Kleiner KnutKlar, Trittbrettprodukte waren unvermeidlich. Knut ist ein Phänomen wie seinerzeit der Manta oder die Mon Chi Chis. Und dass es einem Verlag gelingen würde, aus dem Thema ein „Buch“ zu pressen, verwundert mich auch nicht.

Aber der Autor.

Tom Kummer.

Kein Namensvetter. Genau der. Legendärer „Borderline- Journalist“ und Interview- Fälscher.

Der Pressetext formuliert es höflich so: „Tom Kummer, ausgewiesener Experte für Interviews der besonderen Art“. Will sagen: für Interviews, die nie stattgefunden haben. Was im vorliegenden Fall wenigstens vergleichsweise offensichtlich ist.

Ich bin im Zwiespalt: Soll ich mich empören, dass Kummer für Großverlage wieder hoffähig ist? Oder soll ich mich amüsieren, dass die einstige Edelfeder nun armselige „Me too“-Produkte auf Zuruf schreiben muss?



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Peroy
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Wer ist Tom Kummer… ?

General Failure
General Failure

Erstaunlich, womit sich nicht alles Geld machen lässt.
Man könnte es das Perpetuum Mobile des Journalismus nennen: irgendeine (Boulevard)-zeitung bringt einen Bericht (im zweifelsfall auch eine Ente) über ein Thema, das dann interessantgeredet wird, und damit kann man dann weiter darüber berichten und bei besonders „gelungenen“ Fällen dann auch noch andersweitig vermarkten. Aber scheinbar braucht die leserschafft das.
Jedenfalls ist der unterschied zwischen „kreativem“-journalismus und Homemade-stories a la Knut in meinen augen nicht sehr groß. Insofern macht Herr Kummer eigentlich das, was er vorher auch schon gemacht hat: Fantastische Geschichten für Realitätsphobiker schreiben.

Joe
Joe

Der ist nicht nur wieder „hoffähig“, bei uns in Hannover hat er sich offenbar sogar als „Salon“-fähig erwiesen. http://www.literarischer-salon.de (vgl. Archiv unter 28.3., dort ist ein Video-Mitschnitt)
Ich kann leider keinen Augenzeugenbericht geben, meine Salon-Besuche gelten eher (Perry Rhodan)-Autoren, Synchronsprechern und richtigen Journalisten. 🙂