24
Aug 2008

Antworten, ohne zu antworten

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Anna (c) SAT1Montag starten gleich zwei neue Daily Fiction Formate, wie man neudeutsch so schön sagt: "112" aus dem Hause actionconcept, sowie "Anna und die Liebe" mit Jeanette Biedermann. Ich habe beide schon gesehen, verkneife mir aber ausführliche Kritiken, weil ich a) befangen bin, und b) keine Zeit habe. Die Quoten werde ich aber mit Interesse verfolgen.

Natürlich wird derzeit viel getrommelt für die beiden neuen Serien, denn RTL hätte zu gerne ein funktionierendes Format um 17.00 Uhr, und SAT.1 hätte zu gerne wieder einen Erfolg vom Schlage "Verliebt in Berlin".

Logisch, dass die Macher in vielen Interviews die immer gleichen Fragen beantworten müssen. Das wird besonders dann problematisch, wenn sie etwas nicht zugeben dürfen, was eigentlich offensichtlich ist.

In einem Sonntags-Interview auf Quotenmeter müht sich "Anna"-Producerin Petra Bodenbach, die Ähnlichkeiten zwischen "Anna & die Liebe" und "Verliebt in Berlin" vehement zu bestreiten – in dem sie die komplette Deckungsgleichheit unumwunden zugibt:

Ich habe neulich in der „TV Digital“ gelesen, dass beklagt wird, «Anna und die Liebe» sei eine 1:1-Kopie von «Verliebt in Berlin». Stimmen Sie dieser Experten-Meinung zu?

Bodenbach: Natürlich nicht. Wir haben die gleiche Tonalität und auch die gleiche Modernität. Ansonsten ist «Anna und die Liebe» aber etwas völlig Eigenständiges. Zwar haben auch wir eine unglücklich verliebte Hauptperson, die einiges durchmachen muss – aber das kommt in jeder romantischen Komödie vor. Von daher fällt die Abgrenzung sicherlich nicht ganz leicht. Ich finde aber, dass die Welt von «Anna und die Liebe» sich doch deutlich von der Welt von «Verliebt in Berlin» unterscheidet.

Übrigens könnte ich auch noch ein paar Absätze über das hilflos geführte Interview schreiben, welches Knaller-Fragen wie "Wer ist der Ober-Fiesling der Serie?" und "Wie sind Sie auf die Idee gekommen?" raushaut, an keiner Stelle kritisch nachhakt, und auch Antworten wie diese hier einfach so stehen lässt. Da hätte man auch gleich die vorgekauten Interviews aus dem Presseheft des Senders abschreiben können.

Aber wie gesagt: Ich habe keine Zeit. No rest for the wicked.



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
17 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Jens
24. August, 2008 12:14

Passend dazu ein Hinweis auf eine arg wirr geratene Kolumne zur gleichen Serie – vielleicht hätten sie einen Preis aussetzen sollen für denjenigen, der herausfindet, worauf der Autor hinaus will:

http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=29262

Reptile
Reptile
24. August, 2008 12:15

Genau das hab ich mir auch gedacht als ich den ersten Trailer zu Anna gesehen habe: Sehr offen noch mal Verliebt in Berlin nachgedreht. Hat so was schon jemals funktioniert? Ich weiss es gade wirklich nicht. Doch: "Shark" ist für mich ein Dr.House Ripoff. Aber das merkt kaum jemand weil es nur das eigentliche Konzept und den Aufbau kopiert, nicht aber die Thematik.

Wortvogel
Wortvogel
24. August, 2008 12:37

@ Jens: Ich kenne und mag Manuel Weis, aber in der Tat – der von dir verlinkte Beitrag ist eine Komplett-Katastrophe, die man bei QM am besten sofort ersatzlos löschen sollte. Sinn- und spannungsfrei, aber dafür mit Rechtschreibfehlern und sprachlichen Querschlägern bis unter die Dachkante. Da geht wirklich gar nichts, und das kann man auch nicht mit "Ich war ein Eile" schönreden.

Aber es sollte in meinem Beitrag gar nicht um QM gehen, sondern um die alberne Antwort der Producerin, die nicht "ja" sagen kann, wo "ja" die einzig akzeptable Antwort wäre.

@ Reptile: Ich habe kein Problem damit, dass "Anna" eine ViB-Variante ist. Aber wäre es für die Macher nicht einfacher, das auch zuzugeben, so im Stil von: "Wir haben den selben Sendeplatz wie ViB, und wollen mit einem ähnlichen Format das gleiche Publikum – aber wir glauben, in diesem vorgegebenen Rahmen durchaus eigene Figuren mit eigenen Schicksalen entwickelt zu haben."

Siga
Siga
24. August, 2008 13:57

"Wer ViB mochte, soll auch uns gut finden" wäre auch nichts, wovon man sterben müsste. Je nach Konkurrenzsituation würde man aber eher sterben als KonkurrenzFormaten(KonkurrenzParteien, KonkurrenzVideoSpielen,…) die Existenz zuzugeben.

Aber wieso wundert einen das heute noch ? Vor einem Jahr (Beginn intensiverer RSS-Nutzung für News-Webseiten heise/golem/…) fiel mir auf, das oft nur die dpa/reuters-Meldungen nachgetippt werden. Recherche und Content wird normalerweise selten ergänzt.
Im Printbereich und entsprechenden Blogs/Newsmeldungen ist das teilweise bekannt. Teilweise schwappt es dann auch auf breitere Medien über und es gibt Meldungen wie "xx% der Redakteure nutzen google, es wird weniger zur Recherche telefoniert,…"…

Bei "Making Of" zu Kinofilmen die Interviews sind ja auch sowas von armselig. Dafür müsste es Textvorlagen geben: "Eines der besten Drehbücher aller Zeiten" "Die Arbeit mit … war toll/intensiv/anstrengend und der Film ist phänomenal"…. Solche Interviews sind inhaltsleer und müssten als "Werbung/vollkommen fiktiv/der Interviewte wird für seine Antworten bezahlt" markiert werden.

Das Interviews mit Producern wenig bringen, erwarte ich daher inzwischen auch. Nur selten mal "verplappern" sich Manager bzw. reden Wahrheit die in den anderen täglichen NewsMeldungen derselben Quelle (golem.de digitalfernsehen.de Bitcom Interessenvereinigungen) anders dargestellt wird oder um solche Wahrheit ergänzt werden könnte/sollte. Teilweise erledigen die Foren das, aber da ist zu viel Rauschen und wenn Meldungen quartalsmäßig oder öfter kommen, hört man irgendwann auf, in Postings die Dinge zu ergänzen, welche der Redakteur hätte ergänzen sollen/müssen.

Wortvogel
Wortvogel
24. August, 2008 14:03

@ Siga – Die Konkurrenz nicht durch Erwähnung loben zu wollen, mag ja angehen, wenn es sich um ein aktuelles Gegenformat handelt, oder um einen anderen Sender – aber AudL ist der direkte Nachfolger von ViB. Da sollte man sich nicht so anstellen.

Was Promo-Interviews angeht: Das ist ein zweischneidiges Schwert. In den "Making of"-Sendungen sind die in der Tat ziemlich austauschbar und beige. Aber in Presseheften wird immer mehr darauf geachtet, auch druckbares Material zu bieten, das halbwegs spannend und witzig ist. Für mich sind die "vorgekauten" Interviews mittlerweile in 70 Prozent der Fälle besser als die mühsam zusammen gestammelten "echten" Interviews von Pseudo-Journos. Das Beispiel in diesem Artikel spricht ja für sich.

Es wäre schön, wenn Redakteure sich wieder etwas mehr darauf konzentrieren würden, einen "angle" zu finden, einen einzigartigen Blickwinkel auf das Subjekt/Objekt. Aber wie richtig erkannt wurde: Es mangelt an Talent, Erfahrung, Motivation, Zeit, Hintergrundwissen, etc.

Wombel
Wombel
24. August, 2008 15:08

Was ist das eigentlich für ein Foto im Artikel ? Also Jeanette Biedermann kanns nicht sein ausser sie hatte ein dutzend schönheits-op’s in den letzten wochen ?! Photoshop Disasters ? nach dem Motto : "Wie lang muss ich an dem Foto herumdoktern bis man die Hauptdarstellerin nicht mehr erkennt" oder wie ?

Wortvogel
Wortvogel
24. August, 2008 15:20

Das Foto ist als offizieller Promo-Shot zur Serie okay – ich kenne Jeanette, und die sieht nun mal jung und frisch aus.

TV-Zeitschriften verhunzen die Arme viel schlimmer:
http://clapclub.de/clap-club/?p=1118

Umschalter
Umschalter
24. August, 2008 18:33

Laut Anke Engelke sah Jeanette B. doch schon vor Jahren aus wie 40. Hat man je erfahren, woher diese Abneigung stammte? Irgendwann waren sie dann ja gemeinsam in einer Szene bei Pastewka, haben sich also vermutlich wieder vertragen.

comicfreak
comicfreak
24. August, 2008 20:02

..äh, wird in dem Artikel wirklich mehrmal erwähnt, dass "diese Schönheit aber auch Nachteile hat", ohne diese zu erwähnen, und dann schwenkt das wieder zu den schönen Mädels?

Oder verstümmelt mein FireFox da den sinngebenden Teil?

Sowas ist sogar knapp unter dem Niveau meines Azubis.

😮

Paddy-O-
Paddy-O-
25. August, 2008 01:05

Ich freu mich auf AudL.
Es wird für mich nämlich Zeit, sich dem Bösen zu stellen und sich eine KOMPLETTE Folge anzuschauen.

Habe nämlich bei den Trailern zu "Doktor’s Diary" durch die eindeutige, plumpe 'Bridget-Jonenisierung' eine starke Abneigung gegen diese Serie entwickelt, und dann nie was davon zu Gesicht bekommen, nur um dann in nem DWDL-Beitrag zu lesen, dass das Ganze erstaunlich ansehbar war.
Mich beschleicht jetzt nicht das Gefühl, etwas grandioses Verpasst zu haben (wie z.B. die großartige(!!) US-Serie "DEXTER"), dennoch möchte ich nicht nochmal so Voreingenommen gegenüber etwas Neuem sein.

Ok, im Verlauf der ersten Sichtung des AudL-Trailers habe ich mir gedacht "Bäh.. wieder so ne klebrig süße Eigenproduktion. Macht die Biedermann eigentlich nur noch solche Filme?!" – um dann am Ende einem Infarkt nahe den Satz "Die neue Telenovela…" zu hören.
Ich mein… hallo?
ViB war eine Sache. Das konnte man bei der extrem bemühten Entstellung der Hauptdarstellerin gar nicht ernst nehmen.
Aber das… DAS ist noch mal ne ganze Ecke fieser.

"Sie ist die schüchternste Frau auf der Welt…"

…..

*Headshot*

Wenn beim Vergleich dieser kommenden Bereicherung des deutschen Nachmittagprogramms mit den bestehenden Daily Soaps bei mir im Kopf für Letzere auf einmal Begriffe wie "Klasse" oder "Niveau" auftauchen, dann …. dann …

Aber halt, ich wollte ja nicht mehr voreingenommen sein.
Nicht mit dem Finger auf das zeigen, das man nicht kennt.

Wo ich mich grad warm gehetzt habe:
Hat am letzten WE jemand "Dr. Who" gesehen?
War die erste Folge, die ich komplett gesehen habe – also kann mir bitte jemand versichern, dass es nicht noch mehr Folgen auf dem Niveau und von der Qualität dieser gequirrlten Sch31%e von vor einer Woche gibt?
Bitte?
Irgendjemand?

Gute Nacht…

Tom
Tom
25. August, 2008 10:32

Ganz nebenbei möchte ich noch einen Quotenmeter-Tipp loswerden:

"Die Kritiker" ist für mich ein Lese-MUSS!

Fast immer endet die Kritik mit einem Fazit á la "Sicher ist nicht alles gut an der Serie / dem Film / etc., aber es ist auch nicht völlig daneben". (Alternativ: "Sicher ist nicht alles schlecht an dieser Serie / dem Film / etc., aber ein paar bessere Dialoge und Schauspieler hätten dem Projekt gut getan.")

Die gleichen "sowohl… als auch.."-Argumente ziehen sich außerdem durch jede dritte Zeile. Von sprachlichen Stilblüten am laufenden Band ganz zu schweigen…

Hier ein aktuelles Schmankerl zur neuesten Monk-Folge:
"Die Folge ist ziemlich düster, was allerdings daran liegt, dass sie größtenteils in der Nacht stattfindet."

Tornhill
Tornhill
25. August, 2008 16:25

@Paddy-O:
Meinst du die "Doctor Who"-Folge diesen Sonntag, mit den Geistern und Cybermen?
Wenn ja, kann ich nur sagen: Keine Hoffnung. Für mich als Fan war es ein großartiges Beispiel, wie man sich die Serie wünscht, wenn dir das nichts sagt…ist es wohl DEFINITIV keine Serie für dich. 😉
Aber du meinst vermutlich die Folge von letzter Woche, um das Mädchen, das Dinge "wegmalen" konnte – die war tatsächlich eher im unteren Bereich angesiedelt. Eine nicht ganz schlechte Idee, aber ähnliches gab es schon zu oft.

Peroy
Peroy
25. August, 2008 17:56

"Hat am letzten WE jemand “Dr. Who” gesehen?
War die erste Folge, die ich komplett gesehen habe – also kann mir bitte jemand versichern, dass es nicht noch mehr Folgen auf dem Niveau und von der Qualität dieser gequirrlten Sch31%e von vor einer Woche gibt?"

"Dr. Who" ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Weder hab' ich eine Ahnung, worum es da geht, noch habe ich die Willensstärke, fünf Minuten von dieser unverständlicherweise populären Grütze am Stück zu ertragen…

Und der Murks läuft seit dekaden… unglaublich…

Aner die Titelmusik ist famos…

hilti
hilti
25. August, 2008 22:17

Im Fernsehlexikon gibt es schön fiese Kritiken zu beiden Serien:
Biedermann und die Brandschatzer
08/15 – Sie retten deinen Sendeplatz auch nicht

Paddy-O-
Paddy-O-
28. August, 2008 12:52

@ Tornhill:
Jaa genau die mit dem Mädchen meinte ich.
Vielleicht war es gar nicht so sehr die Story, die mich störte, sondern wohl vielmehr die Umsetzung.
Das ganze wird in der deutschen Version noch einiges verloren haben, aber gerade zum Ende hin war die Darstellung und die Dialoge echt nur noch peinlich…

Aber gut, wenn du sagst, das es auch besser geht.
Anschauen werd ich’s mir zur Sicherheit aber nicht mehr 😉

Stony
Stony
29. August, 2008 19:14

Ich habe mich Grad mal durch ca. 30 Minuten von AUDL gequält (OFR1), und es war wirklich einfach nur Qual! So nen billigen Quatsch hab ich echt noch nie gesehn, und beziehungsbedingt habe ich schon einige Soaps kennenlernen 'dürfen'. Die Darsteller als 'hölzern' zu bezeichnen ist noch viel zu nett, mehr als 3-4 unterschiedliche Gesichtausdrücke scheint kaum einer von denen hinzukriegen und selbst die schauen nach Kindergartenaufführung aus.

J.B. in der Rolle als Anna zu beschreiben ist schwer, mir fallen schlicht keine passenden Attribute für diesen 'toten Fisch' ein, die nicht unglaublich beleidigend wären. Fakt ist: Schauspielerei sieht anders aus und wenn überhaupt zeigt sie sich von ihrer schlechtesten Seite – vorausgesetzt sie hat eine bessere als in dieser Soap.

Fazit: AUDL ist die reinste Zeitverschwendung, nicht mehr und nicht weniger!

henrik
15. September, 2008 17:48

ich guck anna und die liebe schon ab 12 auf’m handy:

http://www.dailyme.tv/feed/video/2332_Anna_und_die_Liebe

nette zeitvergeudung in der u-bahn