04
Okt 2008

No love for Doctor Boll

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

UPDATE: 45.000 Zuschauer haben am ersten Wochenende den Film in 201 Kopien gesehen – magerer Platz 9 der Charts. Nicht mal schlecht für Boll, aber miserabel für Schweiger.

Kein gutes Omen zum Deutschlandstart von "Far Cry" – Hauptdarstellerin Natalia Avelon distanziert sich bei Clixoom recht deutlich von ihrer neusten Rolle. Angesichts ihrer "Leistung" kann man diese Kommentare allerdings auch als Steinwurf aus dem Glashaus werten…

Avelon

Grundsätzlich finde ich es nicht legitim, einem Film bei der Promotion in die Kniekehlen zu treten. Natalia hat die Rolle freiwillig angenommen, und ist dafür bezahlt worden, ihr Gesicht hinzuhalten – und das gilt nicht nur für das belichtete Zelluloid, sondern auch für die Vermarktung. Es steht ihr schlicht nicht zu, dem Arbeitgeber in den Rücken zu fallen. "Offene Worte" und "ehrliche Meinung" hin oder her – wenn es ihr so am Herzen liegt, sich zu distanzieren, soll sie das nach der Kinoauswertung machen (ich habe über dieses Thema schon einmal geschrieben).

Bei einem Boll-Film kann ja auch niemand behaupten, er hätte keine Ahnung gehabt, worauf er sich einläßt – und das Drehbuch hat sie sicher vorher gelesen…



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Stephan
Stephan
4. Oktober, 2008 13:22

War das hier schonmal Thema?

http://www.petitiononline.com/RRH53888/

Nathan
Nathan
4. Oktober, 2008 14:35

Böses Foul, Ma’am. Eine der wichtigsten Lektionen für Aufsteiger: Höflich sein zu allen, denn man begegnet ihnen auf dem Weg nach unten wieder.

Für weitere Arbeitgeber sicherlich auch eine Warnung. Auch Hehn wird sich keinen Gefallen getan haben, wenngleich sein "Musikhotel am See des Erbrochenen" (demnächst in Ihrem ARD-Abendprogramm), oder wie der heißt, wirklich jeden Nachtritt rechtfertigt.

Peroy
Peroy
4. Oktober, 2008 17:11

So eine blöde Nuss, bei der hört sich das an, als wäre sie mit Waffengewalt am Set festgehalten worden… sicher…

Lukas
4. Oktober, 2008 18:39

Okay: Wer bei einem Boll-Projekt unterschreibt, sollte wissen, auf was er sich eingelassen hat.

Aber es gibt ja auch andere Fälle, wo am Ende irgendwas rauskommt, mit dem kaum noch einer der Beteiligten ernsthaft zufrieden sein kann. Der Regisseur kann seinen Namen zurückziehen, als Schauspieler geht das schlecht.

Da finde ich es dann zwar auch nicht sonderlich hilfreich, aber schon legitim, wenn man sich zu dem Ergebnis nicht mehr mit dem üblichen "I think everyone did an amazing job on this one" äußern will — sondern das Gegenteil dessen sagt.

Wortvogel
Wortvogel
4. Oktober, 2008 18:43

@ Lukas: nein. Das finde ich nicht okay. Wie gesagt: Promotion ist Bestandteil des Deals (und steht dementsprechend auch im Vertrag). Die Verantwortung, durch ihre Aussagen dem Film evtl. irreparabel zu schaden, kann Frau Avelon gar nicht auf sich nehmen. Es gibt genügend Möglichkeiten, die eigene Meinung zwischen den Zeilen durchscheinen zu lassen ("Es ist halt ein Actionfilm, der soll Spass machen, nicht zum Denken anregen" wäre ein guter Euphemismus für "Der ist hohl wie ein Meter Feldweg"). Für Ehrlichkeit ist in ein, zwei Jahren noch Zeit. Und wie Nathan richtig anmerkt: Einen Gefallen tut sich die Dame damit sicher nicht, was zukünftige Projekte angeht.

Im Internet-Zeitalter kann ein Regisseur seinen Namen nicht mehr zurückziehen – die "Alan Smithee"-Ära ist endgültig vorbei. Man WEISS, wer was gedreht hat. Allenfalls, wenn es verschiedene Autoren gibt, kann man versuchen, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Und gerade WEIL ein Film gerne mal scheiße wird, gilt auch für Darsteller: "Augen auf bei der Projekt-Wahl!". Das hat Frau Avelon anscheinend vernachlässigt.

Torsten
Torsten
4. Oktober, 2008 19:15

Wenn ein Schauspieler niemals, niemals, niemals irgendetwas schlechtes über einen indiskutabel schlechten Film sagen kann – wozu dann überhaupt Interviews?

Wortvogel
Wortvogel
4. Oktober, 2008 19:26

@ Torsten: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil – ich sprach spezifisch von Promo-Interviews VOR dem Kinostart. Die sind dafür da, WERBUNG zu machen, und nicht, den Film kritisch zu kommentieren. Das wissen die Verleiher, die Journalisten – und eigentlich auch die Darsteller. Der Darsteller darf gerne in seiner Autobiographie schreiben "Was mich damals geritten hat, in dem Scheiß mitzuspielen, kann ich nicht mehr erklären".

Im Normalfall bekommt man bei Promo-Interviews austauschbare Soundbites – im Idealfall bekommt man genügend nette Anekdoten, um das Interview spannend aufzubereiten. Kritische Reflektion ist da weder erwartet, noch erwünscht.

Torsten
Torsten
4. Oktober, 2008 21:42

Mich interessierte der Aspekt, warum Journalisten bei so etwas mitmachen sollen, wenn kritische Reflexion unerwünscht ist. Was Du beschreibst ist in meinen Augen eher PR-Arbeit.

Nehmen wir mal den Nicht-Journalisten Stewart und Colbert, deren Shows mittlerweile zu den Top Promotion-Plätzen gehören, dass selbst Papabear dort zur Buchvorstellung auftaucht. Wenn die beiden keine kritische Distanz zeigen, ist das wirklich schwer erträglich.

Zum Beispiel die Schulterklopfwettbewerbe mit Jerry Seinfeld. Oder das jüngste Interview von Colbert mit diesem Schulgründer, wo Colbert gleich der Werbepart gleich selbst übernimmt.

http://www.colbertnation.com/the-colbert-report-videos/186532/october-01-2008/dave-levin

Dieter
Dieter
4. Oktober, 2008 21:44

Ich bin geneigt, ihr zu verzeihen: 1. gönne ich Boll jeden unfairen Tritt in die Kniekehlen, 2. sieht Avalon in diesem Kleid (allerdings dämlicher Hut) umwerfend aus. Das schaltet bei mir jede Gerechtigkeitsempfindlichkeit aus. (Von wegen ,,ich bin ungeschminkt"! Aber selbst darüber kann ich dann wegsehen)

Nathan
Nathan
4. Oktober, 2008 22:09

Witzig, ich wiederum fand sie hier speckbackig und ausstrahlungsarm. Aber ist ja auch wurscht, Torsten, was Wortvogel da moniert, ist doch ganz einfach zu verstehen. Bevor ein Produkt nicht seine wie auch immer geartete Rezeption erfährt, kannst du als Involvierter nicht den natürlichen Lauf der Dinge durch Heckenschüsse beeinflussen. Du darfst es sogar nicht. Das nennt sich Anstand. Und basiert üblicherweise, in allen Branchen, auf dem Respekt vor den Kollegen und jenen Menschen, die einen bezahlt haben. Kein Wurstbudenmann schreit, "Der Kollege hat sich mit der Hand eben noch am Pillermann gekratzt", als eben jener dir die Currywurst reicht, kein Bäckerlehrling merkt keck an, dass man Mäuse im Lager hat, keine Zahnarzthelferin hält dir kurz vor der OP einen Zettel vor die Augen, wo drauf steht: "Die Zähne, die wir Ihnen gleich implantieren, hat der Herr Doktor heute Nacht auf dem örtlichen Friedhof mit einer Zange besorgt."

Kritikkompetenz ist ein rares Gut. Wie oft bist du bei Herrn und Frau Freund eingeladen, ihr sitzt beim Kaffee, Frau Freund spielt mit Baby Freund, du nippst am Kaffee, schiebst dir ein leckeres Stücken Apfelkuchen in den Mund und merkst fröhlich an "Tja, hihi, euer Baby sieht ein bisschen aus wie diese blöde Katze gestern, nachdem sie mir
untern Reifen gelaufen ist. Mal überlegt,
die kreischende kleine Hackfresse umzutauschen?"

Selten, oder? Nie? Anstand. Vernunft. Respekt. Da erkennst du sie.

Wortvogel
Wortvogel
4. Oktober, 2008 22:37

@ Nathan: Die Sache mit der Zange hat mich lachen machen 🙂

@ Torsten: Du verwechselst die Botschafter: Keiner der Besucher bei Colbert oder Stewart wird sagen "Mein Buch ist eigentlich eher mau, weil der Verleger mir die besten Stellen rausgestrichen hat". Und die Moderatoren sprechen meist die Bücher nur kurz an, und nutzen dann die Gelegenheit, den Gast zu ganz anderen Themen zu grillen. Auch hier wird keine konkrete Kritik geübt (mit hysterisch komischen Ausnahmen – die Auseinandersetzung Stewarts mit Chris Wallace zu seinem neuen Buch ist legendär). Und wenn Stewart den Film eines Gastes gesehen hat, sagt er NIEMALS: "Mir hat der Streifen nix gegeben, ich bin mittendrin eingeschlafen."

Die Gäste brauchen PR, der Moderator braucht Gäste – das ist weder verlogen noch deprimierend, es ist der Deal. Für konfrontativen Produktdiskurs sind andere Foren da.

Rotker
Rotker
4. Oktober, 2008 23:03

@Wortvogel: Ich will ja nicht klugscheißen, aber die Auseinandersetzung Stewarts mit Chris Matthews zu seinem neuen Buch ist noch legendärer 😉

Zum Thema: Als Unwissender (was die Filmbranche betrifft) hatte ich angenommen, dass sich ein Schauspieler heutzutage bei der Vertragsunterzeichnung nicht nur zur 'Herstellung' des Produktes 'Film', sondern auch zu einem gewissen Grad zu dessen Vermarktung verpflichtet (PR-Kampagne). Oder liege ich damit komplett falsch? Unter diesem Gesichtspunkt wäre es meiner Meinung nach das richtige, als unzufriedener Schauspieler die Zähne zusammenzubeißen und anstandshalber seine Kritik bis nach der PR-Kampagne/Kinoauswertung zurückzuhalten.

Wortvogel
Wortvogel
4. Oktober, 2008 23:13

@ Rotker: Matthews, klar. Ich dachte noch: "Das klingt irgendwie falsch…"

Wie ich oben geschrieben habe: In der Tat ist es mittlerweile üblich, auch die vorgeschriebenen PR-Maßnahmen vertraglich festzuhalten. Bei großen Stars ist das sogar nötig, weil viele von denen nie und nimmer mehr freiwillig in die Late Night Shows gehen würden. Natürlich kann man die Aussagen, die dort zu machen sind, nicht vorschreiben, aber ein gewisses Wohlverhalten wird erwartet. Ein legendäres Beispiel war Val Kilmer bei Leno zum Thema "Batman Forever", der kaum die Zähne auseinander bekam, weil er augenscheinlich komplett zugedröhnt war…

Will Tippin
Will Tippin
4. Oktober, 2008 23:49

"Die Sache mit der Zange hat mich lachen machen"

Ich bin ab Wurstbudenmann vor Lachen verreckt!

Torsten
Torsten
4. Oktober, 2008 23:57

@Wortvogel:

Doch, es ist deprimierend… deprimierend langweilig. Aber ich bin jemand, der keine TV-Zeitschriften liest oder Wetten Dass guckt.

Wenn selbst bei indiskutabel schlechten Produkten nicht mal minimale Ehrlichkeit erlaubt ist und niemand nachbohrt, sind Interviews sinnlos. IMHO.

Wortvogel
Wortvogel
5. Oktober, 2008 00:03

@ Torsten: Ich verstehe deinen Anspruch an Promo-Interviews nicht. Ist ein Interview nur dann gut, wenn man dem Darsteller seine ganz private Meinung zum Produkt aus der Nase zieht? Reicht es nicht, wenn er Anekdoten erzählt, nette Geschichten vom Set in petto hat, und dem Zuschauer ein wenig über den Hintergrund des Projekts erzählen kann?

Lindwurm
5. Oktober, 2008 00:59

Sollte sich Frau Avelon hier tatsächlich ihre Karriere verplappert haben – kein Problem, sie kann immer noch bei mir als Zimmermädchen arbeiten. Entsprechende French-maid-Uniform vorausgesetzt….

Mencken
Mencken
5. Oktober, 2008 03:37

Entweder das Verhalten ist vertraglich geregelt oder nicht – sollte dies der Fall sein, kann Boll ja klagen, ansonsten bewegt sich alles im zu akzeptierenden Rahmen.
Die Beispiele Bäcker, Zahnarzt und Wurstbude sehe ich auch anders, selbstverständlich wäre ein Mitarbeiter bei derartig krassen Verstößen gegen Anstand und Vorschriften verpflichtet die Kunden zu warnen – Loyalität kann hier keine Entschuldigung sein.

Wortvogel
Wortvogel
5. Oktober, 2008 11:06

@ Mencken: Selbst wenn es nicht im Vertrag geregelt wäre, gebietet es immer noch der Anstand, dem Film nicht in den Rücken zu schießen. Denn letztlich soll ja der Zuschauer entscheiden. Die Aufgabe, vor einem Film zu warnen, haben KRITIKER, nicht DARSTELLER.

Joe
Joe
5. Oktober, 2008 11:12

Nun, ich finde die Wurstbudenmann- und Zahnarzt- Beispiele ebenfalls sehr witzig, möchte aber Nachtschwärmer Mencken durchaus recht geben:
"selbstverständlich wäre ein Mitarbeiter bei derartig krassen Verstößen gegen Anstand und Vorschriften verpflichtet die Kunden zu warnen".
Das ist aber auch die Stelle, an der der Vergleich hinkt: Zum Einen ist die Beurteilung eines Films reine Meinungssache, zum Anderen kann die Konsumption eines (vermeintlich?) schlechten Films (entgegen gelegentlicher anderslautender Aussagen) keineswegs zu Gesundheitsbeschädigungen führen. Ich schließe mich der herrschenden Meinung an, dass das Verhalten der Frau Avelon indiskutabel und zutiefst dumm ist.

Torsten
Torsten
5. Oktober, 2008 12:45

Ich hab keinen Anspruch als Promo-Interviews – ich sehe schlichtweg ihren Sinn nicht.

Es ist als ob man eine Fernsehsendung aufzeichnet und dann gezielt die Werbeblöcke ansieht – und dann in den Supermarkt läuft, um Nutella und Bitburger zu kaufen.

Wortvogel
Wortvogel
5. Oktober, 2008 13:01

@ Torsten: Entweder liest du die Kommentare nicht richtig, oder bist etwas vernagelt – PR-Interviews haben den Zweck, einen Film zu promoten. Promoten heißt nicht "runtermachen". Wenn du es langweilig findest, einem Star dabei zuzuhören, wie er seinen neusten Film vorstellt, ohne ihn gleich in der Luft zu zerreissen, sei dir das vergönnt. Aber es sollte trotzdem verständlich sein, was Sinn und Zweck der Übung ist. Und die meisten Zuschauer finden es in der Tat ausreichend, charmant ein wenig über den Hintergrund des Projekts informiert zu werden.

Der Vergleich mit der Werbung ist derart unpassend und schlichtweg doof, dass ich darauf nicht eingehen werde.

Wenn man überhaupt einen Vergleich ziehen will, dann mit Trailern: Die sind auch dazu da, Zuschauer anzuheizen, und den Film bestmöglich darzustellen. Verzichtest du auch auf Trailer, weil der Film da nicht kritisch besprochen wird?

Torsten
Torsten
5. Oktober, 2008 14:18

Es ist eine Frage der Perspektive: Du siehst das Ganze aus der Lage eines Autoren, der sich nicht von aufmüpfigen Schauspielern in die Parade fahren lassen möchte. Ich hingegen sehe das aus der Perspektive des Lesers.

Ich erwarte nicht, dass Schauspieler ihre Werke heruntermachen sollen. Wenn es jedoch gänzlich ausgeschlossen ist, sind die Spielregeln so verändert, dass ein Einblick in die wirklichen Hintergründe die große Ausnahme ist.

Dein Vergleich zeigt, was ich meine: Trailer sind Werbung. Interviews in redaktionellen Medien sollten es nicht sein. Wer Promo-Interviews ohne Anspruch druckt und sich unreflektiert allen Branchen-Spielregeln beugt, ist nicht mehr als eine Werbepostille. Und da die Filmstudios nicht blöd sind, übergehen sie die Mittler einfach. Pro7 kann ja die Fragen des Interviewers von dem aktuellen Frauke-Ludowig-Klon nachsprechen lassen und in das "Interview" schneiden. Wo ist der Unterschied?

Tinitus
Tinitus
5. Oktober, 2008 14:29

Noch ein Torsten. Immer diese scheiss Sammelbegriffe. 😀
Aber mal im Ernst. Man sollte immer die Prioritäten setzen können. Wenn ich einen Job annehme und dafür bezahlt werde, habe ich ihn richtig zu machen. Im Falle von Frau Avelon ist es mit meinem Job gut zu vergleichen. Ich bin Verkäufer. Und ich werde dafür bezahlt die Produkte meiner Firma zu präsentieren und zu verkaufen. Ich kann mich nicht einfach hinstellen und sagen "Glauben sie mir, dass is hier alles Scheisse", um dann hinterher meinen Scheck zu verlangen.
Sie hat den Film gedreht und dafür Kohle bekommen. Wenn ihr das Ergebnis nicht passt soll sie das auf einen Zettel schreiben und wahlweise hinter den Spiegel oder neben die Urkunde der Bundesjugendspiele hängen. Aber NIE NIE NIE macht man das wofür man bezahlt wird im Vorfeld schon schlecht.
Das hat für mich auch nichts mit Anstand oder Respekt zu tun. Es ist ihr Job. Ein Polizist geht auch nicht nach Feierabend auf ne Demo und wirft Steine weil er eigentlich den Rechtsstaat scheisse findet. Ein Torsten Dewi geht nicht vor der Premiere von "Sumuru" oder "Apokalypse Eis" an die Öffentlichkeit und meckert rum obwohl man sein Drehbuch versaut hat. Warum? Weil sie bezahlt wurden für das was sie getan haben. Der Polizist für seinen Dienst. Torsten Dewi für sein Drehbuch.
Später irgendwann wenn die Bratwurst gelutscht ist, kann man seine Meinung dazu sagen. Vorher nicht.
Auch ich sage in meiner Freizeit nichts gegen meine Auftraggeber. Die finanzieren mir nämlich die Wohnung nebst Putzfrau und Bringedienst und Wäscherei.
Von Hartz4 schafft man sowas nich.

Wortvogel
Wortvogel
5. Oktober, 2008 14:29

@ Torsten: Du willst es nicht verstehen, und da ich langsam müde werde, mich zu wiederholen, lasse ich es einfach.

@ Tinitus: Ganz genau. Und ich bleibe bei meiner Grundaussage: Promo-Interviews sind nicht notwendigerweise leeres Gequassel, sondern können auch prima informativ und witzig sein. Nur kritisch – da beißen sie sich mit ihrer Existenzberechtigung…

Stony
Stony
5. Oktober, 2008 14:44

Als ich den Beitrag zum ersten mal las und mir dann das Interview ansah dachte ich zuerst: 'was will der Wortvogel eigentlich?'. Mir schien es bei dem Gespräch eher um die Dame selbst zu gehen als um eine Promo ihres letzten Films. Nur eine Frage zu letzterem nebst zwei kleineren Anschlußfragen.
Bis mir dann (als Laie der ich bin) aufging was wohl das Problem ist: einfach jedes Interview in solcher zeitnähe zum Release ist Promo, ob gewollt oder nicht, und somit kann man dem WV und allen anderen Kritikern einfach nur Recht geben, die Frau hat schlicht Scheiße gebaut. Entweder sie hat es (wie auch ich zu Anfangs) nicht als Promo gesehn (was sie aber hätte sollen), oder sie ist wirklich so dumm (wie sie scheint) und gibt absichtlich solche Antworten. Professionell war das so oder so nicht und sie darf sich nicht wundern wenn das noch Konsequenzen für ihre Zukunft hat. Hätte das Interview in dieser Form in vielleicht ein oder zwei Jahren stattgefunden, Schwamm drüber, wir hätten herzhaft lachen können, so ist es aber… naja… dazu wurde schon genug geschrieben. 😉

Torsten
Torsten
5. Oktober, 2008 14:51

Danke, Wiederholungen sind auch unnötig.

Ich hatte lediglich meine Meinung dargelegt. Dass Du mir zustimmst oder mich von Deinem Standpunkt überzeugst, wäre zu viel verlangt. Ich hatte lediglich gehofft, dass Du meine Argumentation verstehst, so wie ich auch Deine nachvollzogen habe. Aber das klappt nicht immer.

trackback

[…] und Wortvogel Torsten Dewi schäumt: Grundsätzlich finde ich es nicht legitim, einem Film bei der Promotion in die Kniekehlen zu […]

PabloD
PabloD
5. Oktober, 2008 17:49

"@ Nathan: Die Sache mit der Zange hat mich lachen machen :-)"

Ja klar, aber über die SpOn-Leute lästern 😉

Nathan
Nathan
5. Oktober, 2008 19:57

@Non-Wortvogel-Torsten: Du fühlst dich gerade missverstanden und so’n bisschen wie – was wäre ein gutes Beispiel – ein Sniper auf dem Campus-Kirchturm, vor dem alle kreischend wegspurten. Das schmerzt. Man fühlt sich allein, gemieden, das Kinn fängt an zu zucken, man rotzt ins Taschentuch, alternativ dazu in eine Sockenpuppe, falls man eine dabei hat.

Ich kann dich aber beruhigen. Du hast deinen Standpunkt vorbildlich ausgeführt. Sogar verständlich. Ich habe ihn verstanden. Der Vogel hat ihn verstanden. Menken hat ihn verstanden. Auch Peroy hätte ihn verstanden, wenn seine Mama ihm nicht übers WE das Internet gestrichen hätte. Alle haben ihn verstanden. Er ist nur erstaunlich wirklichkeitsbefreit, realitätsfern. Um nicht zu sagen: irre, scheiß-die-Wand-an-gaga.

Ich muss aber zugeben, dass deine Version von PR-Interviews auch amüsant wäre. Nur leider in dieser Dimension vermutlich nicht etablierbar.

Ich schlage aber vor, dass du den Pionier gibst, ’ne Film-Website aufmachst und mal so ein Interview nach deinem Gusto durchziehst. Fang mit was Deutschem an. Claude-Oliver Rudolph. Heinz Hoenig. Ralf Richter. Frag die mal, ob sie nicht Lust hätten, zu erklären, warum sie meistens Scheiße drehen. Haut hin. Und wie.

Torsten
Torsten
5. Oktober, 2008 20:07

Nathan: Wiederhole doch bitte mal meinen Standpunkt in Deinen Worten.

Dieter
Dieter
5. Oktober, 2008 20:09

Es ist in Ordnung, dämliche Filme des Geldes wegen zu drehen. Auch wenn Kier und Schweiger das wohl hoffentlich nicht so nötig haben, wie Avalon das für sich behauptet, haben sie sich doch eindeutig besser verhalten und weit eleganter Stellung bezogen.

Der wunderbare Armin Müller-Stahl hat auch erst Jahre nach dem ersten Akte-X-Streifen geäußert, dass er den Film unsäglich findet. Ebenso wie Sir Alec Guiness im Zusammenhang mit Star Wars. So macht man das und das sollte eine aufstrebende Jungdarstellerin beherzigen, wenn sie schlau ist.

Naja, aber sie sieht doch so

lassen wir das.

Nathan
Nathan
5. Oktober, 2008 20:27

Schweiger sprach unlängst gewohnt kernig in der "Vanity Fair", er drehe jeden Mist, solange er bezahlt werde, seine künstlerische Befriedigung finde er bei seinen eigenen Projekten. Sowas kann man (ausreichend bezugslos) sagen, wenn man Schweiger ist. Aber selbst ihm nähme man übel, wenn er kurz vor Filmstart sein neuestes Werk direkt und unverhüllt anpinkelte.

Absolutes No Go. Weiß jeder Profi. Kommt in der Selbstverständlichkeits-Rangliste gleich hinter "Hose zu nach Pipi" und "atmen nicht vergessen". Und durch Wiederholung wird deine Meinung, werter Torsten, nicht sinnvoller. Lässt sich doch weiter oben prima beobachten. Idealistisch, anarchistisch, gagaistisch.

Nix für ungut,
Nathan

Torsten
Torsten
5. Oktober, 2008 20:34

Nathan: Du reagierst auf etwas, was Du vielleicht gelesen hast – nur leider habe ich es nicht geschrieben.

Tinitus
Tinitus
5. Oktober, 2008 20:37

Sie hätte auch einfach sagen können "Es ist ein guter Uwe Boll Film.". Dann wissen die Richtigen was gemeint ist, und der Rest geht ins Kino und guckt Schweiger.
Ich wette The-original-Wortvogel-Torsten hätte sich köstlich amüsiert.

Und amit der Nathan auch mal was hat das nicht gegen ihn gerichtet ist:

Hab mir grad "Dungeon Siege" angeschaut. Guter Film. Schönes Wegwerfkino das einmal Laune macht. Kann man schön das Hirn abschalten. Muss wohl doch FarCry gucken. Will ja nich das die Kohle irgendwann nich mehr für den Cappu reicht. 😉

Da hast. Auch wenns Dir wahrscheinlich scheissegal ist. 😀

Nathan
Nathan
5. Oktober, 2008 20:58

Torsten, meinste? Ich nicht. Da hastes. Nathan doof. Wortvogel doof. Journalisten doof. Schauspieler doof. Alle doof. Bloß Torsten nicht.

Tinitus (nach dem ständigen Piepsen in meinem linken Ohr nett von dir, dass du mir jetzt mal hier schreibst, aber seit wann hab ich `nen PC im Gehörgang?): Du machst Nathan glücklich! 🙂 Schön dass noch jemand "Dungeon Siege" mag. Bolls Bester. Sogar eine 2 minus. Besser wird er nie werden.

Nathan meint aber immer noch, dass Boll Filme nicht drehen, sondern finanzieren sollte. Nathan hätte da ein paar Ideen, die – wartet es ab – legendär (!) werden könnten! Und wenn Nathan dann später Non-Wortvogel-Torsten (sollte übrigens dein Nick hier sein, da mich sonst permanent das Gefühl beschleicht, dass Wortvogel-Torsten ein bizarres Selbstgespräch führt) ein Interview gibt, schreibt er mit einem grandiosen, vernichtenden, flammend ins eigene Bett scheißenden Interview PR/Filmjournaille-Geschichte.

Na dann, sind wir alle glücklich.

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2008 05:13

"Auch Peroy hätte ihn verstanden, wenn seine Mama ihm nicht übers WE das Internet gestrichen hätte."

Der Laptop lahmt, aber es geht wieder, danke der Nachfrage…

comicfreak
comicfreak
6. Oktober, 2008 16:37

@ Torsten

..vergleiche das mal mit einem Arbeitszeugnis.
Der Arbeitgeber muss loben, was das Arbeitsgericht her gibt. Der potentielle nächste Arbeitgeber darf nicht beim vorherigen nachfragen, was wirklich Sache ist.

Der Unterschied zum PR-Interview?

Der Unterhaltungswert!
Und der ergibt sich aus den weißt-du-noch- und boah-war-das-krass-Anekdoten.
Diese Anekdoten sind der eigentliche Grund, ein PR-Interview zu lesen.
Ob dem Darsteller oder dem Reporter der Film persönlich gefallen hat? Siehe "Arbeitszeugnis".

😛

Wortvogel
Wortvogel
6. Oktober, 2008 16:48

@ comicfreak: Ich denke, Torsten WILL das nicht verstehen – auf seinem Blog meint er, ich würde wegen Natalias Aussagen "schäumen", und irgendwie ist das in seinen Augen natürlich auch alles der Versuch, Kritik zu unterdrücken.

You can lead a horse to water, but you can’t make it drink (the koolaid)…

Torsten
Torsten
6. Oktober, 2008 18:03

comicfreak: Glaub es oder nicht, das habe ich lange verstanden. Ich stelle eine ganz andere Frage: warum publiziert man den Müll dann?

Im Bunte-Interview wurde Till-Schweiger vor dem Far-Cry-Logo gefilmt, in der Mitte kommt ein Kurztrailer. Problem: im Interview selbst ist vom Film keine Rede, nur von einem ganz anderen Film.

Far-Cry mag noch so schrecklich sein – schlimmer als das Bunte-Interview kann er nicht sein. Es ist gräßlich, peinlich, sarah-palin-peinlich. Ich verstehe das einfach nicht. Aber es gibt ja auch Millionen Leute, die Sarah Palin toll finden – das verstehe ich auch nicht recht.

@Wortwart: Das "schäumen" bezieht sich auf das Zitat, das dahinter steht – den direkten Zusammenhang kann man am Doppelpunkt erkennen.

Wortvogel
Wortvogel
6. Oktober, 2008 18:15

@ Torsten: Und wo genau "schäume" ich in dem Zitat?

Wie du in diesem Kommentar selber gleich zweimal bemerkst – du verstehst es einfach nicht. Solche Leute gibt es.

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2008 18:51

"Glaub es oder nicht, das habe ich lange verstanden. Ich stelle eine ganz andere Frage: warum publiziert man den Müll dann?"

Gäbe es Demonstrationen gegen Kaugummibildchen, Tattoos zum aufrubbeln und Wunderbäumchen mit Neuwagenduft, dann würdest du bestimmt in der ersten Reihe mitmarschieren…

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2008 18:53

"45.000 Zuschauer haben am ersten Wochenende den Film in 201 Kopien gesehen – magerer Platz 9 der Charts. Nicht mal schlecht für Boll, aber miserabel für Schweiger."

Na komm', wart’s ab, da geht noch was. Ich geh' diese Woche auch noch, ein grippaler Infekt hat mich am Wochenende abgehalten…

Tinitus
Tinitus
6. Oktober, 2008 18:54

Irgendwie erinnert er mich in seiner absoluten Resistenz gegen jedes Argument an Ekmar. 😀

Wortvogel
Wortvogel
6. Oktober, 2008 18:57

@ Tinitus: Jau, aber er hat ein eigenes Blog – Ekmar war ja zu sehr "Fan der ersten Stunde" für so neumodischen Krams…

Ich frage mich immer, ob solche Leute nicht verstehen KÖNNEN, oder nicht verstehen WOLLEN. Und es freut mich immer, wenn sie behaupten, verstanden zu HABEN – um im nächsten Satz das Gegenteil zu beweisen.

Torsten
Torsten
6. Oktober, 2008 19:12

Wortwart: Stell Dir einen Charakter vor, dem Du die Worte "Es steht ihr schlicht nicht zu" in den Mund legst. Ich zumindest stelle ihn mir sehr erbost vor.

Aber ich will nicht weiter bei der Hausparty stören. Ihr findet Interviews wie auf Bunte.de und gala.de gehören dazu, ich finde sie schrecklich – ich sehe da keine Grundlage für irgendeine Diskussion.

Weiterhin viel Spaß am Keyboard.

Dr. Acula
6. Oktober, 2008 19:23

Erkenntnisresistenz ist doch was schönes…

Wortvogel
Wortvogel
6. Oktober, 2008 21:04

Interessant ist ja, dass Torsten (Kleinz, btw) auf seinem Blog eine aufdringliche Marktschreierei veranstaltet, die seinem eigenen heren Anspruch hier nicht gerecht wird: Es ist von "Skandal" die Rede, ich hätte "geschäumt", und es ginge (laut Posting-Titel) darum, "die Integrität an der Kinokasse abzugeben".

Und dann verwechselt er auch noch die Kritiklosigkeit der Journalisten (die man in der Tat thematisieren kann) mit der Kritiklosigkeit der Schauspieler gegenüber ihrem Produkt: "Auch bei gala.de wird der Filmtitel beim Interview mit Schauspieler Udo Kier zwar mehrmals prominent erwähnt – aber zum Film selbst kommt keine einzige Frage. So wird unbotmäßige Kritik vermieden".

Vermieden – von wem? Es ging in meinem Beitrag ja nicht um eine kontroverse Frage – es ging um eine kontroverse Antwort. Aber das sind so Details, die bei vielen Leuten nicht ankommen.

Ach ja: Auch angesichts einer Aussage wie "So wird unbotmäßige Kritik vermieden" käme ich nicht auf die Idee, Torsten zu unterstellen, er würde "hysterisch polemisieren". Die Unterstellung einer emotionalen Haltung durch billiges Hineininterpretieren ist ebenfalls kein Zeichen von Integrität.

Dr. Acula
6. Oktober, 2008 22:57

Ich verstehe wirklich sowieso nicht, was Torstens Problem ist bzw. wieso er einfach nicht verstehen will, dass man einfach seinen Arbeitgeber bzw. Vertragspartner nicht schlecht macht – zumindest nicht, solange man mit dem noch unmittelbar verbunden ist. Das hat nix mit PR, Desinformation oder sonstwas zu tun, sondern einfach mit Vertragstreue und Anstand. Aber solche Tugenden sind halt nicht mehr gefragt…

comicfreak
comicfreak
7. Oktober, 2008 10:55

..da er sicher noch mitliest:

@ Torsten:
..der Grund, sowas zu veröffentlichen, bzw. zu lesen:
das Interesse des Lesers/Fans/Gelangweilten an eben diesen kleinen Anekdoten vom Set, dieses Blicks hinter die Kulissen, wo dann auch mal erwähnt wird, dass Steven Seagull dienstags nur rote Gummibärchen in Waldmeisterwackelpudding will, bei genau 4,8°C.

Das ist nicht wichtig, nicht weltbewegend, aber unterhaltsam 🙂

Marko
7. Oktober, 2008 14:05

Verdammichnocheins, ich find' den Blog nicht, in dem Torsten schäumt und skandaliert, ich hab' diesen Thread hier nun x-mal rauf und runtergescrollt und bin wohl zu blöd, den Link zu finden. Wo zum Kuckuck ist der? 🙁

Gruß,
Marko

Wortvogel
Wortvogel
7. Oktober, 2008 15:03
helmut
helmut
8. Oktober, 2008 14:29

Ihr müsst da einfach verstehen, das ist wie wenn man einer Oma beibringt, das die Ärzt im Fernsehen nur Schauspieler sind und gar keine medizinisches Wissen haben. Da wird die Oma auch schwer enttäuscht sein und lange darauf beharren, die das doch sonst gar nicht so toll könnten und das die Leute doch immer begeisteret von der Ärzten wären.

Irgenwann sackt die Erkenntnis das wir von der Unterhaltungindustrie unterhalten werden.

Jeff Kelly
Jeff Kelly
8. Oktober, 2008 17:18

Nun ich finde es prinzipiell nicht wirklich schwer zu verstehen.

Ich verstehe unter einem Interview einfach mehr als nur 5 Minuten in denen ein Star einen Film/ein Buch/ein Theaterstück promoted.

Ihr redet hier fundamental aneinander vorbei.

Das man den Film in dem man mitspielt nicht schlechtredet, damit gehe ich völlig d’accord, man beisst nicht die Hand die einen füttert und wer für so einen Mist unterschreibt darf sich hinterher nicht drüber aufregen das es Mist war.

Wer Boll ist und wofür er steht, das kann man in 5 Minuten im Internet nachlesen, außerdem hat man für sowas ja in der Regel auch einen Agenten, der so er seine Arbeit richtig macht, den größten und karrierebeschädigsten Mist von einem fern halten sollte (so man die Wahl hat).

Wenn man dann unterschrieben hat, darf die Produktionsfirma erwarten, dass ich den Film promote, damit die unter anderem auch mein eigenes Gehalt wieder reinbekommen. Wem das nicht passt der hat sich definitiv die falsche Branche ausgesucht.

Auf der anderen Seite habe ich aber ein Problem damit, dass das Fernsehen sich zum Komplizen der Filmfirmen macht, in dem sie Stars in ihren Shows offen Werbung für Filme/Bücher/Theaterstücke/CDs etc machen lassen.

Ich meine der Deal ist ja ganz einfach. Jede Talkshow braucht Gäste, die kommen aber heute fast ausschließlich dann wenn es für etwas Werbung zu machen gilt. Entsprechend öde sind die meisten Interviews dann auch. Im Gegensatz zu euch absoluten Filmnerds interessiert es mich persönlich einfach nicht was der beliebige Star über seinen neuen Film/sein neues Buch etc. zu erzählen hat.

Es hat nämlich keinen Inhalt. Da der Film noch promoted wird wird man schlicht keine Details hören außer natürlich das es eine großartige Erfahrung war, alle Kollegen supernett gewesen sind, der Film toll ist und man ihn doch unbedingt im Kino ansehen soll. Danach sind die 7 Minuten Interviewzeit in der regel rum und der gast geht wieder. Ich bin absoluter Daily Talk Show Junkie und schau mir von Jon Stewart über Craig Ferguson bis hin zu Colbert fast alles an.

Die Shows wo neben der Promotion noch nette Anekdoten zu hören sind oder sich abseits des reinen Verkaufsgespräches eine richtige Unterhaltung ergibt sind dann doch eher selten.

Und da muß dann meiner Meinung nach die Frage schon erlaubt sein, welchen Sinn solche Interviews noch haben wenn sie im Prinzip nichts anderes ein Dauerwerbesegment innerhalb einer Show sind.

Im Gegensatz zu Torsten rege ich mich darüber aber nicht auf sondern schalte dann halt einfach ab.

Nathan
Nathan
9. Oktober, 2008 00:12

Woraus wohl direkt folgert, dass du das Gros jener Promo-Pieces falsch einschätzt. Die wenigsten Promi-Repräsentanten sülzen einen mit "tolle Erfahrung, dufte Kollegen, große Familie" zu. Das ist ein beliebtes und gnadenlos beliebiges Klischee.

Sowas entfährt nur Blöden (somit entschuldbar), Anfängern, die noch Ärsche küssen müssen (auch entschuldbar), oder solchen, denen vom Journalisten eine so sensationell debile Frage gestellt worden ist, dass darauf nur mit obigen Gaga-Ausflüchten oder einem Schlag voll auf die Zwölf zu reagieren ist (vollstes Verständnis).

Die quatschen primär darüber, was sie an den Stoff bewegt hat, und reflektieren mehr oder minder gekonnt, was dat Janze mit ihnen zu tun haben könnte. Da kommen teils ganz erstaunliche
Seelen-Stripteases zustande, so man sie nur genügend lenkt.

Fakt ist: Ein gar nicht kleiner Prozentsatz der Promotenden gibt sich nicht nur Mühe, sondern sogar passablen Inhalt von sich, der auch nicht viel blöder ist als das, was die meisten unserer Freunde und Bekannten von von sich geben.

Eloquente Scharfrichter sind die Promotenden natürlich nicht. Dazu sind sie aber auch nicht berufen. Insofern kann ich Torstens Ansatz nicht gutheißen, da er halt voll übers Ziel hinaus schießt.

Hatten wir doch aber auch längst ganz demokratisch unter "Schmu" abgeheftet.

In diesem Sinne,
Nathan