lcrquote

Die Kritiken der Presse waren gemischt, die Kritiken hier in den Kommentaren (erwartbar) mau – doch wenn sich der Zuschauer im Land über „Lost City Raiders“ geärgert haben sollte, dann hat er das wenigstens in ausreichend großer Zahl getan: 17,4 Prozent Marktanteil in der relevanten Zielgruppe von 14-49!

Das ist für den Sender ein Top-Ergebnis, LCR spielt damit gleichauf mit anderen Eventproduktionen. Quotentechnische Bundesliga, sozusagen.

Zum Vergleich (kombiniert bei Zweiteilern):

Die Brücke: 17,8%
Der Bibelcode: 15,4% (kombiniert)
Inferno: 18,7%
Die Schatzinsel: 16,9% (kombiniert)
Fast Track: 9,7%
Abgrund: 18,6%
Fleisch: 17,7%

Und hier ein paar Eventquoten von anderen Sendern:

SAT.1

Die Bienen: 11,7%
Die Krähen: 16,4%
Wir sind das Volk: 16,7 (kombiniert)
Der geheimnisvolle Schatz von Troja: 16,8%

RTL

Die Prager Botschaft: 14,7%
Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen: 21,6%
Das Papst Attentat: 14,5%

Bei aller Kritik: Gestattet mir, einen Tag lang zufrieden zu sein…



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Joe
Joe

„Bei aller Kritik: Gestattet mir, einen Tag lang zufrieden zu sein…“
Mach ruhig ’ne Woche draus. Glückwunsch! 🙂

OnkelFilmi

„Dead Set“ war trotzdem besser :p 😉

nameless
nameless

an hai-alarm auf mallorca kommt er nicht ran…

Wortvogel
Wortvogel

@ Filmi: „Dead Set“ habe ich hier liegen. Vielleicht komme ich dieses Wochenende dazu…

@ nameless: Vor drei, vier Jahren machten Eventfilme einfach Mörderquoten: „Lengede“, „Apokalypse Eis“, „Ring der Nibelungen“, „Hai-Alarm“ – damals waren an die 30 Prozent durchaus realistisch. Aber das ist lange vorbei.

Tornhill
Tornhill

Da gratuliere ich doch einfach mal!
Auch wenn es kein Spitzenfilm war, war er doch ganz nett…ausführlicheres wohl besser in der Nachbardiskussion?

Nachgefragt
Nachgefragt

Gratuliere zum Erfolg wenn er auch nach meinem Geschmack sehr zweifelhaft ist.
Die oben aufgeführte Liste ist eine Ohrfeige für den guten Geschmack. Ich bin bestimmt kein Fan von sozialkritischen, isländischen Filmen in schwarz-weiss mit russischen Untertiteln aber diese „Eventproduktionen“ sind einfach schlecht.
Es enttäuscht mich sehr das so etwas in einem sonst so kritischen blog so hoch gelobt wird.

Wortvogel
Wortvogel

@ nachgefragt: Du hast da was missverstanden – wo habe ich die Produktionen GELOBT? Ich habe die Quoten genannt. Gleiches gilt für „Lost City Raiders“. Habe ich (obwohl ich es im Sinne der Eigenpromotion durchaus könnte) irgendwo behauptet, der Film sei ein Knaller?! Fair bleiben – das versuche ich auch…

HomiSite

Frage ist, warum sich die Mehrheit solche „Event-Movies“ anschaut. Die historischen Bearbeitungen mal außen vor: Erwartet irgend jemand bei den phantastischeren Filmen Qualität? Ich schalte da nur rein, um mich wieder zu amüsieren – „Sylt“ in „Tsunami“ ist unvergessen!

Vor drei, vier Jahren machten Eventfilme einfach Mörderquoten: “Lengede”, “Apokalypse Eis”, “Ring der Nibelungen”, “Hai-Alarm” – damals waren an die 30 Prozent durchaus realistisch. Aber das ist lange vorbei.

Warum? Generell Trend zum weniger TV schauen?

Dr. Acula

Congrats!

Tinitus
Tinitus

Naja. Irgendwie schalten wohl immer dieselben Leute das grosse Eventmovie ein. Naja. So hat Pro7 wenigstens was worauf die sich verlassen können.

Wortvogel
Wortvogel

@ Tinitus: So einfach ist es eben nicht – es sind auch genügend Eventmovies schon gefloppt. Eine „sichere Bank“ sind die nicht, zumal sie in der Produktion relativ teuer sind.

@ Homisite: Die TV-Landschaft hat sich grundlegend verändert (Reality-TV, Shows, billige Daily Fiction, etc.), und es gibt zusätzlich eine Pendelbewegung, die alle Jahre mal wieder in Richtung US-Ware geht. Dass der Zuschauer deutsch-müde ist, sieht man daran, dass auch gute Produktionen floppen, und neue Serien nicht mal zur ersten Folge eine Chance bekommen. Aber ich glaube auch daran, dass sich das wieder ändern wird.

Nachgefragt
Nachgefragt

OK, es gab kein klares Lob aber wie soll ich dann die große rote 17,4 %! deuten? Als Warnung?

Wortvogel
Wortvogel

@ Nachgefragt: Als Erfolgsmeldung – seit wann hat Quote was mit Qualität zu tun?

Seufz, ich erkläre es nochmal: Sender schauen primär auf die Quote. Zuschauer primär auf die Qualität (oder das, was sie dafür halten). Per Definition sind es meistens die Macher (Darsteller, Regisseur, Autor), die hoffen, dass ein guter Film auch ein großes Publikum findet. Aus diesem Grund ist die Qualität von LCR für mich als Entwickler zwar ein wichtiger, aber nicht der einzige Maßstab. Ich freue mich (und zwar außerordentlich), dass die Quote meinen Ruf als erfolgreicher Autor festigt, und mit weitere Projekte erleichtert. Wenn ich super Filme produziere, die aber kein Schwein guckt, ist es schnell vorbei mit der Karriere. Und damit ist niemandem geholfen.

Der Postillon

@HomiSite: Wenn weniger Leute fernsehen, macht das den Quoten gar nix aus. Wenn nur drei Menschen überhaupt geguckt hätten und nur einer davon LCR, dann hätte er fette 33,3% gehabt.

Mencken
Mencken

Glückwunsch, ich selbst sehe eigentlich gar kein Fernsehen mehr und würde diese Event-Movies nicht einmal geschenkt haben wollen (außer Hai-Alarm auf Mallorca), aber das ist ja auch ok, solange die Quote stimmt.

testuser
testuser

Glückwunsch zum Quotenerfolg, auch wenn nicht mehr viel vom Ursprünglichen übrig war.

Was mich mal wirklich interessieren würde:
-Was kostet so ein Film insgesamt in der Produktion
-Was spielt er ein, auf Prosieben, auf anderen Sendern weltweit insgesamt?
-Wieviel Geld spielt so ein Film komplett ein incl DVD, Ausstrahlung auf Sendern etc.

Eine grobe Abschätzung würde auch reichen, da ich mir da momentan absolut keine Vorstellung machen kann.

Danke

Wortvogel
Wortvogel

@ testuser: Budget war 6,4 Millionen Dollar, also nach damaligem Wechselkurs etwas mehr als 4 Millionen Euro. Für einen Eventfilm absoluter Durchschnitt. Wieviel Geld der Film einspielen wird, lässt sich noch nicht sagen – hoffentlich macht er Profit. Das läuft ja auch ein wenig anders als bei Kinofilmen – das reine Budget muss vorab durch Vorverkäufe international reingeholt werden, damit gedreht werden kann. Den Reibach im jeweiligen Land macht dann der Sender mit den Werbeeinnahmen. Was ProSieben für die Senderechte an LCR bezahlt hat, weiß ich nicht – das kann von 1 Mio bis 3 Mio alles gewesen sein. In praktisch keinem Fall spielt so ein Film sein Geld für den Sender bei der Erstausstrahlung wieder ein – man schätzt über den Daumen drei erfolgreiche Ausstrahlungen, bevor der Sender sein Investment drin hat. Was z.B. der Sci Fi Channel in den USA für die Senderechte bezahlt (und durch Werbung einspielt), kann ich auf LCR bezogen nicht wissen – aber für die normalen Samstagabend-SciFi-Heuler zahlt der Sender gewöhnlich 750.000 Dollar (wenn ihm die Erstverwertung zugesichert wird). Aber es gibt eigentlich keine Standards – bei jedem Film wird mit spitzem Bleistift immer wieder neu gerechnet. Und dann wird oft auch die Produktion an das Geld angepasst, dass man zusammenbringen konnte.

Mehr kann und darf ich nicht sagen.

roddy
roddy

aha. danach haben 17 prozent des fernseh-prekariats diesen schwachsinn nicht abgeschaltet. jeder hat das fernsehen, das er verdient.

HomiSite

@Der Postillon: Wie sich die Quoten zusammensetzen war mir schon klar (wenn man anerkennt, dass sie wirklich repräsentativ sind).

viewer
viewer

17,4% – mal ehrlich, für eine Event-Produktion ist das doch eher „okay“, aber kein Grund zum Jubeln. Schön, dass Du zum Vergleich vor allem Event-Flops und mittelmäßig gelaufenen Filme der letzten Jahre aufzählst.
Hier mal ein paar andere Beispiele, Marktanteile bei den 14-49Jährigen:

Die Sturmflut (RTL, 2006) 30%
Tarragona (RTL, 2007) 22%
Tsunami (Pro7, 2005) 26,40%
Tornado (Pro7, 2006) 21,80%
Die Luftbrücke (Sat.1, 2005) 29,3%
Die Flucht (ARD, 2007) 20%

Nicht falsch verstehen. Glückwunsch zu diesem Achtungserfolg, aber ein „Top-Ergebnis“ ist das nicht unbedingt. Hatte der Sender nicht mehr erwartet?

Wortvogel
Wortvogel

@ Viewer: Interessant, da merkt man (bei mir) die selektive Wahrnehmung. Ich hatte heute morgen schlicht die Eventprogramme rausgesucht, an die ich mich spontan erinnern konnte. Die von dir aufgeführten Beispiele sind mir dabei gar nicht in den Kopf gekommen.

Nun habe ich aber bereits erwähnt, dass sich die TV-Landschaft stark verändert hat. Als Vergleichszeitraum nehme ich daher nur grob die letzten zwei Jahre. Dann bleiben von deiner Liste

Tarragona (RTL, 2007) 22%
Tornado (Pro7, 2006) 21,80%
Die Flucht (ARD, 2007) 20%

Mehr, aber nicht spektakulär mehr, als „Lost City Raiders“. Hätte ich eine vollständige Liste machen wollen, hätten die reingehört, das stimmt.

Ich kann aber einfach belegen, dass ich nicht versucht habe, mit bewusst selektierten Zahlen den Gesamteindruck zu verfälschen. Wenn ich (wie du) weiter zurückgehen würde als grob 2 Jahre, müsste ich meinen eigenen „Apokalypse Eis“ mit knapp 27% ganz weit oben reinnehmen. Und den von mir entwickelten „Ring der Nibelungen“ mit knapp unter 30 (so meine ich mich zu erinnern) auch. Und „Lengede“, den Tandem mitentwickelt und vertrieben hat. Ebenfalls um die 30.

Und um die Liste endgültig zu meinen Gunsten zu drehen, hätte ich dann noch eine Ladung Flops der letzten zwei Jahre reinnehmen können, die ich aus Langeweile nicht mal genannt habe (die Schätzing-Verfilmungen, diverse actionconcept-TV-Movie-Flops).

Du siehst, es ging mir hier nur um eine Auswahl zum AKTUELLEN Vergleich. Was ich verbindlich sagen kann: Der Sender ist von der Quote begeistert, Tandem ebenfalls, und „zwischen 17 und 18“ war die Ansage, die ich für einen Erfolg signalisiert bekommen habe.

Mehr wäre natürlich immer schön gewesen.

P.S.: „Tsunami“ ist ein Ausnahmefall, den ich auch dann nicht gelistet hätte, wenn er vor kurzem gelaufen wäre – selbst der Sender gesteht ein, dass der Film ohne den zuvor aufgetretenen echten Tsunami vermutlich zehn Prozent weniger gemacht hätte.

Peroy
Peroy

„aha. danach haben 17 prozent des fernseh-prekariats diesen schwachsinn nicht abgeschaltet. jeder hat das fernsehen, das er verdient.“

Schon wieder so ein Sack… is‘ wahrscheinlich derselbe…

Wortvogel
Wortvogel

Klar, ist halt immer die gleiche Leier – die haben was geguckt, was mir nicht gefallen hat: müssen die DOOF sein! Und Leute, die den Begriff „Fernseh-Prekariat“ verwenden, sollten mir mal im Dunkeln begegnen…

viewer
viewer

Da hast Du nun auch wieder recht, die Zeit der Teamworx-Produktionen mit Heino Ferch, die immer an die 30% kamen ist schon ein paar Jahre her. Trotzdem ist das in vielen Köpfen (so auch in meinem) noch die Messlatte. Der Produzent vom „Nibelungenschatz“ z.B. hatte auch vor Ausstrahlung in einem Interview gesagt, dass er 25%+ erwarte, die Schätzing-Krimis auf RTL waren quotentechnisch Flops, genauso wie das „Papstattentat“ und die „Prager Botschaft“. „Wir sind das Volk“ und „Troja“ hatten wohl auch beide mit über 20% gerechnet. Im Vergleich sind daher die knapp 18% bestimmt ein guter Wert – wahrscheinlich ist es auch falsch, immer noch auf die 25-30% zu hoffen, wo auch so viele andere Eventproduktionen meist noch darunter blieben.

Wäre übrigens mal ne spannende Analyse, warum der Eventfilm in den letzten 2 Jahren so schwächelt. Es sind ja nicht alle diese Filme schlechte Reissbrett-Produktionen nach SchemaX, sondern teilweise qualitativ (prod.technisch und auch erzählerisch) sehr hochwertige Produktionen…

Wortvogel
Wortvogel

@ Viewer: In der Tat – eine spannende Frage. Ich hätte spontan nur eine These anzubieten: Der Zuschauer ist in den letzten Jahren (auch durch Reality-TV, Billig-Fiction und massenweise neue „Comedians“) sehr sehfaul geworden. Schon 45 Minuten sind ihm oft zuviel – es sei denn, es wird so ein permanenter Zirkus wie bei den Raab-Shows geboten. Ich habe manchmal das Gefühl, die Zuschauer lassen sich auf zweistündige deutsche Fiction nicht mehr wirklich ein. Wenn überhaupt, dann suchen sie „comfort food“, also Sachen, die sie kennen – siehe „Tatort“. Dafür spricht auch die Schwäche serieller Formate wie „24“ und „Lost“ – sowas verlangt ein Level an Commitment, das der Zuschauer anscheinend nicht mehr mitbringt.

Und in der Tat: Es gab viele Schema F-Heuler, aber eben auch wirklich gute Produktionen (ich nenne jetzt keine Beispiele, sonst diskutieren wir uns ein Loch in den Bauch). Aus der Tatsache, dass beide abgelehnt werden, ziehe ich meine These von der Sehfaulheit.

Was die Vergleichbarkeit der Eventquoten angeht: Ich wollte die Sache nicht zu kompliziert machen, aber eigentlich müsste man auch Sachen ausklammern, die einen Bezug zur deutschen Geschichte haben. „Die Flucht“ ist doch nicht „Tsunami“, und „Prager Botschaft“ eben nicht „Tarragona“. Da greifen ganz andere Interessen beim Zuschauer.

Lindwurm

Mit der Quote kann man sehr zufrieden sein, und ich gönne den Machern ihre Zufriedenheit. Das ändert aber nichts daran, dass „LCR“ echter Trash ist.

Wortvogel
Wortvogel

Dass Erfolg oder Misserfolg keinen notwendigen Rückschluss auf die Qualität zulassen, betrachte ich als hinlänglich bekannt.

Lindwurm

@Wortvogel: Ja, aber ich wollt´s nur noch einmal gesagt haben 🙂 Die Handgranatenszene! Die Mosesinterpretation! Ach du meine Güte!

Jan
Jan

Über Quotenerfolg oder -misserfolg kann ich wenig sagen. Allerdings sollte man bei den genannten Eventfilmerfolgen zur Einordnung vielleicht nicht vergessen, dass da meistens Namen wie Lauterbach, Ferres, Ferch oder ähnliche dabei sind, die seit Jahren/Jahrzehnten zu den bekanntesten Schauspielern gehören und viele schon aufgrund dieser Namen einschalten. Brolin hat seine erfolgreichste Zeit hinter sich, Somerhalder kennt der gemeine Zuschauer überhaupt nicht und Bettina Z. ist zwar populär, schlägt aber m.E. auch keine Qualitätsrekorde mit ihrem Spiel.

Danke für die Blicke hinter die Kulissen übrigens, Wortvogel. Die gefallen mir an dem Blog mit Abstand am besten – auch wenn mich „Apokalypse Eis“ oder andere einfach dann doch zu wenig interessieren.

Wortvogel
Wortvogel

@ Jan: Danke für das Lob, aber deine Argumentation ist nicht wirklich stimmig. Du bemerkst, dass Bettina populär ist – was deiner These entspricht, Leute würden wegen der populären Namen einschalten. Dann aber ist es plötzlich ihre Darstellung, die den Ausschlag gibt.

Fakt ist: Bettina zieht. Eine der wenigen jungen deutschen Schauspielerinnen, die das schafft. Das kann man mögen oder nicht – bestreiten kann man es aber auch nicht. Und Somerhalder ist den ProSieben-Zuschauern aus „Lost“ sehr wohl bekannt. Dazu Michael Mendl für die Älteren – in meinen Augen passt das ganz gut. Es darf ja auch nicht vergessen werden, dass der Cast auch für Frankreich (Frenck), England (King), und Amerika (Brolin, Somerhalder, Cross) passen muss.

aljas

Von 40.000.000 Haushalte in Deutschland werden ca. 5600 zur Ermittlung der Quoten herangezogen.
Die „Quote“ bedeutet also: Das Fernsehverhalten von 0,01% der Haushalte wird erfasst und was die restlichen 99,99%, also 39.994.400 Haushalte schauen, ist vollkommen irrelevant. Wie kann man also ernsthaft Erfolg oder Misserfolg einer Sendung daraus erkennen?

Wortvogel
Wortvogel

@ aljas: Die Diskussion kommt alle naselang auf. Die ausgewählten Haushalte gelten als repräsentativ. Das kann man glauben, muss man aber nicht. Andere Zahlen gibt es nicht. Man richtet sich danach (in den USA ist das mit den Nielsen Ratings nicht anders).

Ich sag mal so: Die Werbeindustrie, um derentwillen die Quoten ja erhoben werden, steckt einen Haufen Geld in die TV-Branche. Die achten schon drauf, dass die Quotenerheber möglichst präzise arbeiten.

Würde ich glauben wollen, die Zahlen wären falsch, könnte ich mir einreden, es hätten bestimmt viel mehr Leute meinen Film gesehen 😉

aljas

@ Wortvogel: Ich wollte nur einmal daran erinnern, wie absurd die Erfassung einer solchen Quote grundsätzlich ist. Dass die ihre Daten bei den betroffenen Haushalten richtig erheben, braucht man nicht zu glauben – das ist bestimmt so; aber insgesamt ist es der verzweifelte Versuch, Unmessbares messbar zu machen. Ungefähr so, als würde man eine repräsentative Umfrage unter 5000 Leuten als offizielles Wahlergebnis für ganz Deutschland festschreiben.

Ich fände halt es wichtig, bei Erwähnung der Quote an die Umstände der Erhebung zu erinnern. Und die irreführende Hochrechnung auf absolute Zuschauerzahlen gleich ganz zu unterlassen.

Übrigens: Glückwunsch zu den 17,4% „verkabelten“ Zuschauern. 😉

Wortvogel
Wortvogel

@ aljas: Da kommen wir nicht zusammen. Die Quote ist nicht „irreführend“. Nimm Wahlen: Da werden auch nur 1000 Leute befragt, aber im Rahmen von zwei bis drei Prozent sind die Umfragen praktisch immer repräsentativ (und seriöse Institute nennen die Fehlermarge gleich dazu), sofern die Befragten sorgfältig ausgewählt wurden. Das beweist ja, dass man durchaus hochrechnen kann.

Ebenso sind die TV-Quoten mitnichten „unmessbar“. Manchmal scheint mir, die Menschen verstehen weder das Konzept „Hochrechnung“, noch das Konzept „Repräsentation“. Praktisch alles in diesem Land wird mit Stichproben und Auswahlmessungen festgestellt, weil vollständige Erhebungen zumeist nicht möglich sind. Das ist eine Wissenschaft – und mittlerweile eine recht komplexe und genaue.

Und wenn man den Marktanteil in Prozent angibt, ist es komplett wurscht, ob man daraus dann auch die totale Zahl ableitet (was ich übrigens nicht getan habe).

roddy
roddy

eine quote brauchen die bedürfnisanstalten nur, um zu wissen, wieviel klopapier verbraucht worden ist, damit sie die spender enstsprechend auffüllen lassen können. das besorgt dann, wie bei aldi, der regalservice.

aljas

@ Wortvogel: Natürlich kommen wir da nicht zusammen, denn für jeden TV-Menschen ist die Quote die einzig relevante Maßeinheit. Ich verstehe allerdings nicht, warum Du mir Unverständnis der Konzepte vorwirfst, nur, weil ich die Erhebung und den Umgang mit den Quoten kritisiere.

Kurz nochmal zum Vergleich mit Wahlen: Würdest Du Umfrageergebnisse als Wahlergebnisse akzeptieren? Sicher nicht. Bei Quoten wird das exakt gemessene Freizeitverhalten einer klitzekleinen Gruppe wie selbstverständlich als Abbild des Verhaltens der restlichen 99,99% der Menschen hingestellt. Während bei Umfragen zudem die Auswahl an Antwortmöglichkeiten sehr begrenzt ist (z.B. auf die fünf größeren Parteien oder auf schlichte Ja/Nein-Abfragen), ist die Vielfalt der Freizeitgestaltung schlichtweg gigantisch.

Nimm z.B. eine Gruppe von 100 Studenten (denn viel mehr werden im erlauchten Kreis der Quotengeneratoren wohl nicht zu verzeichnen sein) zwischen 20 und 25 Jahren und eine Umfrage mit nur einer Frage: Rauchst Du? Sagen wir, 40 von 100 Studenten rauchen, dann könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus repräsentativ für die Gesamtheit der Studenten sein könnte. Nimmst Du allerdings dieselbe Gruppe und kontrollierst deren Freizeit- bzw. TV-Verhalten, dann erhältst Du mit gefühlt hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ein vollkommen anderes Ergebnis, als wenn Du eine zweite Gruppe aus deren Kommilitonen zusammenstellst und diese überprüfst. Ich bin überzeugt, dass eine solche Heterogenität auch insgesamt eher die Regel als die Ausnahme darstellt.

Wie gesagt, ich kann verstehen, dass Du Dich hinter die Regeln des Systems stellst, das Dich ernährt, aber ich persönlich halte diese für mehr als fragwürdig.

Wortvogel
Wortvogel

@ aljas: Jetzt wird’s persönlich – ich verteidige das System nicht, weil „es mich ernährt“. Meine Bezahlung hängt nicht von der Quote ab, und außerdem verbitte ich mir solche Unterstellungen. Mit der gleichen Logik könnte ich argumentieren, dass du die Relevanz der Quoten nicht akzeptierst, weil dir die Ergebnisse nicht gefallen. Das sind Non-Argumente a priori, die haben hier nichts verloren.

Zur Sache: Das Fernsehverhalten besteht aus ziemlich exakt so vielen Wahlmöglichkeiten wie die durchschnittliche Bundestagswahl: Eine Handvoll großer Sender, eine Handvoll kleine. Die Quoten messen eben NICHT das gesamte Freizeitverhalten der Deutschen (außer dem binären guckt/guckt nicht).

Es ist müssig zu fragen, ob ich Umfrageergebnisse als Wahlergebnisse akzeptieren würde, weil es bei Wahlen ab einem gewissen Zeitpunkt tatsächliche Zahlen gibt. Diese gibt es beim Fernsehen nicht. Die Frage müsste also eher sein: Sollen wir, weil die Quoten nur repräsentativ, aber eben nicht vollständig sind, auf die Messung verzichten? Was ist dann der Maßstab? Oder wäre es dir lieber, jeder Fernseher sendet zukünftig das Sehverhalten des Zuschauers an den Sender zurück? Soll er gleich auch nachschauen, wer vor dem Fernseher hockt – per Kamera?

Quoten müssen gemessen werden, denn ohne Quoten keine Werbung, ohne Werbung keine Einnahmen, ohne Einnahmen kein Fernsehen. Quoten sind das, was für Zeitschriften die Verkaufszahlen sind – nur eben schwerer zu erfassen.

Butter bei die Fische: Was ist denn DEINE Lösung für das Problem?

blark
blark

gibt es Hai-Alarm auf Mallorca eigentlich auch auf DVD? *duck* ;D

Wortvogel
Wortvogel

@ blark: Da kannste ja wohl selber mal bei Amazon checken 😉

blark
blark

@Wortvogel: wollte dich nur ärgern 😀 So…nunn mal zum Thema……..
Ich gucke solche „Eventproduktionen“ schon lange nicht mehr, weil ich zu oft enttäuscht wurde.
mfg

roddy
roddy

dies lösung des problems?

ganz einfach: ab in den müll. vielleicht taugt der dreck ja als mineraldünger.

Wortvogel
Wortvogel

@ Roddy: Wenn man nichts zu sagen hat – einfach mal die Klappe halten.

blark
blark

Achja!Habe vergessen dir zu gratulieren! :/ So ne Quote muss man erstmal schaffen! Respekt!

aljas

@ Wortvogel
Ich wollte Dich nicht beleidigen. Entschuldige, dass es so rübergekommen ist. Die Logik dahinter war aber, dass die Quote die einzige Messlatte ist und somit per se unantastbar für einen Fersehmacher. Persönlich ist es meinem Gefühl nach aber bereits durch Deinen vorherigen Post geworden.

Ich kritisiere die Quote nicht, weil mir die Ergebnisse nicht gefallen, sondern den Umgang damit. Es wird außerhalb des Branchenjargons so gut wie immer von X Millionen Zuschauern gesprochen und das ist in der Form einfach falsch.

Wenn ich mir vorstelle, ich wäre einer der „Auserwählten“ und wüsste, das das Einschalten meiner Flimmerkiste das Sehverhalten von 7000 anderen Individuuen repräsentiert … puh, eine ganz schöne Verantwortung.

Besonders ärgert mich daher, dass die Quote im Endergebnis zu diesem erbärmlichen Programm führt, das sich tagtäglich auf unseren Bildschirmen abspielt. Eine Demokratisierung fände ich unter diesem Aspekt durchaus für eine Lösung, wenn es technisch machbar wäre. Sprich: Jeder, der durch sein Fernsehverhalten mitbestimmen wollte, wie das Programm sich gestaltet, dürfte das dann auch.

Das Problem wäre also meiner Ansicht nach letztlich nur durch eine solche deutliche Vergrößerung des vermessenen Personenkreises zu lösen.

Gab es denn schonmal andere Ansätze in der Geschichte des Fernsehens?

Herr Huetler
Herr Huetler

aljas, du weißt schon das man repräsentative messungen veranstaltet weil alles andere zu teuer würde?
Vielleicht kannst du dich mal schlau machen was leute in deiner direkten Umgebung so alles schauen. Meine Eltern schauen tendenziell eher ARD/ZDF- den Tatort immer. Csi war und House ist in meinem Freundes und Bekanntenkreis der absolute Renner. Ich bin ein absoluter Durchschnittsmensch mit absoluten Durchschnittsbekannten/freunden – also mir scheint es nicht so, als würden die Quoten so aus dem Himmel fallen- die Richtung die sie anzeigen halte ich für stimmig. Das mag aber auch daran liegen das ich sowas mit Statistik und Empirie mal mit mäßigem Erfolg studiert hab 🙂

Was ich mich aber immer gefragt habe ist, inwiefern bei den Quoten die „nicht Fernsehinhaber“ berücksichtigt werden vielleicht hat da ja jemand der anwesenden nähere Kenntnisse.

PS: Ich fand den Film übrigens einfach grottig, weil unspannend unsympatisch nicht durchdacht und dann dieses Dresden im Hintergrund der Jetskiszene *grusel*. Aber ich gönne dem unterhaltsamen Autor dieses Blogs jegliche Erfolgserlebnisse 🙂

Wortvogel
Wortvogel

@ Aljas: Wie Herr Huetler schon sagt – auch empirisch gesehen kann ich die Quoten gemeinhin nachvollziehen. Es gibt kaum Programme, die in einer bestimmten Zielgruppe hohe Quoten erzielen, ohne dass in meinem Bekanntenkreis auch eingeschaltet wird. Bevor du also die Quotenerhebung verändern willst, solltest du erst einmal BELEGEN können, dass sie falsch ist.

Dein Ansatz der freiwilligen Beteiligung ist Kappes, denn dann ist die Quote komplett nicht mehr repräsentativ. Es mag zwar der Gedanke reizvoll sein, dass nur die „Fernsehbegeisterten“ gemessen werden, aber von denen lässt sich eben nicht aufs gesamte Volk schließen.

So wie es nach deiner Maßgabe falsch ist, von „10 Millionen“ zu reden, so ist auch „10 Prozent“ falsch. Aber es sind eben „hochgerechnet 10 Millionen“, bzw. „hochgerechnet 10 Prozent“.

Ich kann nur nochmal fragen: Du behauptest, die derzeitigen Messungen würden sicher nicht stimmen. Hast du irgendeinen Beleg dafür? Eine Berechnung, die den hochkomplexen Auswahlverfahren z.B. der GfK widerspricht?

@ Herr Huetler: Die Quote bezieht sich immer auf die „Einschalter“: Wenn Gottschalk 40 Prozent macht, sind das nicht 40 Prozent der Deutschen, sondern 40 Prozent der Deutschen, die zu diesem Zeitpunkt fernsehen.

aljas

Hallo Herr Huetler,
ich denke, ich habe jetzt oft genug geschrieben, dass ich vor allem den Umgang mit der Quote kritisiere. Ok, ich habe Statistik und Empirie nicht studiert und somit fußt meine Kritik lediglich auf eigenen Überlegungen, aber eine Tendenz ist meiner Ansicht nach etwas gänzlich anderes als ein reales Ergebnis, als das die Quote immer verkauft wird – auch wenn sie stimmen mag.

Und selbstverständlich basiert meine Kritik in erster Linie auf den Erfahrungen, die ich in meinem Bekannenkreis mache, und die lautet: Es gibt fast keine gemeinsamen Nenner mehr. Sogar mein eigenes Sehverhalten ist oft völlig absurd. Nimm die aktuelle Dr. House-Staffel, da Du die gerade nennst: Da ich die ersten zwei Folgen der vierten Staffel verpasst habe, schaue ich jetzt gar nicht weiter, sondern warte auf den DVD-Release. So etwas kann man nicht messen. Und wenn man’s messen kann, dann nicht nachvollziehen.

Sorry, dass das hier jetzt so eine lange Diskussion geworden ist, ich wollte Deinen Blog eigentlich nicht zuspammen, Wortvogel.

Wortvogel
Wortvogel

@ Aljas: Du spammst nicht – du bringst einen legitimen Punkt, und bist bereit, den zu diskutieren. Genau deshalb sind wir hier. Hart, aber fair. Und lange Diskussionen haben eine Tradition beim Wortvogel 🙂

Herr Huetler
Herr Huetler

Dann sind wir ja gar ned so weit auseinander Aljas. Die Quote ist sicher ein dummer Kompromiss um Erfolg/Werthaltigkeit zu messen. Aber sie ist leider der beste zur Verfügung stehende, da quantitativ messbar. Solange niemanden etwas besseres einfällt muss man sich damit arrangieren.
Natürlich ist es schade das selbst die öffentlichrechtlichen ihre Infotainment angebote im Nachtprogramm verstecken- aber da ist nicht die Quote verantwortlich, sondern die Programmdirektoren, die ich mal gerne im dunkeln treffen würde. Und dass die großen Privaten nicht zur Befriedigung von Sparteninteressen verantwortlich sind muss man auch nciht diskutieren-man wirft ja einem Massenhersteller von turnschuhen auch nicht vor das er keine Schuhe in der Größe 60 anbietet.

PS: Das ich mein Studium angefügt habe, sollte dich nicht als Diskussionspartner disqualifizieren sondern eher meine voreingenomme Perspektive klarmachen (so disclaimer mäßig).

@Wortvogel
danke, weißt du auch wiehoch laut gfk der anteil an haushalten ohne fernseher ist- ist ja zu mindest für die absoluten zahlen nicht unwesentlich

aljas

@ Wortvogel: Da bin ich beruhigt, schön, dass Du das so siehst.

Mit dem Belegen ist es schwierig, wenn man als Außenstehender eine Situation einzuschätzen und zu bewerten versucht. Es ist vor allem ein sehr ungutes Gefühl, das mich zur Kritik des Systems veranlasst. Inwiefern belegt denn die GfK eigentlich ihre Hochrechnungen (ist jetzt keine schnippische Gegenfrage, sondern Interesse).

„Hochgerechnet 10 Millionen“ habe ich noch nie gelesen oder gehört. Ich bin überzeugt, dass deshalb die allermeisten Leute absolute Zahlen für real gemessene Werte halten und das sehe ich durchaus als irreführend.

Als Kappes würde ich die freiwillige Beteiligung nicht abtun, denn wenn sich tatsächlich eine größere Anzahl daran beteiligen würde, wäre es durchaus ein wertvolles, verwertbares Ergebnis, wenn auch nicht „hochrechenbar“. Kann mir vorstellen, dass sich jeder Marketingmensch die Arme für solche realen Zahlen ausreißen würde.

Vielleicht stört mich am Quotensystem auch am meisten der grundsätzliche Konformitätsgedanke. Ein Mensch entstammt einer bestimmten sozialen Schicht (auch ein Scheißbegriff) und hat eine bestimmte Bildungsstufe erreicht (oder auch nicht), dann kann man sein Verhalten mit dem von 7000 Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen gleichsetzen. Schon ein zynisches Bild des Individuums … erinnert mich an die Menschen der Zukunft aus Pixars Wall-e.

Wie gesagt, meine eigene Erfahrung spricht dagegen. Ich könnte von kaum einem Freund oder Verwandten sagen, welche Sendung er mit Sicherheit guckt. Möglicherweise: Ja. Irgendwann einmal: Bestimmt. Aber an Tag X um X Uhr? Niemals. Die Quote wird aber so gemessen und verwertet. Und die Nutzung von Aufzeichnungsgeräten verwischt das Bild noch zusätzlich.

AlphaOrange
AlphaOrange

@aljas
Ob in den Quoten-Berichten nun „hochgerechnet“ steht oder nicht und ob der interessierte Leser das für echte Zahlen hält oder nicht, ist im Endeffekt doch eigentlich völlig irrelevant. Entscheidend ist, was Sender und Werber daraus ablesen und die wissen nicht nur, dass das Hochrechnungen sind, sondern auch, wie genau diese sind.

Und die sind mit 5640 Haushalten schon ziemlich genau. Ich hab’s unter stark vereinfachten Bedingungen kurz durchsimuliert (ja, ich studier‘ Statistik im 9. Sem.), die Schwankung lag bei +/- 0.4%pkt. und das ohne besonders intelligente Messungen.

Bei einer Wahl kann das natürlich entscheidend sein, deshalb gibt es dort ja auch exakte Auszählungen. In der TV-Branche ist das meiner Meinung nach völlig unnötig.

Wortvogel
Wortvogel

@ AlphaOrange: Danke, das ist eine sehr gute Argumentationshilfe. Mit dem akademischen Fachwissen hat’s der Wortvogel ja nicht so…

kid ego
kid ego

Hi Wortvogel,
habe LCR als kompletten Flop kritisiert und stehe auch noch hinter meinem Wort. Ich bin weder ein Branchenkenner noch habe ich je beruflich oder privat mit der Filmindustrie Kontakt gehabt.
Ich bin das, was man einen TV Konsument nennt, der aber Filme liebt und sich als Hobby-Cineast bezeichnet. Also sollte meine Meinung für dich nicht grade unattraktiv sein.

Wenn du deine 17, irgendwas % abfeierst, feier ich mit, aber liegt dir das komplette Programmheft vom Freitag vor? Sorry, aber da lief ja nix besseres (neues). Da gabs noch den Film mit „Gere“ und dann noch „Austin Powers“. Auf ARD lief mal wieder was für die Zielgruppe ohne Auto, DSL und Kabelanschluss.

LCR war gut plaziert, deswegen auch diese Quote.
Ich muss gestehen, daß ich mir den Film extra angeguckt habe, um mir ein neues Bild vom Eventmovie zu machen, aber trotz international besetzter Cast, sah es nach einer billigen Serie aus, die leider verfilmt wurde.

Mich würde einfach interessieren, ob ihr das ernst meint, oder einfach auf der Ochsentour zum Oscar seid? Müssen Eventmovies ein B-Movie sein? Und wenn nein, warum sehen sie fast immer so aus?
Ist das eine Frage des Budgets?

Ich versuche deine Arbeit zu schätzen, aber du machst es mir nicht leicht.

trotzdem, Grüße

aljas

@AlphaOrange: Danke für Deine fachmännische Einschätzung. Ist es also tatsächlich so, dass man von einer so starken Verhaltenskonformität ausgehen kann, dass die Abweichung definitiv bei maximal 0,4 Prozentpunkten liegt (siehe meinen Beitrag direkt vor Deinem)?

Ich habe bei TV Spielfilm einen Artikel zum Thema gefunden, der folgenden Absatz enthält:

So sieht in Sachsen genau ein EU-Ausländer-
Haushalt stellvertretend für alle anderen EU-Ausländer des Landes für die GfK fern. Fährt er in den Urlaub, ohne sich abzumelden, sitzt statistisch gesehen überhaupt kein Ausländer mehr vor einem sächsischen Fernseher. Was vermutlich nicht der Wahrheit entspricht.

(Quelle)
Ist eine solche Aussage folglich Unsinn? Mein ungutes Gefühl bleibt.

Nebenbei habe ich übrigens noch diesen Artikel zur Entstehung der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jährigen gefunden. Sehr interessant (man beachte auch den ZAPP-Beitrag hierzu).

Wortvogel
Wortvogel

@ kid ego: Du hast mehrere Sachen nicht verstanden – zuerst einmal war die Konkurrenz von LCR sicher nicht tödlich (im Gegensatz z.B. zu „Vollgas“, der gegen eine GZSZ-Gala lief, die fast 30 Prozent machte), aber „Wer wird Millionär“ und die „Otto Live Show“ (beide massiv erfolgreich) sind keine Leichtgewichte.

Wichtiger aber: Freitag ist der Sendeplatz auf ProSieben für diese Filme. Das wird nicht ad hoc gewählt, sondern ist ein sogenannter „slot“. LCR wurde für diesen Sendeplatz produziert. Wir wussten nicht, gegen wen oder was wir antreten würden (RTL teilt ProSieben ärgerlicherweise die eigene Programmplanung nicht mit). Somit war LCR nicht „gut platziert“, sondern hatte allenfalls mildes Glück.

Was das ganze Argument soll, ist mir allerdings nicht klar – 17,4 sind 17,4. Wäre deine Meinung vom Film besser gewesen, wenn er gegen „Harry Potter“ gelaufen wäre? Wird bei den Quoten neuerdings in Klammern das Umfeld eingerechnet? Habe ich das irgendwo behauptet?

„Ich bin das, was man einen TV Konsument nennt, der aber Filme liebt und sich als Hobby-Cineast bezeichnet. “ – das sind wir hier fast alle.

Ich finde es sehr putzig, wie Leute, denen der Film nicht gefallen hat, versuchen, die Quote zu diskreditieren. Man mag es halt nicht glauben, aber manchmal teilen viele Menschen die eigene Meinung nicht…

Wortvogel
Wortvogel

@ Aljas: Jetzt wird es albern. Du bekommst die Fakten (und augenscheinlich von Experten), aber dein „ungutes Gefühl bleibt“? Bon. Dann akzeptiere aber einfach mal, dass es eine in keinster Weise belegte Vermutung ist, die zu diskutieren komplett müssig ist. Wir müssen dir nicht beweisen, dass die Quoten halbwegs akkurat gemessen werden – schon gar nicht, wenn deine Meinung von Fakten nicht beeinflusst werden kann.

Und dann machst du zwei völlig andere Themen auf, die wirklich gar nichts mit der Messung von Quoten zu tun haben:
– Wann hast du das letzte Mal eine Quotenerwähnung à la „100 Prozent aller EU-Ausländer in Sachsen sahen den Film“ gesehen? Das ist statistische Erbsenzählerei, die mit dem Ergebnis nichts zu tun hat.
– Inwieweit die Zielgruppe 14-49 relevant ist (die Behauptung, sie sei eine Erfindung von Thoma, ist übrigens blanker Unfug), mag man diskutieren – das hat aber mit der MESSUNG der Quoten nichts zu tun. Du wirfst hier Genauigkeit mit Relevanz in einen Topf.

Lass gut sein. Glaube an die große Quotenverschwörung, die uns allen falsche Zahlen vorgaukelt (zu welchem Zweck eigentlich?), wie andere Leute an die Illuminati glauben. Aber verschone mich mit einer Diskussion, wenn du nicht bereit bist, dich von Fakten überzeugen zu lassen. Das ist unanständig.

aljas

@ Wortvogel: Jetzt enttäuschst Du mich sehr, besonders Deine harsche Wortwahl ist gänzlich daneben.

Ihr müsst überhaupt nichts „beweisen“, schon gar nicht, was die akurate Messung anbelangt, die habe ich nie abgesprochen. Ich kann ja ebensowenig „beweisen“. Meine Fragen beziehen sich die gesamte Zeit auf die Frage, ob die Messung tatsächlich auf eine so große und heterogene Masse von Menschen hochgerechnet werden kann. Im Rahmen der Diskussion frage ich beim Experten nach, ob wissenschaftlich tatsächlich von so einer extremen Verhaltenskonformität ausgegangen wird. Was ist daran nicht legitim?

Der Quotenausländer ist selbstverständlich durchaus relevant. Denn „Ausländer“ kann mit jedem anderen Auswahlkriterium wie „Student“, „Hausfrau“, „Professor“ substituiert werden und würde dann zeigen, dass das System eben doch problematisch ist.

Was die Zielgruppe angeht, habe ich sie nur eingebracht, weil mein Anfangsimpuls, hier zu kommentieren, von Deiner großen roten Zahl initiiert wurde. Diese bezieht sich nunmal auf diese Zielgruppe. Und dass Thoma diese erfunden hätte, wird weder im Artikel, noch in der Sendung behauptet.

Aber auch, wenn man an die Zahl glaubt, ist sie eben nicht das, was zählt. Vielmehr zählt, was diese Zahl gesehen hat und wenn ich den anderen Kommentatoren glauben schenken darf, war der Film ziemlicher Murks.

Aber es scheint jetzt tatsächlich gut zu sein, ich will schließlich nicht nerven und bin dann mal raus.