RISE: BLOOD HUNTER (USA 2006)

RiseStory: Reporterin Sadie Blake treibt sich für ihre Storys gerne in den gruseligeren Schichten der Gesellschaft herum. Das rächt sich böse, als sie ein paar Vampiren über den Weg läuft, die sie prompt „wandeln“. Sadie findet Unsterblichkeit und Blutdurst eher unsexy, und unter Anleitung des mysteriösen Arturo beschließt sie, dem Clan der Untoten den Garaus zu machen. Dieselbe Idee hat der Cop Rawlins, dessen Tochter bei den Vampiren ihr Leben ließ. Man schließt sich zusammen…

Kritik: Oh Mann, was für ein Kappes! Von dem Streifen hatte ich mir einen lustigen Abend versprochen – moderat budgetierter Actionhorror vom Autor von „Gothika“ und „Snakes on a plane“, überdurchschnittlich besetzt mit Lucy Liu, Michael Chiklis, Carla Gugino, und Leuten wie Robert Foster, Marilyn Manson, und Nick Lachey in Gastauftritten. Das konnte doch kaum schiefgehen.

Aber „Rise: Blood Hunter“ (übrigens durch „stupid German money“ kofinanziert, daher vermutlich die teure Besetzung) ist geradezu ein Paradebeispiel, wie ein Regisseur/Autor wirklich ALLES falsch macht, was ihm in die Finger kommt:

  • Die Kamera steht gerne am falschen Platz – wir sehen Gegenstände, aber es fehlt die Großaufnahme, um sie zu erkennen
  • Actionszenen sind arhythmisch inszeniert, und verfügen über keinen Druck
  • Die Schauspieler sind komplett ungeführt, und ihre Leistung schwankt daher von Szene zu Szene
  • Der Ton des Films ändert sich mit jedem Schnitt, und schwankt hilflos zwischen Drama und schwarzer Komödie
  • Sadie hat keine nennenswerte Motivation, und ihr grundsätzliches Dilemma (als Vampirin braucht sie Menschenblut) wird nur angerissen
  • Es wird zwar erwähnt, dass Mentor Arturo eigene Ziele verfolgt, aber das wird nie weiter verfolgt
  • Der Film verläuft total gerade und vorhersehbar – Sadie wird Vampirin, bringt die anderen Vampire um, Ende
  • Die Vampire sind komplette Pussys ohne nennenswerte Kräfte oder Ziel, die eigentlich nur rumsitzen, um sich von Sadie abmurksen zu lassen – der Film hat null Drive und ein schnarchiges Finale

Würde „Rise: Blood Hunter“ nicht mit Gallonen Kunstblut und ein paar Aufnahmen von Lucy Lius nacktem Hintern prahlen – er wäre kaum mehr als ein dröger Pilotfilm für eine TV-Serie.

Es wäre an dieser Stelle passend, eine Pointe unter Verwendung des Begriffes „blutleer“ zu setzen, aber dazu habe ich keine Lust. Der Film hat meinen Humor nicht verdient.

Im Kino war der R: BH denn auch ein Flop, und Madame Liu ist die Karriereleiter seither noch eine Sprosse hinabgeklettert: Ab Herbst spielt sie in der TV-Serie „Cashmere Mafia“ mit, einem armseligen Abklatsch von „Sex and the City“.

Sehr gnädige:

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EDMOND (USA 2005)

EdmondStory: Edmond Burke ist ein kleiner Spießer mit langweiligem Job und ebenso langweiliger Ehe. Eines Abends will er „noch kurz mal raus“, hat aber nicht das geringste Interesse, jemals zurück zu kehren. Er stromert durch die Halbwelt und das Rotlicht-Viertel, versucht linkisch, Sex zu kaufen, und wird permanent über den Tisch gezogen. Doch langsam regt sich was in ihm, und das Tier wird wach: Edmond bewaffnet sich, und schlägt zurück.

Kritik: Es gibt wohl kaum potentere Kombinationen als Stuart Gordon („Reanimator“) und Autorenlegende David Mamet („Glengarry Glen Ross“). Dazu eine Besetzung der Kategorie „feuchter Traum“: William H. Macy, Mena Suvari, Julia Stiles, Natasha Richardson, Joe Mantegna, Jeffrey Combs.

Leider ist „Edmond“ ein klassischer Fall von „Das Ergebnis ist nicht immer mehr als Summe der Teile“. Was ein kongenialer Mix aus „Taxi Driver“ und „Falling Down“ hätte sein müssen, der fiebrige Gewalttraum eines gegängelten Spießers, wird „dank“ Gordons lebloser, pappiger Regie zu einer artifiziellen Meditation über die Natur der Zwischenmenschlichkeit, und das Gefühl als käufliches Produkt. Emotion kann Macht sein, muss gesetzt werden, ist durch Hilfsmittel wie Geld und Waffen erweiterbar.

Klingt trotzdem nicht schlecht? Tja, wenn die ganze Meditation denn wenigsten auf etwas hinaus liefe! Das Ende ist so bizarr wie unbefriedigend. Man hat das Gefühl, Gordon habe eine unbefriedigende Wendung am Schluß einfach weggeschnitten. Der Film ist plötzlich einfach vorbei. Vorhang. Danke. Vergessen Sie Ihre Jacke nicht.

Selbst Macy, gewöhnlich Garant differenzierter Darstellung, bringt kaum mehr als einen Dackelblick auf.

Das hier schmerzt mich sehr:

3belas2.jpg



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lindwurm

On Lucy Liu wohl bald in Lesbenpornos mitwirken muss? 😉

Wortvogel
Wortvogel

Täte mich nicht scheren – ich finde die Frau massiv ungeil 🙂

Peroy
Peroy

„…vom Autor von “Gothika” und “Snakes on a plane”… Das konnte doch kaum schiefgehen.“

Nö, kaum… *LOL*

Wortvogel
Wortvogel

… „für einen moderat budgetierten Actionhorror“ – Kontext, Meister, Kontext.

Und „Gothika“ war erstaunlich gut. SOAP gucke ich nicht.

Peroy
Peroy

„Und “Gothika” war erstaunlich gut.“

*ROFLMAOLOL*

Peroy
Peroy

@Rise:

Ein Film für Leute, die auf nackte Mädels stehen, die kopfüber von der Decke hängen… aber die haben wahrscheinlich schon „Hostel II“ im Regal stehen. Aus der „Blade trifft Charles Bronson“-Prämisse macht der Streifen gar nichts, die Gore-Szenen sind nicht wirklich so hart wie gedacht, die Vampire werden einer nach dem anderen abgefrühstückt und gut is‘. Das Ende ist ein Witz. Und langweilig ist der Film auch…

Aber, das muss man fairerweise sagen, immerhin ist „Rise: Blood Hunter“ um Welten besser als „30 Days of Night“, der letzte Vampir-Schmonzes aus Sam Raimis Ghost House-Pictures-Klitsche. Der macht auch nur noch Filme der Kohle wegen…

Drei Belas…

trackback

[…] Zugegeben: “Stuck” ist genau die Sorte Film, die ich Stuart Gordon nicht mehr zugetraut hatte. Der legendäre “Re-Animator”-Regisseur begibt sich genau wie sein Kollege George Romero schnell auf dünnes Eis, wenn er sich vom Genre wegbewegt, das ihn berühmt gemacht hat. Seine Mamet-Adaption “Edmond” fand ich außerordentlich schwach. […]

trackback

[…] ♥ An American Crime ♥ Black Sheep ♦ Black Water ♣ Dead Silence ♣ Death Note ♦ Edmond ♥ End of the Line ♥ Ex-Drummer ♥ Fido ♦ Film Noir ♦ Free Jimmy ♥ Hallam Foe […]