29
Jan 2009

Antworten, ohne zu antworten (2)

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Heute läuft auf SAT.1 die neue Arztserie "Klinik am Alex" an – und der Produzent hat auf Quotenmeter.de sichtliche Probleme, die Unterschiede zu "Grey’s Anatomy" aufzuzeigen, ohne wieder bei den Ähnlichkeiten zu landen:

Was unterscheidet «Klinik am Alex» von dem US-Format?
Wir sind moderner und temporeicher. Die Storys sind stärker nach vorne ausgerichtet und eliptischer erzählt. Unser Ensemble ist gleichberechtigter. In den USA hat Grey eine überragend tragende Rolle, das gibt es bei uns in dieser Form nicht. Natürlich steht bei uns Luisa Keller im Mittelpunkt, aber alle Ärzte sind unglaublich wichtig.

Ich fühle mich sympathisch an die Autoren von "Anna und die Liebe" erinnert

NACHTRAG: Der SAT.1-Fiction-Chef ist im Gespräch mit SPIEGEL online ehrlicher: ""Klinik am Alex" ist eine moderne Medical-Serie mit einem Ensemble, dem auch kantige Figuren angehören. Ich bin kein "Grey’s"-Spezialist, aber natürlich gibt es Anleihen".



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Dr. Acula
29. Januar, 2009 13:44

"nach vorne ausgerichtet"? "eliptisch erzählt"? Käsekuchen? Bahnhof? Hauptsache, mal ein paar Worthülsen rausgekotzt…

Stephan
Stephan
29. Januar, 2009 13:47

Wie zur Hölle "erzählt" man "eliptisch"?

Und seit wann schreibt man elliptisch nicht mehr mit zwei L?

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 13:48

@ Acula: Vielleicht sollte ich mich schämen, aber als Autor ergibt dieser Teil tatsächlich Sinn…

milan8888
milan8888
29. Januar, 2009 13:52

Und der wäre?

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 13:53

@ Stephan: eine elliptische Erzählweise, soweit ich das verstanden habe, lässt bestimmte Teile des Plots einfach weg, die sich der Zuschauer dann aus dem Ergebnis zusammen reimen muss (Johnny ist ein Junkie auf Entzug, Schnitt, Johnny grinst bedröhnt = Johnny wurde im Schnitt rückfällig). Das ist ein probates Mittel, die Erzählgeschwindigkeit zu erhöhen. Inwieweit das einem Format wie "Klinik am Alex" gut tut, bleibt abzuwarten…

Dr. Acula
29. Januar, 2009 14:00

Ich dachte schon, mit "eliptisch" meint der "episodisch", aber dann will ich das mal durchgehen lassen (und ich dachte, die juristische Sprache wäre seltsam…)

milan8888
milan8888
29. Januar, 2009 14:01

Aber was hat das mit einer Ellipse zu tun? Er ist ständig auf Entzug und dann doch wieder zugedröhnt?

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 14:09

@ Milan: nein, Ellipse beschreibt den Verlauf der Handlung, der sich vom Gesehenen entfernt, aber dorthin zurückkehrt. Der A-Plot läuft weiter, während wir den B-Plot sehen.

Der Begriff "Ellipse" ist sicher nicht ideal, hat sich dafür aber eingebürgert.

milan8888
milan8888
29. Januar, 2009 14:14

Na immerhin besser als Hurenkind und Schusterjunge, aber wäre dann nicht etwa Bumerang passender?

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 14:16

Bumerang bleibt dann allerdings bei dir liegen, Ellipse geht immer weiter. Mehrere Ellipsen lassen sich prima zu einer Story auf mehreren Ebenen verbinden.

Jack Crow
Jack Crow
29. Januar, 2009 14:32

Klugscheißermodus: Laut meinen Erinnerungen an den Deutsch-Schuluntericht (ok, und an Aussagen meiner Freundin, die hat Germanistik studiert) bezeichnet man in der Linguistik eine redundante Auslassung als Ellipse – also z.B. "Kann sein" statt dem formal korrekten "Das kann sein". Hat also nix mit kurvenförmig oder zurückkommen oder so zu tun.

Jack Crow
Jack Crow
29. Januar, 2009 14:35

So, Skriptschutz aus, vielleicht gehts nun…

Die Ellipse ist ein linguistischer Fachbegriff, der einfach eine Auslassung, meist einer Redundanz, bezeichnet – also "Kann sein" statt dem formal korrekten "Das kann sein" z.B. Hat also nix mit kurvenförmig oder so zu tun 😉

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 14:48

@ Crow: Das ist in der Linguistik richtig, in der Dramaturgie aber etwas anders, denn die ausgelassenen Teile sind nur subjektiv redundant. Und das Bild der Ellipse passt da auch. Ich glaube nicht, dass beide Bedeutungen des Begriffes deckungsgleich sind – oder sein müssen.

Jack Crow
Jack Crow
29. Januar, 2009 15:24

Mir erscheint das aber doch recht ähnlich zu sein – redundant heißt ja nicht unbedingt "unwichtig" sondern eher sowas von "im Geiste zu ergänzen", und wenn ich das richtig verstanden habe passiert doch genau das in der TV-Dramaturgie. Zumindest beruht beides auf derselben Grundidee – nämlich der Auslassung von etwas.

Übrigens passiert mir das jetzt schon zujm 2. Mal daß Posts erst nach einiger Zeit angezeigt werden (daher der Doppelkommentar) – geht das vielleicht auch anderen so? Bei mir war das sogar an zwei verschiedenen Rechner…

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 15:34

@ Crow: Den selben Ursprung sehe ich da definitiv auch – ich bin nur nicht sicher, ob es immer noch exakt das Gleiche meint.

Deine Kommentare landen aus unerklärlichen Gründen gerne im Spam-Folder von WordPress, wo ich sie erstmal freigeben muss.

Baumi
29. Januar, 2009 16:10

M.W. werden auch die drei Pünktchen, die eine Auslassung in Zitaten kennzeichnen, als Ellipse bezeichnet. Als kleinsten gemeinsamen Nenner kann man also wohl festhalten, dass das Wort "Ellipse" durchaus was mit "Auslassung" zu tun hat.

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 16:14

@ Richtig und ja.

milan8888
milan8888
29. Januar, 2009 16:42

Ellipse dreht sich immer im Kreis – Bumerang kann man immer wieder schmeißen (auch in andere Richtungen) 😉

Vielleicht wäre ja ne Welle passender (für ein Schaubild)?

Buche
Buche
29. Januar, 2009 17:06

@Milan: Nach der Werbung (Sie sind schon eine ganz besondere Persönlichkeit, Frau Keller!) tippe mal, dass diese Serie am besten mit einem durch die Wüste rollenden Dornenbusch symbolisiert ist.

Strabo
Strabo
29. Januar, 2009 17:28

Bei Grey’s Anatomy ist doch Grey schon lange nicht mehr besonders wichtig – den Zuschauern war sie einfach zu nervig und ihre Rolle wurde stark zurückgeschraubt, also so groß wird da der Unterschied nicht sein.

viewer
viewer
29. Januar, 2009 17:44

Man hätte bei Sat.1 auch ganz ehrlich sein können und sagen können: "Es gibt kaum Unterschiede zum US-Original, denn das ist unsere Produktionsweise hier bei Sat.1 in der Fiction-Abteilung. 80% unserer TV-Movies sind dreiste 1:1-Kopien von Hollywood-Filmen, nur billiger, einfallsloser und wesentlich schlechter!

Wortvogel
Wortvogel
29. Januar, 2009 17:48

@ viewer: Ehrlichkeit bedingt ja nicht geschäftsschädigenden Zynismus. Wie wäre es denn damit gewesen: "Natürlich war die frische Erzählweise und der Erfolg von GA eine Inspiration für uns. Wenn es uns gelingt, auf diesen Gebieten mitzuhalten, ist schon viel erreicht. Ansonsten glauben wir aber, durchaus eigenständige Figuren und Plots gefunden zu haben, die das deutsche Publikum ansprechen werden."

Ich sollte Pressemeldungen schreiben….

Tinitus
29. Januar, 2009 21:05

@Wortvogel:

Und wer verreisst den den Schwachsinn dann, wenn Du vertraglich gebunden bist?
Lass doch lieber Peroy die Pressemeldungen schreiben.

Thomas
Thomas
29. Januar, 2009 21:46

Das ist eine Weekly-Soap, keine hochklassige Primetime-Serie, wer hier großes Fernsehen erwartet hat ohnehin schon verloren.
Außerdem: Wer erwartet von den Fiction-Abteilungen der deutschen Privatsender RTL, Sat.1 oder ProSieben noch den großen Wurf in Sachen Serie?
Ich habe die Hoffnung da bereits aufgegeben, RTL macht in diesem Bereich nichts mehr, womit sie wenigstens Realitätssinn beweisen, wobei man die Fiction-Abteilung dann auch konsequenterweise auflösen könnte, Sat.1 macht noch ein wenig, aber lustlos, von schlechter Qualität und ProSieben kann und konnte niemals was auf dem Gebiet.
Aber jetzt mal zum Thema zurück:
Wie kann man eine hochklassige US-Serie wie Grey’s Anatomy mit guten Schauspielern, guten Büchern und angemessener finanzieller Ausstattung mit einer Weekly-Soap mit schmalem Budget, Soap-Darstellern und schlechten Büchern vergleichen? Das ist doch wie Äpfel und Birnen!
Nur weil es diesmal von Teamworx kommt und nicht von Producers At Work?

Peroy
Peroy
30. Januar, 2009 08:16

"Grey’s Anatomy" ist so ein unerträglicher Scheiss, da kann der deutsche Abklatsch auch nicht schlimmer sein…

milan8888
milan8888
30. Januar, 2009 12:28

6,6% bzw. 7,8% – das war wohl nix

Wortvogel
Wortvogel
30. Januar, 2009 12:45

Jau, das schmerzt ganz böse…

Andi
Andi
30. Januar, 2009 13:25

Die Frage ist, was sie jetzt mit den anderen 26 Folgen machen.
Entweder ausstrahlen bis zum Ende, nach dem Motto: "Wir senden das so lange, bis es euch gefällt!"
Oder doch vorher die Reißleine ziehen – was aber ein unausgesprochenes Inkompetenz-Eingeständnis des Senders wäre.

Wortvogel
Wortvogel
30. Januar, 2009 13:28

Der Erfahrung nach müsste der Sender vier oder fünf Wochen lang schauen, ob sich die Situation bessert – wenn nicht, dann wird die Serie ins Nachtprogramm verschoben.

Andererseits: SAT.1 hat gerade nicht viele Alternativen, vielleicht zieht man das auch bis zum bitteren Ende durch.

milan8888
milan8888
30. Januar, 2009 13:47

Vielleicht zeigen sie stattdessen ja wieder Ugly Betty