OSS 117: CAIRO, NEST OF SPIES (F 2006, 99 min, frz. OmeU)

REGIE: Michel Hazanavicius
DARSTELLER: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, Aure Atika, Philippe Lefebvre, Constantin Alexandrov, Saïd Amadis
DREHBUCH: Jean-François Halin, Michel Hazanavicius
WEBSITE

OSS 117Story:
1955. Top-Agent (und Vollidiot) OSS 117 reist nach Kairo, um den Tod seines Partners Jack zu untersuchen. Er stößt in ein Wespennest, denn die Ägypter sind nicht gut auf die Engländer zu sprechen, die den Suezkanal kontrollieren. Darum geben sich in der Hauptstadt die Agenten aller Herren Länder die Klinke in die Hand. Von arabischer Kultur versteht OSS gleich null, aber dafür hat er ja die bezaubernde Larmina als Fremdenführerin. Schon bald wird klar, dass Jack in einen groß angelegten Waffenschmuggel verwickelt war…

Kritik:
Eins vorab: „OSS 117“ ist keine Parodie auf „Bond 007“, sondern auf – „OSS 117“! Tatsächlich war die Romanreihe aus der Feder von Jean Bruce in den 50er und 60er Jahren sehr beliebt, und wurde gleich mehrfach verfilmt. Der neue Film hält sich recht streng an die Mechanismen und Klischees des Originals, überdreht sie aber derart, dass eine Komödie dabei herauskommt. Und die ist wirklich sehenswert, was ich in diesem Fall wörtlich meine – „look & feel“ von „OSS 117“ imitieren derart perfekt den Stil der unzähligen mediterranen Agentenfilm der 60er Jahre, dass man sich unvermittelt um 45 Jahre in der Zeit zurück versetzt fühlt. Würde Jean Dujardin nicht gar so heftig mit den Augenbrauen chargieren – der Film ließe sich kaum von den Originalen unterscheiden. In dieser Hinsicht ist er z.B. „Austin Powers“ weit überlegen. Hinzu kommt, dass Dujardin die Manierismen von Sean Connery, Frank Stafford und Tony Kendall perfekt studiert hat: da sitzt jede Bewegung, jede Haarsträhne, und jedes Nyltest-Hemd.

oss-117-1.jpg

Wer also schon immer ein Fan der klassischen Bond-Abenteuer war, wird von „OSS 117“ prächtig unterhalten – zumal das Drehbuch brillant die kolonialistische Attitüde und den Chauvinismus der Vorlagen veralbert.

Allein, es fehlt mitunter an Knaller-Gags. Zwei, drei Sequenzen stechen heraus, und man wird über die gesamte Laufzeit gut amüsiert, aber die großen Pointen läßt der Film (vielleicht absichtlich) außen vor. So schmunzelt man vor sich hin, während die Schenkel ungeklopft bleiben.

Trotzdem: Jeder Filmfan, der mit den Bond-Abenteuern aufgewachsen ist, sollte sich „OSS 117“ mal ansehen. Der zweite Teil ist ja auch schon in Arbeit.

Dringlichkeit: Kann man sich im Kino mit der Freundin gönnen, ansonsten gerne auf DVD oder im Fernsehen

5belas.jpgPositiv:
Die Darsteller, das Produktionsdesign, der Humor

Negativ:
Ein gewisser Gag-Mangel

Hört nicht auf mich:
“Egypt in 1955 is the deadpan setting for OSS 117: Cairo, Nest of Spies, a spy spoof that – rarity of rarities – reps a remake actually worth making. Current comic fave Jean Dujardin plays title character OSS 117 as a kind of James Bond crossed with Maxwell Smart. Sparkling production design, a jubilantly retro score and a genuine flair for using the film and TV vocabulary of the ‘60s to revisit colonial arrogance put pic in the same conceptual ballpark as Austin Powers or The Naked Gun series.” – Variety



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comicfreak
comicfreak

..habenwillhabenwillhabenwill..

Peroy
Peroy

Schadem heute nur ein Film… und dann auch noch… so was *naserümpf*…

Torsten
Torsten

Es kommt noch schlimmer – heute gibt es KEINE Reviews, denn ich fliege gleich beruflich nach Hamburg. Aber insgesamt habe ich noch Material für zwei Wochen…

comicfreak
comicfreak

*wart*

;o)

Wizball
Wizball

Als alter Bond-Fan scheint mir das ein echter Geheimtipp zu sein. Fand die ganzen europäischen Abklatsche des berühmtesten Agenten Ihrer Majestät schon damals (als sie eine ganze Weile regelmäßig auf den Privatsendern ausgestrahlt wurden) eher zum Schießen als wirklich mitreißend und da fällt so eine Parodie/Hommage natürlich bei mir auf fruchtbaren Boden.

Der könnte wirklich Spaß machen und bei einer eventuellen DVD-Veröffentlichung bin ich mit Sicherheit dabei.

Fernsehkritiker

Der Film ist absolut klasse – die beste Agentenfilm-Parodie, die ich je gesehen habe…
weiß jemand, ob der jemals in Deutschland erscheinen wird (kino oder DVD?) – ich meine, verdient hätte er es wirklich!

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[…] der Fortsetzung des überraschend liebevollen und sympathischen “OSS 117 – Der Spion, der sich liebte” geht es nach Rio, auf der Spur von Altnazis, die frühere französische Kollaborateure zu […]

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[…] Und Wortvogel monierte: […]

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[…] ♦ Film Noir ♦ Free Jimmy ♥ Hallam Foe ♥ I’m a Cyborg, but that’s okay ♥ OSS 117 ♣ Out of the Blue ♦ Paragraph 78 ♦ Perfect Creature ♦ Premonition ♣ Rise: Blood […]