Es gibt ambitionierte deutsche Science Fiction. Sicher nicht bei den Privatsendern – auch die Öffentlich-Rechtlichen haben nach einer großartigen Geschichte voller preisgekrönter „Wissenschaftsthriller“ (Erler) das Thema praktisch aufgegeben.

Aber an den Filmschulen lungert immer wieder Nachwuchs herum, der noch nicht vergessen hat, wie geil er „Matrix“ fand, „Blade Runner“, oder meinetwegen auch „Stargate“. Die Kurzfilme von Knoesel und Neuhäuser, „Ausgestorben“ und „Vortex“ von Michael Pohl, etc. sind gute Beispiele, dass sich mit wenig Aufwand wirklich breite phantastische Geschichten erzählen lassen. An den Filmhochschulen gibt es zwar wenig Geld, aber dafür auch keine Vorzensur von Sendern, Produktionsfirmen, oder etwaigen Finanziers.

Leider werden die talentierten Autoren und Regisseure später vom System schnell für „In aller Freundschaft“ und „Soko Wismar“ absorbiert.

Heute Abend kommt um 23.00 Uhr 23.45 Uhr im HR der einstündige Film „Vakuum“. Die Inhaltsangabe liest sich gar nicht schlecht:

vakuum„Im Jahr 2024. Der 27-jährige Mick arbeitet für Singen Industries, den Marktführer auf dem Gebiet der Informationstechnologien. Eines Tages führt ihn ein Reparaturauftrag zu einem Hive. Dieser riesige, sterile Komplex bietet den Menschen, deren geschwächtes Immunsystem ein Leben an der freien Luft unmöglich macht, Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Als Mick an einer Fensterfront arbeitet, geschieht das Unfassbare: Seine tot geglaubte Freundin Lilia betritt den Raum, und längst vergessene Gefühle werden wieder lebendig. Obwohl das schwere Isolierglas immer zwischen ihnen stehen wird, finden die beiden in den gemeinsamen Momenten ihr größtes Glück. Als Lilias einzige Freundin im Hive plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, offenbart sich das grausame Geheimnis des technologischen Fortschritts von Singen Industries. Lilia gerät in höchste Gefahr. Um sie zu retten, muss Mick bis in das Herz des Hives eindringen. Doch bereits seine Anwesenheit in dem sorgsam ausbalancierten System bedeutet eine Gefahr für Lilias Leben. Sie aus dem Hive zu entfernen, hieße sie umzubringen. Doch in einer Welt, in der kalte, gefühllose Technik das gesamte Leben bestimmt, ist das Leben vielleicht das einzige, was man nicht mehr zu verlieren hat.“

Es würde mich freuen, wenn sich ein größerer Kreis fände, so einen Film zu unterstützen, und wenn wir statt des neusten US-Blockbusters auch mal den deutschen Nachwuchs diskutieren könnten.

Darf ich auf euch hoffen?



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Peroy
Peroy

Schon aus Eigeninteresse…

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[…] via Wortvogel […]

tbee

klingt für ich nach Soylent Green [http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022%E2%80%A6_die_%C3%BCberleben_wollen] aber warum nicht wenn es gut gemacht ist…

Dieter
Dieter

HR kriege ich nicht. Liest sich sehr interessant!

Peter
Peter
Dr. Acula

Muss ma kucken. Wenn ich HR tatsächlich in meinem Digipaket habe (ich kann mir nie merken, welche Dritten dazugehören), wird’s aufgenommen.

milhouse
milhouse

Hive-Kekse sind Menschenfleisch!
(okay, tbee war schneller)

Versuche dabei zu sein, ist technisch aber nicht ganz unkompliziert … kann nicht direkt gucken und hr aufzunehmen erfordert kleinere Umbaumaßnahmen. Ach, wird schon.

Sehr löblicher Aufruf, Wortvogel!

Joe
Joe

HR? Da habe ich mir doch am Freitag passend zum Datum „Luther“ angesehen. Musste drei Minuten lang puzzeln, um die Audiodeskription wegzukriegen… Aber zum Thema: Guter Hinweis, heute also wieder HR. 🙂

trackback

[…] Uhr im HR der deutsche Science-Fiction-Film “Vakuum”. Darauf aufmerksam gemacht hat der Wortvogel, in dessen Blog man genaueres über den Film nachlesen kann. In einem muss ich ihm Recht geben: […]

Dr. Acula

Das Problem ist, dass es eigentlich keine „SF-Fans“ mehr gibt, sondern nur noch Franchise-Nerds.

Dieter
Dieter

@Peter: DANKE!!! Klasse!

Stephan
Stephan

Dr. Acula

Völlig richtig! Wenn man auf diversen Seiten rumsurft, hat man auch das Gefühl niemand liest mehr Klassiker. Da werden bei irgendwelchen drittklassigen Serien Plots gelobt, für die Asimov, Heinlein et.al. bereits maximal ein Schulterzucken übrig hatten.

Dr. Acula

@stephan

SF, also *richtige* SF ist sowieso leider ein aussterbendes Genre, was m.E. zwei Hauptgründe hat, die miteinander zusammehängen. Erstens der Franchise-Wahn – alles MUSS unbedingt an einer bekannten Marke hängen, sonst liest’s/kuckt’s/kauft’s keiner, sei es Star Trek, Star Wars, Stargate, Battletech (ich weiß nicht, wie’s da momentan aussieht, aber so vor 10 Jahren rum waren die Battletech-Romane noch einer der Lichtblicke im geschriebenen SF-Genre), Perry Rhodan – und da können dann die Nerds genüsslich aufeinander einkloppen und sich gegenseitig versichern, welche Kacke sie doch lesen/kucken/kaufen.

Dummerweise scheint dieser Franchise-Wahn auch auf Autoren durchzuschlagen, denn unter einem achtbändigen Zyklus macht’s heute ja offensichtlich keiner mehr – was mich persönlich sehr nervt, weil ich gerne mal EINEN SF-Roman lesen möchte, so richtig mit Anfang, Mitte und Schluss und nicht nur Teil 3 des 28-teiligen Yorkslgrüks-Zyklus (das hat mir dann auch Battletech verleidet, weil der Kram zwar verhältnismäßig gut geschrieben war, aber ich mir irgendwann ausrechnen konnte, dass ich nie ernstlich einen Saga-Abschluss mitverfolgen können würde).

Naja, und drittens scheint sich SF für Autoren auch nicht mehr wirklich zu lohnen… wenn man die Neuerscheinungen ansieht, ist das „phantastische“ Genre mittlerweile ja zu 50 % klassische Fantasy und zu 50 % Dark Fantasy (also Vampirkrams etc.). Da hilft einem nur noch, alte Klassiker wiederzuentdecken (ich hab mir jüngst einen Schwung alte UTOPIA-Bände auf eBay ersteigert – da besteht zumindest ne plausible Chance, eine zwar gekürzte und furchtbar übersetzte, aber zumindest gute Geschichte zu finden…).

Boah. Rant over. 🙂

comicfreak
comicfreak

@ Dr. Acula

..reich doch mal einer Fremden deinen Namen und eine Postadresse unter koenigfaust@aol.com

@ Wortvogel

..klingt toll. Aber dank Junior, Zeitumstellung und galloppierenden Alters ratze ich mittlerweile um knapp 21.00 Uhr weg.
🙁

Stephan
Stephan

@Dr. Acula
Danke! Besser hätte man es nicht sagen können.

Im übrigen bin ich froh, daß ich nicht der einzige bin, der Battletech gelesen und (zumindest damals) ziemlich gut gefunden hat 😉

Was (zumindest vor fünf Jahren) noch ganz gut gelebt hat, waren amerikanische Zeitschriften – in meinen alten Asimovs und F&SF lese ich heute noch gerne, da sind einige (auch literarische) Perlen.

Ansonsten gibt es tatsächlich noch viele ungelesene Klassiker mit denen man sich über Wasser halten kann.

@Torsten
Auftrag: Guten, einbändigen SciFi-Roman in eigener, origineller Welt schreiben. Bis nächste Woche. Hopp Hopp!

Dr. Acula

@Vogel

Discussion NOW! This I command! 🙂

@Stephan
Battletech fand ich wirklich recht gut, zumal das ja auch nicht die letzten Schmierfinken waren – Stackpole u.ä. sind durchaus gute Autoren, und das Universum war interessant. Ich hab dann auch mal in die Shadowrun-Romane reingelesen, die ja teilweise von den gleichen Autoren waren, aber – obwohl ich das Shadowrun-Universum auch recht gern mag – die haben mich nicht ganz so gepackt.

Zu der Zyklus-Geschichte noch mal kurz… z.B. hab ich vor einiger Zeit auf einem Grabbeltisch „Yeager“ von C.J. Cherry mitgenommen. Sehr guter Roman, gefiel mir gut – aber es ist natürlich auch Teil eines großen Zyklus (erfreulicherweise aber wenigstens auch ohne Hintergrundkenntnisse lesbar). Wie gesagt, ich hab nix gegen komplexe Universen – aber ich habe auch gern abgeschlossene Geschichten, da könnten viele Autoren noch von Altmeistern wie Asimov lernen, bei dem fast alle Romane ja irgendwie in die Foundation-Saga reinpasst, aber trotzdem alle auch eigenständig lesbar sind…

@comicfreak
Mach ich glatt 🙂

Dr. Acula

@vogel

Pah! Darauf komm ich auch noch alleine *schmoll*

[Labersack]-Clan

[…]Der Torsten Dewi hat in seinem Blog mal auf Interessantes aus deutschen Landen hingewiesen. […]

Na ich schau es mir auf jeden Fall an.
Tinitus (aka Commander b0b)

Stephan
Stephan

Der Gebrauch von Eigennamen mit Artikeln verursacht Augenkrebs…

comicfreak
comicfreak

*muahaha*

Mollari
Mollari

„Dummerweise scheint dieser Franchise-Wahn auch auf Autoren durchzuschlagen, denn unter einem achtbändigen Zyklus macht’s heute ja offensichtlich keiner mehr – was mich persönlich sehr nervt, weil ich gerne mal EINEN SF-Roman lesen möchte, so richtig mit Anfang, Mitte und Schluss und nicht nur Teil 3 des 28-teiligen Yorkslgrüks-Zyklus“

Unterschreib, unterschreib, unterschreib.

Wie passend, dass ich heute morgen dagegensteuern konnte, als mir ein deutscher (!), keinem Zyklus angehöriger (!) und bei Suhrkamp erschienener (!!! – Ich dachte, da erscheint höchstens Lem) SF-Roman für beschämende 2 Euro in die Hände fiel: „Hundert Tage auf Stardawn“ von Matthias Robold. Ich bin gespannt.
Wie auch auf Vakuum. Der Film, dem man es sogar verzeihen würde, wenn das Urteil der Kritik „Das war nichts“ lauten würde. 😉

Dr. Acula

@Mollari

Bitte durchfunken, ob das Buch was taugt 😉

Ansonsten würde ich da ja glatt selbst gegensteuern, aber meine sämtlichen Ideen sind auf mindestens fünf Bände angelegt 🙂

Mollari
Mollari

Hehe, ja, das Wort „Stardawn“…

…da soll doch was für Franchise-Nerds hochgezogen werden, soll doch da.

Na gut, ich werde dann funken.

Splinter
Splinter

@ Torsten: Kann es sein, dass du dich mit der Uhrzeit vertan hast? Nach meinen Infos läuft er um 23.30 Uhr.

Beste Grüße

slashy
slashy

slashdot-mode=“on“

I regularly enjoy SOKO Wismar, you insensitive clod!

Splinter
Splinter

Ja, ich hab TV Today und TV Movie abgeklappert. Ich denke, die haben kurzfristig einfach noch ein Ypsilanti-Special eingeschoben.

Aber nun ja… wir werden sehen. 🙂

theNerd
theNerd

Klingt interessant. Werde es wohl über nen Online-Videorecorder aufnehmen.

Zu den Roman-Serien: Da ich erst seit ca. 10 Jahren SF lese kenne ich viele Klassiker zum Glück noch nicht, und muss auf diese ganzen Serien nicht zugreifen.

blark
blark

Der hr-text (seite 305) sagt 23:45 Uhr.Wenn ich daran denke,werde ich es gucken.

Julian

Ich habe „Vakuum“ gesehen, vor einigen Jahren, ich glaube am Festival der Filmhochschulen.

Wenn ich mich recht erinnere, und das ist nun wirklich schon einige Filme her, habe ich ihn für das recht geringe Budget, das er wohl gehabt haben muss, recht gut gefunden. Die Geschichte war eine Mischung aus „THX 1138“ und „Logan’s Run“ (und dem späteren „The Island“), glaube ich, und mich hat der moralinsaure Aspekt der ganzen Sache etwas gestört. Einen cooleren Abschlussfilm fand ich auf jeden Fall John Carpenters „Dark Star“, der wurde zwar auch philosophisch, aber auf einer niedrigeren Ebene. Es kann aber auch gut sein, dass ich da was verwechsle und er gar nicht so moralisch war. Auf jeden Fall erinnere ich mich an feuchtkalte Aussenaufnahmen in lichten Nadelwäldern und steril wirkende Innensets.

Definitiv aber sehenswert, und ein Beispiel dafür, dass SciFi weder teuer noch aus Hollywood sein muss.

Plot summary der IMDb, geschrieben vom Regisseur:
http://www.imdb.com/title/tt0410836/plotsummary

Peroy
Peroy

Hehehe, gerade wieder was gemerkt… in dem Wust überflüssiger dritterProgramme, die mich mit ihrer Existenz eh nur beleidigen, ist HR der eine Dreckssender, den ich nicht empfangen kann… ach ja…

Nun ja, ich hab’s probiert und wäre Willens gewesen, aber es hat nicht sollen sein…

Peroy
Peroy

Auf dem Laptop den ich gerade habe läufen nicht mal Youtube-Videos flüssige, ganz zu schweigen davon dass ich den Installations-Aufwand für diesen Film nicht betreiben werde…

milhouse
milhouse

Okay, dann brech ich auch mal ab, hab mir die erste Viertelstunde gegeben.

Interessant zu sehen, dass die Punkte, die man immer wieder eingehämmert bekommt und die man schnell für selbstverständlich hält, Charakterführung, Szenenaufbau, Plotploints und – ganz besonders – Motivation jeder einzelnen Figur, offenbar nicht selbstverständlich sind.

Und wenn sie fehlen, fehlt das Leben der Geschichte. Blutleer, gimmickhaft, und – genau, WV – bleiern, das war auch mein Eindruck. Fabian Busch grandios fehlbesetzt, cooler Sprücheklopfer passt einfach nicht zu ihm, und wenn dann die Sprüche nicht mal wirklich cool sind … nö.

Und bitte, ein einzelner Techniker fährt mit dem Jeep zu einem riesigen Technikkomplex, als offenbbar einzige Wartungsperson von außen? Da verliert man doch sofort das Gefühl für ein stimmige SF-Welt.

Schade, aber den Versuch war’s wert.

Stony
Stony

Ich kann mich dem nur anschließen, die Stunde war doch recht verschwendete Zeit, hätte besser weiter mein Buch lesen sollen.

Das ‚Datengespiele‘ auf den Riesenmonitoren sah anfangs ja noch ganz gut aus, wurde aber durch die ‚Blitzeffekte‘ (Dekontaminationskammer und Panoramafenster) aber dem Vergessen im Grausen preisgegeben und die die bereits erwähnte ‚Glatzen-Badekappe‘ war… ähmmm… einfach nur peinlich billig, genau wie das ‚Was-auch-immer‘ das den beiden da im Keller hinterherflog…

Ansonsten sah der Film technisch wirklich nicht so schlecht aus, da hat man schon schlimmeres gesehn (vor allem wenn man bedenkt, daß das ja ein Studentenfilm mit wohl recht geringem Budget ist).

Was mich momentan mehr umtreibt ist die Frage, ob die Story nur schlecht umgesetzt wurde, oder ob die auch bei wenig hölzerner Spielweise (vor allem der Hauptdarstellerin) unrettbar Schrott gewesen ist/wäre…

Stony
Stony

@WV: Jo, so kann und muß man das wohl sehen… 🙂

comicfreak
comicfreak

..dann war´s ja nicht so schlimm, dass ich eingeratzt bin 🙂

Btw: hat jemand noch 2m x 1m Wand frei und möchte da ein X-Men-Banner hin hängen?

Tinitus
Tinitus

@comicfreak: ICH ICH ICH ICH ICH *hüpf*

comicfreak
comicfreak

@ Tinitus

..geht klar. Versandvorschläge?

Bakterius
Bakterius

Das Highlight war für mich Malcoms Mutter als „Mutter“ und wenn ich mich nicht ganz täusche war Micks PA die Stimme von Data. In nen guten Film hätte diese Gemüsefrau Fehlfunktion auch ganz lustig wirken können, so wirkte das irgendwie nicht ganz fertig, aber als hätte auch keiner den Mut gehabt das einfach rauszuschmeißen.
Am schlimmsten fand ich diese Soapdialoge zwischen den beiden Frauen, das hätte so in jeder barbistrocafeszene stattfinden können, wenn die eine Freundin sich bei der anderen über ihr schlimmes Leben und den doofen Typen ausheult.

Tornhill
Tornhill

Ah – dann wohl zu überleben, dass ich es als HR-Nichtempfänger verpasst habe…obwohl ich deutsche SF natürlich auch gerne unterstützen würde (aber der letzte deutsche Kurz-SF-Film, den ich sah, stank auch drei Meilen gegen den Wind…ich kriege den Titel nicht mehr auf die Reihe, aber es war ein enorm vorhersehbares Filmchen über bösen, bösen futuristischen Strafvollzug, der seine platte Pointe grandios versaute).

Peroy
Peroy

Science Fiction an sich ist auch so’n Ding… das ist ein sehr Scheisse-affines Genre, vor allem, wenn es nicht die Art von Science-Fiction ist, bei der gegen Riesenkäfer gekämpft wird oder Meteoriten die Erde plattmachen. Solche Zukunfts-Uto/Dysto/Sonstwaspien sind eigentlich taugen eigentlich nur als prätentiöse Hirnwichse…

Behaupte ich einfach mal…

Dr. Acula

@Torni

Das hört sich nach „Vortex“ an und nach der gekürzten BR-Fernseh-Version. Reeein zufällig findest du bei mir ein Review zu Vergleichszwecken… (eigentlich war der ganz gut).

@Peroy
Armer Wurm.

Peroy
Peroy

Ich war nie Sci-Fi-Fan, mit dem Zeug abseits von „Star Wars“ oder „Alien“ kann man mich jagen. Sachen wie „Perry Rhodan“ mit ihren ausschweifend epischen Story-Arcs und dem ganzen Gedöns muss man mögen, um es zu mögen. Und richtig schlimm wird das Ganze, wenn man Science groß und Fiction klein schreibt, wie das bei Dick, Asimov und Konsorten der Fall ist…

Gibt mir nichts, ist halt so…

Dr. Acula

@Peroy
Mit DER Aussage habe ich kein Problem…

OnkelFilmi

Totaler Grunz, aber auch nicht verwunderlich. 98% aller Filmstudenten verstehen von Genre (egal ob SciFi, Fantasy oder Horror) in etwa soviel wie ich von Nuklearmedizin – nämlich null, nada, niente. So wie die Politik immer noch vom unsäglichen Geist der 68er besessen ist, so sind die deutschen Filmschulen immer noch ein Asyl für Autorenfilmer und Pseudo-Intellektuelle, die alles was nach Genre riecht scheuen wie Old Nick das Weihwasser. Und selbst die verbliebenen zwei Prozent lassen sich nochmals teilen, in die, die Genre atmen, leben, verstehen und umsetzen können (wie der vom Torsten erwähnte Michael Pohl und die genialen Knösel/Neuhäuser), und in Nieten die innerlich gerne ein zweiter Bohm, Geissendörfer oder Wenders wären, sich aber nach aussen ganz rebellisch geben, und SCIENCE Fiction machen…

Die eingangs bereits erwähnte Plage des germanischen Abendlandes, die 68er, dichteten anno dazumal „Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“. Umgedichtet kann man heute sagen „Hinter deutschen Kameras, stinkendes Autorenfilmgas“! (Und ich weiss, daß der Reimfluss etwas holpert 😉 )

Tinitus
Tinitus

@comicfreak:

Da ich eh noch ein bedrucktes Sweatshirt und die Fortsetzungen Deines Comics brauche, kann das dann da mit rein. 😉 Ich meld mich per elektronischem Brief bei Dir ja?

@Stephan: Du bist ein Grammatiknazi. 😀

@Wortvogel: LCR war deutlich besser. Trotz seiner Mängel war das nämlich ein passabler Film zum einmal schaun. Also musste Dir auch nix verkneifen.

theNerd
theNerd

@Peroy: Also deine Kritik an Asimov kann ich ja noch verstehen ( obwohl ich zumindest seine Kurzgeschichten liebe), aber grade bei Dick spielt Wissenschaft doch meist nur eine Nebenrolle.

Peroy
Peroy

Ich verallgemeinere und schere über einen Kamm…

Peroy
Peroy

Außerdem haben mich die kurz zusammengefassten Inhaltsangaben seiner Storys und Geschichten in der Wikipedia schon genug abgeschreckt. Ich bin froh, dass „Next“ mit Nicholas Cage so geworden ist, wie er geworden ist, und sich nicht genauer an die Vorlage hält…

comicfreak
comicfreak

..nicht SF, aber auch gelobt:

http://www.mcfinnenundwallace.com/

comicfreak
comicfreak

@ Tinitus

..geht klar

Tornhill
Tornhill

@Doc:

Tatsächlich! – „Vortex“ war’s!
Aber nee…ich fand, der suckte.

Klar, Ausstattung, Optik etc. war toll, aber ich lege (von einigen Guilty Pleasures wie „Ultraviolet“ abgesehen) mehr Wert auf Story, und da kränkelte es doch. Ich meine, JEDE VR-Geschichte versucht uns am Ende damit zu überraschen, eine Realitätsebene mehr zu haben, als sie vorgab…das war schon zu „Star Trek: TNG“-Zeiten nichts neues mehr.
Aber dann die lächerliche unstimmige moralische Prämisse…Wenn die reine FÄHIGKEIT zum Töten (und sei es, um das eigene Leben zu retten) als Verbrechen gilt, frage ich mich, womit die ihre Polizisten ausrüsten….

Nein, der Film hielt sich für klug und raffiniert, konnte aber nicht liefern – das gibt in Tornhillisthan noch immer die Guilliotine!

manhunter

@ Comicfreak:
Ein ambitionierter Amateurwestern aus Deutschland/Österreich? Zur Hölle, mein Interesse ist geweckt!

Dieter
Dieter

Warum nur habe ich den Eindruck, dass die sprechen und agieren (der holzhackende Soldat ist doch ein Witz) wie die ,,Schauspieler“ von GZSZ?

Peroy
Peroy

Hier werden keine Soap Operas verunglimpft.

Peroy
Peroy

Wir haben schon mit Soap-Darstellern gedreht, die sind nicht schlechter als andere Schauspieler und verdienen keineswegs in despektierliche Gänsefüßchen gesetzt zu werden…

comicfreak
comicfreak

..zurück zum Western:

Ich hab zwar noch keine Antwort von den Österreichern, aber in bester Erwartung schon mal die Rundfrage:
hätte wer Lust, zu einer Vorführung in den tiefsten Pfälzerwald in ein winziges Edelkino zu kommen?

Dieter
Dieter

@Peroy, Wortvogel: Zugegeben, ich kenne mich in den Soaps nicht aus. Ich kenne Catterfeld und Biedermann, finde beide attraktiv, gesanglich talentiert, besonders Biedermann, und fleissig. Aber schauspielerisch eher minderbegabt. Noch schlimmer ist es bei Olli P., der gar nichts davon hat. Soaps halte ich nicht aus, weshalb mir da der Überblick fehlt, und ich nehme die Gänsefüschen hiermit zurück.

Auch zurück zum Western: Ich fand das dennoch weder gut gesprochen noch sehr überzeugend gespielt, abgesehen von der Verwundung. Erinnert mich an Laienspielgruppe, die einen auf hart macht, oder ist das auch wieder ein Vergleich, der nicht geht?

Dieter
Dieter

Eieiei! Jetzt schnalle ich erst, dass das ein AMATEUR-Western ist! Ich nehme alles zurück, behaupte das Gegenteil und schließe mich den Ausreden meines Verteidigers an!

Schiebt´s auf mein Alter, aber das ist eine andere Rubrik.

Stefan Sikora

Meine Vorredner haben vollkommen Recht, wenn sie den im Phantastik-Fandom leider allzu häufig auftretenden Franchise-Wahn als eine der Ursachen dafür anführen, dass man Konzepten für deutsche Genre-Produktionen -auch von Seiten potentieller Finanziers-nicht traut. Dabei gäbe es sogar eine deutsche Franchice-Idee, die ihr kommerzielles Potential bereits bewiesen hat: Der deutsche Gruselheft-Roman. Einige werden vielleicht jetzt die Nase rümpfen aber wenn man bedenkt, dass die misslungene John Sinclair Verfilmung von RTL „Dämonenhochzeit“ 5,5 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil bei der werberelevanten Zielgruppe von 27,5 Prozent hatte, mutet es doch seltsam an, dass bisher kein weiterer Versuch, ähnliche Stoffe für Kino oder TV zu bearbeiten, unternommen wurde. Der erstaunliche Erfolg, den John Sinclair nach wie vor als Hörspielreihe hat-bisher wurden über 1,5 Millionen Tonträger verkauft- und der Erfolg thematisch ähnlicher Filme wie „Blade“ oder „Underworld“ würden ebenfalls für das Pottential des „Gesisterjäger“-Konzepts sprechen. Ich trage mich dehalb schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, die Abenteuer von „Larry Brent“ zu verfilmen. Larry Brent ist ein Geheimagent, der es auf seiner Missionen mit übernatürlichen Gegnern wie Vampiren und Dämonen zu tun bekommt. Ein „James Bond meets Horror“-Konzept also. Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

Stefan

@Wortvogel: Erst mal vielen Dank für die schnelle Antwort. Stimmt, die TV-Serie hatte ich verdrängt. Zum Glück hat sie damals kaum jemand gesehen, sodass der Marke „Sinclair“ kein allzu grosser Schaden zugefügt wurde. Dafür sprechen die Verkaufszahlen der Hörspiele. Immerhin war das Sinclair-Hörspiel „Der Anfang“ das bisher einzige Hörspiel das es in die Media-Control-Charts schaffte.
Auch die thematische Ähnlickeit mit „Blade“ und „Underworld“, freilich aber noch mehr mit den ebenfalls sehr erfolgreichen Filmen „Constantine“ und „Van Helsing“ trifft meiner Meinung nach zumindest auf Sinclair allemal zu, wenn man sich das Thema „Auserwählter Kämpfer für das Gute tritt mit Spezialwaffen gegen eine Übermacht von dämonischen Kreaturen an“ ansieht.

Doch nochmal zurück zu „Larry Brent“: Soviel ich weiss, wurde die Reihe damals nach 192 Ausgaben nicht wegen Erfolglosigkeit eingestellt, sondern weil der Pabel-Verlag nach der Einstellung von „Dämonenkiller“ und „Macabros“ der Meinung war, mit einer verbliebenen Serie nichts mehr gegen das Programm von Bastei ausrichten zu können.
Inzwischen wurde „Larry Brent“ im Blitz Verlag auch wieder aufgelegt.
Was das Problem der Sender mit „Horror“ angeht hast du sicher Recht. Vielleicht sollte man denen das Ganze auch „actionreichen Mysterythriller“ verkaufen.
Ein noch grösseres Problem aber ist sicher der zu betreibende finanzielle Aufwand – vor allem wenn man den Mut zum Risiko deutscher Sender bedenkt.

Grüße

Stefan Sikor

@Wortvogel: Meine Annahme ist einfach die, dass das LB und JS das Setup „Held der gegen das Übernatürliche kämpft“ teilen. Zudem schöpfen die Geschichten aus ähnlichen filmhistorischen Quellen (James Bond einerseits, Horrorfilme der 70er Jahre wie „Dawn of the Dead“andererseits) und sollten somit dieselben Zuschauerinteressen an spannender Action verknüpft mit einem Schuss wohligem Grusel und einer Prise Humor ansprechen.

Was den Misserfolg der JS-Serie angeht. liegt dieser wohl an der miserablen Qualität wie der Fehlbesetzung aller Hauptrollen, nicht vorhandene Action und billige Effekte begründet, was widerrum dazu führte, dass RTL die Serie -zum Glück- auf einem
Sendeplatz (Donnerstag, 22.15 Uhr) versteckte, der auch für eine gute Serie den Todesstoß bedeutet hätte.
Eine gut gemachte Sinclair-Serie auf einem guten Sendeplatz könnte -wie seinerzeit „Dämonenhochzeit“ bewiesen hat- meiner Meinung nach wieder hervorragende Quoten erreichen.
Du hast natürlich Recht, wenn du schreibst, dass in „Blade“ und „Underworld“ die übernatürlichen Figuren im Mittelpunkt stehen, Filme mit menschlichen Geisterjägern wie Van Helsing oder Constantine haben jedoch auch mit 300 Millionen Dollar (Van Helsing) bzw. 230 Millionen (Constantine) Einspielergebnis grosse Erfolge zu verzeichnen.
Das bringt mich zu der Annahme dass das „Geisterjäger“-Sujet kommerzielles Potential hat -wobei wahrscheinlich nicht mal Spielberg d a s Rezept für einen garantierten Erfolgsfilm hat.

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es an der Zeit für eine -wenn auch eigens entwickelte- Geisterjäger-Serie aus deutschen Landen wäre.
Die technischen Möglickeiten wären hierzulande inzwischen vorhanden.

Stefan Sikora

@Wortvogel: Die 5,5 Millionen Zuschauer von „Dämonenhochzeit“ sind meines Erachtens Beweis genug für das Zuschauerinteresse. Kaum eine andere TV-Serie konnte bisher einen ähnlich erfolgreichen „Testballon“ vorweisen. Dass „Dämonenhochzeit“ misslungen war, bezog sich vor allem auf typische Mängel einer RTL-Produktion wie mangelnde Atmosphäre und hölzern agierende Darsteller. Im Gegensatz zur späteren TV-Serie war der Pilotfilm aber handwerklich einigermaßen sauber gemacht. Natürlich ist eine weitere Voraussetzung für jede TV-Produktion ein guter Sendeplatz, die zwar bei „Dämonenhochzeit“ nicht jedoch bei der TV-Serie gegeben war.

Außerdem bleibt die Frage, warum im TV nicht etwas erfolgreich sein soll, was im Kino funktioniert. Nicht umsonst werden von Hollywood immer wieder Kinofilme zu TV-Serien und umgekehrt bearbeitet.

OXRACE

Gut 3 Monate später finde ich diesen Thread. Die „Diskussion“ – schön und gut… dieser vermeintliche Herr S. legt hier die Hartnäckigkeit an den Tag, die man für solch ein Projekt auch haben sollte.

Ich möchte um meinetwillen auf jeden Fall klarstellen, dass der vorangegangene Schreiberling NICHT der Betreiber der Seite ist, auf die er verlinkt – (das bin nämlich ich).

Zeigt zwar einerseits irgendwie den guten Willen, auf das Voting aufmerksam zu machen – auf der anderen Seite legt er sich mit meinem Namen argumentativ so in´s Zeug, dass mir schlecht wird!

Will sagen: Bei den in Umlauf befindlichen, von mir ebenso ungeliebten gefakten Nicks habe ich nix gesagt – aber unter MEINEM Realnamen hier und sonstwo Diskussionen anzetteln, ist schon sehr armseelig… was sage ich – das Letzte an Zivilcourage eines lausigen Trittbrettfahrers!

Mach Deine Umfragen wo und wie´s Dir beliebt – aber nicht unter meinem Namen, O.K.!

Ich habe vor 3 Jahren begonnen, Meinungen und FAKTEN einzuholen. Die beteiligten Fans werden von mir informiert.

Die oben geschilderte Problematik mag im Allgemeinen existieren, im Speziellen ist es aber völlig anders gelagert – und das ist auch gut so!

Stefan Sikora

OXRACE

Danke.

Die Sender und Produktionen sind genau Deiner/Ihrer Meinung: Zu wenig Publikum, zu riskant sowieso, nicht frauenaffin…

Ich weiß das. Damit gehe ich absolut konform… daher mußte ich mir vorhin auch etwas Luft verschaffen – sorry.

Die beteiligten Fans wissen das zum Großteil übrigens auch und ich mache keinen Hehl daraus.

Im künstlerischen Kontext sieht die Sache wiederum ganz anders aus – und auch nur dort möchte ich das Projekt plaziert wissen.

OXRACE

Ich halt mich ran.

Ansonsten hat die Welt wohl gerade auf dieses Ereignis nicht gewartet…

…Zumindest ist die derzeitige „Konkurrenzsituation“ sehr übersichtlich. Das hat auch was für sich 😉

Viele Grüße

milan8888
milan8888

Vakuum läuft grad auf SciFi