20
Dez 2008

You’ll never work in this town again: Filme, die Karrieren killten (3)

Themen: Film, TV & Presse |

Es ist mal wieder zu weit – ich präsentiere sieben Filme, die dazu führten, dass ihre Regisseure hernach am Studiotor nicht mehr durchgelassen wurden. Es sind nicht notwendigerweise die teuersten Flops aller Zeiten (und manche kann man streng genommen nicht einmal Flops nennen, siehe "Space Jam"), aber in die Filmgeschichte sind sie trotzdem als Rohrkrepierer eingegangen. Teil 1 und Teil 2 könnt ihr bei Bedarf noch nachlesen.

howard

Howard the Duck (1986)
Man muss sich der Erkenntnis irgendwann stellen: George Lucas ist ein mäßig begabter Techno-Geek, dem es gelungen ist, aus einer einzigen Idee eine Milliardenkarriere zu wringen (Chris Carter, J. Michael Straczynski, und Gene Roddenberry spielen vermutlich in seiner Pokerrunde mit). „Star Wars“ ist seine Geldmaschine. „Indiana Jones“ auch, aber ich vertrete die These, dass Spielberg das eigentliche Talent hinter der Franchise ist. Wann immer Lucas versuchte, anderweitig breites Entertainment zu stiften, legte er sich auf die Nase, oft genug spektakulär: „Willow“, „Mishima“, „Radioland Murders“, „Tucker“, „Latino“.

Das größte Ei (pun intended) legte sich der Bärtige aber mit „Howard the Duck“, einem Film, den allenfalls Steven Spielberg, Ron Howard, oder Bob Zemeckis hätten schmerzfrei inszenieren können. Lucas vertraute jedoch Willard Hyuck, einem guten Autor, der als Regisseur aber gerade den ersten von vielen Flops in der Karriere von Eddie Murphy verantwortet hatte: „Angriff ist die beste Verteidigung“. Hyuck besaß kein Gespür für das Material, keine Vision, wie man das Comic von Steve Gerber unbeschadet auf die Leinwand bringen konnte. Das zynische und teilweise sehr krasse Ausgangsmaterial wurde zu 90 Prozent weichgespült, nur um in unerwarteten Momenten doch wieder rüde durchzuscheinen. Hinzu kommt, dass die Technik damals einfach noch nicht weit genug war, um die Ente Howard halbwegs glaubwürdig aussehen zu lassen (obwohl das Entenkostüm satte 2 Millionen Dollar kostete). So landet „Howard the Duck“ zwischen wirklich allen Stühlen, und verursacht auch über 20 Jahre nach seiner Premiere heftige Anfälle von fremdschämen.

„You’ll never work in this town again!“: Hyuck gab seinen Regiestuhl auf dem Wertstoffhof ab, und ist seither auch als Autor nur noch dreimal in Erscheinung getreten (aktuell als Koautor eines TV-Films). Noch mehr geschadet hat der Film Lucas selbst: der wollte mit dem Streifen nämlich seine gerade gebaute Skywalker Ranch finanzieren. Als „Howard“ floppte, musste er Teile davon verkaufen – darunter die Computergrafikabteilung an Steve Jobs. Daraus wurde dann Pixar.

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flyii

Die Fliege II (1989)

Es war eine Scheißidee, und zwar von Anfang an. Eine komplett unnötige Fortsetzung des brillanten „Die Fliege“ von David Cronenberg – ohne Cronenberg? Wenn die Produzenten wenigstens genug Grips gehabt hätten, einen anderen Regisseur mit eigener Vision anzuheuern. Stattdessen überließ man die Regie Chris Walas, einem ausnehmend talentierten Creature Designer („Gremlins“). Die Story von „Fly II“ verdanken wir Mick Garris, meiner persönlichen Nemesis, den ich für den qualitativen Einbruch der King-Verfilmungen seit den 90ern verantwortlich mache, und der trotz seiner Karriere nie mehr als unteres Mittelmaß abgeliefert hat. So auch hier: Die alberne Story von Seth Brundles Sohn versagt bei dem Versuch, der Original-Geschichte neue Elemente abzugewinnen. Auf einen Twen-Cast umzusteigen, killt den letzten Rest an Ernst, der Cronenbergs Vorlage auszeichnet. Es bleibt ein Splatterfest in Sets, die vage an das Original erinnern. Eine leere Hülle statt eines Films, Bilder ohne Aussage, ohne Thema. Allerdings wundert mich, dass man die Franchise (nachdem es mittlerweile ja schon eine Oper dazu gibt) nicht für ein DVD-Sequel abgestaubt hat…

„You’ll never work in this town again!“: Mit miserablen Kritiken und nur 38 Millionen Dollar Boxoffice weltweit konnte Walas seine Regie-Karriere gleich wieder ad acta legen. Er inszenierte im gleichen Jahr noch eine Folge der „Tales from the Crypt“, und sprang ein paar Jahre drauf bei dem obskuren „The Vagrant“ ein. Mittlerweile baut er Kinder-Lokomotiven für Freizeitparks.

http://de.youtube.com/watch?v=OIcxttlB6IQ

robocop3

RoboCop 3 (1993)

Freunde von mir haben Fred Dekker mal getroffen, beim Festival des phantastischen Films in Brüssel. Den Videoaufnahmen nach ist er ein super netter Kerl, total aufgeschlossen, und ein echter Geek. Bei Horrorfans hat er dank „Monster Squad“ und „Night of the Creeps“ sowieso einen Stein im Brett. Darum ist es auch so schmerzhaft, dass Dekker für seinen ersten großen Studiofilm so in die Kacke treten musste. Schon 1991 gedreht, wurde RC3 in den Bankrott-Strudel der Firma Orion gerissen, und blieb länger im Archiv liegen, als dem Film letztlich gut tat. Als er 1993 endlich in die Kinos kam, war jede Vorab-Publicity bereits verpufft, und RC3 wurde nach wenigen Wochen mit peinlichen 10 Millionen Dollar Einspiel aus den Multiplexen geworfen. Die Entscheidung, den Film konsequent kinderfreundlich zu halten, hat ebenfalls nicht geholfen – was ist ein „RoboCop“-Film, wenn er nicht mehr zynisch und gewaltverherrlichend sein darf? Fairerweise muss man sagen, dass RC3 zumindest Meilen besser ist als RC2, der sich regelmäßig mit „Highlander 2“ um den Titel „doofstes Sequel aller Zeiten“ streitet („Highlander 2“ gewinnt allerdings immer). Der Film ist bunt, rasant inszeniert, und auf comic-eske Art blöde. Macht fast schon wieder Spaß. Fast.

„You’ll never work in this town again!“: Als Regisseur war Dekker „dank“ RC3 verbrannt, aber wenigstens schaffte er es noch zum Produzenten/Autor-Job bei „Star Trek: Enterprise“. Kurioserweise hat die Franchise überlebt: zwei Zeichentrickserien, 22 Folgen einer TV-Serie, mehrere TV-Filme, und eine geplante Neuverfilmung kann der Blechbulle seither vorweisen.

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hellraiseriv

Hellraiser IV (1996)

„Hellraiser“ hatte das Zeug, eine der großen Horror-Franchises der 80er und 90er zu werden, so eine Art „Nightmare on Elm Street“ für härter gesottene Fans. Der erste Film war kompromisslos düster gewesen, Teil 2 gehört bis heute zu den Klassikern seiner Generation (von ein paar wenig überzeugenden optischen Effekten mal abgesehen). Leider war Teil 3 dann schon der untaugliche Versuch, sich beim breiten Publikum anzubiedern – und „Hellraiser IV“ machte mit einer kruden, schlecht erzählten Puzzlegeschichte den Deckel drauf. Wieder einmal (siehe „The Fly II“) hatte man die Regie einem Spezialeffekte-Techniker überlassen, und was Kevin Yagher ablieferte, befanden die Produzenten für so minderwertig, dass sie Joe Chappelle anheuerten, um zu retten, was zu retten war. Es war nicht viel. Übrigens hatten ursprünglich sowohl Stuart Gordon („Re-Animator“) als auch Guillermo del Toro („Hellboy“) die Regie des Films abgelehnt.

Kleine Randbemerkung: „Hellraiser IV“ geht für das Finale in den Weltraum – ein Kniff, den diverse andere Horror-Franchises ebenfalls in Teil 4 vollzogen haben („Critters IV“, „Leprechaun IV“).

„You’ll never work in this town again!“: „Hellraiser IV“ ist kein totales Debakel, als Bestandteil der Hellraiser-Sage aber eher peinlich. Er erreicht auch nie die erzählerische Größe, die er offensichtlich sucht. An den Kinokassen machte er keine Wellen, und Yagher braucht sich wohl keine Hoffnungen auf Regieaufträge mehr zu machen. Interessanterweise entwirft er heute die Leichen und Körperteile für die Serie „Bones“. Die Hellraiser-Franchise hat konstant abgebaut, auch wenn es mittlerweile vier weitere Fortsetzungen gibt (zwei davon, die eigentlich nicht als Hellraiser-Filme gedacht waren), und Planungen für ein Remake des ersten Teils.

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Space Jam (1996)

„Roger Rabbit“ war 1988 ein super Erfolg gewesen, da war es kein Wunder, dass Warner Brothers acht Jahre später die Idee, Zeichentrick und Realfilm zu vermischen, erneut aufgriff. Mit 230 Millionen Einspiel gehört „Space Jam“ eigentlich nicht hierher, denn zumindest finanziell ist der Streifen durchaus als Erfolg zu werten. Die Kritik zerriss die alberne Fabel um ein Basketball-Spiel der Cartoons gegen die „Monstars“ allerdings nach Strich und Faden, und es gibt bis heute keinen anderen Sommer-Blockbuster, der im Herbst schon so vollständig vom Publikum vergessen war. Das mag daran liegen, dass „Space Jam“ zu erpicht darauf ist, Merchandising zu verkaufen, dass ein Basketball-Spiel halt wenig echtes Drama enthält, und daran, dass der größte Star des Films der Supersportler Michael Jordan ist, der zwar prima Bälle in Körbe werfen kann, als Schauspieler aber ungefähr so überzeugt wie die Kollegen Shaqille und Dennis Rodman. Ein Film wie eine Dose Red Bull: süß, hip, ungesund, und für eine Zielgruppe, zu der ich schon lange nicht mehr gehöre.

Kostar Bill Murray bezeichnet „Space Jam“ als seinen schlechtesten Film.

„You’ll never work in this town again!“: Joe Pytka, ein Werbe- und Musikvideo-Filmer, verdient sein Geld seither lieber wieder mit preisgekrönten 30sekündern. Scheinbar mit Erfolg: Er wohnt in der Ex-Villa von Madonna.

http://de.youtube.com/watch?v=Hr81VwaWoOE

wingcommander

Wing Commander (1999)

Die Videospiel-Reihe „Wing Commander“ sorgte Mitte der 90er für mächtig Aufsehen. Damals hielten CD-Rom-Laufwerke in PCs Entzug, und ermöglichten die Verwendung aufwändiger Videosequenzen in Spielen. Für zwei Jahre schien das Konzept so erfolgreich, dass man in Hollywood fürchtete, die „interaktiven Filme“ könnten mittelfristig dem Kino das Publikum streitig machen. Immer mehr Geld wurde in die Zwischensequenzen gepumpt, und die Besetzung von „Wing Commander III: Heart of the Tiger“ hätte auch einem „echten“ SF-Film gut zu Gesicht gestanden: Mark Hamill, Malcolm McDowall, John Rhys Davies, Thomas F. Wilson, und die süße Porno-Aktrice Ginger Lynn. Es gab das Spiel (wie später DVD-Editionen) in einem Box Set mit T-Shirt, Farbdrucken, und einer Soundtrack-CD.

Doch der Boom fand schnell ein Ende, als die Konsumenten merkten, dass kaum ein Spiel die Videoszenen wirklich kreativ einzusetzen wußte, und letztlich das Gameplay darunter litt (ein besonders krasses Beispiel ist das praktisch unspielbare „Daedalus Encounter“ mit Tia Carrere). Schon „Wing Commander IV“ konnte die Kosten nicht einspielen, und eigentlich war die Franchise bereits dem Untergang geweiht, als Spiele-Designer Chris Roberts verkündete, mit dem Konzept auch die große Leinwand erobern zu wollen. Leider besetzte er die bekannten Charaktere neu, tauschte Hollywood-Veteranen wie Hamill und McDowell gegen nervensägige Schnösel wie Freddie Prinze jr. und Matthew Lillard aus. Gedreht wurde das Weltraum-Actionopus aus Kostengründen in Luxemburg. Roberts wollte beweisen, dass man auch mit 30 Millionen Dollar „Star Wars“ und „Star Trek“ Konkurrenz machen kann. Nach insgesamt 10 Millionen Dollar Einspiel in den USA war er schlauer.

„Wing Commander“ ist ein Desaster: schauspielerische Leistungen, für die es kein Honorar, sondern einen Tritt in die Eier geben sollte; eine komplett undurchschaubare Story ohne jegliche dramatischen Höhepunkte; einfallsloses Produktionsdesign aus dem Baukasten; Kilrathi per CGI, die in den Spielen (als echte Kostüme) erheblich lebendiger gewirkt hatten. Kurzum: es war genau das, was Roberts angekündigt hatte – das Spiel „Wing Commander“ auf der großen Leinwand. Besonders peinlich: Viele Besucher hatten überhaupt nur eine Karte gekauft, um den „Phantom Menace“-Trailer zu sehen, der „Wing Commander“ vorgeschaltet war. Danach verließen sie das Kino. Nicht mal beinharte SF-Fans können diesem Rohrkrepierer etwas abgewinnen.

„You’ll never work in this town again!“: Chris Roberts hatte als Autor und Regisseur alles auf eine Karte gesetzt – und verloren. Seither arbeitet er noch als Produzent, hat aber auch hier kein gutes Auge für Kassenschlager: „Punisher“, „Lucky Number Slevin“, „Lord of War“, „Outlander“, etc.

Erstaunlich ist heute allemal, wie sehr der visuelle Stil des Films an die Neuauflage von "Battlestar Galactica" erinnert:

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redplanet

Red Planet (2000)

Ich war mit meinem damaligen Koautor gerade in New York angekommen. Beim Bummel über den Times Square dachten wir: „Lass uns für den Abend mal ein Kino suchen“. Wir fanden ein Multiplex, konnten uns aber gerade mal auf „Red Planet“ als Kompromiss einigen. Einig waren wir uns dann auch hinterher: „Was für ein Scheiß!“. Eine etwas komplettere Kritik meinerseits zum Film kann man hier nachlesen.

„Dante’s Peak“ und „Volcano“, „Deep Impact“ und „Armageddon“ – „Red Planet“ hatte ebenfalls das Pech, kurz nach einem ähnlich gelagerten Streifen ins Kino zu kommen, nämlich nach „Mission 2 Mars“. Der war allerdings gefloppt, und die Produzenten hofften deshalb, das Terrain wäre noch nicht vollends abgegrast. Irrtum: Gerade mal 33 Millionen spielte der 80 Millionen teure „Red Planet“ ein, bevor er aus den Kinos flog. 30 Millionen zuviel, wenn ihr mich fragt. Vernichtende Kritiken von Presse und Publikum waren eher die Regel als die Ausnahme. Leicht gewesen sein können die Dreharbeiten nicht: Mit Val Kilmer und Tom Sizemore hatte man gleich zwei ausgewiesene Arschlöcher mit an Bord.

„You’ll never work in this town again!“: Antony Hoffman ließ es bei diesem einen Ausflug nach Hollywood bewenden, und ich würde ihn gerne mal treffen, um ihm dafür zu danken. Gerüchten zufolge dreht er seither wieder Werbespots.

http://de.youtube.com/watch?v=LdWGDBY4zjQ

So, und das muss für heute reichen. Beim nächsten Mal drehen wir wirklich großen Stars wie Sylvester Stallone, Sean Connery, Mike Myers, und Charlize Theron eine lange Nase…



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porto
porto
20. Dezember, 2008 23:59

Haha, ich musste beim Lesen irgendwie an http://www.thebestpageintheuniverse.net/c.cgi?u=puns denken.

Lari
Lari
21. Dezember, 2008 01:23

Mann, Torsten… STEVEN Spielberg, nicht Stephen. 😯

Montana
Montana
21. Dezember, 2008 08:51

Ich fand Howard seinerzeit gut. Vor allem Lea Thompson hatte es mit angetan.

Was man aus Wing Commander hätte machen können, hat Jahre später Battlestar Galactica gezeigt. Quasi "Battlestar Tiger’s Claw". Habe mich damals beim zocken oft an die Original-Galactica erinnert gefühlt.

Über Red Planet kann ich nichts Negatives sagen. Ich kann mich gar nicht dran erinnern, obwohl ich ihn gesehen habe.

OnkelFilmi
21. Dezember, 2008 09:25

"Kostar Bill Murray bezeichnet „Space Jam“ als seinen schlechtesten Film."

Ja, die Demenz kann schon mal verfrüht einsetzen – "Space Jam" als schlechtesten Film der Karriere bezeichnen – aber dann "Osmosis Jones" drehen!

OnkelFilmi
21. Dezember, 2008 09:28

Welcher übrigens auch ein katastrophaler Flop war (75 Mio gekostet, 13 Mio eingespielt) – nur dürfen die Farrellys uns leider immer noch in schöner Regelmässigkeit mit ihrem Verständnis von Humor "beglücken"…

Dirk
21. Dezember, 2008 09:50

Wing Commander ist wirklich ein großer Haufen Müll. Im Freundeskreis wird es als "U-Boot im Weltall" bezeichnet. Ich meine, leise sein auf der Brücke, weil einen die Feinde sonst hören. Im Weltall? Halloho, jemand zu Hause?

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 10:24

@ Lari: Es war ein langer harter Tag. Cut me some slack. Ist korrigiert.

@ Dirk: Die Uboot-Idee hatte ja auch Nick Meyer bei "Star Trek VI". Er hat es nur erheblich besser umgesetzt.

@ Montana: Lea Thompson war ganz niedlich, aber es ist doch absolut nicht einzusehen, warum Eric Stoltz in "Ist sie nicht wunderbar?" sein Lebensziel darin sieht, Lea aufzureißen, wenn er Mary Stuart Masterson haben könnte!

Dirk
21. Dezember, 2008 10:54

Star Trek VI hab ich nicht gesehen, die Franchise interessiert mich eher weniger. Eigentlich ungewöhnlich für einen Geek. 🙂

Naja, in "Ist sie nicht wunderbar?" (übrigens ein wunderbarer Film!) ist rein optisch Lea Thompson doch ein ganzes Stück leckerer als Mary Stuart Masterson.

Howard the Duck hab ich übrigens damals im Kino gesehen (irgendwo in Berlin), und hatte mich gut amüsiert dabei – auch wenn das Kostüm doch Mist war. Für den Gesamterfolg war es dann doch eher irrelevant, wie ich den Film fand. 🙂

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 10:57

@ Dirk: Man braucht kein Trekker zu sein, aber Star Trek II und VI (beide von Nick Meyer) sind absolute Klassiker. Besser wird’s nicht.

Nix da – Masterson schlägt Thompson in "Ist sie nicht wunderbar?" aber GANZ locker.

Ich fand/finde "Double Dragon" gar nicht so schlecht. Jeder hat seine Leichen im Keller.

Thorsten H.
Thorsten H.
21. Dezember, 2008 11:40

Immer wieder gern gelesen, diese Beiträge.
Gibts da eigentlich schon ein Buch von? Sonst wäre es vielleicht ne Idee, eins zu schreiben (vielleicht in Zusammenarbeit mit Filmi, die Diskussionen während der Arbeit wären natürlich hier zu verschriftlichen).
Vielleicht so 50 Filme, jeweils 1-2 Seiten im gleichen Stil wie hier, persönliche Kritik etwas ausweiten, gut is.
Ich würds kaufen….

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 12:00

@ Thorsten: Da musst du erstmal einen Verlag finden, der daran glaubt. Wenn sich nicht mal Niggemeiers Fernsehlexikon gut verkauft…

Außerdem hat man heute das Problem, dass die meisten Leute solche Sachen eben umsonst im Internet finden. Launig wäre das Buch, aber eben auch ein Wegwerfprodukt.

So Sammeltassen im Stil von "Die besten…", "Die größten…", "Die spektakulärsten…" sind notorisch schwer zu verkaufen.

Man müsste einen klaren Aufhänger finden, wie damals das Buch "Kino, wie es keiner mag".

meistermochi
21. Dezember, 2008 12:15

the duck:

sekunde 47: tom von tokio hotel spielt auch mit!

the fly:

der trailer ist ja geradezu gut gemacht!

Peroy
Peroy
21. Dezember, 2008 13:40

"Ich fand/finde “Double Dragon” gar nicht so schlecht. Jeder hat seine Leichen im Keller."

Ausgerechnet der Scheiss, der schlechter ist, als alle aufgezählten Filme zusammen… *freak*

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 13:42

@ Peroy: Die Diskussion hatten wir bei BM oft genug. Du kannst mir mal im Mondschein begegnen – der war total tuffig und super.

Tornhill
Tornhill
21. Dezember, 2008 14:38

"Howard the Duck"? Uh…der ist wirklich ein GANZ derber Tritt in die Eier…heieiei….

Der "RoboCop"-Beitrag ist allerdings etwas wirr, da er von "Higlander"-Sequels fantasiert, welche es bekanntlich nicht gibt.

(Das "Ist sie nicht wunderbar?"-Problem hatte ich auch. Warum einem Deppen zugucken, wie er sich für die Silbermedaille abrackert, wenn er einfach nur die Hand ausstrecken müsste, um Gold abzugreifen?)

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 14:46

@ Tornhill: In uns allen brennt der Wunsch, die "Highlander"-Sequels zu vergessen. Doch das darf nicht sein! Nur aus der Erinnerung wächst die Wachsamkeit.

Der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…

Lutz
Lutz
21. Dezember, 2008 15:19

Wieder mal ne gute Liste.

Der Hauptgrund, warum SpajeJam floppte ist allerdings schlicht und einfach, dass der film die Charaktere verriet. Die Looney Tunes durften nur in den ersten Minuten sie selbst sein, anschließend wurden sie gezwungen, sich zusammenzuraufen und zusammenzuarbeiten. Da war nichts mehr mit dem üblichen Anarchischen Nonsens, der die Figuren sonst auszeichnete. Wer geht denn einen Film mit den LooneyTunes sehen, wenn darin absolut nichts LooneyTunesmäßiges passiert?

Ich war ein Jahr vor "SpaceJam" Austauschschüler in den USA und damals konnte man dort wirklich von einem Revival sprechen. Die Looney Tunes waren so beliebt wie seid Jahrzehnten nicht mehr. Eigentlich war die Zeit damals genau richtig für so einen Film, aber die Idee wurde halt komplett versaut.

Peroy
Peroy
21. Dezember, 2008 15:23

Jeder "Highlander"-Teil ist besser als fucking "Double Dragon"… der übrigens dasselbe Problem hat wie das Kammermeiersche Astro-Saga Script mit seiner Zeile "Schutzschilde wie in einem Science-Fiction Film", wenn er im Hintergrund einer Szene mal eben den Original-Arcaden-Spilautomat "Double Dragon" featured. So geht das ja auch nicht, dem Kammermeier den Mist ankreiden und hier einfach drüber hinwegsehen, nee nee. Gleiches Recht für alle. Trash ! TRASH GALORE ! Die Hölle auf Zelulloid ist das, mehr nicht. Ich spucke auf diesen Film !

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 15:29

@ Peroy: Falsch gedacht (das Beispiel mit dem DD-Automaten hast du doch vom Nostalgia Critic, gib’s zu!). In DD sieht man zwar den Automaten, aber keine der Figuren bezieht sich darauf. Er ist ein Gimmick, der für den Zuschauer da ist, ohne das filmische Universum zu brechen. Bei AS hingegen akzeptieren die Figuren die Existenz von Science Fiction (Kirk oder Luke wäre das nie passiert).

Es gibt andere Beispiele, die ich gelten lassen würde: Im Intro von "Im Geheimdienst ihrer Majestät" sagt Lazenby: "Das wäre dem anderen nicht passiert", und meint damit augenscheinlich Sean Connery. Das geht natürlich nicht, die parodistische Natur der Bond-Filme lässt es allerdings zu. Double Dragon auch. AS hingegen nimmt sich ernst.

Ich habe DD (wie schon häufiger erwähnt) in einer lauen Sommernacht in San Francisco gesehen. Das war schön.

Mencken
Mencken
21. Dezember, 2008 15:49

Wirklich schade ist es eigentlich nur um Dekker, der vor Robocop wirklich gute Filme gemacht hat und ein Comeback durchaus verdient hätte. Lucas habe ich nie gemocht (Star Wars allerdings auch nicht), aber Mishima war doch eigentlich ein ganz guter Film und vermutlich ohnehin nicht als grosser Kassenerfolg konzipiert, bin mir nicht sicher, ob ich den unter Flops aufführen würde.

the Geek
the Geek
21. Dezember, 2008 15:53

Erstaunlich wie oft in diesen Listen Filme auftauchen, bei denen ich bei ihrer Kinopremiere dachte, dass ich sie mir irgendwann mal anschauen will – nur eben nicht "jetzt", denn so gut sind sie dann ja doch nicht. In diesem Fall waren es "Red Planet" und "Wing Commander". Und "Jetzt" ist bis heute nicht gekommen.

"Space Jam" war tatsählich eine schwere Entäuschung. Ich wünschte ich hätte mir den Film nicht im Kino angesehen. Aber auch ich war damals von der Werbemaschinerie total verblendet und die "Looney Tunes" sind natürlich absolute spitzenklasse. Aber der Film funktioniert eben einfach nicht. Und Sportfilme funktionieren sowieso nicht immer.

@Wortvogel: Wenn ich so durch die Fernsehzeitschrift schaue, dann fällt mir auf, dass es genug Filme für eine Liste der schlechtesten Weihnachtsfilme gibt. Also los starte den Sturzflug und reiss die Beute! 😉

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 15:56

@ Mencken: Natürlich kann man in einem Artikel, der so viele Filme referenziert, immer mal diskutieren, ob z.B. "Mishima" ein Flop war. Genau genommen nein – bei einem Kinostart in nur 14 Theatern hatte er nie die Chance, ein breites Publikum zu erreichen (und bei dem zu versagen). Andererseits: wäre "Mishima" ein besserer Film gewesen, vielleicht hätte man ihm einen größeren Release spendiert?

Auch "Hellraiser IV" steht auf der Kante, weil er kein großes Budget hatte. Und "Space Jam", weil er immerhin 230 Millionen eingespielt hat (mehr als "Goodwill Hunting", "Chicken Run", und "Schlaflos in Seattle").

Da kann man ewig drüber diskutieren. Ich habe die Entscheidungen nach eigenem Gusto getroffen.

Peroy
Peroy
21. Dezember, 2008 16:17

"Falsch gedacht (das Beispiel mit dem DD-Automaten hast du doch vom Nostalgia Critic, gib’s zu!). In DD sieht man zwar den Automaten, aber keine der Figuren bezieht sich darauf. Er ist ein Gimmick, der für den Zuschauer da ist, ohne das filmische Universum zu brechen. Bei AS hingegen akzeptieren die Figuren die Existenz von Science Fiction (Kirk oder Luke wäre das nie passiert)."

Ich hab' ein gutes Auge für Details und seh' auch meistens, wenn das Mikro reinhängt oder sich der Kameramann irgendwo spiegelt, ich brauche niemanden, der mir das vorsagt. Und ein Film nach einem Spiel, das dann im Film gefeatured wird… also, eigentlich müsste da das Universum implodieren. Das geht NIRGENDWO. Man stelle sich vor Liu Kang hätte als Finishing Move plötzlich einen "Mortal Kombat"-Automaten auf seinen Gegner geschmissen (wie im Spiel), das wäre genauso schrottig gewesen…

Wortvogel
Wortvogel
21. Dezember, 2008 17:41

@ Peroy: Du hast natürlich Recht – hätte Liu Kang das gemacht, wäre ich voll aus der Wirklichkeit des Films gerissen worden. Mir wäre tatsächlich aufgefallen, dass MK gar nicht realistisch und echt ist, sondern nur ein Produkt aus Hollywood. Mein ganzes Wertesystem wäre zusammengebrochen…

Peroy
Peroy
21. Dezember, 2008 18:06

Sarkasmus ist was Feines, da krieg' ich immer ein mächtiges Rohr…

Jack Crow
Jack Crow
21. Dezember, 2008 19:51

Von Wing Commander war ich damals riesig entäuscht, wobei ich dir mit der Aussage "das war das Spiel auf der großen Leinwand" nur bedingt zustimmen kann – sowohl storytechnisch als auch vom Produktionsdesign waren die Spiele dem Film haushoch überlegen. Chris Roberts galt ja nicht umsonst als Meister des Storytellings in Spielen (obwohl dieses Image schon durch die idiotische "Hobbes wird böse"-Wendung in WC3 erschüttert wurde).
Die Umsetzung krankte IMO von vorneherein daran, daß man für einen Kinofilm schlecht mit einem gealterten Chris Blair – eben Marc Hamil – anfangen konnte und deswegen, anstatt auf den gefilmten Spielszenen aufbauen zu können, bei Null beginnen musste. Dazu kam, dass die spieltechnisch bedingte episodenartige Struktur der Story sich nur schlecht in einen Film übertragen lässt – eine TV-Serie hätte es da sicher einfacher gehabt. Dennoch – eigentlich ist mir unklar, wieso sich Roberts nciht einfach auf sein Szenrario verlassen und es etwa durch diesen mystizistischen Pilger-Blödsinn umgebaut und das ganze Design verändert hat. Genau die Kernfans zu verprellen ist ja schon ziemlich das dümmste was man bei sowas machen kann.
Umso mehr erstaunt mich, daß der was mit Lord of War zu tun hat, den ich persönlich ziemlich cool finde…

OnkelFilmi
22. Dezember, 2008 00:23

"Umso mehr erstaunt mich, daß der was mit Lord of War zu tun hat, den ich persönlich ziemlich cool finde…"

Da hat er auch kreativ nichts mit am Hut gehabt, das war alles Andrew Niccol.

milan8888
milan8888
22. Dezember, 2008 00:38

Wieo erinnern sich so viele Leute an “Ist sie nicht wunderbar?”???

Mir hatte keine von beiden gefallen 😉

Wortvogel
Wortvogel
22. Dezember, 2008 00:41

@ milan: SCHWUL!

OnkelFilmi
22. Dezember, 2008 00:46

Vielleicht auch zu jung, um die Filme wirklich angemessen zu würdigen!

(Und wo wir schon bei 80er Teeniefilmen sind: ich habe mal in einer Theaterfassung vom "Breakfast Club" den Bender gespielt!)

Und es ging einfach nichts über Ally Sheedy. Oder Phoebe Cates! 😉

Dieter
Dieter
22. Dezember, 2008 01:27

@OnkelFilmi: OH JA!

Hoffentlich nicht zu sehr neben der Spur: Der Eröffnungs-Gag des Lazenby-Bond war billig. Genauso billig wie die ganze unterdrehte Szene. Dass man jetzt überall liest, Lazenby sei besser als sein Ruf gewesen, verstehe ich überhaupt nicht. Ich finde den einfach schwach.

Wortvogel
Wortvogel
22. Dezember, 2008 10:20

@ Dieter: der allgemeine Tenor ist eigentlich eher, dass "Im Geheimdienst ihrer Majestät" ein besserer Bond-Film ist, als das zeitgenössische Publikum dachte. Nicht der Darsteller. Lazenby ist einfach zu steif, und leidet unter den Rüschenhemdchen 😉

milan8888
milan8888
22. Dezember, 2008 11:34

@ Wortvogel: Molly Ringwald hat mir zu der Zeit einfach besser gefallen 🙂

Dieter
Dieter
22. Dezember, 2008 11:36

Und dem Kilt. Geht gar nicht.

Hendy
27. Dezember, 2008 19:37

IM GEHEIMDIENST… ist IMHO sogar einer der besten BOND-Filme. Und für Leute, die den Film in der deutschen Synchro gesehen haben, eigentlich noch viel mehr, da mit Gert Günther Hoffmann für Lazenby schließlich Connerys genialer Synchronsprecher (man klammere allerdings DR. NO aus, wo es noch Klaus Kindler war) beibehalten wurde und die Rolle so in der deutschen Fassung vertraut klang. Geschweige denn, dass GGH das steife Spiel von Lazenby locker so zu übertünchen vermochte.
Aber vermutlich bin ich da befangen, da GGHs Stimme (er war schließlich u.a. Stammsprecher von Sean Connery, Rock Hudson, William Shatner, Paul Newman, Lex Barker und Patrick MacNee – und durfte so auf Letzterem innerhalb der BOND-Reihe ja zu Roger Moore-Zeiten noch einmal als Agent im Geheimdienst ihrer Majestät zurückkehren) der Auslöser für meine Synchron-Leidenschaft war und ich sonst heute keinen Job hätte (oder zumindest nicht diesen ;-)).

Hendy
27. Dezember, 2008 19:39

P.S. Der Spruch "Das wär' dem anderen nie passiert!" wirkt mit GGH in der deutschen Synchro so allerdings ein bisschen merkwürdig. 😉

milan8888
milan8888
8. Mai, 2013 17:53

»Vielleicht auch zu jung, um die Filme wirklich angemessen zu würdigen!«

Die Eine hat andauernd geheult und die andere dann irgendwann auch…