03
Nov 2008

Deutsche Science Fiction, neuer Versuch

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Es gibt ambitionierte deutsche Science Fiction. Sicher nicht bei den Privatsendern – auch die Öffentlich-Rechtlichen haben nach einer großartigen Geschichte voller preisgekrönter "Wissenschaftsthriller" (Erler) das Thema praktisch aufgegeben.

Aber an den Filmschulen lungert immer wieder Nachwuchs herum, der noch nicht vergessen hat, wie geil er "Matrix" fand, "Blade Runner", oder meinetwegen auch "Stargate". Die Kurzfilme von Knoesel und Neuhäuser, "Ausgestorben" und "Vortex" von Michael Pohl, etc. sind gute Beispiele, dass sich mit wenig Aufwand wirklich breite phantastische Geschichten erzählen lassen. An den Filmhochschulen gibt es zwar wenig Geld, aber dafür auch keine Vorzensur von Sendern, Produktionsfirmen, oder etwaigen Finanziers.

Leider werden die talentierten Autoren und Regisseure später vom System schnell für "In aller Freundschaft" und "Soko Wismar" absorbiert.

Heute Abend kommt um 23.00 Uhr 23.45 Uhr im HR der einstündige Film "Vakuum". Die Inhaltsangabe liest sich gar nicht schlecht:

vakuum"Im Jahr 2024. Der 27-jährige Mick arbeitet für Singen Industries, den Marktführer auf dem Gebiet der Informationstechnologien. Eines Tages führt ihn ein Reparaturauftrag zu einem Hive. Dieser riesige, sterile Komplex bietet den Menschen, deren geschwächtes Immunsystem ein Leben an der freien Luft unmöglich macht, Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Als Mick an einer Fensterfront arbeitet, geschieht das Unfassbare: Seine tot geglaubte Freundin Lilia betritt den Raum, und längst vergessene Gefühle werden wieder lebendig. Obwohl das schwere Isolierglas immer zwischen ihnen stehen wird, finden die beiden in den gemeinsamen Momenten ihr größtes Glück. Als Lilias einzige Freundin im Hive plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, offenbart sich das grausame Geheimnis des technologischen Fortschritts von Singen Industries. Lilia gerät in höchste Gefahr. Um sie zu retten, muss Mick bis in das Herz des Hives eindringen. Doch bereits seine Anwesenheit in dem sorgsam ausbalancierten System bedeutet eine Gefahr für Lilias Leben. Sie aus dem Hive zu entfernen, hieße sie umzubringen. Doch in einer Welt, in der kalte, gefühllose Technik das gesamte Leben bestimmt, ist das Leben vielleicht das einzige, was man nicht mehr zu verlieren hat."

Es würde mich freuen, wenn sich ein größerer Kreis fände, so einen Film zu unterstützen, und wenn wir statt des neusten US-Blockbusters auch mal den deutschen Nachwuchs diskutieren könnten.

Darf ich auf euch hoffen?



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Peroy
Peroy
3. November, 2008 11:09

Schon aus Eigeninteresse…

trackback

[…] via Wortvogel […]

tbee
3. November, 2008 11:37

klingt für ich nach Soylent Green [http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen] aber warum nicht wenn es gut gemacht ist…

Dieter
Dieter
3. November, 2008 11:43

HR kriege ich nicht. Liest sich sehr interessant!

Peter
Peter
3. November, 2008 11:56
Dr. Acula
3. November, 2008 12:07

Muss ma kucken. Wenn ich HR tatsächlich in meinem Digipaket habe (ich kann mir nie merken, welche Dritten dazugehören), wird’s aufgenommen.

milhouse
milhouse
3. November, 2008 12:22

Hive-Kekse sind Menschenfleisch!
(okay, tbee war schneller)

Versuche dabei zu sein, ist technisch aber nicht ganz unkompliziert … kann nicht direkt gucken und hr aufzunehmen erfordert kleinere Umbaumaßnahmen. Ach, wird schon.

Sehr löblicher Aufruf, Wortvogel!

Joe
Joe
3. November, 2008 12:40

HR? Da habe ich mir doch am Freitag passend zum Datum "Luther" angesehen. Musste drei Minuten lang puzzeln, um die Audiodeskription wegzukriegen… Aber zum Thema: Guter Hinweis, heute also wieder HR. 🙂

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 12:47

Ich würde mir wünschen (und werde das sicher auch mal in einem eigenen Beitrag thematisieren), dass die ganzen deutschen SF-Fansites auf sowas hinweisen. Aber die sind ja nur mit den neusten Trek-DVD-Boxen und Stargate-Trailern beschäftigt. Das war ja auch bei "Lost City Raiders", "Sumuru" und "Apokalypse Eis" so – abgesehen von der Qualität der Produktionen findet das im deutschen Fandom einfach nicht statt. Und dann wundern sich alle, dass die deutsche SF nicht in die Pötte kommt…

trackback

[…] Uhr im HR der deutsche Science-Fiction-Film “Vakuum”. Darauf aufmerksam gemacht hat der Wortvogel, in dessen Blog man genaueres über den Film nachlesen kann. In einem muss ich ihm Recht geben: […]

Dr. Acula
3. November, 2008 13:05

Das Problem ist, dass es eigentlich keine "SF-Fans" mehr gibt, sondern nur noch Franchise-Nerds.

Dieter
Dieter
3. November, 2008 13:44

@Peter: DANKE!!! Klasse!

Stephan
Stephan
3. November, 2008 14:06

Dr. Acula

Völlig richtig! Wenn man auf diversen Seiten rumsurft, hat man auch das Gefühl niemand liest mehr Klassiker. Da werden bei irgendwelchen drittklassigen Serien Plots gelobt, für die Asimov, Heinlein et.al. bereits maximal ein Schulterzucken übrig hatten.

Dr. Acula
3. November, 2008 14:31

@stephan

SF, also *richtige* SF ist sowieso leider ein aussterbendes Genre, was m.E. zwei Hauptgründe hat, die miteinander zusammehängen. Erstens der Franchise-Wahn – alles MUSS unbedingt an einer bekannten Marke hängen, sonst liest’s/kuckt’s/kauft’s keiner, sei es Star Trek, Star Wars, Stargate, Battletech (ich weiß nicht, wie’s da momentan aussieht, aber so vor 10 Jahren rum waren die Battletech-Romane noch einer der Lichtblicke im geschriebenen SF-Genre), Perry Rhodan – und da können dann die Nerds genüsslich aufeinander einkloppen und sich gegenseitig versichern, welche Kacke sie doch lesen/kucken/kaufen.

Dummerweise scheint dieser Franchise-Wahn auch auf Autoren durchzuschlagen, denn unter einem achtbändigen Zyklus macht’s heute ja offensichtlich keiner mehr – was mich persönlich sehr nervt, weil ich gerne mal EINEN SF-Roman lesen möchte, so richtig mit Anfang, Mitte und Schluss und nicht nur Teil 3 des 28-teiligen Yorkslgrüks-Zyklus (das hat mir dann auch Battletech verleidet, weil der Kram zwar verhältnismäßig gut geschrieben war, aber ich mir irgendwann ausrechnen konnte, dass ich nie ernstlich einen Saga-Abschluss mitverfolgen können würde).

Naja, und drittens scheint sich SF für Autoren auch nicht mehr wirklich zu lohnen… wenn man die Neuerscheinungen ansieht, ist das "phantastische" Genre mittlerweile ja zu 50 % klassische Fantasy und zu 50 % Dark Fantasy (also Vampirkrams etc.). Da hilft einem nur noch, alte Klassiker wiederzuentdecken (ich hab mir jüngst einen Schwung alte UTOPIA-Bände auf eBay ersteigert – da besteht zumindest ne plausible Chance, eine zwar gekürzte und furchtbar übersetzte, aber zumindest gute Geschichte zu finden…).

Boah. Rant over. 🙂

comicfreak
comicfreak
3. November, 2008 15:26

@ Dr. Acula

..reich doch mal einer Fremden deinen Namen und eine Postadresse unter koenigfaust@aol.com

@ Wortvogel

..klingt toll. Aber dank Junior, Zeitumstellung und galloppierenden Alters ratze ich mittlerweile um knapp 21.00 Uhr weg.
🙁

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 15:51

Franchise-Nerds – schöner hätte ich es auch nicht sagen können! Wie schon erwähnt: Ich werde beizeiten mal versuchen, zu dem Thema eine breite Diskussion anzutreten. Geht mir nämlich mächtig auf die Eier.

Stephan
Stephan
3. November, 2008 16:31

@Dr. Acula
Danke! Besser hätte man es nicht sagen können.

Im übrigen bin ich froh, daß ich nicht der einzige bin, der Battletech gelesen und (zumindest damals) ziemlich gut gefunden hat 😉

Was (zumindest vor fünf Jahren) noch ganz gut gelebt hat, waren amerikanische Zeitschriften – in meinen alten Asimovs und F&SF lese ich heute noch gerne, da sind einige (auch literarische) Perlen.

Ansonsten gibt es tatsächlich noch viele ungelesene Klassiker mit denen man sich über Wasser halten kann.

@Torsten
Auftrag: Guten, einbändigen SciFi-Roman in eigener, origineller Welt schreiben. Bis nächste Woche. Hopp Hopp!

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 16:38

@ Stephan: Nö, das ist nicht mein Metier – und weil ich sowieso nie die Scheiße unterm Schuh meiner Helden sein könnte (Ellison, Matheson, Sturgeon, Brown, Vonnegut), verbrenne ich mir daran nicht die Finger.

Der Acula wiederholt nur den Scheiß, den ich ihm bei meinen Besuchen eingeredet habe 😉

Und jetzt muss ich wieder ran – die Vampirromanze muss geschrieben werden…

Dr. Acula
3. November, 2008 16:44

@Vogel

Discussion NOW! This I command! 🙂

@Stephan
Battletech fand ich wirklich recht gut, zumal das ja auch nicht die letzten Schmierfinken waren – Stackpole u.ä. sind durchaus gute Autoren, und das Universum war interessant. Ich hab dann auch mal in die Shadowrun-Romane reingelesen, die ja teilweise von den gleichen Autoren waren, aber – obwohl ich das Shadowrun-Universum auch recht gern mag – die haben mich nicht ganz so gepackt.

Zu der Zyklus-Geschichte noch mal kurz… z.B. hab ich vor einiger Zeit auf einem Grabbeltisch "Yeager" von C.J. Cherry mitgenommen. Sehr guter Roman, gefiel mir gut – aber es ist natürlich auch Teil eines großen Zyklus (erfreulicherweise aber wenigstens auch ohne Hintergrundkenntnisse lesbar). Wie gesagt, ich hab nix gegen komplexe Universen – aber ich habe auch gern abgeschlossene Geschichten, da könnten viele Autoren noch von Altmeistern wie Asimov lernen, bei dem fast alle Romane ja irgendwie in die Foundation-Saga reinpasst, aber trotzdem alle auch eigenständig lesbar sind…

@comicfreak
Mach ich glatt 🙂

Dr. Acula
3. November, 2008 16:45

@vogel

Pah! Darauf komm ich auch noch alleine *schmoll*

[Labersack]-Clan
3. November, 2008 16:50

[…]Der Torsten Dewi hat in seinem Blog mal auf Interessantes aus deutschen Landen hingewiesen. […]

Na ich schau es mir auf jeden Fall an.
Tinitus (aka Commander b0b)

Stephan
Stephan
3. November, 2008 17:19

Der Gebrauch von Eigennamen mit Artikeln verursacht Augenkrebs…

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 17:24

@ Stephan: Du, das finde ich jetzt aber voll nicht okay von dir, mkay? Wenn der Tinitus sich hier so einbringt, und du dann den Sprach-Fascho machst. Das geht schließlich die ganze Gruppe was an, ne?

comicfreak
comicfreak
3. November, 2008 17:32

*muahaha*

Mollari
Mollari
3. November, 2008 17:46

"Dummerweise scheint dieser Franchise-Wahn auch auf Autoren durchzuschlagen, denn unter einem achtbändigen Zyklus macht’s heute ja offensichtlich keiner mehr – was mich persönlich sehr nervt, weil ich gerne mal EINEN SF-Roman lesen möchte, so richtig mit Anfang, Mitte und Schluss und nicht nur Teil 3 des 28-teiligen Yorkslgrüks-Zyklus"

Unterschreib, unterschreib, unterschreib.

Wie passend, dass ich heute morgen dagegensteuern konnte, als mir ein deutscher (!), keinem Zyklus angehöriger (!) und bei Suhrkamp erschienener (!!! – Ich dachte, da erscheint höchstens Lem) SF-Roman für beschämende 2 Euro in die Hände fiel: "Hundert Tage auf Stardawn" von Matthias Robold. Ich bin gespannt.
Wie auch auf Vakuum. Der Film, dem man es sogar verzeihen würde, wenn das Urteil der Kritik "Das war nichts" lauten würde. 😉

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 17:50

@ Mollari – das Wort "Stardawn" im Titel macht mich aber schon gruseln…

Thema "Vakuum": Es ist mehr als okay, auch wenn der Film nix taugt. Man muss klein anfangen. Und sich dann steigern. Das geht nur mit konstruktiver Kritik, die ich hier auch zu hören hoffe.

Dr. Acula
3. November, 2008 18:14

@Mollari

Bitte durchfunken, ob das Buch was taugt 😉

Ansonsten würde ich da ja glatt selbst gegensteuern, aber meine sämtlichen Ideen sind auf mindestens fünf Bände angelegt 🙂

Mollari
Mollari
3. November, 2008 18:29

Hehe, ja, das Wort "Stardawn"…

…da soll doch was für Franchise-Nerds hochgezogen werden, soll doch da.

Na gut, ich werde dann funken.

Splinter
Splinter
3. November, 2008 18:33

@ Torsten: Kann es sein, dass du dich mit der Uhrzeit vertan hast? Nach meinen Infos läuft er um 23.30 Uhr.

Beste Grüße

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 18:42

@ Splinter: Mein TVgenial zeigt 23.00 Uhr an – und interessanterweise ist es auch online nicht sicher: die Webseite von TVSpielfilm zeigt 23.30 Uhr – klickt man aber auf die Detailansicht, steht da wieder 23.00 Uhr.

Also: better safe than sorry!

slashy
slashy
3. November, 2008 18:56

slashdot-mode="on"

I regularly enjoy SOKO Wismar, you insensitive clod!

Splinter
Splinter
3. November, 2008 19:08

Ja, ich hab TV Today und TV Movie abgeklappert. Ich denke, die haben kurzfristig einfach noch ein Ypsilanti-Special eingeschoben.

Aber nun ja… wir werden sehen. 🙂

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 19:13

@ slashy: Habe ich was gegen "Soko Wismar" gesagt? Habe ich nicht!

theNerd
theNerd
3. November, 2008 20:00

Klingt interessant. Werde es wohl über nen Online-Videorecorder aufnehmen.

Zu den Roman-Serien: Da ich erst seit ca. 10 Jahren SF lese kenne ich viele Klassiker zum Glück noch nicht, und muss auf diese ganzen Serien nicht zugreifen.

blark
blark
3. November, 2008 21:39

Der hr-text (seite 305) sagt 23:45 Uhr.Wenn ich daran denke,werde ich es gucken.

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 21:46

@ blark: Habe ich auch gerade gesehen, und oben im Text verbessert, danke. Ich bleibe dran!

Julian
3. November, 2008 22:14

Ich habe "Vakuum" gesehen, vor einigen Jahren, ich glaube am Festival der Filmhochschulen.

Wenn ich mich recht erinnere, und das ist nun wirklich schon einige Filme her, habe ich ihn für das recht geringe Budget, das er wohl gehabt haben muss, recht gut gefunden. Die Geschichte war eine Mischung aus "THX 1138" und "Logan’s Run" (und dem späteren "The Island"), glaube ich, und mich hat der moralinsaure Aspekt der ganzen Sache etwas gestört. Einen cooleren Abschlussfilm fand ich auf jeden Fall John Carpenters "Dark Star", der wurde zwar auch philosophisch, aber auf einer niedrigeren Ebene. Es kann aber auch gut sein, dass ich da was verwechsle und er gar nicht so moralisch war. Auf jeden Fall erinnere ich mich an feuchtkalte Aussenaufnahmen in lichten Nadelwäldern und steril wirkende Innensets.

Definitiv aber sehenswert, und ein Beispiel dafür, dass SciFi weder teuer noch aus Hollywood sein muss.

Plot summary der IMDb, geschrieben vom Regisseur:
http://www.imdb.com/title/tt0410836/plotsummary

Peroy
Peroy
3. November, 2008 23:12

Hehehe, gerade wieder was gemerkt… in dem Wust überflüssiger dritterProgramme, die mich mit ihrer Existenz eh nur beleidigen, ist HR der eine Dreckssender, den ich nicht empfangen kann… ach ja…

Nun ja, ich hab’s probiert und wäre Willens gewesen, aber es hat nicht sollen sein…

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 23:25

@ Peroy: Benutz halt http://www.zattoo.de, wie oben erwähnt – ist sowieso empfehlenswert.

Peroy
Peroy
3. November, 2008 23:49

Auf dem Laptop den ich gerade habe läufen nicht mal Youtube-Videos flüssige, ganz zu schweigen davon dass ich den Installations-Aufwand für diesen Film nicht betreiben werde…

Wortvogel
Wortvogel
3. November, 2008 23:55

Erster Eindruck: Technisch schick (Kamera, Tricks, Bildkomposition), aber vom Storytelling eine Katastrophe – die Charaktere unausgegoren, die Dialoge hölzern und banal, es kommt weder Emotion noch Spannung auf. Die Versuche von Humor und Technobabble sind unbeholfen.

Bis hierher sehe ich leider alle Klischee der Studentenfilme bestätigt – da waren "Vortex" und "Ausgestorben" doch ein ganz anderes Kaliber. Kein Wunder, dass die beiden Autoren in den letzten fünf Jahren im Bereich Drehbuch und Regie nichts mehr gemacht haben, wenn man der IMDB glauben darf.

Wortvogel
Wortvogel
4. November, 2008 00:50

Jetzt isses rum – örks. Der ging ja gar nicht. Vielleicht sollte ich mir so eine Aussage nach "Lost City Raiders" verkneifen – aber es wäre halt doch schön gewesen, wenn die Story an irgendeiner Stelle Sinn ergeben hätte. Und das war alles so bleiern inszeniert, dass die 60 Minuten eher wie zwei Stunden wirkten. Die große Schlusspointe, so ich sie denn verstanden habe, wurde seltsam leblos abgefeiert. Denise Zichs Glatzenkappe war super künstlich, und im dritten Akt hatte das den Look und die inszenatorische Eleganz der "Matrix"-Sequels.

Wie bereits oben erwähnt – da bleibt kein Vorurteil, das man gegen Studentenfilme hat, unbestätigt. Aber trotzdem: Die Technik stimmte, und das heißt – bessere Skripts und bessere Regie, dann hat die SF auch in Deutschland eine Chance.

Wer sehen will, wieviel besser das geht – Michael Pohls Filme "Vortex" und "Ausgestorben" bekommt man zusammen schon für weniger als 4 Euro gebraucht bei Amazon – inklusive DVD-Specials.

milhouse
milhouse
4. November, 2008 01:08

Okay, dann brech ich auch mal ab, hab mir die erste Viertelstunde gegeben.

Interessant zu sehen, dass die Punkte, die man immer wieder eingehämmert bekommt und die man schnell für selbstverständlich hält, Charakterführung, Szenenaufbau, Plotploints und – ganz besonders – Motivation jeder einzelnen Figur, offenbar nicht selbstverständlich sind.

Und wenn sie fehlen, fehlt das Leben der Geschichte. Blutleer, gimmickhaft, und – genau, WV – bleiern, das war auch mein Eindruck. Fabian Busch grandios fehlbesetzt, cooler Sprücheklopfer passt einfach nicht zu ihm, und wenn dann die Sprüche nicht mal wirklich cool sind … nö.

Und bitte, ein einzelner Techniker fährt mit dem Jeep zu einem riesigen Technikkomplex, als offenbbar einzige Wartungsperson von außen? Da verliert man doch sofort das Gefühl für ein stimmige SF-Welt.

Schade, aber den Versuch war’s wert.

Stony
Stony
4. November, 2008 01:20

Ich kann mich dem nur anschließen, die Stunde war doch recht verschwendete Zeit, hätte besser weiter mein Buch lesen sollen.

Das 'Datengespiele' auf den Riesenmonitoren sah anfangs ja noch ganz gut aus, wurde aber durch die 'Blitzeffekte' (Dekontaminationskammer und Panoramafenster) aber dem Vergessen im Grausen preisgegeben und die die bereits erwähnte 'Glatzen-Badekappe' war… ähmmm… einfach nur peinlich billig, genau wie das 'Was-auch-immer' das den beiden da im Keller hinterherflog…

Ansonsten sah der Film technisch wirklich nicht so schlecht aus, da hat man schon schlimmeres gesehn (vor allem wenn man bedenkt, daß das ja ein Studentenfilm mit wohl recht geringem Budget ist).

Was mich momentan mehr umtreibt ist die Frage, ob die Story nur schlecht umgesetzt wurde, oder ob die auch bei wenig hölzerner Spielweise (vor allem der Hauptdarstellerin) unrettbar Schrott gewesen ist/wäre…

Wortvogel
Wortvogel
4. November, 2008 01:22

@ Stony: Denise Zich ist nicht unbegabt, aber wenn man als Darstellerin die Story nicht kapiert, und die Dialoge so unnatürlich klingen – dann sieht man unter der fleischfarbenen Badekappe nicht besonders gut aus. Es stimmt eben nicht, dass ein guter Schauspieler ALLES glaubwürdig rüberbringen kann…

Stony
Stony
4. November, 2008 01:36

@WV: Jo, so kann und muß man das wohl sehen… 🙂

comicfreak
comicfreak
4. November, 2008 09:25

..dann war´s ja nicht so schlimm, dass ich eingeratzt bin 🙂

Btw: hat jemand noch 2m x 1m Wand frei und möchte da ein X-Men-Banner hin hängen?

Tinitus
Tinitus
4. November, 2008 11:04

@comicfreak: ICH ICH ICH ICH ICH *hüpf*

comicfreak
comicfreak
4. November, 2008 11:43

@ Tinitus

..geht klar. Versandvorschläge?

Bakterius
Bakterius
4. November, 2008 11:48

Das Highlight war für mich Malcoms Mutter als "Mutter" und wenn ich mich nicht ganz täusche war Micks PA die Stimme von Data. In nen guten Film hätte diese Gemüsefrau Fehlfunktion auch ganz lustig wirken können, so wirkte das irgendwie nicht ganz fertig, aber als hätte auch keiner den Mut gehabt das einfach rauszuschmeißen.
Am schlimmsten fand ich diese Soapdialoge zwischen den beiden Frauen, das hätte so in jeder barbistrocafeszene stattfinden können, wenn die eine Freundin sich bei der anderen über ihr schlimmes Leben und den doofen Typen ausheult.

Wortvogel
Wortvogel
4. November, 2008 11:49

@ Bakterius: Leider wahr – bei "Viel Spass, kleine Rebellin!" rollten meine Augen von ganz alleine…

Tornhill
Tornhill
4. November, 2008 12:27

Ah – dann wohl zu überleben, dass ich es als HR-Nichtempfänger verpasst habe…obwohl ich deutsche SF natürlich auch gerne unterstützen würde (aber der letzte deutsche Kurz-SF-Film, den ich sah, stank auch drei Meilen gegen den Wind…ich kriege den Titel nicht mehr auf die Reihe, aber es war ein enorm vorhersehbares Filmchen über bösen, bösen futuristischen Strafvollzug, der seine platte Pointe grandios versaute).

Peroy
Peroy
4. November, 2008 12:43

Science Fiction an sich ist auch so’n Ding… das ist ein sehr Scheisse-affines Genre, vor allem, wenn es nicht die Art von Science-Fiction ist, bei der gegen Riesenkäfer gekämpft wird oder Meteoriten die Erde plattmachen. Solche Zukunfts-Uto/Dysto/Sonstwaspien sind eigentlich taugen eigentlich nur als prätentiöse Hirnwichse…

Behaupte ich einfach mal…

Dr. Acula
4. November, 2008 13:03

@Torni

Das hört sich nach "Vortex" an und nach der gekürzten BR-Fernseh-Version. Reeein zufällig findest du bei mir ein Review zu Vergleichszwecken… (eigentlich war der ganz gut).

@Peroy
Armer Wurm.

Peroy
Peroy
4. November, 2008 13:26

Ich war nie Sci-Fi-Fan, mit dem Zeug abseits von "Star Wars" oder "Alien" kann man mich jagen. Sachen wie "Perry Rhodan" mit ihren ausschweifend epischen Story-Arcs und dem ganzen Gedöns muss man mögen, um es zu mögen. Und richtig schlimm wird das Ganze, wenn man Science groß und Fiction klein schreibt, wie das bei Dick, Asimov und Konsorten der Fall ist…

Gibt mir nichts, ist halt so…

Dr. Acula
4. November, 2008 13:40

@Peroy
Mit DER Aussage habe ich kein Problem…

OnkelFilmi
4. November, 2008 15:41

Totaler Grunz, aber auch nicht verwunderlich. 98% aller Filmstudenten verstehen von Genre (egal ob SciFi, Fantasy oder Horror) in etwa soviel wie ich von Nuklearmedizin – nämlich null, nada, niente. So wie die Politik immer noch vom unsäglichen Geist der 68er besessen ist, so sind die deutschen Filmschulen immer noch ein Asyl für Autorenfilmer und Pseudo-Intellektuelle, die alles was nach Genre riecht scheuen wie Old Nick das Weihwasser. Und selbst die verbliebenen zwei Prozent lassen sich nochmals teilen, in die, die Genre atmen, leben, verstehen und umsetzen können (wie der vom Torsten erwähnte Michael Pohl und die genialen Knösel/Neuhäuser), und in Nieten die innerlich gerne ein zweiter Bohm, Geissendörfer oder Wenders wären, sich aber nach aussen ganz rebellisch geben, und SCIENCE Fiction machen…

Die eingangs bereits erwähnte Plage des germanischen Abendlandes, die 68er, dichteten anno dazumal "Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren". Umgedichtet kann man heute sagen "Hinter deutschen Kameras, stinkendes Autorenfilmgas"! (Und ich weiss, daß der Reimfluss etwas holpert 😉 )

Tinitus
Tinitus
4. November, 2008 19:30

@comicfreak:

Da ich eh noch ein bedrucktes Sweatshirt und die Fortsetzungen Deines Comics brauche, kann das dann da mit rein. 😉 Ich meld mich per elektronischem Brief bei Dir ja?

@Stephan: Du bist ein Grammatiknazi. 😀

@Wortvogel: LCR war deutlich besser. Trotz seiner Mängel war das nämlich ein passabler Film zum einmal schaun. Also musste Dir auch nix verkneifen.

theNerd
theNerd
5. November, 2008 01:10

@Peroy: Also deine Kritik an Asimov kann ich ja noch verstehen ( obwohl ich zumindest seine Kurzgeschichten liebe), aber grade bei Dick spielt Wissenschaft doch meist nur eine Nebenrolle.

Peroy
Peroy
5. November, 2008 02:36

Ich verallgemeinere und schere über einen Kamm…

Peroy
Peroy
5. November, 2008 02:37

Außerdem haben mich die kurz zusammengefassten Inhaltsangaben seiner Storys und Geschichten in der Wikipedia schon genug abgeschreckt. Ich bin froh, dass "Next" mit Nicholas Cage so geworden ist, wie er geworden ist, und sich nicht genauer an die Vorlage hält…

comicfreak
comicfreak
5. November, 2008 09:26

..nicht SF, aber auch gelobt:

http://www.mcfinnenundwallace.com/

comicfreak
comicfreak
5. November, 2008 09:27

@ Tinitus

..geht klar

Tornhill
Tornhill
5. November, 2008 18:29

@Doc:

Tatsächlich! – "Vortex" war’s!
Aber nee…ich fand, der suckte.

Klar, Ausstattung, Optik etc. war toll, aber ich lege (von einigen Guilty Pleasures wie "Ultraviolet" abgesehen) mehr Wert auf Story, und da kränkelte es doch. Ich meine, JEDE VR-Geschichte versucht uns am Ende damit zu überraschen, eine Realitätsebene mehr zu haben, als sie vorgab…das war schon zu "Star Trek: TNG"-Zeiten nichts neues mehr.
Aber dann die lächerliche unstimmige moralische Prämisse…Wenn die reine FÄHIGKEIT zum Töten (und sei es, um das eigene Leben zu retten) als Verbrechen gilt, frage ich mich, womit die ihre Polizisten ausrüsten….

Nein, der Film hielt sich für klug und raffiniert, konnte aber nicht liefern – das gibt in Tornhillisthan noch immer die Guilliotine!

manhunter
5. November, 2008 20:04

@ Comicfreak:
Ein ambitionierter Amateurwestern aus Deutschland/Österreich? Zur Hölle, mein Interesse ist geweckt!

Dieter
Dieter
6. November, 2008 08:27

Warum nur habe ich den Eindruck, dass die sprechen und agieren (der holzhackende Soldat ist doch ein Witz) wie die ,,Schauspieler" von GZSZ?

Peroy
Peroy
6. November, 2008 13:04

Hier werden keine Soap Operas verunglimpft.

Wortvogel
Wortvogel
6. November, 2008 13:16

Wieso nicht?!

Allerdings muss ich Dieter inhaltlich auch widersprechen: Die schauspielerische Leistung in Serien wie GZSZ angesichts der Produktionsumstände wird oft unterbewertet.

Peroy
Peroy
6. November, 2008 14:44

Wir haben schon mit Soap-Darstellern gedreht, die sind nicht schlechter als andere Schauspieler und verdienen keineswegs in despektierliche Gänsefüßchen gesetzt zu werden…

comicfreak
comicfreak
6. November, 2008 19:03

..zurück zum Western:

Ich hab zwar noch keine Antwort von den Österreichern, aber in bester Erwartung schon mal die Rundfrage:
hätte wer Lust, zu einer Vorführung in den tiefsten Pfälzerwald in ein winziges Edelkino zu kommen?

Dieter
Dieter
6. November, 2008 23:54

@Peroy, Wortvogel: Zugegeben, ich kenne mich in den Soaps nicht aus. Ich kenne Catterfeld und Biedermann, finde beide attraktiv, gesanglich talentiert, besonders Biedermann, und fleissig. Aber schauspielerisch eher minderbegabt. Noch schlimmer ist es bei Olli P., der gar nichts davon hat. Soaps halte ich nicht aus, weshalb mir da der Überblick fehlt, und ich nehme die Gänsefüschen hiermit zurück.

Auch zurück zum Western: Ich fand das dennoch weder gut gesprochen noch sehr überzeugend gespielt, abgesehen von der Verwundung. Erinnert mich an Laienspielgruppe, die einen auf hart macht, oder ist das auch wieder ein Vergleich, der nicht geht?

Dieter
Dieter
7. November, 2008 00:04

Eieiei! Jetzt schnalle ich erst, dass das ein AMATEUR-Western ist! Ich nehme alles zurück, behaupte das Gegenteil und schließe mich den Ausreden meines Verteidigers an!

Schiebt´s auf mein Alter, aber das ist eine andere Rubrik.

Stefan Sikora
23. November, 2008 13:33

Meine Vorredner haben vollkommen Recht, wenn sie den im Phantastik-Fandom leider allzu häufig auftretenden Franchise-Wahn als eine der Ursachen dafür anführen, dass man Konzepten für deutsche Genre-Produktionen -auch von Seiten potentieller Finanziers-nicht traut. Dabei gäbe es sogar eine deutsche Franchice-Idee, die ihr kommerzielles Potential bereits bewiesen hat: Der deutsche Gruselheft-Roman. Einige werden vielleicht jetzt die Nase rümpfen aber wenn man bedenkt, dass die misslungene John Sinclair Verfilmung von RTL "Dämonenhochzeit" 5,5 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil bei der werberelevanten Zielgruppe von 27,5 Prozent hatte, mutet es doch seltsam an, dass bisher kein weiterer Versuch, ähnliche Stoffe für Kino oder TV zu bearbeiten, unternommen wurde. Der erstaunliche Erfolg, den John Sinclair nach wie vor als Hörspielreihe hat-bisher wurden über 1,5 Millionen Tonträger verkauft- und der Erfolg thematisch ähnlicher Filme wie "Blade" oder "Underworld" würden ebenfalls für das Pottential des "Gesisterjäger"-Konzepts sprechen. Ich trage mich dehalb schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, die Abenteuer von "Larry Brent" zu verfilmen. Larry Brent ist ein Geheimagent, der es auf seiner Missionen mit übernatürlichen Gegnern wie Vampiren und Dämonen zu tun bekommt. Ein "James Bond meets Horror"-Konzept also. Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

Wortvogel
Wortvogel
23. November, 2008 15:03

@ Stefan: Aus Zeitgründen mache ich es knapp – und schmerzhaft.

– Der "John Sinclair"-TV-Film war erfolgreich genug, um eine der desaströsten TV-Serien aller Zeiten nach sich zu ziehen.

– "Larry Brent" ist teuer, nicht frauenaffin, und basiert auf einer Groschenroman-Reihe, die vor 22 Jahren wegen Erfolglosigkeit eingestellt wurde – da werden sich die Sender drum reißen. Und "Horror" ist ein Wort, dass die ganz besonders gerne in Pitch-Meetings hören.

Der Groschenroman als solcher ist durchaus eine beliebte Quelle für Serien (Dr. Stefan Frank, Schwester Stefanie, Der Bergdoktor) – aber eben nicht im Genrebereich.

Wenn du mal in die Inhalte gehst, wirst du außerdem sehen, dass "Blade" und "Underworld" mitnichten "thematisch ähnlich" sind. Sie teilen mit LB das Genre, aber sonst wenig.

Stefan
23. November, 2008 16:22

@Wortvogel: Erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort. Stimmt, die TV-Serie hatte ich verdrängt. Zum Glück hat sie damals kaum jemand gesehen, sodass der Marke "Sinclair" kein allzu grosser Schaden zugefügt wurde. Dafür sprechen die Verkaufszahlen der Hörspiele. Immerhin war das Sinclair-Hörspiel "Der Anfang" das bisher einzige Hörspiel das es in die Media-Control-Charts schaffte.
Auch die thematische Ähnlickeit mit "Blade" und "Underworld", freilich aber noch mehr mit den ebenfalls sehr erfolgreichen Filmen "Constantine" und "Van Helsing" trifft meiner Meinung nach zumindest auf Sinclair allemal zu, wenn man sich das Thema "Auserwählter Kämpfer für das Gute tritt mit Spezialwaffen gegen eine Übermacht von dämonischen Kreaturen an" ansieht.

Doch nochmal zurück zu "Larry Brent": Soviel ich weiss, wurde die Reihe damals nach 192 Ausgaben nicht wegen Erfolglosigkeit eingestellt, sondern weil der Pabel-Verlag nach der Einstellung von "Dämonenkiller" und "Macabros" der Meinung war, mit einer verbliebenen Serie nichts mehr gegen das Programm von Bastei ausrichten zu können.
Inzwischen wurde "Larry Brent" im Blitz Verlag auch wieder aufgelegt.
Was das Problem der Sender mit "Horror" angeht hast du sicher Recht. Vielleicht sollte man denen das Ganze auch "actionreichen Mysterythriller" verkaufen.
Ein noch grösseres Problem aber ist sicher der zu betreibende finanzielle Aufwand – vor allem wenn man den Mut zum Risiko deutscher Sender bedenkt.

Grüße

Wortvogel
Wortvogel
23. November, 2008 16:31

@ Stefan: Abgesehen davon, dass von LB nur Nachdrucke veröffentlicht werden (und die noch dazu in Winz-Auflagen) kannst du kaum davon ausgehen, dass sich LB verkauft, weil JS ein Erfolg ist – da ist ein logischer Fehler drin, oder?

Du kannst auch nicht mit zwei verschiedenen Maßen messen – den Erfolg des JS-Films als Beleg anführen, dass es dafür ein Publikum gibt, und dann den Mißerfolg der Serie abtun, weil das ja kaum einer gesehen hat. Wenn man heute zu einem Sender geht, dann WIRD der fragen, wie die Serie damals lief (wenn er es nicht sowieso weiß). Ebenso wird jeder Sender fragen, warum er eine 30 Jahre alte Groschenroman-Serie verfilmen soll, statt einfach eine neue Property zu entwickeln, die besser in den aktuellen Mystery-Boom passt. Bei einem Sender, der 3 Millionen Zuschauer pro Folge haben will, sind ein paar Tausend LB-Veteranen komplett irrelevant.

Hinzu kommt, dass "Thema" und "Setup" nicht das Gleiche sind – in "Blade" und "Underworld" sind die okkulten Gestalten selbst der Mittelpunkt, nicht die menschlichen Kämpfer.

Ich bin durchaus dafür, eine Geisterjäger-Serie zu machen – aber die muss einfach neu entwickelt werden. "Buffy", "Charmed", "Angel" – DAS sind die Maßstäbe, mit denen man bei den Sendern arbeitet. Nicht "John Sinclair" und "Damona King"…

Stefan Sikor
23. November, 2008 17:24

@Wortvogel: Meine Annahme ist einfach die, dass das LB und JS das Setup "Held der gegen das Übernatürliche kämpft" teilen. Zudem schöpfen die Geschichten aus ähnlichen filmhistorischen Quellen (James Bond einerseits, Horrorfilme der 70er Jahre wie "Dawn of the Dead"andererseits) und sollten somit dieselben Zuschauerinteressen an spannender Action verknüpft mit einem Schuss wohligem Grusel und einer Prise Humor ansprechen.

Was den Misserfolg der JS-Serie angeht. liegt dieser wohl an der miserablen Qualität wie der Fehlbesetzung aller Hauptrollen, nicht vorhandene Action und billige Effekte begründet, was widerrum dazu führte, dass RTL die Serie -zum Glück- auf einem
Sendeplatz (Donnerstag, 22.15 Uhr) versteckte, der auch für eine gute Serie den Todesstoß bedeutet hätte.
Eine gut gemachte Sinclair-Serie auf einem guten Sendeplatz könnte -wie seinerzeit "Dämonenhochzeit" bewiesen hat- meiner Meinung nach wieder hervorragende Quoten erreichen.
Du hast natürlich Recht, wenn du schreibst, dass in "Blade" und "Underworld" die übernatürlichen Figuren im Mittelpunkt stehen, Filme mit menschlichen Geisterjägern wie Van Helsing oder Constantine haben jedoch auch mit 300 Millionen Dollar (Van Helsing) bzw. 230 Millionen (Constantine) Einspielergebnis grosse Erfolge zu verzeichnen.
Das bringt mich zu der Annahme dass das "Geisterjäger"-Sujet kommerzielles Potential hat -wobei wahrscheinlich nicht mal Spielberg d a s Rezept für einen garantierten Erfolgsfilm hat.

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es an der Zeit für eine -wenn auch eigens entwickelte- Geisterjäger-Serie aus deutschen Landen wäre.
Die technischen Möglickeiten wären hierzulande inzwischen vorhanden.

Wortvogel
Wortvogel
23. November, 2008 17:33

@ Stefan: Du kannst TV und Kino nicht in einen Topf werfen – es gibt einen Grund, warum z.B. "James Bond" im Kino seit mehr als 40 Jahren erfolgreich läuft, aber es keine vergleichbare Fernsehserie mit Erfolg gibt.

Das Sujet "Geisterjäger" mag dir gefallen – woraus schließt du, dass es Interesse an einer so gelagerten TV-Serie gibt?

Bei deiner JS-Argumentation hakt es wieder – du hast selber zugegeben, dass der TV-Film auch schon grottenschlecht war. Somit kann der Misserfolg der Serie kaum auf qualitative Probleme geschoben werden. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass das BREITE deutsche Publikum (also nicht die Leser von Romanheften) einfach kein Interesse an deutscher Geisterjägerei hat? Die Frage, die man dir bei einem Sender immer zuerst stellen wird, ist: was macht das Thema für ein deutsches Publikum interessant?

Stefan Sikora
23. November, 2008 18:08

@Wortvogel: Die 5,5 Millionen Zuschauer von "Dämonenhochzeit" sind meines Erachtens Beweis genug für das Zuschauerinteresse. Kaum eine andere TV-Serie konnte bisher einen ähnlich erfolgreichen "Testballon" vorweisen. Dass "Dämonenhochzeit" misslungen war, bezog sich vor allem auf typische Mängel einer RTL-Produktion wie mangelnde Atmosphäre und hölzern agierende Darsteller. Im Gegensatz zur späteren TV-Serie war der Pilotfilm aber handwerklich einigermaßen sauber gemacht. Natürlich ist eine weitere Voraussetzung für jede TV-Produktion ein guter Sendeplatz, die zwar bei "Dämonenhochzeit" nicht jedoch bei der TV-Serie gegeben war.

Außerdem bleibt die Frage, warum im TV nicht etwas erfolgreich sein soll, was im Kino funktioniert. Nicht umsonst werden von Hollywood immer wieder Kinofilme zu TV-Serien und umgekehrt bearbeitet.

OXRACE
10. März, 2009 20:23

Gut 3 Monate später finde ich diesen Thread. Die "Diskussion" – schön und gut… dieser vermeintliche Herr S. legt hier die Hartnäckigkeit an den Tag, die man für solch ein Projekt auch haben sollte.

Ich möchte um meinetwillen auf jeden Fall klarstellen, dass der vorangegangene Schreiberling NICHT der Betreiber der Seite ist, auf die er verlinkt – (das bin nämlich ich).

Zeigt zwar einerseits irgendwie den guten Willen, auf das Voting aufmerksam zu machen – auf der anderen Seite legt er sich mit meinem Namen argumentativ so in´s Zeug, dass mir schlecht wird!

Will sagen: Bei den in Umlauf befindlichen, von mir ebenso ungeliebten gefakten Nicks habe ich nix gesagt – aber unter MEINEM Realnamen hier und sonstwo Diskussionen anzetteln, ist schon sehr armseelig… was sage ich – das Letzte an Zivilcourage eines lausigen Trittbrettfahrers!

Mach Deine Umfragen wo und wie´s Dir beliebt – aber nicht unter meinem Namen, O.K.!

Ich habe vor 3 Jahren begonnen, Meinungen und FAKTEN einzuholen. Die beteiligten Fans werden von mir informiert.

Die oben geschilderte Problematik mag im Allgemeinen existieren, im Speziellen ist es aber völlig anders gelagert – und das ist auch gut so!

Stefan Sikora

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2009 20:36

@ Stefan Sikora: Identitätsklau geht gar nicht, da haben Sie Recht. Und auch, wenn ich im konkreten Fall eine andere Meinung habe als Sie (was die Verfilmung angeht), wünsche ich Ihnen dennoch alles Gute damit.

OXRACE
10. März, 2009 23:14

Danke.

Die Sender und Produktionen sind genau Deiner/Ihrer Meinung: Zu wenig Publikum, zu riskant sowieso, nicht frauenaffin…

Ich weiß das. Damit gehe ich absolut konform… daher mußte ich mir vorhin auch etwas Luft verschaffen – sorry.

Die beteiligten Fans wissen das zum Großteil übrigens auch und ich mache keinen Hehl daraus.

Im künstlerischen Kontext sieht die Sache wiederum ganz anders aus – und auch nur dort möchte ich das Projekt plaziert wissen.

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2009 23:45

@ Oxrace: Und nur darum ging es mir. Es ist ja nicht so, dass ich selbst keinen Macabros oder Brent-Film sehen möchte (ich habe schließlich ein halbes Dutzend Original-Gemälde der Cover hier stehen). Aber als "Insider" kenne ich die Branche, und weiß, wo es hakt. Würde mich aber dennoch freuen, wenn etwas gedreht wird.

OXRACE
11. März, 2009 01:01

Ich halt mich ran.

Ansonsten hat die Welt wohl gerade auf dieses Ereignis nicht gewartet…

…Zumindest ist die derzeitige "Konkurrenzsituation" sehr übersichtlich. Das hat auch was für sich 😉

Viele Grüße

milan8888
milan8888
31. August, 2009 23:32

Vakuum läuft grad auf SciFi