Bitte vorab lesen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, und Teil 4.

Da man sich nun in den konkreten Vorbereitungen zur Produktion befand, war mein Job eigentlich getan. Als Entwicklungschef hatte ich ja gekündigt, und wurde nur noch sporadisch auf dem Laufenden gehalten. Irgendwann hörte ich allerdings zwischen Tür und Angel den Begriff „Christoph Schrewes Drehbuchfassung“. In der Tat, Christoph hatte zusammen mit einem Kumpel „seine Vision“ von „Post Impact“ zu Papier gebracht, die zwar wenigstens auf meinem Skript basierte (im Gegensatz zur Fassung des UFO-Autors), aber trotzdem massive Änderungen vorsah, und in meinen Augen eine klare Verschlechterung darstellte, besonders auf meinen Spezialgebieten Dialog und Charaktere. Aber man versicherte mir gönnerhaft, dass Christoph für seine Arbeit nicht mal in den Credits genannt werden wollte. Daraufhin machte ich bei Tandem noch einmal das HB-Männchen: „Wenn der Typ mein Drehbuch hinter meinem Rücken umschreibt, dann VERLANGE ich, dass er im Vorspann genannt wird – ich nehme diesen Kram doch nicht allein auf MEINE Kappe!“. Offen bekennen wollte sich Christoph aber dann doch nicht, und versteckte sich in der endgültigen Fassung hinter einem spanischen Pseudonym (welches allerdings seine Initialen hat). Daher kann ich mich wenigstens glaubhaft auf die Aussage zurückziehen: „Alles, was im Drehbuch nicht funktioniert, habt ihr meinem ‚Ko-Autor‘ zu verdanken.“

Ich denke, so langsam wird klar, warum es als Autor nicht immer einfach ist, Filme zu verteidigen, die man in den Augen des Publikums ja selber verbrochen hat. Was hätte ich tun sollen – den Film öffentlich verstoßen? Sender und Produktionsfirma in den Rücken fallen? Dann hätte ich meine Autorenkarriere gleich an der Biegung des Flusses begraben können. So etwas macht man nicht. Außerdem stand ja noch der Drehbonus bei Produktionsbeginn aus – und angesichts der stressigen Arbeit wollte ich auf das Geld keinesfalls verzichten.

Damit ging also ein Film vor die Kameras, der praktisch nichts mehr mit meiner ursprünglichen Story zu tun hatte (na ja – das Brandenburger Tor in Eis war noch drin), an dessen Drehbuch mehrere Autoren fleißig rumgewerkelt hatten, der sehr knapp bemessene Drehtage und Preproduction erhalten hatte, und dessen Endziel nicht die gute, sondern die rechtzeitige Fertigstellung war. Beste Voraussetzung für einen Blockbuster also.

Über den Dächern von BerlinEs ist allerdings immer am dunkelsten vor dem Morgengrauen, sagt ein amerikanisches Sprichwort, und darum will ich gar nicht verhehlen, dass die ersten „dailies“ (Rohaufnahmen vom Dreh, nach Tagen unterteilt) eigentlich ganz gut aussahen. Dean Cain war mit Bart ziemlich genau das, was ich mir für Tom Parker vorgestellt hatte, und einige der Sets sahen vergleichsweise gut aus (UFO konnte da aus dem Fundus früherer Werke schöpfen). Klar, die vereisten Städte sahen im Studio eher mau aus, und der Schnee war mitunter deutlich als weiße Teppichmatten zu identifizieren, aber niemand von uns hatte darauf gesetzt, mit dem vierzig mal so teuren „Day after tomorrow“ mithalten zu können.

Der KometAuch die Effektleute von UFO werkelten schon fleißig – und hier zeigte sich erneut, wie sehr die Firma auf „Dienst nach Vorschrift“ eingestellt war: Zwei, drei Shots für die Trailer und die „key visuals“ sahen ziemlich klasse aus, und hätten sich auch in einem wesentlich teureren Film nicht schlecht gemacht. Aber der Rest wirkte lieblos zusammengestoppelt. Die Aufnahmen der endlosen Eiswüsten hatten weder die Tiefe noch die Auflösung, um wirklich zu überzeugen. Die Computergrafiken, die innerhalb von Szenen auf Monitoren und Bildschirmen eingespielt werden sollten, strotzten vor Fehlern: Obwohl der Meteor in Sibirien einschlagen sollte, zeigten die Landkarten eher Schleswig-Holstein, und aus „North Star“ wurde auch gerne mal „Noth Star“. Das hat bei UFO Tradition: Salzburg halten die auch für „Salzberg“. I kid you not.

Natürlich zogen sich die Dreharbeiten länger hin, als gedacht war – die Produktion hatte ja kaum Vorbereitungszeit gehabt, und nichts war sauber geplant. Das änderte aber nichts daran, dass Christoph zu „Crazy Race 2″ musste.

Nach all den großen und kleinen Katastrophen, nach all den hässlichen und kleinlichen Konflikten wundert man sich, dass am Ende tatsächlich noch ein Film dabei heraus kommt. Aber Wunder über Wunder: Ein paar Wochen nach Drehschluß lag ein Rohschnitt vor. Es fehlte die Farbabgleichung, die Tonmischung, und ein satter Teil der Effekte. Ich erkannte aber ein paar Dialogzeilen wieder, die ich mal geschrieben hatte. Einige Schauspieler überraschten mich: Dean Cain und Cheyenne Rushing spielten so gut, dass ich ihnen gerne mehr zu tun gegeben hätte.

Dean CainEs war unbestreitbar ein Film – mit Anfang, Mitte, und Ende. Und „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ funktionierte „Post Impact“ sogar. Meine Sturheit, dem Helden ein privates Schicksal zu geben, statt einfach einen tumben Soldatenhelden zu schreiben, zahlte sich aus, ebenso die Vision eines Berlins in Eis.

Trat man allerdings einen Schritt zurück, war das Gesamtbild immer noch sehr klapperig: Die Postproduktion (Ton, Farbe, Effekte, Schnitt) hatte noch eine Menge Arbeit vor sich – die UFO scheinbar nicht zu leisten bereit war. Dort war man gewohnt, in allen Bereichen die „effiziente“ Methode zu fahren. Das bedeutet „billig“. Statt die Farben in jeder Szene einzeln abzugleichen, knallte man einen einzigen Filter für die gesamten 95 Minuten drauf. Bei der Tonspur beschränkte man sich darauf, die O-Töne mit ein paar Sounds von CD-Sammlungen aufzupeppen. Und bei den Spezialeffekten wurde der Rest im Schnelldurchlauf von bulgarischen Hilfskräften gerendert. Das sah man besonders übel bei der Sequenz auf der Kölner Brücke, von der ich bis heute behaupte, dass die Effektleute einfach nicht verstanden haben, was ich im Skript gemeint hatte.

3D-Modell Brandenburger TorNun war die Zeit, in der Tandem Zähigkeit beweisen musste: Man verweigerte UFO die Abnahme. Was für den Sci Fi Channel gut genug war, konnte dem Vollprogramm RTL nicht reichen. Ein englischer Effektspezialist (der auch schon bei „HeliCops“ dabei gewesen war) wurde an Bord geholt, um die CGI auf Trab zu bringen: Shots wurden neu gerendert, sorgfältiger farbkorrigiert, im Schnitt umgestellt, mit digitalem Schnee etwas weniger „clean“ aufgearbeitet. Die Tonspur wurde aufgehübscht, und auch an den Farben wurde noch nachgeregelt. Der (recht kurze) Soundtrack war erfreulicherweise ganz gut, und gab dem Geschehen auf dem Bildschirm noch mal „Saft“. Leider habe ich die CD mit der Musik nicht mehr – es muss also das aus dem Nachspann gerippte „End Theme“ reichen:

Am folgenden Beispiel kann man schön (na ja) sehen, wie erstmal grob das Modell des Eiffelturms in die Eiswüste gesetzt wurde, um dann einen fetten Schneesturm drüberzulegen (im Film ist die Szene sehr kurz, und kaum zu erkennen):

Paris in Eis

Man kann zwar aus Scheiße nicht Gold machen – aber unser Ausgangsmaterial war nicht Scheiße, und am Ende sollte es ja auch gar kein Gold sein. Mit ein paar Karat Silber waren wir schon zufrieden. In dieser Zeit brachte ich mich auch wieder stärker in die Produktion ein – ich hatte kein Interesse daran, „Apokalypse Eis“ (so der von RTL ausgewählte finale deutsche Titel) scheitern zu sehen. So manchen Nachmittag verbrachte ich im Schnittstudio, kümmerte mich um Trailer, setzte Wünsche des Senders um, und feilte an mannigfachen Details. Auch mein Verhältnis zu Tandem beruhigte sich wieder, denn zumindest auf der Zielgeraden hatte man ja eine gemeinsame Verantwortlichkeit. So kam ich auch zur Nennung als „Produzent“, weil meine Arbeit in diesem Stadium weit über den Job eines Autors hinausging, und ich kein Entwicklungschef mehr war.

Das nachfolgende Promo wurde aus einem komplett unbrauchbaren UFO-Trailer und diversen unbearbeiteten Szenen zusammen geschnitten, um bei Messen den Film wenigstens halbwegs anständig präsentieren zu können. Das ist nicht unüblich: In Cannes, Mailand und auf dem AFM laufen oft Rohschnitte oder ausgewählte Szenen mit unfertigen Effekten, weil man erwarten kann, dass die Aufkäufer das Material richtig einzuschätzen wissen. Mit einem perfekten Kinotrailer sollte man das nicht vergleichen:

Wer meinen langen „Lotta in Love“-Bericht gelesen hat, weiß, was jetzt kommt: Die Ausstrahlung steht bevor, der Wortvogel kann kaum noch schlafen und essen, und letztlich setzt man alle Hoffnung darauf, dass die Grundidee des Film so gut ist, dass der Zuschauer mitgeht. RTL sendete in dieser Zeit viele gute Trailer, auch wenn man auf eine große Plakatkampagne verzichtete – was ich angesichts unseres gelungenen „key visuals“ sehr schade fand. In Anbetracht des Endprodukts konnte ich es dem Sender aber nicht verübeln.

Vorher gab es aber noch einmal einen entspannenden Lacher: Zum Start von Emmerichs Blockbuster hatte man ein paar Promo-Motive entwerfen lassen, die „Day after Tomorrow“ für die regionalen Märkte interessant machen sollte. Links nun das Bild vom Verleih – und rechts eine krude Photoshop-Collage, die ich drei Jahre vorher für „Whiteout“ an meinem PC erstellt hatte:

Artwork-Vergleich

Und noch etwas reduzierte den Druck, der auf mir lag: Der SPIEGEL brachte einen großen Beitrag darüber, wie wissenschaftlich hanebüchen „Day after Tomorrow“ sei – und alle angeführten Kritikpunkte bewiesen, dass „Post Impact“ erheblich mehr an der Realität entwickelt war (Eiszeit durch Asteroideneinschlag, es dauert Jahre bis zur totalen Vereisung der nördlichen Hemisphäre). Der SPIEGEL mag meinen Film nicht konkret als besseres Beispiel genannt haben – aber ich habe das zwischen den Zeilen einfach mal so rausgelesen…

20.4.2004: Ich schaute mir „Apokalypse Berlin“ nicht an. Ich glaube, ich habe bis heute die finale Fassung nicht komplett gesehen – selbst den Audiokommentar für die DVD habe ich anhand des Rohschnitts gemacht. Die Nervosität war und ist einfach zu groß. Ich sehe zu viele Dinge, die ich anders gewollt habe, anders gemacht hätte, anders verstanden hatte. Ich glaube, Hollywood-Autor Ben Hecht war es, der einmal gesagt hat, dass er nie einen seiner fertigen Filme im Kino gesehen habe, weil er sich ja doch nur darüber aufregen müsste.

Dean Cain callingEgal: RTL hatte ein gutes Paket geschnürt – „Apokalypse Eis“ und „Con Air“. Außerdem war die Oster-Konkurrenz vergleichweise moderat, einzig das Finale von „Star Search“ auf SAT.1 hatte das Potential, uns zu schaden. Wir wussten, was der Sender erwartete: Unter 20 Prozent in der Zielgruppe hätten den Aufwand nicht gelohnt. Intern hoffte man eher auf 25 Prozent durch den Mitnahmeeffekt der Emmerich-Kampagne.

Ich habe in dieser Nacht nicht geschlafen. Irgendwann gegen sieben Uhr früh bin ich aber in einen müden Dämmerzustand verfallen. Es ist schwer zu beschreiben, wie hilflos man sich in solchen Momenten fühlt. Man hat so viel gegeben, so viel gelitten – und letztlich ist man vom flatterhaften Geschmack des Zuschauers abhängig, vom Wetter, von der Konkurrenz, oder vom plötzlichen Hochwasser in Ostdeutschland.

Man fühlt sich wie Schrödingers Katze: der Film ist gelaufen, und man ist erfolgreich UND erfolglos zugleich – bis man die konkrete Zahl im Videotext nachlesen kann.

ENDE TEIL 5



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APOKALYPSE EIS (6):Auf Rollsplitt in die Zielgerade… @ Wortvogel – 100 % Torsten DewiLariPeroyAndiTornhill Recent comment authors
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Tornhill
Tornhill

„Aber man versicherte mir gönnerhaft, dass Christoph für seine Arbeit nicht mal in den Credits genannt werden wollte.“

Haaa! Das kenne sogar ich aus meinen kleinen Ausflügen ins Reich des Amateurfilms: Über Nacht hatte man das Drehbuch gegen eine Katastrophe ausgetauscht, in der kein Dialog mehr irgendeine Ähnlichkeit mir realer Sprache hatte, jeder Gag sorgfältig ausgemerzt und ein Haufen nur angerissener Handlungsfäden eingesetzt wurden.
Und was kriege ich als Antwort, als ich mich darüber empöre? – Hey, ich kriege trotzdem den vollen Autorencredit.

Äh ja…

Bluescreen
Bluescreen

@Torsten:

Nur so interessehalber, wieviel ist denn nun von deinem Drehbuch verfilmt worden, so in Prozent ausgedrückt?

Ich weiss noch, wie ich „Apokalypse Eis“ auf dem Forumtreffen mit 6/10 beurteilt habe und du nur so etwas sagtest wie „Damit tust du dem Film nur einen Gefallen“ (oder so ähnlich). Nach all den Querelen versteh ich die Aussage jetzt auch.

Aber was soll ich sagen? Sicher ist es kein Blockbuster wie „Day After Tomorrow“. Aber auch nicht so strunzdoof. Naja, meine Meinung zu dem Film sollte bekannt sein… der Schwachfug zwischen CGI-Einlagen und unnützen Charaktermomenten taugt einfach wenig. Will nur sagen: für den investierten Betrag, für die Story welche handfeste B-Movie-Motive aufgreift und zum grössten Teil auch funktioniert muss man sich nicht schämen. Ich bleib bei den 6/10, auch wenn du besseres im Sinn hattest.

Leb damit…

Wortvogel
Wortvogel

@ Bluescreen: Das ist eine komplizierte Frage, die ich so gar nicht beantworten kann. Was EXAKT aus dem Skript ist, und was an Handlung übernommen wurde, sind ja zwei verschiedene Paar Schuhe.

Ich kann es anders sagen: Jedes meiner Projekte ist in meinem Kopf 100 Prozent. Auf der Leinwand immer weniger. Nach diesem Maßstab ist „Post Impact“ ungefähr 40 Prozent dessen, was ich wollte/dachte/erträumte. „Sumuru“ 60. Der Pilot von „Lotta in Love“ 70. „Vollgas“ 15. „Märchenstunde: Drosselbart“ 70. Für meine Produktionen „Hope“ und „Lost City Raiders“ kann ich es noch nicht sagen.

Ben
Ben

Wäre 25% in der Zielgruppe selbst für gute Hollywood-Filme nicht eine gewagte Hoffnung?

the Geek
the Geek

Ich glaube Du magst den „weiter lesen“-Button nicht.

Tornhill
Tornhill

„Nach diesem Maßstab ist “Post Impact” ungefähr 40 Prozent dessen, was ich wollte/dachte/erträumte. “Sumuru” 60.“

WAAAH!!! Andersherum wäre es ehrenhafter…ich meine „Post Impact“ war doch eigentlich ganz nett, nichts aus dem Genre hervostechendes, aber erfüllte voll und ganz, was es wollte. „Sumuru“ hingegen saugte dem Betrachter die Lebenslust aus der Seele und ließ ihn als traurigen Rest dahindämmern.

Wortvogel

@ Tornhill: Du hast das falsch verstanden. „Sumuru“ ist nicht besser als „Apokalypse Eis“, der Film ist nur 20 Prozent näher an dem, was geplant war. Während „Apokalypse Eis“ einen hohen Anspruch als internationaler Eventfilm hatte, sollte „Sumuru“ nie mehr sein als „Baywatch meets Planet of the Apes“. Der Film ist seinem (niedrig) gesteckten Ziel näher gekommen.

Lari
Lari

„Offen bekennen wollte sich Christoph aber dann doch nicht, und versteckte sich in der endgültigen Fassung hinter einem spanischen Pseudonym (welches allerdings seine Initialen hat).“
Und tatsächlich steht in der IMDb ein gewisser „Carlos Maria Sanchez“ als Autor – allerdings nur noch, bis die die Updates von heute durchgegangen sind. Ehre wem Ehre gebührt. 😀

Wortvogel

@ Lari: Na ja, es ist das Pseudonym, welches im Vorspann steht. Ich denke, man sollte Schrewe das Recht lassen, so genannt zu werden.

Tornhill
Tornhill

Ich hab schon recht verstanden – ich riet nur durch die Blume zur Geschichtsfälschung. 😉

@Pseudonymdebatte: Gute Frage…einerseits sollte die IMDB möglichst korrekt sein, um Gesamtwerke zu würdigen, andererseits habe ich ja auch schonmal meinen Namen zurück gezogen und kann das Bedürfnis danach gut verstehen…Ich würde mal sagen, Gnade für Schrewe vor Recht.

Andi

Vielen Dank Torsten für Deine immer interessanten Berichte aus der Welt von Film und Fernsehen!

Lari
Lari

Als ich den letzten Kommentar gepostet hatte, war das Update schon abgeschickt, die Pseudonymdebatte kommt also zu spät (wenn die IMDb die Änderungen übernimmt – und davon ist auszugehen – dann muss sich schon wer erbarmen und die Daten wieder löschen, um Schewes Anonymität zu wahren).
Um diese „Debatte“ (mit diesem hier sind’s bislang gerade mal magere vier Kommentare… na ja) dennoch zu befeuern: Schewe wird ja nicht das Recht genommen, sich Carlos M. Sanchez zu nennen – im Vorspann des Films heißt er schließlich auch weiterhin so (wobei es natürlich irgendwie lustig wäre, wenn man das vom heimischen Schreibtisch aus global ändern könnte – zwei Mausklicks, und der PI-Vorspann wäre meiner Gnade ausgeliefert, ha!). Allenfalls ist jetzt ein weiteres Phantom aus der IMDb verschwunden, und wer es unbedingt wissen will kann nunmehr nachvollziehen, wer sich hinter C.M. Sanchez verbirgt – aber das konnte man ja offensichtlich, Interesse vorausgesetzt, durch den obigen (und im Übrigen abermals sehr lesenswerten) Artikel sowieso schon. 😉

Peroy
Peroy

Die Frage, die sich mir stellt, ist: Warum sich erst an etwas zu schaffen machen (aus welchem Grund auch immer, weil es nicht optimal ist und man es verbessern will, schätze ich mal), aber sich DANN hinter einem Pseudonym verstecken und nicht den Rum und die Ehre für die „Verbesserungen“ einstreichen wollen. War es hinterher etwa gar nicht besser ? Warum dann in erster Linie dran rumfuddeln und nicht wieder das alte verwenden ? I don’t get it… ? 😕

Zu Schrewes Ehrenrettung sei gesagt, dass ich seinen „Unter die Haut“ immer noch gut finde und nicht gar so blöd wie den typischen deutschen TV-Thriller…

Lari
Lari

…und gerade fällt mir auf, dass ich den Schrewe zwei Mal ohne R geschrieben hab. Na, wat will man machen.

Dass er das Drehbuch zwar umgeschrieben hat, das aber nicht gecreditet haben wollte, dürfte, so spekuliere ich mal, finanzielle Hintergründe gehabt haben. Wenn die Produktion sich auf ihn als Regisseur festgelegt hatte und ihm klar war, dass man den Posten nicht kurzfristig anders besetzen würde, konnte er natürlich prima darauf bestehen, Änderungen vorzunehmen und sich diese Autorentätigkeit dann bezahlen lassen. Sollte es tatsächlich so oder ähnlich gewesen sein, dann ergäbe es natürlich Sinn, dass er den Credit nicht wollte, denn dann dürfte ihm auch bewusst gewesen sein, dass seine Änderungen für ihn zwar lukrativ, letztendlich aber Pfusch waren, mit dem er auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden wollte. Okay, das klingt ziemlich haarsträubend, aber wenn man sich ansieht, wie diese Produktion abgelaufen ist, würde es mich nicht mehr wundern, wenn es so gewesen wäre. 😕

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[…] APOKALYPSE EIS (6):Auf Rollsplitt in die Zielgerade… Gepostet am 6. August, 2008 um 21:25 Uhr Kategorien: Film, TV & Presse, In Arbeit, Neues.Bitte vorab lesen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, und Teil 5. […]