18
Jul 2007

Lieber Herr Stapleton…

Themen: Neues |

Sie als Teamchef des T-Mobile-Teams bei der Tour (nein, das ausgeleierte "de Farce" lasse ich mal weg) haben sicher momentan keinen so schönen Job. Sie betreuen mit bekennenden Dopern einen Rennstall, der auch nicht ganz sauber ist. Wäre alles nicht so schlimm – wenn es nicht wieder mal rausgekommen wäre. Ist es aber.

An Ihnen hat es nicht gelegen, wie Sie (laut SPIEGEL) versichern: "Wir führen keine Anti-Dopingtests im Team durch."

Das ist löblich. Anti-Dopingtests sind die Pest. Fast so schlimm wie Dopingtests. Aber die machen Sie ja auch nicht, wie es scheint…

Ich mein' ja bloß zum Denkanstoß…



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Martin
Martin
18. Juli, 2007 18:28

Würde es allerdings "Anti-Doping-Test" heißen, wäre es doch wieder korrekt, oder? Ein Test gegen Doping. Und wenn wir mal davon ausgehen, dass Stapleton seine Antwort nicht buchstabiert hat, ist der Fehler eher bei SpOn oder der jeweiligen Presseagentur zu suchen, auch wenn ich zugeben muss, einfach "Dopingtest" finde ich auch besser.

Wortvogel
Wortvogel
18. Juli, 2007 18:36

Natürlich ist das sprachlich ein Minenfeld, und mir ist auch klar, was Stapleton gemeint hat. In meinen Augen muss es Doping-Test (oder Dopingtest) heißen, weil AUF Doping getestet wird, nicht GEGEN Doping.

Martin
Martin
18. Juli, 2007 23:25

Aber um den Denkanstoß einmal aufzugreifen. Ich glaube es ist ganz gut, dass Teams keine gezielten Dopingtest durchführen. Denn das könnte ganz schnell dazuführen, dass Teams ihre Sportler an bestimmte Grenzwerte "herandopen", so wie es die Sportler bis 98 (oder auch noch danach) ja im Endeffekt getan haben, wenn sie mit Hilfe einer Zentrifuge ihren Hämatokritwert gemessen haben, umzu schauen, ob sie über dem Grenzwert liegen.
Insofern wären Tests AUF Doping teamintern auch nicht ratsam, allerdings könnten sie ein gutes Mittel GEGEN Doping darstellen, nämlich durch ihren abschreckenden Charakter, den solch regelmäßige Dopingtest dann hätten. Aber wie gesagt, sie wäre viel zu einfach zu instrumentalisieren, mal abgesehen davon, dass so ein Test auch keine billige Angelegenheit darstellt.

Wortvogel
Wortvogel
18. Juli, 2007 23:39

Stimmt natürlich. Sagt Stapleton in dem Artikel selber – man macht sich verdächtig. Aber ich denke, es gibt keine Lösung für das Problem, nur den endlosen Wettlauf: Wenn die Kontrollen verschärft werden, steigt das Engagement, neue und schlechter zu identifizierende Doping-Methoden zu entwickeln. Das war in der Leichtathletik schon immer schön zu beobachten. Der Haken ist nämlich: neue Wundermittelchen müssen erstmal von den Doping-Testern entdeckt, identifiziert, und DANN noch verboten werden. Das zieht sich über Monate, und wer nach dem Verbote die Mittel absetzt, hat bis dahin keinen Verstoß begangen…

Peter Krause
19. Juli, 2007 23:23

Das ist wie mit "Anti-Terror".
Ohne das "Anti" könnte womöglich der Eindruck entstehen, man wäre dafür.

Bad Man
Bad Man
20. Juli, 2007 13:53

Die Doping Kontrolle ist eigentlich sowieso so gut wie überflüssig, Lance Armstrong, der mehrmalige Tourgewinner, musste ja aufgrund seines Krebsleidens ständig Medikamente nehmen, was natürlich jede Dopingkontrolle versaut, und deshalb konnte der Mann quasi alles schlucken, er war quasi sowieso immer auf "Drogen", da könnte man das auch gleich für alle freigeben, würde man in der Bundesliga konsequent kontrollieren, dann müsste bei ARD & ZDF schon seit 2 Jahren nichts mehr übertragen werden, aber wer nimmt dem Deutschen schon den Volkssport.