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Mrz 2008

Genre-TV reloaded 1:Terminator: The Sarah Connor Chronicles

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Es ist ein gutes Jahr für die Fans von phantastischen Serien – nur hat es scheinbar niemand gemerkt. Gerade der prototypische SF-Fan scheint auf Genre-Shows nur anzuspringen, wenn sie Raumschiffe und Aliens zeigen. Dabei hat gerade die TV-Saison 2007/08 aufgezeigt, dass SciFi/Fantasy/Horror eine Bandbreite hat, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Natürlich war nicht alles Gold, was glänzt, und einige Shows sind nicht so gelaufen, wie man es sich gewünscht hätte. Trotzdem verdient der Mut der Macher Respekt. Und ich verwurste meine Gedanken zu den neuen Serien jetzt mal zu einem Rundum- schlag. In den nächsten Tage besprechen ich "Terminator: The Sarah Connor Chronicles", "Pushing Daisies", "Babylon Fields", "Bionic Woman", "Moonlight", und "New Amsterdam". Ausgenommen habe ich von diesem Beitrag "Flash Gordon" – weil ich die Serie anderweitig bereits in Grund und Boden getreten habe.

T SCCTerminator – The Sarah Connor Chronicles: Fangen wir gleich mal mit meiner liebsten neuen Genre-Serie an. Ich hatte mir von T:TSCC wirklich nichts versprochen. Serien basierend auf Kinofilmen sind selten mehr als maue Zweitverwertung (auch wenn ich zu den vermutlich fünf Zuschauern gehöre, die an der RoboCop-Serie Spaß gefunden haben). Noch dazu gehören die Terminator-Filme zu den gewalttätigsten, actionreichsten, und teuersten Blockbustern aller Zeiten – sowas auf TV-Format einzudampfen, ist eigentlich ein Himmelfahrtskommando. Obendrauf noch die Tatsache, dass kein einziger Schauspieler der Filme mit dabei ist, und man hat ein vorprogrammiertes Desaster (was als Analogie zur Terminator-Storyline fast schon wieder ironisch ist).

Aber T:TSCC gelingt es nicht nur, die komplexe Mythologie der Filme sorgsam weiterzuspinnen – auch die Actionfans kommen hier auf ihre Kosten. Man hat wirklich an nichts gespart: Exzellente Darsteller, außergewöhnlich saubere Kameraarbeit, rasant geschnittene Stunts, und ständige Plot-Twists halten den Zuschauer in Atem. Ich habe bisher (vielleicht mit der Ausnahme der ersten neuen "Galactica"-Staffel) keine SF-Serie gesehen, die so homogen und stolperfrei aus den Puschen gekommen ist.

Inhaltlich schließt T:TSCC an den zweiten Kiinofilm an, transplantiert Sarah und John allerdings schon im Piloten in das Jahr 2007. Zur Seite steht ihnen diesmal "Cameron" (har har), ein knackiger Terminator in Frauenform. Wie üblich geht es darum, den Aufbau von Skynet zu verhindern, Cyborgs auszuweichen, und immer wieder unter dem Radar der Polizeibehörden zu bleiben. Sarah, John und Cameron sind Terroristen in einem Freiheitskampf, der für den Rest der Welt noch gar nicht begonnen hat. Immer wieder gibt es Szenen aus der Vergangenheit und den verschiedenen Varianten der möglichen Zukunft.

T TSCC CastDie Besetzung der Serie kann man nicht genug loben: Lena Headey gefällt mir mittlerweile besser als Linda Hamilton, Thomas Dekker nervt erfreulich wenig als John, und Summer Glau spielt zwar im Grunde genommen dieselbe Rolle wie in "Firefly" (emotional verkrüppelte Kampfmaschine), macht das aber ausnehmend gut – und sexy. Es ist der Serie hoch anzurechnen, dass es ihr gelingt, ein paar schmierige Soap-Schauspieler glaubwürdig ins Charakterfach zu hieven: Brian Austin Green ("Beverly Hills 90210"), Brian Bloom ("Melrose Place"), und Matt McColm ("Nightman").

Man kann darüber diskutieren, ob es für eine TV-Serie angeraten ist, ein wenig mehr Humor als die Spielfilme zu haben. T:TSCC ist so beinhart und grimmig wie die Vorlage, und manchmal ermüdet es ein wenig, wenn die Charaktere so gar keine Verschnaufpausen bekommen. Und natürlich schert sich die Serie genau so wenig um Zeitparadoxa wie die durchschnittliche Episode von "Time Tunnel": John könnte z.B. dem jungen Kyle Reese erklären, was er wissen muss, um die originale Mission des ersten Terminators von vorne herein scheitern zu lassen. Aber wer solche Maßstäbe anlegt, ist bei SF-TV sowieso falsch.

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Die komplexe Backstory, die vielen Charaktere, die verschiedenen Zeitebenen – all das führt zu einem weiteren Problem, mit dem T:TSCC von Folge zu Folge mehr kämpft: Man investiert viel Konzentration, um den Details zu folgen. Die Serie droht an ihrer eigenen Komplexität zu ersticken. Obwohl die erste Staffel auch wegen des Autorenstreiks auf 9 Folgen beschränkt war, braucht es am Schluss fast fünf Minuten, um die Zuschauer durch eine Zusammenfassung halbwegs auf den aktuellen Stand zu bringen. Mittendrin einsteigen ist praktisch unmöglich – und wird sicher ein Stolperstein bei dem Versuch, in der nächsten Staffel noch Zuschauer zu gewinnen. Und für den deutschen Markt sehe ich da rabenschwarz…

Fazit: T:TSCC ist Science Fiction, wie ich sie mir schon lange gewünscht habe – anspruchsvoll, dynamisch, erwachsen, und mit der Sorgfalt einer "großen" Network-Serie umgesetzt.



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gwildor
gwildor
9. März, 2008 14:10

Dann wohl eher ein fall für die DVD.

Panten
Panten
9. März, 2008 16:59

Ich fand den Piloten ziemlich schwach weil ich fand, das die Stimmung die Terminator für mich ausmacht nicht eingefangen wurde. Auch den Aufbau des Zeitsprunges fand ich übertrieben – irgendwann kommt sicher noch raus, das man irgendwann einen Terminator in die Vergangenheit geschickt hat um Strom zu erfinden.

Aber vielleicht geb ich der Serie noch eine Chance – liest sich immerhin interessanter als es der Pilot war.

Wortvogel
Wortvogel
9. März, 2008 17:20

Ich neige dazu, zu widersprechen – aber zugegebenermaßen ist der Pilot absichtlich sehr auf Action gedrillt, um das Publikum mit Remmidemmi zu beeindrucken. Danach wird es etwas konzentrierter. Generell gilt: es ist und bleibt Geschmackssache. Ich kann mir bei T:TSCC gut vorstellen, dass man da keinen Draht zu findet.

comicfreak
comicfreak
10. März, 2008 12:21

..ich hab eh gerade meine Frühjahrsdepri, da kann ich mir düstere Zukunftsstreifen gar nicht ansehen..

Tornhill
10. März, 2008 17:05

Ich muss sagen, ich hätte nicht mit freundlichen Worten gerechnet – wie so viele misstraue ich der Serie (trotz der schicken Werbebildchen) enorm.
Aber na ja – sollte sie hier ins Fernsehen kommen, werde ich ihr wohl zwei Chancen (will sagen, Pilot & erste Folge) geben und dann mal weitersehen

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2008 17:25

Um es mit Sledge Hammer zu sagen: "Vertrauen Sie mir – ich weiß, was ich sage."

Peroy
Peroy
10. März, 2008 17:33

"Um es mit Sledge Hammer zu sagen: “Vertrauen Sie mir – ich weiß, was ich sage.”

Ferryman… *hüstel*

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2008 17:36

Der ist gut. Rutsch mir den Buckel.

Peroy
Peroy
10. März, 2008 18:00

Der ist in DVD-Form gepresste Scheisse…

Marko
10. März, 2008 18:01

“Vertrauen Sie mir – ich weiß, was ich sage", sagte der Mann, der sich wunderte, dass eine Serienproduktion mit Maddin Schneider geringe Einschaltquoten hatte … 😀

Aber ich bin auch gespannt auf TSCC. Die Bilder sehen vielversprechend aus.

Gruß,
Marko

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2008 18:54

Ich habe mich nicht über die Einschaltquoten gewundert – im Gegenteil. Sie haben mich nur geärgert, weil die Zuschauer dem Programm keine Chance gegeben haben.

lindwurm
10. März, 2008 20:23

Du MOCHTEST die Robocop-TV-Serie? Dafür fandest du "28 days of night" schlecht? Ich trau deinem Urteil nicht mehr.

trackback
10. März, 2008 20:31

“The Sarah Connor Chronicles”

Der Wortvogel fällte über die neue “Terminator”-Serie ein recht positives Urteil. Auch sonstwo hört man eher gute Meinungen. Aber ich kann mich irgendwie nicht dazu bringen, in den Chor der rundum zufriedenen Zuschauer einzustimmen. Viel…

Skynet
10. März, 2008 20:46

Wow, bin echt gespannt.

Wortvogel
Wortvogel
10. März, 2008 20:55

@ Lindwurm: Das steht dir frei.

Peroy
Peroy
11. März, 2008 01:19

"Du MOCHTEST die Robocop-TV-Serie? Dafür fandest du “28 days of night” schlecht? Ich trau deinem Urteil nicht mehr."

Der freudsche Versprecher sagt alles. Und da sowohl "28 Days later" als auch "30 Days of Night" bemitleidenswerter Horror-Dreck waren, wäre wohl auch ein eventueller Mash Up ein riesiger Haufen Scheisse… zum Quadrat…

Baikinman
Baikinman
11. März, 2008 09:18

Der Trailer haut mich nicht vom Hocker. Sieht irgendwie billig aus. Sollte die Serie in Deutschland anlaufen, werde ich sie mir trotzdem ansehen. Freuen tue mich schon auf den neuesten Kinofilm, in dem Christian Bale die Hauptrolle spielen wird. Bleibt zu hoffen, dass dieser Streifen etwas besser sein wird als "Rise of the machines."

Mathias
Mathias
11. März, 2008 11:27

Ich finde es doch etwas verwegen, bei TSCC von "komplexer Mythologie" oder generell hoher Komplexität zu sprechen. Wie du selber geschrieben hast, geht es um "das Übliche". In den ersten 4 Folgen vor Terminatoren wegrennen, in den nächsten 5 den Herrn Reese aufpäppeln. Wenn man bei Folge 9 bei Prison Break, 24, Lost o.ä. einsteigt dürfte man so ziemlich gar nichts verstehen, weil die Beziehungen zwischen den Charakteren eine viel größere Rolle spielen, bzw der Cast viel größer ist. Bei TSCC habe ich Emo-John, die treusorgende Mutter, den Girlie-Terminator und den paranoiden Widerstandskämpfer aus der Zukunft. Die einzige Figur die eine Wandlung durchmacht ist mnm der FBI-Agent, der vom bad cop zum good cop wird.
Ich fand die Serie auch ganz ok, aber irgendwie hatte ich nach jeder Folge das Gefühl, das kaum etwas passiert ist. Klar, wir sind erst bei Folge 9, und die ersten 2 waren nur Einleitung, dann hat man für eine komplette Episode Rückblenden aus der Zukunft gezeigt etc, da bleibt nicht mehr so viel "Netto-Spielzeit" übrig, aber gerade bei FOX sind Filler recht gefährlich, weil da die Axt schneller als anderswo fällt. Zustimmung aber, dass es die Serie im deutschen TV schwer haben wird, ist ja ein typischer Pro7-Mystery-Montag-nach-4-Folgen-abgesetzt-Kandidat.

Auch sehr interessant, dass jemand, der sein Geld mit der Produktion von "Content" verdient alles torrented was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, wie die Liste der zukünftigen Besprechungen verrät. Aber dann über Einschaltquoten im deutschen TV beschweren 😉

Wortvogel
Wortvogel
11. März, 2008 11:40

Schon mal vorab, und weil das immer wieder unterstellt wird: ich torrente gar nichts. Das ist mir zu unsicher, rechtlich fragwürdig, und erheblich zu langsam. Ich werde offiziell (wenn auch nicht öffentlich) direkt von den Produktionsfirmen und Sendern versorgt (übrigens auch keine Einbahnstraße). Ich würde mich daher freuen, wenn solche Unterstellungen künftig im Körbchen bleiben – da hilft auch das Smiley nicht.

Die schlechten Einschaltquoten im deutschen Fernsehen (insbesondere bei deutschen Serien) auf torrents zu schieben, ist albern.

Schließlich: Als Kritiker (nicht nur TV, auch Kino – siehe meine Besprechungen in diversen Zeitschriften) bin ich darauf angewiesen, Produktionen vorab zu sehen. Mir das aufs Brot schmieren zu wollen, ist Unsinn. Ich gehe z.B. heute nachmittag in eine Kino-Pressevorführung – bin ich deshalb am Niedergang des Kinos schuld, weil ich nicht in zwei Monaten acht Euro bezahle?

Ich halte T:TSCC weiterhin für komplex, denn die Serie arbeitet mit einem Element, das sehr verwirrend sein kann: Zeitreisen. Was die Protagonisten tun, kann die Zukunft verändern – oder genau das zulassen, was sie verhindern wollten. Damit wird in den ersten Folgen schon sehr schön gespielt (hätte Sarah den ersten Türken nicht abgefackelt – vielleicht wäre gerade DANN Skynet nicht entstanden?). Die Loyalitäten der Personen sind absichtlich fragwürdig, und jederzeit könnte ein weiterer Zeitsprung alles "auf Anfang" (oder Ende) setzen.

Rückblenden sind nur Filler, wenn sie aus Szenen bestehen, die bereits in anderen Folgen zu sehen waren (sogenannte "clip shows"). Die Episode aus der Zukunft war in meinen Augen sehr wichtig, um noch einmal zu etablieren, was auf dem Spiel steht – und um den Background von Derek mysteriös zu gestalten.

Bitte keine Diskussion über "Lost" – das ist für mich (und Charlie Brooker, Gottseidank) eine Ansammlung willkürlicher Taschenspielertricks, die erst noch beweisen muss, ob hinten was dabei rauskommt. Ich behaupte, dass die Macher ebensowenig einen Plan haben wie seinerzeit Chris Carter bei Akte X. Das gilt auch für Heroes.

Peroy
Peroy
11. März, 2008 11:50

"Bitte keine Diskussion über “Lost” – das ist für mich (und Charlie Brooker, Gottseidank) eine Ansammlung willkürlicher Taschenspielertricks, die erst noch beweisen muss, ob hinten was dabei rauskommt. Ich behaupte, dass die Macher ebensowenig einen Plan haben wie seinerzeit Chris Carter bei Akte X. Das gilt auch für Heroes."

Stimmt. "Akte X" ist abseits der Monster of the week-Episoden spätestens ab der fünften Staffel scheisse geworden (mit dem Film halt), "Lost hat sich schon viel früher in die Brühe geritten. Da kann nichts Gescheites mehr bei rauskommen, insbesondere, da sie es inzwischen schaffen, einzelne Folgen völlig ohne Plot ins Ziel laufen zu lassen.

Heroes tu' ich mir gar nicht erst an, das interessiert mich einen Rattenschiss…

Da lobe ich mitr immer noch "Buffy", die letzte Serie, die ich religiös und regelmäßig bis zum Schluss gesehen hab'. Denn egal, was auch immer da abging… man konnte sich sicher sein, dass es Hand und Fuss hat.

BCE
BCE
11. März, 2008 13:35

"Auch sehr interessant, dass jemand, der sein Geld mit der Produktion von “Content” verdient alles torrented was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, wie die Liste der zukünftigen Besprechungen verrät. Aber dann über Einschaltquoten im deutschen TV beschweren "

Genauso kannst Du RC1-Käufern vorwerfen, dass der deutsche Markt geschädigt wird. Und? Sich Serien im englischen Original aus dem Internet zu besorgen ist nur die Weiterentwicklung dessen, was der VHS-Handel mit aktuellen US-Serien vor Aufkommen des Netzes war. Und da das deutsche Fernsehen logischer Weise keine Serie im Original ausstrahlt, muss man sich anderweitig behelfen. Und das ist unabhängig davon, was jemand arbeitet. Im Gegenteil ist eher noch so, dass Berichterstatter halt früher was sehen MÜSSEN. Btw, was ist Deine Rechtfertigung fürs Torrenten?

Tornhill
11. März, 2008 15:15

O ja, "Lost"-bashen, da bin ich dabei!

Als es seinerzeit losging war ich begeistert, weil es alles so mysteriös schien und die Figuen so interessant wirkten – aber als dann irgendwann in der aktuellen Staffel – noch alles genauso mysteriös war und man die Figuren immer wieder auf exakt die gleiche Art durchkaute (Anfangs waren die Flashbacks interessant und notwendig, später wiederholten sie nur noch was man schon kannte), ging mein Interesse dann…"lost".

Letzter Ausschlag war dann, als die Macher in einem Interview offen zugaben, keinen Langzeitplan zu haben, sondern zu improvisieren (mit dem Argument: Unsere Mütter interessiert eh nur die Love-Story, nicht die Mystery-Schiene). Da wusste ich, dass das Geheimnis der Insel aller Wahrscheinlichkeit mit einer zusammengepfuschten Schnellschusslösung oder nie aufgelöst werden wird, warum sollte ich also ewig drauf warten?

Mit "Heroes" bin ich noch immer ganz zufrieden. Am Ende der ersten Staffel hatten sie doch einen relativ runden Abschluss, an den lediglich ein Cliffhanger angetackert wurde. Da bleib ich mal dran.

Marko
11. März, 2008 16:30

"Ich behaupte, dass die Macher ebensowenig einen Plan haben wie seinerzeit Chris Carter bei Akte X."

Und? Stephen King schreibt jedes seiner Bücher planlos.

Das interessante an TV-Serien sind doch m. E. primär nicht die Geschichten, sondern die Figuren. "Akte X" bietet mit Mulder, Scully und dem halben Dutzend Nebenfiguren einfach gutes Soap-Feeling. "Lost" ist mir (noch?) zu sehr weder Fisch noch Fleisch, da sind mir einfach zu viele Figuren beteiligt, als dass ich mich dort heimisch fühlen kann (kommt ja vielleicht noch). "Heroes" habe ich noch nicht reingesehen, ich komme aktuell nicht mehr hinterher mit all den Serien. Ich habe aber das Gefühl, die thematisch angesiedelten "Spezialisten unterwegs" aus den 80ern (?) haben mehr "gute" Charaktere zu bieten als die neuen Helden.

Natürlich sind auch gute Plots wichtig. Aber schlechte Plots werden von guten Figuren eher (nicht immer) aufgefangen als schlechte Figuren von guten Plots. Daher mag ich ein planloses "Akte X". Was sind mit die ersten Fotos, die man inzwischen vom zweiten Kinofilm sehen konnte? Mulder und Scully küssen sich. Hey, cool! Da kann die Story doch nicht mehr viel kaputt machen. 😉

(Zugegeben, das ist überspitzt. Aber als alter King-Leser kann ich den Vorwurf der Planlosigkeit einfach nicht verstehen. Kings Charaktere sind spitze.)

Gruß,
Marko

Wortvogel
Wortvogel
11. März, 2008 16:46

Natürlich lebt das Fernsehen primär von Charakteren (die Blogosphäre auch – da habe ich ja noch mal Schwein gehabt). Aber wenn eine Serie über mehrere Staffeln hinweg ein fettes "boah, BOAH – WOW!!!"-Mysterium aufbaut, und dann am Ende als Kaiser ohne Kleider dahsteht, dann ist das für mich Betrug am Publikum. Columbo ist auch ein toller Charakter, trotzdem würde es mich stören, wenn er am Ende einer Folge einfach sagt: "Scheiß auf den Mörder, ich gehe jetzt ein Bierchen trinken."
Wer eine "mythology" aufbaut, der soll sie auch durchplanen. Ging bei Highlander (Serie) genauso wie bei Babylon 5.

Natürlich ist es verführerisch: Ich packe mehr und mehr auf das Mysterium obendrauf, lasse die Zuschauer am Ende jeder Staffel atemlos zurück – weil ich es mir erlauben kann, das Publikum nur ein einziges Mal anzupissen (in der letzten Episode). Das macht rechnerisch Sinn, und erspart viel Arbeit, aber schön ist es nicht.

Marko
11. März, 2008 17:09

Das mit dem ungelösten Mysterium kann ich nicht nachvollziehen. Wie ich schon mal in einem anderen Beitrag schrieb: Jeder Handlungsstrang wurde beendet, die Mysterien aufgelöst, die Verschwörung enttarnt. Mulders Schwester, Scullys Baby, Die Zeitlinie der außerirdischen Invasion, ja selbst die Hintergrundstory um den so hastig eingeführten Charakter Agent Dogget wurde zu Ende gesponnen.

Ich für meinen Teil habe keine offenen Fragen mehr, habe die Serie aber auch in einem Anfall von Nostalgie "in einem Rutsch" durchgeschaut (ein knappes Jahr lang fast jeden Abend eine Folge).

Ich trauere ein wenig den "Star Trek"-Serien hinterher (TNG, DS9, Voyager (bedingt)). Die hatten tolle Chraraktere UND tolle Geschichten.

Gruß,
Marko

Peroy
Peroy
11. März, 2008 18:15

"“Ich behaupte, dass die Macher ebensowenig einen Plan haben wie seinerzeit Chris Carter bei Akte X.”

Und? Stephen King schreibt jedes seiner Bücher planlos."

Das ist so ziemlich das scheissigste Blöd-Argument, das ich je gehört habe… 😕

Marko
11. März, 2008 18:32

"Scheissigst"? "Blöd"? Werd erwachsen.

Gruß,
Marko

Wortvogel
Wortvogel
11. März, 2008 18:32

Peroy, machst du wohl kusch?!

Peroy
Peroy
12. März, 2008 05:02

Ist doch wahr…

Christian
Christian
13. März, 2008 13:37

Ich bin zwar spät dran, aber nachdem ich deinen Eintrag gelesen habe, fühlte ich mich bemüßigt es mit der Serie noch einmal zu versuchen. Und vielen Dank! Ab Folge 4 hat es "klick" gemacht und ich bin großartig unterhalten worden. Wenn man die Serie mit der selben Einstellung anschaut wie z.B. "Smallville" (ja, habe ich mal geschaut!) und bereit ist der Unterhaltung wegen mal ein, zwei (oder auch ein dutzend) Logikfehler zu ignorieren ist es tolle Unterhaltung. Also noch einmal vielen Dank für den Tipp 🙂
Und ich bin gespannt auf dein Review zu "Pushing Daisies", das liebe ich nämlich abgöttisch…

KlaatuKeanu
KlaatuKeanu
14. März, 2008 01:08

Ich hoffe doch, New Amsterdam kommt nicht gut weg.

Die_Heldin
18. März, 2008 14:37

erst kann ja nicht sein, dass john connor wenig nervt. der schauspieler ist ja derart fehlbesetzt! der film-john – ein als kind schon überaus cooler edward furlong, war da derutlich passender. herr dekker sieht immer so aus, als weine er entweder sofort los, oder ruft nach mutti. wenn der den widerstand leitet – na gute nacht, menschheit!^^

ich bin ziemlich gespannt auf weitere reviews…

Peroy
Peroy
19. März, 2008 00:28
Hendrik
Hendrik
20. März, 2008 05:06

Also als großer Lost-Fan fühle ich mich bemüßigt hier doch mal was zu sagen: Ich weiss nicht wo du das her hast Tornhill, dass die Macher keinen Langzeitplan haben, aber da liegst du definitiv falsch.
Sie sagen eigentlich, ganz im Gegensatz, das sie so etwas seit der 1.Staffel besitzen auch wenn nicht alles im Detail klar ist. Das Problem war bisher, dass sie nicht wussten wie lange die Serie läuft, so dass sie die Handlung z.T. gestreckt haben (siehe 3.Staffel).
Doch sie haben sich nun mit ABC zusammengesetzt und einen Plan für das Ende der Serie beschlossen, der da lautet: 3 Staffeln noch (inkl. der gerade laufenden 4.) à 16 Folgen, also noch 48 Folgen.
Ich weiss nicht ob ihr hier noch Lost verfolgt habt, aber mit dem Finale der 3. Staffel ist die Serie in eine neue Richtung gegangen die in der laufenden 4. Staffel fortgesetzt wurde und ein paar Antworten gibt.
Vielleicht noch nicht genung, aber ihr solltet Lost noch ne Chance geben. Ein durchdachtes Ende wird die Serie sicherlich finden.

Peroy
Peroy
20. März, 2008 07:47

"Ein durchdachtes Ende wird die Serie sicherlich finden."

Und morgen kommt der Osterhase…

Hendrik
Hendrik
21. März, 2008 04:53

Also bei mir kommt er erst am Sonntag 😉