21
Mrz 2008

Stefan Aust hat schließlich auch mal für die "St. Pauli Nachrichten" geschrieben…

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

TVSuendeZuerst habe ich überlegt, ob ich euch davon erzählen soll. Dann habe ich überlegt, ob es euch überhaupt was angeht. Dann habe ich mir gedacht, dass es doch eh komplett wurscht ist.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, schreibt der Wortvogel immer dann, wenn es sich anbietet, Artikel für andere Leute. Zu diesen "anderen Leuten" gehören auch zwei sehr nette junge Damen, denen ich seit Äonen freundschaftlich verbunden bin, und die eine Redaktion namens Blattgold betreiben.

Bei Blattgold erscheinen Kochhefte, Kochbücher, und ein ganzes Rudel an kleinformatigen, kleinpreisigen TV-Zeitschriften wie "TV piccolino" und "TV 4×7". Seit ca. 2 Jahren schreibe ich für diese Hefte die Kinoseiten. Das gibt nicht viel Geld, aber man kommt umsonst in Pressevorführungen, kann die Besprechungen vom Sofa aus schreiben, und lügt nicht, wenn man "Filmkritiker" auf der Visitenkarte stehen hat.

Aus verschiedenen Gründen kam es bei Blattgold kürzlich zum Engpass, und viele fertig gelayoutete Seiten warteten verzweifelt darauf, mit Text gefüllt zu werden.

Und zwar bei der "TV Sünde", einem der zwei Möpse-Magazine.

Natürlich ist es in einer Erotik-Redaktion genau so, wie man es sich vorstellt: Chefredakteurin Francesca LaStella schwingt die pinkfarbene Latexpeitsche, alle Redakteusen waren früher Models, laufen in High Heels rum, reiben sich das Dekolleté mit Eiswürfeln, und auf einem Drehteller mitten im Redaktionsraum wird die Fotostrecke für das Cover-Girl geschossen. Koks wird im Kilosack geliefert, und der Kühlschrank hält nur Dildos und Schampus kalt. Bezahlt wird in Naturalien, jeder Pizzabote kommt auch mal dran. Journalistenalltag eben. Knallhart.

Soll niemand sagen, der Wortvogel wäre kein Retter in der Not – ich schwang mich auf meinen Roller, düste in die Redaktion, und klapperte drei Tage lang "Tittentexte" (wie ich das gerne despektierlich nenne) in die Tastatur. Von der Foto-Story zu den DVD-Tipps, von FKK-Reports zur Vorstellung eines Sex-"Second Life"-Klons.

Ein besonderes Problem bei den sechsseitigen Fotostrecken ist der Ausschnitt – nicht der zwischen den Brüsten, sondern der des Bildes. Heutzutage sind die jungen Damen ja alle ganzkörperrasiert, und da ist es eine Kunst für sich, Bilder zu finden, die nicht unter den Ladentisch müssen. Im Zweifelsfall muss das von Hugh Hefner für den Playboy erfundene "Schamhaar aus der Sprühdose" her (mittlerweile digital).

Es hat mir einen Heidenspass gemacht. Und ich werde es wieder tun, wenn meine Zeit es erlaubt.

Jetzt an der Tankstelle Eures Vertrauens.



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Marko
21. März, 2008 18:43

Hä?

*Covermodel-in-rosa-ansabber*

Gruß,
Marko

Stephan
Stephan
21. März, 2008 19:15

Und die nächsten Projekte des Wortvogels:

Zwei Leckschwestern tanken Super!

Der Jade-Stachel des Dr. Fu-Man-Chu

Und natürlich: Sumuru – die wahre Geschichte

Und sowas am Karfreitag, tststs 🙂

Achim
Achim
21. März, 2008 21:24

Ich bin schockiert!

Herr Dewi fährt Roller, jene Gefährte die ich nicht mag und derern Fahrer ich auch nicht mag!

Soll ich wirklich weiterhin Wortvogel.de lesen?
Jene Seite, die ich erst seit kurzem aber mit viel Vergnügen lese …

Wortvogel
Wortvogel
21. März, 2008 21:32

Jeder ist geladen, keiner ist vorgeladen, Achim.

Und mein Roller rockt härter als Nine Inch Nails…

Peroy
Peroy
21. März, 2008 21:57

"Und mein Roller rockt härter als Nine Inch Nails…"

Kunststück…

Achim
Achim
21. März, 2008 23:43

Nee, die Seite ist schon klasse, du schreibst echt super, aber es wäre mir echt lieber, etwas von nem coolen Motorradfahrer zu lesen, Roller, ts, ist es wenigstens eine Vespa?

Wortvogel
Wortvogel
21. März, 2008 23:52
Achim
Achim
22. März, 2008 00:01

OK, die ist auch, aber nur ausnahmsweise, genehmit!

Peroy
Peroy
22. März, 2008 00:13

Warum eigentlich immer so ummen heißen Brei herum Namen für Solche Zeitschriften, warum hat man das Ding nicht "Fick-Fernsehen" genannt… ? Das kommt doch besser, ey… Allitreration und so..

Peroy
Peroy
22. März, 2008 00:21

Und wer zum Teufel lagert seine Dildos im Kühlschrank, Hölle nochmal… ?!? Das is' Hardcore-Sick…

UInd ja, ich bin beschwippest. Hallelulja…

trackback
22. März, 2008 00:26

[…] und auch ansonsten das tut, wonach ihm grade ist. Und nicht das, was es eigentlich sollte. Der Wortvogel schreibt jedenfalls über ein Erotik-TV-Magazin. Ob in diesem Heft aber die 24 Uhr Zeile des […]

Wortvogel
Wortvogel
22. März, 2008 01:10

@ peroy: Ich persönlich plädiere immer noch für "TV Wichsvorlage" als echte Marktlücke. Truth in advertising.

Meine Güte, angesichts der ganzen Buzzwords möchte ich nicht wissen, was für Suchmaschinenanfragen künftig hier landen. Derzeit hoch in der Statistik: "Andrea Kempter nackt", "Pamela Anderson Körpergröße" (WTF?), und "Nippel". Passt ja.

Tornhill
Tornhill
22. März, 2008 13:29

“Schamhaar aus der Sprühdose”

. . .

Okay, durch diese Information ist mein Weltbild gerade noch etwas schräger geworden!

Tiuri
Tiuri
22. März, 2008 17:18

Ich dachte auch, dass man Dildos nur im Sommer in den Kühlschrank legt. So als Erfrischung zwischendrin…

deflow
22. März, 2008 20:17

Jetzt kann ich endlich mal vollkommen ironiefrei an der Tankstelle den Spruch ablassen: Ja, ne, ich kauf das wegen den Texten.

😀

Julian
23. März, 2008 00:04

… 😉

comicfreak
comicfreak
23. März, 2008 18:17

..gib mal ´ne Kostprobe 🙂

trackback

[…] habe für die “TV Sünde” gestern einen heiteren Beitrag zum Thema “Die Todsünden im Bett” geschrieben. […]

Eberhard
Eberhard
10. März, 2010 13:12

Kleine Anmerkung: Stefan Aust war sogar Redakteur bei den St. Pauli-Nachrichten, ebenso wie auch Henryk M. Broder. Damals waren unsere heutigen Lieblingsmuslimophoben noch irgendwie auf der linken Seite angesidelt, denn die Nachrichten waren damals durchaus nicht nur sexuell, sondern auch politisch. Lang, lang ist’s her. Günter Zint würde ich auch gern mal wiedersehen …

Dietmar
Dietmar
10. März, 2010 13:25

@Eberhard: Im Nachtstudio war Herr Broder zu Gast. Mein Eindruck ist, dass er zwar sehr pointiert und auch ein wenig eitel formuliert, aber doch eine sehr differenzierte Sicht auf die Problematik hat. Er hat diskutiert und erschien mir gar nicht phobisch gegenüber den muslimischen Diskutanten (wobei der Mann, seinen Namen habe ich vergessen, ausgesprochen charismatisch war).