Letzte Woche war in den USA wieder „High Five Day“, und dieses Video aus dem Jahr 2007 hat mich tatsächlich berührt:

Es ist ein so banaler und in seiner Normalität überraschender Einblick in den Alltag an einer Highschool – ganz ohne Pumpguns oder Jason Priestley. Das könnte auch Dortmund sein. Wie der Beitrag über die Schwulen in der Sportbar bringt mich das den Amerikanern wieder näher. Nach vielen Berichten über die „Tea Parties“ habe ich das wirklich gebraucht.

Nicht gebraucht hätte ich die wieder etwas pathetischen Texteinblendungen am Schluss. Aber na ja – es sind Schüler. Da ist alles Drama.



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Salamandro
Salamandro

High five!

pa

Das ist ja noch gar nix, im Gegensatz zu diesem Video: http://improveverywhere.com/2009/02/09/high-five-escalator/

Dieter
Dieter

Nebengleis: Irgendwo auf Deinem Blog ging es mal darum, dass die Jugendlichen in Amerika zunehmend übergewichtig werden (wurde nicht von Dir behauptet). Davon ist ja nun gar nichts zu sehen. Auch von besonders prüden ,,Kleidungszwängen“ keine Spur.

Schubladen und Vorurteile: Ich tappe doch immer wieder in solche Fallen.

floham

hmm…ich gebe dir recht in der Aussage, dass dieses Video einen sehr authentischen Blick in eine amerikanische High-School zeigt (auch ich habe zwei davon in NY und MASS besucht).

Aber für mich sind die Hintergründe, die sich nachher in Attentaten wie in Columbine in kranken Köpfen Bahn brechen eben auch genauso sichtbar, wie sie in der Realität (offensichtlich) vorhanden sind.

Wer sich dem Gruppenzwang zum high five verweigert wird im Video auf schwarz/weiss und langsame Musik runtergeregelt und ausgegrenzt/stigmatisiert.

Und im Wunsch nach dem Einreissen der Barrieren ist dieser High-Five-Day in etwa so hilfreich wie der Kölner Karneval für die Integration irgendwelcher Fundamentalisten. Das Niederreissen der Barrieren im Karneval (traditionell auch der eine Tag, an dem der Fürst als Diener und ein ausgeloster Diener als Fürst durch die Burg streifte) fiel sicherlich dem gewinner des Systems (Fürst) viel leichter: Wer sowieso integriert und anerkannt ist hat wenig Probleme damit auch einem Schwächeren mal (für eine limitierte Zeit) die Hand zu geben, als der, der das ganze Jahr diskriminiert wird sich darüber freut, jetzt ausgerechnet zum high-five-day die hand gereicht zu bekommen, die ihn morgen wieder an den Kartenständer hängt.

Will sagen: Die Intention des Tages und das fröhliche umgehen mit der Aktion ist super positiv und lobenswert und ernst gemeint. Aber es findet eben nur unter denen statt, die sowieso nett zu einander sind (sind ja auch normalerweise die Mehrheit).

Glaubt einer wirklich, die Columbine-Shooter hätten da fröhlich mitgeklatscht?

Stephan
Stephan

@floham
Das ist doch gerade das Problem – eigentlich passiert an deutschen und amerikanischen Schulen ziemlich wenig. Und wenn es dann mal passiert, wird verzweifelt nach Erklärungen und Schuldigen gesucht – wo es gar keine gibt.

Es wird immer Durchgeknallte geben, das wirst Du nicht durch psychologische Betreuung, das Gebot zum Teletubbiespielen oder die Vernichtung aller Feuerwaffen der Welt verhindern können. Littleton oder vor kurzem Winnenden sind Tragödien – aber auch Tragödien gehören zum allgemeinen Lebensrisiko.

floham

schon klar. empfinde ich ja auch so.

vielleicht ist mein Amerika-bild auch (ausgelöst durch meine Zeit drüben) etwas positiver, so dass mich der Film garnicht so überrascht. So sind sie eben, die Amis (huhu, Klischee). Ich finde das sehr sympathisch und typisch. wir haben Gruppenbildung? Her mit dem „HighFive-Day“.

und auch seinem Aufbau ist der Film in einem Aspekt der üblichen Nachrichtendarstellung sehr ähnlich:
Die behaupten ja auch: wir sind alle gleich und superlieb, nur ein paar Freaks sinds nicht (und wenn wir Ihnen die Killerspiele und die Mansion-CDs wegnehmen, machen die auch nix mehr). und das zeigt der obige Film eben auch: alle machen mit, nur ein paar Spinner (s/w, langsame musik) eben nicht.

Da war ein Film wie Breakfast Club (hui…die 80er) doch schon ein bisschen ehrlicher: Irgendwie hat halt jeder seine Probleme/und ist jeder ein Freak – und der Trick ist eben nicht an einem Tag (oder in einem Film) nur zu behaupten, dass man sich mag(high five)…sondern die Macken des anderen mal anzuhören und zu akzeptieren.

Lutz
Lutz

„Breakfast Club“ ist über 2/3 seiner Laufzeit klasse. Spannende Charaktere und passende, böse Dialoge. Leider müssen sich die Figuren danach irgendwie entwickeln und es wir das von dir erwähnte unrealistische Schmalz-Fest.

Zu diesem Clip: Ich kann irgendwie gar nichts darin sehen… Ich verstehe, was du meinst mit dem normalen High School Alltag, aber dieser Schritt, festzustellen, dass es einen an den positiven amerikanischen Alltag erinnert, einfach nur weil darin keine typisch negativen Klischees zu darin zu sehen ist, geht mir ab. Kann aber auch einfach sein, dass ich was mein Amerikabild angeht noch nicht ganz so verzweifelt war wie du. Oder ich war beim Angucken einfach nicht in der richtigen Stimmung.

Lari
Lari

Alle ergeben sich dem angeordneten Frohsinn, und wer nicht mitmacht, ist ein Spielverderber. Bah nee, der Clip ist gruselig.

Strabo
Strabo

Interessanter Artikel zum derzeitigen Wissenstand zu Columbine: http://www.usatoday.com/news/nation/2009-04-13-columbine-myths_N.htm

Ich wusste nicht, dass die eigentlich Bombenanschläge mit tausenden Toten machen wollten und das Erschießen der Leute „nur“ der Plan B war, nachdem das nicht geklappt hat.

pa

Mann, gibt’s hier viele Berufsbetroffene. Wenn man lange genug sucht, findet sich in jeder Suppe ein Haar.

Emily
Emily

vielleicht interessiert Euch das:
http://www.lostboys-columbineforum.foren-city.de