweite Teil zu negativ gegen die Europäer und er hätte dem ganzen einen positiven Spin geben müssen. Ich für meinen Teil bin froh, dass Rove nichts mehr mit der Regierung zu tun hat.

Btw.: Ich denke, Obama hat sowohl die Arrogannz der Amerikaner als auch den europäischen Annti-Amerikanismus treffend bezeichnend.

Lutz
Lutz
8. April, 2009 14:59

Argh.. Clip gesehen, dann geschrieben, anschließend erst den Beitrag darunter gelesen…

Das Problem mit der Popkultur hast du ja auf jeder Ebene. Serien wie Six Feet Under oder auch Lost kann man schon allein deshalb nicht auf deutsch sehen, weil dort wirklich jede Popkultur-Anspielung ausgebügelt wird. ´

Diese Witze für den kleinsten gemeinsamen Nenner sind wirklich auf Dauer nervig. Aber daran kann man eben auch sehen, wie die Fernsehsender ihr Publikum einschätzen.

Aber ich glaube, ein weiteres Problem ist, dass viele von den Programmmachern solche Anspielungen auch selbst nicht verstehen. Daher finden sie es nicht lustig und können sich auch nicht vorstellen, dass es jemand anders lustig finden könnte.

Dr. Acula
8. April, 2009 15:37

Da muss ich allen Ernstes eine Lanze für die Übersetzer von "Psych" brechen, die mit den pop culture references gut zurechtgekommen sind (Psych schmeißt damit ja auch um sich) und auch soweit ging, hier wirklich unverständliche Anspielungen durch "eigene" Referenzen zu ersetzen.

Sir Richfield
Sir Richfield
9. April, 2009 08:06

Manche retten sich, indem sie Bilder nutzen. Komme recht frisch aus Monster vs. Aliens (3D). Was da an Anspielungen reingepackt wurde… Bei einem Großteil der Zielgruppe waren nicht mal die Eltern geboren als Dinge wie "Dr. Strangelove" oder der erste Godzilla / Mothra herauskamen. Da braucht man dann auch nichts mehr übersetzen.

Anspielungen im Allgemeinen… Ihr wißt gar nicht, wie sehr Übersetzer leiden. Zum einen muss der jeweilige Mensch die Anspielung erst mal selber (er)kennen. Dann muss er grübeln, ob die in D überhaupt so kommt. Und dann muss er sehen, wie er die Anspielung ins Deutsche bekommt. Oft wird da mit Wortwitzen gespielt, die man gar nicht übersetzen kann oder die dann keinen Sinn mehr haben.
(Spaceballs: Jam their Radar. The Amazing Maurice and his educated Rodents: The Rathaus of Überwald)
Das hat auch nichts mit Blödheit des Publikums zu tun.
Versuche mal ausserhalb von Deutschland über ein Tigerfell zu stolpern und dabei zu lallen. Es wird *KEINER* begreifen, nicht einer.

Paddy-o
Paddy-o
9. April, 2009 13:48

Hmm… hab mir gerade die letzten paar Daily Shows angeschaut: Mann, was geht?
Haben die neue Autoren?
Liegts am aktuellen Material?
Oder hatte Jon einfach nur Urlaub?

Der ist zu Zeit ja richtig fetzig! ^^

@Übersetzer:
Ja ich denke mir auch oft 'Oh Gott die armen, wie wollen die das nur ins Deutsche bringen'.

Andererseits muss ich mir dann nur die ersten beiden Family-Guy Staffeln in D anschauen und verfluche dann kotzend alle deutschen Schreiberlinge 😉

trackback
10. April, 2009 03:05

[…] man das machen. Den Schmidt fand ich früher ja toll, nur die medialen Referenzen nerven? ,) btw: http://wortvogel.de/?p=5762 ciao […]

Andy Simon
Andy Simon
3. Mai, 2010 03:02

Obama hat ja seinen Geburtsort Krypton zwischenzeitlich zugegeben: http://www.youtube.com/watch?v=vws9fTtQgz4