lcrquote

Die Kritiken der Presse waren gemischt, die Kritiken hier in den Kommentaren (erwartbar) mau – doch wenn sich der Zuschauer im Land über „Lost City Raiders“ geärgert haben sollte, dann hat er das wenigstens in ausreichend großer Zahl getan: 17,4 Prozent Marktanteil in der relevanten Zielgruppe von 14-49!

Das ist für den Sender ein Top-Ergebnis, LCR spielt damit gleichauf mit anderen Eventproduktionen. Quotentechnische Bundesliga, sozusagen.

Zum Vergleich (kombiniert bei Zweiteilern):

Die Brücke: 17,8%
Der Bibelcode: 15,4% (kombiniert)
Inferno: 18,7%
Die Schatzinsel: 16,9% (kombiniert)
Fast Track: 9,7%
Abgrund: 18,6%
Fleisch: 17,7%

Und hier ein paar Eventquoten von anderen Sendern:

SAT.1

Die Bienen: 11,7%
Die Krähen: 16,4%
Wir sind das Volk: 16,7 (kombiniert)
Der geheimnisvolle Schatz von Troja: 16,8%

RTL

Die Prager Botschaft: 14,7%
Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen: 21,6%
Das Papst Attentat: 14,5%

Bei aller Kritik: Gestattet mir, einen Tag lang zufrieden zu sein…



avatar
57 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
22 Comment authors
aljasWortvogelkid egoAlphaOrangeHerr Huetler Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Joe
Joe

„Bei aller Kritik: Gestattet mir, einen Tag lang zufrieden zu sein…“
Mach ruhig ’ne Woche draus. Glückwunsch! 🙂

OnkelFilmi

„Dead Set“ war trotzdem besser :p 😉

nameless
nameless

an hai-alarm auf mallorca kommt er nicht ran…

Tornhill
Tornhill

Da gratuliere ich doch einfach mal!
Auch wenn es kein Spitzenfilm war, war er doch ganz nett…ausführlicheres wohl besser in der Nachbardiskussion?

Nachgefragt
Nachgefragt

Gratuliere zum Erfolg wenn er auch nach meinem Geschmack sehr zweifelhaft ist.
Die oben aufgeführte Liste ist eine Ohrfeige für den guten Geschmack. Ich bin bestimmt kein Fan von sozialkritischen, isländischen Filmen in schwarz-weiss mit russischen Untertiteln aber diese „Eventproduktionen“ sind einfach schlecht.
Es enttäuscht mich sehr das so etwas in einem sonst so kritischen blog so hoch gelobt wird.

HomiSite

Frage ist, warum sich die Mehrheit solche „Event-Movies“ anschaut. Die historischen Bearbeitungen mal außen vor: Erwartet irgend jemand bei den phantastischeren Filmen Qualität? Ich schalte da nur rein, um mich wieder zu amüsieren – „Sylt“ in „Tsunami“ ist unvergessen!

Vor drei, vier Jahren machten Eventfilme einfach Mörderquoten: “Lengede”, “Apokalypse Eis”, “Ring der Nibelungen”, “Hai-Alarm” – damals waren an die 30 Prozent durchaus realistisch. Aber das ist lange vorbei.

Warum? Generell Trend zum weniger TV schauen?

Dr. Acula

Congrats!

Tinitus
Tinitus

Naja. Irgendwie schalten wohl immer dieselben Leute das grosse Eventmovie ein. Naja. So hat Pro7 wenigstens was worauf die sich verlassen können.

Nachgefragt
Nachgefragt

OK, es gab kein klares Lob aber wie soll ich dann die große rote 17,4 %! deuten? Als Warnung?

Der Postillon

@HomiSite: Wenn weniger Leute fernsehen, macht das den Quoten gar nix aus. Wenn nur drei Menschen überhaupt geguckt hätten und nur einer davon LCR, dann hätte er fette 33,3% gehabt.

Mencken
Mencken

Glückwunsch, ich selbst sehe eigentlich gar kein Fernsehen mehr und würde diese Event-Movies nicht einmal geschenkt haben wollen (außer Hai-Alarm auf Mallorca), aber das ist ja auch ok, solange die Quote stimmt.

testuser
testuser

Glückwunsch zum Quotenerfolg, auch wenn nicht mehr viel vom Ursprünglichen übrig war.

Was mich mal wirklich interessieren würde:
-Was kostet so ein Film insgesamt in der Produktion
-Was spielt er ein, auf Prosieben, auf anderen Sendern weltweit insgesamt?
-Wieviel Geld spielt so ein Film komplett ein incl DVD, Ausstrahlung auf Sendern etc.

Eine grobe Abschätzung würde auch reichen, da ich mir da momentan absolut keine Vorstellung machen kann.

Danke

roddy
roddy

aha. danach haben 17 prozent des fernseh-prekariats diesen schwachsinn nicht abgeschaltet. jeder hat das fernsehen, das er verdient.

HomiSite

@Der Postillon: Wie sich die Quoten zusammensetzen war mir schon klar (wenn man anerkennt, dass sie wirklich repräsentativ sind).

viewer
viewer

17,4% – mal ehrlich, für eine Event-Produktion ist das doch eher „okay“, aber kein Grund zum Jubeln. Schön, dass Du zum Vergleich vor allem Event-Flops und mittelmäßig gelaufenen Filme der letzten Jahre aufzählst.
Hier mal ein paar andere Beispiele, Marktanteile bei den 14-49Jährigen:

Die Sturmflut (RTL, 2006) 30%
Tarragona (RTL, 2007) 22%
Tsunami (Pro7, 2005) 26,40%
Tornado (Pro7, 2006) 21,80%
Die Luftbrücke (Sat.1, 2005) 29,3%
Die Flucht (ARD, 2007) 20%

Nicht falsch verstehen. Glückwunsch zu diesem Achtungserfolg, aber ein „Top-Ergebnis“ ist das nicht unbedingt. Hatte der Sender nicht mehr erwartet?

Peroy
Peroy

„aha. danach haben 17 prozent des fernseh-prekariats diesen schwachsinn nicht abgeschaltet. jeder hat das fernsehen, das er verdient.“

Schon wieder so ein Sack… is‘ wahrscheinlich derselbe…

viewer
viewer

Da hast Du nun auch wieder recht, die Zeit der Teamworx-Produktionen mit Heino Ferch, die immer an die 30% kamen ist schon ein paar Jahre her. Trotzdem ist das in vielen Köpfen (so auch in meinem) noch die Messlatte. Der Produzent vom „Nibelungenschatz“ z.B. hatte auch vor Ausstrahlung in einem Interview gesagt, dass er 25%+ erwarte, die Schätzing-Krimis auf RTL waren quotentechnisch Flops, genauso wie das „Papstattentat“ und die „Prager Botschaft“. „Wir sind das Volk“ und „Troja“ hatten wohl auch beide mit über 20% gerechnet. Im Vergleich sind daher die knapp 18% bestimmt ein guter Wert – wahrscheinlich ist es auch falsch, immer noch auf die 25-30% zu hoffen, wo auch so viele andere Eventproduktionen meist noch darunter blieben.

Wäre übrigens mal ne spannende Analyse, warum der Eventfilm in den letzten 2 Jahren so schwächelt. Es sind ja nicht alle diese Filme schlechte Reissbrett-Produktionen nach SchemaX, sondern teilweise qualitativ (prod.technisch und auch erzählerisch) sehr hochwertige Produktionen…

Lindwurm

Mit der Quote kann man sehr zufrieden sein, und ich gönne den Machern ihre Zufriedenheit. Das ändert aber nichts daran, dass „LCR“ echter Trash ist.

Lindwurm

@Wortvogel: Ja, aber ich wollt´s nur noch einmal gesagt haben 🙂 Die Handgranatenszene! Die Mosesinterpretation! Ach du meine Güte!

Jan
Jan

Über Quotenerfolg oder -misserfolg kann ich wenig sagen. Allerdings sollte man bei den genannten Eventfilmerfolgen zur Einordnung vielleicht nicht vergessen, dass da meistens Namen wie Lauterbach, Ferres, Ferch oder ähnliche dabei sind, die seit Jahren/Jahrzehnten zu den bekanntesten Schauspielern gehören und viele schon aufgrund dieser Namen einschalten. Brolin hat seine erfolgreichste Zeit hinter sich, Somerhalder kennt der gemeine Zuschauer überhaupt nicht und Bettina Z. ist zwar populär, schlägt aber m.E. auch keine Qualitätsrekorde mit ihrem Spiel.

Danke für die Blicke hinter die Kulissen übrigens, Wortvogel. Die gefallen mir an dem Blog mit Abstand am besten – auch wenn mich „Apokalypse Eis“ oder andere einfach dann doch zu wenig interessieren.

aljas

Von 40.000.000 Haushalte in Deutschland werden ca. 5600 zur Ermittlung der Quoten herangezogen.
Die „Quote“ bedeutet also: Das Fernsehverhalten von 0,01% der Haushalte wird erfasst und was die restlichen 99,99%, also 39.994.400 Haushalte schauen, ist vollkommen irrelevant. Wie kann man also ernsthaft Erfolg oder Misserfolg einer Sendung daraus erkennen?

aljas

@ Wortvogel: Ich wollte nur einmal daran erinnern, wie absurd die Erfassung einer solchen Quote grundsätzlich ist. Dass die ihre Daten bei den betroffenen Haushalten richtig erheben, braucht man nicht zu glauben – das ist bestimmt so; aber insgesamt ist es der verzweifelte Versuch, Unmessbares messbar zu machen. Ungefähr so, als würde man eine repräsentative Umfrage unter 5000 Leuten als offizielles Wahlergebnis für ganz Deutschland festschreiben.

Ich fände halt es wichtig, bei Erwähnung der Quote an die Umstände der Erhebung zu erinnern. Und die irreführende Hochrechnung auf absolute Zuschauerzahlen gleich ganz zu unterlassen.

Übrigens: Glückwunsch zu den 17,4% „verkabelten“ Zuschauern. 😉

roddy
roddy

eine quote brauchen die bedürfnisanstalten nur, um zu wissen, wieviel klopapier verbraucht worden ist, damit sie die spender enstsprechend auffüllen lassen können. das besorgt dann, wie bei aldi, der regalservice.

aljas

@ Wortvogel: Natürlich kommen wir da nicht zusammen, denn für jeden TV-Menschen ist die Quote die einzig relevante Maßeinheit. Ich verstehe allerdings nicht, warum Du mir Unverständnis der Konzepte vorwirfst, nur, weil ich die Erhebung und den Umgang mit den Quoten kritisiere.

Kurz nochmal zum Vergleich mit Wahlen: Würdest Du Umfrageergebnisse als Wahlergebnisse akzeptieren? Sicher nicht. Bei Quoten wird das exakt gemessene Freizeitverhalten einer klitzekleinen Gruppe wie selbstverständlich als Abbild des Verhaltens der restlichen 99,99% der Menschen hingestellt. Während bei Umfragen zudem die Auswahl an Antwortmöglichkeiten sehr begrenzt ist (z.B. auf die fünf größeren Parteien oder auf schlichte Ja/Nein-Abfragen), ist die Vielfalt der Freizeitgestaltung schlichtweg gigantisch.

Nimm z.B. eine Gruppe von 100 Studenten (denn viel mehr werden im erlauchten Kreis der Quotengeneratoren wohl nicht zu verzeichnen sein) zwischen 20 und 25 Jahren und eine Umfrage mit nur einer Frage: Rauchst Du? Sagen wir, 40 von 100 Studenten rauchen, dann könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus repräsentativ für die Gesamtheit der Studenten sein könnte. Nimmst Du allerdings dieselbe Gruppe und kontrollierst deren Freizeit- bzw. TV-Verhalten, dann erhältst Du mit gefühlt hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ein vollkommen anderes Ergebnis, als wenn Du eine zweite Gruppe aus deren Kommilitonen zusammenstellst und diese überprüfst. Ich bin überzeugt, dass eine solche Heterogenität auch insgesamt eher die Regel als die Ausnahme darstellt.

Wie gesagt, ich kann verstehen, dass Du Dich hinter die Regeln des Systems stellst, das Dich ernährt, aber ich persönlich halte diese für mehr als fragwürdig.

blark
blark

gibt es Hai-Alarm auf Mallorca eigentlich auch auf DVD? *duck* ;D

blark
blark

@Wortvogel: wollte dich nur ärgern 😀 So…nunn mal zum Thema……..
Ich gucke solche „Eventproduktionen“ schon lange nicht mehr, weil ich zu oft enttäuscht wurde.
mfg

roddy
roddy

dies lösung des problems?

ganz einfach: ab in den müll. vielleicht taugt der dreck ja als mineraldünger.

blark
blark

Achja!Habe vergessen dir zu gratulieren! :/ So ne Quote muss man erstmal schaffen! Respekt!

aljas

@ Wortvogel
Ich wollte Dich nicht beleidigen. Entschuldige, dass es so rübergekommen ist. Die Logik dahinter war aber, dass die Quote die einzige Messlatte ist und somit per se unantastbar für einen Fersehmacher. Persönlich ist es meinem Gefühl nach aber bereits durch Deinen vorherigen Post geworden.

Ich kritisiere die Quote nicht, weil mir die Ergebnisse nicht gefallen, sondern den Umgang damit. Es wird außerhalb des Branchenjargons so gut wie immer von X Millionen Zuschauern gesprochen und das ist in der Form einfach falsch.

Wenn ich mir vorstelle, ich wäre einer der „Auserwählten“ und wüsste, das das Einschalten meiner Flimmerkiste das Sehverhalten von 7000 anderen Individuuen repräsentiert … puh, eine ganz schöne Verantwortung.

Besonders ärgert mich daher, dass die Quote im Endergebnis zu diesem erbärmlichen Programm führt, das sich tagtäglich auf unseren Bildschirmen abspielt. Eine Demokratisierung fände ich unter diesem Aspekt durchaus für eine Lösung, wenn es technisch machbar wäre. Sprich: Jeder, der durch sein Fernsehverhalten mitbestimmen wollte, wie das Programm sich gestaltet, dürfte das dann auch.

Das Problem wäre also meiner Ansicht nach letztlich nur durch eine solche deutliche Vergrößerung des vermessenen Personenkreises zu lösen.

Gab es denn schonmal andere Ansätze in der Geschichte des Fernsehens?

Herr Huetler
Herr Huetler

aljas, du weißt schon das man repräsentative messungen veranstaltet weil alles andere zu teuer würde?
Vielleicht kannst du dich mal schlau machen was leute in deiner direkten Umgebung so alles schauen. Meine Eltern schauen tendenziell eher ARD/ZDF- den Tatort immer. Csi war und House ist in meinem Freundes und Bekanntenkreis der absolute Renner. Ich bin ein absoluter Durchschnittsmensch mit absoluten Durchschnittsbekannten/freunden – also mir scheint es nicht so, als würden die Quoten so aus dem Himmel fallen- die Richtung die sie anzeigen halte ich für stimmig. Das mag aber auch daran liegen das ich sowas mit Statistik und Empirie mal mit mäßigem Erfolg studiert hab 🙂

Was ich mich aber immer gefragt habe ist, inwiefern bei den Quoten die „nicht Fernsehinhaber“ berücksichtigt werden vielleicht hat da ja jemand der anwesenden nähere Kenntnisse.

PS: Ich fand den Film übrigens einfach grottig, weil unspannend unsympatisch nicht durchdacht und dann dieses Dresden im Hintergrund der Jetskiszene *grusel*. Aber ich gönne dem unterhaltsamen Autor dieses Blogs jegliche Erfolgserlebnisse 🙂

aljas

Hallo Herr Huetler,
ich denke, ich habe jetzt oft genug geschrieben, dass ich vor allem den Umgang mit der Quote kritisiere. Ok, ich habe Statistik und Empirie nicht studiert und somit fußt meine Kritik lediglich auf eigenen Überlegungen, aber eine Tendenz ist meiner Ansicht nach etwas gänzlich anderes als ein reales Ergebnis, als das die Quote immer verkauft wird – auch wenn sie stimmen mag.

Und selbstverständlich basiert meine Kritik in erster Linie auf den Erfahrungen, die ich in meinem Bekannenkreis mache, und die lautet: Es gibt fast keine gemeinsamen Nenner mehr. Sogar mein eigenes Sehverhalten ist oft völlig absurd. Nimm die aktuelle Dr. House-Staffel, da Du die gerade nennst: Da ich die ersten zwei Folgen der vierten Staffel verpasst habe, schaue ich jetzt gar nicht weiter, sondern warte auf den DVD-Release. So etwas kann man nicht messen. Und wenn man’s messen kann, dann nicht nachvollziehen.

Sorry, dass das hier jetzt so eine lange Diskussion geworden ist, ich wollte Deinen Blog eigentlich nicht zuspammen, Wortvogel.

Herr Huetler
Herr Huetler

Dann sind wir ja gar ned so weit auseinander Aljas. Die Quote ist sicher ein dummer Kompromiss um Erfolg/Werthaltigkeit zu messen. Aber sie ist leider der beste zur Verfügung stehende, da quantitativ messbar. Solange niemanden etwas besseres einfällt muss man sich damit arrangieren.
Natürlich ist es schade das selbst die öffentlichrechtlichen ihre Infotainment angebote im Nachtprogramm verstecken- aber da ist nicht die Quote verantwortlich, sondern die Programmdirektoren, die ich mal gerne im dunkeln treffen würde. Und dass die großen Privaten nicht zur Befriedigung von Sparteninteressen verantwortlich sind muss man auch nciht diskutieren-man wirft ja einem Massenhersteller von turnschuhen auch nicht vor das er keine Schuhe in der Größe 60 anbietet.

PS: Das ich mein Studium angefügt habe, sollte dich nicht als Diskussionspartner disqualifizieren sondern eher meine voreingenomme Perspektive klarmachen (so disclaimer mäßig).

@Wortvogel
danke, weißt du auch wiehoch laut gfk der anteil an haushalten ohne fernseher ist- ist ja zu mindest für die absoluten zahlen nicht unwesentlich

aljas

@ Wortvogel: Da bin ich beruhigt, schön, dass Du das so siehst.

Mit dem Belegen ist es schwierig, wenn man als Außenstehender eine Situation einzuschätzen und zu bewerten versucht. Es ist vor allem ein sehr ungutes Gefühl, das mich zur Kritik des Systems veranlasst. Inwiefern belegt denn die GfK eigentlich ihre Hochrechnungen (ist jetzt keine schnippische Gegenfrage, sondern Interesse).

„Hochgerechnet 10 Millionen“ habe ich noch nie gelesen oder gehört. Ich bin überzeugt, dass deshalb die allermeisten Leute absolute Zahlen für real gemessene Werte halten und das sehe ich durchaus als irreführend.

Als Kappes würde ich die freiwillige Beteiligung nicht abtun, denn wenn sich tatsächlich eine größere Anzahl daran beteiligen würde, wäre es durchaus ein wertvolles, verwertbares Ergebnis, wenn auch nicht „hochrechenbar“. Kann mir vorstellen, dass sich jeder Marketingmensch die Arme für solche realen Zahlen ausreißen würde.

Vielleicht stört mich am Quotensystem auch am meisten der grundsätzliche Konformitätsgedanke. Ein Mensch entstammt einer bestimmten sozialen Schicht (auch ein Scheißbegriff) und hat eine bestimmte Bildungsstufe erreicht (oder auch nicht), dann kann man sein Verhalten mit dem von 7000 Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen gleichsetzen. Schon ein zynisches Bild des Individuums … erinnert mich an die Menschen der Zukunft aus Pixars Wall-e.

Wie gesagt, meine eigene Erfahrung spricht dagegen. Ich könnte von kaum einem Freund oder Verwandten sagen, welche Sendung er mit Sicherheit guckt. Möglicherweise: Ja. Irgendwann einmal: Bestimmt. Aber an Tag X um X Uhr? Niemals. Die Quote wird aber so gemessen und verwertet. Und die Nutzung von Aufzeichnungsgeräten verwischt das Bild noch zusätzlich.

AlphaOrange
AlphaOrange

@aljas
Ob in den Quoten-Berichten nun „hochgerechnet“ steht oder nicht und ob der interessierte Leser das für echte Zahlen hält oder nicht, ist im Endeffekt doch eigentlich völlig irrelevant. Entscheidend ist, was Sender und Werber daraus ablesen und die wissen nicht nur, dass das Hochrechnungen sind, sondern auch, wie genau diese sind.

Und die sind mit 5640 Haushalten schon ziemlich genau. Ich hab’s unter stark vereinfachten Bedingungen kurz durchsimuliert (ja, ich studier‘ Statistik im 9. Sem.), die Schwankung lag bei +/- 0.4%pkt. und das ohne besonders intelligente Messungen.

Bei einer Wahl kann das natürlich entscheidend sein, deshalb gibt es dort ja auch exakte Auszählungen. In der TV-Branche ist das meiner Meinung nach völlig unnötig.

kid ego
kid ego

Hi Wortvogel,
habe LCR als kompletten Flop kritisiert und stehe auch noch hinter meinem Wort. Ich bin weder ein Branchenkenner noch habe ich je beruflich oder privat mit der Filmindustrie Kontakt gehabt.
Ich bin das, was man einen TV Konsument nennt, der aber Filme liebt und sich als Hobby-Cineast bezeichnet. Also sollte meine Meinung für dich nicht grade unattraktiv sein.

Wenn du deine 17, irgendwas % abfeierst, feier ich mit, aber liegt dir das komplette Programmheft vom Freitag vor? Sorry, aber da lief ja nix besseres (neues). Da gabs noch den Film mit „Gere“ und dann noch „Austin Powers“. Auf ARD lief mal wieder was für die Zielgruppe ohne Auto, DSL und Kabelanschluss.

LCR war gut plaziert, deswegen auch diese Quote.
Ich muss gestehen, daß ich mir den Film extra angeguckt habe, um mir ein neues Bild vom Eventmovie zu machen, aber trotz international besetzter Cast, sah es nach einer billigen Serie aus, die leider verfilmt wurde.

Mich würde einfach interessieren, ob ihr das ernst meint, oder einfach auf der Ochsentour zum Oscar seid? Müssen Eventmovies ein B-Movie sein? Und wenn nein, warum sehen sie fast immer so aus?
Ist das eine Frage des Budgets?

Ich versuche deine Arbeit zu schätzen, aber du machst es mir nicht leicht.

trotzdem, Grüße

aljas

@AlphaOrange: Danke für Deine fachmännische Einschätzung. Ist es also tatsächlich so, dass man von einer so starken Verhaltenskonformität ausgehen kann, dass die Abweichung definitiv bei maximal 0,4 Prozentpunkten liegt (siehe meinen Beitrag direkt vor Deinem)?

Ich habe bei TV Spielfilm einen Artikel zum Thema gefunden, der folgenden Absatz enthält:

So sieht in Sachsen genau ein EU-Ausländer-
Haushalt stellvertretend für alle anderen EU-Ausländer des Landes für die GfK fern. Fährt er in den Urlaub, ohne sich abzumelden, sitzt statistisch gesehen überhaupt kein Ausländer mehr vor einem sächsischen Fernseher. Was vermutlich nicht der Wahrheit entspricht.

(Quelle)
Ist eine solche Aussage folglich Unsinn? Mein ungutes Gefühl bleibt.

Nebenbei habe ich übrigens noch diesen Artikel zur Entstehung der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jährigen gefunden. Sehr interessant (man beachte auch den ZAPP-Beitrag hierzu).

aljas

@ Wortvogel: Jetzt enttäuschst Du mich sehr, besonders Deine harsche Wortwahl ist gänzlich daneben.

Ihr müsst überhaupt nichts „beweisen“, schon gar nicht, was die akurate Messung anbelangt, die habe ich nie abgesprochen. Ich kann ja ebensowenig „beweisen“. Meine Fragen beziehen sich die gesamte Zeit auf die Frage, ob die Messung tatsächlich auf eine so große und heterogene Masse von Menschen hochgerechnet werden kann. Im Rahmen der Diskussion frage ich beim Experten nach, ob wissenschaftlich tatsächlich von so einer extremen Verhaltenskonformität ausgegangen wird. Was ist daran nicht legitim?

Der Quotenausländer ist selbstverständlich durchaus relevant. Denn „Ausländer“ kann mit jedem anderen Auswahlkriterium wie „Student“, „Hausfrau“, „Professor“ substituiert werden und würde dann zeigen, dass das System eben doch problematisch ist.

Was die Zielgruppe angeht, habe ich sie nur eingebracht, weil mein Anfangsimpuls, hier zu kommentieren, von Deiner großen roten Zahl initiiert wurde. Diese bezieht sich nunmal auf diese Zielgruppe. Und dass Thoma diese erfunden hätte, wird weder im Artikel, noch in der Sendung behauptet.

Aber auch, wenn man an die Zahl glaubt, ist sie eben nicht das, was zählt. Vielmehr zählt, was diese Zahl gesehen hat und wenn ich den anderen Kommentatoren glauben schenken darf, war der Film ziemlicher Murks.

Aber es scheint jetzt tatsächlich gut zu sein, ich will schließlich nicht nerven und bin dann mal raus.