25
Jan 2009

Tintenschmerz

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

tintenherz_poster01

In Deutschland fiel die Verfilmung von Cornelia Funkes Bestseller noch mit über einer Million Zuschauer solide aus den Top Ten, aber nur Platz 7 mit knapp 8 Millionen US-Dollar bei 2655 Kopien in den USA? Das ist ein Debakel, und dürfte alle Hoffnungen für die geplante Trilogie begraben. Umso erstaunlicher, da "Inkheart" als einziger Familienfilm eigentlich freie Bahn hatte – einziger nennenswerter Neustart war das Vampir/Werwolf-Spektakel "Underworld 3".

Man kann davon ausgehen, dass der Verleih Warner Bros. den Braten frühzeitig gerochen hat: ein Fantasy-Spektakel startet man gewöhnlich im Sommer oder vor Weihnachten – aber man versenkt es nicht im kinototen Januar. Auch die Kritiker waren wenig begeistert: 36 % bei Rotten Tomatoes, 47 % bei Metacritic.

Vielleicht ist das Publikum aber auch einfach die aufgeblasenen, kaum noch unterscheidbaren Fantasy-Epen leid ("The Seeker", "Golden Compass", "Prince Caspian"), die seit "Harry Potter" und "Herr der Ringe" die Multiplexe verstopfen…



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HomiSite
25. Januar, 2009 21:01

Phantastik-News.de schrieb:

Die Cornelia-Funke-Verfilmung "Tintenherz" von Iain Softley mit Brendan Fraser startete bei uns bereits Anfang Dezember, ebenfalls nur mit mäßigem Erfolg, aber immerhin nicht so furchtbar wie in den USA, was zwei gute Gründe hat, die sich die entsprechenden Verantwortlichen bei Warners Label New Line ans Revers heften müssen: Der Film wurde lange zurück gehalten und startete in Nordamerika nun zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nicht nur, dass das Publikum nach den beiden letztjährigen Fraser-Erfolgen "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" und "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" wohl nicht schon wieder ein Brendan-Fraser-Effektspektakel dringend sehen musste, viel schlimmer wog die Tatsache, dass an Weihnachten eine Adam Sandler-Komödie startete, die ein sehr ähnliches Thema (Buchfiguren erwachen zum Leben) behandelte und besetzte: "Bedtime Stories". Das Publikumsinteresse war erwartungsgemäß gering und dieses so absehbar, dass schon die Frage gestattet sein muss, ob der Film an diesem Wochenende aus Gründen, über die man nur spekulieren kann, absichtlich begraben wurde.

Wortvogel
Wortvogel
25. Januar, 2009 21:10

@ Homisite: Da würde ich einigen Details widersprechen:

– Wäre Fraser ein Kassenmagnet, täte man gut daran, VIELE Filme mit ihm ins Kino zu schleusen. Aber er ist eher ein Kassengift, dem letztes Jahr nur seine "Mummy"-Franchise und der 3D-Gimmick geholfen haben.

– "Bedtime Stories" ist eine Adam Sandler-Komödie mit Fantasy-Touch (wie z.B. "Flubber" oder "Nachts im Museum"), das ist ein ganz anderer Ansatz als "Tintenherz", den ich eher bei "Unendliche Geschichte" verortet sehe. Und es sagt ja keiner: "Nö, ein Film mit lebendig werdenden Geschichten reicht mir", oder?

Fakt bleibt aber: "Tintenherz" hatte wenig Konkurrenz, und hätte durchaus punkten können…

Andy
Andy
25. Januar, 2009 21:19

Ich glaube nicht das Fantasy-Eben die Zuschauer

langweilen oder leid sind.

Aber die Qualität der Filme schwangt doch beachtlich.

The Seeker: einfach nicht packend inszeniert.

Goldene Compass: als der Film richtig Fahrt aufnimmt

ist er zu Ende, ganz zu Schweigen was der Film in

den USA durch die Kirche für Schwierigkeiten hatte.

Eragon: abglatsch vom Buch ,jeder der das Buch

kennt war sehr entäuscht.

Prince Caspian: vieleicht etwas langatmig.

Schwerter des Königs: Würg & /((%$$§???

Aber im großen ganzen kann man doch sagen

je mehr sich der Film ans(erfolgreiche) Buch hält

um so erfolgreicher der Film.

Siehe Herr der Ringe oder Harry Potter.

Ich persönlich hoffe ja immer noch auf eine gute

Conan verfilmung…….aber bei dem hin und her im

vorfeld habe ich fast auch schon die Befürchtung das

es in die Hose geht.

Gruß

Andy

Wortvogel
Wortvogel
25. Januar, 2009 21:28

@ Andy: Die Argumentation hat nicht wirklich Hand und/oder Fuß:

– Da niemand "Tintenherz" gesehen hat, kann die Ablehnung des Publikums kaum an mangelnder Vorlagentreue gelegen haben ("Seeker" ebenso)
– "Schwerter des Königs" basiert auf keinem Roman
– "Prinz Kaspian" ist die direkte Fortsetzung des extrem erfolgreichen "Narnia"
– "Eragon" hat weltweit 250 Millionen Dollar eingespielt (von den DVD-Einnahmen gar nicht zu reden)

Und "Conan" lässt sich sicher nach keinem Maßstab als Familien-Fantasy bezeichnen…

Andy
Andy
25. Januar, 2009 22:30

@Wortvogel : Familien-Fantasy ???

Ach hier geht es nur um Familien-Fantasy??

ich dachte an Fantasy-Eben im allgemein.

Prinz Kaspian war halt gegen "Narnia"

irendwie langatmiger.(mir hat’s trotzdem gut gefallen)

“Schwerter des Königs” basiert auf keinem Roman"

ist mir auch klar !! war aber halt nicht so das ware.

Uwe Boll ist für mich ein guter Producer aber als

Regisseur??

Eragon hat so viel eingespielt ?? wo bleibt die

Fortsetzung??

Golden Compass fand ich persöhnlich gut ist

soweit ich weis auch in Europa gut gelaufen.

Naja Herr der Ringe als Familien-Fantasy

bezeichnen ??

Seeker fand ich schwach.

Muß nartürlich auch eingestehen das ich selber

die Bücher nicht Lese das macht der Rest der Famillie

Mutter und meine zwei Brüder.

Ich mache dann immer den Spaß und mache mal

einer auf Producer und frage immer welcher Stoff sich

zum verfilmen lohnt.

Die waren auch alle von der Eragon verfilmung sehr

entäuscht.

Ich glaube persönlich nicht das die zuschauer

der Fantasy-Eben übertrüssig sind.

Das probleme das alle habe ist halt das Sie sich

immer mit den Herr der Ringe bzw. Harry Potter

verfimungen messen lassen müßen.

Teilweise liegt es vieleicht auch an der Werbung bzw.

Promotion der Filme im Vorfeld.

Der Sternwanderer war für mich so ein beispiel

habe in erst auf DVD gesehen und muß sagen Er hat

mir gut gefallen.

Aber Du hast sicherlich die größere Erfahrung!!

Was denkst Du denn so woran es liegt ??

Gruß

Andy

Wortvogel
Wortvogel
25. Januar, 2009 22:34

@ Andy: Was ich zu sagen hatte, habe ich oben gesagt. Ich selber schaue mir den Schmand ja auch nicht an. Fantasy-Epen sind halt risikoreich, weil sie von vorne herein extrem viel Geld kosten, das sich nur schwer wieder einspielen lässt. Ich denke, bis auf "Hobbit" und weitere "Potter"-Teile wird Hollywood da auch eher auf die Bremse treten.

Marko
25. Januar, 2009 23:44

@ Andy: "Ich persönlich hoffe ja immer noch auf eine gute Conan verfilmung …"

Du meinst hoffentlich, Du hoffst auch NOCH eine gute Verfilmung? Wüsste nicht, was es an "Conan, der Barbar" (Schwarzenegger) auszusetzen gab, der war der Comicfigur absolut gerecht. Und "Conan, der Zerstörer" (ebenfalls Arnie) war doch wunderbare Familienunterhaltung? Schick wie der erste (naja, okay, fast), aber dafür herrlich … familienfreundlich halt.

Gruß,
Marko

Marko
25. Januar, 2009 23:45

auch = auf

Tinitus
26. Januar, 2009 08:33

@Wortvogel: "Schwerter des Königs" basiert allerdings auf einem Spiel. Und ich muss sagen auf einem, das eine recht gute Story zu erzählen hatte. Leider hat das Boll diese einfach nicht verstanden. Ansonsten wäre aus dem Spiel deutlich mehr rauszuholen gewesen. Jedenfalls mehr als aus Far Cry.

comicfreak
comicfreak
26. Januar, 2009 10:49

..wow, Fraser schafft hier tatsächlich noch weniger Mimik und Ausstrahlung als David Duchovni!

Wahrscheinlich liegts daran: man betrachtet das Poster von oben nach unten, also von "HEY!" über "WOW" zu "..äh, lass mal.."

AlphaOrange
AlphaOrange
26. Januar, 2009 10:59

An dem Punkt mit den "aufgeblasenen, kaum noch unterscheidbaren Fantasy-Epen" ist durchaus was dran. Mich zumindest ödet das zunehmend an obwohl das eigentlich mein Genre ist.
Bei "Tintenherz" kommt hinzu, dass der Film den Vergleich (ob gerechtfertigt oder nicht, er wird nun einmal gezogen) zu den übrigen Fantasy-Epen in keinster Weise besteht. Ich hab das Buch nicht gelesen und bin immer noch der Meinung, dass das der beste Weg ist, eine Roman-Adaption als Film (!) unvoreingenommen zu beurteilen. Die Figuren mögen in geschriebener Form überzeugen, einen Film tragen sie leider nicht. Auch die Story konnte mich nicht fesseln, dafür nimmt sie Spannungselemente (wie den Verbleib von Mos Frau) zu früh raus und führt andere (den Schatten) zu spät ein.
Das das Einspielergebnis so gering ausfällt überrascht mich dann allerdings schon. Etwas mehr wäre zu erwarten gewesen.

zu-schauer-lich
26. Januar, 2009 11:13

Zum Thema Tintenherz: man kann mich eigentlich, zumindest wenn es um Fantasy oder SciFi geht, durch abertausende langweilige Buchseiten schleusen, wenn nur die kleinste Hoffnung besteht, dass am Ende meine Fantasie ordentlich gereizt wird. Episch, lang, ausschweifen? Her damit. Dann habe ich mir von meiner Nichte Tintenherz geliehen. Ich war enttäuscht. Das Buch ist, nach meinem bescheidenen Dafürhalten, Mist! Es ist belanglos, die Charaktere sind erzwungen, das Szenario uninteresant und Spannung kommt so richtig nicht auf. Man kann Frau Rowling z.B. vorwerfen, sie hätte in den H.P.-Büchern die Fantasy-Literatur der letzen dreißig/vierzig/hundert Jahre verwurstet und kombiniert, aber man kann ihr nicht vorwerfen, sie könne keine spannenden Bücher schreiben. C.Funke kann man loben, dass sie ein interessantes und vielleicht sogar innovatives Setting entworfen hat, aber spannend schreiben kann sie meines Erachtens nicht.
@andy:"Muß nartürlich auch eingestehen das ich selber

die Bücher nicht Lese das macht der Rest der Famillie

Mutter und meine zwei Brüder." Lesen wäre eigentlich ein guter Tip an Dich.

zu-schauer-lich
26. Januar, 2009 11:14

Ehm, da fehlte das Fazit. Also, ich bin nicht überrascht, dass der Film nicht funktioniert. Die Vorlage hat bei mir auch schon nicht gewirkt.

Tornhill
Tornhill
26. Januar, 2009 18:18

Hm…irgendwie schade.

Hab die Bücher bislang noch nicht gelesen (will’s bald mal ändern), aber irgendwie wirkten sie ganz sympathisch auf mich…ebenso wie die Autorin (gegen die ich irgendwie vorher Vorbehalte hatte, warum auch immer), nachdem ich ein Interview mit ihr las. Auch wäre es natürlich generell mal schön gewesen, einen deutschen "Trivialstoff" in Hollywood erfolgreich sein zu sehen. Denn so schaffen wir’s vielleicht mal mit mehr als nur Zeitgeschichtsdramen dort hin.

Lutz
Lutz
29. Januar, 2009 07:54

Irgendwie muss WB von vornherein wenig Vertrauen in das Projekt gehabt haben. Wenn man mal in den letzten 16 Monaten geschaut hat, wie da der Starttermin ständig weiter nach hinten geschoben wurde. Zuerst sollte er noch im Winter letzten Jahres starten, dann im Frühjahr. Dann hieß es auf einmal, dass er im Sommer in die Kinos kommen würde. Aber dann meinte man auf einmal, dass das nicht gut gehen würde, da ja schon 2 andere Brendan Fraser Filme im Sommer laufen würden. Der Starttermin an weihnachten (in Deutschland) erschien mir fast am Ende etwas hektisch gewählt worden zu sein.

Ich habe den Film auch nicht gesehen, aber von der Vorlage her hätte es auf jeden Fall ein annehmbarer Familienfilm werden können. Ich finde Cornelia Funkes Stil sehr angestrenkt und teilweise lächerlich (es gibt keine Seite, auf der sich nicht mit dem Hammer versucht, eine blumige Metapher über Bücher und das Lesen in die Erzählung zu pressen), aber die Story ist eigentlich wirklich gut.

Lindwurm
29. Januar, 2009 18:40

@ Einspielergebnisse: Möglicherweise ist der Film einfach schlecht?

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 18:47

@ Lindwurm: Das wissen die Besucher am ersten Wochenende ja nicht vorab. Fakt ist: Sie wollten ihn sich gar nicht erst ansehen. Das kann an schlechten Trailern liegen, wenig Werbung – oder eben falscher Film zur falschen Zeit.